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Jeder Sitzenbleiber kostet Geld: Berlin berechnet Kosten von jährlich 11 Millionen Euro

BERLIN. Die Zahl der Sitzenbleiber geht in Berlin stetig zurück – von 2,1 Prozent im Jahr 2012/2013 auf nur noch 1,2 Prozent im Jahr 2014/2015. Dennoch ist der Kostenfaktor für das Land immer noch immens. Elf Millionen Euro waren es für das vergangene Schuljahr, wie Bildungssekretär Mark Rackles (SPD) laut Berliner Zeitung mitteilte. Vier Millionen Euro weniger als noch vor zwei Jahren. Für jeden Schüler müsse rein rechnerisch 0,05 Lehrer-Vollzeitstellen zusätzlich eingesetzt werden – zumindest für die Mittelstufe komme diese Rechnung hin, so Rackles.

Bundesweit sinkt die Zahl der Sitzenbleiber seit Jahren. Eine Entwicklung die Experten nicht alle positiv bewerten. (Lesen sie auch zum Thema: Streit ums Sitzenbleiben: Sinnvolles Instrument oder pädagogisch verfehlt?)

15 Kommentare

  1. und wetten, dass es Leute gibt, die dieses Geld sparen wollen?
    If you think education is expensive you ought to try ignorance.

  2. Bevor man es den „Managern“ des BER in den Rachen schiebt.

  3. Am besten, man schafft die Schule komplett ab. Dann kann man noch viel mehr Kosten sparen.

  4. Was sind denn das für Berechungen? Ein Sitzenbleiber kommt doch einfach nur in eine andere Klasse. Die ist schon an, inklusive ihrer Lehrer, und hat nur eben einen Schüler mehr! Ich schätze, da wurde gerechnet, dass ein Schuljahr den Staat soundso viel Geld kostet, also ein zusätzliches dann soundso viel zusätzlich? Aber sind Sitzenbleiber nicht oft auch „Frühabgänger“? Und kosten in dieser Logik nicht Abiturienten auch „noch mehr zu viel“? Die bleiben ja noch länger an der Schule. Je mehr Abiturienten / Studenten, desto mehr Kosten? Und auch mehr Lehrer? Wer rechnet das mal aus und empfiehlt dann, die Zahl der Abiturienten / Studenten zu senken, um Kosten zu sparen ?!? (Die Politik der letzten Jahre ging doch eher in die umgekehrte Richtung.)

    • Wie die Kosten berechnet werden können, ist in der Studie von Klaus Klemm (im Auftrag der Bertelsmannstiftung) „Klassenwiederholungen – teuer und unwirksam“ ausführlich erklärt:
      http://www.bertelsmann-stiftung.de/fileadmin/files/BSt/Publikationen/GrauePublikationen/GP_Klassenwiederholungen_teuer_und_unwirksam.pdf

      In der Studie geht es auch darum, dass Sitzenbleiben laut empirischer Ergebnisse pädagogisch leider wirkungslos bleibt. Das bedeutet, die Investition steht nicht im Verhältnis zum Ergebnis. Das ist bei Abiturienten hoffentlich anders.

      • wikipedia: „Klemms Arbeitsschwerpunkt liegt auf den Gebieten empirische Bildungsforschung, Bildungsplanung und Bildungsfinanzierung sowie Inklusion. Klemm ist Mitglied der SPD, die er in schulpolitischen Fragen berät und deren bildungspolitischen Kurs er mitgeprägt hat.“
        Bei so einer Biografie frage ich mich automatisch, wie sauber empirische Ergebnisse sind, die im Bildungsbereich besonders missbrauchsanfällig sind. Es fällt jedenfalls auf, dass Herrn Klemms „wissenschaftliche“ Studien immer das beweisen, was der SPD, den Bertelsmännern und der GEW ins Konzept passt.

        • Prima erkannt!!
          Für mich ist dieser Herr Professor nur eine „Lachnummer“, die aber die öffentliche Meinung stark beeinflusst.

      • Wenn man das Sitzenbleiben abschafft, dann MUSS man aber für schlechtere Schüler entsprechende Fördermaßnahmen bereitstellen!!! Leider wird das von den Bildungspolitikern gerne übersehen. Wurde schon berechnet Kosten solche Fördermaßnahmen verursachen? Diese müssten bei einer seriösen Berechnung gegengerechnet werden.
        Wie groß sind dann die Gruppen derjenigen, die „Sonderbetreuung“ erhalten? Wie viele Lehrer benötigt man dafür?
        Ich bin auch nicht fürs Sitzenbleiben, aber es MÜSSEN die Fördermaßnahmen bereitgestellt werden. Meine Hoffung, dass dies passiert ist sehr gering.

        • zwischen berechnet und Kosten fehlt leider ein welche

          • Im Zweifel kosten die Födermaßnahmen den Staat nichts, weil sie entweder über private Nachhilfe von den Eltern getragen werden oder — wenn man den Schulprogrammen glaubt — kostenfrei durch die Lehrkräfte während des normalen Unterrichts. Den Schulprogrammen kann man aber nur sehr bedingt vertrauen.

          • Ginge es während des normalen Unterrichts, dürfte es ja heute schon keine Sitzenbleiber mehr geben.

          • @Grias: In den Schulprogrammen und den Hochglanzprospekten der Politiker und den Pressemitteilungen der Verlage lese ich etwas anderes. Sitzenbleiber gibt es trotzdem, wobei die Gründe von Schüler ist der Schulform intellektuell nicht gewachsen über Schüler hat keine Lust zu arbeiten bis hin zu Schüler war mehrere Monate zu krank für den Schulbesuch.

  5. Korrektur: „… Die ist schon da, …“

  6. Keiner freut sich über Schüler, die sitzenbleiben. Wichtig ist vielmehr die MÖGLICHKEIT, sitzenzubleiben, weil das in vielen, vielen Fällen die nötige Anstrengung aktiviert, um doch etwas mehr zu lernen. Dass manche Schüler das brauchen, ist eine traurige Tatsache. Auch Schule beginnt mit dem Betrachten der Wirklichkeit.

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