Anzeige


Startseite ::: Praxis ::: Studie: „Das Ziel Chancengleichkeit verfehlt“ – soziale Herkunft bestimmt weiterhin die Wahl der weiterführenden Schule

Studie: „Das Ziel Chancengleichkeit verfehlt“ – soziale Herkunft bestimmt weiterhin die Wahl der weiterführenden Schule

BERLIN. Berliner Schulen bleiben trotz weitreichender Reformen sozial gespalten. Das zeigt eine neue Studie von WZB-Forscher Marcel Helbig und Rita Nikolai (Humboldt-Universität) zur Entwicklung der sozialen Zusammensetzung der Schülerschaft. Die Bildungsforscher haben untersucht, wie sich seit 2010 der Anteil von Schülerinnen und Schülern mit Lernmittelbefreiung – ein Indikator für Einkommensarmut der Eltern – an den verschiedenen Schulformen verändert hat. Ihr Fazit: Das Einkommen der Eltern entscheidet immer noch darüber, an welchem Sekundarschultyp ein Kind lernt. So besuchen Schülerinnen und Schüler aus höheren sozialen Schichten eher ein Gymnasium. Kinder aus einkommensschwachen Elternhäusern verbleiben dagegen mehrheitlich an den Integrierten Sekundarschulen.

Die Berliner Schulstrukturreform von 2010/11 sollte die Abhängigkeit des Schulbesuchs von der sozialen Herkunft der Kinder verringern. Dafür wurden Haupt-, Real- und Gesamtschulen abgeschafft und zu Integrierten Sekundarschulen (ISS) zusammengelegt. Dieses Ziel wurde nach Erkenntnissen der beiden Bildungsforscher verfehlt. So lag der Anteil von Schülerinnen und Schülern mit Lernmittelbefreiung an den Gymnasien im Schuljahr 2015/16 lediglich bei 17 Prozent, an allen integrierten Schulformen dagegen bei rund 42 Prozent. Ein soziales Gefälle besteht außerdem zwischen öffentlichen und privaten Schulen.

Aber auch Sekundarschulen gleichen Typs unterscheiden sich in der sozialen Zusammensetzung ihrer Schülerschaft deutlich voneinander.

An den Integrierten Sekundarschulen entscheidet das Vorhandensein einer eigenen gymnasialen Oberstufe über den Anteil einkommensschwacher Schülerinnen und Schüler. So lernen an Schulen mit eigener gymnasialer Oberstufe deutlich weniger Kinder mit Lernmittelbefreiung. Ihr Anteil lag dort im Schuljahr 2015/16 bei 33 Prozent, an Schulen ohne eigene gymnasiale Oberstufe dagegen bei 52 Prozent. Integrierte Sekundarschulen, die mindestens aus einer Hauptschule hervorgegangen sind, kamen auf einen Wert von 57 Prozent.

Welche Schulform dieser Junge besucht, hängt größtenteils vom Bildungsstand und Geldbeutele seines Elternhauses ab.

Obwohl Gymnasien unter allen öffentlichen Schulen den geringsten Anteil von Schülerinnen und Schülern mit Lernmittelbefreiung aufweisen (17 Prozent), variiert auch hier die soziale Zusammensetzung der Schülerschaft. Grundständige Gymnasien werden seltener von Schülerinnen und Schülern mit Lernmittelbefreiung gewählt (2015/16: 13 Prozent) als Gymnasien, die erst mit Klasse 7 beginnen (21 Prozent).

Sozial spaltet sich das Berliner Schulsystem in ein privates und öffentliches System. An den öffentlichen Integrierten Sekundarschulen lernen viereinhalb- bis sechsmal so viele Schüler mit Lernmittelbefreiung wie an den privaten, an öffentlichen grundständigen Gymnasien achtmal so viele wie am privaten Pendant.

Überraschend ist der Befund, dass schon an den Grundschulen sozial besser- und schlechtergestellte Kinder weitgehend unter sich bleiben. Die soziale Spaltung bewegt sich hier auf einem ähnlich hohen Niveau wie an den Sekundarschulen. Für die Studie haben die Forscher den sogenannten Segregationsindex berechnet. Dieser zeigt das Ausmaß der sozialen Spaltung. Für die Drittklässler in Berlin liegt er seit knapp einem Jahrzehnt fast unverändert bei 50. Konkret heißt das: Jeder zweite Drittklässler mit Lernmittelbefreiung müsste eine andere Grundschule besuchen, um diese Schüler auf alle Grundschulen der Stadt gleich zu verteilen. Diesen Befund führen die Forscher vor allem auf die Sozialstruktur der Stadt zurück.

Die Studie untersucht erstmals die Auswirkungen der Schulstrukturveränderungen auf die soziale Zusammensetzung der Schülerschaft. Die Forscher nutzten Daten der Berliner Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie zur Anzahl von Schülerinnen und Schülern mit Lernmittelbefreiung an allen Berliner Schulen für die Schuljahre 2007/8 bis 2016/17. Die Lernmittelbefreiung gilt als Indikator für Einkommensarmut. Sie ist bisher die einzige Datenquelle, mit deren Hilfe die soziale Zusammensetzung der Schülerschaft für einzelne Schulen abgebildet werden kann. nin

21 Kommentare

  1. „Überraschend ist der Befund, dass schon an den Grundschulen sozial besser- und schlechtergestellte Kinder weitgehend unter sich bleiben.“
    Kann das vielleicht auch ein Abbild davon sein, wie Eltern die Eltern auch außerhalb der Schule um soziale Integration bemüht sind?
    Wenn ich mir einmal anschaue, welche Kinder in einer meinen Grundschulklassen Integrationsschwierigkeiten haben bzw. hatten: Allen voran, die verhaltensauffälligen Kinder, mit denen es immer wieder Stress für die anderen Kinder gab, da sie sich unberechenbar verhielten. Kinder hielten/halten da lieber Abstand (auch privat). Das geht/ging quer durch alle Schichten.
    Andere Kinder waren und sind mehr oder weniger solche, wo die Eltern selbst keinen oder wenig Kontakt zu anderen haben und z.B. Klassenfeste, Schulfeste usw. meiden. Das sind vermehrt Kinder aus schwächer gestellten Familien, es sind aber nicht alle.
    Am meisten sind die Eltern aus den (etwas) einkommensstärkeren Familien von der Krabbelgruppe an über den Kindergarten bemüht, dass ihre Kinder Kontakt zu anderen haben. Die Mütter/ Eltern leben Kontakt- und Sozialverhalten vor. Also sind Kinder auch von der Einstellung bzw. Offenheit ihrer Eltern beeinflusst.
    Zum dritten sind unabhängig von „Schichten“ gute Schüler mehr beliebt als Schüler mit großen Lernschwierigkeiten. Da haben auch prozentual mehr Schüler Integrationsprobleme.
    So meine Erfahrungen aus der Grundschule.

    • P.S.:
      Ich beobachte eher, dass die Schüler sich zueinander hingezogen fühlen, die auch privat am Nachmittag etwas miteinander machen und dort die Tendenz (wenn der Lehrer nicht eingreifen würde mit bestimmten Maßnahmen, Methoden) zu beobachten ist, unter sich bleiben zu wollen.

    • Liegt das vielleicht – ich spreche für NRW – an der Auflösung der Grundschulbezirke zu Rüttgers-Club-Zeiten?
      Normalerweise liegen die Grundschulen in den einzelnen Wohnquartieren. Eine GS im Essener Norden (Altenessen, Katernberg, Karnap) hat ein anderes Schülerklientel als Essen -Kettwig, Stadtwald oder Bredeney. Werden die suS wohnortnah unterrichtet, gibt es keine Durchmischung und es bleibt bei der sozialen Segregation. Und in Mittelstädten wählen die Eltern dann GS im Außenbereich oder gutbürgerlichen Ortsteilen.

  2. Darf man fragen, ob das nicht vielleicht auch einfach an den Eltern liegt?

    Ich erlebe zumindest bei den Eltern meiner Schüler auch ein ganz unterschiedliches Engagement für die Kinder – ebenfalls abhängig von der sozialen Herkunft.

    Was kann man „dagegen“ tun? Man müsste ja „die Eltern ändern“? Aber wie?

  3. Ursula Prasuhn

    Das Einkommen der Eltern entscheidet immer noch darüber, an welchem Schultyp ein Kind lernt.

    Diese These halte ich nach wie vor für falsch. In der Regel entscheidet nicht die elterliche Lohntüte über die Schullaufbahn des Kindes, sondern ein Mix aus anderen Faktoren, die alle Lehrer ohne Kopfzerbrechen und in ähnlicher Weise benennen könnten.

    Heute ist ein wunderschöner sonniger Tag, an dem wahrscheinlich nicht nur ich beim Spazierengehen mehr gutgelaunte, fröhliche Menschen getroffen habe als die Tage zuvor. Und alle trugen sommerliche Kleidung.
    Rechtfertigt diese Beobachtung die Behauptung, dass gute Laune entscheidend sei für das Anziehen sommerlicher Kleidung?
    Ähnlich seltsam kommt mir das Studienergebnis vor, das zwischen dem Geldbeutel der Eltern und dem schulischen Werdegang des Kindes eine Verbindung im Sinne von Ursache und Wirkung herstellt.
    Wenn zwei Dinge immer wieder zusammenkommen, muss noch lange nicht eins das andere bedingen.
    Etwas Drittes spielt oft die entscheidende Rolle.
    Für die Kleidung der Menschen heute war es jedenfalls nicht die gute Laune, sondern das Wetter.

    • Ich stimme Ihnen zu, Frau Prasuhn, und bin es auch leid, immer wieder blödsinnige Behauptungen über eine schulische Benachteiligung von Kindern durch das schmale Portemonnaie der Eltern zu hören. Schulerfolg und Schulprobleme hängen, wie ich als Lehrerin zur Genüge weiß, von ganz anderen Dingen ab.
      Wie erklären Sie sich das bestehende Interesse, diese Mär immer wieder in Erinnerung zu rufen und durch Studien, die der Erfahrung der Lehrer widersprechen, zu erhärten?
      Oder anders gefragt: Wer und zu welchem Zweck hat ein Interesse daran, dem Portemonnaie der Eltern in Fragen der schulischen Bildung ihrer Kinder einen Stellenwert zuzuschustern, der jenseits all dessen liegt, was die Lehrer täglich erfahren?

      • Schmales Portemonnaie – ist doch nichts Anderes als eine Umschreibung des Begriffes prekäre Lebensverhältnisse. Natürlich gibt es Kaufkraftunterschiede in der Bundesrepublik. In einigen Teilen Oberfrankens bekomme ich ein Schnitzel mit Beilagen, für das ich in Ffm vielleicht eine Curry-Wurst erstehen kann.

        Hinzukommt dass die Armut auf dem alnd eine andere als die in der Stadt ist.

        Was aber wirklich mit den unterschiedlichen Einkommenssituationen gemeint ist, sind gesellschaftliche Schichten, die es aber so gar nicht innerhalb des verfassten Sozialstaates, in dem ja alle Menschen vor dem Gesetz gleich sind, geben darf, weshalb der Begriff verpönt ist. Es werden dann aus Gründen der PC Begriffe wie bildungsferne Elternhäuser und prekäre Lebensverhältnisse verwendet.

        Um zu widerlegen, was die Vorposter erklärt haben, muss man sich nur eine Stadt wie Essen ansehen. Um es ein wenig zu vereinfachen trennen wir Essen räumlich in zwei Hälften, den Teil südlich und nördlich der A40 (Ruhrschleichweg). Untersucht man die sozio-ökonomischen Verhältnisse dieser beiden Teile, wird man genau die Korrelationen vorfinden, die im Artikel genannt sind.

        Nur anders als die Vorposter sehe ich nicht nur eine Korrelation sondern auch eine Kausalität. In den nördlichen Stadtteilen klappt der Aufstieg durch Bildung nur noch bedingt. D.h. einige wenige schaffen es, nur die bleiben dann nicht in ihren angestammten Wohnquartieren sondern ziehen weg. So verdichtet sich also die Schicht der bildungsfernen, von Transferleistungen abhängigen Elternhäuser, die es de facto größtenteils nicht schaffen ihren Kindern Strukturen im Alltag zu vermitteln. Und das ist das Hauptproblem. In diesen Wohngegenden kommt es dann noch dazu, dass sich die sozialen Probleme überlappen, so dass Ghettos entstehen, in dnen dann alleinerziehende Mütter mit mehreren Kindern am wirtschaftlichen Existenzminimum leben. Daneben Großfamilien mit Zuwanderungsgeschichte aus Süd-Ost-Europa, die keine wirkliche perspektive haben.

        All diese sozio-ökonomischen Bedingungen haben Auswirkungen auf die schulische Infrastruktur der Stadtteile und auch auf die Art und Anzahl der Abschlüsse. Wenn Kinder mehr oder weniger „gleich doof“ sind, stellt sich doch die Frage, warum im Essener Süden mehr GY vorhanden sind als im Essener Norden.

        Und das hier dargestellte Beispiel lässt sich für den ganzen Pott durch deklinieren. Der Raum zwischen A40 und A2 – also nördlich und südlich de A42 (Emscherschleichweg) – ist ein Entwicklungsgebiet aller erster Ordnung. Und das in allen Bereichen der öffentlichen Daseinsvorsorge. Es gibt kein Politikfeld, das in dieser region keinen vordringlichen Bedarf sehen würde. Aber die Verteilungskämpfe innerhalb der Städte und der Städte untereinander des Ruhrgebietes verhindern eine Angleichung der Lebensverhältnisse der Einwohner ein und derselben Stadt.

        • Ursula Prasuhn

          Danke für Ihre Ausführungen, gegen die nichts einzuwenden ist.
          Trotzdem halte ich es für irreführend und brisant, wenn das Einkommen der Eltern in einem plakativen Satz als entscheidend für die Schullaufbahn des Kindes bezeichnet wird. Hier bei n4t können sich die meisten Leser den richtigen Reim darauf machen und das geringe Einkommen stellvertretend für „prekäre Lebensverhältnisse“ und „bildungsferne Elternhäuser“ verstehen.

          Jedermann kann dies jedoch nicht so gut. Immer wieder begegnet mir die Behauptung, dass Kinder armer Eltern nachweislich dieselben Leistungen erbringen könnten wie ihre Klassenkameraden aus reicheren Schichten, dennoch aber schlechter beurteilt und am Besuch des Gymnasiums behindert würden.
          Es existiert die verbreitete Vorstellung, Kinder wohlhabender Eltern hätten bei Lehrern einen Bonus und arme Mitschüler einen Malus.
          Es würde mich wundern, wenn Sie entsprechende Aussagen noch nie mitbekommen hätten. Wenn ich nicht irre, bin ich ihnen sogar hier bei n4t schon durch einen Nicht-Lehrer begegnet
          Eine politisch korrekte Darstellung geht entschieden zu weit, wenn sie zu Irrtümern führt und viele Menschen nur noch verstehen (verstehen sollen?):
          „Welch schreiende Ungerechtigkeit – und das gegenüber unschuldigen Kindern, die nichts dafür können, dass ihre Eltern arm sind. Wenn sie deswegen auch noch in ihrer Schule benachteiligt werden, haben sie nie eine faire Chance auf gleiche Bildung und ein besseres Leben.“

          • Danke für den Kommentar. Ich habe höchstens unbewusst (und unbeabsichtigt) das Einkommen der Eltern mit in die Notengebung einfließen lassen. Ich verwende eher die Klassenarbeiten und die sonstige Mitarbeit (wobei das immer irgendwo zwischen individueller Leistungsfähigkeit und individueller Leistungsbereitschaft liegt). Ich weiß in der Regel auch nicht um die finanzielle Situation der Familie und interessiere mich genauso in der Regel nicht dafür. Ich bin allerdings an einer Schule tätig, in der Bildungsteilhabescheine (und der Ärger damit) kaum eine Rolle spielen. Man braucht allerdings nicht wirklich viel Geld zu verdienen, um selbst dafür nicht mehr in Frage zu kommen.

    • Natürlich ist die These zu Beginn ihres Beitrags nicht falsch, sondern offensichtlich richtig. Wie kann man sie ernsthaft bezweifeln?

      Ein ganz entscheidender Faktor für den Schultyp, an dem Kinder später lernen, ist die elterliche Sorge bzw. die Wahrnehmung fundamentaler elterlicher Aufgaben.
      In der Ober- und Mittelschicht funktioniert das in aller Regel, können Kinder zu Beginn der Grundschule schon (mindestens) bis 20 zählen, bekommen regelmäßig Mahlzeiten, auch mal was vorgelesen und kommen mit sauberen Klamotten zur Schule und es wird kontrolliert, ob Hausaufgaben gemacht werden. Gute Grundvoraussetzungen, um vielleicht später das Gymnasium zu besuchen.
      Das ist bei der Mehrheit der sozial Schwachen natürlich auch der Fall, aber die Gruppe, bei denen es kein Frühstück gibt oder die im Vorschulalter vor dem Fernseher „geparkt“ werden, die mit versifften Klamotten stinkend zur Schule kommen (usw. usw.), diese Gruppe ist dort erheblich. Man sieht es auch daran, dass diese Eltern nie zu Elternabenden kommen und auch sonst keinen Kontakt zur Schule halten. Angemeldet werden diese Kinder, denen die Eltern auch nichts zutrauen, dann in der Schule, die das geringste Niveau und damit den geringsten Ärger um schulische Leistungen und damit den geringsten elterlichen Aufwand verspricht.
      Und diese eben beschriebene Gruppe drückt die Statistik der Schüler mit Lernmittelbefreiung und damit gibt es ganz sicher einen statistischen Zusammenhang zwischen Einkommen der Eltern und Schultyp.

  4. “ Man müsste ja „die Eltern ändern“? Aber wie?“

    Wenn Sie es wissen, schreiben Sie es auf … und fangen damit an.

    Aber ich kann nicht darauf warten, ich muss das unterrichten, was in meine Klassen gesetzt wird.

    • Das geht nicht ohne Verlust von Wählerstimmen oder viele zusätzliche Stellen bei den Jugendämtern o.ä., also erhebliche Mehrkosten. Beides ist unerwünscht.

      • Als ob die Jugendämter die erziehungsbeistandschaften mit eigenen Mitarbeitern vornehmen würden. In der regel werden Firmen von Sozialpädagogen oder Organisation des DPWV mit der Durchführung der Maßnahmen beauftragt. Diese Dioenstleistungen werden von den behörden (Jugendämtern/FD Jugend und Soziales) wie Handwerksleistungen oder andere Dienstleistungen im IR-Bereich ausgeschrieben.
        Auftragnehmer wird dann der günstigste Anbieter …

  5. Wenn die Chancengleichheit nicht besser geworden ist, was sagt uns das über den Nutzen der durchgeführten „weitreichenden Reformen“? Was folgern die regierenden Parteien, „more of the same“?

    • Wie üblich in solchen Fällen, wird mit den Reformen vermutlich stur weitergemacht, denn Irren bzw. das Eingeständnis von Irrtum scheint unmöglich.

      • So ist es.
        Wie lautet doch der immer gleiche Spruch von den Parteien nach verlorener Wahl ?

        „Wir haben unsere Politik den Wählern leider nicht genügend erklärt und verständlich machen können.“

        Die eigene Politik ist also immer richtig, der Wähler kapiert nur so schwer.

  6. ZITAT (dickebank): „Als ob die Jugendämter die erziehungsbeistandschaften mit eigenen Mitarbeitern vornehmen würden. In der regel werden Firmen von Sozialpädagogen oder Organisation des DPWV mit der Durchführung der Maßnahmen beauftragt. Diese Dioenstleistungen werden von den behörden (Jugendämtern/FD Jugend und Soziales) wie Handwerksleistungen oder andere Dienstleistungen im IR-Bereich ausgeschrieben. Auftragnehmer wird dann der günstigste Anbieter …“

    Und das sind eben auch die Folgen der „mehr-netto-vom-Brutto-Politik“. 🙁

    Aber mir ist auch klar, dass man Wahlen wohl nicht gewinnen kann, wenn man auf das Gemeinwohl setzt, weil jedem der Spatz in der Hand wichtiger ist als die Taube auf dem Dach. Man hat ja womöglich persönlich gar nichts von den „Segnungen für die Allgemeinheit“, z.B. wenn Straßen saniert werden, man aber gar nicht Auto fährt; Kindergärten kostenlos werden, aber die eigenen Kinder schon aus dem Alter raus sind; Kulturdenkmäler erhalten werden, aber man gar nicht dort wohnt, wo sie stehen …

    So ticken viele Leute, scheint mir.

  7. Kinder von Sport treibenden Eltern werden sicher auch häufiger selbst Sport treiben.

    • Umgekehrt werden Kinder von nicht Sport treibenden Eltern nichts zwangsläufig zum Sport machen animiert werden, im Idealfall aber auch nicht daran gehindert.

      • Im Idealfall hängt Schulerfolg auch nicht von der sozialen Herkunft ab. Im Idealfall hängt die Lebensdauer auch nicht von der Anzahl der Zigaretten ab, die jemand raucht. Im Idealfall hängt der Bildungserfolg auch nicht von der Anzahl der TV-Geräte im Kinderzimmer ab. Im Realfall korreliert der Bildungserfolg mit den Regalmetern an Büchern, die zu Hause stehen.
        Im Idealfall nutzt das kleine indische Kind einen kostenlosen Internetzugang um sich zum Mathematiker weiterzubilden. Im Realfall werden Bildungsangebote im Internet zur Weiterbildung hauptsächlich von Leuten genutzt die schon ein Studium hinter sich haben.

Hinterlasse einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.Benötigte Felder sind markiert *

*