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GEW beklagt „Schmalspur-Gerechtigkeit“

KIEL. Ungleiche Bezahlung der Lehrer sei ein wesentliches Charakteristikum der Arbeitsbedingungen an Regional- und Gemeinschaftsschulen in Schleswig-Holstein. Lehrkräfte in der Laufbahn der Grund- und Hauptschullehr erhalten laut Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) brutto rund 500 Euro weniger als ihre Kollegen in der Laufbahn der Realschullehrer. Um die ursprünglichen Stellenpläne zu erfüllen, setze das Bildungsministerium auch Lehrkräfte mit der Lehrbefähigung für Realschulen auf Grund- und Hauptschullehrer-Stellen ein. Diesen Umstand wolle Bildungsministerin Waltraud Wende jetzt beenden.

„Wir finden es gut, dass die Bildungsministerin die Bezahlung befristet beschäftigter Realschullehrkräfte an Gemeinschafts- und Regionalschulen in unterschiedlichen Gehaltsgruppen beenden will. Für die betroffenen Lehrerinnen und Lehrer bedeutet das immerhin mehr Geld im Portemonnaie“, sagte die stellvertretende GEW-Landesvorsitzende Astrid Henke.

„Aber was ist eigentlich mit den Grund- und Hauptschullehrerinnen und -lehrern an diesen Schularten? Sie machen dieselbe Arbeit wie ihre Kolleginnen und Kollegen in der Laufbahn der Realschullehrkräfte. Sollen sie dafür ein Leben lang monatlich etwa dreihundert Euro weniger verdienen? Ist das gerecht?“, fragte Astrid Henke. Wer für diese Lehrer keine Lösung anbiete, solle in der Öffentlichkeit lieber nicht von Gerechtigkeit sprechen, sondern nur darauf hinweisen, ein kleines Problem zugunsten einer sehr überschaubaren Gruppe von Lehrkräften gelöst zu haben.

„Das ist ja wirklich nicht schlecht, hat aber mit Gerechtigkeit noch nichts zu tun, solange die übrigen Lehrkräfte in die Röhre schauen müssen“, so die stellvertretende GEW-Landesvorsitzende. „Für sie bleibt der alte Grundsatz „Gleicher Lohn für gleiche Arbeit“ auch in Zukunft eine Fata Morgana, wenn die Ministerin sich nicht der grundsätzlichen Problematik annimmt.“

 

 

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