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Immer mehr Seiteneinsteiger jetzt auch in den Kitas: GEW befürchtet sinkende Qualität der Bildungsarbeit

BERLIN. Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) stellt sich gegen Pläne des Berliner Senats, wegen des Erziehermangels an Kitas mehr Quereinsteiger einzustellen. «Die geplante Neuregelung droht die Qualität der Bildungsarbeit an den Kitas zu verschlechtern», erklärte die Berliner GEW-Vorsitzende Doreen Siebernik am Montag. «Erzieher leisten heute eine wichtige pädagogische Arbeit», betonte sie. «Sie setzen das anspruchsvolle Berliner Bildungsprogramm um. Das kann von schlecht ausgebildeten Quereinsteigern nicht gewährleistet werden.»

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Nach Angaben Sieberniks sollen künftig bis zu 33 Prozent ursprünglich nicht in dem Beruf ausgebildete Erzieher an Berliner Kitas arbeiten dürfen, bisher sind es 25 Prozent. Am 20. April habe die Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie die Kita-Träger und Bezirksämter über die Neuregelung informiert. «Zudem wird durch den Einsatz von Sozialassistenten das Fachkräftegebot für Erzieher aufgeweicht», fügte Siebernik hinzu. Aus ihrer Sicht müssen Anreize für zusätzliche Fachkräfte geschaffen werden, statt Kindertagesstätten weiter für Nichtfachleute zu öffnen.

Angesichts eines ungebremsten Wachstums der Stadt will der Senat die Zahl der Kita-Plätze bis 2019/2020 um 30.000 auf 193.000 erhöhen. Dazu werden etwa 4800 zusätzliche Erzieher benötigt. Sie zu finden, ist auch deshalb schwierig, weil Erzieher im benachbarten Brandenburg laut Gewerkschaft mehr verdienen als in Berlin. Grund: Die Berliner werden nach Länder-, die Brandenburger nach Kommunaltarif bezahlt. dpa

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