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Religionspädagoge: Ökumene sollte im Unterricht Realität werden

BAMBERG. Die ökumenische Kooperation bereits bei der Ausbildung der Lehrkräfte eine wichtige Rolle spielen, betont der Bamberger Religionspädagoge Henrik Simojoki. Davon könnten evangelische wie katholische Sshüler profitieren.

Religionspädagogen der Universität Bamberg treten für eine stärkere Kooperation im Religionsunterricht an den Schulen ein. Es solle im konfessionellen Unterricht mehr Dialog und konkrete Zusammenarbeit geben, sagte der evangelische Religionspädagoge Henrik Simojoki. Die beiden großen Kirchen hätten sich bereits seit langem dafür ausgesprochen, das ökumenische Profil des Fachs Religion zu stärken. Nun stelle sich die Frage: «Wie kann das im Unterricht Realität werden?»

Es mangele den Religionslehrern nicht an ökumenischem Willen, aber das wie sei unklar, betont Henrik Simojoki von der Uni Bamberg. Ein gutes Beispiel sei der Lehrplanmäßige Kirchenbesuch. Foto: Sokkok, Wikimedia Commons (CC BY-SA 3.0) (Kirche der Evangelisch-Freikirchlichen Gemeinde in Mainz-Gonsenheim)

Es mangele den Religionslehrern nicht an ökumenischem Willen, aber die Umsetzung sei unklar, betont Henrik Simojoki von der Uni Bamberg. Ein gutes Beispiel sei der Lehrplanmäßige Kirchenbesuch(Kirche der Evangelisch-Freikirchlichen Gemeinde in Mainz-Gonsenheim). Foto: Sokkok, Wikimedia Commons (CC BY-SA 3.0)

Konfessionelle Zusammenarbeit im Religionsunterricht erfordere nicht so sehr neue Strukturen als vielmehr eine veränderte didaktische Kultur, erläuterte Simojoki. Er vergleiche den Religionsunterricht an den bayerischen Schulen derzeit gerne mit zwei Zügen auf unterschiedlichen Gleisen: Man fahre gleichzeitig los, das Zugpersonal schätze sich. «Aber zu einem Austausch kommt es erst, wenn die Fahrt vollzogen ist.» Den Schülern werde dadurch die Möglichkeit genommen, «von der Präsenz der anderen zu profitieren». Eine stärkere Kooperation fördere den Sinn für Pluralität, da sich die Frage stelle, wie man mit religiöser Differenz umgehe.

Man wolle keineswegs den konfessionellen Religionsunterricht infrage stellen, betonte der Wissenschaftler. Der Fokus liege auf Kooperation in «durchgängiger Dimension». Bei den Lehrkräften herrsche meist guter Wille, «aber man weiß nicht recht, wie». Deshalb solle ökumenische Kooperation bereits bei der Ausbildung der Lehrkräfte eine wichtige Rolle spielen. Evangelische und katholische Religionspädagogen der Uni Bamberg arbeiten hier bereits eng zusammen.

Als konkretes Beispiel für eine ökumenische Zusammenarbeit im Schulunterricht nannte er den im Lehrplan vorgesehenen Kirchenbesuch. «Der würde viel reicher ausfallen, wenn beide Gruppen eine evangelische und eine katholische Kirche besuchen. Die Schüler sehen im Kirchenraum, was die Konfessionen vereint, sie sehen aber auch die Unterschiede.» Beim Thema Gerechtigkeit etwa könnten dagegen «die gemeinsamen Gedanken und Anliegen der Konfessionen deutlich werden». (dpa)

Zum Bericht: “Schüler wissen zu wenig über andere Religionen” – ein Interview mit Bernadette Schwarz-Boenneke von der Quandt-Stiftung

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