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Vergleichsstudie: Ärzte untersuchen Wirksamkeit von Physiotherapie, Elterntraining und Ritalin bei ADHS

DRESDEN. Forscher des Dresdner Universitätsklinikums wollen herausfinden, welche Behandlungsmethode bei Kindern mit einer Aufmerksamkeitsdefizit-/ Hyperaktivitätsstörung (ADHS) am wirksamsten ist. Dabei soll insbesondere geklärt werden, welchen Effekt die Vergabe des Medikaments Ritalin verglichen mit einer Physiotherapie und einem speziellen Elterntraining hat. Wie die Klinik mitteilte, können Kinder im Alter von sieben bis zehn Jahren an der Studie teilnehmen, die an ADHS leiden und Schwierigkeiten mit der Grob- und Feinmotorik haben.

Forscher wollen Wirksamkeit von Ritalin bei ADHS im Vergleich zu Physiotherapie und Elterntraining erforschen; Foto: ADHD Center / Flickr (CC BY-NC 2.0)

Forscher wollen Wirksamkeit von Ritalin bei ADHS im Vergleich zu Physiotherapie und Elterntraining erforschen; Foto: ADHD Center / Flickr (CC BY-NC 2.0)

Viele Patienten seien nicht nur zappelig und unkonzentriert, sondern hätten auch große Probleme beim Schreiben, Schleifebinden oder Fahrradfahren, erklärt Diplom-Psychologin Sina Wanderer vom Forscherteam. Zur Behandlung der Störungen wird häufig der Wirkstoff Methylphenidat eingesetzt, der unter anderem in dem Medikament „Ritalin“ enthalten ist. Dieser bewirkt zwar, dass die Kinder weniger zappelig sind und sich besser konzentrieren können, stoße aber als Psychostimulanzie bei Eltern und einigen Medizinern auf Skepsis, heißt es in der Mitteilung weiter.

Da die Wirksamkeit von physiotherapeutischen Programmen bei Kindern mit ADHS und motorischen Beeinträchtigungen noch nicht hinreichend untersucht ist, wollen die Forscher nun herausfinden, welche Fortschritte Kinder machen, die sich physiotherapeutisch behandeln lassen. Den Angaben der Forscher zufolge sollen die Kinder, die an der Studie teilnehmen, zwei Monate lang zweimal pro Woche jeweils 45 Minuten ein physiotherapeutisches Programm mitmachen. Dort lernen sie ihren Körper wahrzunehmen, Spannungen abzubauen und ihre Bewegungen durch gezieltes Training besser zu koordinieren. Die Ergebnisse sollen zum einen mit den Fortschritten bei ADHS-Patienten verglichen werden, die Ritalin einnehmen, und zum anderen bei Kindern, deren Eltern speziell für den – oft sehr schwierigen – Umgang mit ihnen geschult wurden. (kö)

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