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GEW Schleswig-Holstein sieht Schwächen im Inklusionskonzept

KIEL. Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft Schleswig-Holstein kritisiert das Inklusionskonzept der Landesregierung. Bei den konzeptionellen und inhaltlichen Ideen gebe es viele Unklarheiten, zum Beispiel hinsichtlich von Rolle, Größe und konkreten Aufgaben der sogenannten „Zentren für Inklusive Bildung“, so Matthias Heidn, Landesvorsitzender der Gewerkschaft.

Lehrer

Mindestens 1000 neue Lehrer müsste das Land Schleswig-Holstein laut Gewerkschaft einstellen, damit das Inklusionskonzept erfolgreich umgesetzt werden könne. Foto: younma / Flickr (CC BY-SA 2.0)

„Das Inklusionskonzept muss in elementaren Punkten überarbeitet werden. Eine personelle Unterfütterung mit Lehrerstellen fehlt völlig. So kann die Inklusive Schule nicht gelingen“, sagt Heidn. Nach Berechnungen der Gewerkschaft müssten „mindestens 1000 neue Lehrerstellen“ geschaffen werden. Vor allem Sonderschullehrer würden benötigt, um die betroffene Kinder und Jugendlichen zu unterrichten und zu fördern.

„Positiv“ dagegen bewertet Landeschef Heidn die Schaffung von schulischen Assistenzkräften an Grundschulen: „Das ist ein neuer wichtiger Pfeiler für die Umsetzung der Inklusion in den Schulen, auch wenn es noch keine konkrete Aufgabenbeschreibung gibt.“ Gehe es nach der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW), erhielten die neuen Assistenzkräfte eine feste Anstellung beim Land, weil sie ja Aufgaben im Unterricht wahrnähmen. Hinsichtlich ihrer beruflichen Qualifikation halte die Bildungsgewerkschaft ein Niveau für erforderlich, das dem einer Erzieherin entspricht. Die Landesregierung scheine nach Informationen der GEW diese Einschätzung zu teilen. Als Ersatz für die bisherigen Schulbegleiter sieht die Gewerkschaft die neuen Assistenten aber nicht: „Schulbegleiterinnen und Schulbegleiter werden für die individuellen Bedürfnisse der Kinder nach wie vor gebraucht“, meint Matthias Heidn. 2012 gab es der GEW zufolge landesweit rund 1100 Anspruchsberechtigte für Schulbegleitung.

Die Absicht der Landesregierung, auch in Zukunft Kinder mit bestimmten Förderbedarfen an Förderzentren unterrichten zu lassen, findet ebenfalls Zustimmung bei der GEW. „Wir brauchen für Kinder mit bestimmten Handicaps auch in Zukunft Förderzentren. Es ist gut, dass die Landesregierung das genauso sieht.“

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