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Computerausstattung – Schulen können kein Geld vom Land erwarten

POTSDAM. Das Land Brandenburg plant in nächster Zeit nicht, Schulen beim Kauf von Tablets und Computern direkt zu unterstützen.

Die Ausstattung von Schulen sei grundsätzlich Angelegenheit der Träger, sagte Bildungsminister Günter Baaske (SPD) in seiner Antwort auf eine parlamentarische Anfrage. Das Land könne für Investitionen allenfalls anteilig Zuwendungen geben. Im Haushaltsentwurf 2015/16 seien aber keine solchen Mittel geplant: «Eine direkte Unterstützung von Schulträgern bei der Bereitstellung von Hardware ist gegenwärtig nicht beabsichtigt.»

Der Einsatz von Computern im Unterricht ist in deutschen Schulen noch keineswegs selbstverständlich. Foto: bionicteaching / flickr (CC BY-NC 2.0)

Der Einsatz von Computern im Unterricht ist in deutschen Schulen noch keineswegs selbstverständlich. Foto: bionicteaching / flickr (CC BY-NC 2.0)

Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) und der Landeselternrat fordern einen stärkeren Einsatz der flachen, tragbaren Computer im Unterricht. In Brandenburg werden laut Baaske an 120 Schulen Tablets oder Notebooks eingesetzt. Im Land gibt es etwa 740 Schulen in öffentlicher Trägerschaft.

Die GEW kritisiert die mangelhafte Ausstattung der meisten Schulen mit Tablets. Der Vorsitzende Günther Fuchs forderte im März, dass das Land die Schulträger beim Kauf der Technik unterstützen soll. Alle Schüler sollten unabhängig von ihren privaten Umständen die moderne Technik regelmäßig benutzen können, sagte Fuchs. Auch der Landeselternrat sprach sich damals für mehr Tablets und Notebooks im Unterricht aus.

Computer sind allerdings bundesweit in Schulen Mangelware. Im Bundesschnitt müssen sich laut einer Ende 2014 vorgestellten Studie 11,5 Schüler einen PC in der Klasse teilen. Fast jeder zweite Lehrer klagt über unzureichenden Internetzugang und instabile Verbindungen. Eine Studie aus dem Jahr 2013 zeigte zudem, dass Achtklässler in Deutschland mit ihren Computer-Kompetenzen im internationalen Mittelfeld liegen und die Fähigkeiten der Schüler im Umgang mit Neuen Medien – deutlich stärker als in anderen Ländern – von ihrer sozialen Herkunft abhängig sind. (dpa)

zum Bericht: Nur wenige Klassen nutzen Notebooks und Tablets
Kommentar von Andrej Priboschek: “Mittelalterliche” digitale Bildung: Alles halb so schlimm? – Leider doch

Der Einsatz von Computern im Unterricht ist in deutschen Schulen noch keineswegs selbstverständlich. Foto: bionicteaching / flickr (CC BY-NC 2.0)

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