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VW-Skandal hat vorerst keine Auswirkungen auf Förderprojekte der Volkswagenstiftung

HANNOVER. Der für den VW-Konzern voraussichtlich teure Abgasskandal stellt keine Gefährdung für die aktuell laufenden Förderprojekte der Volkswagenstiftung dar. Die bereits bewilligten Projekte seien durch Rückstellungen gedeckt. Auch wenn die Stiftung nicht zum Unternehmen gehört, sinken mit dem Aktienkurs allerdings die Fördermittel.

Der VW-Skandal hat nach Auskunft der Volkswagenstiftung keine Auswirkung auf die aktuellen Förderprojekte an Niedersachsens Hochschulen. Alle Vorhaben, die bewilligt wurden, seien voll und ganz durch Rückstellungen gedeckt, sagte der Generalsekretär der Stiftung, Wilhelm Krull,. Das gelte auch für auf mehrere Jahre angelegte Projekte. «Wir verstehen uns als verlässlicher Partner der Wissenschaft», betonte Krull. Mittelfristig sei zwar mit geringeren Erträgen aus der VW-Dividende zu rechnen, dies sei aber nur eine Finanzierungssäule.

Die Volkswagenstiftung gehört zwar nicht zum Volkswagen-Konzern, dennoch ist sie nicht unabhängig vom Aktienkurs des Unternehmens. Foto: High Contrast / Wikimedia Commons (CC BY 3.0 DE)

Die Volkswagenstiftung gehört zwar nicht zum Volkswagen-Konzern, dennoch ist sie nicht unabhängig vom Aktienkurs des Unternehmens. Foto: High Contrast / Wikimedia Commons (CC BY 3.0 DE)

Anders als ihr Name vermuten lässt, gehört die Volkswagenstiftung nicht zum Unternehmen VW. Sie wurde auf Grundlage eines Staatsvertrags zwischen dem Land Niedersachsen und der Bundesrepublik Deutschland gegründet. Um den Clinch um die nach Kriegsende ungeklärten Eigentumsverhältnisse am Volkswagenwerk zu beenden, beschloss man, eine wissenschaftsfördernde Stiftung zu errichten.

Mit 2,9 Milliarden Euro Stiftungskapital zählt sie zu den größten Stiftungen in Europa. Die Fördermittel – jährlich rund 150 Millionen Euro – stammen aus der Anlage dieses Vermögens. Sie schließen zudem den Gegenwert der Gewinne aus gut 30 Millionen VW-Stammaktien des Landes Niedersachsen ein. Im vergangenen Jahre stellte die Stiftung aufgrund guter Dividenden-Erträge die Rekordsumme von rund 137 Millionen Euro im Rahmen des sogenannten Niedersächsischen Vorabs für Projekte an Niedersachsens Hochschulen zur Verfügung.

Auswirkungen des Skandals auf den Betrieb der neuen Schule Wolfsburg sind ebenfalls zunächst nicht zu erwarten. In Wolfsburg hat der Volkswagen-Konzern im Jahr 2009 die Schule gestiftet, die in freier Trägerschaft als Grundschule und Gesamtschule geführt wird. Volkswagen übernahm in den ersten drei Jahren, in denen die private Schule keine Zuschüsse vom Land bekam, die gesamten Kosten für Lehrer, Geschäftsführung und wissenschaftliche Begleitung sowie einen Großteil der Ausstattung. Die Stadt Wolfsburg stellte das Gebäude.

Ein Schulgeld verlangt die Privatschule nicht. Die Schule wird von einem Verein getragen, in dem VW und die Stadt Mitglieder sind. Mit einem Auswahlverfahren strebt sie an eine Mischung der Schülerschaft zu ereichen, die der interkulturellen und sozialen Mischung der Stadt entspricht. (News4teachers mit Material der dpa)

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