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Kulturkampf um den Biologie-Unterricht: FDP sieht Schwächung des Gymnasiums durch Kombi-Fach

STUTTART. Die FDP möchte Biologie als eigenes Fach am Gymnasium erhalten. Die in Baden-Württemberg geplante Kombination mit den Themen Naturphänomene und Technik sorge für schlechtere Qualität in den Fächern und schwäche die Schulart, sagte der bildungspolitische Sprecher Timm Kern am Mittwoch in Stuttgart. Rückendeckung kommt vom Verband der Biologie, Biowissenschaften und Biomedizin. Das Kultusministerium wies die Kritik zurück.

Grün-Rot vernachlässige das Gymnasium, um der Gemeinschaftsschule zum Durchbruch zu verhelfen, bemängelte FDP-Fraktionschef Hans-Ulrich Rülke – Ziel sei ein einheitliches Schulsystem. Das Kultusministerium betonte dagegen, der Fächerverbund Biologie, Naturphänomene, Technik in den 5. und 6. Klassen gehe nicht zulasten der Biologie – es würden keine Stunden gekürzt. In den folgenden Klassen gebe es wieder ein eigenständiges Fach. Auch der Forderung der FDP- und CDU-Fraktionen nach mehr Informatik im Unterricht komme die Regierung bereits nach.

«Noch nie haben so viele Beteiligte an einem Bildungsplan direkt mitgewirkt», sagte Sandra Boser, bildungspolitische Sprecherin der Grünen-Fraktion. Die vielen positiven Rückmeldungen von Lehrern, Eltern und Schülern könne die FDP nicht übertönen. «Das Gymnasium hat einen festen Platz in unserer Schullandschaft und das wird auch zukünftig so sein», betonte der bildungspolitische Sprecher der SPD-Fraktion, Stefan Fulst-Blei. dpa

5 Kommentare

  1. Man kann sich einfach die Bio-Bücher von vor 15 Jahren anschauen und mit den Büchern „Naturwissenschaft“ (so heißt das Fach überall außer in BW) vergleichen, da sieht man sofort …

    • NRW hat den Modellversuch Naturwissenschaft vor 5 Jahren oder so aufgegeben und ist zurückgekehrt zu Biologie und Physik. Einige Schulen bieten ein Schwerpunktfach Naturwissenschaften in der 5 und 6 an, wo z.B. Planetenkunde, Mikroskopie o.ä. unterrichtet wird.

  2. Die Biologie hat weniger unter diesem Fach zu leiden als die Physik. Ich bin mal böse und behaupte, dass dieses Fach erfunden wurde, um den Physikermangel zu kompensieren. Der unterrichtende Lehrer wird sich am Lehrplan und an das Buch halten, jedoch wird der Biologe den technischen Anteil möglichst zurückfahren, der Physiker das Ganze wesentlich technischer aufziehen, die Kinder vielleicht sogar rechnen lassen. Der Chemiker macht ein Mittelding. Größte Sorge macht mir der Tellerrand, der durch keinen der unterrichtenden Lehrer überblickt werden kann, es sei denn er unterrichtet regulär Biologie und Physik oder Technik. Aus rein fachlicher Sicht dürfte das Ganze nicht so anspruchsvoll sein, weder die Biologie für den Physiker noch die Technik für den Biologen noch beides für einen Fachfremden z.B. Mathematiker.

    (hier gilt: Biologe = Biologielehrer, Physiker = Physiklehrer usw.)

  3. Komischerweise gibt es in der Wirtschaft den gegenteiligen Trend. Hier wird sich immer weiter spezialisiert. Ist es nicht eine kulturelle Errungenschaft, Fächer zu haben??? Nur wer etwas von seinem Fach versteht kann Fächerübergreifend arbeiten.

    • … aber nur bei Fachkräften, die dann schneller entsorgt werden können. Es wurden haufenweise Dreher und Fräser nach Hause geschickt, da sie nicht mehr marktfähig waren, da neue Stellen nur für CNC-Maschienenbediener ausgeschrieben worden sind.

      Für Führungskräfte galt schon immer der umgekehrte Trend – also weniger Spezialist als Generalist.

      Auch die Unterscheidung zwischen Kfz-Servicemechanikern und Kfz-Mechatronikern hat andere Gründe, als die unterschiedlichen Schulabschlüsse der Berufsanfänger.

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