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Bayerischer Lehrerverband lehnt Wiedereinführung der Studiengebühren „kategorisch ab“

MÜNCHEN. Die Wiedereinführung von Studiengebühren lehnt der Bayerische Lehrer- und Lehrerinnenverband (BLLV) nach eigenen Angaben kategorisch ab. Die Vorsitzende der Studierenden im BLLV, Tamara Thum, erklärt, die Forderungen der Hochschulrektorenkonferenz seien unrealistisch. Sie sprach sich klar gegen eine Bildungsgebühr aus – „egal in welcher Form“.

BLLV-Präsident Klaus Wenzel

Stellt sich gemeinsam mit seinem Verband gegen die Wiedereinführung von Studiengebühren: BLLV-Präsident Klaus Wenzel. Foto: BLLV

BLLV-Präsident Klaus Wenzel unterstützt die ablehnende Haltung der Studierenden: „Die Studiengebühren sind vom Tisch und da sollten sie auch bleiben.“ Wenzel wertet den Vorstoß der Hochschulrektoren als „Versuchsluftballon“. Die Mitglieder dieses Gremiums sollten bedenken, dass Bildung nicht vom Geldbeutel der Eltern abhängig sein dürfe. Bildung sei ein Grundrecht. Erneuten Versuchen, dies einzuschränken, trete der BLLV entschieden entgegen, erklären Thum und Wenzel übereinstimmend.

„Auch nachgelagerte Studiengebühren, wie sie am Freitag von der Hochschulrektorenkonferenz ins Spiel gebracht wurden, sind sozial ungerecht“, betont Thum. Viele Studierende hätten nach ihrem Studium ohnehin meistens noch einen hohen Schuldenberg abzutragen – bedingt durch Bafög oder Studienkredite. „Die rückwirkende Zahlung von Gebühren würde die Situation unnötig verschärfen“, betont die Vorsitzende der Studierenden im BLLV.

Thum bestätigt jedoch, dass es den Universitäten an finanziellen Mitteln fehle. Marode Gebäude, überfüllte Seminare und Vorlesungen sowie zu wenig Lehrpersonal seien die Folgen der jahrelangen Sparpolitik im Bildungsbereich. Betroffen von den mancherorts miserablen Studienbedingungen seien vor allem die Studierenden. Thum sieht den Staat in der Verantwortung. Er müsse als Bildungsträger dafür sorgen, dass genügend Gelder zur Verfügung stehen und optimale Lern- und Arbeitsbedingungen an den Universitäten vorhanden seien. Thum erinnert an das überaus erfolgreiche Volksbegehren gegen die Studiengebühren vor einem Jahr. „Die Menschen haben damals bereits klar zum Ausdruck gebracht, was sie davon halten.“

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2 Kommentare

  1. „Thum bestätigt jedoch, dass es den Universitäten an finanziellen Mitteln fehle. Marode Gebäude, überfüllte Seminare und Vorlesungen sowie zu wenig Lehrpersonal seien die Folgen der jahrelangen Sparpolitik im Bildungsbereich. “

    Dann ist doch klar, was gemacht werden muss: Das Geld aus den Schulen abziehen und in die Hochschulen stecken.

    Den BLLV geht die Finanzierung der Hochschulen schlicht nichts an.

  2. Ist es nicht auch sozial ungerecht, wenn Hochschulen überfüllt sind und verfallen, die Qualität der Studiengänge leidet usw.? Wenn Bildung nicht vom Geldbeutel der Eltern abhängig sein darf, dann muss andererseits auch gelten, dass sie nicht vom Zustand der Staatskassen abhängen und bei leeren Kassen verfallen darf. Das ist den Gutmenschen aber egal. Hauptsache, das Studium ist für jeden umsonst.
    Der BLLV ist sowieso ein schräger Verein, der auch mit anderen populistischen Forderungen mehr für einen Bildungsverfall sorgt als für Bildungspflege und -niveau.
    Warum sollen Eltern, die es sich leisten können, für ihre Söhne und Töchter keine Studiengebühren bezahlen? Das käme allen Studierenden zugute. Wer nicht über das nötige Geld verfügt, könnte ja niedrigere Studiengebühren zahlen oder auch davon befreit werden.
    Im Übrigen hat Storb Recht: „Den BLLV geht die Finanzierung der Hochschulen schlicht nichts an.“

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