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So kann Inklusion funktionieren: Stets eine Lehrkraft, ein Sonderpädagoge und ein Helfer im Unterricht – aber wo gibt’s das?

AACHEN. Streitthema Inklusion: Funktioniert nicht, sagen die Kritiker. Aber wo es funktioniert, haben Kinder wie Hannalena sehr viel davon. Leider ist das Konzept einer Aachener Grundschule kein Patentrezept – mangels Personal. Drei Erwachsene, die jede Unterrichtsstunde begleiten, hat nun mal kaum eine Schule zur Verfügung.

Auch an anderen Schulen klappt die Inklusion. Die Grundschule Langbargheide in Hamburg zum Beispiel wurde für ihre inklusive Arbeit mit dem Jakob-Muth-Preis 2012 ausgezeichnet. Foto: Bertelsmann Stiftung / Ulfert Engelkes

Auch an anderen Schulen klappt die Inklusion. Die Grundschule Langbargheide in Hamburg zum Beispiel wurde für ihre inklusive Arbeit mit dem Jakob-Muth-Preis 2012 ausgezeichnet. Foto: Bertelsmann Stiftung / Ulfert Engelkes

Jens Retsch sieht, wie selbstverständlich seine Tochter Teil dieser Schulklasse ist: Sie lernt mit nicht-behinderten Kindern in der Aachener Gemeinschaftsgrundschule Am Höfling. Das Mädchen mit Down-Syndrom bekommt zu Hause Besuch von ihren Schulfreundinnen ohne Handicap. Trotzdem: Nach den Sommerferien wird Hannalena auf eine Förderschule wechseln. Die Wunsch-Schule der Familie ist mit der Inklusion noch nicht so weit und kann Hannalena nicht aufnehmen.

Enttäuschung schwingt mit: «Was ich schade finde ist, dass Hannalena jetzt aus der Gesellschaft verschwindet», macht der Vater deutlich, dass es bei dieser Schul-Entscheidung um sehr viel mehr geht. Jens Retsch weiß, was seine Tochter verliert – auch wenn die Pädagogen an der neuen Schule sicher auch sehr gut sind.

Gastbeitrag zur Inklusion: „Nicht eine Schule für alle, sondern für jedes Kind die beste!“

Sein nicht-behinderter Sohn geht auch auf die Schule Am Höfling. Der Vater ist sicher, dass Inklusion funktionieren kann – allem schulpolitischen Streit um den Rechtsanspruch in Nordrhein-Westfalen zum Trotz. In Nordrhein-Westfalen gibt es seit dem Schuljahr 2014/15 einen Rechtsanspruch behinderter Kinder auf Unterricht in Regelschulen. Der Anspruch wurde zunächst in den Klassen 1 und 5 wirksam.

«Eine Schule muss Inklusion wollen», nennt Tina Sander vom Kölner Elternverein Mittendrin eine wichtige Voraussetzung fürs Gelingen – neben dem Willen sei aber auch auch Kreativität nötig. Das zeigten die Positiv-Beispiele in Nordrhein-Westfalen. «Ganz wichtig ist, dass die gesamte Schule Verantwortung übernimmt und man nicht sagt: Da ist nur der Sonderpädagoge zuständig.»

Altersgemischter Unterricht

Am Höfling wurden schon geistig behinderte Kinder unterrichtet, als die Inklusion noch Integration hieß, also in den 1990er Jahren. In der Schule läuft einiges anders: Es gibt keinen Frontalunterricht und in den Klassen lernen Kinder aus vier Jahrgangsstufen zusammen.

8 Uhr morgens in der Froschklasse: 24 Kinder sitzen im Rund zusammen und singen mit dem Klassenlehrer, der Sonderpädagogin und der Inklusionshelferin ihr Guten-Morgen-Lied. Sofia hat den Kindern den abgebrochenen Milchzahn mitgebracht: «Fallen die Zähne von alleine raus?», fragt ein Kind den Klassenlehrer Dietrich Marold.

An die Arbeit: Die Kinder setzen sich in kleinen Gruppen an die Tische, packen Stifte und Arbeitshefte aus, einige rechnen, andere üben schreiben. «Die Kinder haben einen Arbeitsplan und können nach ihrem Tempo arbeiten», sagt Klassenlehrer Dietrich Marold. Die Lehrer gehen von Tisch zu Tisch und helfen jedem einzelnen Kind.

Auf dem ersten Blick sieht man es nicht. Aber tatsächlich sind acht Kinder in der Klasse, die spezielle Hilfen brauchen: Etwa wegen emotionaler oder sozialer Probleme, geistiger oder körperlicher Behinderungen. «Wenn die in Jahrgangsstufen sitzen würden, bekämen sie im 4. Schuljahr nichts mehr mit», beschreibt Marold den Vorteil des altersgemischten Unterrichts. Selbst wenn Kinder eine Klasse wiederholen müssen, bleiben sie im vertrauten Umfeld.

VBE-Gutachten zur Inklusion: Zahl der Schüler mit emotional-sozialen Entwicklungsstörungen wächst dramatisch – und die Probleme werden klein geredet

Drei Erwachsene für 24 Kinder an diesem Tag – eine ganz normale Besetzung, wie Marold versichert. Für Kinder wie Hannalena mit einem höheren Förderbedarf bekommt die Schule mehr zusätzliche Lehrerstunden als etwa für ein Mädchen mit einer Verhaltensstörung. Diese Mischung mache es möglich, dass für diese Kinder konstant Fachkräfte da seien, sagt stellvertretende Schulleiterin Katrin Weber.

«Die Kinder sitzen dann nicht nach zwei Stunden in der Ecke, weil die Förderlehrerin geht und sie dem Unterricht nur noch schwer folgen können», verweist Hannalenas Vater auf die Situation in anderen Schulen. Und noch etwas ist ihm wichtig: Die Schere in der Schule gehe nicht so auseinander wie in Schulen mit Klasseneinteilung und Frontalunterricht. «Wenn jüngere Kinder in die Klasse kommen, kann sie ihnen auch etwas zeigen. Das ist ein schönes Erfolgserlebnis.» Von Elke Silberer, dpa

Eine Grundschullehrerin verzweifelt an der Inklusion: „Wenn ich gewusst hätte, was auf mich zukommt, hätte ich einen anderen Beruf gewählt“

169 Kommentare

  1. «Eine Schule muss Inklusion wollen» – wenn also unsere Kolleg*innen mit Inklusionskindern am Rande ihrer Kräfte sind, wollen die das einfach nicht genug und sind nicht kreativ genug?? Da macht es sich jemand aber ganz einfach. Was fehlt, sind die grundsätzlichen Rahmenbedingungen. Wenn ich in allen Stunden noch 2 pädagogisch geschulte Begleitkräfte in meiner Klasse hätte, würde die Arbeit mit 3 L-Kindern und mindesten 2 ESE-Kindern bestimmt auch viel besser funktionieren. Hier wird auf Kosten der Kinder und der Lehrer den Eltern mit schönen Worten einfach nur ein Sparmodell verkauft. Selbst wenn die Eltern bei uns eine Förderschule für ihr Kind wünschen würden – im Grundschulbereich werden die Schulen für Lernen nach und nach zugemacht. Die derzeit nächstliegende ist 20 km entfernt. Wer bringt denn sein Kind dorthin, auch wenn es vielleicht die für das Kind viel besser geignete Schule wäre? Also bleiben alle bei uns – und ich bleibe allein mit 26 Kindern, die ich alle individuell fördern und fordern soll.

    • PseudoPolitiker

      Hochoffiziell als „Beauftragter der Bundesregierung für Belange behinderter Menschen“ brachte Hubert Hüppe vor einigen Jahren das geflügelte Wort in Umlauf: „Wer Inklusion will, sucht Wege, wer sie nicht will, sucht Begründungen.“
      Mit dem unseligen Geist dieses Satzes, der vernunftgesteuerte Skeptiker und Gegner im Voraus mit der roten Karte belegte, wurde die Inklusion durchgesetzt.
      Hier Herrn Hüppes vom Bundesadler geschmückte Ausführungen, deren Überschrift die zitierte Behauptung ist:

      https://www.behindertenbeauftragter.de/SharedDocs/Downloads/DE/Bilanz.pdf?__blob=publicationFile

      Heute setzt sich immer mehr die Erkenntnis durch, dass die Inklusion mehr Sparmodell als Menschenrecht ist und allgemeine Zustimmung (auch unter Lehrern) nur über den Verkauf falscher Vorstellungen gelang.

    • So, jetzt ist´s mit der Löhrmann aus,
      fliegt aber nicht aus dem Parlament heraus.
      Diese war uns stets ein Graus.
      haute stets Reformen raus.
      Endlich ist der Spuk vorbei,
      von der großen Reformerei.
      Jetzt gib´s etwas schon zu tun.
      müssen alles besser tun.
      Aus sind nun die Reformen,
      welche Schüler sollte formen,
      zu nem anderen Wesen,
      daran sollte dann die Welt genesen,
      alles ohne neue Spesen.
      Diese Rechnung geht nicht auf,
      setzt gar neue Schulden drauf.
      Diese wollte sie nicht scheuen,
      sollten wir das noch bereuen.
      Löhrmann setzt sich jetzt zu Ruh,
      träumt von Reformen in aller Ruh.

      • ProblemkindSchule

        Es ist immer wieder interessant, was Lehrer (ich nehme an, Sie sind einer) so meinen, wer Ihnen die güldenen Gaben bringt…
        Hr. Laschet hat meiner Ansicht bisher weder mit Wissen um inklusive Konzepte noch mit Finanzplänen für marode Schulen und Konzepten für eine Lehrerschwämme geglänzt.
        Ich bin gespannt, ob die CDU den Mumm und die Weitsicht hat, das Kooperationsverbot anzugehen.

        • Frau Löhrmann meinte sinngemäß, Ihre Bildungspolitik habe die „güldenen Gaben“ vorangetrieben, doch die Bürger und Lehrer seien davon wohl „überfordert“ gewesen.
          Deswegen hoffe ich, dass die CDU es mit weniger glänzenden, dafür aber nützlichen und praktikablen Gaben versucht. Güldene Luftschlösser sollten sie weiterhin der SPD und den Grünen überlassen.
          Herr Wrobel ist meiner Beobachtung nach übrigens kein Lehrer.

          • ProblemkindSchule

            „Nützlich und Praktisch“ – davon habe ich weder von Hr.n Laschet noch von Hr.n Lindner etwas gehört, bilde mich aber gern weiter: Bitte lassen Sie mir doch bitte „die güldenen Gaben“ dieser beiden zukommen, Beate und Hr. Wrobel. Danke!

          • Beide, sowohl Herr Laschet als auch Herr Lindner, haben etliches dazu gesagt. Dass ich dies wiederhole, bringt nichts, wenn es auf taube Ohren stößt und es dann vorwurfsvoll heißt: „Ich habe nichts gehört“.

          • ProblemkindSchule

            Ich höre zu, auch wenn Sie sich gefühlt wiederholen! Woher Hr. Laschet Geld und Lehrer nehmen will, habe ICH nicht vernommen. Welche Fortbildungen und Qualitätsmerkmale eines inklusiven Unterrichts -über die Anzahl des Personals und das Vorhandensein eines Sonderpädagogen hinaus- in den Fokus zu nehmen sind, auch nicht.
            Das kann man sich ganz kurz beantworten, sollte dazu tatsächlich etwas gesagt worden sein.

  2. Küstenfuchs

    Sie treffen genau den Punkt! Aus Sicht der Eltern haben Lehrer ganz selbstverständlich mehr zu arbeiten als andere Arbeitnehmer, dieser aus meiner Sicht unverschämte Haltung steckt in dem Satz „Eine Schule muss Inklusion wollen“.

    • ProblemkindSchule

      Also an den Schulen, an denen nach Ihren Worten „Inklusion funktioniert“ ist es tatsächlich so, dass das gesamte Kollegium „will“. Weil, wenn man will, und dass heißt, man ist der Meinung, alle Kinder gehören unaussortiert dazu, dann findet man Lösungen, sucht sich Hilfe, besucht Veranstaltungen, tauscht sich aus, arbeitet zusammen.
      V.a. ist dort die Auffassung zu finden, wir stehen zum Kind und das merkt auch ein problematisches Kind.

      Also ich möchte den Fokus hier eher auf den Umkehrschluss der Aussage, die Küstenfuchs kritisiert, lenken: Noch so viele Lehrer, Weiterbildungen und mehr Gehalte und mehr Zeit und überhaupt, werden zu einer Verbesserung bringen, wenn sich nicht das bestehende System umkrempelt, also eine ganze Schule sagt: Ja. Und dafür tun wir alles, was möglich ist, zusammen (auch mit den Eltern).

      Das hat nichts mit dem Klischee zu tun, die Eltern meinten, die Lehrer sollten mehr arbeiten. Mehr von dem, was nicht funktioniert, hat noch nie eine Lösung gebracht. Es muss dann schon anders sein, und zwar so anders, dass es unterschiedlichen Kindern gerecht werden kann. Ich kenne keine Eltern, die Lehrern, die sich hier auf den Weg machen und signalisieren, sie stehen zu allen Kindern und suchen nach der bestmöglichen Lösung, sei es noch so unperfekt, kein Wohlwollen entgegen bringen würden.

      • Axel von Lintig

        Problem mit der Schule

        Ich gehe so weit zu behaupten, dass Inklusion allen mehr schadet, als dass sie nutzt.
        Und unter anderem deshalb wurde Frau Löhrmann abgewählt. Weder die meisten deutschen Eltern mit Kinder mit Förderbedarf wollen diese Art von Inklusion, in der die Kinder ständig überfordert werden oder ständig vor Augen geführt bekommen, dass sie Aufgaben nicht lösen können, welche andere mit Leichtigkeit lösen.
        Und auch die Lehrer werden fast vollständig alleine gelassen, erhalten kaum Unterstützung und arbeiten ständig an ihrem Limit. Dadurch ist niemandem geholfen.
        Außerdem hatte die UN-Menschenrechtskonvention ein anderes Ziel, nämlich zu erreichen, dass Kinder in der dritten Welt mit Behinderungen wenigstens eine Schule besuchen können. Aber man hat diese Konvention hier umgedeutet und sie für Einsparungen genutzt , um die Förderschulen zu schließen. Und schließlich spielen auch noch ideologische Gründe mit in die Entscheidung für diese Art von Inklusion eine Rolle und sind zum Hauptgrund für diese Art von Umsetzung geworden.
        Der Wähler hat entschieden und es auch gut, dass klare Zeichen gesetzt wurden. Schließlich wurde man gezwungen gegen seine politische Richtung zu wählen damit der gesamte Spuk der Inklusion beendet wird.Und so wird es auch kommen.Darauf können Sie sich verlassen. Reaktionär und rückschrittlich sind die Grünen mit ihrer ideologischen Weltsicht und ihrer missionarischen Bevormundung anders Denkender.
        Gute Förderschulen wurden aus finanziellen Gründen bereits geschlossen.Damit ist jetzt Schluss.

        • Axel von Lintig

          es ist auch

          • Jedes Ihrer Worte möchte ich dick unterstreichen, Herr von Lintig.

          • ProblemkindSchule

            Diese Darstellung ist fehlerhaft.

            Die Förderschulen werden geschlossen,wenn die Mindest-Schülerzahlen nicht mehr vorhanden sind, vorher nicht. Die Planung sah vor, dass sich zwangsläufig durch die von den Förderschulen abwandernden Schüler, auch die Sonder-Lehrerstellen an die Regelschulen verlagern.

            Diese Rechnung konnte nicht vorhersehen, dass ganz plötzlich ein enormer Anstieg von plötzlichen Förderschülern unter der bereits an den Regelschulen vorhandenen Schülerschaft auftritt – ausgerechnet nach Einführung des 9.SchRÄG. Dieser ist nicht plausibel mit einer plötzlichen geistigen Degeneration der Bevölkerung zu erklären.
            Auch wurde diese Planung ohne die vorhandenen Beharrungs- und Widerstandskräfte gemacht.

            Rechtsanspruch zurückdrehen und Moratorien für alle -sowohl gut arbeitende als auch schlecht arbeitende (Zur Erinnerung 75% aller Förderschüler verlassen die Sonderschulen ohne Abschluß.) Sonderschulen, diese als Zwergenschulen erhalten und inklusive Konzepte schuldig bleiben, wird in punkto Inklusive Gesellschaft nichts voranbringen. Was nichts voranbringt und rückwärts gewandt ist, ist nach Definition reaktionär.

            Die Verwirklichung eines Menschenrechts ist demnach nicht reaktionär, sondern die Beharrungskräfte, die dies unmöglich machen bzw. dem entgegenarbeiten.

            Der Rechtsanspruch hingegen bringt etwas voran, natürlich nur für Menschen, die aufgeklärt und vorwärtsgewandt denken und dieses Mittel entsprechend einsetzen.

            Es ist auffällig, dass in der Regel Eltern von Kindern mit Sprachförderbedarfen und Lernbedarfen hier große Widerstände leisten. Sie sollten zur Kenntnis nehmen, dass es auch andere Behinderungen gibt, auf deren Kosten es nicht sehr nett ist, inklusive Bestrebungen zu torpedieren. Nicht alle haben diese Perfektionsansprüche, sondern wollen erst einmal ihre Kinder aus dem Sondersystem befreien und ihnen ermöglichen, sich in der normalen Gesellschaft zu sozialisieren. Perfektionsanspruch zur Förderung – Pah!

            Die Förderschulen müssen zwangsläufig geschlossen werden. Kostengründe sind hier eher dahingehend ausschlaggebend, dass nicht jede Zwergenschule finanzierbar ist.

            Ich bewerte es als einen falschen Weg, gerade ansgesichts der Widerstände, beide Systeme, Regel- und Sonderschule, eine Weile zu behalten, wie es Rot-Grün getan hat.
            Das war ein Fehler. Es hätte sofort eine Totalschließung erfolgen müssen, wie es in Südtirol gemacht wurde und alle dadurch freiwerdenen Resourcen zur Verwirklichung des Menschenrechts an den Regelschulen einzusetzen.

          • @ProblemkindSchule
            Einen sehr guten Artikel der Redaktion von news4teachers zur Inklusion und ihrem leichtfertigen Beschluss im Bundestag möchte ich Ihnen empfehlen:

            http://www.news4teachers.de/2015/02/keine-weiteren-kosten-wie-leichtfertig-der-bundestag-das-inklusionsgesetz-verabschiedete/

          • ProblemkindSchule

            Ich sage dazu nur noch:
            „Problem talk creates problems; solution talk creates solutions.“
            Steve de Shazer

          • ProblemkindSchule

            „Problem talk creates problems; solution talk creates solutions.“
            Steve de Shazer
            siehe oben

          • Wie oft wollen Sie uns den Spruch denn noch vorsetzen?
            Und warum machen dann auch Sie hier dauernd „problem talk“?

            Anscheinend sehen Sie Ihre Beiträge als reinen „solution talk“ und die Ihrer Mitdiskutanten als reinen „problem talk“. Ziemlich schräg finde ich das.
            Die Probleme der Inklusion für sowohl Schüler wie Lehrer können und dürfen nun mal bei der Suche nach Lösungswegen nicht unter den Tisch gekehrt oder kleingeredet werden und Ihrer wortreichen Inklusionsbegeisterung durch schöne Theorie das Talk-Feld überlassen.
            Nehmen Sie’s gelassen, dass andere, die täglich mit der Inklusionspraxis zu tun haben, gar nicht anders können, als Ihnen weitgehend zu widersprechen.

        • Axel von Lintig

          Nicht die bestehenden Schulen sind ein Problem, sondern die inakzeptablen und übertriebenen Ansprüche einzelner Eltern und die Ideen einzelner ideologisch durchtriebener Politiker sind zum Problem für den Rest der im System Schule Betroffenen geworden.
          Sie haben uns anscheinend immer noch nicht verstanden. Ihr seid abgewählt.

          • ProblemkindSchule

            In Luxemburg findet man es nicht als überzogenen Anspruch, Klassen mit 12-14 Kindern von 2 Lehrern zu unterrichten. Und da sind noch nicht mal sogenannte behinderte Kinder dabei.

            Ich beobachte, dass es Menschen gibt, die „normale Pädagogik“ „können“ und welche, die das nicht können. Bei letzeren beobachte ich überproportional, dass sie meinen, das ist so, weil es eine „Spezialpädagogik“ gäbe, die sie nicht gelernt haben und daher nicht können. Leider auch überproportional bei Lehrern. Da ist noch viel am Selbstbild und den Studien-Zulassungsbedingungen zu verändern.

            Das sind die Ergebnisse meiner Erfahrungen mit vielen Menschen, keine Hypothesen. Das oftmals hier Geäußerte bestätigt diese vollständig.

          • Wir sind aber nicht in Luxemburg und haben in der Regel größere Klassen als 12-14 Kinder und von 2 Lehrern ist keine Rede: 2 Std. pro Woche pro Klasse, ob da 0 oder 10 i-Kinder sitzen, ermöglichen keine Förderung, sondern nur eine Aufbewahrung.
            In Niedersachsen haben SPD und CDU das gemeinsam entschieden – zu genau diesen Bedingungen, die von Beginn an weit schlechter waren als in vielen anderen Bundesländern.

            Förderschulen wurden geschlossen – in Niedersachsen ist es keine Abstimmung der Füße, sondern schlichtweg per Erlass angeordnet: die FöS Lernen läuft seit 8/13 aus, gleiches gilt für die FöS ESE, die es aber ohnehin nicht flächendeckend gab. Sprachlernklassen haben nach Protesten Bestandsschutz und weiterhin einen sehr hohen Wert an Rückbeschuung in die Regelschulen nach abgeschlossener Sprachtherapie. Alle anderen Schwerpunkte haben die Wahl.

            Es ist ja nun nicht so, dass die Lehrerinnen, die hier schreiben, keine Erfahrung mit Inklusion hätten. Wer aber ein funktionierendes System haben möchte, sollte auch entsprechende Bedingungen herstellen. Nicht in 50 oder 100 Jahren, sondern möglichst bald.
            Da kann es eine Übergangszeit geben, aber ich verstehe nicht, dass nach Modellschulen und Vorläufer-Systemen und kompletter Umstellung für sämtliche Schulen vor 4 Jahren immernoch kaum Unterstützung für die Schulen vorhanden ist. Davon, dass doppelte Lehrkräfte in die Klassen kommen, spricht keiner – angesichts des Lehrermangels ist das auch gar nicht möglich.

            Mich nervt eine Geiz-ist-Geil-Mentalität in der Bildungspolitik: alles haben wollen, selbst nichts tun oder bezahlen, aber die Arbeit unbezahlt oder unterbezahlt bei anderen abladen.

            Dass ich die Bedingungen mehr als schlecht finde, bedeutet nicht, dass ich morgen einem meiner vielen förderbürftigen Schüler keine Beachtung mehr schenke, aber ich kann gut nachvollziehen, warum viele Menschen die Inklusion bei derzeitiger Umsetzung nicht gut finden.
            Fair wäre gewesen, gerade die Umstellung mit mehr Ressourcen zu begleiten und die Gesellschaft mit Informationen vorzubereiten.

            Der Anspruch der Inklusion war offenbar nie, gute Bedingungen zu schaffen, sondern zu sparen. Die Wirklichkeit zeigt das inzwischen deutlich. Und weil Vision, Anspruch und Wirklichkeit nicht zusammen passen, sind jetzt auch die enttäuscht, die zuvor in der gemeinsamen Beschulung eine gute Sache sahen.

          • ProblemkindSchule

            Mein Hinweis auf Luxemburg bezog sich auf die Äußerungen des Hr. von Lintig, der behauptet, die Schulen seien kein Problem, sondern Politiker, die versuchen (mit mehr oder weniger Erfolg), ein Menschenrecht umzusetzen und die Eltern, die das für ihr Kind wollen.
            Große Klassen sind für mich ein Problem der Schulen. Und deshalb frage ich mich, warum hier nichts getan wird, stattdessen alle möglichen Probleme des Schulsystems auf „die Inklusion“ projeziert werden. Mit einem besser aufgestellten Schulsystem würde „die Inklusion“ auch bessere Gelingensbedingungen vorfinden.
            Nach den Erfahrungen, die ich hier geteilt habe, wundert es mich eigentlich, dass sich kein Lehrer darüber aufregt, dass in Klassen mit 2 Lehrern Inklusion daneben geht. Dass diese sich also auf den Bemühungen vieler Lehrer, die unter viel schwierigen Bedingungen positive Inklusionserfahrungen machen sollen, ausruhen. Auch höre ich hier wenig Erfahrungsaustausch, wie etwas gelingen kann – was hat sich an Ihren Schulen geändert, am System – oder sind Sie immer noch alles Einzelkämpfer? Inwieweit beziehen Sie den Ganztag ein? Bis auf eine Äußerung einer Lehrerin, die durchaus über die Vorteile jahrgangsübergreifender Beschulung geschrieben hat (bei gleichzeitigem Bericht über Burn Out), habe ich in diesem Forum dazu nichts vernommen.
            Ich wundere mich über unterirdisch intelligente Äußerungen, dass die UNBRK für behinderte Kinder in Afrika sei, damit diese endlich auch eine Schule sehen. Afrika mit Dtl. zu vergleichen, ist schon selten unüberlegt. Wobei ich bezweifele, dass afrikanische Staaten unter den Unterzeichnern der UNBRK sind. Die UNBRK verlangt von allen Unterzeichnerstaaten, dass sie ihr maximal Mögliches für deren Umsetzung tun. Dass hier im OECD-Vergleich noch viel Spielraum für Deutschland und auch in NRW bei den Bildungsausgaben, hatte ich schon erwähnt. Parteien, die Schuldenaufnahmen der EX-NRW-Regierung für eine bessere finanzielle Ausstattung der Schulen kritisieren, sagen damit, dass sie keine Mehrausgaben tätigen wollen, sich also nichts ändern wird, für keinen. Weder für Lehrer, noch für Kinder, noch für Eltern, auf die auch viele Aufgaben der Schule verlagert wird.

            Sie mögen Ihre Lage nicht an den Schülern auslassen. Ich habe an zwei Grundschulen erlebt, dass hier massiv instrumentalisiert wird und sich Ressourcen über die Kinder+Eltern gesichert werden (ich sage nur Privatfinanzierung der Schulbegleitung in der OGS für ein Kind, dass keine Sozialprobleme hat), die gar nicht die Probleme sind, es ist aber einfacher für die Schule als sich mit den wahren Problemen auseinanderzusetzen.

            Deshalb kann ich die Wahl-Euphorie in NRW nicht verstehen. Was für Naivlinge, die sich „Rettet die Inklusion“ auf die Fahnen geschrieben haben und damit Wahlkampf für die CDU/ FDP betrieben haben. Ändern wird sich nichts, mit denen auch nichts gerettet.

          • PseudoPolitiker

            @Palim
            Ich teile Ihre Ansicht, dass die Inklusion den Leuten mit wohlfeilen Behauptungen verkauft wurde, von politischer Seite aus aber in Wahrheit aber ein Kostendämpfungsprogramm ist durch die Schließung der Förderschulen.
            In Italien, das bekanntlich seit Ewigkeiten in finanziellen Nöten steckt und mit der Abschaffung der inflationären Lira und Einführung des starken Euro wieder an frisches Geld kam, gibt es die Inklusion bereits seit Jahrzehnten, also schon lange vor der UN-Konvention und ihrer geschummelten Auslegung von Inklusion als Menschenrecht.
            Für den italienischen Staat waren finanzielle Gründe entscheidend.
            Ein teures Förderschulsystem wie im „reichen“ und wirtschaftlich starken Deutschland konnte man sich nicht leisten.

          • ProblemkindSchule

            In Italien wird den Kindern aber Unterstützung in den Regelschulen zu Teil. Und angesichts einer teuren nicht-fördernden Sonderschulstruktur (75% aller Sonderschüler ohne Schulabschluss), sollte man sich vielleicht doch die Frage stellen, ob die hier gebundenen Mittel nicht an Regelschulen zur Verbesserungen dort, besser aufgehoben sind.
            Was ich momentan beobachte ist, dass die ganzen Finanzmittel, die zur Inklusion schon ausgegeben wurden (also nicht eingespart), die bereits vorhandenen Löcher an den Regelschulen stopfen (oder Haushaltslöcher der Kommunen). Also sie kommen v.a. der Regelschülerschaft zu Gute. Bei den Kinder, für die diese eigentlich gedacht sind, bleibt, wenn es gut läuft, allenfalls „Dabeisein“. Das ist ein Mißstand, über den sich Eltern behinderter Kinder zurecht aufregen. Auf moralische Kosten ihrer Kinder wird jetzt das Schulsystem saniert, unter dem Vorwand, das wäre nur nötig wegen der vielen Sonderbedürfnisse. -Verstopfte Schulklos, undichte Dächer, zu kleine Räume, zu große Klassen – als Sonderbedürfnis???? What a fucking lie! Sie verteidigen ein Paradoxum, informieren sie sich doch mal über die volkswirtschaftlichen Auswirkungen von segregierenden Strukturen. Sie hemmen Energien und vergeuden Talente, das ist das eigentlich Teure. Denn die Aussortiererei hat ja in der Realität in der Regel (siehe Abschlüsse) nicht die individuelle Förderung zufolge, sondern nur die Festschreibung von mangelnder Intelligenz und anderen Problemen; die Betroffenen landen im Abseits. Wieviele „Normale“ wollen Sie eigentlich noch absondern, um die Schülerschaft an die prekären Bedingungen an den Regelschulen anzupassen. Wollen Sie am Ende ein Sondersystem, das größer ist, als das „Normal“-System? Denken Sie eigentlich mal weiter, was das für die soziale Spaltung in Deutschland bedeutet? Dann können irgendwann auch die selbst ernannten Eliten nicht mehr wegsehen… OMG, und das unter Akademikern…

          • Woher haben Sie denn die Information, in Italien werde „den Kindern aber Unterstützung in den Regelschulen zuteil“??? Denken Sie sich das selbst aus oder wird Ihnen das von Lobbyisten eingeredet?

            Das öffentliche, also staatliche Bildungssystem Italiens ist in einem so erbärmlichen Zustand, ähnlich wie das französische, dass jeder, der es sich irgendwie leisten kann, sein Kind auf eine Privatschule schickt.
            In den öffentlichen Schulen geht’s mehr drunter als drüber. Es wird mehr verwahrt als unterrichtet und gelernt.
            Italien und Frankreich sind bekannt für ihr schon lange existierendes zweigeteiltes Bildungswesen, das auch die Universitäten betrifft. Wer auf sich hält, besucht eine private Hochschule und keine staatliche, weil deren Abschlüsse als minderwertig und nachteilig für den Start ins Berufsleben gelten.
            Der deutsche Privatschulbereich, der Sonderschulen ebenso wie Gymnasien enthält, steckt trotz stark wachsender Nachfrage im Vergleich zu Italien, Frankreich oder auch den USA noch immer in den Kinderschuhen.
            Sie scheinen mir mit Ihren Kenntnissen über ausländische Schulverhältnisse nicht sehr zuverlässig informiert.

          • Problemkind, sie diskutieren Visionen und vermischen diese immer wieder mit Realitäten, die Sie in Einzelfällen erlebt haben oder die Sie aus ihrer Umgebung oder Ihrem Bundesland gehört haben.

            Große Klasse sind ein Problem, an dem Schulen selbst gar nichts ändern können: die Klassenfrequenzen werden per Erlass vorgegeben, ebenso die ggf. Doppelzählung von i-Kindern und ab wann diese gezählt werden dürfen. Da gibt es Vorgaben, die schützen könnten, und im Anschluss Dienstanweisungen, die die Vorgaben umgehen.

            Desweiteren kommen Mittel für Lehrkräfte aus dem Landeshaushalt, Mittel für Schulstandorte aber von Landkreisen, Städten, Gemeinden.

            Die bestehenden Sonderpädagogen wurden auf die Schulen verteilt – die Zahlen habe ich ja in den letzten Tagen mehrfach geschrieben. Die Versorgung reicht vorne und hinten nicht und die FöS-KollegInnen sind nicht für die i-Kinder zuständig, sondern für alle Kinder in dieser Klasse: für Prävention, Begleitung, Förderung, für Förderpläne, Fördergutachten und Verstärkersystem und die Beratung der Grundschullehrerinnen, die die meiste Zeit alleine sind und somit auch fast alles alleine machen. Die wenige Zeit, die die FöS-Kräfte an unseren Schulen sind, verpufft, sie können nicht überall gleichzeitig sein und bei weitem nicht alles organisieren, initiieren und begleiten. Als Klassenlehrerin kann ich nicht darauf warten, dass Kinder mit zusätzlichen Bedarf 1x in der Woche für 7 min Förderung bekommen, ich muss mir täglich etwas überlegen, damit alle teilhaben können: Das führt zu hochgradiger Differenzierung und zu deutlicher Mehrarbeit und Belastung, da man sehr viele Stunden mehrfach planen und sehr viele Materialien zusätzlich bereitstellen muss – es sei denn, man gibt sich damit zufrieden, dass Kinder, die den Regelunterricht nicht schaffen können, in der Ecke sitzen und Bilder ausmalen.

            Sie fragen nach der Einbeziehung des Ganztages? An welchen Schulen gibt es denn überhaupt einen Ganztag und zu welchen Bedingungen? Gebundene Ganztagesschulen wurden bis vor wenigen Jahren in meinem Bundesland gar nicht zugelassen. Die Lehrerversorgung stimmt vorne und hinten nicht, da immer noch von „Aufbewahrung“ ausgegangen wird und nicht von Unterricht und Förderung. Die Kräfte im Ganztag arbeiten unter prekären Verhältnissen und verabschieden sich sobald möglich in andere Aufgaben.

            Sie sprechen von 2 Lehrkräften pro Klasse – wo soll das so umgesetzt sein? Wo kommen die Lehrkräfte her?
            Wenn Schulen mit Lehrerstunden, Erziehern, Sozialpädagogen, Sonderpädagogen und Therapeuten ausgestattet würden, könnten wir über Förderung reden. Die Kinder mit Beeinträchtigungen einfach mit in die Klassen zu sezten und mehr oder minder zu beaufsichtigen, kann nicht der richtige Weg sein. Dann ist das ein Abstellgleis im Raum, statt bisher außerhalb, und Mobbing durch Absonderung sowie Verhaltensauffälligkeit aus mangelnder Beschäftigung und Anerkennung vorprogrammiert.

            Bisher ist es eine Verwaltung des Missstandes, unter dem nahezu alle Beteiligten leiden.
            Ich kann für Inklusion sein und im Alltag mein Möglichstes tun, auch wenn sie das nicht anerkennen oder glauben möchten, aber ich kann dennoch deutlich sagen, dass die Bedingungen ausgesprochen schlecht sind.
            Ich kann selbst über Gebühr arbeiten, aber ich werde meinen Kolleginnen nicht gleiches auftragen und sie in den BurnOut treiben, der ihnen unter jetzigen Bedingungen unweigerlich droht.
            Ich kann mich innerhalb der Schule und außerhalb, z.B. über 4teachers, vernetzen, was ich seit vielen Jahren mache und Materialien wie Fachinformationen teile. Aber auch das ist Mehrarbeit und Zeit, die niemand sieht oder anerkennt, würdigt oder bedenkt.

            Gibt es keine weiteren Anstrengungen und keine weiteren Ressourcen, wird bei den nächsten Landtagswahlen vermutlich auch die Bildungspolitik ausschlaggebend sein und wir machen alle eine Rolle rückwärts. Wie das in Nds gehen soll, wo doch viele Standorte schon geschlossen wurden oder gerade werden, ist mir ein Rätsel. Aber auch das dürfen sicher am Ende die Lehrkräfte lösen: gerade schleppen sie die Materialien und Möbel aus dem Gebäude heraus, vielleicht müssen sie sie dann auch wieder hinein tragen.

          • ProblemkindSchule

            Nein, ich hatte mehr an Südtirol gedacht, nicht an ganz Italien. Ich bitte meine unpräzise Ausdrucksform zu entschuldigen. Der Rest von Italien kommt mir anhand von Schilderungen dortiger Bewohner (ich habe persönliche Kontakte) nicht so vor.

            Wie auch immer, wenn sich Dtl. Sonderschulen leisten kann, die ihrem Förderauftrag nicht nachkommen, kann es sich mit Sicherheit ein besseres inklusives Schulsystem leisten, als Staaten mit weniger Wirtschaftskraft. Interessant, dass aber in diesem Zusammenhang dann Vergleiche mit Italien und Afrika kommen…

            Sie möchten Privatschulwesen? Die Privatschulen in meinem Umfeld – selbst mit Glaubensbekenntnissen, nehmen keine Förderkinder auf, lassen sich aber zu 85% staatlich finanzieren. – Toll, was alles so möglich ist. (Ironie, Sarkasmus)

            Im privaten Freizeitbereich erlebe ich, dass sicher nicht besser bezahlte Kräfte anscheinend mehr können, als unsere staatlichen Beamten bzw. dass ein Kind wohl komplett ein anderes ist, von staatlichen Beamten betreut und von Pädagogen in der freien Wirtschaft. – Merkwürdig. Und dann soll ich für den OGS-Besuch meines Kindes einen Assistenten privat finanzieren, den das Kind außerhalb von Schule nicht benötigt?

            Oder: es gibt eine Schulpflicht – aber ich habe nicht wirklich eine freie Schulwahl, weil die o.g. staatlich geförderten Privat-Institutionen mein Kind nicht aufnehmen, aus formalen Gründen (kein Sonderpädagoge vorhanden). Wenn ich sehe, wie der vorhandene Sonderpädagoge an der Grundschule seiner öffentlich gepriesenen Rolle nachkommt, brauche ich den nicht.

            Das sind die Widersprüche mit denen sich Eltern kategorisierter Kinder auseinandersetzen müssen.

          • Deutschland kann sich nicht mal saubere Schulklos oder Fenster leisten, die dicht sind. Oder Decken, die auch dort bleiben wo sie hingehören.

          • ProblemkindSchule

            Oh doch, Deutschland könnte – wenn an entscheidender Stelle der Wille vorhanden wäre. Momentan ist es recht und billig, diese Zustände auf die Inklusion zu schieben, damit von den eigentlichen Ursachen abgelenkt werden kann. Ich denke da z.B. an das Kooperationsverbot von Bund und Ländern, dass gerade von den Kräften, die nun die NRW-Regierung bilden werden, blockiert wird.
            Wie auch andere bereits hier geschrieben haben, es gibt verschiedenste Interessenvertretungen, an die man sich mit seinen Beschwerden wenden kann.
            Die Probleme auf die vielen behinderten Kinder (4% aller Behinderungen angeboren, 86% durch Krankheit erworben) und deren angeblich verblendeten Eltern zu schieben, damit macht man es sich ein bißchen einfach.

            Wenn es hier immer ein Gegeneinander zwischen Parteien, die die falschen Adressaten sind, gibt, wird es keine Verbesserungen geben. Ich würde mir wünschen, dass es von allen Beteiligten ein Bekenntnis dazu gibt, dass alle Kinder zusammengehören.
            Und dass alle zusammen für eine besserer Förderung aller Kinder an deutschen Schulen, also ein Recht auf Bildung, dass mit der Schulpflicht eng verbunden ist!

          • ProblemkindSchule

            eintreten ! (natürlich)

          • @ProblemkindSchule
            Was Deutschland nicht alles könnte, wenn es nach den Wünschen und Behauptungen der zahlreichen Lobbygruppen im Lande ginge!
            Und jede meint, ihrem Anliegen müsse oberste Priorität eingeräumt werden.
            Mir tun nur die Schüler (alle!) und Lehrer leid, die eine Inklusion auszubaden haben, die unter falschen Versprechungen eingeläutet wurde und bedauerlicher Weise weit fortgeschritten ist.
            Hier stand Eile offensichtlich Pate.

          • ProblemkindSchule

            Dass Deutschland unter OECD-Durchschnittsniveau seine Bildungsfinanzierung betreibt, ist eine Tatsache, keine Lobby-Behauptung.

            Eine „Mutter“ gibt ihr Kind auch nicht in „Sonderfamilien“ ab, weil das besser für das Kind sei. Es gehört zur Familien, wird mit einbezogen und alle lernen gemeinsam, von und miteinander zu leben.

            Ich verstehe das Konzept nicht, wie behinderte Kinder am Besten von Behinderten lernen sollen. Oder emotional-sozial Auffällige von Ebendiesen?

            Ich kann Ihre Argumentation nicht nachvollziehen, Inklusion sei für ein unterfinanziertes Schulsystem mit kostspieliger Länder-Zersplitterung und Bildungskonzept-Flickschusterei verantwortlich.

            Auch Ihr Konzept von Eile kann ich nicht nachvollziehen. Die UNBRK wurde 2008 ratifiziert und trat 2009 in Dtl in Kraft. Ich würde es eher als langsam bezeichnen, bis 2014 mit Zwangseinweisungen auf Förderschulen“ zum Wohle des Kindes traktiert worden zu sein und auf einen Rechtsanspruch auf ein Menschenrecht warten zu müssen.

            Klassen mit 2 Lehrern gibt es in NRW. Aber das funktioniert z.T. trotzdem nicht. – Vielleicht weil sich die Lehrer noch hinter der „Geht nicht-Lobby“ meinen verstecken können. Sie haben ja anscheinend breiten Rückhalt.

          • „Klassen mit 2 Lehrern gibt es in NRW. “
            Wie sind denn die Bedingungen genau?

            Ich finde, dass sehr häufig dargestellt wird, dass FöS-Lehrkräfte mit in die Klassen gehen und viele Menschen erstaunt sind, dass man von keiner Doppelbesetzung ausgehen kann, sondern nur einzelne Stunden zusätzlich vorhanden sind.
            Auch wenn es Beiträge im Fernsehen gibt, sind immer 2-3 Erwachsene im Raum, als sei das die Regel. Ist es aber nicht.

          • ProblemkindSchule

            Es ist sicher nicht überall so, v.a. nicht ab Sek 1, weil man schön theoretisch, davon ausgeht, dass ja in der Grundschule „präventiv“ gearbeitet wurde.

            Diese einzelnen Klassen (meist ein Zug) heißen hier in NRW Gemeisames Lernen, werden von Grundschullehrer und Sonderpädagogen geführt.
            Der Nachteil ist, es gibt keine „Einzelintegration“ mehr und eine Schule ohne GL-Klasse nimmt keine Förderschüler auf.

            Ich nehme an, dass v.a. an Hochschulstandorten genug Lehrer dafür vorhanden sind. Zudem gibt es in Bielefeld eine Parallelausbildung von Grundschullehramt und Sonderpädagogik.

            Diesbezüglich habe ich aber auch wieder eine interessante Erfahrung machen dürfen, indem eine solche Absolventin als Schulbegleiterin merkwürdige Ansichten vertrat: „Kind ist das Problem“. Sie wurde aber auch wenig unterstützt und das allgemeine Schulklima färbt halt ab. Es wird, wie gesagt, viel instrumentalisiert.

            Ich höre viele Klagen aus Niedersachsen, auch von Eltern, die keine Wahl mehr haben.

            Für mich stellt sich da wieder global die Frage, warum muss es unterschiedliche Schulgesetze, Schulsysteme ect. geben? Wieviel Geld und Ressourcen gehen in so eine uneinheitliche Bildungsverwaltung, die doch vor Ort an den Schulen viel besser investiert wäre….???
            Die Bund-Länder-Beziehung ist ein großes Problem, das schon längst bei mehr Rückhalt in der Bevölkerung hätte gelöst werden können.

            Gewisse politische Kräfte verstehen aber geschickt, die Unzufriedenheit von Eltern und Lehrern auszunutzen, indem sie tatsächliche Ursachen der Misere verschleiern, damit sie nichts ändern müssen.

            Bei meinem Bsp. mit Luxemburg geht es mir nicht nur um die kleinen Klassen dort (übrigens strebt Frankreich diese mit Macron auch an), sondern ich frage mich, warum schafft das ein kleiner Stadtstaat mit wenig Industrie ect. – etwa weil ihnen das von deutschen Steuerbetrügern dort hingetragene Geld zur Verfügung steht?

            Es ist immer eine Frage, wen man sich zum Sündenbock erwählt und ob es der richtige ist, um die Ursachen von Problemen zu lösen.

          • @ProblemkindSchule
            Unfug: Luxemburg ist kein kleiner Stadtstaat, auch wenn das Land klein ist. Arm ist es auch nicht. Siehe Artikel:

            https://www.welt.de/wirtschaft/article3997532/Luxemburger-sind-die-reichsten-EU-Buerger.html

            Südtirol ist auch reich, jedenfalls ist es die reichste Region Italiens.

            Die Diskussion mit Ihnen ist auch deswegen so schwer, weil Sie immer wieder mit Behauptungen operieren, die nicht stimmen.

          • ProblemkindSchule

            Sie verstehen anscheinend nicht, worum es hier eigentlich geht – um die Situation an deutschen Schulen und um Zusammenhänge. Die Fragen, die sich mir dazu stellen, haben Sie leider nicht beantwortet.

            Anscheinend kennen Sie im Gegensatz zu mir, keine Beispiele, wo Inklusion möglich ist bzw. wie bzw. was die Voraussetzungen waren, damit sich Menschen auf den Weg machten, um Inklusion zu ermöglichen.

            Ich weiß nicht, was Sie in Bezug auf Inklusion erreichen wollen, nur destruktiv herumstänkern? Könnten Sie kurz Ihre Motivation hier erklären?

          • Na klar, ich verstehe anscheinend nicht.
            Können wir uns dahingehend einigen, dass ich zugebe, manchmal wirklich nicht zu verstehen, und dass Sie zugeben, manchmal wirklich mit Behauptungen zu argumentieren, die nicht stimmen?

          • Es reicht mir nicht von „2 Lehrer führen 1 Klasse“ zu sprechen. Das trifft auch zu, wenn man ein Klassenlehrer-Team hat: das sind 2 Lehrer, die eine Klasse führen, aber nie gemeinsam im Unterricht sind.
            Wer über Gelingensbedingungen sprechen möchte, sollte klare Angaben machen: Wie viele Stunden sind es denn, die der Förderschulkollege pro Klasse zur Verfügung hat? 2? 5? Wonach richtet sich die Versorgung.

            Außerdem geht mir hier viel zu viel durcheinander, wie die Lehrerversorgung erreicht wird. Diese wird ja durch Einstellungsverfahren des Landes gesichert, Randgebiete haben bei der allgemeinen Versorgung Schwierigkeiten, Studienstädte eher nicht. Dennoch bekommt eine Schule eine ZUWEISUNG entsprechend des Erlasses. Sieht dieser nur 2 Stunden pro Klasse und Woche FöS-Versorgung vor, bekommt die Schule nicht mehr Lehrerstunden.

            Es geht auch nicht um Privatschulen, die, von welchem Geld auch immer, weitere Kräfte, die nicht Lehrer sein müssen, einstellen können.

            Niedersachsen hat jahrelang über ein gesondertes Konzept die Integration ermöglicht, dies war freiwillig, wobei sich Grundschulen und FöS einigen mussten. Seit 2013 sind alle Schulen inklusiv, aufsteigend von Klasse 1+5, die FöS-Klassen wurden abgeschafft. Daraus resultiert, dass Eltern keine Wahl haben, dass FöS-Schulen inzwischen nur noch Klasse 9+10 haben (ab Sommer) und dass man nicht davon sprechen kann, dass 2 verschiedene Systeme parallel laufen würden.
            Die Versorgung in den Grundschulen ist aber so gering, dass eine sinnvolle Förderung und Prävention nicht möglich ist.

  3. „Es gibt keinen Frontalunterricht und in den Klassen lernen Kinder aus vier Jahrgangsstufen zusammen.“……

    „An die Arbeit: Die Kinder setzen sich in kleinen Gruppen an die Tische, packen Stifte und Arbeitshefte aus, einige rechnen, andere üben schreiben. «Die Kinder haben einen Arbeitsplan und können nach ihrem Tempo arbeiten», sagt Klassenlehrer Dietrich Marold. Die Lehrer gehen von Tisch zu Tisch und helfen jedem einzelnen Kind.“

    Au weia, wenn das sofawolf und Herr von Lintig lesen…..

    • Axel von Lintig

      Den Artikel habe auch ich gelesen und er bestätigt meine Ansicht und die anderer Eltern über diese Art der naiven,unterlassenen Hilfeleistung bei Kindern mit Förderbedarf.
      Wo werden denn bei dieser Art von Unterricht noch gemeinsame Unterrichtsinhalte erarbeitet, wenn die eine Gruppe Mathematik bearbeitet und eine andere Gruppe sich mit Lesen beschäftigt.
      Und ein Austausch zwischen den einzelnen Leistungsgruppen findet auch nicht statt. Entsprechend können schwächere Schüler nichts von stärkeren lernen.

      • Axel von Lintig

        Die Folge ist, dass die Herkunft der Schüler entscheidet, was aus den Schülern wird. Und je mehr diese Art von Pädagogik um sich greift, umso mehr werden Eltern gegensteuern und selber fördern.Sie katalysieren und beflügeln einen geradezu weiter zu machen.
        Im übrigen ist Ihre Berufsgruppe nicht die einzige, für die es keine 4ß Stundenwoche gibt.
        Aber Sie verkennen den Willen und die Durchsetzungskraft anderer gesellschaftlicher Gruppen, welche sich auch verantwortlich Gedanken über Lernverhalten machen.

    • Axel von Lintig

      Jahrgangsübergreifender Unterricht hat nach Hattie einen „Effekt“ von 0,04, also eigentlich gar keinen Effekt.
      Machen Sie weiter so.

      • Wenn man keine Ahnung davon hat, lässt sich die Jahrgangsmischung natürlich schnell und einfach mit einer Studie niederschlagen. Ich habe jahrelang jahrgangsgemischt gearbeitet und viermal so lang in Jahrgangsklssen. Mein Fazit: Jahrgangsmischung ist intensiv, sowohl im Guten als auch im Schlechten Sinne. Schlecht vor allem für die Lehrer, weil man hierzulande allein bis zu 28 Kinder verschiedenen Alters zu unterrichten hat. Dennoch kannte ich die einzelnen Kinder nie so gut wie bei diesem Arbeiten. Die positiven Seiten: Es ist wie in einer Famillie. Die Kleinen lernen von und mit den Großen (und umgekehrt). Sportunterricht ist perfekt. Kein langes Erklären, die Kleinen tun es den Großen nach. Ebenso alle Bereiche, bei denen praktisches Tun ins Spiel kommt. Bei Deutsch und Mathe funktioniert Frontalunterricht natürlich nicht, der es dem Lehrer so viel einfacher machen würde. Sitzenbleiben tut niemand, man arbeitet ja in seinem Tempo und bleibt in der Lerngruppe. Kann man bei der Einschulung schon lesen, langweilt man sich nicht Buchstabe für Buchstabe, sondern man arbeitet teilweise schon bei Klasse 2 mit.
        Na gut, nach 4 Jahren hatte ich einen Burnout.
        Hätten wir aber solche Bedingungen wie 3 Lehrpersonen und Klassen mit nicht mehr als 20 Schüler könnten die Kinder sehr viel auch an sozialer Kompetenz lernen.

        • Axel von Lintig

          Die Politik wird Ihnen aber niemals einen zweiten oder gar dritten Lehrer zur Verfügung stellen.
          Man hat sich von Seiten der Politik Einsparungen versprochen in Verbindung mit populistischem Zeitgeist.
          Ihr Engagement ehrt Sie, aber auf Dauer hält das niemand durch und so ist es einfach effektiver mit Methoden zu arbeiten zu arbeiten, die die Schüler schnell und effektiv zum sicheren Schreiben und Lesen bringen.
          Den Kieler Leseaufbau oder das Intra-Akt-Plus-Konzept können auch die Eltern nach einer Unterweisung durch Sie anwenden und umsetzen. Es lohnt sich die Eltern mit ins Boot zu holen, damit die Schüler eigenständig, automatisiert lesen können.

          • @Axel von Lintig: Wenn die Politik mir aber sagt, ab jetzt müssen Sie jahrgangsgemischt unterrichten, dann ist das Dienstanweisung und dann muss ich das. Allerdings muss ich dann die Methoden anpassen, geht ja nicht anders. Wir können uns das nicht immer aussuchen.

          • Axel von Lintig

            Kein Politiker kann Ihnen diese Arbeitsmaterialien vorenthalten. Genauso wenig, wie die Montessori-Pädagogik im Bereich der Mathematik.
            An unserer Förderschule wurde jetzt das Arbeitsheft “ Fit trotz Rechenschwäche“ von Lilo Göhrs aus dem AOL-Verlag als Fördermaterial in der Hauptschule aufgenommen.
            Die Arbeitsmaterialien erstellen die Schüler selber und die Pädagogik fußt af der Montessori-Pädagogik. Die Schüler arbeiten mit Mengen, die an Lego-Steine erinnern, auf einem oder zwei Zehner-Feldern, wobei diese in Zweierreihen angeordnet sind.
            Die Schüler können sich sehr viel besser Mengenberechnungen beibringen. Man ergänzt auf den Zehner-Felder bis zehn und darüber hinaus.
            Und natürlich können Sie mit diesem Material und dem Intra-Akt-Konzept oder auch dem Kieler Lese-Aufbau fördern und auch Jahrgänge gemischt unterrichten.

          • Axel von Lintig

            Bezog sich auf mississippi

            Wir können Schule voranbringen und verbessern, und es geht auch um eine effektive Entlastung der Lehrer durch eine Verbesserung und Beschleunigung des eigenständigen Arbeitens der Schüler.

  4. Zur Inklusion möchte ich nur noch sagen:
    “ „Ideologie ist der Versuch, die Straßenbeschaffenheit zu ändern, indem man neue Wegweiser aufstellt.“ (Alessandro Graf Manzoni)

  5. Zitat: „So kann Inklusion funktionieren: Stets eine Lehrkraft, ein Sonderpädagoge und ein Helfer im Unterricht“
    „Kann funktionieren“ bedeutet noch lange nicht, dass es auch wirklich funktioniert.
    Vor allem aber ist dieses Modell völlig utopisch, weil unbezahlbar.

  6. Axel von Lintig

    Es ist doch hoffentlich für jeden nachvollziehbar, dass ein inklusiver Unterricht an Gymnasien, für die betroffenen Schüler mit einer Lernschwäche, ein ständiges Frustrationserlebnis ist. Sie bekommen ständig ihre eigene Unfähigkeit vorgeführt, Aufgaben nicht lösen zu können, die andere Mitschüler mit Leichtigkeit erledigen.
    Diese ganze Methode führt zur Frustration und Depressionen bei den betroffenen Förderschülern.
    Außerdem befinden sich keine zusätzlichen Sonderschullehrer im Unterricht.

    • „Außerdem befinden sich keine zusätzlichen Sonderschullehrer im Unterricht.“
      Doch, die Gymnasien bekommen die gleichen Ressourcen wie andere Schulen auch, haben dabei aber ansonsten eine Schülerschaft, die allem anderen erheblich besser gewachsen ist.

      • Axel von Lintig

        Diese werden nur stundenweise zu Verfügung gestellt. Die Inklusion ist in NRW gescheitert und sie wird sich noch zum Fiasko der betroffenen Förderschüler entwickeln.

        • ProblemkindSchulsystem

          Welche Schule, wenn nicht das Gymnasium ist die best geeignetste für einen inklusiven Unterricht? Die best ausgebildeten Lehrer, anständige Kinder (Elite) und Sonderpädagogenstunden nach Anzahl der Kinder mit FöB.
          Also was soll da scheitern? Ob jemand Frustration verspürt liegt zu großen Teilen nicht an seiner Unfähigkeit, sondern mit welchen Haltungen er in Bezug auf persönliche Wertschätzung und den Wert, der Lernen und individuellen Anstrengungen beigemessen wird, konfrontiert wird.
          Was unterscheidet eigentlich einen Super-Hauptschüler von einem guten Realschüler und einem schlechten Gymnasiasten? Wenn man dies zu Ende denkt, wird man vielleicht zu dem Schluß kommen, dass es einfach ein Abgrenzungsproblem von Individualität gibt. Es gibt einfach keine Rechtfertigung der enormen Kosten einer Finanzierung von Doppel- und Mehrfachstrukturen („Mehrgliedriges Schulsystem“).
          Es ginge effizienter und besser, denn alle Studien haben gezeigt, guter umgesetzter inklusiver Unterricht bringt mindestens genauso gute Abschlüsse wie nichtinklusive Vergleichsklassen, meistens sogar bessere. Und darüber hinaus kommen dabei Menschen heraus, die gelernt haben, mit unterschiedlichsten Menschen klar zu kommen und Normalität sowie Wertschätzung zu geben und zu erleben. – Was wünscht man sich mehr für die zukünftige Gesellschaft?

          • Ja, was wünscht man sich mehr?!
            Deswegen kommen mir Ihre Zeilen auch wie realitätsferne Wunschvorstellungen vor.

          • Axel von Lintig

            Problemkindschulsystem

            Wir haben hier vor Ort die Situation, dass die früher in Förderschulen unterrichteten Schüler jetzt mit Gymnasialschülern zusammen unterrichtet werden.
            Die sind dann ständig an den Grenzen ihrer Belastung und erleben ständig, wie andere alles Schwere mit Leichtigkeit lösen.
            Und außerdem erreichen diese Förderschüler keinen Schulabschluss.
            Na , vielen Dank auch für ihre realitätsferne Betrachtung dieser Art von Inklusion.
            Bei der NRW Landtagswahl gibt es einen auf den Deckel.

  7. ProblemkindSchule

    Mir scheint, es wird immer wieder vergessen, dass Lernen auch eine emotionale Angelegenheit ist. Wenn ein soziales Klima der Wertschätzung herrscht, dann lernen Kinder gern und gut. Dass Deutschland hier erheblichen Nachholbedarf hat, zeigt die gesellschaftliche Debatte um Inklusion (und manche Kommentare) besonders deutlich. Man kann Lehrern nicht vorwerfen, wenn sie unter aktuell begrenzten Ressourcen ein Kind nicht optimal fördern können. Kinder nicht willkommen zu heißen in der Klasse, ist dagegen nicht in Ordnung. Und wenn man Kinder unter idealen Bedingungen (Lehrerdoppelbesetzung + Schulbegleitung) nicht fördert, weil sich Lehrer das angesichts der Anti-Inklusions-Stimmungmache glauben, erlauben zu können, ist das ebenso nicht in Ordnung! Es wird ja leider immer unterstellt, dass „die Inklusion“ nur unter bestimmten Bedingungen „funktioniert“ (siehe Titel) Funktionieren tut sie immer, denn alle Kinder gehören zusammen. Das funktioniert in einer Familie ja auch. Ob eine ideale Förderung der behinderten Kinder in der Schule erfolgen kann, ist eine andere Sache. Aber auch ein Sonderpädagoge und eine Schulassistenz sind dafür kein Garant, denn dazu benötigt es auch gute Zusammenarbeit/ Absprachen aller Beteiligten, eine Veränderung der gesamten Schulkultur unter Einbeziehung aller. Es erfordert eine andere Sicht auf Kinder, als sich in diesem Schulsystem leider eingeschlichen hat. Es benötigt (Erziehungs-)Erfahrung, und zunächst einmal normale pädagogische Kompetenz. Wenn dies bereits flächendeckend eine Selbstverständlichkeit an deutschen Schulen wäre, hätten wir auch kein Problem mit den wenigen behinderten Kindern. (ungefähr 4% aller Behinderungen sind angeboren, zum Vergleich: 86% erworben durch Krankheit). Vielleicht hätten wir dann auch weniger angeblich verhaltensauffällige Kinder, die laut KMK von 2005 bis 2015 (zufällig auch) um 86% gestiegen sind. Klingeln da nicht langsam die Alarmglocken? Und guckt da vielleicht mal jemand auf die Bedingungen? Das Kind existiert ja nicht nur aus sich heraus, sondern im Kontext von verschiedenen Faktoren, einschließlich Schule. Vielleicht wird sich ja mal etwas ändern, wenn die tatsächlichen Ursachen betrachtet und ihnen entgegengewirkt wird bzw. die richtigen Anreize geschaffen werden für Änderungen. Wie schafft es ein kleiner Staat wie Luxemburg z.B., Klassen mit 2 Lehrern und max.12-14 Schülern zu haben?

    • wertschätzung bezieht sich bitteschön auch auf die lehrer.

      • Axel von Lintig

        XXX
        Genau. Und diese sind nicht alle sonderpädagogisch ausgebildet und sollen in ihrem Bereich sich entfalten können.

    • Axel von Lintig

      Die Gymnasialschüler machen sich doch über unsere Förderkinder lustig. Das läuft doch ab , wie bei einer Tierparade im Zoo.
      Wachen Sie einfach aus Ihrem rosa Traum auf und nehmen Sie bitte die Realität zur Kenntnis, dass unsere Kinder in einem Gymnasium nichts zu suchen haben.
      Hallo, hallo, aufwachen.

      • Das machen Gesamt-, Real- und Hauptschüler auch. Die Gymnasiasten wählen allerdings möglicherweise einen Wortschatz, den die Förderkinder kognitiv nicht verstehen können. Beispielsweise gehört das allgemein verständliche „Du Opfa“ nicht dazu.

        • ProblemkindSchule

          Sie reden hier, als ob diesem Verhalten nicht pädagogisch begegnet werden kann. Ist das nicht pädagogische Verantwortung, die mit Eltern (auf die ja hier immer gern gezeigt wird, weil die angeblich so hohe Ansprüche hätten) nichts zu tun haben?
          Welches Armutszeugnis wollen Sie den Schulen und den dort tätigen „Pädagogen“ (also ggf. sich selbst) eigentlich noch ausstellen?

          • Axel von Lintig

            Allein, es ist die Realität, die hier beschrieben wird und Kinder können sehr grausam sein und unsere Kinder müssen nicht Mobbinopfer werden.
            Nebenbei bemerkt, ist das UN-Menschenrecht der Beschulung durch unsere Förderschulen hervorragend umgesetzt,sogar besser als inden meisten Ländern Europas, geschweige denn von Italien, nur sie wollen aus persönlichem Egoismus und wider jeder logischen Argumentation und wider den Erfahrungen von Lehrern, Schülern und Eltern die Abschaffung der Förderschulen.
            Frau Löhrmann ist es aus meiner Sicht hoch anzurechnen, dass sie durch eine chronisch unterfinanzierte und chaotisch durchgeführte Inklusion eine breite , Parteien übergreifende Front gegen ihre Art von Schulpolitik gegen sich aufgebracht hat.
            Dafür danke ich ausdrücklich Frau Löhrmann.

  8. ProblemkindSchule

    Ja, natürlich, auch untereinander. Das meine ich ja auch mit Schulkultur.

  9. @ProblemkindSchule
    Wertschätzung bedeutet für mich, Kinder mit Behinderungen größtmögliche Hilfe zu Lernschritten zu bieten, auch wenn dafür teure Förderschulen mit kleinen Lerngruppen und aufwändigem Personal bezahlt werden müssen.
    Hier Einsparung zu betreiben durch Regelschulbesuche, die mit frömmlerischen Moralsätzen und Werbesprüchen nicht nur gerechtfertigt, sondern auch noch angepriesen werden, halte ich sowohl für grobe Täuschung als auch Mangel an Wertschätzung dieser Kinder und raffinierte Verführung zu unterlassener Hilfeleistung wegen diverser Spargedanken.
    Dass immer wieder erzählt wird, in anderen Ländern funktioniere inklusiver Unterricht blendend und alle Kinder profitierten davon, gehört m. E. zu den Illusionsbehauptungen der Befürworter.
    Ich war auch mal auf Grund der schönen Sprüche für die Inklusion, bin aber inzwischen durch verschiedene Seiten der Lebenswirklichkeit gründlich belehrt worden. U. a. habe ich gelernt, dass Eltern sich leicht hinters Licht führen lassen, indem ihnen eingeredet wird, ihre Kinder würden ausgegrenzt und abgeschoben, wenn sie eine Förderschule besuchen. Das appelliert an ihre Fürsorge und ihr elterliches Gewissen. Betroffene Eltern sollen sich als Rabeneltern empfinden, wenn sie ihre Kinder nicht vor diesen angeblich inhumanen Vorgängen beschützen.
    Tatsache aber ist, sie verweigern ihren Kindern wegen billiger und eingängiger Glaubenssätze bessere Hilfe.
    Außerdem komme ich immer mehr zu der Überzeugung, dass nicht die Kinder durch Förderschulen ein Problem mit der Wertschätzung haben, sondern viele Eltern. Sie fühlen sich in der gesellschaftlichen Anerkennung bedroht, wenn es heißt, dass ihr Kind eine Förderschule besucht. Gerne verschanzen sie sich dann hinter den dargebotenen Moral- und Wertschätzungsargumenten und werden zu glühenden Inklusionsanhängern.
    Ich kann diese Eltern durchaus verstehen, finde aber trotzdem falsch, was sie tun. Es geht um die bestmöglichen Lernfortschritte für ihr Kind und nicht um Statusgedanken.
    Irgendwann hört die Schulzeit auf und dann beginnt der viel längere „Ernst des Lebens“. Spätestens dann wird sich herausstellen, welche Kinder humaner und wertgeschätzter behandelt und aufs Leben vorbereitet wurden. Die mit Regelschulbesuch (möglichst auf Gymnasien) oder die mit Förderschulbesuch??

    • Axel von Lintig

      AS

      Die Kinder kommen in einer Förderschule unter Kindern mit gleichen Problemen viel besser zurecht, da sie nicht ständig mit der Situation konfrontiert werden, schlechter zu sein als fast alle anderen Schüler und ständig überfordert zu sein.
      Es sind , wie Sie sagen, wir Eltern, die ein Problem mit den Förderschulen haben können. Aber diese Förderschulen arbeiten sehr effektiv mit den Förderschülern und bringen diese sehr viel weiter als irgendeine andere Schulform.
      Wir können zu Recht stolz auf unsere noch vorhandenen Förderschulen sein.

  10. In der benachbarten Schule für Geistigbehinderte lernen die SuS auch, im Alltag selbstständiger und besser zurecht zu kommen: Einkaufen, gemeinsam einfache Mahlzeiten zubereiten, Tisch decken, duschen und Körperpflege, Waschmaschine bedienen usw. Manchmal frage ich mich, ob das nicht die Aufgabe der Eltern ist, aber anscheinend ist es notwendig, diese einfachen Dinge des Lebens im Lehrplan aufzunehmen. Dafür ist in einer Regelschule kaum Zeit und Gelegenheit.

    • Axel von Lintig

      missisippi

      Man kann diesen Kindern auch das automatisierte Lesen beibringen. Und diese Kinder entwickeln eine sehr große Freude beim Lesen.Man muss allerdings sehr früh einsteigen und sehr viel wiederholen. Das können aber die Eltern durch eine Anleitung auch gut leisten.Unser Gehirn kann sehr viel leisten. Und natürlich können Eltern ihre Kinder zum Einkaufen anleiten.
      Schließlich sollen diese doch möglichst selbständig leben lernen.Und wir helfen ihnen dabei selbstständig zu werden.Es geht auch um ein menschenwürdiges Leben.

      • Richtig: die eltern.

        Allerdings sind aus den verschiedensten Gründen längst nicht alle dazu in der Lage. Am schlimmsten sind die, die der Schule jegliche Erziehungsarbeit überlassen nach dem Motto ‚bitteschön. In zehn Jahren möchte ich mein Kind eigenständig lebensfähig und mit mindestens Hauptschulabschluss wiederhaben.‘

  11. ProblemkindSchule

    Ich bin dafür, die Begriffe korrekt zu verwenden. Inklusion bedeutet, dass alle ein Recht haben, in die allgemeine Gesellschaft miteinbezogen werden und – gerade in Bezug auf Schule – auch dort angemessen gefördert und auf das Leben in der allgemeinen Gesellschaft vorbereitet werden.
    Lange wurden viele Kinder von Anfang an und auch gegen den Willen der Eltern zwangsweise auf einer Hilfsschule beschult (die später in Sonderschule und dann in Förderschule umbenannt wurde). Dort wurden viele Kinder in erster Linie auf ein Leben und Arbeiten in den Parallelwelten von Behindertenwohnheimen und Behindertenwerkstätten „vorbereitet“. Es wurde also staatlich dafür gesorgt, dass Behinderte unter Behinderten blieben und von diesen lernten. Nun haben wir den Rechtsanspruch auf einen Regelschulbesuch, also alle Kinder können von allen lernen. Das ist zunächst einmal für viele Familien ein Fortschritt, den man nutzen kann, auch um weitere Veränderungen herbeizuführen. Das Recht auf inklusive Beschulung sagt aber nicht, dass schon für alle und jeden alles fertig und perfekt ist. Hier heißt es weiter, sich für bessere Bedingungen einzusetzen, die das gesamte Schulsystem betreffen. Denn das Problem sind gerade nicht die behinderten Kinder an Regelschulen, sie machen nur bereits seit langem vorhandene Defiziite transparent. Da wird gerade viel instrumentalisiert.
    Um den Wandel zu einer inklusiven Gesellschaft zu schaffen, muss sich viel ändern. Es müssen die vorhandenen Systeme (Bildungs-Finanzierung, Schulorganisation/ Unterrichtsgestaltung, Recht…) umgebaut werden. Es müssen sich aber auch Denkweisen und Herangehensweisen ändern. Das ist alles ein Prozeß, der Inklusion anstrebt, aber derzeit oft noch nicht einmal als Integration zu bezeichnen ist. Das Voranschreiten des Prozesses ist allerdings, über Ressourcen hinaus, abhängig vom Engagement aller Beteiligten. Und er kann nicht ohne Vorhandensein der entsprechenden Kinder und deren (offene) Eltern geschehen.
    Es gibt die Wahlfreiheit der Eltern auf einen Förderschulbesuch, obwohl eigentlich das Individualrecht des Kindes Vorrang hat.
    Deutschland geht hier einen sehr teuren Weg, indem es Regel- und Förderschulsystem nebeneinander bestehen läßt. Das ist nicht nur teuer, sondern bindet auch personelle Ressourcen. Der ganze Prozess geht also nur schwer voran, wenn jeder nur auf Ansprüche spezieller Gruppen besteht, statt sich gemeinsam mit allen Eltern für grundlegende Veränderungen und Gelingensbedingungen von Inklusion zu engagieren.

    Wenn erreicht ist, dass Regel-Schulen (re)sensibilisiert sind für die Bedürfnisse aller Kinder, dann sind sie es auch für Kinder mit Sprachproblemen.
    Dass dies möglich ist, zeigen viele gute Schulen, die sich auf den Weg gemacht und sich Veränderungsprozessen unterzogen haben – unter den gleichen Rahmenbedingungen wie allerorts.

    Niemand will einen Sparzwang, sondern angemessene Ausstattung. Ressourcen sind allerdings begrenzt, wofür es (temporär) Lösungen benötigt, nicht Polemik.

    • Axel von Lintig

      Unsere älteste Tochter hat sich erst in einer Sprach-Förderschule zu einem selbstbewussteren Kind entwickelt.
      Sie ging in einer Grundschule ohne eine spezifische Förderung vollkommen unter und ich habe ihr und anderen mit dem Kieler Lese-Aufbau das Lesen beigebracht und den Sprachaufbau massiv gefördert. Allein sie braucht Hör-Pausen und Pausen im Wechsel mit vielen Wiederholungen und sehr viel Geduld und die Einübung von Automatisierungen im Schriftsprach und Lese-Erwerb. Und ich glaube an sie und die Fähigkeit aller anderen Schüler mit einer Lernbehinderung.
      Es macht gar keinen Sinn ein Kind mit einer Lernbehinderung in ein Gymnasium zu stecken, weil die Lehrer gar nicht dafür ausgebildet sind.

    • Es ist immer ein Tauziehen zwischen Kosten und Nutzen.

      Die Eindrücke und Meinungen der letzten Beiträge sind aus ihren Blickwinkeln heraus alle stimmig und haben eines gemeinsam: alle wollen möglichst gut Förderung für die Kinder.

      Dabei haben alle andere Kinder im Blick oder im Kopf und daraus ergeben sich eben die unterschiedlichen Richtungen.

      Die einen sehen Kinder, die unter gegebenen Umständen nicht zurecht kommen, die anderen sehen welche, die trotz viel zu geringer Ressourcen doch aufblühen und wachsen.

      Die einen sehen Wahlfreiheit in einem System, dass sowohl Regel- als auch Förderschulen anbietet, die anderen erleben die Auflösung der Förderschulen oder sehen die nächstgelegene Spezialschule, die ihr Kind dringend benötigen würde, unerreichbar weit entfernt.

      Die einen erleben, dass Kinder mit Förderbedarf trotz bescheinigter zieldifferenter Beschulung an den Rand gedrängt werden, die anderen, dass andere Ziele Freiraum schaffen, Kinder nicht bloßstellen müssen, sondern Zeit zur Entwicklung geben und Fortschritte bei manchen Kindern in erheblichem Maße zu beobachten sind.

      Der eine denkt bei „Inklusion“ an das große Ganze, der andere an die tägliche Arbeit, die wirklich häufig sehr herausfordernd ist.

      Ich bin mir nicht sicher, ob es ein System gibt, das für alle Kinder das Richtige bietet.
      Sicher bin ich mir aber, dass die derzeitige schlechte Versorgung in meinem Bundesland nicht auf parallele Systeme zurückzuführen ist: die gibt es nämlich kaum noch: für den Bereich Lernen, Sozial-Emotionale Unterstützung, z.T. Sprache laufen die Schulen aus oder waren schon vorher gar nicht vorhanden.

      Die Unterstützung in Form einer Grundversorgung von 2 Std. pro Woche pro Klasse reicht nicht. Da können Lehrkräfte noch so engagiert sein, es ist nicht möglich, wenn in der Klasse etliche Kinder mit unterschiedlichen Bedarfen sind und die Lehrkraft so gut wie jede Stunde allein bewältigen muss.
      Dann können Erwartungen hinsichtlich Inklusion oder Regelbeschulung nicht erfüllt werden, von wem auch immer sie gestellt werden. Das führt zu Unmut, Frustration und Überlastung auf verschiedenen Seiten und gräbt dem Idealismus oder Engagement das Wasser ab.
      Die Geduld, auszuharren, ob die Bedingungen in 10 oder 20 Jahren besser sein könnten, ist nicht jedem gegeben und hilft im Alltag in der Regel auch nicht weiter.

      • Axel von Lintig

        Sie benötigen einfach mehr Unterstützung von zusätzlichen Förderlehrern.
        Sonst müssen wir Eltern das leisten. Das kann aber nicht jeder und die meisten Eltern benötigen eine gezielte Anweisung durch die Förderlehrer.

  12. ProblemkindSchule

    PS: Ich habe kein Problem mit meinem Kind und seiner Wertschätzung, jedenfalls außerhalb von Schule. Dort ist es in der Regel gern gesehen. In der Regelschule hat mein Kind eine Doppelbesetzung aus Regelschullehrer und Sonderpädagoge und eine Schulassistenz. Trotzdem ist mein Kind dort angeblich ein „Problem“. Da sich dies auf die Regelschule beschränkt, müßte, wenn die Haltung stimmt, also dort nach den Ursachen dort gesucht, mit den Eltern zusammen Lösungen gefunden werden…theoretisch. In der Praxis kann ich leider nicht davon ausgehen.
    Gerade deshalb bin ich trotzdem nicht der Meinung, dass mein Kind auf eine Sonderschule gehört, um dort unter Behinderten sozialisiert zu werden. Für ein Regelkind findet es ja auch keiner als das Beste, dass es ausschließlich unter Behinderten aufwächst. Kochen, Backen, öffentlichen Nahverkehr nutzen ect. lernt mein Kind bei seinen Eltern. Ein bißchen Didaktik könnte ich allerdings von einem Sonderpädagogen erwarten, so dachte ich bzw. ersteinmal eine adäquate Einschätzung des Kindes. Ich konnte noch nicht einmal davon ausgehen, dass für alle Kinder Englisch auf dem Plan steht. Mittlerweile hat mein Kind – wie in der 1.Klasse einer anderen Schule – auch wieder Englisch.

    • Axel von Lintig

      Es ist und bleibt hoffentlich unsere Entscheidung und die unserer Kinder, wie und wo sie beschult werden.
      Unsere älteste Tochter fühlt sich in der Hauptschule mit dem Förderschwerpunkt Sprache sehr gut aufgehoben.
      Und natürlich ist es für ein Kind mit Down wichtig unter anderen zu lernen. Man kann ihm aber das automatisierte Lesen beibringen. das müssen sie dann aber mit unterstützen.Machen Sie das bitte und lesen Sie bitte Silben, dann silbierte Wörter und schließlich ganze Sätze. Ihr Kind kann das. Und belassen Sie es in der Inklusion, wenn es sich wohl fühlt.
      Aber lassen Sie es bitte nie zu, dass es sich nicht wohl fühlt und ausgegrenzt wird.
      Unsere Kinder gehören dazu und wir müssen sie fördern und stützen, damit sie ein weitgehend selbstbestimmtes , glückliches Leben führen können.

  13. ProblemkindSchule

    Was ich damit sagen will – nicht „die Inklusion“ ist das Problem, sondern der zähe Prozess und vielfältige Verweigerungstendenzen, die dieser mit sich bringt. Eltern, die ihrem Kind momentan Teilhabe verwirklichen wollen, haben es alles andere als leicht.. Aber ich machs – für mein Kind, weil ich die Alternative inhuman und meinem Kind gegenüber unangemessen finde. Die Separation mag bei Sprachproblemen an Sonderschulen etwas weniger schlimm erscheinen, da es ja ansonsten eine Mischung normalbegabte Kinder ist. Ich finde es allerdings um so schlimmer, dass gerade Sprachprobleme in der Regelschule zum Problem gemacht werden, dürften sie doch eine weniger große Herausforderung darstellen, als z.B. eine sogenannte Geistige Behinderung!

    • Axel von Lintig

      Mein Kind benötigt Hör-Pausen. Die „Probleme“ sind vielschichtig, aber wir haben geschafft, dass sie flüssig gut lesen kann und sich damit eigene , neue, abstrakte Welten erschließen und sich die Sprache deutlich gebessert hat.
      Es ist eine Schande, wie früher mit Down umgegangen wurde, und es war wichtig diese lebensbejahenden ,positiven Menschen aus der Isolation herauszuholen um zu erzwingen, dass mit ihnen korrekt und Ziel gerecht gearbeitet wird.
      Denken sie einmal wie viele Resoursen bei Patienten mit einem Apoplex mobilisiert werden, um diese wieder in ein eigenständiges Leben zurückzuholen.
      Warum sollen wir da diese Kinder mit einem großen, aber aufwendigen Arbeitsansatz von diesen Möglichkeiten ausschließen.

  14. ProblemkindSchule

    Mein Kind (mit Down Syndrom) hat wie alle anderen Kinder lesen gelernt (ohne Spezialmethode) und autodidaktisch geübt. Und ich es belasse es an der Regelschule, nicht „in der Inklusion“, denn die gibt es noch nicht. Es kommt bald ans Gymnasium, nicht, weil ich das Gymnasium als prestigeträchtig empfinde, sondern weil es die einzige in Frage kommende Alternative des Gemeinsamen Lernens vor Ort ist. Der Lernprozeß wird sicher weitergehen, nichts von allein funktionieren, aber ich vertraue meinem Kind, denn: es macht alles transparent. Wenn es Wohlwollen, Pädagogik, Struktur und Empathie erlebt, wird es sich gut benehmen, wenn nicht, wird es das zeigen.

    • Axel von Lintig

      Uns wurde vorhersagt, dass unsere Tochter in einer Behindertenwerkstatt landen wird.
      Vielen Dank auch , für diese Art von Inklusion kann man da nur sagen. Wegen einer dreijährigen, beidseitigen , frühkindlichen Hörbehinderung wird ein Kind abgehakt in Verbindung mit einer Kreuzdominanz im optisch- motorischen System erhält man Gegenwind.
      Die Inklusion muss erst von den Lehrern verinnerlicht werden, bevor sie umgesetzt werden kann.

  15. ProblemkindSchule

    Wie sollen die Lehrer etwas verinnerlichen, ohne mit der Zielgruppe konfrontiert zu sein? Das ist derzeit harte Arbeit, v.a. für Eltern, da viel instrumentalisiert wird und langgehegte Gedankengebäude in Frage gestellt werden. Mein Appell: in der Debatte an einem Strang ziehen und sich nicht gegenseitig argumentativ schwächen. Gerade den Eltern, die jetzt „an vorderster Front“ den Kopf hinhalten bzw. den Weg freimachen, nicht mit irgendwelchen Unterstellungen (Prestige-Sucht, Normalitäts-Wahn, Verblendetheit.Inklusion= Utopie/ Ideologie) Motive an die Backe nageln, die nicht vorhanden sind.
    Letztendlich wollen wir doch alle ein besseres Schulsystem – oder?
    Und letztendlich wollen wir doch auch einen Rechtsanspruch – oder?
    Die Gefahr von destruktiver Inklusionskritik besteht immer darin, dass sie von politischen Kräften missbraucht wird, nichts ändern zu müssen oder Fortschritte wie den lange erkämpften Rechtsanspruch wieder abzuschaffen.
    Es ist ja (leider) schon als Fortschritt zu werten, wenn sich Parteien, die gestern noch nichts von Gemeinsamen Lernen wissen wollten, sich jetzt wenigstens „zur Inklusion bekennen“.
    Ich hoffe, alle Eltern sind sich einig, dass die gesamte Gesellschaft Verantwortung für alle Kinder zu übernehmen hat, nicht nur die einzelnen Eltern, nicht nur ein einzelner Sonderpädagoge, nicht nur ein einzelner „Integrationshelfer“… Dann wird es für die Eltern leichter, die gerade maximale Kompensationsarbeit leisten (Misstände zu Hause emotional auffangen, Kind selbst unterrichten), für Lehrer, weil ein heterogenes Gruppen-Gefüge auch ausgleichend wirken kann (ich verstehe das Prinzip Förderschule für emotional-soziale Problem nicht, wie soll das ohne positive Vorbilder funktionieren?), für Lehrer auch, weil sie sich durch Kooperationen entlasten können (mit anderen Lehrern, Therapeuten, mit Eltern), eigentlich für alle, weil alle zusammenarbeiten müssen, um im Sinne der Kinder wirken zu können.

    • Axel von Lintig

      ABC

      Ein autistisch veranlagtes Kind würde ich auch nicht in einer Regelschule inklusiv beschulen.
      Die brauchen feste Rahmenbedingungen und Rituale in ihrem täglichen Leben, da sie sonst scheinbar aggressiv auf ihre Umwelt reagieren, da sie sich gegen diese geballte Ladung an Sinneseindrücken in der normalen Schulwelt zur Wehr setzen.
      Deshalb ist es wichtig, unsere Förderschulen zu erhalten und nicht noch weitere zu schließen.
      Eine Ausnahme bilden da Kinder mit einem Asperger-Syndrom, ein er Variante des kindlichen Autismus mit Beeinträchtigungen in der Wahrnehmung von Mimik und Gefühlen anderer Personen.
      Ich plädiere dafür das in Absprache mit den Eltern im Einzelfall über eine Inklusion entschieden wird.
      Dieser totale Rechtsanspruch geht einfach zu weit, schadet allen Beteilligten und führt dann eben auch zu unerwünschten Ergebnissen mit Frust bei allen Beteiligten.

  16. @A. von Lintig/ ProblemkindSchule
    „Die Inklusion muss erst von den Lehrern verinnerlicht werden, bevor sie umgesetzt werden kann.“
    Der Spruch ist mir zu schwafelig, Herr von Lintig, und kehrt handfeste Unterrichtsprobleme, die nichts mit einer Verinnerlichung der Inklusion zu tun haben, unter den Teppich.
    Außerdem machen solche Phrasen die Lehrer zu Sündenböcken, was beliebte Tradition ist, wenn etwas schiefläuft.
    Ihnen und „ProblemkindSchule“ wünschte ich mal die Unterrichtsleitung in einer Inklusionsklasse mit einem sozial und emotional gestörten Kind, das über Tisch und Bänke geht, wilde Schreie und sonstige Töne von sich gibt und Mitschüler attackiert.
    Da empfinde ich Ihren Spruch oder den von „ProblemkindSchule“: „Wenn mein Kind Wohlwollen, Pädagogik, Struktur und Empathie erlebt, wird es sich gut benehmen, wenn nicht, wird es das zeigen“, fast wie Hohn.
    Und auch das gehört zur Wahrheit: Neben den Kindern mit verschiedensten Behinderungen gibt es auch noch andere, die unsere Hilfe und Unterstützung brauchen. Sie dürfen nicht vorwiegend Statisten für die Inklusion sein, doch leider befinden sich oft in dieser Rolle.
    Können Sie sich überhaupt vorstellen, mit welch schlechtem Gewissen ich mich täglich rumplage, weil ich diese Kinder nur noch unzureichend fördern kann trotz Unterstützung durch eine Lernhelferin?
    Ich kann die Inklusion noch so sehr verinnerlichen, mich noch so sehr um „Wohlwollen, Pädagogik, Struktur und Empathie“ bemühen, fast jeder Tag ist eine Kraftprobe und Zumutung.
    Zusätzlich darf ich dann noch Wogen glätten und Eltern, die sich beschweren und um ihre Kinder Sorgen machen, um Verständnis bitten.
    Inklusion betrifft nicht nur Kinder mit dem Down Syndrom. Vielleicht sollte das mal stärker bedacht werden, wenn inklusiver Unterricht in Bausch und Bogen befürwortet und von Außenstehenden zur verinnerlichten Aufgabe der Lehrer gemacht wird.
    Vielleicht würden sogar Sie sorgenvoll protestieren, wenn Ihre Kinder einen Klassenkameraden mit autistischen Zügen wie den kurz beschriebenen hätten, der im Übrigen auch unter der Inklusion und dem Zusammensperren mit den vielen anderen Kindern leidet, denn jedes Geräusch und jede Bewegung setzen ihm zu.

    Ich bin nur noch für die Inklusion, wenn sie eine bestimmte Problemschwelle nicht überschreitet und die Sinnhaftigkeit des Regelschulbesuchs (für alle Beteiligten) vorher gründlich geprüft wird. Ansonsten ist für mich jede Radikalinklusion staatlich verordnetes Unheil unter frommer Fahne.

    • Danke ABC
      Auch ich habe ein autistisches Kind in der Klasse, das die anderen attackiert, schreit, wenn es schreiben soll, mal eben alles aus Regalen und von den Bänken fegt. Auch ich habe ein schlechtes Gewissen, weil sehr viel meiner Kraft für dieses Kind draufgeht (10 Stunden in der Woche hat es eine Lernbegleitung, davon gehen 2,5 Stunden der Zeit an die Pausen drauf, in denen es begleitet werden muss, weil es die Kleineren attackiert). Wann habe ich endlich mal Zeit für meine schwachen Schüler, geschweige denn für die Hochbegabten? Die gibt es nämlich auch noch. Warum kann ich meine Energie nicht gerechter einsetzen? Ich bin doch für alle da!
      Die Eltern dieses Kindes sehen nur IHR Kind und man kann nur hoffen, dass niemand in der Klasse mal körperlich verletzt wird, weil eine volle Wasserflasche mitten im Unterricht durchs Klassenzimmer fliegt.

    • Herzlichen Dank auch meinerseits, sowohl Ihnen, ABC, als auch mississippi.
      Ihre Schilderungen sind für mich hoffentlich ein wenig Entlastung von Selbstvorwürfen. Es tut gut zu wissen, dass andere sich mit der Inklusion auch überfordert fühlen und ich trotz größter Ansrtengung nicht allein dastehe mit meiner angeblichen Unzulänglichkeit.
      Schlau schwätzen, tolle Ratschläge erteilen und alles besser wissen, kann jeder Außenstehende. Ihm würde ich auch gern für ein paar Wochen meine Aufgaben überlassen und damit vom Vormachen statt Klugscheißen profitieren.
      Mir würde Hospitation sehr viel mehr helfen als theoretisches und sich fortpflanzendes Gerede über gute Wege und gute Erfolge in anderen Ländern. Man möge mir bitte über längere Zeit als nur eine Vorführstunde erfolgreiche Inklusionspädagogik (für alle Schüler!) vormachen.
      Ich habe diverse Fortbildungskurse besucht, doch anschaulicher Unterricht war Mangelware. Stattdessen immer nur die gleichen Behauptungen von Moral und dem Weg des guten Gelingens.

    • Axel von Lintig

      AS
      Ich lehne die Art ,wie die Inklusion in NRW umgesetzt wird ab und verstehe Sie.
      Ich bin deshalb für den Erhalt der Förderschulen.

      • Nur ist das das gleiche Prinzip, wie es in allen anderen Bundesländern auch gemacht wird.
        Die Eltern haben die wahlfreiheit, ob sie ihr Kind mit festgestelltem Förderbedarf an ein FöS oder einer Regelschule anmelden.

        Die FöS haben dann irgendwann nicht genügend Schüler und werden wegen Unterschreitung der Mindestschülerzahlen geschlossen. D.h. sie laufen aus, da sie keine neuen Schüler im ersten Schulbesuchsjahr mehr aufnehmen dürfen, wenn die Mindestzahl deutlich und in mehreren Jahrgängen unterschritten wird.

        Die Politik für etwas Verantwortlich zu machen, was die Erziehungsberechtigten selbst entscheiden können, ist etwas Abwegig.

        • Die Bereitstellung bzw. Anzahl der Förderstunden ist häufig von BL zu BL verschieden.
          Dazu kommt, dass Niedersachsen schon seit Jahren die FöS Lernen auslaufen lässt, die Eltern haben KEINE Wahl. FöS ESE und Sprache sind nicht in ganz Nds. vorhanden, erstere gab es aber auch vor der Umsetzung der Inklusion nicht überall: keine Schule, keine Plätze, keine Wahl.

        • Axel von Lintig

          dickedbank

          Also bin ich mit schuld an der Situation, dass Förderschulen geschlossen werden, obwohl ich für deren Erhalt einsetze und eines meiner kinder auf eine Sprachförderschule schicke.

          Sind dann auch die Eltern schuld, wenn Intensivstationen für Frühgeborene geschlossen werden, da sie nicht eine entsprechende Zahl an Frühgeborenen versorgen.

          Was können wir denn noch alles abschaffen, wo wir anscheinend ein so armes land sind.Sie müssen einfach diese Ideen weiter spinnen und es wird viel verloren gehen.
          Es entspricht dem Zeitgeist seine Kinder inklusiv zu beschulen, obwohl alle darunter leiden.

          • Axel von Lintig

            Zum Schluss bleibt dann nur noch eine Einheitsschule für alle übrig, mit geringen Leistungsanreizen,einer marginalen Leistungsdifferenzierung und mit einer stark eingeschränkten Einzelförderung, kurz gesagt, die schöne neue Wunderwelt der Reformpädagogik.
            Aber warum gehen die politisch Verantwortlichen mit diesen Zielen nicht direkt an die Öffentlichkeit?
            Man hat Angst vor den Eltern und ihrem politischen Votum.
            Und natürlich werden politische Rattenfänger dieses Thema weiter aufgreifen. Deshalb sind wir Eltern aber auch nicht verantwortlich dafür, wenn die Gruppen politischen Auftrieb erhalten.

            Anschließend beschwert sich dann die Lehrerschaft über die Heterogenität der Schüler, scheinbar aggressive, verhaltensauffällige und autistische Schüler, die Schwierigkeiten mit einer zunehmend lustlosen Schülerschaft, denen jeglicher Respekt vor den Autoritätspersonen fehlt,Überarbeitung, Sprachbarrieren und all die anderen Veränderungen, die diese Einheitsschule mit sich bringt.

          • ProblemkindSchule

            Ja – Eine Schule für Alle – das ist die Lösung, zu der jeder zwangsläufig kommen muss, der sich wirklich differenziert mit dem Problem Deutsches Schulsystem und Gelingensbedinungen von Inklusion sowie begrenzten Ressourcen auseinandergesetzt hat!
            Eine Schule für Alle hat bis mindestens zur 10.Klasse keinen Schulwechsel, ermöglicht durch jahrgangsübergreifenden Unterricht von vornherein für jedes Kind auch das Gefühl, mal der Große, der Experte zu sein, hat ein gemischtes Sozialgefüge, ermöglicht Lernen im eigenen Tempo; auch längeres oder kürzeres Lernen ist (sogar in unterschiedlichen Fächern) möglich ohne in eine komplett neue Klasse zu kommen.

            Sie sehen, die Schule für Alle, die sie populistisch-dämonisierend „Einheitsschule“ nennen, löst viele Probleme.

            Ein jahrgangsübergreifender Unterricht hat dann mit behinderungsbedingter Heterogenität dann auch kein Problem mehr. Es geht zwar um eine Schule für Alle als einheitlicher Rahmen (so wie eine Grundschule auch eine Einheitsschule ist), die aber durch äußere gleiche Bedingungen (personelle) Ressourcen freilegen kann, um nach innen differenziert wirken zu können. Ich weiß, dass es schwer ist, sich das vorzustellen, wenn man noch nie einen solchen Unterricht erlebt hat. Man muss sich das eben selbst angucken.

          • Ja, die Eltern sind auch schuld daran, dass immer mehr Geburtsstatuionen geschlossen werden und sich die Haftpflichtversicherungen von freiberuflichen Hebammen verändern.

            Im übrigen ist das immer die gleiche Schizophrenie, erst rennnen alle zum Discounter, weil es dort billiger ist. Anschließend beklagen alle die fehlende wohnortnahe Versorgung mit kleinen „Tante Emma Lädchen“.
            Alle bestellen im WWW und heulen aufgrund der Leerstände in der City in der eigenen Innenstadt.

            Es gibt unzählige Beispiele dafür, die am Ende immer im Ruf nach der Politik enden. Nur was bzw, was kann die Politik am Verhalten der Einzelnen ändern?

            Das gleiche gilt für Gewerkschaften, Kirchen und andere Organisationen, die vom bürgerschaftlichen Engagement leben.
            Alle Welt tritt aus Kirche; Gewerkschaften und Vereinen aus, um anschließend darüber wehzuklagen, dass diese Organisationen sich nicht mehr um die „kleinen Leute“ kümmern und nur noch Klientelpolitik betreiben.

          • Axel von Lintig

            dickebank

            Die Eltern sind nicht Schuld daran, dass die Haftpflichtbeiträge der Hebammen steigen, es sind die Komplikationen von Geburten in medizinischen Einrichtungen, wie Geburtshäusern ohne Arzte und OP-Team für eine Sectio mit ihren Folgekosten durch Zivilklagen, welche im Gefolge entstehen.
            Und Gesundheit ist nicht planbar oder Steuerbar.

          • Axel von Lintig

            ProblemkindSchule

            Der Jahrgang übergreifende Unterricht hat eigentlich gar keinen Effekt (Hattie-Meta-Analyse 0,04) auf das Lernverhalten der Schüler.
            Wenn man dann noch die Erfahrungen der Lehrer mit der praktizierten Inklusion wahrnimmt, dann kann man diese nur ablehnen um einen effektiven Unterricht zu erzielen.
            Es ist für Lehrer und Schüler auch viel einfacher, wenn Schüler mit einer ähnlichen Leistungsstärke zusammengefasst werden und ihreren Stärken gefördert werden.
            Es spricht auch nichts dagegen, die Schüler in einem gemeinsamen Gebäude unterzubringen. Die können dann immer noch in Kunst , Sport und in einzelnen Fächern in denen Inselbegabungen vorliegen, zusammen unterrichtet werden.

          • Wenn es organisatorisch machbar ist, ist gegen Ihren Vorschlag @Axel von Lintig nichts einzuwenden. So könnte man wesentlich optimierter unterrichten, fördern und integrieren.

  17. ProblemkindSchule

    Sehr geehrte/r Fr./ Hr. ABC,
    ich kann nur aus meiner Erfahrung sprechen und Sie aus Ihrer. Es war nicht meine Absicht, mit meinen Äußerungen jemanden zum Sündenbock zu machen, wüßte auch nicht, mit welchen ich das getan haben sollte. Für mich existiert nicht nur das Kind in luftleeren Raum, sondern auch seine Umgebungsbedingungen. Dazu gehören allgemeine Bedingungen und auch Personen, also -nicht nur – aber natürlich auch Lehrer. Betrachtet man alle Einfluß-Faktoren, können sich diverse Handlungsoptionen ergeben, gerade für einen professionelle Pädagogen.

    Ich bin nur „Eltern“ und muß aufgrund einer anderen Berufswahl keine Klasse leiten, trotzdem beschäftigt mich das Thema auch in pädagogischer Hinsicht, weil mich die Frage interessiert: Warum entstehen Probleme? Warum klappt bei den einen etwas, was bei den anderen nicht klappt? Darüber unterhalte ich mich mit den vielen Personen, von denen ich lernen kann (und die ich kennenlernen durfte.) Ich habe leider keine kooperative Haltung von Lehrern erlebt, sondern nur bei anderen Pädagogen-Gruppen.

    Inklusion bedeutet nicht eine Teilung in „Problemkinder“ und „Statisten“ der „lokalen Problembehandlung“ am „Problemkind“, sondern es geht um das gesamte Beziehungssystem. Die Kindergruppe – so meine persönliche Erfahrung, ist ein enormer Einflußfaktor; Kinder verstehen andere Kinder teilweise viel besser als separiert aufgewachsene Erwachsen. Sie können daher gute Helfer sein, wenn man sie einbezieht – als Aktive, nicht als Statisten. Gerade die Beziehungsebene wird leider von vielen Menschen nicht durchschaut bzw. wenig genutzt.

    Aber ich würde gern Ihre konkrete Situation verstehen:
    Wie groß ist Ihre Klasse, mit wieviel Lehrern unterrichten Sie diese und welche Hilfen haben Sie bisher erhalten? Was haben Sie bisher in Bezug auf eine Verbesserung der Situation mit dem betreffenden Kind unternommen bzw. welche Hilfen haben Sie in Anspruch genommen? Oder von welchen Hilfen wissen Sie überhaupt? Welches Konzept verfolgt Ihre Schule bzw. in welchem Rahmen wird über die Schwierigkeiten innerhalb der Schule gesprochen?

  18. @ A.S.,

    auch ich reihe mich ein und stimme Ihnen zu.

    Ich finde Inklusion unter den gegenwärtigen Bedingungen eine Zumutung für die Lehrer und ein Verbrechen an den Schülern. Sie KANN so nicht gelingen. Das mit dem klugen Geschwätz der Theoretiker haben Sie genau richtig beschrieben.

    Sollte ich den Anforderungen gerecht werden, müsste die Stundenverpflichtung massiv gesenkt werden, denn durch die Inklusion bereite ich ja nicht mehr nur 1 Stunde für z.B. 25 Schüler vor; sondern eigentlich 3,4,5 verschiedene Stunden in einer, die mehr oder weniger nebenher laufen und u.U. ganz andere Inhalte haben, z.B. Zahlenraum bis 20, während die anderen schon im Millionenbereich agieren. Das heißt man hat den 3-, 4-, 5-fachen Vorbereitungsaufwand. Das soll man alles so aus dem Ärmel schütteln, oder wie?

    Ganz abgesehen davon, dass die einen im Unterricht nicht wirklich still arbeiten, während ich den anderen ihre Aufgaben gebe, erkläre, mit ihnen vergleiche … Es ist ein Verbrechen an den Kindern, weil die Lehrer sich oftmals doch nicht anders zu helfen wissen, als sie mit Malaufgaben oder anderem Krimskram „ruhigzustellen“, während sie ihren „normalen Unterricht“ machen, weil es anders nicht zu bewältigen ist! Ich sehe keine wirkliche Entlastung für mich durch die Anwesenheit einer Sonderpädagogin und/oder eines Lernhelfers, wenn nicht sie, sondern ich die Vorarbeit leisten soll. Und ich will nicht mehr Geld dafür bekommen und über oder lang ausbrennen („burnout“), ich will, dass das auch machbar ist, was man da von uns verlangt, ohne dass wir und die Kinder daran kaputt gehen!

  19. ProblemkindSchule

    Hier kann man sich praxisnahe Anregungen für die Umsetzung von inklusivem Unterricht holen und sich austauschen (von Eltern organisiert, nicht von der Politik, aber für Alle): http://www.mittendrin-koeln.de/projekte/kongress/

  20. @Problemkindschule
    Natürlich werden hier nur einseitige positive Situationen gezeigt. Man kann auch ganz andere Filme drehen. Was meinen Sie, wie man sich als Lehrer fühlt, wenn SuS sich in etwa so äußern: „Ich bin so froh, wenn die Grund- schule vorbei ist und ich endlich nicht mehr mit …. in einer Klasse sein muss.“

    • ProblemkindSchule

      Wenn Sie das Kongressprogramm richtig lesen, werden Sie erkennen, dass es um differenzierte Darstellung von Problemen und wie sie gelöst wurden geht.

      Denn die für viele immer noch neue Anforderung „Inklusion“ erfordert es, neue Systeme (Denkweisen, Strukturen) zu finden, um Lösungen herbeizuführen.
      Warum finden Sie es z.B. nicht toll, zu sehen, dass es schon so viele Menschen gibt, die durch Bereitschaft, Offenheit, Neugier und Problemlösungswillen positive Erfahrungen machen konnten, die sie mit anderen teilen wollen?

      Es muss jeder für sich entscheiden, ob er einen solchen Erfahrungsaustausch und Anregungen sucht oder lieber weiter über unlösbare Problem klagt.

      Es geht ja nicht unbedingt um die isolierte Arbeit am Kind, die in den wenigsten Fällen eine Besserung bringt, sondern um die Zusammenhänge im Kontext (Klasse, Schule ect.) und Änderungen in der Zusammenarbeit, auch den Unterricht betreffend. Da kann ein Lehrer allein an einer Schule oft nichts ändern.
      Dafür benötigt es die Kooperation und Vernetzung mit anderen Beteiligten.

      Fragen Sie sich nicht, warum hier immer die Impulse von Eltern kommen, die eigentlich völlig überlastet sein müßten, mit Ihren Kindern und der fehlenden Unterstützung durch die Gesellschaft? Warum fehlt die Unterstützung – weil diese nicht gelernt hat, alle miteinzubeziehen, sondern jahrelang Kinder immer differenzierter wegsortiert hat.
      Wenig praktische Umsetzungsmöglichkeiten kommen aus der Politik und auch von den Lehrergewerkschaften. Das wäre doch für Lehrer vielleicht eine Handlungsoption, sich zu engagieren, damit auch ihre Gewerkschaften sich durch Organisation von Veranstaltungen mit Praxisorientierung damit für die Entlastung bzw. die konkrete Hilfe für ihre Mitglieder sorgen.

      • „…sondern jahrelang Kinder immer differenzierter wegsortiert hat.“
        Das Problem ist, dass einige Eltern, die behinderte Kinder haben, das so empfinden. Der Stellenwert der empfundenen Ausgrenzung scheint höher als der Stellenwert einer optimierten Förderung. Ich sehe Spezialeinrichtungen als Chance für das Kind. Wenn ich zu einem Arzt mit einem speziellen Problem gehe, dann suche ich einen Spezialisten auf und nicht einen Allgemeinarzt. Spezialeinrichtungen sind auf die Bedürfnisse der Behinderten spezialisiert. Die Integration muss in meinen Augen an einer anderen Stelle stattfinden. Bei uns in der Gegend sind Behinderteneinrichtungen im Catering (bedienen auch Schulmensas) aktiv und betreiben sogar ein Restaurant. Ich finde es toll, wie gut und mit welcher Freude die erwachsenen geistig Behinderten dort ihre Aufgaben erfüllen. Ob es ihnen möglich gewesen wäre, durch reduzierte Förderung an allgemein bildenden Schule so weit zu kommen?
        Zum zweiten, ist „Behinderte“ ein weit umfassender Begriff wie es in der Folge auch der Begriff „Inklusion“ ist. Körperbehinderte z.B. sind je nach Behinderung ziemlich leicht zu integrieren. Autisten sind so gut wie gar nicht zu integrieren, manchmal findet man eine Möglichkeit es irgendwie zu managen, aber nicht immer. Bei jemand, der mit den schulischen Aufgaben vom Kopf her (Verständnis, also Lernbehinderung) nicht mitkommt, kommt es immer auf den Ausprägungsgrad an, in wie weit man da noch in der Regelschule helfen kann.

        • ProblemkindSchule

          Wie soll man Fördern lernen, wenn man noch nicht mal die Kinder versteht, weil man nie in Berührung kam mit Kindern mit Behinderung?
          Auch behinderte Kinder sind in erster Linie Kinder, die oft gar nichts Besonderes benötigen, sondern nur das, was alle Kinder benötigen, dies aber besonders.Denn sie sind nicht bedingungslos tolerant.
          Diese Verbesonderung kommt auch durch die lange Trennung in Parallelwelten.

          Familien sind auch keine Spezialisten, habe keine Fortbildung, sondern machen einfach, auch wenn es nicht immer perfekt ist.

          Seien Sie doch froh, dass es Familien gibt, die bereit sind, Ihnen Möglichkeiten des Lernens zu eröffnen, indem sie schon zufrieden sind, dass ihr Kind nicht mehr in Sonderwelten wegsortiert wird. Tatsächliche Förderung – naja, die kommt dann mal irgendwann bzw. erfolgt so gut wie eben möglich.

          Es ist schön, dass Behinderte mittlerweile den Gymnasiasten das Essen reichen dürfen und dass Ihnen das gut gefällt, ist ja auch billig.

          Es gibt aber auch schon sogenannte Behinderte, die auf dem ersten Arbeitsmarkt arbeiten. Das sind durchweg Menschen, die dank engagierter Eltern, Lehrer ect. ganz normal in eine Regelschule gegangen sind und deshalb auch dort angekommen sind, wo sie sind. Das ist kein ausgetretener Weg und nicht selbstverständlich.

          Sie diskutieren alle das, was Sie kennen. Das ist schade, schließlich besteht ja schon seit einiger Zeit die Möglichkeit, durchaus praktisch sich bei Schulen, die sich erfolgreich auf den Weg gemacht haben, zu hospitieren und zu lernen.

          Natürlich reden wir bei Inklusion nicht nur über Behinderung, es gibt auch andere Beeinträchtigungen, wie Armut bzw. ein problematischer sozialer Hintergrund, Migrationshintergrund ect. Aber komischerweise wird in den Medien immer die Kostendramatik über Menschen mit Down Syndrom transportiert.

          Ich wundere mich wirklich über diese undifferenzierten Kategorien. Alles natürlich, weil auch Ihnen die Chance genommen wurde, als Kind Normalität zu lernen.

          • „… es gibt auch andere Beeinträchtigungen, wie Armut bzw. ein problematischer sozialer Hintergrund, Migrationshintergrund“
            Solche „Inklusionen“ hatten wir schon immer, letztendlich sind doch alle irgendwie inkludiert. Wo ist die Grenze?
            Übrigens, diese Erwachsenen, die jetzt im Berufsleben teilnehmen, können gerade wegen ihrer besonderen Förderung daran teilnehmen. Diese geschah in sehr gut ausgestatteten und besetzten Förderzentren. Warum unterstellen Sie jemanden, der einen anderen Blickwinkel anspricht, keinen Kontakt mit Behinderten?
            Ich verstehe Ihren Wunsch nach Integration, aber für viele Eltern, die behinderte Kinder haben, bleibt immer die Wahl, welchem Aspekt Sie Vorrang geben: der sozialen Integration in einer Regelschule oder einer professionellen Förderung in Bezug auf die Entwicklung von Fähigkeiten, die ein Leben in Richtung Selbstständigkeit ermöglichen. Ich gebe Axel von Lintig Recht, der an einer anderen Stelle schrieb, dass es immer auf die Art der Behinderung ankommt, wo ein Kind optimal gefördert wird.
            Die vornehmliche Aufgabe einer allgemein bildenden Schule ist eben zuerst einmal Bildung. Sie ist ein soziales Gefüge, wo wir immer daran arbeiten, dass es auch funktioniert, aber die vorrangige Aufgabe ist Bildung.

          • Bei dieser Entscheidung spielen aber kulturelle Aspekte eine nicht zu unterschätzende Größe dar.
            Während bio-deutsche Eltern größtenteils der Förderung in spezialisierten Förderzentren den Vorrang geben, entscheiden sich ltern mit Migrationshintergrund häufiger für die Regelbeschulung.
            Scheinargument: „Sie wollen mein Kind ja nur auf die FöS abschieben, weil es Ausländer ist.“ Hier ist aus meiner Sicht viel Auklärungsarbeit zu leisten. Der Umgang mit Behinderungen unterliegt kulturellen Vorstellungen und Werturteilen – sonst hätte die UN-Deklaration ja nicht abgefasst werden müssen.

          • ProblemkindSchule

            So ein Quatsch; wenn es wirklich so ein Wahlverhalten der Eltern mit Migrationshintergrund aktuell gäbe, dann sollte man sich mal fragen, ob das nicht etwas mit einer Gegentendenz zu tun hat, nämlich weil ein Migrationshintergrund ein erhöhtes Risiko birgt, auf einer Förderschule zu landen, auch wenn das Kind normalbegabt ist. Ich verweise nochmals auf den aktuellen Fall Nenad. Auch der durch nichts zu rechtfertigende überproportionale Anteil von Kindern mit Migrationshintergrund an Förderschulen weist auf diese Praxis hin.
            Diese Praxis mag wohl angesichts des Zustands unseres Schulsystems von gut gemeint sein, um Sprachrückstände zu nivellieren, aber einmal da, findet sich irgendein Grund, das Kind auch da zu behalten. Denn die Förderschulen haben kein Interesse daran, Schüler zu verlieren.

          • Träumen Sie weiter!

            Ihre Korrelation ist zwar augenscheinlich, nur gibt es in einigen Schuleinzugsbereichen mehr Kinder mit Zuwanderungsgeschichte als Bio-Deutsche. Liegt es vielleicht daran, dass in diesen Schuleinzugsbereichen die Zahl der potentiellen Förderschulzuweisungen von Kindern mit Migrationshintergrund größer sein kann?

          • Es gibt diese Tendenzen:
            – mehr Kinder mit Migrationshintergrund auf Fös – mag sein, kann ich hier vor Ort nicht sehen
            – mehr Konflikte bezogen auf FöS-Meldungen bei Eltern mit Migrationshintergrund
            Die Gründe sind vielfältig:
            – es kann LuL geben, die die Förderung nicht leisten können, sodass die Kinder mit Migrationshintergrund schneller überprüft werden
            – Kinder mit Sprachschwierigkeiten werden schneller als lernbeeinträchtigt wahrgenommen, gerade weil vieles über Sprache transportiert wird und sprachunabhängige Tests zwar existieren, aber in vielen Schulen nicht zur Verfügung stehen
            – Kinder, die die Sprache nicht beherrschen, können dem Unterricht nicht angemessen folgen. Es gibt Kinder, die alles, was im Unterricht gesprochen wird, mühsam verstehen bzw. übersetzen. Sie brauchen eine erheblich höhere Konzentrationsleistung und verpassen etliches aus mangelndem Verständnis oder weil sie mit Übersetzen und Rückübersetzen (der Antwort) beschäftigt sind. Sie können also nur zeitverzögert antworten. Zudem schalten diese Kinder einfach irgendwann ab, wenn ihnen der Sprachanteil zu groß ist und sie die dauernde Überanstrengung nicht mehr leisten können.
            – Eltern mit Migrationshintergrund sind seltener vorab davon zu überzeugen, dass sie mit ihren Kindern üben sollten, wenn sich Schwächen zeigen. Es gibt Eltern, die vieles durch häusliches Üben auffangen. Es gibt aber auch Eltern, die dies nicht machen oder nicht können. Meiner Meinung nach ist das der Hauptgrund, warum in D so vieles von der sozialen Herkunft abhängt: Bessere Unterstützungssysteme die frühzeitig greifen würden erheblich zur Verbesserung des Schulsystems beitragen.

            Im Übrigen ist schon zu erwarten, dass mit den derzeitigen SuS mit Migrationshintergrund ähnliches blüht:
            – Sprach-Förderstunden werden in viel zu geringem Maß gewährt und fallen viel zu häufig
            – Förderklassen sind sehr voll, die LuL häufig ebenfalls allein und überlastet
            Beides reicht nicht aus für viele SuS, die wenig Schulerfahrung mitbringen.
            Die SuS werden alle nach 1 Jahr aus der Förderung genommen und in die Regelklassen gesetzt. Auch die Zuweisung der Förderstunden ist an die Dauer des Aufenthaltes gekoppelt und nicht an die Fähigkeiten der SuS. Bei vielen SuS reicht 1 Jahr Sprachförderung nicht aus. Wenn keine Schulerfahrung vorhanden war und/oder keine Alphabetisierung und/oder keine in lateinischer Schrift, ist nach einem Jahr die Teilnahme am Regelunterricht nur in Ausnahmefällen möglich.

          • ProblemkindSchule

            dickebank
            8. Mai 2017 um 09:24
            Träumen Sie weiter!

            Ihre Korrelation ist zwar augenscheinlich, nur gibt es in einigen Schuleinzugsbereichen mehr Kinder mit Zuwanderungsgeschichte als Bio-Deutsche. Liegt es vielleicht daran, dass in diesen Schuleinzugsbereichen die Zahl der potentiellen Förderschulzuweisungen von Kindern mit Migrationshintergrund größer sein kann?

            Warum sollten sie das? Weil die Regelschulen aussortieren? Normalbegabt heißt Regelschule, nicht Förderschule für Geistige Entwicklung.
            Aber bitte veröffentlichen Sie doch gern hier Ihre Zahlen und Quellen, aus denen Sie Ihre Annahmen ableiten.

  21. Nachtrag: Es gibt nämlich Kinder mit viel größeren Problemen. die auf andere SuS losgehen, z.B., die aber nur wenige Stunden in der Woche eine Lernbegleitung zugewiesen bekommen.

  22. Noch ein Nachtrag: Wenn Eltern so eines Kindes keinen Kindergeburtstag feiern, weil sie davon ausgehen, dass es eskaliert, aber erwarten, dass das Kind inklusiv beschult wird, was es auch wird, da ist doch etwas nicht im Gleichgewicht. Oder sehe ich das falsch?

    • ProblemkindSchule

      Ich sehe es so, dass sowohl Probleme im Elternhaus in die Schule wirken können, als auch Probleme in der Schule zurück ins Elternhaus.
      Man kann sich da externe Hilfe holen.
      Deshalb ist ein gutes Verhältnis auf Augenhöhe zwischen Eltern und Lehrern mit das Wichtigste.

  23. ProblemkindSchule

    Um nochmal auf die Überschrift zurückzukommen: So funktioniert Inklusion: mit 2 Lehrern und Assistenz. Ich glaube, ich habe anhand meiner Erfahrungen dargelegt, dass dies kein Garant ist, sondern auch noch andere Parameter zum Gelingen dazugehören.
    Diese haben anscheinend dazu geführt, dass an vielen Schulen unter vergleichbaren Bedingungen „Inklusion funktioniert“. Man müßte also fragen, wie machen die das? Welche Lösungen haben diese gefunden? Da muss ich mal hospitieren!

    Es hört sich hier so an, als wäre die Politik per se nur an Inklusion als Instrument zum Sparen interessiert. Ich denke, hier geht es eher um begrenzt zur Verfügung stehende und auch zur Verfügung gestellte Resourcen, v.a. vom Bund. Gleichzeitig werden Geldmittel zu wenig an Bedingungen geknüpft. Dtl. gibt im OECD-Durchschnitt zu wenig Geld aus für die Bildung und auch NRW ist im Bundesvergleich am unteren Ende zu finden.

    Mir scheint, dass hier gerade eher, dass man im ohnehin unterfinanzierten Schulwesen unter Zuhilfenahme (sprich Instrumentalisierung) der behinderten Kinder die Lage eskalieren läßt, damit sich hier endlich etwas auf Bundesebene bewegt.

    Vielleicht hilft eine Überlegung, was man eigentlich will, um die richtigen Dinge zu kritisieren und damit Änderungen zu bewirken.

    Findet man, dass auch behinderte Kinder in die Mitte der Gesellschaft gehören und ein Zusammenleben Normalität wird? Findet man, dass deshalb die Bedingungen geändert werden müssen, so dass sich alle auch dort wohlfühlen und natürlich alle Kinder gefördert werden? Dann sieht man die Vorteile einer gemeinsamen Bildung und macht sie sich zu Nutze, schaut, wie es die machen, die es hinbekommen. Vielleicht nicht immer perfekt, aber immer besser.

    Auch Lehrer haben Interessenvertretungen und können Petitionen starten, um sich gegen ihrer Meinung nach unzumutbare Bedingungen zur Wehr zu setzen.

    Ob es allerdings förderlich für eine gelingende Inklusion ist, behinderte Kinder als Zumutung zu betrachten und ihren Eltern Realitätsverlust zu unterstellen, diese Frage sollte jeder für sich beantworten. Es ist ja nicht schlimm, zu erkennen, dass man sich lieber beruflich anders orientieren möchte.

    Für ebenso wenig förderlich halte ich es, an immer kleiner werdenden Förderschulen festzuhalten.
    Müsste nicht vielmehr eine zentrale Institution mit Sonderpädagogischer und Inklusions-Expertise aller möglichen Fachrichtungen als Ansprechpartner aller Schulen zur Verfügung stehen, um hier praktisch beratend zu wirken?

    Auch kleinere Klassen kann man verwirklichen.
    Leider kommen von den Parteien mit den großen Worten über Moratorien für Förderschulen nie irgendwelche Vorschläge zur Verbesserung der Situation an Schulen allgemein, geschweige denn Finanzierungskonzepte.

    • Auch kleinere Klassen kann man verwirklichen.
      Leider kommen von den Parteien mit den großen Worten über Moratorien für Förderschulen nie irgendwelche Vorschläge zur Verbesserung der Situation an Schulen allgemein, geschweige denn Finanzierungskonzepte.

      Welche Größe schwebt Ihnen denn bei Kindern mit Förderbedarf ESE so vor? Drei ESE-Kinder mit einer Lehrkraft und einem Erzieher? – Ach Halt, geht ja nicht, die sind ja dann wiederum nur unter sich. Also füllen wir diesen permanenten Krisenherd noch mit sechs Alibikindern auf, um der nklsion Genüge zu tun.

      Bleibt die Frage, wer trägt die Kosten für die passive Bewaffnung (Schutzausrüstung) der Füllkinder sowie deren Beschulung? Also Doppelbesetzung plus Erziehungspersonal. Die derzeitige Klassengröße liegt an geS in NRW bei 30 SuS, wobei „Includis“ doppelt angerechnet werden. Folglich sind bei drei Kindern mit Förderbedarf nur 27 Kinder in der Klasse. Mit Ihrem Vorschlag müssten die Klassen halbiert, wenn nicht sogar gedrittelt werden. Die Kosten werden von der mehrheit der Steuerzahler nicht aufgebracht werden wollen.
      Die Zahl von Steuerzahlern mit schulpflichtigen Kindern ist geringer als die der steuerzahlenden rentner. – Was glauben Sie, was die für kleinere Kassen bereit sind zu zahlen?

      • ProblemkindSchule

        Also die von Ihnen beschriebene „ESE-Kinder“ kann man, meiner Meinung nach, nicht dadurch „verbessern“, dass man sie an kleinen Förderschulen unter sich unterrichtet, denn jedes Kind benötigt auch positive Vorbilder und wie schwer wollen Sie es eigentlich Lehrern machen?
        Die Zustände gerade an diesem Typus Förderschule sprechen Bände. Einmal dort, wird jedes Kind verhaltensauffällig, selbst wenn es das vorher nicht war. Was sich aus dem System erklärt.

        Ich bin der Meinung, dass wenn man in Luxemburg Klassen von 12-14 Schülern incl. 2 Lehrer hinbekommt, dann geht das auch in Deutschland.
        Da muss man dann natürlich auch auf „Nebenschauplätze“ wie die Steuerzahlermoral schauen.

        Ansonsten sollte man als Politiker eben mal den ehrlichen Diskurs führen, was läßt sich Deutschland sein geliebtes „mehrgliedriges“Schulsystem kosten? Und rechtfertigt der Output und alle Probleme desselben diesen finanziellen Aufwand der Sortierung. (die ja irgendwie auch ein Abgrenzungsproblem hat, wenn man keinen Unterschied zwischen Super-Hauptschüler, gutem Realschüler und schlechtem Gymnasiasten ausmachen kann bzw. normalbegabte Kinder an Förderschulen für Geistige Entwicklung schickt, siehe Fall Nenad).

        Auch steuerzahlende Rentner haben Enkel, für deren Schulpflicht sie im Gegenzug ein gutes Schulsystem erwarten und nicht nur gute Bildung an Privatschulen, für die sie noch mehr zahlen müssen.

        Deutschland hat seine finanziellen Möglichkeiten im Bildungssystem bei Weitem nicht ausgeschöpft. (siehe oben)

        • @ ProblemkindSchule
          „Die Zustände gerade an diesem Typus Förderschule sprechen Bände. Einmal dort, wird jedes Kind verhaltensauffällig, selbst wenn es das vorher nicht war. Was sich aus dem System erklärt.“
          Ich weiß nicht, welche Förderschule für ESE sie sich angeschaut haben – die in unserer Nachbarschaft kann es jedenfalls nicht gewesen sein! Die Lehrer dort sind perfekt für die Bedürfnisse der Kinder ausgebildet, die Klassengröße liegt bei maximal 12 Kindern, und der Großteil der dort lernenden Kinder kann nach einiger Zeit an die „Regelschule“ zurück wechseln. Kein Kind wird dort erst verhaltensauffällig gemacht! In meiner Grundschulklasse bedeuten die 2 ESE-Kinder ( die im übrigen an GS leider nicht doppelt gezählt werden ) eine massive Belastung der gesamten Klasse, und einige meiner anderen Kinder schauen sich das negative Verhalten eher noch davon ab – frei nach dem Motto: was der macht, mach ich auch! Hätte ich gewusst, wie GS sich heutzutage entwickelt, hätte ich mal besser gleich Sonderpädagogik studiert. Käme arbeitstechnisch auf das Gleiche raus, wird aber besser bezahlt bei noch dazu niedrigerem Stundendeputat.

          • ProblemkindSchule

            Es freut mich, dass Sie ein Positiv-Beispiel kennen, wo es anscheinend tatsächlich zu einer Förderung der Kinder kommt.
            Allerdings müßte man definieren, was an Ihrem Ort für Dinge als „verhaltensauffällig“ klassifiziert werden.
            Was früher „lebhaft“ war, wird ja heute schon als unnormal eingestuft.

            Ansonsten sagt die bundesdeutsche Statistik, dass 75% aller Förderschüler die Sonderschule ohne Abschluss verlassen. Die Gruppe mit dem Schwerpunkt „ESE“ bildet dabei die größte Gruppe unter den Schwerpunkten, wenn ich mich richtig erinnere.
            Dafür gibt es sicher Gründe.

            Aber um ihre Frage nach Sonderschul-Beispielen zu beantworten, ich höre von Eltern und Lehrern so mancherlei, z.B. werden Kinder im Klassenraum eingeschlossen; Eltern werden während der Unterrichtszeit angerufen, sie sollen ihre Kinder abholen, weil „der Schulbegleiter mit dem Kind nicht zurechtkommt“ Vom Personal hört man dann dort ganz überzeugt, ja, klar machten sie das so – die Kinder müssen sich den Besuch der Schule „verdienen“. – Da frage ich mich, ob ich mir als Grundschüler – im vollen Bewußtsein, nicht im „Regelbetrieb“ gewollt zu sein, den Besuch einer Sonderschule verdienen wollte?

            Das Kind habe ich übrigens kennengelernt, ganz normal. Kann allerdings mit 10 nicht lesen und schreiben (wahrscheinlich seine Schuld), mein Kind (mit DS) kann das schon (hat es im GL jahrgangsübergreifend gelernt, nach Schulwechsel an eine andere Regelschule vertrat diese allerdings die „Expertenmeinung“, dass es von geistig behindert bis verhaltensauffällig so ziemlich alles ist, nur eins nicht ein fröhliches, aufgewecktes Kind mit Phantasie, aus dem man ganz viel rausholen kann; das ist es übrigens, aber nur außerschulisch…komisch. Mittlerweile haben außerschulische Fachleute festgestellt, dass es nicht geistig, sondern max. lernbehindert sei, wenn man schon solche Kategorien bemüht)

            Tut mir leid, da sind wohl die Sonder-Experten überfordert – mit was sonst als der Konzentration des Fö-Schwerpunktes, wenn es tatsächlich Experten sind?

            PS: Sie meinen also die Schüler an der „Schwererziehbaren-Schule“ machen sich gegenseitig nicht nach?
            Jedes Kind hat ein Recht auf störungsfreien Unterricht, auch „Förderkinder“.
            Mein Kind (mit DS) macht eigentlich eher den Blödsinn der „normalen Kinder“ nach – das wird dann an der besagten Experten-Regelschule seiner Behinderung zugeschrieben.

            Ich halte es für sinnvoller, wenn Kinder mit nicht bedingungstolerantem Verhalten auf jeden Fall unter guten Bedingungen beschult werden, also in Klassen mit positiven Vorbildern und Erwachsenen, die soziale Beziehungen managen können.

            Eigentlich müßten Sie doch denken, Förderschulen weg, dann kommen endlich die Experten an die Regelschulen und können Sie unterstützen.

      • mississippi hat’s mal treffend gesagt: Jeder schaut nur auf sein Kind und seine Interessen.
        Diese sind dann gemeinsam mit dazu passenden Studien und Artikeln maßgeblich für die eigene Meinung und sachlichen Argumente.

        @ProblemkindSchule
        Beratung für Lehrer („professionelle“ Ratschläge) aus der Theorieecke gibt es jede Menge. Ja, und man kann sich all das holen, was Sie als wichtige Hilfe ansehen.
        Eltern und Lehrer können sich auch auf Augenhöhe begegnen und sich um ein gutes Verhältnis bemühen. Sie können die Inklusion „verinnerlichen“ und den Kindern mit Behinderungen Wohlwollen, Pädagogik, Bemühen um Struktur und Empathie entgegenbringen.
        All dies nützt der Unterrichtspraxis jedoch wenig, wenn sie die schönen Worte und angeblich guten Erfahrungen in anderen Ländern nicht bestätigt.
        Sie zählen alles Mögliche auf, was der Behauptung nach wunderbar gehen soll und erfolgreich praktiziert wird. Schließlich schreiben Sie noch: „Auch kleinere Klassen kann man verwirklichen.“
        Schade nur, dass Lehrer dies mindestens ebenso gut wissen wie Sie und sich dafür seit Langem erfolglos einsetzen. Was hilft den Lehrern also Ihr Spruch vom „man kann“, außer dass er ihnen auch hier ihre Ohnmacht vor Augen führt?
        Oder meinen Sie mit „man“ die Lehrerschaft selbst, deren Einfältigkeit auch noch durch die selbstgewählte Beibehaltung großer Klassenstärken bewiesen wird?
        Und glauben Sie, dass alles, was Sie den Lehrern an schönen Thesen vorsetzen, diesen nicht schon zig-mal und variationsreich serviert worden wäre?

        Die Krux ist doch, dass alles, was Sie von Ihrer Warte aus für gedankliche Juwelen halten, in der Praxis häufig zu Talmi wird, das nicht hält, was es verspricht.

        Auch die schönsten Theorien müssen sich nun mal im Praxistest beweisen. Seine Ergebnisse sind enscheidend. Im Falle der Inklusion mögen Sie am Test und den Testern (Lehrern) zweifeln oder die Bedingungen in Frage stellen.
        Ich zweifle an der schönen Theorie, alle Kinder mit Behinderungen könnten ausnahmslos und zum Wohle aller inklusiv unterrichtet werden. Dafür halten Sie sogar das Gymnasium für besonders geeignet, wofür mir trotz oder wegen Ihrer Erklärung jegliches Verständnis fehlt..

        • ProblemkindSchule

          Auch für Sie nochmals ein Link, um sich mit praktischen Erfahrungen von Praktikern zu versorgen (also v.a. von Lehrern u.a. Pädagogen):

          http://www.mittendrin-koeln.de/projekte/kongress/

          Ich wünsche Ihnen allen, dass Sie sich die erfolgreiche Praxis anschauen, bevor Sie weiter über ein Nicht-Möglichsein diskutieren, was Andere schon lange praktizieren.

    • „Auch kleinere Klassen kann man verwirklichen.“
      Das wurde uns in meinem Bundesland schon in der vorletzten Wahlperiode versprochen, doch gespürt habe ich davon bis jetzt noch nichts. Die Höchstklassenstärke um einen Schüler herabzusetzen ist ja wie ein Tropfen auf einem heißen Stein. Es scheitert wohl daran, dass man dafür kein Geld locker machen möchte und andere Schwerpunkte setzt. Da wir jetzt ja Flüchtlinge dazubekommen haben und sich vor allem an Grund- und Hauptschulen ein eklatanter Lehrermangel abzeichnet, wird sich da kurz- und mittelfristig, so befürchte ich, nichts ändern. Es fehlt schlichtweg das Personal. So lange von den Lehrern immer mehr erwartet wird, werden sich immer weniger für den Beruf entscheiden, denn kaum einer setzt sich freiwillig solchen Bedingungen aus, wenn er es vorher realisiert.

      • ProblemkindSchule

        Sehe ich ganz genauso.
        Klassenrichtwerte haben keinen Sinn, wenn die Lehrer fehlen.
        Es gibt viele Probleme, ein Problem ist die Lehrerausbildung und die Motivation, Lehrer zu werden.
        Da die Lehrerausbildung Sache des Bundes ist, sind wir wieder beim Thema: NRW läßt gerade die Lage eskalieren. Umso besser, wenn sich Eltern, Lehrer ect bekriegen. (Ironie/ Sarkasmus)
        Vielleicht besser, sich dagegen zu wehren, auch als Lehrer?
        Eltern und Kinder zu instrumentalisieren ist eine bewährte Methode, aber nicht so nett und auch nicht förderlich für eine gute Kooperation.

        • @ProblemkindSchule
          Wenn es nur um die Lehrerausbildung, also das Studium ginge, würde ich mich immer wieder für diesen Beruf entscheiden. Ich fand die Ausbildung sehr interessant. ; – )

          • Ich fand sie auch interessant. In der Praxis habe ich dann allerdings gemerkt, dass der Hase oft nicht so läuft wie behauptet.

            Mit anderen Worten: Meinen Beruf habe ich weniger im Studium als im Schulalltag gelernt. Manchmal stand mir die Lehrmeinung sogar im Weg, um das Richtige zu erkennen und zu tun.

        • Nee, NRW lässt die Lage nicht eskalieren. Nur aufgrund der hohen Zahl von Abgängen wegen Erreichen des Pensionsalters oder des Beginns der Altersteilzeit bei verbeamteten Lehrkräften – die ATZ-Regelung für Tarifbeschäftigte ist ausgesetzt – gehen derzei mehr Leute ab als nachrücken. Zusätzlich zu den frei werdenden Stellen sind zwar zusätzliche Stellen genehmigt und im Haushalt verankert, nur der „Markt“ gibt nicht genügend Bewerber für diese Stelen her.

          Die meisten Schulen können froh sein, wenn sie um die 93% ihrer Planstellen besetzt bekommen. Und das ist ja keine neue Entwicklung sondern ein Fakt in den letzten 10 Jahren gewesen. Bei der Personallage ist eine Absenkung der Klassenrichtwerte absolut illusorisch. Eine Arbeitsentlastung kann nur dadurch erfolgen, dass die Kinder und Jugendlichen mit festgestellten oder vorhandenem Förderbedarf getrennt von den Regelschülern unterichtet werden. – Und zwar solange, bis sie in der Lage sind am Regelunterricht teilnehmen zu können. Dies kann wie ehedem auch durch Hospitationen bzw. an einzelnen Fachstunden an Regelschulen geschehen.
          Darüber hinaus spreche ich mich für Schulzentren aus, in denen unterschiedliche Schulformen mit einander kooperieren. – Nur dieses Modell der KOOP-Schule ist in NRW aufgrund der Bestrebungen der CDU und der FDP auf Ewigkeit verbrannt und diskreditiert, obwohl die CDU die KOOP-Schule ligt als Gemeinschaftsschule unter Babsy Sommer neu erfunden hat.
          Wer Inklusion will, der soll die Förderschulen für Regelkinder öffnen, ohne deren Klassenteiler zu verändern.

          • ProblemkindSchule

            Wer Inklusion will, der steuert Personal- und Erfahrungsmangel entgegen – mit Alternativen und Anreizen.
            Kein Kind mit Behinderung muss sich an dieses Schulsystem anpassen, sondern das Schulsystem muss angepaßt werden, dass alle Kinder zusammen unterrichtet werden können.
            Das muss natürlich zunächst auf politischer Ebene geregelt werden, aber auch Schulen haben Handlungsmöglichkeiten.

            Sehr wenig wird derzeit die Möglichkeit des Ganztages genutzt, um den Schulalltag zu entzerren, päd.Personal in die Klasse zu holen und damit Entlastung zu bringen.
            Das ist z.B. Sache der einzelnen Schule + der Kommune.

          • Dann passen Sie es doch an.
            Ich passe meinen Unterricht – und der deckt an einer IGS schon eine enorme Bandbreite ab – an die Schüler und Schülerinnen an. Nur Unterricht in einer 27er Gruppe auf fünf verschiedenen Kompetenzstufen ist nun einmal nicht das, wofür ich ausgebildet wurde und bezahlt werde.
            Bei der Wahl das obere Viertel fit für einen Erweiterungskurs zu machen oder die drei Lerner verstärkt mit eigenem, aufwendig erstelltem Material zu fördern, fällt die letztere Gruppe in die Zuständigkeit der Sonderpädagogen, die aber von 36 WS nur bei 2 Mathe- und 2 Deutschstunden unterstützen können.
            Ist dann eben die Inklusion, die das land zahlt. Bei der Frage nach freiwilliger Mehrarbeit, verweise ich dann auf meinen Arbeiitsvertrag, der sieht diese nämlich nicht vor.
            Und ohne Vertragsverletzung bin ich unkündbar.

          • ProblemkindSchule

            Das ist ganz klar: keine Inklusion und noch meilenweit davon entfernt. Aber nach meinem Eindruck ist das durchgängige Praxis an den Gesamtschulen.
            Dabei haben Gesamtschulen meist offene Sonderpädagogenstellen, die sie durchaus mit normalen Lehrern besetzen könnten oder sie könnten auch kleinere Klassen bilden, in denen mehrere Förderkinder „gebündelt“ werden, so dass eine Doppelbesetzung in der Klasse in mehr als 2 Stunden gewährleistet werden könnte. Das wäre z.B. eine Art, mit den begrenzten Resourcen effizient umzugehen. Auch ist der Sonderpädagoge nicht allein für die Förderkinder zuständig. Die Frage nach dem Ganztag und pädagogischem Personal von dort ist noch unbeantwortet geblieben.

          • Sie kennen sich ja echt aus.. Bei Bündelung hätten Sie dann eine Klasse mit Lernern und bräuchten überhaupt keine Fachlehrkräfte mehr. Daselbe machen wir dann noch mit den ESE-Kindern und alles wird, vor allem dann, wenn wir im Anschluss diese beiden Klassen noch zurück verlegen an die entsprechenden FöS.
            Nur damit wir uns richtig verstehen, ich habe nichts gegen die Inklusion an Schulen. – Wenn ich etwas hätte, ich würde es ja anwenden.

          • ProblemkindSchule

            Das habe ich jetzt nicht wirklich verstanden. Die Frage nach der OGS steht auch noch im Raum.

      • Zu 13:19 Problemkindschule
        12-14 Kinder. Das ist die Klassenstärke, die man so von Förderschulen mitbekommt. Schön wäre es. Ein Traum. An unserer Schule beträgt die durchschnittliche Klassenstärke 26 Kinder, bunt gemischtes Klientel. Ich glaube nicht an eine solche Änderung – wer weiß, vielleicht in 10 – 20 Jahren. Wir haben Lehrermangel. Außerdem: Der Wille der Politik in der Richtung war noch nie da. Dann haben wir solche Studien wie die Hattie – Studie, die dieser Politik Recht gibt. Das müssen Sie den Führungskräften erstmal widerlegen.

        • Axel von Lintig

          yspn

          Die Ergebnisse der Hattie-Meta-Analyse widersprechen der Inklusion. Der Effekt der inklusiven Beschulung beträgt unterdurchschnittliche 0,28,ist also wenig förderlich.
          Im anglo-amerikanische Raum sind die Schulklassen eh kleiner als in Deutschland.

          • ProblemkindSchule

            Die Hättie-Studie sagt auch, dass der Lernerfolg erheblich von den Peers und dem Lehrer abhängt, also der Qualität der Beziehungsebene.
            Ansonsten sagen alle Studien über gutes inklusives Lernen etwas Anderes.
            Kanada hat durch die inklusive Umstellung auch volkswirtschaftlich posiitive Ergebnisse vorzuweisen. Es kann eben nur gut sein, wenn Inklusion (also der eigentliche Urzustand= alle zusammen) selbstverständlich wird, schließlich kann fast jeder sich auch auf dem Arbeitsmarkt nützlich machen. Selbst wenn nicht, ist es bestimmt schöner, in einer normalen Fa. zu sein, als in einer Sondereinrichtung.

          • ProblemkindSchule

            Luxemburg – anglo-amerikanisch?

      • So schnell wird das alles nicht gehen. Wenn die Inklusion wirklich von allen in ihrem eigentlichen Sinne gewollt und nicht nur ein Sparmodell wäre, müsste man viel mehr Geld und Fortbildungen hineinstecken. Eine sonderpädagogische Ausbildung lässt sich nicht einfach voraussetzen.

  24. Unter den jetzigen Bedingungen kann Inklusion kaum funtionieren. Der Alltag ist eben anders. Normal ist es auch z. B., dass Klassen aufgeteilt werden, wenn Lehrpersonen krank sind. Dann hat man eben noch 5 – 10 Kinder unerwarteter Weise mehr zu unterrichten, oder eher zu beschäftigen.

  25. Die Blickwinkel der Diskussion spiegeln die betroffenen Eltern wider:
    Da gibt es Eltern, die ihr eigenes beeinträchtigtes Kind im Blick haben und eine FöS-Beschulung wünschen, da dort die Förderung besser funktioniert als in der Grundschule, die mangels Ressourcen ein offenes Lernen propagiert, in dem das Kind sich nicht zurecht gefunden hat.
    Da gibt es Eltern, die ihr eigenes beeinträchtigtes Kind im Blick haben und KEINE FöS-Beschulung wünschen, weil das Kind gesellschaftlich nicht ausgegrenzt werden soll. Diese Eltern erwarten aber auch, dass sich Lehrkräfte engagieren.
    Da gibt es Lehrkräfte, die die Inklusion ablehnen, weil sie das System an sich nicht richtig finden.
    Da gibt es Lehrkräfte, die die Inklusion ablehnen, weil sie sich täglich abmühen und trotz mangelnder Ressourcen seit mehreren Jahren ihr möglichstes tun, täglich an ihre Grenzen gehen und inzwischen merken, dass dies alles nicht reicht und die Klassen, die Kinder und sie selbst so stark überlastet sind, dass der Alltag kaum auszuhalten ist.
    Da gibt es Lehrkräfte, die die Inklusion eigentlich wünschen, aber unter gegebenen Bedingungen der normalen Klassenstärke mehrere Schüler mit Beeinträchtigungen berücksichtigen müssen, ohne Hilfe zu erhalten und – ebenso wie die vorherigen – trotz guten Willens täglich an ihre Grenzen stoßen … und am Ende die Inklusion kaum aushalten können.

    Unzufrieden sind alle.
    Die Forderungen laufen scheinbar in entgegengesetzte Richtungen (pro oder contra Inklusion), letztlich sind aber alle der Meinung: Alle Kinder brauchen gute Bildung und für diese müssen ausreichend Ressourcen gewährt werden.
    Ob nun die FöS aufgelöst werden oder nicht:
    – es braucht mehr Sonderpädagogen in den Schulen
    – es braucht mehr Sozialpädagogen in den Schulen
    – es braucht mehr zusätzliche Hilfskräfte in den Schulen
    Diese Forderung hat weniger damit zu tun, ob man für oder gegen Inklusion ist, sondern damit, dass man als Lehrkraft unter derzeitigen Bedingungen nicht arbeiten kann und dass Schüler unter gegebenen Umständen nicht die Förderung erhalten, die gut für sie wäre.

    Dennoch glaube ich, dass alle, die einen wie die anderen Eltern, die einen wie die anderen Lehrer auch morgen wieder ihr Möglichstes tun.
    Statt sich an scheinbaren Widersprüchen zu zerreiben, sollten alle gemeinsam aufstehen und deutlich fordern, dass Bildung mehr braucht: vor allem mehr Personal.

    • Axel von Lintig

      Palim

      Ein gutes Statement ,dass die Positionen sehr gut darstellt.
      Was uns alle eint ist, dass viel mehr Ressourcen für die Bildung freigesetzt werden müssen, um eine bessere Bildung zu bewirken.

      • Es muss die Trennung zwischen innerer und äußerer Schule aufgehoben werden und die Zuständigkeiten neu festgesetzt werden.
        Wir brauchen eine neue Verteilung zwischen kommunaler und staatlicher Zuständigkeit.
        Frühkindliche Erziehung und Grundschulen sowie Hauptschulen gehören in die Gesamtverantwortung der Städte und Gemeinden.
        Berufsbildende Schulen und Förderschulen gehören in den Zuständigkeitsbereich der landkreise und kreisfreien Städte – mit Ausnahme der Förderschulen, die ohnehin schon im Zuständigkeitsbereich der Landschaftsverbände (kommunale Zweckverbände) in NRW sind.
        Alle anderen Schulen liegen dann in der alleinigen Zuständigkeit des Landes.
        Mit alleiniger Zuständigkeit sind die Zuständigkeiten für das gesamte Personal (lehrendes und nichtlehrendes) , die Gebäude und sonstige Ressourcen (Lehrmittel, IT-Ausstattung etc.) gemeint. Damit verbunden muss den Schulen eine höhere Autonomie zugestanden werden.

        • ProblemkindSchule

          Wir brauchen keine Neuverteilung „zwischen“: Bildung muss in einer Hand liegen, die kann nicht nach Kommune oder Kreis oder Land unterschiedlich sein!!!

        • Die Bildung ist verteilt, wobei ich die Vorschläge nicht nachvollziehen kann – in meinem BL sind die Zuständigkeiten offenbar anders geregelt.
          Hier sind frühkindliche Bildung und Grundschulen in Trägerschaft der Kommunen/STädte,
          alle weiterführenden Schulen in Trägerschaft der Landkreise.

          Die Zuständigkeit für das Personal in die Hände anderer Trägerschaften zu legen, lehne ich ab. Wohin soll das führen? Die reiche Gemeinde füllt ihre Grundschulen mit Lehrkräften und lockt mit Wohnraum, kostenloser Kinderbetreuung, Dienstfahrzeug etc, die arme Gemeinde geht leer aus und muss die Grundschule schließen, weil sie keine Lehrkräfte hat? Bleiben die Kinder in der armen Gemeinde dann zu Hause?

          Auch die höhere Autonomie ist Augenwischerei: Das führt noch stärker dazu, dass KEINE Ressourcen gewährt werden und die Schulen dann sehen können, wie sie es machen – eine Selbstverwaltung des Mangels, für den dann die Schule selbst die Verantwortung übernehmen soll.
          Wer sich Bildung kaufen will, kann doch bisher schon sein Kind zur Privatschule schicken, davon brauchen wir doch nicht noch mehr!?

          Davon abgesehen brauchen wir auch keine Diskussion über Umverteilung und Neustrukturierung, die Zeit und Kraft bindet. Wir brauchen die deutliche Forderung, dass es unter gegebenen Umständen nicht machbar ist und zu befürchten ist, dass das bestehende System zusammenbricht – was für alle schlussendlich noch viel teurer wird.

  26. Inklusion sollte ein gesamtgesellschaftliches Thema sein. Wenn sie irgendwann in den Schulen besser gelebt werden kann, sollte nach dem Verlassen derselben nicht Schluss sein. Vielleicht bekämen die Schulen dann von vornherein mehr Unterstützung.
    Den Vorschlag von Herrn Lintig mit der gemeinsamen Unterbringung im gleichen Gebäude und gemeinsamem Lernen in einzelnen Fächern halte ich für gut. Diese Form der Kooperation kenne ich auch aus eigener Erfahrung. Es waren aber immer ausreichend Sonderpädagogen vorhanden, weil wir die Klassen einfach zusammengelegt haben (20 + 6 SuS).

  27. @ ProblemkindSchule: Jedes Kind hat ein Recht auf störungsfreien Unterricht? Dann müsste ich zuerst mein Inklusionskind irgendwo anders hinbringen. Jeder kennt hier irgendwelche Fallbeispiele, die man aber nicht verallgemeinern kann. Einig sind wir uns anscheinend darin, dass Inklusion so wie sie jetzt „gelebt“ wird, in den seltensten Fällen funktionieren kann, weil die notwendigen Voraussetzungen fehlen.
    Wenn die „Experten aus den Förderschulen“ an die Regelschulen kommen, heißt das leider immer noch nicht automatisch, dass der Laden läuft. Es gehört viel Fingerspitzengefühl dazu, dass letztendlich auch alle zufrieden sind. Ehrlich gesagt, wenn der Grundschullehrerin die Grundschulempfehlung im Nacken sitzt und die Sonderpädagogin einen Lehmklumpen erst mal 2 Stunden lang erfühlen lässt….., also, usw. usw….

    • ProblemkindSchule

      Meine Ausführungen bezogen sich auf die Aussagen einer anderen Diskussionsteilnehmerin, also auf die Aussage, ihre normalen Kinder würden das schlechte Verhalten ihrer Förderkinder nachmachen. Der Kontext war, dass sie diese Kinder eben am Besten auf der Ihrer Meinung nach super fördernden Sonderschule des Ortes aufgehoben sieht (damit ihre Schüler diese nicht nachmachen). Die dortigen Lehrer sind also für sie Experten.

      Dass meine persönlichen Erfahrungen dem Sonderexpertentum widersprechen, dachte ich, ausführlich geschildert zu haben. Deshalb halte ich das Sonderpädagogentum auch nicht für das Allheilmittel, als das es in der öff. Diskussion dargestellt wird. Es braucht in erster Linie Pädagogen und Menschen, die (Lösungen finden) wollen.
      Und ich bin fest davon überzeugt: Die behinderten Kinder werden die Schullandschaft pädagogischer und kindgerechter machen, denn sie verzeihen kein Sich-einfach-machen, kein unklar und unstrukturiert oder widersprüchlich Sein; sie halten den Spiegel vor.

      Ansonsten: Inklusionskinder sind doch alle, denn alle gehören zusammen. In einer Familien lagert man auch kein Kind aus, weil man „nicht genug Ressourcen hat“ – und die sind wirklich knapp. Man findet Lösungen und versucht das Mögliche und ist sicher nicht immer perfekt. Wir müssen mit den derzeitigen Gegebenheiten halt klar kommen und Wege suchen.
      Und wenn dann noch etwas Engergie übrig ist, für Verbesserung einsetzen.

      In diesem Forum geht es anscheinend darum, die Unmöglichkeit der Dinge heraufzubeschwören und dafür Argumente zu finden.

      Inklusion ist möglich – die Familien und viele Schulen und Mitmenschen, die das Machbare im Fokus haben, machen es vor, auch unter den momentanen Bedingungen
      Dass dies oft nicht ideal ist, ist leider und wird sich so schnell nicht ändern. An zu vielen teuren, überholten Strukturen halten zu viele fest, weil sie sich einfach nichts anderes vorstellen können. Es gibt da leider nur einen langen, teuren Weg zu einer Schule für Alle.

      Auch wenn nicht genug Menschen da sind: sich mit den Erfordernissen an eine inklusive Schule auseinandersetzen kann man auch jetzt schon.
      Natürlich muss man alles immer systemisch sehen. Mehr Personal hilft. Aber noch so viele Menschen werden auch scheitern, wenn sie nicht zusammenarbeiten, eine inklusive Schulkultur fehlt, Eltern nicht ernst genommen und einbezogen werden, die Art des Unterrichts nicht geändert wird.

      Man kann sich wehren und für Verbesserungen einsetzen, auch als Lehrer.
      Es gibt sogar Lehrer, die ihren Beamtenstatus aufgegeben haben, um sich widersetzen zu können.
      Und als Eltern kann man Inklusions-Erfahrungen in die Schulen bringen. Davon gibt es genug, wenn man sich einmal damit beschäftigt.

      • Ihre Meinung bleibt Ihre Meinung, aber sie ist ein Schlag ins Gesicht für alle die, die seit Monaten hier schreiben, wie sie sich täglich für diese Kinder einsetzen und dennoch immer wieder scheitern.
        Ich fühle mich absolut unverstanden und bekomme dein Eindruck, dass Sie zwar für Ihr Kind ALLES fordern, aber von dem System überhaupt keine Ahnung haben.
        Dazu gehört, dass ein Kind mit Down Syndrom immer formal dem Schwerpunkt GE zugeordnet wird. Dadurch hat es übrigens ein Anrecht auf mehr Förderung, den alle anderen Schwerpunkte nicht haben.

        „Wir müssen mit den derzeitigen Gegebenheiten halt klar kommen und Wege suchen.“
        Ja, machen wir. Jeden Tag.

        „Und wenn dann noch etwas Engergie übrig ist, für Verbesserung einsetzen.“
        Es ist überhaupt keine Energie übrig. Kein winziges Bisschen mehr. Wir arbeiten die Aufgaben einer Grundschullehrkraft an Grundschulen einschließlich Schulentwicklung UND einer Sozialpädagogin UND einer Sekretärin. Das war vorher schon zu viel!
        Und nun zusätzlich die Aufgaben einer Förderschullehrkraft ohne entsprechender Ausbildung und quasi ohne jedwede Unterstützung. Ich kann präsent sein, engagiert, über Gebühr arbeiten, ich bin multi-tasking-fähig und kann mehrgleisig Unterricht vorbereiten und durchführen. Aber: Der Tag hat NIE genug Stunden.

        „Es gibt sogar Lehrer, die ihren Beamtenstatus aufgegeben haben, um sich widersetzen zu können.“
        Ja, man kann auch im Lotto gewinnen oder andere Wege finden, um sich einen schönen Tag machen zu wollen.

        Es ist nicht schön, wenn Sie schlechte Erfahrungen gemacht haben. Aber überzogene Forderungen führen nicht dazu, dass Inklusion besser gelingt.
        Sie belasten Lehrkräfte um so mehr.

        • ProblemkindSchule

          Ich weiß nicht wie Sie zu diesen Interpretationen meiner Aussagen kommen.

          • ProblemkindSchule

            Ich bin bestimmt nicht schuld an diesem Schulsystem und Kinder – mit welchen Beeinträchtigungen auch immer – auch nicht. Die Ursachen liegen ganz woanders.
            Leider packt niemand eine konsequente Reform an und daher werden wir alle einen langen, teuren, unbefriedigenden für Weg vor uns haben.

            PS: Mittlerweile werden schon sehr viele Kinder mit DS in der Lernbehinderung gesehen. Das hat auch ganz viel mit Personen zu tun, die dies für möglich hielten und sich mit Lernmethoden auseinandergesetzt haben. Diese kommen wiederum auch anderen Kindern ohne DS zugute. Wenn Kinder nicht geistig behindert sind, sollte man sie auch nicht so klassifizieren. – Auch ein Dilemma, dass dem schlechten Schulsystem geschuldet ist.

        • Palim, ich kann Ihnen nur rundum zustimmen. Offensichtlich reden aber alle, „die seit Monaten hier schreiben, wie sie sich täglich für diese Kinder einsetzen und dennoch immer wieder scheitern“, gegen eine Betonwand.
          Ich bin immer wieder fassungslos, wenn ich sehe, wie Traumtänzerei für besseres Wissen gehalten wird, wenn sie von Behauptungen, Artikeln oder Filmchen mit Realitätsanspruch gefüttert wird.
          Es gehört anscheinend zur Geschichte der Pädagogik und des Bildungswesens, dass sich leere, aber wohlklingende Behauptungen immer wieder durchsetzen, wenn Interessensgruppen (außer den Lehrern!) ihre Thesen laut und schönfärberisch genug verkünden.
          Es ist deprimierend, wie wenig auf Lehrer gehört wird, wenn ihre Erfahrungen mit den „beglückenden“ Neuerungen gängigen Werbethesen widerspricht.
          Es ist wahrscheinlicher, dass sie sich dann dem Urteil mangelnder Fähigkeiten und Einsatzbereitschaft aussetzen als dass Pläne und Theorien in Zweifel gezogen werden.
          Wären in der Medizin so viele Esotheriker und Sektierer am Werk wie in der Pädagogik oder Soziologie, sähe es schlimm aus mit unserer Gesundheit und unserem Gesundheitswesen.

          • ProblemkindSchule

            Wenn normalbegabte Kinder/ Kinder mit einer Lernbehinderung als „geistig behindert“ auf Geistig-Behinderten-Schulen geschickt werden (und das Lehrer als ganz normal empfinden, siehe oben Palim) oder Kinder mit kindgerechtem Bewegungsdrang auf Ritalin gesetzt werden, finde ich das alles andere als gesund.

            Aber die Widerstands-Mechanismen sind die gleichen, wie als es darum ging, dass auch Frauen studieren können und Rechte haben, dass auch Schwarze im Bus mitfahren können und Rechte haben, …

            Man kann sich ansonsten ja die Augen zuhalten bzw. wegschauen und sagen, man sehe nicht, dass „Inklusion“ funktioniere. Wenn man wollte, dass sie funktioniert, würde man sich dann nicht eher den Hals recken und schauen, wo sie funktioniert und sich fragen, warum, und ob man sich für sein eigenes Tun etwas abschauen kann?

            Ein Menschenrecht als Esotherik zu bezeichnen, ist schon ziemlich schwachsinnige Ideologie, populistische Meinungsmache, wahrscheinlich, um nichts ändern zu müssen. Es ist ja nicht so, dass es für die Regelschüler perfekt läuft, wenn es das täte, dann wären die paar behinderten Kinder kein Problem.

            Ich weiß nicht, in welcher Funktion Sie hier schreiben, ich entnehme Ihren Äußerungen, als Lehrer:
            Mich würde interessieren, was in Ihrer Schule in Bezug auf Anpassungen bisher unternommen wurde. Gibt es bei Ihnen den Gebundenen Ganztag, wie tauschen Sie sich aus?, Wie arbeiten Sie mit anderen Experten zusammen?… Was haben Sie konkret unternommen, was dann nicht ging?

          • Und, dann ist das AOSF-Verfahren fehlerhaft durcjgeführt worden. Hier gegen können die Erziehungsberechtigten mit rechtlichen Mitteln vorgehen. Wenn die Förderschwerpunkte GE, LB und L beliebig vertauscht werden, dann muss dagegen geklagt werden.

          • ProblemkindSchule

            Mein Eindruck ist eher, dass die AOFS an die derzeitige Lage des Schulsystems angepaßt werden, um die Lehrerstellen hochzudrücken.

            Das ist angesichts des Zustandes des Schulsystems verständlich.
            Was hier im Argen liegt, ist aber nicht „der Inklusion“ geschuldet (also auch nicht Sache der Eltern und deren behinderten Kindern, sollte es zumindestens nicht sein).
            Ja, ansonsten: wir Eltern behinderter Kinder klagen uns durch die Schullaufbahn unseres Kindes. Das ist leider die Realität bzw. Normalität für uns. Das zieht auch Resourcen, die dann fehlen, um das Kind zu stützen und es den Lehrern einfacher zu machen. Haben Sie die Sache eigentlich schon einmal von dieser Seite betrachtet? Und das alles ohne Gewerkschaft im Rücken und andere Lobby-Verbände.

            Ich wünschte mir, auf Lehrerseite würde mehr Aktivität zu spüren sein, am Schulsystem etwas zu ändern. Sich hinter dem Beamtenstatus und Arbeitsvertrag zu verstecken, wird an der bestehenden Situation nichts ändern.

          • @ProblemkindSchule
            „Ich wünschte mir, auf Lehrerseite würde mehr Aktivität zu spüren sein, am Schulsystem etwas zu ändern.“
            Ich nehme an, Sie wünschen sich, dass die Lehrer Ihre Vorstellungen vom Gymnasium als Gesamtschule und idealem Platz für Inklusion teilen. Oder irre ich mich in dieser Auffassung Ihres Wunsches nach mehr Aktivität der Lehrer zur Veränderung des Schulsystems?

            Wenn aber die Vorstellungen der Lehrer nicht mit Ihren übereinstimmen, müssen die Lehrer dann von Ihnen bis zum Geht-Nicht-Mehr beackert, belehrt und missioniert werden oder existiert noch die winzige Möglichkeit, dass Sie Ihre Position auch mal hinterfragen und überdenken?
            Sie stellen die Lehrer im Gegensatz zu den Eltern als „mächtig“ dar, weil sie für ihre Wünsche eine Gewerkschaft und andere Lobbygruppen im Rücken hätten. Tatsache aus Lehrersicht ist aber, dass Eltern und Elternwille keineswegs so ohnmächtig sind, wie Sie behaupten.
            Viele Lehrer haben sogar das Gefühl, dass die Eltern im Laufe der letzten Jahrzehnte zu heimlichen Vorgesetzten geworden sind, die ihnen häufig erklären und diktieren, was zu tun und zu lassen sei.

            Ein Stück weit bestätigen Sie in meinen Augen diesen Eindruck, indem Sie so auftreten, als seien Sie der wahre Inklusions-Experte und die Lehrer mit ihren anderslautenden Erfahrungen nur bequeme Ignoranten einer schönen und besseren Schulwelt nach Ihren Vorstellungen.
            Auch Ihr Appell, Lehrer und Eltern müssten mehr zusammenhalten und -wirken, klingt für mich wie der Aufruf an die Lehrer, mit Ihnen und anderen Eltern, die Ihrer gleichen Meinung sind, an einem Strick zu ziehen.
            Oder denken Sie auch die zunehmende Anzahl der Eltern, die sich gegen eine weitere Auflösung von Förderschulen aussprechen, weil sie ihre Kinder dort besser aufgehoben sehen?

          • ProblemkindSchule

            Ich möchte niemanden missionieren. Ich freue mich über Menschen, die sich auf den Weg zur Inklusion gemacht haben und mit denen eine inklusive, also humane Gesellschaft möglich ist und bin dankbar, dass ich solche kennenlernen durfte.

            Dass Eltern gerade noch Förderschulen wählen, hat mit dem schlechten Schulsystem zu tun. Es geht da ja nicht um behinderte Kinder, sondern um die vielen Regelkinder, für die Schule schon kein schöner Ort mehr ist und die dort den Spaß am Lernen verlieren, die dort Kreativität und Eigenaktivität verlieren. Das müßte eigentlich Pädagogen auffallen und irgendwie auch mißfallen, weil es ja eigentlich nicht das Ziel des Berufes ist. Die Zustände haben mit Politik und Rahmenbedingungen zu tun, aber auch immer mit Menschen. Die vielen Positiv-Beispiele von Schulen zeigen, dass man sich auch unter den gegebenen Bedingungen auf den Weg machen kann.

            Auf den Weg zu machen, dafür kann man niemanden missionieren, die Notwendigkeit muss jeder erst selbst erfahren und erkennen. Selbstzufriedenheit ist ein schlechter Antrieb.

            Ich verstehe nicht wirklich, was Sie wie erreichen wollen?

          • ProblemkindSchule

            Das ist mir hier alles wenig konstruktiv in diesem Forum. Ich verstehe nicht, was Sie wollen, sich einfach nur gegenseitig bestätigen, dass „alle Kinder an einer Schule“ Mist ist? Und weiter leiden? Und darauf warten, dass der Kelch an Ihnen vorüber geht?

            Ich kann nicht verstehen, wie man dieses Schulsystem gut finden kann, mit all den Brüche, Schwierigkeiten und verschwendeten Energien aufgrund der Reibungsverluste der Sortiererei. Das bringt doch auch für Lehrer total viel verschwendete Energie. Ist das alles tatsächlich für Sie eine befriedigende Situtation?

          • „Selbstzufriedenheit ist ein schlechter Antrieb.“
            Kein Lehrer ist selbstzufrieden. Nein, das Gegenteil ist der Fall.
            Jahrzehntelang schon werden kleine Klassen gefordert, nichts Wesentliches passiert. Obwohl immer wieder die Änderung der Rahmenbedingungen von Lehrern eingefordert werden, gibt es allenfalls kosmetische Änderungen. Nein, die Rahmenbedingungen werden immer wieder klein geredet.
            Und das wäre jetzt gerade nötig, denn inzwischen soll der Lehrer alle gesellschaftliche Probleme, die sich in der Vielfalt der Schüler widerspiegeln, lösen. Schön wär’s, wenn Vielfalt ein kreatives, freudiges Zusammensein wäre. Wenn jeder nur positive Elemente in die Gemeinschaft hineinbrächte. Nein, das Gegenteil ist Realität: Je mehr Kinder ihr eigenes Päckchen, das unterrichts- und/oder sozial beeinträchtigend ist, mit in die Schule bringen, desto unmöglicher wird es für einen Lehrer, dies alles zu managen inklusive Bildung zu vermitteln. Diejenigen, die sich über die Maßen engagieren, landen nicht selten im Burnout. Nicht umsonst ist der Lehrerberuf einer der stressreichsten Berufe.

          • @ProblemkindSchule
            Sie bemängeln: „Das ist mir hier alles wenig konstruktiv in diesem Forum.“
            Könnte es nicht sein, dass auch Ihre Vorschläge und Ausführungen in diesem Forum so empfunden werden?

  28. @ ProblemkindSchule: Inklusive Schulkultur heißt dann aber auch, dass ich meine Grundschulempfehlungen in den Ofen schieben kann. Denn warum darf ein Kind mit Down-Syndrom ins Gymnasium und Karlchen, der nicht so begabt ist, soll auf die Hauptschule, Mittelschule, Gemeinschaftsschule oder wie immer es heißen mag? Dann sind wir wirklich bei einer Schulform für alle angelangt. Oder sehen Sie das anders? Im Klartext: Niemand muss sich anstrengen, denn jeder geht auf Gymnasium.

  29. ProblemkindSchule

    OMG…

    Genau diese Denke ist keine Inklusion. Aber so denkt man eben, wenn man sich noch nicht mit Gelingensbedingungen von Inklusion beschäftigt hat…

    Von mir aus kann auch letztendlich das Gymnasium die Schule für Alle sein. Und natürlich kann auch dort jeder sein Bestes geben. Der eine macht dort seinen Hauptschulabschluss, der andere die mittlere Reife oder Abitur, jeder nach seinen Möglichkeiten und Ambitionen.
    Nur wird unendlich viel Energie und Stress eingespart, die durch Schulwechsel, Neueingewöhnung, Aussortiererei ect. vergeudet wird und sinnvoller in Lernfreude angelegt ist.

  30. Vor 100 Jahren waren wir auch soweit.

    • Axel von Lintig

      1917 hieß die Schule dann Volksschule, aber es existierten noch Gymnasien.
      Aber die „Pädagogik“ diente der Erziehung zum Gehorsam.

      • Dass die Pädagogik damals trotz Kriegszeit allein der Erziehung zum Gehorsam diente, halte ich dann doch für reichlich übertrieben. Eine so vereinfachte Sichtweise hätte ich Ihnen auf Grund anderer Kommentare gar nicht zugetraut.
        Ein bisschen mehr Wertschätzung von guter Erziehung, Selbstdisziplin und Gehorsam würde ich mir heute wünschen und darin nicht gleich eine Militär- oder Diktaturtugend sehen.
        Was damals vielleicht einen zu hohen Stellenwert hatte, hat heute einen zu niedrigen.

        • Axel von Lintig

          Knut M.

          Wurde damals etwa nicht im Unterricht geschlagen, einzelne Schüler vor der Klasse bloß gestellt, gleichzeitig aufgestanden und sich hingesetzt, Schüler nicht schikaniert. Das wurde mir sogar noch von meinem Vater(Jahrgang 1927) erzählt, und wir sind sind zum Glück weit davon entfernt unter Angst lernen zu müssen, weil es die Lernfähigkeit stark negativ beeinflusst.

          • Übertreibungen sind nie gut, weder in die eine noch in die andere Richtung. Irgendwo in der Mitte liegt wahrscheinlich die Wahrheit.
            Die Antwort auf übertriebene Strenge vor hundert Jahren kann jedenfalls nicht in Verwöhnung und Samthandschuhen bestehen.
            Die Pädagogik taumelt mir zu sehr von einem Extrem ins andere und schüttet als Antwort auf vorausgegangene Fehler gern das Kind mit dem Bade aus, anstatt zu differenzieren.

          • Axel von Lintig

            Knut M.
            Es handelte sich um den Wilhelminischen Staat von Gottes Gnaden, da gibt es nichts zu diskutieren.Wenn Sie den Untertan von Heinrich Mann gelesen haben, dann haben Sie so etwa eine Vorstellung von dieser Art unterricht und Erziehung zum Untertanen.Die Person Dietrich Hessling verkörpert diese Person in idealer Weise.Und von meinen Vorfahren erfuhr ich aus Erzählungen gleiches.
            Vergessen Sie die
            schwarz, weiß, rote Fahne und alles was damit in Verbindung steht. Dieser Herrscher hatte alleine 350 Uniformen für seinen persönlichen Schönwetter-Auftritten vor seinem Volk.
            Allein in Schulbüchern, wie dem ABC der Tiere wird der autoritäre Schulalltag dieser Zeit geschildert.Oder fahren Sie nach Detmold in das LWL-Museum und schauen Sie sich dort die ausgestellten Schulräume an.
            Wahrscheinlich gehörten meine Vorfahren zu denen mit einer besseren Perspektive.

  31. @ ysnp

    ZITAT: „Kein Lehrer ist selbstzufrieden. Nein, das Gegenteil ist der Fall.
    Jahrzehntelang schon werden kleine Klassen gefordert, nichts Wesentliches passiert. Obwohl immer wieder die Änderung der Rahmenbedingungen von Lehrern eingefordert werden, gibt es allenfalls kosmetische Änderungen. Nein, die Rahmenbedingungen werden immer wieder klein geredet. […] Diejenigen, die sich über die Maßen engagieren, landen nicht selten im Burnout. Nicht umsonst ist der Lehrerberuf einer der stressreichsten Berufe.“

    Na, da sind wir ja immer mehr beieinander. Ich klage vor allem die „Lehrervertreter“ (Berufsverbände, Gewerkschaften) an, die eine falsche Politik betreiben. Sie sind doch die Ansprechpartner der Politiker und sollen für uns eintreten!

  32. Zur Inklusion:

    „Damit Inklusion gelingt, brauchen Klassen durchschnittlich zwei Pädagogen und maximal 24 Kinder, von denen höchstens fünf behindert sind.“ (ZITAT)

    https://www.welt.de/regionales/nrw/article164286224/Diese-Bildungsfragen-koennten-ueber-die-NRW-Wahl-entscheiden.html

  33. Zur indivuellen Förderung:

    „Laut den meisten Forschern unterstützt eine kleinere Klasse aber erst ab maximal 20 Schülern spürbar die individuelle Förderung.“

    ebenda

  34. ProblemkindSchule

    Wenn Sie sich mit globalen Entwicklungen auseinandersetzen: Es entsteht gerade durch Haltungen, wie sie u.a. hier verbreitet werden, ein Privatsektor inklusiver Förderung. Der beweist gerade die Bildbarkeit von in Schule als „Problemschülern“ gehandelten Kindern und wird es in den nächsten Jahren massiv weiter tun. Was meinen Sie, was diese Entwicklung für den Lehrerberuf und sein Ansehen bringen wird, wenn Sie weiter ihre gefühlten Probleme auf Schüler und Eltern projezieren, anstatt Lösungen dafür auch innerhalb der eigenen Schule, innerhalb des Schulsystems und auf politischer Ebene zu suchen.
    Wenn durch private Anbieter außerhalb der Schule, die bestimmt nicht besser (alles andere) als Lehrer bezahlt und anderweitig privilegiert werden, immer weiter herauskommt, dass dort etwas funktioniert, was mit der derzeitigen Lehrergeneration nicht funktioniert – welches Bild vermittelt das in der Öffentlichkeit in Bezug auf die Daseinsberechtigung eines Lehrbeamten?

  35. Die Lehrer projezieren also gefühlte Probleme auf Schüler und Eltern. Real existierende gibt es demnach nicht.
    Diese Behauptung ist nicht nur falsch, sondern (mit Verlaub) auch infam.
    Außerdem gibt es viele Eltern und Schüler, die sich von Ihrer Meinung nicht vertreten fühlen und ähnlich wie die Lehrer denken.
    Wie Sie an anderer Stelle bemerkten, wollen Sie Ihr Kind mit Down Syndrom nicht nur auf eine Regelschule schicken, sondern aufs Gymnasium. Bei diesem Ansinnen haben sich bei mir schon einige Fragen bzw. Verständnisprobleme aufgetan.

  36. ProblemkindSchule

    Interessant. Ich würde es auf jede andere Schulform schicken, wenn die dortige Organisation des GL, die Einstellung/ Stand der Aufklärung/ Wissen über inklusives Lernne der Lehrkräfte und die Zusammensetzung der Schülerschaft förderliche Bedingungen verhieße.

  37. ProblemkindSchule

    Ich möchte diesen Beitrag zum Lesen empfehlen, da er sehr differenziert und intelligent auf alle Gemeinplätze zum Thema Inklusion eingeht.

    https://www.freitag.de/autoren/rotherbaron/loch-ness-paedagogik

    Ansonsten:
    „Problem talk creates problems; solution talk creates solutions.“
    Steve de Shazer

  38. ProblemkindSchule

    Genau das meine ich, Sie ziehen sich an Dingen hoch, die nichts mit dem Thema zu tun haben:
    Dass Inklusion funktioniert und funktionieren kann.
    Sie wollen das wegdiskutieren, also Problem talk.
    Wie wollen Sie etwas ändern? – Solution talk.

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