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Schulleiter vergeben vier von fünf Punkten für berufliche Zufriedenheit

SCHWERIN. Mecklenburg-Vorpommerns Bildungsminister Brodkorb kann sich freuen: Schulleiter in seinem Bundesland fühlen sich in ihren Jobs wohl und sehen sich den damit verbundenen zusätzlichen Aufgaben zumeist auch gewachsen. Vier von fünf möglichen Punkten vergaben die Pädagogen in Leitungsfunktionen bei einer repräsentativen Befragung für ihre berufliche Zufriedenheit.

Baut auf zufriedene Schulleiter: Mecklenburg-Vorpommerns Kultusminister Mathias Brodkorb (SPD). Foto: Stefanie Link/Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur Mecklenburg-Vorpommern

Baut auf zufriedene Schulleiter: Mecklenburg-Vorpommerns Kultusminister Mathias Brodkorb (SPD). Foto: Stefanie Link/Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur Mecklenburg-Vorpommern

Nach der zum Teil sehr kritischen Debatte um offene Schulleiterstellen im Nordosten habe ihn dieser hohe Wert überrascht, sagte Mathias Brodkorb (SPD) am Montag bei der Präsentation der umfangreichen Studie in Schwerin. Etwa 250 Schulleiter und damit fast die Hälfte der infrage kommenden Pädagogen hätten sich im Herbst 2013 an der Umfrage beteiligt.

Die Antworten offenbarten aber auch, dass wechselnde Vorgaben der Politik und überbordende Bürokratie die Leitungstätigkeit mehr behinderten, als die Einbeziehung der Schulleiter in den regulären Unterricht. «Weniger Unterrichtsverpflichtung führt nicht zwangsläufig zu geringerer Belastung und höherer Zufriedenheit. Die Balance ist wichtig und die scheint bei 11 bis 20 Stunden am ehesten gegeben», erklärte Brodkorb.

Durch Anrechnungsstunden etwa für die Betreuung von Referendaren oder altersbedingte Abschläge sinke die Pflichtstundenzahl meist deutlich unter die Vorgabe von 26 bis 27 Wochenstunden. Am stärksten seien die Leiter kleiner Grundschulen auf dem Lande in den Unterricht eingebunden. «Auch das wirft die Frage auf, wie wir mit diesen Schulen weiter verfahren», sagte der Minister.

Brodkorb kündigte eine Entlastung der Schulleiter von Routineaufgaben an. So solle ein einheitliches Computerprogramm für die Kreise und Städte als Schulträger sowie für das Ministerium dafür sorgen, dass statistische Daten effektiver erfasst werden. «Arbeitszufriedenheit hängt sehr von der Sinnhaftigkeit des eigenen Tuns ab. Und welchen Sinn macht es, die gleichen Zahlen zweimal einzugeben», fragte der Minister. Bis Ende 2016 solle das Projekt zur Computerumstellung vorbereitet und zwei bis drei Jahre später auch umgesetzt sein.

Mit einem in diesem Schuljahr gestarteten Qualifizierungsprogramm würden Lehrer zudem umfassend auf ihre Leitungsaufgaben vorbereitet. Dafür stelle das Land bis 2016 knapp 300.000 Euro bereit, doppelt so viel wie in den zurückliegenden drei Schuljahren. Die Angebote richteten sich an Lehrer, die sich mittelfristig für eine Leitungsfunktion interessieren, an aktuelle Bewerber und bereits aktive Schulleiter sowie deren Stellvertreter.

Laut Brodkorb wünschten die Schulleitungen auch mehr Unterstützung in schulrechtlichen Fragen. Deshalb gebe es seit diesem Schuljahr ein Schulrechtsportal mit deutschlandweit geltenden Regelungen und Gesetzen, Erlasse und Verordnungen Mecklenburg-Vorpommerns. Dieses Portal vermittle schulrechtliche Grundlagen, sei aber kein Ersatz für die Beratung durch staatliche Schulämter.

Nach Ansicht der bildungspolitischen Sprecherin der Linksfraktion im Landtag, Simone Oldenburg, gehen die Änderungen nicht weit genug. «Den Mitgliedern von Schulleitungen fehlt die Zeit, ihre umfangreichen Organisations- und Verwaltungsaufgaben während ihres regulären Dienstes zu bewältigen», beklagte sie. Daher solle die Unterrichtsverpflichtung um fünf Stunden verringert werden. Zudem gelte es, die Kopplung der Vergütung von Schulleitungen an die Zahl der Schüler aufzuheben. «Es muss eine Grundvergütung eingeführt werden, die an größeren Schulen etwa durch eine Zulage ergänzt wird», schlug Oldenburg vor. dpa

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