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In eigener Sache: Ein paar Worte zur angeblichen „Lügenpresse“

Von News4teachers-Herausgeber ANDREJ PRIBOSCHEK.

"Lügenpresse bleibt Lügenpresse": Pegida-Demonstranten. Foto: opposition24 / flickr (CC BY 2.0)

„Lügenpresse bleibt Lügenpresse“: Pegida-Demonstranten. Foto: opposition24 / flickr (CC BY 2.0)

DÜSSELDORF. „Lügenpresse“ – das zunehmend lauter werdende Schlagwort derjenigen, die ihre „Wahrheiten“ nicht in den großen Tageszeitungen, Wochenmagazinen oder Fernsehnachrichten wiedergegeben sehen und darin eine journalistische Verschwörung wittern, wird lauter. Tatsächlich hat das Misstrauen gegen „die Medien“ mittlerweile wenn auch nicht die Mehrheit, so doch eine nicht kleine und vor allem immer ruppigere Minderheit in diesem Deutschland erfasst, genauso übrigens wie das Misstrauen gegenüber „der Politik“, „der Wissenschaft“ oder gegenüber „der Wirtschaft“.

Umfragen belegen das. Aktuell geben 20 Prozent der Bürger in Deutschland an, das Wort „Lügenpresse“ zu gebrauchen. Auch in Rankings zur Beliebtheit von Berufen landen Journalisten fast immer hinten, getoppt nur von Politikern, denen offenbar viele Menschen hierzulande ebenso wenig über den Weg trauen. Genauso wenig wie Bankern und anderen Wirtschaftsverantwortlichen übrigens und neuerdings auch Wissenschaftlern, deren Arbeit zunehmend häufig (so im Forum von News4teachers) diskreditiert wird.

Lehrer dagegen, die sich auch stets am Ende solcher Ranglisten wähnen, stehen tatsächlich verhältnismäßig gut da. Sie bekommen offenbar eine Art Mitleidsbonus, weil jeder weiß, wie anstrengend und aufreibend die Arbeit mit Kindern ist. Das recht gute öffentliche Ansehen sei ihnen gegönnt – sie haben es sich zweifellos verdient.

Zurück zum Thema: Bei dem zu beobachtenden Phänomen handelt sich wohl kaum um keine Berufsgruppen-Allergie, sondern um eine Art Misstrauen gegenüber den vermeintlich herrschenden Eliten – vermeintlich, weil insbesondere Journalisten (als einzelne jedenfalls) über wenig Macht verfügen, allenfalls über die Macht des Wortes. Wie Diktaturen brutal belegen, ist das, je nach gesellschaftlichem Umfeld, nicht viel. In unserer Demokratie hingegen kann kritische Berichterstattung schon mal einen Politiker, mitunter sogar einen Wirtschaftsführer aus dem Amt befördern.

Das ist gewollt. Die Presse wird neben der Judikative, der Legislative und der Exekutive staatstheoretisch als die vierte Gewalt verstanden. Ein etwas schiefes Bild, weil – wie gesagt – der einzelne Journalist in der Regel wenig zu entscheiden hat, anders als der einzelne Richter, der einzelne Abgeordnete oder der einzelne Polizist. Aber die Vorstellung taugt, immerhin, um die Rolle der Medien in der Gesellschaft zu beschreiben: Sie sollen den Herrschenden auf die Finger gucken.

Genau das wird offenbar zunehmend infrage gestellt. Wie kann es sein, dass „die“ Journalisten sich verweigern, die Stimmen und Stimmungen von Pegida und Co eins zu eins in ihre Berichte und Kommentare aufzunehmen? (Sie sind eben anderer Meinung.) Wie ist es möglich, dass weder in der örtlichen Zeitung noch in sonst einem seriösen Medium von dem Geschehen berichtet wird, das doch gerade über Facebook so rasend schnell Verbreitung findet? (Recherche braucht halt ein bisschen Zeit – und kann schon mal zu dem Ergebnis führen, dass an einer Geschichte nichts dran ist.) Was steckt dahinter, wenn in Presseberichten über Demonstrationen die Angaben über die Teilnehmer viel geringere Zahlen ausweisen als die der Veranstalter? (Ein ganz einfacher Sachverhalt: Die Agenturen stützen sich stets auf die Polizeiangaben).

Für die Anhänger der „Lügenpresse“-These ist jedoch klar: Die stecken doch mit „denen“ unter einer Decke, Journalisten also machen gemeinsame Sache mit den Mächtigen, sie vertuschen, verbiegen, verniedlichen, kurz: lügen, was das Zeug hält.

Vor solchen (Vor-)Urteilen sind auch gebildete Menschen, auch Lehrer, nicht gefeit, wie das Forum von News4teachers belegt. Auch hier finden sich Statements, die mich erstaunen. Kann es sein, dass viele Leser tatsächlich kaum eine Ahnung davon haben, wie professionelle Medien arbeiten? Dass immer mehr Menschen zwischen hingeschriebener Behauptung und recherchierter Information nicht unterscheiden können? Ist es möglich, dass sich etliche Bürger von den Medien derart entfremdet haben, dass sie absurde Verschwörungstheorien für glaubhaft halten, und das in einer Zeit, in der es dank des Internets und seiner Möglichkeiten eine so bunte journalistische Vielfalt gibt wie noch nie? Ja, das ist leider so, und das ist vor allem die Schuld – der Medien.

Viel zu lange haben wir Journalisten doziert statt kommuniziert. Viel zu lange war Information eine Einbahnstraße – transportiert vom Journalisten zum Leser, nicht auch umgekehrt. Dies muss sich ändern, und es ändert sich bereits. Wir beispielsweise freuen uns darüber (und sind auch ein bisschen stolz darauf), auf News4teachers das lebendigste bildungspolitische Forum Deutschlands zu pflegen. Während andere Nachrichtenseiten ihre Foren in der Flüchtlingsdebatte schließen müssen, weil zu viel Gesudel die Eingänge verstopft, finden bei uns leidenschaftliche, manchmal auch harte, aber stets seriöse Diskussionen statt. Dass wir als Redaktion, die für die Inhalte von veröffentlichten Leserzuschriften presserechtlich haftbar gemacht werden kann, Beiträge zurückweisen müssen, kommt dabei höchst selten vor. Darüber hinaus veröffentlichen wir auf News4teachers immer wieder längere Texte von Lesern, die ja auch Fachleute sind, Experten in dem Themenfeld, dem wir diese Nachrichtenseite verschrieben haben: der Bildung. Die Trennung zwischen Journalisten und Lesern hebt sich so auf. Und das ist gut so.

Aber was ist denn jetzt mit dem Verdacht, „die“ Medien würden sich „Wahrheiten“ verweigern, um sich einem gesellschaftlichen „Meinungsmainstream“ (womit die Meinungen der jeweils anderen gemeint sind) zu beugen? Journalisten – die allermeisten jedenfalls – unterwerfen sich keinem Meinungsdiktat, sondern beteiligen sich aus Überzeugung nicht daran, die Parolen von Populisten zu transportieren. Wir, also die Gesellschaft, streiten aktuell über Probleme, deren Komplexität einfache Lösungen nicht zulässt. Das ist jedem klar, der sich professionell mit Politik beschäftigt, also eben auch Journalisten.

Eine krude Vorstellung, gleichwohl nicht aus der Welt zu bekommen, ist die Idee, Medienvertreter würden Informationen nach Gusto unterschlagen. Journalisten wählen aus, das ist ihr Job. Journalisten sind Lotsen in einer ansonsten nicht überblickbaren Informationsflut. Sie wählen aber nach Relevanz aus, nicht nach persönlicher Weltanschauung – wohlwissend, dass die Konkurrenz ansonsten die Nase vorne hat.

Und Konkurrenz gibt es reichlich. Das Medienspektrum in Deutschland ist groß. Es reicht etwa bei den Tageszeitungen politisch von der „Jungen Freiheit“ bis zur „taz“, stilistisch von der „Bild“ bis zur „FAZ“. Tatsächlich gibt es mittlerweile sogar ein offen ausländerfeindliches Hochglanzmagazin zu kaufen, das alle rechtspopulistischen Klischees von angeblich kriminellen Flüchtlingen, über den mordlüsternen Islam bis hin zur „Lügenpresse“ (zu der man sich selbst natürlich nicht zählt) bedient. Sowas müssen wir wohl aushalten, solange nicht juristische Tatbestände wie Volksverhetzung erfüllt sind jedenfalls.

Aber auch in manchen der vielen Tausend Berichte, die die Kollegen in den seriösen Redaktionen tagtäglich produzieren, steht Falsches zu lesen, einige Artikel sind unzureichend recherchiert, unsauber formuliert und enthalten Fehler. Sie werden halt von Menschen gemacht. Aber: Die Beiträge sind in der Regel überprüfbar – die Quellen liegen offen. Und sie sind konstruktiv. Heißt: Sie sind an politischen Problemlösungen interessiert.

Ist den Journalisten in Deutschland ein Vorwurf zu machen, dass sie sich mit großer Mehrheit destruktiven Stimmungen entgegenstemmen? Wohl kaum. Wie sähe dieses Land aus, wenn die Medien heute in Hugenberg’scher Manier dem Gehetze des Mobs (egal ob auf der rechten wie auf der linken) ein Forum böten? Das möchte ich lieber nicht wissen.

182 Kommentare

  1. „Wie sähe dieses Land aus, wenn die Medien heute in Hugenberg’scher Manier dem Gehetze des Mobs (egal ob auf der rechten wie auf der linken) ein Forum böten?“
    Ich weiß nicht, wer Hugenberg war. Aber beim ESC (der mir ansonsten völlig egal ist) boten die Medien dem Geheul des Mobs gegen Naidoo nicht nur ein Forum, sie ließen sich völlig davon bestimmen.
    Ja, so sieht dieses Land heute aus.

    • Sehr geehrte/r Pälzer,

      Alfred Hugenberg war ein Verleger, der in der Weimarer Republik die Hälfte der deutschen Presse kontrollierte – und mit nationalistischer und antisemitischer Propaganda maßgeblich zum Aufstieg der Nazis beitrug.

      Herzliche Grüße
      Andrej Priboschek

    • Sie, Herr oder Frau Pälzer, bestätigen all das, was Herr Priboschek in seinem Kommentar beklagt. Sie kennen die Medienlandschaft offenbar nicht, schreiben aber ungerührt davon, dass „die Medien“ dem „Geheul“ an Herrn Naidoo ein Forum geboten hätten. Haben „sie“ aber nicht. Der „stern“ zum Beispiel brachte eine Kolumne, in der die Kritik aus den sozialen Netzwerken an Herrn Naidoo kritisiert wurde. Zudem: Der NDR, der Herrn Naidoo zunächst nominierte, gehört doch selbst zu „den“ Medien. Das Beispiel passt also hinten und vorne nicht.

      Und: Offenbar haben Sie beim Geschichtsunterricht in der Schule gepennt. Der Untergang der Weimarer Republik steht normalerweise in der Klasse 8 auf dem Lehrplan. Sollten Sie vielleicht nochmal nachlesen: Manche Parallelen zu heute sind bestürzend.

      • Wie alle Schüler habe ich überzeugende Argumente dafür, dass der Lehrer schuld war: der unsrige besprach 1977 alle Klassengeschäfte so ausführlich mit uns, dass wir nur etwa jede 2. Stunde inhaltlich vorankamen, und, insofern richtig, über die Weimarer Republik wenig erfuhren.

        Dass der NDR zuerst nominierte und dann fallenließ, wusste ich. Waren „die“ nun vorher dumm oder nachher feige? oder ist dieses Zurückweichen vor dem Lautestschreienden wahre Demokratie? Mir klang es genau wie „Gehetze des Mobs“, aber vor dem Hintergrund dessen, was ich soeben von Herrn Priboschek lernte, passt es in der Tat nicht.

    • Herbert Grönemeyer (auf web.de)
      MusikerIn/Band · 405.227 „Gefällt mir“-Angaben
      · 14 Std. · Bearbeitet ·

      „Der NDR konnte sich glücklich schätzen, so ein Kaliber wie Xavier für seine Eurovision gewonnen und überredet zu haben. Was jetzt auf seinem Rücken für ein absurdes Theater abgefertigt wird, ist unverständlich. Xavier ist einer der besten und etabliertesten Musiker und Sänger bei uns, weder homophob, noch rechts und reichsbürgerlich, sondern neugierig, christlicher Freigeist und zum Glück umtriebig und leidenschaftlich. Wir brauchen keine Gesinnungspolizei oder Meinungsüberwachung, sondern hoffentlich 80 Millionen verschiedene Köpfe und Wahrheiten. Solange niemand davon verhetzt, verunglimpft, verletzt oder ausgegrenzt wird, ist das Kultur.“

  2. Zu Naidoo: Haben Sie sich mit seinen Äußerungen, Thesen, seinem Auftreten auf verschiedensten Veranstaltungen der Reichsbürger mal auseinandergesetzt?

    Vielleicht kurz zum Überblick, ein bisschen googeln wird Sie auf noch ne Menge mehr Artikeln bringen. Und dann frage ich Sie nocheinmal, ob jemandem wie ihm in diesem Land allen Ernstes noch ein Forum geboten werden sollte.

    http://www.buzzfeed.com/annadushime/quiz-xavier-naidoo-erika-steinbach-oder-lutz-ba#.xxjZGXg8A

    http://www.huffingtonpost.de/2014/10/16/xavier-naidoo-antisemitismus_n_5994710.html

    Zumal die Auswahl vollkommen undemokratisch und entgegen der sonstigen Gepflogenheiten als Zuschauerwettbewerb zu Stande kam. Der NDR hats so richtig verbockt und es ist gut, das sich das böse Netz mit einer Menge von „Leserbriefen“ – weil nichts anderes sind Posts und Blogbeiträge in der heuten Medienwelt im Vergleich zu früher – darüber echauffiert hat.

    Und nicht nur der böse Internetmob hat getobt, sondern offenbar auch die Redakteure des NDR selbst.

    http://www.huffingtonpost.de/2015/11/23/xavier-naidoo-ndr-european-song-contest_n_8634520.html

    • Und an Herrn Priboschek: Danke für diesen Artikel!

      Der in diesem Land um sich greifende Irrsinn und seine verblüffende Ähnlichkeit mit dem, was in den 30er Jahren los war, macht mir wirklich Sorgen. Es bildet sich gerade eine Parallelgesellschaft heraus, die sich von Quellenfundierung der Berichterstattung, dem Prinzip öffentlicher Debatte und Anerkennung Andersdenkender und der Anerkennung der Legitimität von demokratischer Herrschaft verabschiedet hat und deren Helden Quasidiktatoren wie Putin und Pressefreiheitsverachter wie Orban sind.

      Wenn man sich die PEGIDA Demos ankuckt, die Leute hört, die Schilder liest, kommt mittlerweile alles zusammen, was zu einem geschlossenen rechten Weltbild gehört – Antisemitismus, Fremdenfeindlichkeit, Rassismus, Nationalismus, die Befürwortung einer Diktatur.

      Was anscheinden noch fehlt, ist die Verharmlosung der nationalsozialistischen Herrschaft. Aber stopp: auch der NS hatte für viele dieser Leute sicher auch ein paar gute Seiten – die Autobahnen zum Beispiel.

      All dies findet sich wunderbar bestätigt, wenn man sich die Einstellungsforschung, die Meldungen der Polizei und des VS, sowie die Rückmeldungen aus den Schulen ankuckt. Mir graut schon vor der Mitte-Studie der Uni Leipzig, die 2016 wieder erscheinen wird. Aber letztlich wird sie nur mit belastbaren Zahlen untermauern, was sich in diesen letzten beiden Jahren in diesem Land abgespielt hat.

    • Lässt der Vorgang Rückschlüsse auf den politischen Sachverstand in dem öffentlich – rechtlichen Sender zu?

      • Er lässt Rückschlüsse auf die mangelnden Kenntnisse der entscheidenden Personen zu. Und auf eine undemokratische Entscheidungsweise.

        Hätte es eine Vorauswahl gegeben, wie es sie wohl mit einer Ausnahme bisher immer gegeben hat, hätten Naidoos problematischen Texte und Einstellungen in dem Zuge diskutiert werden können.

        So fand die Diskussion hinterher statt und der NDR hat sich fürchterlich blamiert.

        • In bestimmten Fällen darf Kunst also nicht alles, und Satire bestimmt auch nicht.

          • Muss Kunst rassistisch sein dürfen?
            Muss Satire antisemitisch sein dürfen?
            Müssen Karikaturen schwulenfeindlich sein dürfen?

            Vielleicht hab ich Sie auch nur falsch verstanden.

          • In Ihren Aufzählungen darf „schwulenfeindlich“ aber natürlich nicht fehlen.

            Was ist mit der so genannten Kunst in der Berliner Schaubühne, die sogar den Kopfschuss von Frauen darstellt, die bestimmten politischen Kreisen in diesem Staat ziemlich auf die Nerven gehen müssen?

            M.E. darf Satire oder Kunst eben nicht alles.
            Wir wissen, dass sich viele Muslime an satirischen Verunglimpfungen ihres Propheten sehr stören. Das sollten wir respektieren und nicht ständig mit der künstlerischen Freiheit rechtfertigen.

          • Genau, mehrnachdenken, es darf nicht fehlen, weil ich viele homosexuelle Freunde habe.

            Und es dürfte auch nicht fehlen, allein schon weil Sie sich daran stören. Denn Schwulenfeindlichkeit ist für Sie ja vielleicht kein Problem.

            Zumindest könnte man ihren Kommentar so interpretieren gerade auch angesichts dessen, das sich die Anerkennung und Akzeptanz von Minderheiten für Sie ja auch schon in anderen Beiträgen als, sagen wir mal, schwierig darstellte.

            Und zu den Mohammed-Karrikaturen: Für die Kritik von und Satire über Religion hat die Aufklärung gekämpft, also ist das vollkommen in Ordnung. Wo wären wir heute, wenn es das nicht gegeben hätte?

            Der Rassismus gegenüber Muslimen als Menschen ist es nicht.

          • „Zumindest könnte man ihren Kommentar so interpretieren gerade auch angesichts dessen, das sich die Anerkennung und Akzeptanz von Minderheiten für Sie ja auch schon in anderen Beiträgen als, sagen wir mal, schwierig darstellte.“

            So, so, Sie meinen, ich habe Probleme, Minderheiten anzuerkennen und zu akzeptieren. Das lesen Sie also auch in anderen Beiträgen von mir.
            Nennen Sie bitte entsprechende Beispiel von mir bei n4t.

            „Schwule oder Lesben“ sind nicht mein Problem. Ein Problem habe ich aber damit, wenn sie auf ihre sexuellen Ausrichtung immer und immer wieder hinweisen.
            Sie sollten es so handhaben wie bspw. zahlreiche schwule Politiker aus allen Parteien, die ihren Job recht unaufgeregt ausüben und dabei auch nicht ständig auf ihre sexuelle Orientierung verweisen.

            Ich schrieb schon mal an anderer Stellen: In meinen vielen Jahren als Lehrkraft erlebte ich diese Thematik niemals als Problem.
            Kein Wunder, soll es sich ja auch um eine verschwindend kleine Gruppe von 3% in den Schulen handeln.

            Noch etwas: Ich brauche mich in „Sachen Minderheiten“ von Ihnen nicht belehren zu lassen.
            In meine Klassen gingen durchgängig bis zu 30% Sch aus anderen Kulturkreisen, um die ich mich auch außerhalb meiner Schulzeit kümmerte. Oft genug war ich Gast in deren Familien.

            „Und zu den Mohammed-Karrikaturen: Für die Kritik von und Satire über Religion hat die Aufklärung gekämpft, also ist das vollkommen in Ordnung. Wo wären wir heute, wenn es das nicht gegeben hätte?

            Der Rassismus gegenüber Muslimen als Menschen ist es nicht.“

            Meinen Sie tatsächlich, die Menschen können so feinsinnig differenzieren wie Sie?
            Vielleicht kommen bestimmte Kritiken oder satirische Beiträge ja sogar bei Ihnen als Rassismus an?

          • Pardon: Im letzten Satz muss es „ihnen“ heißen.

          • @Georg
            Können Sie nicht endlich mal aufhören mit Ihren unfairen Anspielungen und Unterstellungen?!
            1) Keiner ist schwulenfeindlich, wenn er gegen die Pädagogik der sexuellen Vielfalt ist, die sogar fächerübergreifend als roter Faden die Bildungspläne bestimmen soll. Es gibt andere Gründe, die Sie wohlweislich verschweigen und lieber die beliebte Mär von einer verbreiteten Homophobie ins Feld führen.
            2) Es ist auch kein Zeichen für Schwierigkeiten mit der Toleranz, wenn jemand die Ansicht vertritt, dass er einer Gesellschaft mit demokratischer Grundordnung schlecht zu Gesicht steht, wenn sie Minderheiten hofiert und privilegiert. Das ist eine Antwort auf die deutsche Nazi-Vergangenheit, die Schuldgefühle missbraucht, um eine Doktrin gegen die andere auszutauschen.
            „Böse“ Zungen behaupten längst, dass es heutzutage von Nachteil ist, keiner Minderheit anzugehören und damit keinen Bonus zu haben.

          • @ mehrnachdenken

            Zuerst mal rudere ich zurück und entschuldige mich für meinen überzogenen Ton. Ich habe einen Teil meiner Antwort als (provokante) Vermutung formuliert, die zweite Hälfte als Feststellung. Das war unlauter und blöd.

            Zu „sexuellen Ausrichtung immer und immer wieder hinweisen“:

            Bitte versuchen Sie mal einen Perspektivwechsel. Glauben Sie, dass es Schwulen und Lesben ein tiefes inneres Bedürfnis ist, ihr Umfeld darüber aufzuklären, das sie es sind? Ich denke nicht, das sie das denken. Warum also dann? Nun, wenn etwas in einer Gesellschaft als normal gilt (wie Heterosexualität) muss darüber nicht gesprochen werden. Alle sind es, also ist es kein Thema.

            Wenn aber Dinge als nicht normal gelten (wie Homosexualität) wird es von der Gesellschaft zum Thema gemacht, weil es die Abweichung darstellt. Es werden Witze gemacht, Menschen finden es ekelig, kündigen Freundschaften oder reagieren pikiert, Homosexuelle werden ausgeschlossen, angegriffen und umgebracht.

            Homosexuelle müssen ihre Homosexualität früher oder später thematisieren, weil sie eben die Nichtgleichen sind, die genau diese „Abweichung“ während ihrer Jugend permanent verstecken müssen, weil sie sonst all das oben beschriebene riskieren. Das ist ein Leben im Verborgenen, die Angst vor Entdeckung, das nicht ausleben können der eigenen Identität und Persönlichkeit. Es dann offen leben zu können heisst Außen und Innen zum Abgleich bringen zu können, auch wenn das unvorhergesehene Folgen haben kann. Genau diesen stellen sich die Menschen aber bei einem Outing.

            Und wenn dann Schwulen- und Lesbenverbände Druck macht, das homosexuelle Lebensweisen als gleichwertig anerkannt werden und sich das eben auch in der Bildung der nächsten Generationen niederschlägt, damit sie eben nicht mehr von der heterosexuellen Mehrheits als Sonderlinge ausgegrenzt werden. Diese Mehrheit macht Sexualität nämlich zum Thema, nicht die Schwulen und Lesben. Die wollen nur ihr Leben leben, was sie aber nicht können, wenn sie ständig als unnormal gebrandmarkt und behandelt werden.

            Wie diese Thematisierung im Einzelfall aussieht, kann ruhig kontrovers diskutiert werden. Aber auch sie dürfen nichts gegen z.B. die Materialien des Klett Verlages haben, in denen Familie eben auch aus zwei Frauen oder Männern bestehen kann und das mit Fotos neben anderen Modellen abgebildet wird. Das tut niemandem weh und gefährdet auch nicht herkömmliche Heterofamilien, weil die eben da auch vertreten sind. Es kommt was hinzu, es wird aber nichts weggenommen.

            Und zu ihrem Politikerargument: Sorry, aber die haben alle genau so ein Outing hinter sich. Der Erfolg der Schwulen- und Lesbenbewegung in ihrer Arbeit für die Normalisierung des Normalen ist, dass Politiker*innen nicht mehr zurücktreten müssen, wenn sie es tun. Das war ein langer Weg, an dessen Ende wir aber erst angekommen sind, wenn niemand mehr den Druck verspürt, sich outen zu müssen.

            Und zum 3% Argument: Die Würde des Menschen ist unantastbar. Jedes einzelnen. Jeder hat laut Charta der Menschenrechte Artikel 7 das Recht auf Freiheit und Schutz vor Diskriminierung. Wenn 3 von 100 in der Schule gehänselt und ausgegrenzt werden, sind das 3 zuviel. Und wenn „schwul!“ das beliebteste Schimpfwort auf Schulhöfen ist, dann ist das Thema eben noch nicht durch.

            Und ob ich meine, das Menschen so feinsinnig differenzieren können? Nein, natürliich oft nicht. Aber sie können es lernen. Und weil Menschen Dinge lernen können und Sie ihnen etwas beibringen wollen, sind sie doch Lehrer, oder?

          • @ M.J.

            ich verschweige nichts „wohlweislich“. Das ist eine billige Unterstellung. Und wenn Sie Homophobie in dieser Gesellschaft nicht als Problem sondern als „Mär“ ansehen, haben Sie schlicht ein Brett vorm Kopf oder sich mit dem Thema noch nicht beschäftigt.

            Und zu ihrem zweiten Teil: Minderheiten werden also „privilegiert“ und „hofiert“ und es erwachsen einem Nachteile daraus, keiner Minderheit anzugehören? Sorry, aber meinen Sie das ernst? Haben Sie als weißer, heterosexualler Mittelschichtsmann schon Nachteile erfahren müssen, weil Schwule und Lesben für sich Rechte eingefordert haben, die ihnen ganz natürlich und unhinterfragt zustehen?

            Und haben Sie schon mal was von den Begriffen Diskriminierung, Nachteilsausgleich und Gleichstellung gehört? Offenbar nicht bzw. haben Sie es nicht verstanden. Da gehts es nicht um die Erringung von unberechtigten Vorteilen sondern um Ausgleich und gleiche Rechen und Chancen für diejenigen, die sie nicht haben, weil die Mehrheit bzw. institutionelle Verfahren sie ihnen nicht zugestehen.

            Bestes Beispiel: Kinder aus migrationsgeprägten Familien, die durch das deutsche Schulsystem permanent benachteiligt werden.

            Ich empfehle: die Antidiskriminierungsstelle des Bundes und einführendes Material zum Themenkomplex.

            Und auf ihr „Schuldkult“ Argument gehe ich einfach nicht weiter ein, das disqualifiziert sich ganz von alleine.

  3. Er lässt Rückschlüsse auf die politische Bildung/Sensibilität in der für den „European Song Contest“ verantwortlichen Redaktion zu – mehr aber nicht. NDR, dazu gehört auch die tapfere Frau Reschke und dazu gehören auch diejenigen Redakteure, die wohl für die Rücknahme der Nominierung von Herrn Naidoo gesorgt haben. Der NDR besteht ja doch aus mehr als einer Schlagerabteilung.

  4. Das Wort „Lügenpresse“ mag überzogen sein, gänzlich falsch ist es m. E. aber nicht, wenn es auf eine tendenziöse Berichterstattung abzielt.
    Dass die meisten Journalisten mit dem Gedankengut sog. linker Parteien sympathisieren, ist unbestritten. Ebenso klar ist, dass dies wesentlichen Einfluss hat auf ihre Berichte und Kommentare.
    Als Beispiel sei auf die „Demo für alle“ verwiesen, deren schiefe bis falsche Mediendarstellung bei n4t bereits Thema war. Begriffe wie „Lügenpresse“ oder „Medienlügen“ kann ich hier nur als zutreffend bezeichnen.

    Zitat aus dem „Spiegel“:

    „Was die politische Überzeugung angeht, sind die Zahlen eindeutig. Nach einer der größten Studien zum Thema, 2005 durchgeführt vom Hamburger Institut für Journalistik unter 1500 Journalisten aller Gattungen, verteilt sich die politische Sympathie der im Meinungsgeschäft Tätigen wie folgt:
    Grüne: 35,5 Prozent,
    SPD: 26 Prozent,
    CDU: 8,7 Prozent,
    FDP: 6,3 Prozent
    Sonstige: 4
    keine Partei: 19,6 Prozent.
    Dem bürgerlichen Lager neigen also gerade mal 15 Prozent der in Deutschland arbeitenden Journalisten zu.“

    http://www.spiegel.de/politik/deutschland/s-p-o-n-der-schwarze-kanal-warum-sind-so-viele-journalisten-links-a-895095.html

    • Sehr geehrte Frau Prasuhn,

      sie haben recht. Journalisten bilden nicht repräsentativ die Bevölkerung in Deutschland ab. Das können sie allerdings gar nicht, denn der Journalisten-Beruf ist ein akademischer, er setzt ein hohes (mutter-)sprachliches Niveau voraus, und die großen Redaktionen sitzen allesamt in Städten. Das heißt: Journalisten rekrutieren sich größtenteils aus Mitgliedern einer studierten, urbanen, deutschstämmigen Mittelschicht.

      Daraus allerdings abzuleiten, dass Journalisten ihren Job nicht (richtig) tun, halte ich für verwegen. Die gleichen Merkmale treffen auch auf Angehörige anderer Berufsgruppen zu – Lehrer beispielsweise. Und niemand käme ernsthaft auf die Idee, deshalb von einer „Lügenschule“ zu sprechen.

      Das Beispiel, das Sie als Beleg für Ihre kritische Sicht anführen, ist ein bezeichnendes: Es gab in der Tat einen Agentur-Beitrag zu einer Demonstration gegen den Bildungsplan in Baden-Württemberg, der in seiner Verkürzung der Fakten ein schiefes Bild von dem Geschehen zeichnete. Aufgrund von Leserkritik haben wir nachrecherchiert – und einen ausführlichen Bericht nachgelegt, der die Details richtig aufzeigte. Die Recherche baute auf die Berichterstattung der örtlichen Presse, die ja ebenso zu den von Ihnen kritisierten Medien gehört.

      Bei folgenden Demonstrationen gegen den Bildungsplan in Baden-Württemberg wurden die dazu erschienenen Beiträge genau derselben Nachrichtenagentur, die wir dann auf News4teachers veröffentlichten, von Sympathisanten der Demonstration übrigens als besonders ausgewogen gelobt. Kurz zusammengefasst: Es gab einen (!) Fehler, der möglicherweise auf einem zu knapp gehaltenen, kurzfristigen Polizeibericht beruhte – aber keineswegs ein „Systemversagen“ der Medien als Ganzes. Im Gegenteil.

      Interessanterweise begründen Sie Ihre Medienkritik auch mit einem „Spiegel-online“-Beitrag, der sich (selbst-)kritisch mit dem Journalismus beschäftigt. Spiegel online ist doch ebenfalls Teil der Medien, oder?

      Herzliche Grüße

      Andrej Priboschek
      Herausgeber News4teachers

      • Dass Zeitungen und sogar der SWR bei den genannten Demonstrationen hinzulernten, ist wirklich anzuerkennen. Vielleicht hat die Veröffentlichung eines Unterrichtsmaterials mit vergleichender Textanalyse ein klein wenig mitgeholfen. Man sollte noch hinzufügen, dass zuvor der EINE Fehler bei mehreren Demonstrationen (von der „Manif pour tous“ in Paris über die riesige Demo in Rom bis Stuttgart 2014) mehrmals gemacht wurde.

        • Lieber Pälzer,

          der eine Fehler bezog sich darauf, dass bei der Berichterstattung über die „Demo für alle“ allgemein von Krawallen am Rande des Protestzugs die Rede war (was den Eindruck erweckte, auch die Demonstranten hätten dazu beigetragen), es sich aber tatsächlich um Angriffe linker Gegendemonstranten handelte. Welche vermeintlichen oder tatsächlichen Fehler Medien in den Berichterstattungen bei den von Ihnen angeführten Demonstrationen gemacht haben (sollen), entzieht sich meiner Kenntnis. Demonstrationen in Rom oder Paris gehören in der Regel nicht zum Themenspektrum von News4teachers.

          Herzliche Grüße
          Andrej Priboschek

          Herausgeber News4teachers

  5. http://m.welt.de/wirtschaft/karriere/bildung/article149201873/Deutsches-Bildungssystem-gut-fuer-Fluechtlinge-geruestet.html

    Bitte auch die Kommentare beachten, ist das eine Darstellung , die mit der Realität übereinstimmt?!

    • Hallo Frau Dreier,

      wenn ich mir anschaue, was die Antidiskriminierungsstelle des Bundes und die aktuelle Forschung in Bezug auf Migration und das deutsche Bildungssystem diagnostizieren, ist dieses weder auf die jetzigen Kinder mit aus migrtionsgeprägten Familien noch auf die Neuankömmlinge vorbereitet.

      Und es wird das tun, was es schon die ganzen letzten Jahrzehnte getan hat: Kinder benachteiligen und Bildungsverlierer produzieren, weil es schlicht nicht auf die Unterschiedlichkeit der Schülerschaft vorbereitet ist und auch nicht adäquat darauf reagieren kann.

      Das Engagement vieler Lehrkräfte will ich dabei überhaupt nicht schmälern, sondern es ist hoch achtenswert. Es geht aber um die Systematik des deutschen Schulsystems, um seinen monolingualen Habitus und seinen Ausortierungs- und Homogenisierungsbedarf, welches in seinem und dem deutschen Grundverständnis einer ethnisch-homogenen Gesellschaft zu suchen ist

      Kanada hat da einen vollkommen anderen Zugang und kann wunderbar damit umgehen, das die Schülerschaft hochdivers ist.

      Als Lesetipp die schöne Vergleichsstudie des kanadischen, schwedischen und deutschen Bildungssystems.

      http://www.buecher.de/shop/allgemein/der-umgang-mit-kultureller-vielfalt-an-schulen/loeser-jessica-m-/products_products/detail/prod_id/29762277/

      Hier ein vertiefterer Einblick durch eine Rezension:

      https://www.socialnet.de/rezensionen/12911.php

  6. Sehr geehrte Frau Dreier,

    zur Vorstellung der OECD-Studie „Bildung auf einen Blick“ sind seit gestern – wie ein schneller Blick auf Google News zeigt – in den deutschen Medien mehr als 200 Beiträge erschienen (einer davon auch auf News4teachers). Speziell mit der Flüchtlingsfrage in diesem Kontext beschäftigt sich zum Beispiel auch folgender Text der Agentur Reuters:

    „Deutschland muss nach Ansicht der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit (OECD) sein Bildungssystem auf den Zustrom Hunderttausender Flüchtlinge einstellen. Zwar seien mit dem deutschen System der Berufausbildung gute Voraussetzungen gegeben, die Migranten im Arbeitsmarkt zu integrieren, sagte der stellvertretende OECD-Generalsekretär Stefan Kapferer am Dienstag bei der Vorstellung des OECD-Bildungsberichtes 2015. ‚Allerdings kommt es jetzt darauf an, etwa durch spezielle Angebote für Flüchtlinge, diese Basis noch weiter zu stärken und auf deren Bedürfnisse anzupassen.'“ Ist doch richtig, oder?

    Will sagen: Natürlich werden Sie immer wieder in den Medien auf einzelne Beiträge stoßen, die subjektiv oder auch objektiv kritikwürdig sind. Sie als Leser(in) haben trotzdem die Möglichkeit, sich ausgewogen zu informieren – aufgrund der großen medialen Vielfalt in Deutschland.

    Herzliche Grüße
    Andrej Priboschek

    Herausgeber News4teachers

    • Eine freudliche Frage:

      Und was sollen uns diese wichtigen Wahrheiten sagen?
      Das Menschen kriminell sind und sich am Elend andere bereichern?

      Oder noch etwas anderes?

      • Sich am Elend anderer massiv zu bereichern, ist abscheulich und zeigt die menschenverachtende Fratze dieser arabischen Clans. Der Staat reagiert mehr oder weniger hilflos, ja, er scheint regelrecht ohnmächtig zu sein. Das ist für mich ein weiterer Skandal.

        Die arabischen Clans treiben in einigen Regionen schon recht lange ihr Unwesen, ohne dass der Staat sie in nennenswerter Weise dabei stören kann.
        Für mich sieht das alles nach einer peinlichen Bankrotterklärung unsere Rechtsstaates vor diesen mafiösen Strukturen aus.

        Wie konnte es überhaupt dazu kommen?
        Will der Staat sich auch in Zukunft am „Nasenring durch die Manage“ ziehen lassen oder gibt es Konzepte, wie dieser kriminelle Sumpf endlich ausgetrocknet werden kann?
        Was unternimmt der Staat, damit sich Ähnlichers nicht in Kürze wiederholt?

        Es ist schon bemerkenswert, mit welcher relativen Gelassenheit Sie den „Focus – Artikel“
        kommentieren.
        Es geht eben nicht nur um „einfache Kriminelle“, die sich mal schnell ein wenig dazu „verdienen“ wollen, sondern es handelt sich um organisierte Kriminalität arabischer Clans, vor der unser Rechtsstaat offenbar bereits kapituliert hat.
        Für mich ist unbegreiflich, warum der Staat den arabischen Clans nicht rechtzeitig mit aller Macht entgegen getreten ist. Das schließt für mich auch Überlegungen mit ein, solche Leute in einem rechtsstaatlichen Verfahren am Ende ausweisen zu können.

        • Äh, was haben arabische Clans jetzt mit dem Thema dieses Forums zu tun?

          • Eine ganze Menge, weil ich so einen gut recherchierten Artikel im Zusammenhang mit dem Flüchtlingsthema noch nirgendwo gelesen habe.

          • … aber Sie haben ihn doch gelesen. (Hä?) Oder ist das jetzt ein Argument dafür, wie gut unsere Medien sind, dass die so tolle Beiträge bringen?

          • Das ist ein Bsp dafür, wie breiten Bevölkerungskreisen evtl. sogar absichtlich unbequeme Wahrheiten vorenthalten werden.

            Daraus können dann bestimmte Kreise schnell wieder den Vorwurf „Lügenpresse“ ableiten.

          • Aber wieso denn vorenthalten? Der „Focus“ hat die Geschichte recherchiert und veröffentlicht. Sie halten die Story für wichtig. Dann danken Sie doch dem „Focus“ – stattdessen nörgeln Sie an den Medien herum. Ohne die Medien, zu denen der „Focus“ ja gehört, hätten Sie die Geschichte doch nie lesen können. Sorry, diesen wirren Gedanken kann ich nicht folgen.

        • Spannend finde ich , dass Sie gerade einen Artikel so unglaublich gut finden, der sich um Kriminalität im Migrantenmilieu dreht und keinen, der sich z. B. mit den Problemem von Migranten beschäftigt, die hier ankommen wollen und denen das unglaublich schwer gemacht wird.

          Außerdem möchte ich ergänzen: Mir ist ziemlich egal, wer kriminell ist. Die Polizei hat damit einen Umgang zu finden und entsprechend ausgestattet zu werden.

          Das ständige Betonen, das es „arabische Clans“ sind, nervt mich an der Sache. Das ist Kriminalität, die in Deutschland passiert. Mit Sicherheit sind einige der „Clan“-Mitglieder in Deutschland geboren, also Deutsche, vielleicht sogar alle. Bandenmäßge Kriminalität finden Sie auch bei den ganzen „Rocker“-Clubs.

          Und mein bewusst ruhiger Ton heisst nicht, das mir das egal wäre. Ich bin nur nicht so aufgeregt, weil da Menschen mit Migrationshintergrund im Spiel sind.

          • Doch, der Artikel beschäftigt sich auch mit Problemen von hier ankommenden Flüchtlingen.

            Ja, bandenmäßige Kriminalität finden wir auch in anderen gesellschaftlichen Kreisen. Auch da agieren Polizei und Rechtsstaat m.E. oft hilflos und ohnmächtig.
            Das moralisch Verwerfliche ist diesem Fall aber, dass kriminelle Banden aus dem Migrantemilieu sich am Elend anderer Migranten auch noch bereichern und der Staat mehr oder weniger hilflos zusieht.

  7. @ Georg um 14.16 Uhr

    Ich dachte immer, Homosexuellen wäre es nicht so wichtig, was die anderen denken. Sind die Reaktionen von Außen tatsächlich noch so intolerant? Als ein guter Freund sich vor 25 Jahren als schwul outete, im Alter von 22 Jahren, war das für den Freundeskreis überhaupt kein Thema. Ich dachte es mir sowieso, die anderen glaube ich auch…
    Wo wird man denn im persönlichen Leben als Homosexuelle/r noch diskriminiert?

  8. Sehr geehrter Herr Priboschek,
    ob die „Journalisten ihren Job (richtig) tun“, war nicht Gegenstand meiner Betrachtung. Vielmehr kritisierte ich die Tatsache, dass die Medienlenker und -mitarbeiter mit überwältigender Mehrheit die Ansichten der Grünen und der SPD vertreten, während nur 15 Prozent die Meinung des sog. bürgerlichen Lagers unterstützen.
    Für eine Demokratie ist diese Unausgewogenheit eine Katastrophe, denn Journalisten sind keine Roboter, die ihre Arbeit unbeeinflusst von politischen Überzeugungen verrichten. Natürlich wird da je nach Lager schlecht- und schöngeredet oder verschwiegen und hervorgehoben. Dass dies Einfluss hat auf die Meinungsbildung im Lande, ist doch logisch.
    In Ihrem Artikel heißt es: „Journalisten – die allermeisten jedenfalls – unterwerfen sich keinem Meinungsdiktat, sondern beteiligen sich aus Überzeugung nicht daran, die Parolen von Populisten zu transportieren.“
    Das halte ich für falsch. Natürlich beteiligen sich Journalisten aller Couleur an populären Parolen, allerdings nur denen des eigenen Lagers. Diese werden allerdings als Sachargumente oder unbestreitbare Wahrheiten gesehen. Der Schimpfbegriff „populistische Parolen“ gilt allein für die Aussagen der anderen.
    Weiter schreiben sie: „Journalisten wählen aus …Sie wählen aber nach Relevanz aus, nicht nach persönlicher Weltanschauung…“
    Diese Aussage halte ich ebenfalls für unzutreffend. Journalisten sind nun mal Menschen, die auch nach persönlicher Einstellung die Relevanz einer Sache beurteilen. Oder gibt es in den Redaktionsstuben dafür ein geeichtes Maß?
    Offensichtlich nicht, denn Sie schreiben weiter: „Das Medienspektrum in Deutschland ist groß. Es reicht etwa bei den Tageszeitungen politisch von der „Jungen Freiheit“ bis zur „taz“.
    Da stimme ich Ihnen zu. Allerdings ist nicht nur das Spektrum groß, sondern auch die unterschiedliche Gewichtung oder Behandlung seiner Teile. Gemessen an ihren Auflagen sind beide Zeitungen Nischenblätter. Dennoch vermitteln die öffentlich rechtlichen Medien den Eindruck, dass die „taz“ eine der wichtigsten Pressestimmen sei, während eine „Junge Freiheit“ gar nicht existiere. Jedenfalls erlebe ich im sonntäglichen „Presseclub“ oder den üblichen Talk-Shows ständig Vertreter der „taz“, nie aber einen Journalisten der „Jungen Freiheit“.
    Zum Schluss noch kurz eine Antwort auf Ihre letzte Bemerkung zu meinem Kommentar. Sie lautet:
    „Interessanterweise begründen Sie Ihre Medienkritik mit einem „Spiegel-online“-Beitrag. Spiegel online ist doch auch Teil der Medien, oder?“
    Ja, so ist es. Allerdings sind solche Beiträge in den sog. „Qualitätsmedien“ rar. Andere Quellen zu finden und zu zitieren wie besagte „Junge Freiheit“ wäre viel leichter, hätte vermutlich aber unschöne Bemerkungen zur Folge, denen ich gern aus dem Weg gehe.
    Von der Informations- und Meinungsfreiheit Gebrauch zu machen ist eben nicht ganz so einfach, Herr Priboschek, wie Sie darstellen.

    • Frau Prasuhn: Da haben Sie es wieder einmal richtig gut auf den Punkt gebracht.

      Richtig, Redakteure der „Jungen Freiheit“ werden ausgegrenzt und diffamiert. Dagegen sitzen Vertreter der „BLÖD“zeitung ständig in irgendwelchen Gesprächsrunden.
      Wer ist eigentlich für diesen Staat gefährlicher, das „Verdummungsblatt Nummer 1“ oder die zumindest recht gut recherchierten und pointiert vorgetragenen Beiträge in der „Jungen Freiheit“.
      Spätestens seit G. Wallraff kennen wir die Methoden der „BLÖD“zeitung, die schon oft genug Menschen ins Chaos stürzten oder gar in den Suizid.
      Also: Welche der beiden Zeitungen ist eigentlich radikaler?
      Die Masse der Bundesbürger „bildet“ sich durch die „BLÖD“zeitung. Denken wir mal kurz über die Folgen nach.

      • Ehrlich gesagt finde ich es wirklich gut, dass die Herren und Damen von der Jungen Frehiheit nicht öfter zu Wort kommen, obwohl das für Frau Prasuhn, der Erziehung zu Gewaltlosigkeit und Antidiskriminierung in Schulen unwichtig ist, sicher nicht schmecken dürfte.

        Warum das vielleicht so ist, wird deutlich, wenn man sich ein wenig mit dem beschäftigt, was ihr so lieb ist: Die Junge Freiheit“

        „Über Jahre stand die Junge Freiheit unter Beobachtung mehrerer Verfassungsschutzämter. Experten weisen der JF eine Scharnierfunktion zwischen dem rechtskonservativen und dem rechtsextremen Spektrum zu. Angekreidet wurde und wird der JF vor allem, dass sie auch Vertretern der extremen Rechten ein Podium bietet. Häufiger Autor in der JF ist unter anderem der Chefideologe der französischen Neuen Rechten, Alain de Benoist. In der Vergangenheit hatte der neurechte Vordenker in der JF beispielsweise die Bedeutung der Menschenrechte als grundlegende Werte des Verfassungsstaates in Frage gestellt: „Das Individuum als solches“ könnte „kein echtes Rechtssubjekt sein“, da Rechte mit der „Mitgliedschaft in einem politischen Ganzen einhergehen“ könnten.

        Wenig wählerisch zeigt sich die JF jedenfalls bei der Auswahl ihrer Anzeigenkunden. Schon vor Jahren hatte auch die Bundesregierung moniert, dass in der JF „kontinuierlich Anzeigen rechtsextremer Organisationen“ geschaltet würden. So dürfen in der JF unter anderem die antisemitischen Unabhängigen Nachrichten, die rechtsextreme Deutsche Partei, die Republikaner oder die ebenfalls im Visier des Verfassungsschutzes stehende Münchner Burschenschaft „Danubia“ für sich werben. In ihrer Ausgabe Ende Mai 2007 widmet sich die Zeitung sogar auf zwei Seiten einem „Danubia“-Mitglied, dessen Verfassungstreue das Bayerische Innenministerium anzweifelt, so dass er nicht ins Richteramt übernommen werden kann. Durch die Veröffentlichung von solcher Werbung erscheint der politische Standort der Jungen Freiheit am rechten Rand stark ausgefranst.“

        http://www.netz-gegen-nazis.de/artikel/junge-freiheit

        Lesenswert auch der Kommentar, der noch einmal herausstellt, wessen Geistes Kind die Junge Freiheit ist: das der antidemokratischen „Konservativen Revolution“.

        http://www.netz-gegen-nazis.de/artikel/ein-kommentar-zur-jungen-freiheit

        „„Konservative Revolution“ ist in der heute verwendeten Form ein 1950 von Armin Mohler eingeführter und bis heute umstrittener Sammelbegriff[1] für eine Gruppe ideologischer Strömungen und der sie tragenden Akteure, die sich im Kontext der Weimarer Republik entwickelten.

        Gemeinsam war diesen Akteuren, dass ihre Ideologien entschieden antiliberale, antidemokratische und antiegalitäre Züge trugen.

        Ihr Rechtskonservatismus unterschied sich vom traditionellen Konservatismusbegriff der Deutschen Zentrumspartei oder der Deutschnationalen Volkspartei grundlegend und manifestierte sich nicht in einer politischen Partei. Die Konservative Revolution wird in der Geschichtswissenschaft als Wegbereiter für den Nationalsozialismus behandelt.[2] Heute greifen Vertreter der Neuen Rechten auf Ideologiemuster der Konservativen Revolution zurück.[3]“ (Wikipedia)

        • „Die Konservative Revolution wird in der Geschichtswissenschaft als Wegbereiter für den Nationalsozialismus behandelt.[2] Heute greifen Vertreter der Neuen Rechten auf Ideologiemuster der Konservativen Revolution zurück.“

          Und damit wird deutlich, was so problematisch an der JF ist. Sie ist das Sprachrohr der Neuen Rechten unter anderem von Götz Kubitschek, dem Stichwortgeber von Björn „1000 Jahre“ Höcke.

          • Verzeihung, aber Ihr Beitrag ist linke Dummschwätzerei und typische Angstmacherei vor neuem Nationalsozialismus.
            Neben der Neuen Rechten gibt es übrigens auch eine Neue Linke. Sollen wir uns deswegen alle fürchten vor einem neuen Stalinismus?

          • Stefan, im Gegensatz zu Ihnen versuche ich zu argumentieren und starte nicht mit einer Beleidigung.

            Außerdem kommt über dem kurzen Kommentar noch ein längerer, der noch nicht freigeschaltet wurde. Der leitet zu dem kurzen hin, der schon veröffentlicht wurde.

          • Spannend ist auch, dass Sie mir sofort „Linkssein“ unterstellen, weil ich vor der antiliberalen, antidemokratischen „Konservativen Revolution“ und der Neuen Rechten warne.

            Dürfen das ihrer Meinung nach nur Linke? Sollten Demokraten einfach den Mund halten, weil das einen guten Demokraten ausmacht?

            Der Post sagt einiges über Sie und ihr Bild von Politik aus.

          • vielleicht liest Ihr Gesprächspartner auch Ihre sonstigen Kommentare und schließt daraus auf Ihre politische Position.

            Mir ist übrigens der Begriff „Konservative Revolution“ noch nicht klar. Revolutionen zielen ja auf die (außergesetzliche) Beseitigung einer bestehenden Ordnung. Können Sie etwas näher ausführen, in welchen Ländern und durch welche Kräfte Sie das geschehen sehen?

          • Ergänzung: wie ich eben finde, beschreibt Wikipedia die Konservative Revolution als eine Bewegung in der Weimarer Republik. Aber, Georg, Sie scheinen eine aktuelle Entwicklung zu meinen, oder? Ich bitte um Erläuterung.

          • Haha, Sie glauben es nicht, in Bezug auf unsere Umwelt, das Verbot von industrieller Massentierhaltung zugunsten bäuerlicher Produktion, Tierschutz etc. stimme ich sogar mit den Grünen überein.

            In Bezug auf das Thema „Bildung“ habe ich mittlerweile sogar Schwierigkeiten mit den Konservativen. Von den Grünen oder Roten will ich gar nicht sprechen.

            Ich halte nicht nur die Flüchtlingspolitik der Kanzlerin für FALSCH, sondern ich kann generell ihrem Politikstil nichts Positives abgewinnen.
            Allerdings irritierte mich auch, wie respektlos H. Seehofer sie auf dem CSU-Parteitag behandelte. Bisher hat Frau Merkel ihren Widersachern das ja irgendwann „heimgezahlt“. Ich bin gespannt, wie sie diese Angelegenheit „regelt“.

          • Lieber Georg, auch wenn Sie es neuerdings vermeiden, Leute in die rechte Ecke zu schieben, ist doch sonnenklar, was Sie meinen, wenn Sie bei Meinungsgegnern von Homo-Feindlichkeit, Fremdenhass oder Rassismus reden.
            Jetzt greifen Sie auf Sprüche zurück wie „Die Konservative Revolution wird in der Geschichtswissenschaft als Wegbereiter für den Nationalsozialismus behandelt“. Das ist die indirekte Nazi-Keule für Andersdenkende, weil sich die direkte abgenutzt hat und längst erkannt wurde als Machtinstrument zur Durchsetzung linker Meinung.
            Mir auch noch zuzumuten, in Ihnen keinen Neuen Linken zu sehen, halte ich für eine Beleidigung meiner Intelligenz oder schlichtweg für impertinent. Was Sie sich selbst erlauben, wollen Sie anderen verbieten? Ich fasse es nicht. In Unterstellungen sind Sie, Anna und Bernd doch geradezu Vorreiter und Meister.

          • Wenn das zuträfe, sollte doch gerade deshalb die „Junge Freiheit“ die Chance haben, sich im Fernsehen zu äußern? Dann können sich die Menschen eine eigene Meinung bilden, und die Zeitung demaskiert sich ggf.

            Der „BLÖD“zeitung, die tatsächlich schon Existenzen zerstörte und die ebenfalls ein recht konservatives oder gar reaktionäres Gesellschaftsbild transportiert, stehen alle Fernsehkanäle offen. Der „Jungen Freiheit“ aber nicht. Wovor haben die Verantwortlichen Angst.

          • Unlängst saß sogar der Rechtsaußen Höcke von der AfD bei Jauch – wieso sollten die Sender also Angst haben vor der „Jungen Freiheit“? Ist halt eine Nischenzeitung wie das „Neue Deutschland“. Liest kaum jemand. Interessiert deshalb nicht.

          • Mmmh Pälzer, was sagen denn meine sonstigen Positionen über mich aus?

            Ich berufe mich fleißig auf Menschenrechte, Grundgesetz und Antidiskriminierung. Alles Dinge, die sich für jeden guten Demokraten eine Selbstverständlichkeit und unbedingt zu verteidigende Standards sind.

            Mir gehts um Inhalte und die Dinge hier obendrüber, nicht um irgendwelche altbackenen Sortierungen.

          • Ach so, ich habe ihre Frage noch nicht beantwortet.

            In dem langen Post, der noch nicht freigeschaltet ist und den ich vor dem kurzen geschrieben habe, ist ein Link zu einem guten Artikel und einem Kommentar, der das Problem JF im Zusammenhang mit Neuen Rechten und „Konservativer Revolution“ als einer rechtskonservativen Strömung der Weimarer Republik beschreibt.

            Auf diese intellektuelle Strömung berufen sich Rechtsintellektuelle wie Alain de Benoist aus Frankreich oder die Leute um Götz Kubitschek und den Herausgeber der „Blauen Narzisse“. Die haben mit Demokratie und Menschenrechten nicht viel am Hut, sehr viel dafür aber mit deutscher Reinheit und Nationalismus.

          • Der von mir angesprochene Post wurde nicht freigeschaltet, ich habe auch eine Vermutung warum und beschränke mich aufs Wesentliche.

            Geschrieben hatte ich sonst noch, dass ich es nicht sonderlich bedauernswert finde, dass die „Junge Freiheit“ eher seltener die öffentliche Bühne betritt. Warum ich das tue?

            http://www.netz-gegen-nazis.de/artikel/junge-freiheit

            „Über Jahre stand die Junge Freiheit unter Beobachtung mehrerer Verfassungsschutzämter. Experten weisen der JF eine Scharnierfunktion zwischen dem rechtskonservativen und dem rechtsextremen Spektrum zu. Angekreidet wurde und wird der JF vor allem, dass sie auch Vertretern der extremen Rechten ein Podium bietet. Häufiger Autor in der JF ist unter anderem der Chefideologe der französischen Neuen Rechten, Alain de Benoist. In der Vergangenheit hatte der neurechte Vordenker in der JF beispielsweise die Bedeutung der Menschenrechte als grundlegende Werte des Verfassungsstaates in Frage gestellt: „Das Individuum als solches“ könnte „kein echtes Rechtssubjekt sein“, da Rechte mit der „Mitgliedschaft in einem politischen Ganzen einhergehen“ könnten.

            Wenig wählerisch zeigt sich die JF jedenfalls bei der Auswahl ihrer Anzeigenkunden. Schon vor Jahren hatte auch die Bundesregierung moniert, dass in der JF „kontinuierlich Anzeigen rechtsextremer Organisationen“ geschaltet würden. So dürfen in der JF unter anderem die antisemitischen Unabhängigen Nachrichten, die rechtsextreme Deutsche Partei, die Republikaner oder die ebenfalls im Visier des Verfassungsschutzes stehende Münchner Burschenschaft „Danubia“ für sich werben. In ihrer Ausgabe Ende Mai 2007 widmet sich die Zeitung sogar auf zwei Seiten einem „Danubia“-Mitglied, dessen Verfassungstreue das Bayerische Innenministerium anzweifelt, so dass er nicht ins Richteramt übernommen werden kann. Durch die Veröffentlichung von solcher Werbung erscheint der politische Standort der Jungen Freiheit am rechten Rand stark ausgefranst.“

            Lesenswert ist auch der Kommentar am Ende des Artikels, der den Zusammenhang von Junger Freiheit und Konservativer Revolution betont.

            Hier nochmal der Ausschnitt aus dem Wikipedia Artikel, der verdeutlicht, worfür die Konservative Revolution und ihre heutigen Erben im Umfeld der JF und der Neuen Rechten stehen:

            „Konservative Revolution“ ist in der heute verwendeten Form ein 1950 von Armin Mohler eingeführter und bis heute umstrittener Sammelbegriff[1] für eine Gruppe ideologischer Strömungen und der sie tragenden Akteure, die sich im Kontext der Weimarer Republik entwickelten. Gemeinsam war diesen Akteuren, dass ihre Ideologien entschieden antiliberale, antidemokratische und antiegalitäre Züge trugen. Ihr Rechtskonservatismus unterschied sich vom traditionellen Konservatismusbegriff der Deutschen Zentrumspartei oder der Deutschnationalen Volkspartei grundlegend und manifestierte sich nicht in einer politischen Partei. Die Konservative Revolution wird in der Geschichtswissenschaft als Wegbereiter für den Nationalsozialismus behandelt.[2] Heute greifen Vertreter der Neuen Rechten auf Ideologiemuster der Konservativen Revolution zurück.“

            https://de.wikipedia.org/wiki/Konservative_Revolution

          • Hallo Stefan,

            woher kommt eigentlich der kalte Hass, der mich gefühlt aus jeder Zeile ihres Kommentars anspringt?

            Wie vorher beschrieben, wurde ein langer Post von mir mit drei Links nicht veröffentlicht. Ich habe es jetzt nochmal versucht und hoffe, das es diesmal klappt.

            Ansonsten googeln Sie bitte einfach mal netz-gegen-nazis und junge freiheit und wählen den zweiten Link von oben. Da gibts dann einen spannenden Artikel und am Ende einen Link zu einem Kommentar.

            Nach beiden Sachen lesen sie sich am besten noch den einleitenden Abschnitt des Wikipedia Artikels zur „Konservativen Revolution“ durch und dann wissen sie, was vor meinem kurzen Post stand.

            Und zum Rest ihres Beitrags: den finde ich reichlich durchideologisiert. Der linke Nazikeulenschwinger, der Ihnen vorschreiben will, was sie zu denken und zu sagen haben. Sounds like Pegida-brainwashed.

            „Konservative Revolution“ und „Neue Rechte“ sind feststehende und in der politikwissenschaftlichen Debatte etablierte Begriffe. Die haue ich hier niemandem um die Ohren, sondern nutze sie, um auf bestimmte Dinge hinzuweisen.

            Ich diskutiere hier. Und sie? In meinen Ohren zetern und haten sie.

          • Ach ja, Leute wie ich, die Ihnen leidenschaftlich widersprechen, können ja nur aus Hass reden. Das entkräftet deren Meinung.
            Sie selbst diskutieren dagegen angeblich nur sachorientiert und sprechen keine abfälligen Urteile aus.
            Mensch, Georg, wissen Sie tatsächlich nicht mehr, welches Bild Sie von sich abgegeben und welche Rolle Sie gespielt haben im Verlauf Ihrer unzähligen Kommentare?
            Ständig mussten sich Ihre Meinungsgegner gegen Unterstellungen und Verdächtigungen aus dem Nazi-Bereich (Rassismus, Fremden- und Schwulenhass) wehren. Ihre, Annas und Bernds Aktivitäten habe ich intensiv verfolgt und zunehmend für schlimm befunden.
            Keiner Ihrer diffamierten Meinungsgegener hat sich nach meiner Beobachtung als dermaßen schlechter Kritikempfänger erwiesen wie Sie und Co.. Und keiner hat sich als Opfer von Hass dargestellt. Jeder hat sich nur relativ fair gegen seine Diffamierungen verteidigt.
            Nehmen Sie sich ein Beispiel an Ihren Kontrahenten und geben Sie sich nicht dem Irrtum hin, niemand erinnere sich an all Ihre Kommentare.

          • Mein Kommentar ist die Antwort auf Georgs Worte um 21:27 Uhr.

          • Ja, H. Höcke, der Oberstudienrat a.D. sogar für Geschichte (was ist in seiner Sozialisation schief gelaufen?), hat sich in der Sendung auch kräftig blamiert, weil vielleicht erstmals einem breiteren Publikum sein Nazi – Vokabular bekannt wurde.

          • @Stefan 25.11. 22.23

            Wissen Sie Stefan, Sie haben sich drei Mal zu Wort gemeldet.

            Erst mit einer Beleidigung (War das das „leidenschaftliche Widersprechen“, was Sie erwähnt haben?). Dann haben Sie mich typisiert und mir nach Schema F eine Linkenidentität mit Nazi-Keulen Schwingerei zugeordnet, was ja de facto mit „Gutmensch“ gleichgesetzt werden kann und damit, unabhängig davon, was inhaltlich überhaupt gesagt wird, nicht mehr satisfakltionfähig ist.

            Dann beschreibe ich kurz, wie sich ihr Beitrag für mich anfühlt und liest und komme wieder auf die inhaltliche Ebene, um mit einem leicht stichelnden Ende abzuschließen, woraufhin Sie zum großen Rundumschlag und einer Generalabrechnung ausholen.

            Was soll ich dazu noch sagen?

            Stefan, ich denke ich bin für Sie vor allem eines: eine Projektionsfläche für ihre Abneigung von „Linken“, egal ob ich mich als solchen bezeichne oder irgendetwas darauf hinweisen würde, dass ich einer bin. (Was ist eigentlich ein „Linker“?)

            Aus ihren Anwürfen nehme ich aber etwas mit, was ich mir auch immer wieder in den Kopf rufen muss, wenn ich meiner Frustration über die Entwicklungen in diesem Land irgendwo Luft machen will: Ich werde meinen Ton mäßigen, der mir, wie auch einigen anderen hier, ab und an mal durchgeht und damit zu oft von der inhatlichen Auseinandersetzung ablenkt.

            Trotzdem werde ich auch weiterhin auf Argumentationsmuster hinweisen, die ich problematisch finde, auch wenn die Kritisierten sich dann „in die rechte Ecke“ gestellt fühlen.

            Und hier will ich wieder einhaken: Was soll das eigentlich heissen „in die rechte Ecke stellen“? Ich habe hier bereits zwei oder drei Faschismusvorwürfe bekommen, während ich noch keinen einzigen getätigt habe, sondern lediglich auf Ähnlichkeiten in Aussagen und potentiell darunter liegenden Einstellungsmustern hinweise. Vergleichen heisst nicht gleichsetzen, aber vielleicht muss man das einfach immer wieder erklären, damit es ankommt.

            Was sich an Ihnen und einigen anderen hier m. E. aber gut beobachten lässt, ist das, was der Sonderbeauftragte der UN Githu Muigai in seinen Untersuchungen zu Rassimus in Deutschland 2010 kritisiert hat (und auch schon in den Jahren davor als Problem benannt wurde):

            16.06.2010
            Pressemitteilung: Deutsches Institut für Menschenrechte unterstreicht Kritik des UN-Berichterstatters an zu engem Rassismusbegriff

            […] . Rudolf wies darauf hin, dass Rassismus in Deutschland oft mit rechtsextremer Ideologie und Gewalt gleichgesetzt und dadurch zu eng verstanden werde. „Der UN-Sonderberichterstatter sieht das zu Recht als ein grundlegendes Problem an.“ Bereits die Europäische Kommission gegen Rassismus und Intoleranz im Jahr 2009 und der UN-Ausschuss gegen Rassismus im Jahr 2008 hätten diese enge Sicht kritisiert.“

            http://www.institut-fuer-menschenrechte.de/aktuell/news/meldung/article/pressemitteilung-deutsches-institut-fuer-menschenrechte-unterstreicht-kritik-des-un-berichterstatte/

            Wenn ich Rassismus kritisiere und auf rassistische Implikationen von Aussagen hinweise, wird das so gelesen, als ob ich jemanden damit als Nazi bezeichnen würde. Das ist bullshit und das habe ich hier auch noch nie getan (aber schon einmal lang und breit ausgeführt, was einen echten Nazi ausmacht), aber leider wird es so in Deutschland sofort so gelesen.

            Und genau hier liegt das Problem: Niemand will Nazi sein (was gut ist), aber glaubt, er wird sofort zu einem gestempelt, wenn auf rassistische Argumentationsmuster hingewiesen wird.

            Es braucht ein erweitertes Rassismusverständnis, damit Dinge, wie Sie von Muigai kritisiert wurden, auch in diesem Land endlich in den Blick geraten und man nicht ständig dafür angegangen wird, wenn man Rassismus und Diskriminierung thematisiert.

            Ich empfehle, die Pressemitteilung zu lesen, die einen guten Eindruck davon gibt, was in diesem Land schief läuft.

    • Als ob es darum ginge, dass sich nicht genügend Positionen der bürgerlichen Parteien in den Medien finden ließen. Diejenigen, die „Lügenpresse“ skandieren, nehmen die Medien doch gar nicht mehr wahr – wie auch die Politik nicht mehr, oder die Wissenschaft oder die Wirtschaft. Glauben Sie ernsthaft, die Pegida-Demonstranten lesen irgendeine seriöse Tageszeitung und ärgern sich über einen dort veröffentlichten Kommentar, bevor sie auf die Straße gehen und „Volksverräter“ schreien? Es handelt sich um eine zutiefst antibürgerliche Bewegung, die alles versucht, niederzubrüllen, was diesen Staat und diese Gesellschaft repräsentiert. Das bekommen alle Vertreter der genannten Gruppen zu spüren, auch die aus der Kultur. Der Schauspieler Til Schweiger macht dafür auch das Trash-TV verantwortlich, das mit ständigen Grenzverletzungen in Sachen menschlicher Würde die Hemmschwellen sinken lässt. Könnte was dran sein.

      Medien wie der „Spiegel“, die „Zeit“ oder der „Stern“ hatten in (West-)Deutschland immer den Ruf, links zu stehen – aber niemand stellte deshalb den Gehalt ihrer Berichterstattung infrage. Auf der anderen Seite gab es stets konservative Medien wie die „Welt“, die „FAZ“ oder der „Bayernkurier“. Daran hat sich im Prinzip nichts geändert. Außer, dass wir seit 25 Jahren Menschen aus den neuen Bundesländern integrieren müssen, die in Teilen offenbar in der Demokratie nicht angekommen sind. Auch das gehört zu den unangenehmen Wahrheiten.

      • Was ist eine „seriöse“ Tageszeitung? Woran erkenne ich diese Eigenschaft?

        • Beate S., ist das eine ernst gemeinte Frage? Sind Sie nicht in der Lage, zwischen Medien zu unterscheiden, die ihre Quellen offenlegen (für jedermann nachprüfbar), deren Autoren namentlich in Erscheinung treten, die die Menschenwürde achten und auf dem Boden des Grundgesetzes stehen, die sich als Teil der demokratischen Gesellschaft verstehen – und Hetzmedien, die dieser demokratischen Gesellschaft am liebsten den Garaus machen würden?

          Wo leben Sie – und wo sind Sie aufgewachsen? Im Urwald?

          • Nein, ich bin auf dem Mond aufgewachsen. Deshalb muss ich ja noch so vieles lernen, was Sie mir meilenweit voraus haben.
            Aber danke, dass Sie mich so taktvoll auf meinen beschränkten Horizont aufmerksam machen. Wie Sie sehen, bemühe ich mich ja, ihn zu erweitern. Darum muss ich aber dumm fragen, was Sie hoffentlich verstehen.
            Woran erkenne ich denn, wer „dieser demokratischen Gesellschaft am liebsten den Garaus machen würde“? Jeder behauptet das vom anderen. Gibt es dafür keine verlässlichen Parameter, sondern nur Beschuldigungen oder Behauptungen?
            Da war es auf dem Mond doch viel einfacher und reeller.

          • Ich habe Ihnen ja einige Kriterien genannt. Mal ernsthaft: Wie wollen Sie sich in einer Demokratie als mündige Bürgerin beteiligen, wenn Ihnen offenbar jeder Kompass dafür fehlt, was demokratische Institutionen (zu denen die seriösen Medien ja zählen) ausmacht?

            Und ja, Demokratie ist nicht einfach. Es geht dabei um Freiheit und um Verantwortung als zentrale Werte, die in wechselnden Lebenslagen stets neu austariert werden müssen. Da ist es viel leichter, in einer Herde hinter einem Führer herzutraben und sich sagen zu lassen, was man zu tun und zu lassen hat. Wollen ja viele so haben. Nicht umsonst skandiert die Menge bei Pegida immer wieder nach Putin.

          • Aber Ihre Kriterien sind doch schwammig und zur Rechtfertigung jeder Position zu gebrauchen. Merkt das ein Erdenbürger nicht, erst recht wenn er wie Sie „mündig“ ist ?
            Offenbar darf hier jeder seinen eigenen Kompass für „Demokratie“ benutzen und meinen, er besitze den einzig wahren.
            Ich kann Ihnen nur recht geben, „Da ist es viel leichter, in einer Herde hinter einem Führer herzutraben.“
            Deswegen gibt es wohl den sog. Mainstream mit den Mainstream-Medien, die oft auch Leitmedien heißen. Dass sie nicht „Führer-Medien“ genannt werden, verstehe sogar ich.
            Mich wundert deshalb, dass Sie sich trauen, das Wort „Führer“ für Leute zu benutzen, die andere hilfreich an die Hand nehmen und ihnen klarmachen, wie sie zu meinen, reden oder tun haben. In dieser Hilfestellung, die natürlich auch große Strenge im Verbot falscher oder böser Meinung verlangt, sind Sie vorbildlich.
            Jedenfalls kann ich mit Ihrem konkreten Verhalten in Diskussionen mehr anfangen als mit Erklärungen wie „Demokratie ist nicht einfach. Es geht dabei um Freiheit und um Verantwortung als zentrale Werte, die in wechselnden Lebenslagen stets neu austariert werden müssen.“

          • Schwammig ist hier nichts – außer Ihren nebulösen Andeutungen und kryptischen Vorhaltungen. Wie wär’s denn mal mit klaren Aussagen? Was, glauben Sie denn, sind für mich „böse“ Meinungen, die ich gerne verbieten würde? Offenbar sind das ja auch Ihre, oder?

          • Um Ihre Frage nach bösen Meinungen zu beantworten:

            Böse ist es, den Unterricht in sexueller Vielfalt abzulehnen, denn das ist schwulenfeindlich.
            Böse ist es, die Inklusion abzulehnen, denn das ist behindertenfeindlich.
            Böse ist es, an unserer Willkommenskutur rumzumäkeln, denn das ist rassistisch und fremdenfeindlich.
            Böse ist es, Vorbehalte gegenüber dem Islam zu äußern, denn das ist fremdkulturfeindlich.
            Böse ist es, schlimme Zeitungen wie die „Junge Freiheit“ zu lesen, denn das ist verfassungs- und staatsfeindlich.
            Böse ist auch, Ihnen, Georg oder Anna zu widersprechen, denn das legt den Verdacht einer Sympathie für die Neuen Rechten bzw. Neonazis nahe und das ist demokratiefeindlich.

            Ich hoffe, eine gelehrige Schülerin zu sein, Bernd, und Ihre wichtigsten Lektionen einigermaßen verstanden zu haben. Wenn die eine oder andere noch fehlt, können Sie sie ja hinzusetzen.

          • Und dämlich ist es, in einen aufgesetzten Kindchen-Duktus zu verfallen.

            Aber schön, dass Sie mal aus Ihrem Gebüsch bzw. hinter Ihrem Mond hervorkommen. Ihnen geht ja gar nicht darum, die Themen zu diskutieren. Sie bringen kein einziges Argument in der Sache bzw. den Sachen – ist ja auch eine Menge, was Ihnen gegen den Strich geht. Muss ein hartes Leben sein, so als Anti-Liberale in einem liberalen Deutschland. Kein Wunder, dass Sie sich darauf verlegen, (schlechte) Stimmung zu machen.

          • Gut, danke.

            Wir hatten das Thema schon mal und ich habe mich gerade unangenehm an ihre eigenartiges Vermuten erinnert, nach dem ich für mein Schreiben hier angeblich von irgendwelchen „Lobbygruppen“ angestellt wäre.

          • Der Post bezog sich auf mehrnachdenken, weiter unten. Es ging um das in Anführungsstriche setzen von Namen…

          • Hegen Sie denn, Beate S., Sympathien für die neue Rechte und/oder für Neonazis?

            Bei jemandem, der offenbar Probleme mit den Menschenrechten hat (Religionsfreiheit, Diskriminierungsverbot, Gleichheitsgrundsatz), da wird man ja wohl mal fragen dürfen.

          • Hatten Sie mir nicht folgende Frage gestellt, Bernd: „Was, glauben Sie denn, sind für mich „böse“ Meinungen, die ich gerne verbieten würde?“
            Diese Meinungen habe ich Ihnen fein säuberlich aufgezählt und Sie antworten mir nicht dankbar, sondern vorwurfsvoll und beschimpfen mich als „Anti-Liberale“, die „(schlechte) Stimmung“ machen will.
            Wie soll ich das verstehen?
            War es Ihnen nicht ernst mit Ihrer Frage? Sollte ich sie etwa nicht beantworten oder waren Ihnen die Antworten unangenehm?

            Sie bemängeln: „Sie bringen kein einziges Argument in der Sache bzw. den Sachen“ Wie sollte ich denn, da Sie mir doch eine klare Frage gestellt haben, die ich auch klar beantwortet habe?

            Es ist wohl am besten, wenn ich weitere Fragen und Aufforderungen von Ihnen mt Schweigen beantworte. Das erspart sowohl Ihnen als auch mir rätselhaften Ärger.

          • Ich hatte Ihnen zwei Fragen gestellt und Sie haben mit Ihrer Aufzählung geantwortet. Also gehe ich davon aus, dass Sie – wie angefragt – diese Meinungen auch teilen. Wenn dem nicht so sein sollte, können Sie das ja jetzt klarstellen.

          • @Beate S.
            Kompliment, Sie haben sich mehr als wacker geschlagen. Jetzt aufzuhören, ist eine guite Entscheidung.

            @Bernd
            Wenn Sie schon nicht zugeben wollen, dass Beate den Nagel auf den Kopf getroffen hat mit ihren Antworten auf Ihre erste Frage, dann drehen Sie ihr daraus keinen Strick. Ihre zweite Frage war eine hässliche Unterstellung, die sie aber großzügig übergangen hat. „Respekt“ kann ich zur Vorführung dieserToleranz nur sagen.
            Ich hätte ähnlich geantwortet wie Beate, denn Sie sind ja kein unbeschriebenes Blatt und jeder kann sich auf Grund Ihrer Kommentare vorstellen, welche Meinungen Sie für böse halten und am liebsten verbieten würden.
            Ich halte Ihre Taktik für böse Fallenstellerei und möchte jedem abraten von Diskussionen mit Ihnen.

          • @Nathalie
            Eine gute Idee, bestimmte Tn einfach ins Leere laufen zu lassen.

          • Richtig! Provokationen abhaken und gelassen reagieren. Am besten gar nicht.

          • Genau. Wir diskutieren nicht über Inhalte, sondern mumpfen nur unsere politische Übellaunigkeit heraus. Wie die Idioten bei Pegida eben.

          • Oder wie die Idioten bei der Antifa, die in ihrer Übellaunigkeit sogar gewalttätig werden und das als wichtigen Diskussionsbeitrag über politische Inhalte verstehen.
            Dagegen wirkt Pegida wie eine langweilige Versammlung frommer Chorknaben.
            Erst die Gröler und Radikalinskis von der Gegenseite verleihen ihr einen Pep, der ganze Hundertschaften von Polizisten in Atem hält.
            Aber der Steuerzahler blecht ja gerne für eine so lebendige Straßendiskussion „über Inhalte“.

          • Genau. Und im Endeffekt ist auch die Antifa schuld, wenn sich PEGIDA radikalisiert.

            Eigentlich müsste die Antifa also gegen sich selbst vorgehen, damit es mit PEGIDA nicht schlimmer wird.

          • *Ironie aus*

          • @m. n.
            Gut gesagt! Volle Zustimmung.

        • Beate, Sie wissen doch: Es gibt keine dummen Fragen, nur dumme Antworten, lach.
          Deshalb fällt die mehr als arrogante Antwort auf den Schreiber zurück.
          Diese „Von-oben-herab-Mentalität“ unseres Mitdiskutanten entlarvt ihn mehr, als alle seine Beiträge vorher.

          Ich habe schon länger den Eindruck, dass „Anne“, Georg“ und eben „Bernd“ hier „aufgeschlagen“ sind, um uns – den dummen und naiven Erdenbürgern – die Welt zu erklären.

          • Das ist jetzt ein wenig dick, finden Sie nicht?

            Auch wenn ich Bernds Ton nicht gut finde (und auch an meinem arbeiten zugegeben muss – was hier aber auch für andere gilt) stimme ich der Aussage inhaltlich zu, weil sie auf Standards verweist, die mittlerweile vollkommen am erodieren sind.

            Schade, dass das über der Formdiskussion untergeht.

          • „zugegebenerweise arbeiten muss“ soll es heißen.

          • Sollte es sich bei Beate S. um eine Schülerin handeln, dann entschuldige ich mich für meinen Ton.

            Wenn es sich bei Beate S. – wovon ich ausgegangen bin – um eine Erwachsene handelt, dann setze ich gerne noch einen drauf: Wer mit dem Auto umherfährt, sollte schon wissen, was eine Ampel ist.

          • Lieber mehrnachdenken,

            hat es einen Grund, das Sie Bernds, Annas und meinen Namen in Anführungsstriche setzen? Mir ist bisher nicht aufgefallen, das Sie das bei anderen auch tun würden.

            Ich habe so eine Vermutung, aber Sie helfen mir sicher gern bei der Klärung.

            Danke!

          • Ich meine, fast alle Forentn in “ “ zu setzen. Damit möchte ich die Namen kenntlich machen. Es hat nichts zu bedeuten.

      • Jetzt scheint der „Zug“ tatsächlich „abgefahren“ zu sein. Aber in den Anfängen von Pegida hätte es durchaus eine Chance gegeben, mit gepsrächsbereiten Bürgern in einen Dialog einzutreten. Das passierte ja auch teilweise. H. Gabriel wurde deshalb von seinen eigenen Genossen gemaßregelt.

        Andere Politiker (z.B. Maaß oder Özedemir) droschen von Anfang an mit einem unsäglichen Vokabular auf die Leute ein. Das stachelte diese aber immer weiter auf.
        Hat die offizielle Politik nicht vielleicht durch ihren unbeholfenen Umgang mit den Leuten und die in Teilen aggressiven Beschimpfungen einen gewissen Anteil an dieser schlimmen Eskalation?

  9. Liebe Frau Prasuhn,

    Sie bringen ein wichtiges Argument: die Auflage. Letztlich wird die Akzeptanz der Medien in der Gesellschaft nicht auf der Straße oder in den sozialen Medien entschieden, sondern am Kiosk (oder an der Fernbedienung). Und da ist es, gottseidank, noch so, dass politisch moderate und konstruktive Medien sich deutlich besser verkaufen als radikale.

    Herzliche Grüße
    Andrej Priboschek

  10. Vielleicht auch an dieser Stelle für Euch sehr interessant: Wir bieten unter http://www.textanalyse-tool.de ein kostenloses Werkzeug an, welches jeder ohne Anmeldung oder Registrierung nutzen kann. Damit kann man nicht nur die Wort- und Satzlängen prüfen, sondern auch Modalverben, Passivsätze, Füllwörter etc.

  11. @Anna um 16:07
    Jetzt kommen auch Sie noch mit rätselhaften Unterstellungen. Ich soll „offenbar Probleme mit den Menschenrechten“ haben.
    Und dann auch noch die Frage: „Hegen Sie denn, Beate S., Sympathien für die neue Rechte und/oder für Neonazis?“
    Ihnen ist anscheinend jedeTücke recht, wenn Sie damit Menschen, die Ihnen nicht passen, unter Naziverdacht stellen können.
    Aber machen Sie und Co. nur weiter. Ich gebe „mehrnachdenken“ absolut recht, wenn er meint, dass Sie mit Ihrem Gebahren sehr viel mehr über sich selbst als über die anderen sagen.

  12. War ’ne schlichte Frage, die Sie selbst aufgeworfen haben. Dann stellen wir sie doch mal.

  13. Zur „Lügenpresse“ und „Flüchtlingskrise“ finde ich in der WELT dieses Interview viel informativer und spannender :

    http://www.welt.de/politik/deutschland/article148790240/Tiefe-Beunruhigung-in-der-Bevoelkerung.html

    • Aber was sagt uns das? Dass (angeblich) keine Kritik an der Flüchtlingspolitik geübt werden darf, ist ja wohl überholt – macht ja mittlerweile sogar die Regierungspartei CSU.

      Dass es „eigentlich ein großes Vertrauen in die Medien gibt“, wie Frau Köcher sagt, aber in Sachen Berichterstattung zur Flüchtlingskrise nicht – offenbar möchten viele Menschen einfache Antworten auf Fragen, auf die es keine einfachen Antworten gibt. Dann reagieren sich halt viele an den Boten dieser schlechten Nachricht ab.

  14. Ja, sprachlich richtig interessant, lach.
    Wie kann es sein, dass die Chefin von Allensbach dauernd „von daher“ benutzt? Bei Frau Nölle-Neumann ist mir das nicht aufgefallen. Okay, von „man“ will ich gar nicht sprechen.

    Die beiden Wörter tragen zur Verhunzung unserer Sprache bei, und sie sind falsch. Es muss „daher“ heißen. Zudem gibt es z.B. noch „darum“, deshalb oder „darum“.
    Texte, in denen ständig Bläh- oder Füllwörter und Modephrasen wie „nicht wirklich“ vorkommen, lese ich nicht mehr.

    Wer möchte, kann sich mit dem Link weiterbilden:

    http://www.sprache-werner.info/von-daher.9734.html?shl=1

    • Schade, Ihre Kritik an der Sprache mag berechtigt sein, doch wenn Sie Texte wegen sprachlicher Modekrankheiten einfach nicht mehr lesen, entgehen Ihnen auch interessante Inhalte.
      Sprachlich stört mich besonders, wenn Nebensätze, die mit „weil“ anfangen, nicht mehr korrekt gebildet werden. Das tut jedes Mal weh.

      @Bernd
      Ihre Schlüsse aus dem Interview kann ich nicht nachvollziehen. Sie scheinen mir weit hergeholt und eigenwillig.

      • Sorry, dieser Beitrag schweift vom eigentlichen Thema ab, und ich möchte damit vor allem M. Schuster ansprechen.
        Danke, dass Sie die sprachliche Thematik zumindest nicht ausblenden. Offenbar denken Sie auch darüber nach.

        Ständig sprechen wir über „Bildung“. Dazu gehört für mich auch eine gewisse sprachliche Sicherheit. Davon sind viele Zeitgenossen aber – vorsichtig formuliert – ein Stück weit entfernt. Ich beobachte diese Sprachticks oder gar Sprachmacken vor allem bei Leuten, die es an sich besser wissen sollten.

        Wer ständig das Blähwort „sozusagen“ benutzt, der hat für mich ein Sprachproblem. Gibt es eigentlich noch Journalisten, die Sätze ohne diese elende Modephrase „nicht wirklich“ bilden können? Mit „von daher“ beginnen viele Leute ihre Sätze.

        Entweder ist ihnen das nicht bewusst, es ist ihnen egal oder sie besitzen keinerlei Sprachempfinden mehr.
        Haben Sie eine Erklärung dafür, warum viele Leute ganz bestimmte Wörter oder Satzmuster penetrant wiederholen? Schlimm ist dabei vor allem, dass sie nichts aussagen oder gar falsch sind.

        • Blähwörter sind für mich nicht Ausdruck von sprachlicher, sondern von persönlicher Unsicherheit. Sie schwächen Aussagen ab, bei denen sich der Sprecher nicht ganz wohl fühlt.
          „Das ist falsch“ legt mich in meinem Urtel mehr fest als „das ist sozusagen falsch“.
          Oder: „Das verstehe ich nicht“ klingt dämlicher als „das verstehe ich nicht wirklich“.
          „Von daher“ als Satzanfang signalisiert eine Abschwächung der nachfolgenden Aussage. Sie soll nicht als grundsätzlich verstanden werden, sondern nur als Teil eines nebulösen „Daher“. Er macht Relativierungen und Rückzieher möglich.
          „Sozusagen“ bedeutet „so sagen das viele und nicht nur ich“.

          Mit dem „man“ gehe ich wesentlich gnädiger um als Sie und benutze es auch. In vielen Fällen finde ich es sogar angebracht, weil vermeidende Passivformen hässlich klingen und genauso wie das „man“ auf eine Verallgemeinerung hinauslaufen.
          Allergisch wie Sie reagiere ich aber auch, wenn „man“ zum Ersatz von „ich“ wird und persönliche Befindlichkeiten, Gefühle oder Gedanken hinter der Allgemeinheit versteckt werden.
          Bestes Beispiel sind Talkshows mit ganz persönlichen Fragen an Politiker.
          Statt „ich denke..“, „ich fühle mich..“ oder „ich bin..“ heißt es dann: „Man denkt in so einem Fall…“ oder „man fühlt sich nach so einer Krankheit..“ oder: „man ist natürlich ..“

          • Danke für Ihre Antwort.
            Haben Sie Gelegenheit gehabt, sich den Link anzuschauen?

            Hier einige Prominente, die offensichtlich nicht ohne „sozusagen“ auskommen:

            Die Bundeskanzlerin, zumindest, wenn sie wie z.B. im Wahlkampf frei redet. Dafür wurde sie sogar von Medienwissenschaftlern in dem Sinne kritisiert, wie Sie es so schön formulieren.
            Vizekanzler Gabriel gehört ebenfalls zu der „sozusagen“- Fraktion. Ich kenne kein Interview mit ihm ohne „sozusagen“.
            In den Gesprächsrunden fällt mir besonders S. Maischberger auf.
            Nicht vergessen möchte ich unsere „geistige Elite“, die als Wissenschaftler oder Medienvertreter z.B. bei G. Scobel (3 Sat) oder in den Phönix – Runden sitzt.
            Nun, meinen Sie tatsächlich, bei diesen Leute so etwas wie „persönliche Unsicherheit“ festzustellen?

            Ab und zu mache ich mir den Spaß und schreibe die Betroffenen an.
            Es kommt vor, dass sie über ihre Rhetorik regelrecht erschrocken sind.
            Antworten lauten dann z.B.: „Das war mir bisher gar nicht so bewusst“ oder „Genau dieses Wort will ich vermeiden“.
            Deshalb meine ich ja auch, dass es sich bei einigen um einen richtigen Sprachtick handelt. Sie werden ihn nur los, wenn sie sich zunächst einmal bewusst werden, wie sie sprechen.
            Ich verstehe allerdings nicht, dass dem engsten Mitarbeiterkreis das nicht auffällt. Oder die trauen sich nicht, es anzusprechen.

            Wir benutzen alle Bläh- oder Füllwörter. Lästig wird es für mich nur dann, wenn Leute ein und dasselbe Wort x-mal wiederholen. Auch für „sozusagen“ gibt es Synonyme.

            Zu „nicht wirklich“ und „von daher“ steht ebenfalls Aufschlussreiches in dem Link.

            „Das verstehe ich nicht“ hört sich im Gegensatz zu „nicht wirklich“ m.E. aber eindeutig an. Meinen Sie mit „klingt dämlich“, dass sich das jemand nicht eingestehen möchte, um nicht für „dämlich“ gehalten zu werden?
            Grundsätzlich können die Leute mit „nicht wirklich“ klare Aussagen vermeiden.
            Im folgenden Beispiel passt es aber nun gar nicht. „Bist du krank?“ „Nicht wirklich.“ Hier müsste „ja“ oder „nein“ gesagt werden. Ein bisschen krank gibt es nicht.
            Ich habe den Eindruck, viele Leute kennen diese Wörtchen nicht mehr.
            „Nicht wirklich“ hat sich seuchenartig in allen Bevölkerungsschichten verbreitet. Sehr gerne benutzen es die Journalisten. Vielleicht kommen die sich dann so „richtig modern“ vor.

            M. Schuster
            „Von daher“ als Satzanfang signalisiert eine Abschwächung der nachfolgenden Aussage. Sie soll nicht als grundsätzlich verstanden werden, sondern nur als Teil eines nebulösen „Daher“. Er macht Relativierungen und Rückzieher möglich.

            „Von daher“ kommt im Süden von Deutschland häufiger vor. Oft wird auch noch „gesehen“ hinzugefügt: „von daher gesehen“.
            Korrekt ist es aber nicht, es sei denn, der Duden hat auch diesen „Blödsinn“ inzwischen übernommen.
            Alternativen sind z.B. „daher oder „deshalb“. Leute mit dem
            „daher“ – Tick bleiben aber erstaunlich standhaft, lach.

            M. Schuster
            ‚Mit dem „man“ gehe ich wesentlich gnädiger um als Sie und benutze es auch. In vielen Fällen finde ich es sogar angebracht, weil vermeidende Passivformen hässlich klingen und genauso wie das „man“ auf eine Verallgemeinerung hinauslaufen.‘

            Ich stimme Ihnen grundsätzlich zu. Wann immer es geht, sollte „man“ vermieden werden. Dadurch wird Gesprochenes und Geschriebenes präziser. Hinter „man“ kann ich mich wunderbar verstecken.

            M.Schuster
            Allergisch wie Sie reagiere ich aber auch, wenn „man“ zum Ersatz von „ich“ wird und persönliche Befindlichkeiten, Gefühle oder Gedanken hinter der Allgemeinheit versteckt werden.
            Bestes Beispiel sind Talkshows mit ganz persönlichen Fragen an Politiker.
            Statt „ich denke..“, „ich fühle mich..“ oder „ich bin..“ heißt es dann: „Man denkt in so einem Fall…“ oder „man fühlt sich nach so einer Krankheit..“ oder: „man ist natürlich ..“

            Volle Zustimmung und: Mich nervt das ebenfalls gewaltig!

  15. Dann teilen Sie doch mit, welche Schlüsse Sie ziehen.

    • Gerne! Ich habe keine Extra-Schlüsse gezogen, sondern Frau Köchers Aussagen so genommen, wie sie sind.
      Ihre Interpretation der dargestellten Kritik vieler Menschen an der Behandlung des Flüchtlingsthemas durch die Presse, stellt Frau Köchers Aussage auf den Kopf und macht die Medien zum unschuldigen Opfer mangelnden Bürgerverständnisses. Siehe Ihre Worte: „offenbar möchten viele Menschen einfache Antworten auf Fragen, auf die es keine einfachen Antworten gibt. Dann reagieren sich halt viele an den Boten dieser schlechten Nachricht ab.“

      • Spannend ist doch, dass der grundlegende Fakt, wie viele Flüchtlinge in den letzten Monaten nach Deutschland gekommen sind, von den Behörden nicht beantwortet werden kann. Infolge dessen eiern die medien mit diesen Daten gewaltig herum. Nur die Medien sind die Boten und nicht der Sender der Botschaft. Dass die Bundesregierung die Bundespolizei an der Ausführung ihrer Dienstpflichten gehindert hat, ist von den Medien auch so benannt worden. Dass dieser umstand aus humanitären Gründen ggf. nachvollziehbar ist, wird auch von den Medienvertretern diskutiert. Blöd an der gesamten Sache ist nur, dass sich der Stil von Reportagen geändert hat, die die emotinale Lage der Betroffenen in den Vordergrund stellt. Dass dei direkten Anwohner einer Flüchtlingsunterkunft nicht in große Begeisterung ausbrechen, erschein mir nicht unbedingt berichtenswert. Hifreicher ist es allemal „best practice“ Beispiele zu dokumentieren und zum gegenstand der Berichterstattung zu machen. Würde „Preese“ stärker mit ihren beiträgen an die „Ratio“ als an die „Emotionen“ appellieren, dann hätte sie auch weniger Probleme.

      • Frau Koecher interpretiert ja auch nur.. Muss ja nicht stimmen.

  16. Zwei Zitate zum Schmähbegriff „populistische Parolen“:
    „In der politischen Debatte ist Populismus oder populistisch ein häufiger Vorwurf, den sich Vertreter unterschiedlicher Richtungen gegenseitig machen…“

    „Oft wird auch jede politische Forderung polemisch als Populismus bezeichnet, die dem echten oder vermuteten Mehrheitswillen der Bevölkerung entspricht, aber im Widerspruch zu eigenen Zielsetzungen steht, besonders wenn diese unpopulär sind, aber (tatsächlich oder vorgeblich) aus „höherer Einsicht“ resultieren. Dies wird von Kritikern als gestörtes Verhältnis zur Demokratie gewertet.“

    https://de.wikipedia.org/wiki/Populismus

    • Der polemische Populismusvorwurf wird in unserer Parteienlandschaft meiner Beobachtung nach allein der AfD gemacht. Da heißt es in den öffentlich rechtlichen Medien mit schöner Regelmäßigkeit „die rechtspopulistische AfD“.
      Ich kann mich nicht erinnern, dass die Namen anderer Parteien in Nachrichtensendungen wie der Tagesschau ständig in einem Atemzug mit diffamierenden Eigenschaftswörtern genannt werden.
      Oder hat jemand je Meldungen über die „linkspopulistischen Grünen“ oder die „linkspopulistischen Sozialdemokraten“ gehört?
      Wenn die sog. „Staatsmedien“ in ihren Nachrichtensendungen, die rein sachlich informieren sollten, mit so eindeutigen Schlechtmachmethoden zur Wählerbeeinflussung arbeiten, gibt das zu denken auf.
      Kann ich mich dann überhaupt noch auf die Darstellung anderer Dinge verlassen?

      • Hallo, timo! Schon gehört, dass der Südwestrundfunk SWR beschlossen hat, die AfD nicht mehr automatisch mit dem Attribut „rechtspopulistisch“ zu belegen?
        Wahrscheinlich wurde endlich kapiert, dass diese unlautere Meinungsmache allmählich auch dem Dümmsten auffällt.
        Wie zu erwarten, laufen Vertreter von SPD, Grünen und Linken gegen die Entscheidung Sturm. Hoffentlich bleibt der SWR standhaft und beteiligt sich nicht mehr an der fragwürdigen Verunglimpfung durch die ARD- und ZDF-Familie.

        • Das ändert ja nichts an der Tatsache, dass die AfD rechtspopulistisch ist.

          • Es geht darum, ob öffentlich rechtliche Sender Nachrichten mit Meinungsmache verquicken dürfen, wie das totalitäre Staaten tun?
            Wohlgemerkt: NACHRICHTEN und nicht Kommentare!
            Aber auch bei Kommentaren erwarte ich eine gewisse Ausgewogenheit in der Auswahl der Kommentatoren und ihrer Sichtweise, um vor einseitiger Berieselung und Staatspropaganda geschützt zu sein.

          • Staatspropaganda? Unser Staat ist eine Demokratie – ist das dann also Demokratie-Propaganda? Selbst wenn es die gäbe (und mit bösartiger Verzerrung ließe sich der Bildungsauftrag der öffentlich-rechtlichen Sender ja entsprechend interpretieren), was wäre denn daran auszusetzen? Mal eine sehr ernst gemeinte Frage, die auf einer Seite für Lehrer ja naheliegt: Sind Sie Lehrer? Sind Sie also Bediensteter dieses Staates?

  17. Für den Begriff „Populismus“ gibt es klare Kriterien: die Umsetzbarkeit von politischen Forderungen. Und deren Zielrichtung – die Lufthoheit über den Stammtischen. Eine Partei, die ihren Anhängern den Eindruck vermittelt, mit geschlossenen Grenzen und Schießbefehl ließe sich für Deutschland die Flüchtlingskrise aus der Welt schaffen – oder: mit der Abschaffung des Euro könnte die Finanzkrise behoben werden – ist populistisch. Genauso wie die Linkspartei, die die Auflösung der NATO fordert. Solche Forderungen sind, klar gesagt, nichts anderes als Polit-Quatsch, vermitteln manchen Menschen aber die Vorstellung, so ließe sich ernsthaft verantwortliche (!) Politik betreiben.

    Es gibt in Deutschland auch keine „Staatsmedien“, die gab es in der DDR und in Nazi-Deutschland. Es gibt heute in Deutschland einen öffentlich-rechtlichen Rundfunk mit einem klaren Auftrag, zu informieren und zu bilden (ob das immer gelingt, darüber lässt sich sicher streiten). Zur politischen Bildung gehört es auch, weltfremde politische Forderungen als solche zu benennen. Das geschieht aber eben unabhängig von staatlicher Einflussnahme – in freier Entscheidung der Redaktionen, die ihre Programmbeiträge verantworten. Darüber hinaus gibt es ja genügend Privatsender, die ihrerseits frei berichten können.

  18. Ich mag ja Wikipedia.

    http://de.wikipedia.org/wiki/Rechtspopulismus

    Und da kann man dann auch schön lesen, was die AfD und PEGIDA gerade so widerlich exekutieren:

    „Anders als die neofaschistisch und revisionistisch gesinnten Rechtsparteien der Zeit nach 1945 verzichtet der Rechtspopulismus auf ein völkisch geprägtes Weltbild; an Stelle des klassischen Rassismus treten eher Argumentationen des kulturellen Rassismus.

    Auch lehnt der Rechtspopulismus das demokratische System nicht ab, sondern wendet sich tendenziell oder implizit und verdeckt gegen einzelne Elemente wie den Pluralismus, den Minderheitenschutz oder die Religionsfreiheit. Rechtspopulistische Parteien und Organisationen handeln meist aus der Opposition heraus und formulieren öffentlichkeitswirksame und plakative Maximalforderungen.

    Teile der Politikwissenschaft sehen im Rechtspopulismus eine Erneuerungsbewegung der extremen Rechten, die auf den gesellschaftlichen, politischen und ökonomischen Wandel in den modernen europäischen Staaten seit den 1970er Jahren reagiert. Aus ihrer Sicht sprechen rechtspopulistische Parteien die Ängste der Bevölkerung vor Modernisierung und Umbrüchen wie der Globalisierung an und beantworten sie mit klaren, einseitigen Parolen, die der politischen Klasse und Minderheiten die Schuld an Missständen geben.“

  19. Zitat aus einem Artikel, der gut zum Thema und den heißen Diskussionen hier passt:

    „Sie merken ganz offensichtlich nicht, dass politische Korrektheit der Zwillingsbruder des Kommunismus ist. Sie merken nicht – oder wollen nicht merken –, dass der Zweck kommunistischer Propaganda nicht der Wille war, andere Menschen von ihrer Sichtweise zu überzeugen. Der Zweck war, andere zu demütigen und bloßzustellen.
    Und womit ginge dies besser als damit, Menschen dazu zu zwingen, den Mund zu halten, zu schweigen, Tatsachen herunterzuspielen und zu verleugnen, und ganz offensichtlich zu lügen? Sie in ihrer Empathie gefangenzuhalten? Sie herabzuwürdigen, wenn sie der politischen Korrektheit nicht folgen (wollen) und das noch als erstrebenswert zu deklarieren? Sie als polemisch zu degradieren, nur weil sie nicht mehr wissen, wie sie sich noch wehren sollen und dann möglicherweise Worte nutzen, die nicht dem intellektuellen Anspruch der selbsternannten Geistesgrößen entsprechen? Wenn die Moral als Totschlagargument aus dem Hut gezaubert wird, weil echte Argumente Mangelware sind?“

    http://ef-magazin.de/2015/12/01/8014-fluechtlingskrise-und-empathie-schaemen-sich-die-liberalen-liberal-zu-sein

    • Ein Artikel, der nach meiner Beobachtung den Nagel auf den Kopf trifft. Leider gibt es davon zu wenige.

    • Jetzt wird der rechtspopulistische Mob, der das liberale Deutschland in diesen Tagen niederzubrüllen versucht, noch zu einem Opfer des Kommunismus verklärt. Was für ein lächerlicher Haufen – überbietet sich an Gewaltrhetorik gegenüber Flüchtlingen und anderen Schwächeren. Und badet sich in Selbstmitleid und Weinerlichkeit, weil es dafür Gegendruck von der großen Mehrheit der Menschen in Deutschland gibt. Armselig.

  20. Das hatten wir doch hier alles schon.

    Die angebliche „politische Korrektheitskeule“, wenn man den Leuten argumentativ verdeutlich, das ihre Argumente rassistisch sind, der angebliche „Zwang“ gegenüber denjenigen, die hier alles schreiben und draußen alles brüllen dürfen, die „Moral als Totschlagargument“, alles da gab es doch hier schon zur Genüge.

    Lustig finde ich, das uns angeblichen Moralisierern jetzt nicht nur Faschismus sondern auch noch Kommunismus vorgeworfen wird. Eigentlich hab ich aber auch nur darauf gewartet.

    Weder vom Einen noch vom Anderem (und auch nicht vom Rassismus) haben die stolzen, aufrührerischen, unreflektierten, politisch Inkorrekten, die sich auf ihr „Man wird doch wohl noch ein Arschloch sein dürfen“ nichts kommen lassen wollen, einen Begriff. Oder warum wird hier von Kommentatoren so wenig darauf Bezug genommen, was sich eigentlich an Konzepten hinter den Begriffen versteckt?

    Aber wenn man nicht analysieren, nicht differenzieren, nicht auf wissenschaftliche Untersuchungen, Einstellungsforschung und Verweise auf demokratische Standards Bezug in seinen Argumentationen nehmen will, dann macht man es eben einfach nicht, denn Faschismus und Kommunismus Vorwürfe taugen immer.

    Es wird alles so einfach, so handhabbar, so leichtgängig, so gefällig, so eigentümlich „frei“ und dümmlich.

  21. Zur vieldiskutierten Meinungsfreiheit:
    Vermutlich stellen die Schüler zum Thema Nr.1, dem Umgang mit der Flüchtlingskrise, auch ihren Lehrern Fragen. Ich täte mich schwer, darauf einzugehen, denn ich habe zu der gegenwärtigen Willkommenskultur einige Bedenken und würde mich nicht trauen, sie zu äußern.
    Bei knapp 30 Schülern, die zu Hause nach ihrem Verständnis erzählen, was ich gesagt habe, sehe ich mich schon im Voraus massiven Beschwerden und Anschwärzungen durch einige Eltern wegen Fremdenhass, Nazi etc. ausgesetzt.
    Hieße ich den politischen Umgang mit dem Flüchtlingszustrom dagegen für gut und moralisch geboten, würde mir gar nichts passieren, auch wenn manche Eltern anderer Meinung wären.
    Insofern kann ich nur den Diskutanten hier recht geben, die meinen, um die Meinungsfreiheit im Lande stehe es schlecht.
    Und ich kann nicht verstehen, wenn diese offensichtlichen Tatsachen überhaupt noch bestritten werden.

    • Milch der frommen Denkungsart

      @ hennes:

      Machen Sie doch nicht den Fehler, auf den ich mich nun – allerdings final – einlasse: nämlich die Herren Bernd und Georg als tatsächlich ernsthafte Diskutanten zu verstehen und zu glauben, es gehe beiden hier um einen argumentativen, mithin eventuell belehrenden Diskurs; unmöglich schon allein deshalb, da sie sich in einem erhabenen Gefühl suhlen, die Tugend, insbesondere die republikanische, als einen (schein)heiligen Gral einzig für sich gepachtet zu haben wie jene selbsterklärt von der Vaterlandsliebe erleuchteten Richter des Revolutionstribunals à la Robespierre, die alle, die nur verdachtsweise nicht auf demselben Tugendpfad marschieren, den sie vorgeben, als Abtrünnige verwerfen, wobei ihre eigene Wahrheit sie über jene der angeblich entlarvten Heuchler, auf die sie mit Fingern zeigen, zwangsläufig moralisch überlegen mache.
      Also „Haltung zeigen“ ? Ja, aber freilich die „richtige“.

      • Danke, Milch…! Sie haben vollkommen recht.

      • Kommunisten, Faschisten, Robespierre – na, haut einer gleich noch einen Hitler raus, um Georg und mich zu beleidigen? Lieber Herr Altphilologe (Betonung auf: Alt) – klappt nicht. Ihr Appell zur Diskussionsverweigerung dürfte dagegen fruchten. Ihre Gesinnungsfreunde bringen ja ohnehin kein einziges Argumente in der Sache. Das ewige Gejammer „Es gibt hier keine Meinungsfreiheit, schnief“ fällt ja wohl kaum unter Argument.

        Oder wollen Sie vielleicht die jetzt schon öfter hier aufgeworfene und bislang unbeantwortete Frage beantworten: Was droht denn einem Lehrer oder irgendjemandem in diesem Land, der sachliche Kritik äußert?

      • Sieht so das Demokratieverständnis aus?
        Bitte auch die Rolle der Antifa beachten und bitte nicht vergessen, die Kommentare zu lesen.

        http://www.ndr.de/nachrichten/niedersachsen/lueneburg_heide_unterelbe/Massive-Proteste-AfD-Vortrag-abgebrochen-,afd450.html

        • Unglaublich!! Danke für den Link!

          Zitat: „Es ist immer sehr schwierig, über den Wert politischer Ziele zu urteilen, wenn deren Erreichung noch in weiter Ferne liegt. Ich glaube daher, dass man eine politische Bewegung nie nach ihren Zielen beurteilen darf, die sie laut verkündet und vielleicht auch wirklich anstrebt, sondern nur nach den Mitteln, die sie zu ihrer Verwirklichung einsetzt.“ (Werner Heisenberg)

          Bei der sog. Antifa dürften die Mittel klar sein und damit ihr wahrer Charakter.

        • Lieber mehrnachdenken,

          gut, so kann man es auch machen. Einen Beitrag zu den Mitteln der „Antifa“ zu posten und dann keck fragen, ob das Bernds und meine Mittel sind.

          Was soll das? Das ist unlauter. Nur weil sich die Kritik an PEGIDA und ihrem bald es mit der Demokratie nicht so genau nehmenden Arm in den Parlamenten, der AfD, ähnelt, heisst das nicht, das wir deren Ideen von Mitteln der politischen Auseinandersetzung teilen.

          Ich hätte von Ihnen wirklich mehr erwartet und bin enttäuscht, das wir uns auf so einem Level bewegen.

          • … ich meine „Demokratieverständnis“.

            Natürlich ist es das nicht, was soll also die Frage?

            Ob es intendiert war oder nicht, lass ich mal dahingestellt. Der Effekt ist in jedem Fall klar – Bernd und mich als Quasi Antifa hinstellen und damit unsere Positionen abwerten.

          • „Sieht so das Demokratieverständnis aus?“, fragte mehrnachdenken ganz allgemein.
            Dass Sie diese Frage auf sich und Bernd beziehen und damit wie ein Ertappter reagieren, ist bemerkenswert.

          • Mensch F.H., wessen Demokratieverständnis meint mehrnachdenken denn, wenn er auf einen Diskussionbetrag antwortet, in dem Bernd (und damit implizit auch ich, weil wir ja hier mittlerweile quasi als Einheit wahrgenommen werden) eine Rolle spielt.

            Außerdem spielte die Antifa vorher überhaupt keine Rolle. Warum spielt sie es dann auf einmal? Kommt ihnen das nicht wenigstens ein gaaaanz klein wenig eigenartig vor? Und wie Sie vielleicht gesehen haben, war ich so vorsichtig, mehrnachdenken keine Absicht zu unterstellen, zumindest aber auf den Effekt hinzuweisen, der meines Erachtens nach entsteht.

            Und sorry, ich fühle mich nicht ertappt. Warum auch? Allein diese Vermutung zeigt schon, wie Sie mich sortiert haben.

            Ich empfehle: Brille runter, mich aus der Schublade nehmen und meinen Kommentar lesen.

            Danke!

      • Und lieber Milchmann,

        ich finde es schade, dass Sie sich nicht anders einbringen.

        Sie tun gerade das, was Sie an Bernd und mir ausgemacht zu haben glauben: Sie wähnen sich besser und moralisch überlegen, diskreditieren uns als gleichwertige Partner und vermeiden es so, sich argumentativ an der Diskussion beteiligen zu müssen.

        Ich kann es ja mal zuspitzen: Jemanden, gegen dessen Argumente Sie nichts vorzubringen habe, streichen Sie durch einen Verweis auf Robbespiere (wahlweise Faschismus, Kommunismus, oder was sonst noch alles dazu taugt) aus der Diskussionsrunde.

        In meinen Augen steht Ihnen das nicht.

        You can do better. Sie müssten es aber auch wollen.

  22. Was, bitteschön, passiert Ihnen denn als Lehrkraft, wenn Sie in einem sinnvollen Kontext im Unterricht sachliche Kritik zur Flüchtlingspolitik, zur Energiepolitik oder zu weiß ich was äußern? Ihre Meinungsfreiheit als Lehrer ist sogar ausdrücklich schulrechtlich geschützt, solange Sie die Schüler nicht einseitig beeinflussen wollen.

    Aus vorauseilendem Gehorsam (oder Feigheit?) äußern Sie also Ihre Meinung nicht und machen andere dafür verantwortlich – und das soll dann ein Beleg für fehlende Meinungsfreiheit sein? Andersherum behaupten Sie, dass jemand, der die Flüchtlinge begrüßt, von Elternseite keine Probleme bekommt – dann gucken Sie mal in die sozialen Medien wie Facebook, wie dort mit vermeintlichen Flüchtlingsfreunden umgesprungen wird. Ein bisschen Haltung ist schon nötig, um zu seiner Meinung zu stehen.

  23. Und Sie haben die Frage nicht beantwortet: Was droht Ihnen, wenn Sie als Lehrer sachliche Kritik an der Flüchtlingspolitik äußern? Es gibt nicht ein Beispiel dafür, dass irgendein Lehrer in Deutschland deshalb irgendetwas hätte tragen müssen. Nicht einmal der Vorsitzende des Philologenverbands Sachsen-Anhalt, der mit einem derart unsäglichen Text an die Öffentlichkeit gegangen ist, dass sich Verbandskollegen weit und breit davon distanziert haben – von Sachlichkeit konnte also keine Rede sein -, muss irgendetwas fürchten. Der Herr Schulleiter wurde für seine Hetze ins Kultusministerium einbestellt. Er wurde verwarnt. Und das war’s.

    • hennes, ich kann Bernd nur zustimmen: Wo liegt das Problem zu sagen, dass Sie die Politik einer offenen Grenze nicht gut finden und stattdessen XYZ als Möglichkeit des konstruktiven Umgangs und Hilfe mit den vielen Menschen befürworten?

      Und der Verweis auf den Philologen-Chef ist da treffend. Bei dem war der Rassismus des Arguments (auch wenn er es vielleicht gar nicht böse gemeint hat) mehr als präsent – bloss keinen Sex unsere unschuldigen deutschen Mädchen mit den virilen und implizit minderwertigen Arabern.

      Außerdem noch ein weiterer Punkt, bei dem ich mittlerweile eine starke diskursive Verschiebung wahrnehme, was ich bedenkenswert und fatal finde.

      Der Begriff „Willkommenskultur“ meint eigentlich etwas anderes, als das, wofür er meines Verständnisses nach auch von Ihnen benutzt wurde.

      Der Begriff wird mittlerweile synonym mit „offener Grenze“ verwendet, was an seinem Gehalt vorbeigeht, der meines Erachtens intendiert war: Eine Gesellschaft, die sich für Flüchtlinge öffnet (im figurativen Sinn), das heisst Teilhabe ermöglicht und Menschen, die hier sind, nicht ausschließt und diskriminiert sondern inkludiert.

      Mittlerweile wird er nur noch für ersteres verwendet und ist damit zum Synonym der oftmals unkonstruktiven und leider zu oft auch rassistischen Kritik geworden, was die Sinnhaftigkeit und dringende Notwendigkeit (im Sinne einer Zukunft ohne Ghettoisierung und die Entstehung massiver sozial-ökonomischer Problemlagen) seiner eigentlichen Idee ins Leere laufen lässt.

  24. @Bernd
    “ Was droht Ihnen, wenn Sie als Lehrer sachliche Kritik an der Flüchtlingspolitik äußern?…Der Herr Schulleiter wurde für seine Hetze ins Kultusministerium einbestellt. Er wurde verwarnt. Und das war’s.“
    Sie tun so, als sei der Spießrutenlauf für den Schulleiter ein harmloser Spaziergang gewesen. Und natürlich nennen Sie ihn einen Hetzer, was ebenfalls bezeichnend ist.
    Nach wie vor würde ich jedem Lehrer raten, vorsichtig mit dem zu sein, was er im Zusammenhang mit der Flüchtlingskrise seinen Schülern sagt. Sie selbst, Bernd, haben hier bei n4t schon mehrfach Kostproben Ihrer aggressiven Feindseligkeit gegenüber Andersdenkende geliefert. Warum sollte es sie nicht auch bei einigen Eltern geben?
    Hier zwei Leserbriefe aus der Mitteldeutschen Zeitung, die Ihnen in dem, was Sie als weitgehende Meinungsfreiheit (des Schulleiters) ausgeben, deutlich widersprechen. Es gibt eben Leute wie mich, die eine andere Wahrnehmung der Dinge haben als Sie. Das sollten Sie akzeptieren und nicht nur immer von Toleranz und Akzeptanz reden, wenn es Ihnen ins Konzept passt.
    „Leider scheint das Recht auf freie Meinungsäußerung nicht mehr zu den Grundwerten dieser Gesellschaft zu zählen. Um eine sachliche Bewertung zum erwähnten Artikel abgeben zu können, sollte man ihn in seiner Gänze lesen und nicht nur die Passagen zitieren, die Herrn Glowinski veranlassen, den Inhalt in die Nähe von Pegida- Propaganda zu rücken. Die Ängste, von denen hier die Rede ist, sind ganz reale Ängste von Eltern und verantwortungsbewussten Lehrern. Doch sachliche Diskussionen sind nicht mehr erwünscht und die Bedenken einer Mehrzahl von Bürgern werden nicht wahrgenommen. Mit der Keule „Hetze“, „Vorurteile“ und nicht zuletzt „Nazi“ kann man jede Diskussion im Keim ersticken. Ich finde es sehr bedauerlich, dass die ernste und nicht unbegründete Sorge der Lehrerschaft um ihre Schüler auch in der Mitteldeutschen Zeitung so diskreditiert wird. Dr. Uta Eichentopf, per E-Mail“

    “Ich habe den Eindruck, dass sich die MZ in letzter Zeit ausschließlich auf die Seite der politisch Verantwortlichen stellt, andere Meinungen nicht mehr zulässt und längst nicht mehr unabhängig ist. Will man denn unser Land mit Hilfe der Presse beziehungsweise Medien in den Abgrund stürzen? Übt jemand berechtigte Kritik, dann ist er sofort ein Rechter oder ein Nazi. Man glaubt anscheinend, Bürger in Zeiten des Internets für dumm verkaufen zu können. Frank Gabriel, Kelbra“

    http://www.mz-web.de/mitteldeutschland/reaktionen-zum-leitartikel-des-lehrer-verbandes-hetze-oder-volkes-stimme-,20641266,32375206.html

    • Ooooooh, der arme Schulleiter. Hat nur mal eben öffentlich eine Million Flüchtlinge unter den Generalverdacht gestellt, sich deutsches Eigentum und deutsche Mädchen greifen zu wollen – und dann muss der Arme doch tatsächlich erleben, dafür kritisiert zu werden. Ein „Spießrutenlauf“ im Ministerium, bei dem bestimmt sogar ein Zeigefinger geschwenkt wurde. Diese sensible Seele von Mensch.

      Merken Sie eigentlich nicht, wie lächerlich diese Lamoryanz in eigener Sache ist? Draufkeulen, wenn’s andere betrifft, und in Tränen darüber ausbrechen, selbst einmal kritisiert zu werden: Das ist die Haltung (kann man das wirklich Haltung nennen?), die hier und in anderen Foren von vielen gezeigt wird, die fehlende Meinungsfreiheit hierzulande beklagen.

      Ich rede übrigens nicht von Toleranz. Ich bin nicht tolerant gegenüber Intoleranten. Und ich würde auch jedem Lehrer raten, vorsichtig zu sein, rassistische oder demokratiefeindliche Äußerungen im Unterricht zu tun – ein Staatsbedienster ist schon zur Loyalität seinem Dienstherren gegenüber verpflichtet. Das hat aber mit sachlicher (!) Kritik nichts zu tun.

      Ein Herr Höcke, der das tausendjährige Reich beschwört, als Geschichtslehrer für unsere Kinder? Gott (und die Schulaufsicht) bewahre. Aber der Mann hat seinen Dienst ja quittiert …

      • Tolerieren hat ja auch mit toll finden nichts zu tun, mehr (dem Wortsinne nach) mit dulden. Akzeptieren, also gut heißen, ist eine ganz andere Hausnummer. Gerne werden in den Medien beide Begriffe synonym verwendet, sehr häufig jedoch tolerieren im Sinne von akzeptieren. Und das ist rein sachlich falsch.

      • Ins Schwarze, Bernd.

        DIE sind ALLE so, DIE sind ALLE eine Gefahr für unsere Mädchen, weil SIE Araber sind.

        Einzelne Menschen werden aufgrund ihrer Herkunft, ihres Glaubens, ihrer Haufarbe oder Ethnie zu Vertretern eine Gruppe, denen kollektiv schlechte Eigenschaften und Inferiorität unterstellt wird.

        So sieht er aus, der banale Rassismus von heute.

  25. hennes, der Kommentar des Schulleiters ist rassistisch – schlicht und ergreifend, deutlicher kann es kaum sein.

    Wenn es Ihnen in dieser Deutlichkeit nicht auffällt dann wäre es schön zu erfahren, was Rassismus für Sie ist und wo Sie die Trennlinie ziehen.

    Die von Ihnen gepostete Leserkommentare haben in meinen Augen auch keinen wirklichen Mehrwert. Freie Meinungsäußerung, berechtige Sorge, rechte Ecke, Nazikeule – sie könnten in exakt demselben Wortlaut per copy/past aus jedem AfD oder PEGIDA Forum oder auch von einigen Kommentator*innen aus diesem Forum stammen.

    Alle, die rassistisches Denken kritisieren – selbst so offensichtliches -, sind sofort Nazikeulenschwinger und Meinungseinschränker. Statt mal interessiert zu fragen, warum die Kritik kommt und ob da nicht doch was wahres dran sein könnte, wird sofort abgestritten, abgewehrt und eingeschnappt rumgeheult.

    Es ist wirklich langweilig und zeugt in meinen Augen von mangelndem Verständnis der Thematik.

    • Unglaublich, dass Sie nicht merken, wie sehr Sie hennes in dem, was er sagt, recht geben.
      Und gelangweilt, wie behauptet, sind Sie garantiert nicht. Sie und Bernd liegen doch geradezu auf der Lauer, um unerwünschte Meinungen zu attackieren.
      Gelangweilt sieht anders aus.

      • Genau. Es ist geradezu perfide, zu widersprechen. Widerspruch zeigt natürlich auf, dass wir in Deutschland keine Meinungsfreiheit haben. Meinungsfreiheit bedeutet doch, dass ich Menschen und unsere Demokratie öffentlich beschimpfen darf, wie ich will. Für diese Mühe möchte ich nicht auch noch kritisiert werden, denn Meinungsfreiheit habe ja nur ich.

        Sie haben Recht, bolle: Ich langweile mich keineswegs, diesem Gejammere etwas entgegenzusetzen. Ich bin schon der Meinung, dass aufrechte Demokraten für diese Demokratie einstehen und sich zu Wort melden sollten. Gerade in Zeiten der Hetze – wie diesen.

        • „Widerspruch zeigt natürlich auf, dass wir in Deutschland keine Meinungsfreiheit haben.“

          Der Ober auf-der-Lauer Lieger hat mal wieder hinterhältig einen Punkt gemacht.

  26. Gelangweilt bin ich von der immer gleichen Routine der Diskussion hier. Genau die hab ich in meinem letzten Post beschrieben.

    Bernd und ich haben Fragen gestellt – und das nicht zum ersten Mal

    Und ich frage mich, warum es so schwer ist, in einer anonymen Forumsdiskussion darauf Antworten zu bekommen, die eine Grundlage für weitere Diskussionen darstellen können.

    Ich verbiete niemandem das Wort. Ich frage schlicht. Tut das weh? Soll ich Herzchen vor und Smileys nach meine Frage schreiben, um hier nicht als aggressiv zu gelten?

    Diskussionen leben von gegenseitigen Bezügen. Auch sie kriegen das leider nicht hin.

    Was ist den Rassismus für Sie? Vielleicht ist das ja ein Auftakt, um endlich konkret zu werden, ohne hier immer wahlweise als Faschist, Kommunist, Nazikeulenschwinger oder Meinungsdiktator betitelt zu werden.

    Ganz ehrlich: Ich bin lieb, gerade etwas angetrunken und will wirklich nur reden.

    • Heißer Tip: Vielleicht sollten Sie erst einmal selbst genauer definieren, was Sie unter Rassismus verstehen. Dann ist der andere in der komfortablen Situation, nur reagieren und nicht Vorgaben machen zu müssen.
      Bisher habe ich noch von keiner Seite erfahren, was sie genau unter Rassismus versteht.

      • Markus, ich weiß nicht, wie lange Sie dieser Diskussion schon folgen, aber ich denke, ich habe das schon ein oder mehrere Male getan.

        Vielleicht hier nochmal in Kürze, um endlich weiterzukommen.

        „DIE sind ALLE so, DIE sind ALLE eine Gefahr für unsere Mädchen, weil SIE Araber sind.

        Einzelne Menschen werden aufgrund ihrer Herkunft, ihres Glaubens, ihrer Haufarbe oder Ethnie zu Vertretern eine Gruppe, denen kollektiv schlechte Eigenschaften und Inferiorität unterstellt wird. Das passiert meist implizit, indem sie nach doppelten Standards behandelt werden.

        SIE sind ganz anders als WIR (früher: biologisch [die Kopfform und so], heute kulturell), SIE sind eine Gefahr für UNS.

        Während WIR uns verändern, es viele Einflüsse auf unser Handeln gibt, ist bei IHNEN (als Gruppe!) die Kultur oder Religion unveränderbar und fixiert, und bestimmt für ALLE Mitglieder ihrer Gruppe das Handeln.

        Wer wirklich Interesse an einer Diskussion und an der Erarbeitung einer vielleicht wie auch immer geteilten Verständnisses von Rassismus hat, dem empfehle ich diese dreieinhalb Seite Text. Sie sind die Einleitung zu einem Buch von Mark Terkessidis, einer Koryphäe der deutschen Rassismus und Migrationsforschung.

        Das Buch erschien 2004, ist aber aktueller denn je.

        Und diese Seiten passen wirklich gut zu dem, was hier meines Erachtens nach gerade abläuft.

        http://www.isvc.org/downloads/isvc_Terkessidis_Banalitaet.pdf

        Sein sehr empfehlenswertes Buch „Interkultur“ wurde sogar von der Bundeszentrale für politische Bildung in einer Lizensausgabe verlegt.

        Ein schmales Bändchen mit allem drin was es braucht, um das migrantische Deutschland und die Mechanismen von Ausschluß und Diskriminierung zu verstehen und eine Idee davon zu bekommen, wie es in diesem Land besser (auch im Sinne der aktuellen Flüchtlingssituation) laufen könnte und sollte!

  27. Lieber Georg,

    warum wir keine Antworten auf unsere Fragen bekommen? Ganz einfach: Weil es den „Man-darf-in-diesem-Land-nicht–mal-mehr-hetzen-ohne-als-Nazi-hingestellt-zu-werden“-Märtyrern hier (und in anderen Foren bundesweit) ja nicht um einen Austausch von Argumenten geht, sondern nur ums Auswerfen von politischer Übellaunigkeit, dies sich aus allerlei speist – nur nicht aus sachlicher, konstruktiver, an Problemlösung orientierter Kritik.

    Das ist ja das Wesen des Populismus: Gefühle bedienen. Haben Sie schon mal in der Flüchtlingsdebatte, in der ja massiv Kritik an Frau Merkel geübt wird, von einem einzigen praktikablen Alternativvorschlag gehört, wie die Bundesregierung anders mit den Hunderttausenden von Menschen hätte umgehen sollen, die sich auf den Weg aus Syrien gemacht haben, als sie aufzunehmen? In Griechenland sitzen lassen? Wenn ja: Wie denn? An der deutsch-österreichischen Grenze erschießen? Es kommt – nichts. Nur dumpfe Parolen.

    • Na dann mal los, machen Sie doch mutig das, was Markus ganz richtig um 11:49 empfiehlt.
      Bevor Georg und Sie zur Beantwortung Ihrer Fragen zum persönlichen Rassismusverständnis aufrufen, legen Sie doch bitte erst selbst ein klar umrissenes eigenes Verständnis ab.
      Andere aufs Glatteis führen zu wollen und sich selbst ums Glatteis zu drücken, ist nicht gerade überzeugend.
      Also los: Beantworten Sie beide mal schnellstens Ihre eigenen Fragen!

      • Hallo Ketzer,

        ich habs hier oben drüber mal versucht. Bitte nehmen Sie sich die Zeit für die dreieinhalb Seiten, die sehr gut und schnell zu lesen sind und wichtige Punkte verdeutlichen.

        Mich würde interessieren, was Sie (und andere hier) darüber denken.

  28. Georg und ich beantworten dauernd hier irgendwelche Fragen – was seriöse Medien ausmacht, welche Strafen auf Meinungsäußerungen drohen, was Meinungsfreiheit bedeutet (und was nicht), was Populismus ist, welche ernsthaften Alternativen in der Flüchtlingspolitik bestanden (nämlich keine) etc.

    Ich führe auch hier niemanden aufs Glatteis, sondern fordere nur zu klaren Stellungnahmen auf – wie ich meinerseits klare Statements abgebe.

    Von Ihnen habe ich in diesem Forum allerdings noch nichts gelesen. Worin besteht jetzt Ihr Beitrag zu dieser Diskussion? Nichts Neues: ein persönlicher Angriffe, ein bisschen Geätze – aber nichts Substanzielles, über das sich ernsthaft diskutieren ließe. Weiter so. Auf diese Art machen Sie die intellektuelle Tieffliegerei des Rechtspopulismus in Deutschland schön anschaulich.

    • Bernd, mal ganz unter uns: Du bist mir sympathisch! 🙂

      • Außerdem noch die Begriffe „Neue Rechte“ und „Konservative Revolution“. Finde ich noch wichig zu ergänzen, weil das so zentrale Dinge gerade sind.

        Für beide Begriffe empfehle ich die Wikipedia Einträge.

  29. Hallo, Georg (um 16:38),
    ich habe die von Ihnen empfohlenen 4 Seiten gelesen. Im Großen und Ganzen sind sie o.k., auch wenn ich die eine oder andere Aussage nicht so ganz teile. Was mir jedoch fehlt, ist die Betrachtung des Rassismus aus zweierlei Perspektiven und nicht nur aus einer.
    Darum möchte ich Ihnen im Gegenzug den Artikel „Rassismus ist überall“ empfehlen, der diesem Anspruch m. E. gerecht wird.
    Z. B. dieser deutliche Abschnitt:
    „Diskriminierung und Rassismus finden wir im Alltagsleben ständig. Derartige Erscheinungen müssen bekämpft werden. Allerdings sollte man nicht den Fehler der politisch Korrekten machen und diese Phänomene isoliert sehen. Häufig besteht nämlich eine deutliche Interaktion mit einer mangelnden oder überhaupt abgelehnten Integration. Dort, wo Fremde in ein Gastland ziehen, alle Rechte, auch solche, die sie in Ihrer Heimat nicht genießen, einfordern, aber nicht einmal zu einem Minimum an Anpassung bereit sind, vielmehr den Eingesessenen ihre Kultur und Lebensart aufzwingen wollen, kommt es geradezu zwangsläufig zu Rassismus und Diskriminierung. Übersehen sollte auch nicht werden, dass Rassismus keine Einbahn ist.“

    http://www.diekriminalisten.at/krb/show_art.asp?id=1574

    • Prima Beitrag, der die Probleme der Integration stechend scharf heraus arbeitet.
      Im gesellschaftlichen Diskurs vermisse ich aber diese Ausgewogenheit.

      Nur ein Bsp.: Was passiert aktuell mit Flüchtlingen, die straffällig werden? Wenn ich nicht irre, kann das in Kanada die Rückreise bedeuten.

      • @ketzer

        Sogar in der „taz“ gibt es einen Artikel, der die andere Seite des Rassismusvorwurfs beleuchtet.
        Ich stimme Ihnen zu, dass diese Kehrseite in der Regel nicht beachtet oder bewusst unter den Teppich gekehrt wird, obwohl bekanntlich immer beide Seiten der Medaille zu einer seriösen Betrachtung gehören.

        http://www.taz.de/!5166212/

    • Zuerst mal ein aufrichtiges „Danke!“, ketzer, das Sie sich die vier Seiten durchgelesen haben und das hier auch noch offen zugeben.

      Sie sind damit einer der wenigen – ich erinnere mich spontan an zwei, wovon eine Anna war, die ja Teil des Bernd-Georg-Anna robespierresken Faschokommunisten-Mobs ist und damit eigentlich rausfällt – der meine zahlreich geposteten Links zu wissenschaftlichen Studien, Umfragen, Zeitungsartikeln nicht nur zur (wenn überhaupt) Kenntnis nimmt sondern auch noch darauf eingeht.

      So stelle ich mir eine Diskussion orientiert an wissenschaftlichen Verfahrensweisen vor – es wird argumentiert, es werden Quellenverweise angegeben, es wird kritisiert und geantwortet. Warum hat es so lange gedauert, bis ich das schreiben kann?

      Nun zu ihrem Artikel: Ich kann mich da Bernds Kommentar nur anschließen. Es wird kurz erwähnt, dass Rassismus ein Problem ist und bekämpft gehört, aber kurz darunter schon den Migranten die Schuld daran gegeben.

      „Integrationsresistenz [fett]. Diskriminierung und Rassismus finden wir im Alltagsleben ständig. Derartige Erscheinungen müssen bekämpft werden. Allerdings sollte man nicht den Fehler der politisch Korrekten machen und diese Phänomene isoliert sehen. Häufig besteht nämlich eine deutliche Interaktion mit einer mangelnden oder überhaupt abgelehnten Integration.Dort, wo Fremde in ein Gastland ziehen, alle Rechte, auch solche, die sie in Ihrer Heimat nicht genießen, einfordern, aber nicht einmal zu einem Minimum an Anpassung bereit sind, vielmehr den Eingesessenen ihre Kultur und Lebensart aufzwingen wollen, kommt es geradezu zwangsläufig zu Rassismus und Diskriminierung.“

      Allein in diesem Absatz steckt alles drin, was Rassismus in seinem Innern ausmacht.

      Kurz mal übersetzt: SIE ALLE, die „Fremden“, die „integrationsresistent“ sind, sind selbst schuld, wenn WIR (in diesem Fall die Österreicher) mal ein wenig rassistisch und diskriminierend werden.

      In diesem Absatz wird nicht nur die Gruppe „die fremden Integrationsresistenten“ konstruiert (natürlich ohne diesen Zusammenschluß mit irgendwelchen Belegen, Zahlen, Fakten, irgendetwas Belastbarem zu untermauern oder zu legitimieren ), sondern ihnen wird auch per se unterstellt, sich nicht anpassen zu wollen und unverschämt etwas einzufordern. Das ist moralisch verwerflich, also sind SIE moralisch verwerflich und damit pauschal schlecht.

      Lustig auch, das es für den Autor scheinbar ein Problem ist, wenn Menschen Rechte einfordern, die anderen Menschen im selben Land ganz selbstverständlich zustehen. Stattdessen sollte quasi ihr Herkunftsland an ihnen kleben bleiben (genau wie ihre unveränderliche, statisch fixierte Kultur, die quasi genetisch eingearbeitet ist, und damit eigentlich auch wieder zur Rasse wird) und damit in letzter Konsequenz ein gesondertes Rechtssystem für sie eingeführt werden, nachdem sie zu behandeln wären.

      Und ansonsten: „Nicht mal ein Minimum an Anpassung“? WTF? Was meint er damit? Woher bezieht er die Annahme, die in meinen Augen eine reine Behauptung ist? Wenn man sich den Bertelsmann Religionsmonitor für Deutschland anschaut, der auf Umfragen unter Tausenden Muslimen beruht, wird das genaue Gegenteil deutlich.

      https://www.bertelsmann-stiftung.de/de/themen/aktuelle-meldungen/2015/januar/religionsmonitor/

      Und ihre „Lebensart und Kultur aufzwingen“? Was wurde denn den Österreichern und auch Deutschen bisher von den „Fremden“ aufgezwungen? Pizza, Döner und Fallafel? Hab ich als Vegetarier was verpasst und man darf keine Bockwurst mehr essen? In diesem Land weiß doch noch nicht mal jemand, was auf türkisch oder arabisch „Hallo“ und „Danke!“ heisst.

      Was soll ich noch sagen…

      Vielleicht noch, das es das erste und einfachste wäre, sich den einzelnen Menschen anzuschauen und ihn nicht zu einem Teil einer Gruppe zu machen. Etwas, was wir für „die Deutschen“ wie selbstverständlich einfordern, in der Betrachtung der „Fremden“, „Muslime“, „Ausländer“ aber von jetzt auf gleich nicht mehr gelten lassen wollen.

      Tut mir leid, aber in meinen Augen ist der gepostet Artikel dafür der beste Beweis.

      • Und weils wichtig ist, hier der passende Abschnitt aus dem Terkessidis Artikel, der ziemlich genau beschreibt, was der Herr Ellinger da in seinem Kommentar vollzieht (die Anmerkungen in den eckigen Klammern sind von mir)

        „Denn ein Perspektivenwechsel kann ganz andere Aspekte beleuchten: Tatsächlich haben nur ganz wenige „Ausländer“ in diesem Lande Erfahrungen mit Gewalt oder Ex-
        tremismus, aber die meisten kennen die kleinen, banalen Ausgrenzungserlebnisse. Und es sind diese Erlebnisse, die in ihrer Serialität einen Unterschied markieren und die Menschen erst zu „Fremden“ oder „Ausländern“ machen. Für meine Untersuchung habe ich qualitative Interviews geführt – mit Migranten zweiter Generation.

        Der Ausgangspunkt war Michel Foucaults Idee der „unterdrückten Wissensarten“. Foucault ging davon aus, dass bestimmte gesellschaftliche Kategorien – wie etwa der psychisch Kranke [oder eben „der Fremde“, „der Ausländer“] – durch eine bestimmte Praxis [Ausgrenzung und Diskriminierung in Schule und Gesellschaft] erst geschaffen werden. Ist diese Kategorie einmal etabliert, dann kann über das „Objekt“ schließlich ein Wissen produziert werden [DIE ALLE wollen sich nicht integrieren].

        Den gesamten Macht / Wissen-Komplex nannte Foucault ein „Dispositiv“. Einfacher gesagt: Es entsteht ein Apparat.

        Ich gehe davon aus, dass es auch im Falle des Rassismus einen solchen Apparat gibt. Das entsprechende Wissen bezeichne ich nicht als „Vorurteil“, sondern, weil es sich um einen verbreiteten gesellschaftlichen Wissensbestand handelt, als „rassistisches Wissen“. Dieser hegemonialen Wissensform steht ein lokales, gewissermaßen un- oder gar disqualifiziertes Wissen gegenüber, das „Wissen der Leute“ – in diesem Fall: das „Wissen über Rassismus“ [der Betroffenen]. Indem dieses Wissen ins Zentrum einer Untersuchung gestellt wird, lässt sich der Apparat des Rassismus nicht nur abstrakt beschrieben, sondern in seinen konkreten Machtwirkungen auf die Betroffenen analysieren.“

      • Jetzt kapiere ich erst richtig, was „Milch der frommen Denkungsart“ hennes zu verstehen gab.
        Es ist am besten, Sie und Bernd (vielleicht auch besagte Anna?) führen Ihre Gespräche untereinander und beweihräuchern sich gegenseitig.
        Ich bin an weiterer Kommunikation ebenso wenig interessiert wie scheinbar alle hier, die vor mir schon das Vernügen mit Ihnen oder Bernd hatten.

  30. Wie beim „Es-gibt-hier-keine-Meinungsfreiheit“-Gejammer werden hier wieder Sachverhalte vermischt, die nichts miteinander zu tun haben – und, simsalabim, sind die Opfer von Rassismus eben selbst schuld am Rassismus.

    Kritik an einzelnen, bestimmten Menschen aufgrund ihres vermeintlichen oder tatsächlichen Fehlverhaltens (= nicht zu einem Minimum an Anpassung bereit) hat nichts mit Rassismus zu tun. Das ist eben Kritik, ob nun berechtigt oder unberechtigt. Rassismus bedeutet, Eigenschaften, die einer Menschengruppe zugeschrieben werden, unreflekiert auf Individuen zu übertragen: Türken passen sich nicht an, Ali ist Türke – also passt sich Ali nicht an. Das ist sehr wohl eine „Einbahn“, um bei Ihren Worten zu bleiben, weil es bei rassistischen Vorurteilen überhaupt keine Rolle spielt, wie Ali sich tatsächlich verhält. Liegt schon im Wort drin: Vorurteile.

  31. Lieber Georg, was Sie jetzt schon wieder gemacht haben? Sie nehmen die Trolle hier ernst – dabei geht’s keinem von den Motzkis hier um eine ernstzunehmende Diskussion.

    Aus Wikipedia: „Als Troll bezeichnet man im Netzjargon eine Person, welche Kommunikation im Internet fortwährend und auf destruktive Weise dadurch behindert, dass sie Beiträge verfasst, die sich auf die Provokation anderer Gesprächsteilnehmer beschränken und keinen sachbezogenen und konstruktiven Beitrag zur Diskussion enthalten.“ Davon sehe ich hier einige.

  32. Naja, ich will hier niemanden pauschal verurteilen (das fordere ich ja auch ständig) sondern würde einfach wirklich gerne weiterkommen. Und frage mich deshalb, warum ketzer jetzt aussteigt.

    Er hat einen Artikel gepostet und ich habe darauf geantwortet, genau wie vorher er. Das ich den Kommentar nicht gut finde habe ich anhand mehrerer Beispiele deutlich gemacht und auch argumentaiv begründet, unter anderem mit Verweis auf den sowas von passenden Abschnitt aus dem Terkessidis Artikel (den ketzer ja vorher gelesen hat), desses Kenntnis der Materie durch seine langjährige Arbeit in dem Bereich und seine zahlreichen Publikationen nun wirlich nicht in Zweifel gezogen werden kann.

    Und der Verweis auf den Bertelsmann Integrationsmonitor kanns ja nun auch nicht gewesen sein – als linksgrün-versifft ist die Bertelsmann Stifung ja nicht gerade bekannt und auch methodisch dürften die sich unsauberes Arbeiten nicht leisten können.

    Was also dann? Ich hoffe, ich bekomme da noch eine Antwort.

  33. Wow, mehrnachdenken, Sie reagieren mal nicht mit Verweisen auf Meinungsartikel sondern beziehen sich auf richtige Argumentationen, die sogar auf Studien verweisen und sich kritisch mit ihnen auseinandersetzen.

    Es geht doch, damit lässt sich doch arbeiten. Weiter so auf diesem Weg, ich kann Sie da nur bestärken. 😉

    Auch ich habe Kritik an der Bertelsmann Stiftung, hinsichtlich ihrer mangelnden Kontrolle als bildungspolitischer Akteur sogar aus ganz ähnlicher Richtung wie Herr Kraus. Sonst teile ich zwar nicht viel mit ihm, aber in dem Fall bin ich ganz seiner Meinung.

    Trotzdem kucke ich mir gerne im Detail an, was geschrieben und gefragt wurde und urteile nicht pauschalisierend – ganz im Gegensatz zu einigen in diesem Forum, für die das anscheinend zum guten, rebellischen, „da wird man doch woh noch pauschalisieren dürfen“ Ton gehört.

    Und nein, keine Sorge, ich werde ihnen keine neuen „Märchen“ erzählen, die ich dann mit Links, Verweisen und Literaturangaben zu untermauern suche, um meine Argumentation nach wissenschaftlichen Kriterien zu begründen.

    Denn ich will Sie auch gar nicht überzeugen, das ist verlorene Liebesmüh. Und deswegen brauchen Sie mir auch gar nicht zu antworten.

    Wer m. E. wie Sie nur nach Bestätigung der eigenen Meinung sucht, ist für eine Dikussion auch denkbar ungeeignet. Aber vielleicht habe ich ja andere Leute erreicht, die hier mitgelesen haben und sich nicht mangels Verständnis dessen, was Gender Mainstreaming eigentlich bedeutet – und stattdessen Meinungsartikeln von wackeren Anti-„Genderisten“ posten, die ganz ernsthaft glauben, einen Vergleich der Dotierung von Professuren in einer fachlichen Diskussion als Bestätigung ihrer eigenen Position unterbringen zu können und ganz nebenbei noch den Berufsstand des Lehrers disqualifizieren zu können, ohne das Ihnen das irgendwie aufstossen würde, mehrnachdenken (Sie sind doch Lehrer, oder?)-, kindlich-naiv am „mann“ in Bertelsmann stoßen.

    • Weil ich gerade Lust und Zeit hatte, hab ich mir mal spassenshalber eine der von Kraus kritisierten Studien angeschaut und mir eine der Aussagen herausgepickt, die mir besonders hanebüchen vorkam. Es geht um die Klassenwiederholungsstudie von Klemm.

      Herr Kraus behauptete, dass „… die sozialpolitisch und pädagogisch durchaus relevante Frage, ob es denn nicht des Geldes wert sei, Sitzenbleibern ein Jahr zur Konsolidierung zu gönnen, gar nicht erst gestellt.“ werde. Das hörte sich für mich schon ganz schön eigenartig an, gerade wenn sich jemand wie Klemm mit dem Thema beschäftigt.

      Ziemlich eindeutig geht Prof. Klemm darauf ein, ja er widmet der pädagogischen Sinnhaftigkeit von Wiederholungen sogar einen eigenen Unterpunkt und verweist sogar auf internationale Erfahrungen. Und was da rauskommt? Nun ja: Es ist pädagogisch – und damit auch ökonomisch – nicht sinnvoll.

      „Im Gegensatz zu den Erwartungen, die mit dem Einsatz von Klassenwiederholungen verbunden
      werden, kommt die empirische Schulforschung bezüglich der Wirkung von Klassenwiederho
      lungen zu einem überwiegend kritischen Urteil. Folgt man den zusammenfassenden Darstell
      ungen von Tillmann/Meier (2001, S. 468 ff.) und Krohne/Tillmann (2006), so belegen die deutschen Studien, dass Klassenwiederholungen bei den Repetenten keinen nachhaltigen Effekt haben.

      […]

      Die Einschätzung, dass Klassenwiederholungen keine nachhaltig günstigen Wirkungen haben,
      wird auch durch internationale Studien gestützt. Tietze/Rossbach gelangen bei ihrem Überblick
      über mehr als 60 dieser Untersuchungen zu einem eindeutigen Urteil: „Über alle Studien hin
      weg zeigen sich im Durchschnitt Vorteile der versetzten Schüler im Vergleich zu den nicht ver
      setzten […] Besonders ausgeprägt sind die Unterschiede bei den Schulleistungen. Der Vergleich sitzengebliebener Kinder mit gleich leistungsschwachen, aber versetzten Schülern zum gleichen Alterszeitpunkt ergibt deutliche Leistungsunterschiede zuungunsten der Sitzenbleiber […]“. Darüber hinaus gilt sogar, dass „[…] der Leistungsabstand im Verlaufe der folgenden Schuljahre noch zunimmt“ (Tietze/Rossbach 1998, S. 467).

      http://www.bagkjs.de/media/raw/Bertelsmann_Studie_Sitzenbleiben.pdf

      Eine kurze Recherche und schon steht der gepriesene Herr Kraus nicht mehr ganz so gut da.

  34. Volker Pispers ist bekannt? Für mich einer der besten Kabarettisten in Deutschland. Hier ist der Mitschnitt seines bisher letzten Programmes vom Nov. 2015, in dem er auch den deutschen Blätterwald nicht verschont. Ein wenig Zeit sollten Sie sich schon nehmen, aber ich meine: Jede Minute lohnt sich!
    Nach der Sendung werden Sie möglicherweise einen etwas anderen Blick auf unsere Gesellschaft werfen.

    http://www.wdr5.de/sendungen/unterhaltungamwochenende/volker-pispers-solo-bis-neulich-102.html

    • Ich finde ihn auch super. Politisch steht er mit seinem Programm noch wesentlich weiter links als ich, was natürlich nicht jedem gefallen dürfte …

  35. Ein Fernsehtipp:

    http://www.daserste.de/unterhaltung/talk/maischberger/sendung/tabupartei-afd-deutschland-auf-dem-weg-nach-rechts-100.html

    Die heutige Diskussion (22.45 h) verspricht eine muntere Runde zu werden.

    Tn:

    Frau Petry – Herr Stegner – Herr Henkel – Herr Köppel – Herr Augstein – Herr Schlinkert

    Ich bin gespannt, wie Frau Maischberger bei dieser „explosiven“ Mischung die Kontrolle behalten will.

  36. mehrnachdenken

    Lügenpresse?
    Zwei ehemalige Mitarbeiter des NDR haben dazu eine klare Meinung:

    http://m.heise.de/tp/artikel/47/47821/1.html?wt_ref=https%3A%2F%2Ft.co%2FqKn6CQSj4t&wt_t=1459706820636

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