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Lehrerverband kontert Eisenmann: «Schreiben nach hören» nicht grundsätzlich verdammen

STUTTGART. Der Lehrerverband VBE fordert einen differenzierten Umgang mit der Methode «Schreiben nach hören» in der Grundschule. Das Kultusministerium habe keine Handhabe, den weit verbreiteten Ansatz, Kinder schnell zum Schreiben zu bringen, abzuschaffen, sagte Landeschef Gerhard Brand am Montag in Stuttgart.

Will "Schreiben nach Gehör" aus den Grundschulen verbannen: Baden-Württembergs Kultusministerin Eisenmann. Foto: Kultusministerium Baden-Württemberg

Will “Schreiben nach Gehör” aus den Grundschulen verbannen: Baden-Württembergs Kultusministerin Eisenmann. Foto: Kultusministerium Baden-Württemberg

Kultusministerin Susanne Eisenmann (CDU) hatte geäußert, dass das «Schreiben nach hören» im Südwesten der Vergangenheit angehören solle. Damit reagierte sie auf das schlechte Abschneiden der Neuntklässler bei der Rechtschreibung in der jüngsten IQB-Studie. Sie waren bei der Orthografie vom zweiten Platz im Jahr 2009 auf den zehnten Rang 2015 abgesackt.

Der Trend gehe derzeit dahin, die Kinder von Anfang an an die Rechtschreibung zu gewöhnen, weil sei einmal eingeübte Fehler schwer wieder korrigieren könnten, erläuterte Brand. Aber die Lehrer, die in ihrer Ausbildung beide Methoden lernten, müssten sie die Wahl je nach Situation vor Ort treffen dürfen. Er halte es für möglich, dass Eisenmann ihre klare Ansage nicht mit dem Brecheisen umsetzen werde. «Das wird sie nicht durchhalten und wäre pädagogisch auch nicht klug.» dpa

Zum Bericht: Nach dem IQB-Desaster: Ministerin Eisenmann stellt Qualifikation von Lehrern infrage – und verbietet „Schreiben nach Gehör“

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