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GEW gegen niedrigere Altersgrenze bei Lehrer-Verbeamtung

SCHWERIN. Nach dem Willen der Landesrefierung sollen die Lehrer in Mecklenburg-Vorpommern nur bis 40. Lebensjahr verbeamtet werden. Bei Verwaltung und Polizei liegt die Grenze bei 45 Jahren. Dagegen protestiert die GEW.

Die vom Land geplante Verbeamtung von Lehrern in Mecklenburg-Vorpommern betrifft von den derzeit rund 11 000 Lehrkräften im Land nur etwa 1000. So viele sind noch unter 40 Jahre alt, wie die Landesvorsitzende der Bildungsgewerkschaft, Annett Lindner, am Freitag in Schwerin sagte. Das Land will Lehrer nur bis 40 verbeamten, in der Verwaltung oder bei Polizisten liegt die Altersgrenze bei 45 Jahren. Die GEW fordert, die Berufsgruppe der Lehrer nicht zu benachteiligen. Derzeit seien 1500 Lehrer zwischen 40 und 45 Jahre alt, die sonst ausgegrenzt würden. Vermutlich gehe es darum, Pensionsrückstellungen zu sparen, hieß es. Für die älteren Lehrer fordert die Gewerkschaft einen Nachteilsausgleich.

Andreaskreuze in zwei Richtungen

Für die einen bleibt die Schranke zur Verbeamtung bis 45, für die anderen nur bis 40 geöffnet. Die GEW in Mecklenburg-Vorpommern sieht darin Einsparungen auf Kosten der Lehrer. Foto: Aka / pixelio.de

Die GEW hat am Freitag ihre Stellungnahme zur neuen Laufbahnverordnung des Landes in der Bildung abgegeben. Mecklenburg-Vorpommern hat bisher neben Sachsen als einziges Bundesland Lehrer noch nicht verbeamtet. Die GEW sehe ein, dass das ein Wettbewerbsnachteil bei der Werbung junger Lehrer sei. Beamte hätten Vorteile beim Nettoeinkommen wie bei den Pensionen.

Neben der Altersgrenze ist der zweite massive Kritikpunkt der GEW am Entwurf der Verordnung Lindner zufolge die niedrigere Besoldung von Grundschullehrern. Auch diese hätten mittlerweile einen Masterabschluss, der bei allen anderen Beamten in die Gruppe A 13 und nicht in die A 12 führe. Derzeit würden die Grundschullehrer noch immer mit der Begründung schlechter bezahlt, dass sie in der DDR nur einen Fachschulabschluss brauchten. Dabei sei schon im Einigungsvertrag die Gleichstellung vereinbart worden.

Für die älteren Lehrer fordert die Gewerkschaft Verbesserungen der Arbeitsbedingungen. So müssten die Unterrichtsverpflichtungen gesenkt werden, die 2004 auf 27 Wochenstunden erhöht wurden. Ab einem bestimmten Alter oder für bestimmte Tätigkeiten müsste es Anrechnungsstunden geben. Auch die freiwillige Teilzeitarbeit sei eine Möglichkeit, die aber angesichts des Lehrermangels kaum genehmigt werden würde, vermutete Lindner.

Die GEW fordert vom Bildungsministerium zudem Aufklärung, welche Maßnahmen eigentlich in dem 50-Millionen-Euro teuren Bildungspaket enthalten sind. Ab Ende Oktober sollen in den Schulamtsbezirken Personalversammlungen stattfinden, zu denen alle Lehrer eingeladen sind. Dort soll Bildungsminister Mathias Brodkorb (SPD) seine Pläne detailliert vorstellen. «Wir wollen Transparenz», sagte Lindner. (dpa)

zum Bericht: Brodkorb startet Lehrer-Verbeamtung – zunächst nur für Referendare

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