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BEV fordert inhaltliche Verbesserungen statt Rückkehr zu G9

LAUF. Acht oder neun Jahre bis zum Abitur? Diese Frage beschäftigt erneut die Landesregierungen. In einigen Ländern haben Schüler bereits die Wahl, wie lange sie bis zum Abitur zur Schule gehen wollen. Der Bayerische Elternverband (BEV) hält die Diskussion allerdings für den falschen Ansatz.

Nicht allein die Dauer der Schulzeit am Gymnasium dürfe im Mittelpunkt stehen, so die BEV-Landesvorsitzende Maria Lampl. „Vielmehr muss über eine sinnvolle inhaltliche Ausgestaltung der gymnasialen Schulzeit diskutiert werden. Eine – auch wahlweise – Rückkehr zu einer neunjährigen Gymnasialzeit lehnen wir deshalb ab.“

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Nach Ansicht des Bayerischen Elternverbands bringt eine Rückkehr zur neunjährigen Gymnasialzeit nicht die erhoffte Entlastung für Schüler und Lehrer. Foto: twicepix / flickr (CC BY-SA 2.0)

Aus Sicht des BEV wäre eine Rückkehr zu G9 vor allem ein Problem für die zunehmende Zahl Alleinerziehender und berufstätiger Mütter. Diese seien auch schon im G8 enorm belastet, wenn sie die Rundumbetreuung für ihre Kinder organisieren müssen. Es sei nicht zu erwarten, „dass in Bayern gleichzeitig ein weiteres Schuljahr und das gebundene Ganztagsgymnasium eingeführt wird.“

Darüber hinaus begünstige eine Kehrtwende, „dass Gymnasien auch künftig an einem überholten Lehr- und Lernkonzept festhalten“, so der Verband. In diesem Zusammenhang bestehe „dringender Handlungsbedarf“. Der G8-Lehrplan biete viele Möglichkeiten, um den bisherigen Frontalunterricht umzustrukturieren. Einführungs- und Projektphasen könnten nach Angaben des BEV etwa nachhaltiges Lernen ermöglichen. Darüber hinaus könne der Stress für Schüler und Lehrer gleichermaßen verringert werden, wenn Schulen einige der in der Schulordnung enthaltenen Innovationen nutzen würden. Die Einführung von Doppelstunden und themenbezogenen Projektwochen sowie die Abschaffung mündlicher Abfragen könnten dem BEV zufolge dabei helfen.

Der Verband fordert vor diesem Hintergrund, dass „alle finanziellen und personellen Mittel […] für eine Ausweitung der gebundenen Ganztagsangebote sowie eine Verbesserung des Unterrichts durch pädagogisch besser ausgebildete Lehrkräfte aufgewendet werden, nicht für eine nostalgische Rolle rückwärts“. Ein Volksentscheid werde keine inhaltliche Verbesserung des Unterrichts bewirken. „Deshalb lehnt der BEV wie auch die Gymnasialeltern Bayern e. V. eine Beteiligung an dem Volksbegehren der Freien Wähler ab.“

Ein Kommentar

  1. Diese „überholten Lehr- und Lernkonzepte“ sind es wohl, die in der Vergangenheit Bayern seine unfairen Vorteile im deutschen Vergleich verschafften.

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