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VBE: NRW soll Gründung von Sekundarschulen erleichtern

DÜSSELDORF. Schulen des längeren gemeinsamen Lernens sind aus Elternsicht das Erfolgsmodell der nordrhein-westfälischen Schullandschaft, konstatiert ein Gutachten des VBE. Die Gründung von Sekundarschulen soll deshalb vereinfacht werden, fordert die Gewerkschaft.

 Die Gründung von Sekundarschulen in Nordrhein-Westfalen sollte angesichts der großen Nachfrage nach dieser neuen Schulform erleichtert werden. Das fordert der Verband Bildung und Erziehung (VBE). Die Hürden seien derzeit zu hoch, kritisierte der VBE-Vorsitzende Udo Beckmann. Künftig sollten 48 Schüler in zwei Klassen ausreichen für eine Neugründung. Die derzeit verpflichtende Dreizügigkeit mit 75 Kindern werde bei insgesamt sinkenden Schülerzahlen vor allem auf dem Land am Ende dazu führen, dass nicht mehr das vollständige Schulangebot bereitstehe. Auch lange Fahrtwege seien die Folge.

Foto vom Eingangsbereich der Stemweder-Berg-Schule

Die Stemweder-Berg-Schule ist seit diesem Schuljahr Sekundarschule. 27 Anträge zur Errichtung einer Sekundarschule sind dagegen in den letzten drei Jahren abgelehnt worden. (Foto: Thomas Leupold / Wikimedia Commons (CC BY-SA 3.0)

Die Schulen des längeren gemeinsamen Lernens seien sehr gefragt, betonte Bildungsforscher Ernst Rösner von der Technischen Universität Dortmund und sprach von einer «Erfolgsgeschichte». Es gebe in einer veränderten NRW-Schullandschaft inzwischen mehr als 400 Einrichtungen dieser Art – Gesamtschulen, Primusschulen, Gemeinschaftsschulen und bereits 127 Sekundarschulen. Aber 27 Anträge zur Errichtung einer Sekundarschule seien an den strikten Anforderungen in den vergangenen drei Jahren gescheitert.

Schulministerin Sylvia Löhrmann (Grüne) widersprach der Befürchtung, die Schullandschaft im ländlichen Rau drohe zu veröden. Die auf dem Schulkonsens zwischen den Parteien basierende Politik habe «im Gegenteil dazu geführt, dass ein wohnortnahes, vielfältiges, weiterführendes Schulangebot in der Fläche gesichert werden kann». Das zeige der Bericht an den Landtag «Zwei Jahre Schulkonsens».

Die Sekundarschule, die erst 2011 als neue Regelschulform ermöglicht worden war, geht bis zur Klasse zehn. Mindestens in den Klassen fünf und sechs lernen die Kinder gemeinsam schulformübergreifend. Danach kann, muss aber nicht, differenziert werden. Vorgeschrieben ist die Kooperation mit einem Gymnasium, einer Gesamtschule oder einem Berufskolleg, um einen möglichst nahtlosen Übergang zum Abitur zu ermöglichen.

Wenn das Gymnasium die einzige Schule am Ort sei, müsse auch eine Umwandlung in eine Gesamtschule möglich sein, um so ein vollständiges Schulangebot sicherzustellen, verlangte der VBE weiter. Das Gymnasium solle auch leistungsschwächere Schüler zu mindestens einem ersten Abschluss führen und ihnen ein entsprechendes «Bleiberecht» einräumen, statt sie «vorzeitig abzuschulen» – also auf eine andere Schulform zu schicken. Privilegien der Privatschulen bei Gründung, Umwandlung und Fortführung hält der Verband für unfair und setzt sich für dieselben Bedingungen ein wie sie an staatlichen Schulen gelten. (dpa)

 

Bericht an den Landtag «Zwei Jahre Schulkonsens» (pdf)

zum Bericht: Gemeinschafts- und Sekundarschulen in NRW auf dem Vormarsch

zum Bericht: 3 Jahre Schulkonsens – VBE NRW zieht Bilanz

6 Kommentare

  1. wie viele gymnasien sind denn so einsam auf der Landkarte, dass sie mangels alternative fur die schwächeren Schüler in Gesamtschulen umgewandelt werden müssen? und wie viele Gymnasiasten würden in so einem fall die schule wechseln? antworten: wenige und viele in der Reihenfolge

    • Für NRW ist die Forderung so hohl wie die nach der Aufstellung von Streusandboxen in der Sahara.

      Wie eine zweizügige Sekundarschule Angebote bzgl. Fachleistungs- und vor allem Neigungsdifferenzierung machen soll, ist mit persönlich schleierhaft.

      • Na ja, NRW ist mehr als das Ruhrgebiet und die Räume Köln, Bonn, Aachen. In der Eifel, dem Sauerland, Ostwestfalen usw. gibt es auch in NRW viel Hintern der Nation. Mit Niedersachsen (ohne Hannover) oder Mecklenburg Vorpommern ist das natürlich nicht zu vergleichen. In diesem Sinne haben Sie schon recht.

        Fachleistungs- und Neigungsdifferenzierung ist auch in zweizügigen Schulen sehr einfach:
        Man teile die Schüler für jedes „allgemeine“ Fach in die bessere und schlechtere Hälfte auf. Für den Wahlpflichtbereich nimmt man einen künstlerisch-kreativen und einen handwerklich-technischen Kurs. Die zweite Fremdsprache entfällt, so dass die Kooperation mit einem Gymnasium mangels Übergänge sehr locker gestaltet werden kann. Folglich werden sich nur wenige Schüler für diese Schule entscheiden, weshalb die Zweizügigkeit in Gefahr ist und die Schule dann komplett geschlossen wird. Die Kommunen sparen sich dadurch Instandhaltungskosten und das Land weitere Gehälter. Ziel erreicht !! (Da die Schülerzahlen abnehmen und Schüler im Gegensatz zu Rentnern auch nicht wählen dürfen, ist der Widerstand hinreichend gering.)

        Wer Ironie findet, darf sie behalten oder weitergeben.

        • Danke, verfüge aber selbst über genügend Ironie, es besteht also kein Bedarf.

          ’ne zweizügige Sekundarschule ist so zum Tode geweiht wie eine gute Hauptschule. Wegen der fehlenden Zweisprachigkeit bzw. der Möglichkeit einen Französisch- oder Spanisch-Kurs ab Klasse 6 sowie einen Latein-Kurs ab Klasse 8 anbieten zu können, ist diese Idee der zweizügigen Sekundarschule so gut wie die, einem Sklett eine Infusion zu legen, damit es nicht dehydriert.

  2. Erst wird den Eltern eingeredet, diese Schulen seien das Nonplusultra, und wenn sie das Lied dann nachsingen, heißt es: „Schulen des längeren gemeinsamen Lernens sind aus Elternsicht das Erfolgsmodell der nordrhein-westfälischen Schullandschaft“.
    Die Schul- bzw. Bildungslandschaft ist voll von Märchenerzählern, Lobbyisten und Lügnern. Nicht zu vergessen: die Idioten.

    • lol

      Die meisten der von Ihnen genannten Berufsgruppen (Märchenerzählern, Lobbyisten, Lügnern, Idioten) haben nie eine andere Schulform als das Gymnasium von Innen gesehen und selbst das meist nur als Schüler. Von Schulrealität haben sie keine Ahnung.

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