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Debatte um Unterrichtsausfall in Rheinland-Pfalz zum Schulstart

MAINZ. Die Ferien sind vorbei. Auch die Debatte um Unterrichtsausfall geht weiter. Die Versorgung in Rheinland-Pfalz ist laut Bildungsministerin Ahnen gut. Verbände befürchten aber weiter, dass Lehrer fehlen.

Das neue Schuljahr in Rheinland-Pfalz hat begonnen – rund 558 000 Schüler müssen wieder die Schulbank drücken. Mit dem Start ging auch die Debatte um den Unterrichtsausfall weiter. Bildungsministerin Doris Ahnen (SPD) wies die Befürchtung von Verbänden zurück: «Alle bislang vorliegenden Rückmeldungen aus der Schulaufsicht lassen den Schluss zu, dass die Schulen im Land allen Schülerinnen und Schülern ein gutes Angebot machen können», sagte Ahnen am Montag im Mainz beim Besuch eines Gymnasiums. An den Gymnasien zeichne sich sogar eine deutliche Verbesserung ab.

Die Schüler der Klassen 5 bis 10 können sich im neuen Schuljahr auf weniger Klassenarbeiten freuen. Ahnen sagte, vor allem in Deutsch, Latein und Mathe seien weniger geplant, um den Schülern mehr Spielraum für individuelle Förderung zu geben.Wegen des Sparkurses der Landesregierung müssten bis zu 100 Planstellen abgebaut werden, sagte die Ministerin. «Alle anderen werden wir wieder besetzen. Das hat dazu geführt, dass wir zum Schuljahresbeginn 800 neue Lehrerinnen und Lehrer eingestellt haben.» Dadurch werde eine gute Unterrichtsversorgung gewährleistet. Außerdem sei weiter eine Aufstockung des Pools von Vertretungslehrern in den kommenden Jahren geplant – von 200 auf rund 1000 Lehrkräfte. Für die CDU-Opposition im Landtag steht dennoch fest, dass die Unterversorgung anhalten wird: «Der Unterrichtsausfall ist vorprogrammiert», teilte die Partei mit.

Im vergangenen Schuljahr fielen nach früheren Angaben des Ministeriums bei Pflichtstunden in Gymnasien 1,8 Prozent des Unterrichts aus, an Berufsschulen 6,1 Prozent und an Integrierten Gesamtschulen (IGS) 0,3 Prozent. An Realschulen plus war ein Ausfall kaum messbar. «Wir haben letztes Jahr objektiv ein Problem gehabt, weil uns viele Planungsgrundlagen gefehlt haben», sagte Ahnen.

Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft Rheinland-Pfalz (GEW) erwartet «keinen kollektiven Aufschrei aus den Schulen». Landeschef Klaus-Peter Hammer kritisierte aber, die Landesregierung stelle den Schulen nach wie vor nicht genügend Planstellen zur Verfügung. Dadurch müsse man an Gesamt- und Realschulen in naturwissenschaftlichen und künstlerisch-musischen Fächern sowie an Förderschulen mit Unterrichtsausfall rechnen.

Dem Bildungsbündnis Rheinland-Pfalz (BBRP) zufolge trifft das auch die Gymnasien. «Unsere Kinder werden den ausfallenden Lernstoff nicht mehr aufholen können. Das Versprechen, dass sich die Situation in den nächsten Jahren verbessern wird, ist für die jetzige Schülergeneration kein Trost», erklärte das Bündnis.

Der Verband Bildung und Erziehung (VBE) sieht im neuen Schuljahr trotz Kritik auch deutliche Verbesserungen, etwa durch kleinere Grundschulklassen von maximal 24 Schülern in den ersten und zweiten Klassen. Bei weiterführenden Schulen sei aber mit Engpässen zu rechnen. Insgesamt geht der VBE bei der Unterrichtsversorgung von einem strukturellen Defizit von rund 2,2 Prozent aus. dpa
(13.8.2012)

Ein Kommentar

  1. Die Lehrerversorgung wird besser – diesen Spruch kennt wohl jeder Elternteil und auch die Lehrer aus der Vergangenheit zur Genüge.

    Eltern formieren sich und haben gemeinsam eine Petition gegen Unterrichtsausfall gestartet.
    Wer sich wehren möchte gegen eine schlechtere Schulbildung seiner Kinder, sollte hier mit unterzeichnen: https://www.openpetition.de/petition/online/unterrichtsausfall-und-unterrichtsqualitaet-in-rheinland-pfalz

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