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Neues Phänomen unter Schülern: „Geburtstagsschläge“

BERLIN.  Ein Junge in Berlin-Neukölln von Mitschülern wird an seinem Geburtstag dermaßen traktiert, dass er ambulant behandelt werden muss. Ein Kriminologe nimmt an, dass so genannte „Geburtstagsschläge“ landesweit verbreitet sind.
Kein „Happy Birthday“, stattdessen Prellungen an Gesicht und Armen: Vor etwa zwei Wochen verprügelten Mitschüler an einer Schule in Berlin-Neukölln einen Jungen an seinem Geburtstag. Der Fall erregte die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit, auch die Bildungsstadträtin schaltete sich ein. „Schulaufsicht und Bezirksschülerausschuss haben mir bestätigt, dass es das Phänomen gibt. Aber meistens besteht es nur aus einem leichten Schlag auf die Schulter“, berichtete Franziska Giffey (SPD) auf Anfrage des „Tagesspiegels“. Mit Rücksicht auf den Sekundarschüler und auf Wunsch seiner Familie hielt sie den Namen der Schule sowie das Alter des Jungen geheim.

Der Leiter des Kriminologischen Instituts Niedersachsen, Christian Pfeiffer, vermutet eine weitere Verbreitung so genannter „Geburtstagsschläge“. Als er 2002 noch Justizminister in Hannover war, hatten in einer Schule in Stadthagen jugendliche Schläger ihre Mitschüler immer wieder zum Geburtstag systematisch tyrannisiert. Als Beweggrund für das gezielte Verprügeln am Geburtstag vermutet Pfeiffer Neid. „Aus Neid und Ärger entwickelt sich der Wunsch, den anderen klein zu kriegen“, erläutert der Kriminologe gegenüber dem „Tagesspiegel“. Meist bleibe es beim Mobbing, seltener komme Prügel hinzu. Mitunter würden die Geburtstagsschläge zum „Teil der Schulkultur“.

„An verschiedenen Berliner Schulen sind Geburtstagsschläge bekannt“, bestätigte auch die Polizei auf Anfrage der Zeitung. Es gebe „öfter mal eine Anzeige wegen Körperverletzung“. Genaue Zahlen konnte die Polizei aber nicht nennen, da das Phänomen nicht separat erfasst wird. Auf jeden Fall würden „die Präventionsbeauftragten das Stichwort kennen und dann in die betroffenen Schulen gehen“, sagte ein Polizeisprecher. Es gebe dazu dann Präventionsveranstaltungen. jh

(10.11.2012)

3 Kommentare

  1. Absurd, einfach nur absurd!

  2. Das ist kein neues Phänomen, das kenn ich schon seit Jahren – leider.

  3. Ich habe das zum ersten Mal gehört.

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