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„Der Unterricht ist das A und O“: Woran es beim Ganztag in Deutschland hapert – ein N4t Interview mit Bildungsforscher Bos

DORTMUND. Der Ganztag an Deutschlands Schulen, vor allem an Grundschulen, wurde in den vergangenen 15 Jahren mit viel finanziellem Engagement ausgebaut. Mit ganztägiger Förderung, so die Erwartung, ließen sich Probleme, die die erste PISA-Studie offenbart hatte, lösen. Vor allem die soziale Unwucht im deutschen Schulsystem, das Kindern aus bildungsfernen Familien weniger Chancen gibt, sollte sich ausgleichen. Eingetreten ist davon wenig. Wilfried Bos, als langjähriger Leiter von so renommierten Studien wie IGLU und TIMSS einer der renommiertesten Grundschulforscher in Deutschland zieht im Interview mit News4teachers Bilanz.

Einer der renommiertesten Bildungsforscher in Deutschland: Wilfried Bos feierte jetzt seinen 60. Geburtstag. Foto: IFS

Einer der renommiertesten Bildungsforscher in Deutschland: Wilfried Bos. Foto: IFS

N4t: Mit dem Ganztag verbanden sich nach der ersten PISA-Studie viele Hoffnungen. Mittlerweile herrscht Ernüchterung. Ist der Ganztag gescheitert?

Bos: Zwei große Ziele verbanden sich mit der Einführung der Ganztagsschule – die Politik wollte die Vereinbarkeit von Schule und Beruf verbessern, und sie wollte schwache Schüler zu besseren Leistungen bringen. Als drittes Ziel ist im Lauf der Zeit noch hinzugekommen, Kinder mit hohem Leistungspotenzial, aber schwierigen sozialen Rahmenbedingungen, zu fördern. Das erste Ziel ist weitgehend erreicht worden.

N4t: Die beiden anderen also nicht?

Bos: Beim Ganztag, wie wir ihn in der Regel haben, handelt es sich um eine Nachmittagsbetreuung. Damit ist gewährleistet, dass die Kinder gut aufgehoben sind, während die Eltern arbeiten. Mehr aber meist auch nicht. Dabei geht es natürlich ums Geld. Betreuen ist die billiger als schulisches Fördern. Der Bund hat zwischen 2003 und 2009 vier Milliarden Euro für den Ausbau des Ganztags in Deutschland aufgewendet. Die Länder hingegen wollten möglichst wenig ausgeben. Zusätzliche Lehrerstellen hätten sie nach der bestehenden Aufgabenverteilung finanzieren müssen. Also kam man auf die Lösung: Betreuung, denn fürs Betreuungspersonal sind die Schulträger, also die Städte und Gemeinden, zuständig. Und die können für Betreuungsangebote von den Eltern Gebühren nehmen, was für ein schulisches Angebot gesetzlich nicht ginge.

Zu wenige Ganztagsplätze für Grundschüler – Barley will Rechtsanspruch. Aber: Was ist mit der Qualität?

N4t: Kommt eine unverbindliche Betreuung ohne Anwesenheitspflicht – also der sogenannte offene Ganztag – nicht auch dem Elternwunsch nach flexibler Betreuung entgegen? Viele Eltern wollen ihre Kinder ja gar nicht den ganzen Tag in der Schule lassen.

Bos: Es mag durchaus vielen Eltern recht sein, wenn es keinen gebundenen Ganztag gibt, der ja einen rhythmisierten Tagesablauf vorsieht, aus dem sie ihr Kind nicht mal eben zwischendurch abholen könnten. Das Gros der Ganztagsschulen bietet dementsprechend einen offen Ganztag an. Darunter sind zwar auch Angebote, die eine höherwertige Förderung beinhalten. Es ist dort aber nicht so, dass Lehrkräfte den ganzen Tag in der Schule wären. Echte pädagogische Herausforderungen, etwa Sprachunterricht für Flüchtlingskinder, lassen sich so nicht bewältigen. Das geht nur im gebundenen Ganztag.

N4t: So oder so: Studien kamen zu ernüchternden Ergebnissen, was die Leistungsentwicklung von Schülern an Ganztagsschulen betrifft.

Bos: Der Ganztag, so wie er sich in der Praxis meistens darstellt, hat auf die Leistung keinen Effekt. Das gilt auch für den gebundenen Ganztag, wenn er nur als verlängerter Halbtag konzipiert ist. Irgendwann sind die Schüler ja auch kaputt und ausgelaugt, wenn sie stundenlang im Frontalunterricht sitzen. Wenn ich das zweite und dritte Ziel erreichen will – also die Förderung von schwachen und potenziell starken Schülern –, dann muss die Politik mehr Geld in die Hand nehmen. Dann müssen Möglichkeiten zur Schulentwicklung geschaffen werden,  die den Unterricht betreffen. Dann muss es individuelle Unterstützung für jeden einzelnen Schüler geben. Es muss Übungszentren geben. Es müssen vernünftige Lehrerarbeitsplätze vorhanden sein.

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N4t: Dann muss sich also vor allem der Unterricht ändern?

Bos: Der Unterricht ist das A und O. Er muss individuell auf die Schüler zugeschnitten sein, er muss Übungsphasen beinhalten, die nach Leistungsgruppen differenziert sind. Er muss auch inhaltlich an das Schülerinteresse anknüpfen. Wir wissen, dass Lernen umso besser funktioniert, je mehr es an vorhandenes Wissen anknüpft. Und solche Verknüpfungen lassen sich mit projektorientiertem Unterricht, in dem nicht streng nach Fach und 45-Minuten-Takt getrennt wird, am besten erreichen.  Wichtig aber auch: Der Tagesablauf ist zu rhythmisieren. Leistungs- und Entspannungsphasen müssen sich abwechseln, sonst ist der Druck zu groß.

N4t: Und keine Hausaufgaben mehr?

Bos: Naja, wenn Schülerinnen und Schüler einer Ganztagsschule am Abend oder am Wochenende lesen oder ein paar Vokabeln lernen, dann ist das schon in Ordnung. Aber grundsätzlich sollte gelten: Wenn die Schule um 16 oder 17 Uhr endet, dann ist Feierabend – übrigens auch für die Lehrerinnen und Lehrer, die sich dann nicht noch zu Hause um die Unterrichtsvorbereitung kümmern sollten. Das müssen sie vorher in der Schule erledigen können.

N4t: Sollten alle Schulen den Ganztag  einführen – und dann verpflichtend?

Bos: Nein. Ganztagsschulen haben die Chance, den Eltern ein attraktives Angebot zu machen – auch durch eine stärkere Einbeziehung von Sport und kultureller Bildung. Dies kann auch dadurch geschehen, dass Träger von außen, ob Vereine, das örtliche Theater oder die Musikschule, hereingeholt werden. So wird die Ganztagsschule zu einem Ort der Begegnung, und viele Eltern werden ein solches Angebot schätzen und annehmen. Aber daraus muss man keinen Zwang machen. Manche Familien haben einfach ein alternatives Lebensmodell, das ist zu akzeptieren. Und der Bedarf an Ganztagsplätzen ist im Ruhrgebiet sicher ein anderer als im Bayerischen Wald. bibo / Agentur für Bildungsjournalismus

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52 Kommentare

  1. Monika Niemann

    Zu behaupten, Schüler/innen seien den ganzen Tag Frontalunterricjt ausgeliefert, ist frech.

    • Stimmt, dem kann ich nur zustimmen. Kein Schüler sitzt den ganzen Tag im Frontalunterricht weder im Halbtag noch im Ganztag. Herr Bos kennt wohl unsere Lehrpläne und didaktische Konzepte nicht.

  2. “Wenn die Schule um 16 oder 17 Uhr endet, dann ist Feierabend – übrigens auch für die Lehrerinnen und Lehrer, die sich dann nicht noch zu Hause um die Unterrichtsvorbereitung kümmern sollten.”

    Wer’s glaubt wird selig. Abgesehen davon kommt nach meiner Erfahrung beim Projekt- oder sehr offenen Unterricht nach Interessenlage der Schüler in längerer Zeit inhaltlich weniger rum als “klassisch”. Allerdings weiß ich nicht, wie das an Grundschulen ist.

    • Den Projekt orientierten und offenen Unterricht hatten unsere Kinder intermittierend in der vierten Klasse.
      Das erfolgte zum Beispiel an Hand des Buches “Ben liebt Anna”, welches die Schüler einzeln oder zu zweit bearbeiten mussten.Teilweise waren diese damit einfach überfordert, die Satzbauweise nicht sehr erfreulich zu lesen,Hilfen fehlten und die Effektivität war gering. Man musste intervenieren,um die Kinder weiterzubringen.

      Bei einer Textanalyse sollten die Lehrer in der vierten Klasse unterstützend tätig werden.Die meisten Schüler sind dann aber auch noch nicht so weit strukturiert Texte ohne eine bildliche Hilfe (Beispiel Bildgeschichten von Jakop) zu erstellen.Auch wurden keine mindmaps erstellt um dann anschließend spannende Geschichten zu verfassen. Ich hätte mir auch gewünscht,dass man die Anfänge einer Geschichte im schriftlichen Weiterführen einübt und dabei Hilfen mit Reizwortketten einübt und anbietet.Das haben wir dann zu Hause nachgeholt.

  3. Bin in HH. Meine Tochter (4. Klasse) wünscht sich Frontalunterricht. Ist in den Hauptfächer seltener und seltener geworden. Sie kann leider nicht in individualisierte Unterricht lernen. Sie verlernt ohne Frontalunterricht und lernschritt in MA und DE kommt nur von direkt Instruktion leider bei ihr. Bitte nicht für alle Kinder Frontalunterricht abschaffen, einige mögen und brauchen Frontalunterricht Schulmorgens. Auch in den frontal unterrichtende Schule in HH die ich kenne, es ist nicht das ganze akademische Unterrichtzeit Frontal. In MA und DE gibt es alleinige was machen Zeit während der Woche auch, Zeit für kleine Projekten oder zum lesen.

    • Wünscht Ihre Tochter sich Frontalunterricht – oder wünschen Sie sich Frontalunterricht für Ihre Tochter?

      Mit Verlaub: Ich denke kaum, dass eine Grundschülerin im Unterricht sitzt und über mögliche alternative Lehrmethoden sinniert.

      • Anna, die Eltern dürfen das doch aber wünschen??????? Oder jetzt nicht mehr ???????

        • In HH jetzt nicht mehr, wenn sie Sorgerecht über schulische Sachen behalten möchten.

          • Für die Grundschule gibt es häufig Einzugsbereiche, die die Zugehörigkeit von Wohnort und Schule bestimmen, z.T. kann man darüber hinaus wählen, wenn es Schulen in kirchlicher Trägerschaft, Privatschulen oder Ganztages- und Halbtagesschulen gibt.
            In manchen Bundesländern kann man zwischen dem Besuch einer Förderschule oder einer Regelschule wählen.
            Die weiterführende Schule kann man aus bestehendem Angebot wählen.

            Keine Wahl hat man bei der Methode, die die Schule nutzt, die wählt in der Regel a) die Lehrkraft und b) die Fachkonferenz, wobei auch die Schule selbst Vorgaben hat, die sie einhalten muss. Ist also kooperatives Lernen als Ziel vorgegeben, muss die Schule dies im Unterricht berücksichtigen, anleiten und überprüfen.
            Auch ist die Schule per Erlass verpflichtet, differenzierenden Unterricht anzubieten und Kinder individuell zu fördern.

      • Anna

        Nein, die Kinder erzählen einem zu Hause, dass der Unterricht total ätzend war, jede Menge Unruhe im Untericht war und man sich deshalb auch gar nicht konzentrieren konnte.
        Sie durfen sich wieder eigenständig durch Seiten weise Arbeitsmaterial durcharbeiten und finden den Unterricht beschissen,eintönig und langweilig.
        Feedback will man von den Gören eh nicht hören und beim Lehrer gesteuerten Unterricht müsste man sich auch noch vorbereiten. Und dann gibt es mit dieser Art von Unterricht Ärger mit der Schulbehörde.
        Also praktiziert man mit Nazi-Methoden eines Peter Petersen.

        • Ich verwehre mich dagegen, dass differenzierter Unterricht mit “Nazi-Methoden” gleichgesetzt wird.
          Wie kann man einerseits gegen die AfD oder den Rechtsruck wettern und sich andererseits derart undifferenziert über vielfältigste Methoden äußern und Lehrkräfte, die täglich den Spagat in ihren inklusvien Klassen vollbringen, in die rechte Ecke stellen und unter Generalverdacht stellen?

          Differenzierung und von der Lehrkraft gesteuerter Unterricht schließen sich nicht gegenseitig aus, eine Öffnung des Unterrichs kommt auch nicht generell “Laissez-faire” gleich.
          Desweiteren ist es so, dass die Vorbereitung dieses Unterrichts sowie mehrfach differenzierten Materials für ausgesprochen heterogene Klassen weit mehr Zeit und Kraft benötigen kann, als frontal allen Kinder das gleiche vorzusetzen, gemeinsam den gleichen Text 10x zu lesen oder von allen das gleiche AB oder die gleiche Seite im gekauften AH bearbeiten zu lassen, wobei Hans von Franz abgucken kann.

          • Hallo Palim, meine Einlassungen waren nicht abwertend offenen Lernformen gegenüber gemeint, sondern als Hinweis, wie “erfolgversprechend” das gerichtliche Einfordern eines Frontalunterrichts scheint.
            Ich hoffe, ich habe das keine Missverständnisse ausgelöst.

          • Palim

            Dann sollten Sie einmal bei Benjamin Ortmeyer nachlesen unter wissenschaftlichen Arbeit Mythos und Pathos statt Ethos und Logos-über die Nationalsozialistischen Reformpädagogen Petersen, Nohl und Weniger.
            Da werden diese drei Herren einmal richtig entzaubert und niemand bracht jetzt mehr behaupten, dass er es nicht wusste.

        • Nehmen Sie’s gelassen, Palim. Es ist nun mal Mode bzw. Unsitte, alles an den Nazi-Pranger zu stellen, was man ablehnt.
          Natürlich muss im Unterricht differenziert gearbeitet werden. Wie soll es denn anders gehen bei einer so heterogenen Schülerschaft wie heute?

          • Laura
            Das hat nichts mit Nazi-Pranger zu tun.Die Methoden des offenen Unterrichts , wie Gruppenarbeit, Wochenarbeit und Freiarbeit wurden von dem nationlsozialistische Professor Peter Petersen, seit 1926 bereit an der Universität Jena tatig, erfunden. Er war bis zu seinem Tode 1946 ein überzeugter Anhänger der nationalsozialistischen Rassenideologie und der Vernichtung und Verfolgung der Juden in Deutschland.
            Bevor Sie hier so weiter schwadronieren , sollten sie einfach mal unter Benjamin Ortmeyer nachschlagen. Der hat sich mit Herrn Petersen und anderen Hochschulpädagogen der NS-Zeit auseinandergesetzt, und das an Hand von Quellennachweisen aus deren persönlichen Aufzeichnungen und aus Zeitungen.
            Da hat die Reformpädagogik der Nachkriegszeit ein echtes Problem, da man diesen Herrn nicht als aktiven Unterstützer dieses Systems einstufte.
            Auch heute behaupten die Anhänger dieser linken Reformpädagogik, dass man Petersens Pädagogik von seiner politischen Einstellung trennen muss. Inzwischen haben sich schon viele Schulen von ihrem Namensgeber getrennt.

          • @Laura:

            Um Heterogenität in Fächern Deutsch zu reduzieren, z.B.:

            Wie wäre es denn wann: Kinder die in Sept. für Klassenstufe 3 Regelunterricht bereit sind in Deutsch in einem Zimmer für Deutschunterricht. Kinder die in Sept. für Klassenstufe 2 Deutsch Regelunterricht bereit sind in einem anderem Zimmer für Deutschunterricht? Statt die zusamenn unterrichten zu versuchen.

            Manche Grundschulen haben sogar 400 Kindern, gibt mehr als genug Kindern, um die in 4 Klassenstufen im Fach zu gruppieren für Deutschunterricht.

            Deutsch als Fremdsprache und Deutsch für Kinder mit Lernprobleme würde ich als ausserhalb der Tätigkeit der Klassenlehrerin machen. Die haben schon tausende Sachen zu tun. Wenn Die Kinder im Zimmer sitzen um Regelunterricht zu hören und versuchen OK wenn es den Regelunterricht des Klassenstufes nicht stört, aber Förderung macht die Spezialistin in separat Unterricht.

            Und wann 90% der Einkommende Kinder solche Sprache oder Lernproblem in einer Schule haben dann ist es eben so.

            Damit wird Unterrichts Qualität und Effektivität Gewährleistet. Und Puffer für Krankheitsbedingt Ausfall ermöglicht.

          • Und immer kommen die selben Rechtfertigungen für überbordete Methoden.

          • Komisch. Freiarbeit setze ich mit Freinet und Montessori in Verbindung, Reformpädagogik mit Pestalozzi, Selbsttätigkeit auch, Projekt mit Dewey …
            aber bei Ihnen sind Menschen, die Reformpädagogik betrachten und Kinder und ihre Fähigkeiten in den Blick nehmen Nazis und die Methoden nicht wert, sich damit zu beschäftigen.

            Danach kann ja kaum noch ein Vorwurf wirklich treffen.

          • Um eine Selbstständigkeit der Schüler zu erreichen, sollten diese die Grundfähigkeiten des automatisierten Lesens erreicht haben und die wichtigsten Grapheme des Schreibens in ihrer Anwendung erlernt haben. Das kann man und sollte man beim überwiegenden Teil der Grundschüler bis zum Ende der zweiten Klasse erreicht haben.
            Es erfordert allerdings einer sehr intensiven Arbeit des Lehrers mit den Schülern. Diese Methodik ist allerdings verlassen worden und man überlässt es den Schülern sich mit Hilfe von Anlaut-Tabellen, sich diese Fähigkeiten selbst gesteuert beizubringen.
            Ich bezeichne das als unterlassene Hilfeleistung bem Erweb der wichtigsten Grundfähigkeiten der Schüler.
            Es liegt dann an den Eltern diesen Missstand zu beheben.

          • offene Unterrichtsmethoden = Petersen = Nazi

            Differenzierung im Unterricht = unterlassene Hilfeleistung = straffällig

            Möchten Sie Lehrkräften noch weiteres unterstellen?

          • Palim
            Ich habe jetzt die vergleichenden Lernstandserhebungen der Schüler der fünften Klassen einer weiterführenden Schule hier gesehen.
            Und diese Ergebnisse sind eindeutig und diese bestätigen uns darin unverändert die direkte Heranführung der Kinder an den Schriftspracherwerb und Leseerwerb ohne eine Anlaut-Tabelle mit strukturierten Schreiblehrgängen und mit Hilfe strukturierter Leselehrgängen durchzuführen.Und da spielt der Lehrer die wichtigste Rolle.

            Ist Petersen ihrer Meinung nach kein Anhänger der Nationalsozialistischen Rassenideologie gewesen (siehe Benjamin Ortmeyers wissenschaftliche Arbeit zu den Reformpädagogen im 3.Reich) ?
            Und hat er denn nicht die Wochenarbeit, Gruppenarbeit,den jahrgangsübergreifenden Unterricht und die Freiarbeit als Unterrichtsmethoden implementiert, ebenso wie die schriftlichen Beurteilungen der Schüler an Stelle der Noten.
            Und weist den die Hattie-Metaanalyse nicht die geringe Effektivität seiner Methoden nach? Ganz davon abgesehen, dass die Schüler diese Methoden ätzend langweilig und öde empfinden.
            Kennen Sie nicht den Jenaplan eines Peter Petersen.
            Was wollen Sie mir denn noch an simplifizierender Rhetorik unterstellen ?

          • “simplifizierende Rhetorik” trifft es ziemlich gut.
            Selbst Ortmeyer differenziert schon im Vorwort und erläutert, dass Wochenplan in Ahnlehnung an die Methode, von der auch Petersen spricht, von seiner speziellen Ausrichtung getrennt gesehen werden kann und durchaus weiterhin von Pädagogen eingesetzt werden wird, die die Kinder im Blick haben.

            Tatsächlich kenne ich nicht sämtliche Biographien aller Pädagogen, die je etwas zu Methoden, die ich nutze, geäußert haben. Ihre Biographie kenne ich ja auch nicht. Es liegt mir fern, eine Methode nach den Lebensumständen jeglicher Autoren zu beurteilen, die dazu oder darüber etwas geschrieben haben. Viel wichtiger ist es, Methoden mit den Zielen abzugleichen, die man bei oder mit den Kindern, die im eigenen Klassenraum lernen, erreichen möchte.
            Mein Repertoire geht inhaltlich über das Lesen lernen hinaus, die Methoden sind bereits dabei vielfältig und werden auch zu anderen Inhalten und in anderen Fächern wechselnd eingesetzt, in Abstimmung zu den Inhalten.
            Das Methodenkonzept unserer Schule schreibt u.a. Gruppenarbeit und die Arbeit mit Tages- oder Wochenplänen vor und es ist in meinen Augen durchaus sinnvoll, dass Kinder lernen, ihre Arbeit zu organisieren und nicht auf Einzelbetreuung angewiesen zu sein.

            Ihre Beobachtung, dass Kinder damit überfordert seien, teile ich nicht, auch wenn es Kinder gibt, denen es so geht bzw. die mehr Hilfestellung dabei benötigen. Ebenso gibt es Kinder, die mit dem Auswendiglernen des 1×1 überfordert sind. Das ist aber kein Grund, es generell aus dem Lehrplan zu streichen oder erst in Klasse 9 anzubieten.

            Auch gibt es durchaus Kinder, die sich über offene Methoden freuen und sie keinesfalls als ätzend oder langweilig und öde empfinden, sondern schon sehr früh in der Lage sind, Freiräume kreativ zu füllen, ohne dass sie kleinschrittig angeleitet werden müssen.

            Und natürlich gibt es Kinder, die auch andere Methoden ätzend oder öde betiteln, weil sie ihnen schwierig oder monoton erscheinen. Deshalb kann die Wahl der Methode aber nicht allein von diesem Urteil abhängig gemacht werden.

            Man bekommt den Eindruck, dass Sie generell an allem herumkritisieren, was Ihre Kinder aus der Schule mitbringen. Wenn es so wäre, würde vermutlich den Kindern vermittelt, dass sie nur Fehler machen können, sobald sie Aufgabenformen oder Methoden der Lehrkraft erfüllen bzw. Ihre Dauerkontrolle und Betreuung nicht erhalten.
            Mir ist es lieber, wenn Kinder an Aufgaben wachsen dürfen, wenn Fehler kein Beinbruch sind und Elemente der Offenheit den Unterricht bereichern, Kreativität und beeindruckende Ergebnisse fördern, die nicht dem Mainstream entsprechen, ihre Berechtigung und Würdigung erhalten. Ein Beispiel: Morgen beenden wir die Arbeit am Lesetagebuch. Neben angeleiteten Aufgaben (persönlicher Brief, Buchkritik) gibt es eben auch solche, die Freiraum lassen und ich bin seit Tagen beeindruckt von Schlangen-Expertisen und Reiseberichten.

          • Palim

            Den ersten Stein erhoben die Reformpädagogen, in dem diese Anfang der 80 er Jahre alles bisher praktizierte Wissen der damaligen Schulpädagogik radikal in Frage stellten und durch eigene Methoden und Ideen zu ersetzen versuchten.
            Man sah auf Grund eigener negativer schulischer Erfahrungen nicht ein, dass schwarze Pädagogik , die Nürnberger Trichter-Pädagogik und die strukturierte , Lehrer gesteuerte Pädagogik in der Schuleingangsphase nicht zusammen gehören und entwickelte eigene Modelle vom Schriftspracherwerb.
            Der Unterschied im Verständnis des Lese- und Schriftspracherwerbs zwischen Ihnen und mir scheint im prinzipiellen Unterschied des Verständnisses im Schriftspracherwerb zu liegen.
            Während der Mainstream von Grundschulpädagogen im Gefolge von Brügelmann, Brinkmann, Urbanek,Sommer-Stumpenhorst, Barnitzki,Becker-Mrotzek etc.,um nur einige zu nennen, als Vertreter einer reformpädagogischen Grundschulpädagogik der letzen 30 Jahre davon ausgeht, dass der Schriftspracherwerb ähnlich dem des Spracherwerbs bei Kleinkindern über Entwicklungsstufen mit orthographischen Fehlschreibungen und schließlich auf “natürlichem Wege”irgendwann zu einer Anwendung von korrekten Strategien des Schreibens führt, bezweifeln andere Fachleute das gleiche Prinzip des Erwerbs der Sprache und des Schriftspracherwerbs.
            Allein die Forschungsergebnisse aus der Grundlagenforschung der Psychologie und der Medizin widersprechen diesem gleichen Prinzip.
            Wir wissen heute, dass Fehler abgespeichert werden, diese abgespeicherten Fehler den weiteren automatisierenden Lese- und Schriftspracherwerb verlangsamen, und als Folge von Misserfolgen dieses Erwerbs mit ausbleibendem Erfolg der Schüler Frustration und Selbstzweifel auftreten. Am Ende dieses Prozesses steht die Ablehnung dieser wichtigen Kulturtechniken durch die Schüler.

            Aber auch die in Teilen katastrophalen Folgen dieses Schriftspracherwerbs ohne eine gezielte, und den Lehrer gestützte und strukturierte Heranführung an den Lese- und Schriftspracherwerb bereits ab der ersten Klasse hat ihren Preis, siehe PISA etc.,ein Fehlendes Rechtschreibverständnis von Studenten nach Angaben von Hochschulprofessoren( z.B Krück etc.), den Handwerkskammern . Diese reformpädagogischen Doktrin einer” natürlichen Entwicklung” des Lese- und Schriftspracherwerbs hat in ihrer Konsequenz Folgen für Kinder aus einem an Sprache armen Milieu, mit einem Migrationshintergrund durch die häusliche Fremdsprache (andere Sprachstruktur, andere silbische Gliederung etc), sowie mit Sprachentwicklungsstörungen als Folgen einer Lautwahrnehmungsstörung oder Lautverarbeitungsstörung, aber auch Störungen der Aufmerksamkeit und anderen Beeinträchtigungen.
            Diesen Personengruppen wird durch die reformpädagogischen Methoden nach Brügelmann durch eine unterlassene Hilfeleistung durch die unkritische Anwendung von bebilderten Anlaut-Tabellen und fehlende strukturierte Schreib-und Leselehrgänge aus meiner Sicht schwerer Schaden zugefügt, der erste durch kostspielige und aufwendige Nachhilfe ausgeglichen werden kann.
            Die genannten Pädagogen befinden sich in einer gefährlichen Seilschaft auf gefährlichem Gelände und versucht sein eigenes Ansehen durch Verdrängung und Verneinung der wissenschaftlichen Erkenntnisse sein erarbeitetes Selbstverständnis zu schützen.

          • Reformpädagogen haben nicht erst in den 80ern begonnen, Unterricht zu verändern, der an den SuS vorbei ging. Negative schulische Erfahrungen gab es vorher und gab es später, immer gibt es Lehrkräfte, die um ihre SuS bemüht sind und Methoden wählen, die vielfältig unterstützen und nicht einseitig steuern und einengen.
            Erneuerungen im Schriftspracherwerb waren die Antwort auf den Gleichschritt der Lehrgänge, dem schon damals etliche SuS nicht folgen konnten. Heute sind es noch viel mehr, die individuellere Wege benötigen, nicht weil Methoden so schlecht wären, sondern weil schwächere Lernausgangslagen und Beeinträchtigungen dazu führen, dass Umwege, Unterstützung oder individuelle Lernzeit nötig sind.
            Der Unterschied im Verständnis des Lese- und Schriftspracherwerbs zwischen Ihnen und mir liegt darin, dass ich unterschiedlichste Ansätze kenne und den Nutzen daraus zu ziehen suche, indem ich vielfältige Angebote unterbreite und SuS Raum gebe, ihre Wege zu gehen, ohne sie in 1:1-Betreuung, die mir nicht möglich ist, zu steuern oder im Gleichschritt der Handbücher Erwartungen stelle, die in Misserfolgen enden. Vielmehr erkenne ich an, was Kinder leisten, beobachte sehr genau und unterstütze dort, wo Hilfe notwendig ist und ermögliche Erfolgserlebnisse auch kleinster Art.
            Ebenso, wie Sie unterstellen, in den 80ern sei alles über Bord geworfen worden, lehnen sie offenbar reformpädagogische Ansätze sogar in Teilen ab. Für Sie gibt es immer wieder nur ein entweder-oder, ein ganz oder gar nicht, die alleinige Anerkennung weniger Materialien und die Verwerfung aller anderen. Das stumpfe Abarbeiten von Materialien, die für alle gleich sind, das sie eigentlich kritisieren, ist m.E. die Alternative, die sich bietet, wenn man reformpädagogische Ansätze und Ermöglichung von Differenzierung aus dem Unterricht verbannen will. Für mich ein Rückschritt ins vorletzte Jahrhundert. Auch in der Medizin bedient man sich doch nicht antiker ODER neuzeitlicher Praktiken, sondern wählt, was hilfreich ist. Da können Kamillentee, Wadenwickel oder Schlaf sinnvoll sein, auch wenn es Medikamente gibt, die Erkältungssymptome lindern.
            Die gefährliche Seilschaft, die Sie unterstellen, entsteht auch, wenn Studien von denen bezahlt und gesteuert werden, die das Geld geben … auch in ganz anderen Lebensbereichen grüßt gerne mal die Lobby. Seilschaften entstehen auch, wenn allein auf ein einzelnes wirksames Material und einen allein gültigen Weg gepocht werden. Vielfältige Materialien und Möglichkeiten hingegen, lassen den Blick offen für Neues, Anderes, Besseres und auch für kreative Herangehensweisen und neue Wege, damit die Pädagogik mit den momentanen Gegebenheiten wächst.

          • Palim

            Ich arbeite nicht stur immer mit den selben Materialien.
            Es geht um den Weg hin zur Erlernung der Schriftsprache und das Erlernen des automatisierten Lesens im Sinn entnehmenden Verständnislesen auch längerer Texte und diese Fähigkeiten zügig und effektiv zu erlernen.
            Natürlich gibt es verschiedene Wege sich selbst kulturelle Fähigkeiten beizubringen, aber nicht jeder findet den Weg alleine, sondern 15 % finden den Weg mit Hilfe der Geschwister oder der Eltern.
            Automatisierungsprozesse können nicht mit jeder Methode gleich gut vermittelt werde.
            Es existieren effektive Methoden und weniger effektive Methoden.
            Als Beispiel sei das 1 x1 genannt.
            Natürlich kann man durch einfaches Auswendiglernen des 1 x 1 sich den Inhalt erschließen.
            Schneller geht es aber mit dem Verdoppeln (6,12/2×6,24/4×6,48 /8×6 60/10×6,30/5×6,36/6×6,18/3×6)halbieren etc. statt der einfachen Aneinanderreihung der mehrfachen im Zahlenstrahl. Zum Beispiel 6,12,18,24,30,36,42,etc.
            Sie vertreten die Auffassung, dass es für jedes Kind einen individuellen Lernweg geben muss, jeder findet den selbst, erarbeitet sich die Inhalte selber mit den zur Verfügung gestellten Materialien und das weitgehend selbstständig, weil lerntheoretisch induktives Lernen besser ist als deduktives Lernen. Wahrscheinlich ist das nicht so klar, denn es entspricht einer Hypothese, die durch eine nächste Hypothese auch nicht gerade gestärkt wird, aber auch nicht widerlegt werden kann.
            Wenn jedes Kind seinen eigenen Weg finden müsste, dann müssten die Nervenzellen der Gehirne von uns Menschen auch vollkommen unterschiedlich verknüpft und verbunden sein. Das sind diese aber nicht. Die Evolution hat uns mit der Fähigkeit ausgestattet Automatisierungen zu entwickeln, die weit über die der genetischen Programme hinausgehen.
            Es geht darum, durch analoge Übungen eine effektive Vermittlung der Inhalte zu vermitteln, in der Automatisierungen entstehen, welche sehr schnelle Verarbeitungen im Gehirn vermitteln.
            Wir könnten uns sehr unterschiedliche Methoden vergleichend anschauen. Das gelingt durch große Fallzahlen mit einer gleichen Zusammensetzung der verglichenen Gruppen.An Hand der Abweichung beider Gruppen gelingt dann den Unterschied in der Effektivität nachzuweisen.
            Derartige Verfahren werden aber anscheinend in der Grundschulpädagogik abgelehnt, da man sich sonst der eigenen Methodenfreiheit entledigen würde.Das wäre dann wie in der Medizin.
            Das darf anscheinend nicht sein. Warum denn nicht ?

            Im Bereich der Medizin wird in dieser Weise seit 30 Jahren gearbeitet und geforscht. Gleichzeitig kann man dann noch Leitlinien entwickeln , die man alle 5 Jahre überarbeiten könnte. Was spricht eigentlich gegen wissenschaftliches Arbeiten in der Grundschulpädagogik.
            Die Narrenfreiheit mancher Protagonisten ?
            Es wäre bald Schluss mit der Anlaut-Tabelle und deren unsäglichen Fehlverschriftlichungen,sowie mit der gezielten Irreführung der Schüler zum falschen Schreiben nach “Gehöa”.
            Nebenbei, im europäischen Ausland ,außer der Schweiz und Österreich, rufen diese Methoden Verwunderung hervor.
            Warum gibt es denn in der deutschen Grundschulpädagogik kein wissenschaftliches Arbeiten.Man stiehlt sich ständig mit den scheinbaren Vorteilen einer Methodenvielfalt aus der Verantwortung den konsequenten Schritt zu gehen, den einzelnen Methoden auf den Grund zu gehen. Allein, man an hat anscheinend Angst vor den Ergebnissen.
            Stellen Sie sich einmal vor ich würde unter Berufung auf die Therapiefreiheit weiterhin Ethertropf-Narkosen oder Halothan-Narkosen anwenden.Das wäre schon in der Vorstellung gruselig.

          • “Sie vertreten die Auffassung, dass es für jedes Kind einen individuellen Lernweg geben muss…”
            Ja,

            “… jeder findet den selbst, erarbeitet sich die Inhalte selber mit den zur Verfügung gestellten Materialien und das weitgehend selbstständig, weil lerntheoretisch induktives Lernen besser ist als deduktives Lernen.”
            Nein. Das unterstellen Sie mir nur immer.
            Neben schwarz und weiß gibt es tatsächlich noch grau, neben blau und rot auch noch orange oder beige oder türkis, ocker oder mauve.

            Neben induktiv gibt es deduktiv, aber eben auch viele Möglichkeiten, Kinder anzuleiten und dennoch Freiraum zu geben oder sie selbst etwas entdecken zu lassen, dabei aber den Rahmen abzustecken, oder induktive Ansätze zu nutzen und mit deduktiven zu ergänzen. Nicht jede Öffnugn ist eine totale und nicht jeder deduktive Unterricht erstickt alle Selbsttätigkeit im Keim.

            Auch erwarte ich nicht, dass die Kinder ihren Weg selbst finden müssen, aber ich beobachte genau und sehe, welche Wege oder Ansätze von bestimmten Kindern bevorzugt werden. Indem ich ihnen dann mehr dazu anbiete, bediene ich ihre Vorlieben und erhöhe die Motivation. Dabei sind Methoden und Möglichkeiten eine Auswahl aus Vielfalt, die größer ist als 2, und die immer wieder neue Ideen und Vorschläge einbezieht, abwandelt, verwirft, anpasst etc.

            Die Wahl der Methode kann dem Inhalt angepasst sein, aber ich kann auch Methoden anbieten, die dem Kind entgegen kommen, und Materialien entsprechend vorbereiten, sodass der Inhalt mit einer günstigen Methode dargeboten wird.

            “Wenn jedes Kind seinen eigenen Weg finden müsste, dann müssten die Nervenzellen der Gehirne von uns Menschen auch vollkommen unterschiedlich verknüpft und verbunden sein. Das sind diese aber nicht. ”
            Aber dennoch ist doch jeder Mensch ein wenig verschieden vom anderen, wird durch Erfahrungen und Erlebnisse unterschiedlich geprägt. Nicht jeder lernt gleich gut, nicht jeder lernt jedes gleich, nicht jeder bevorzugt gleiches und nicht jeder greift auf das gleiche Wissen zurück. Kinder oder Menschen sind eben keine Computer, die man mit Daten füttern kann und die diese dann auf immer gleiche Weise abrufen.
            Wenn Sie ein und dasselbe Material mit je einem Kind aus meiner jetzigen Klasse nutzen würden, kann ich recht genau sagen, welches Kind Erfolg haben wird und welches nicht … und habe auch bei jedem einzelnen eine Begründung, warum dies so ist.
            Und wenn Sie mit ein und derselben Methode in 10 verschiedene Klassen gehen, ist vorab sicher, dass es bestimmt 7 unterschiedliche Ergebnisse geben wird und dass die Klassen alle unterschiedlich darauf reagieren, besser oder schlechter annehmen und der Unterricht mehr oder weniger effizient verläuft.

          • Palim

            Wenn ich sie so beschrieb, so projezierte ich sie aus ihren Äußerungen und meinem Erfahrungshorizont heraus.Das war auch nicht abwertend gemeint.
            Die Lernergebnisse der Schüler werden bei gleicher Methode immer unterschiedlich ausfallen, da die synaptischen Verschaltungen in Abhänigigkeit vom Aktivierungszustand, vom Interesse des Schüler, aber auch seiner Lernumgebung unterschiedlich schnell geknüpft werden-
            Außerdem sind die Vorkenntnisse der Schüler verschieden und auch dadurch werden abweichende Ergebnisse erzielt werden.
            Jeder hat sein eigenes Lerntempo die vorgegebenen Lerninhalte zu verinnerlichen. Das macht die Individualisierung aus und nicht das unterschiedliche Angebot an Materialien.
            Endscheident für den Lernprozess ist das Erzeugen von Automatisierungen durch eigenständiges Einüben, gegebenenfalls mit Hilfen des Lehrers, etwa unterschiedliche Briefarten zu schreiben, mit einer Mindmap Inhalte selbst zu beschreiben, Geschichten fortzusetzen, aus einem Erlebnisbericht einen Sachtext zu extrahieren, Bildgeschichten sprachlich wiedergeben, eigen Sachtexte zu entwickeln, oder eigene Geschichten zu schreiben.
            Ich lehne das Abschreiben von Texten zum Erlernen der Orthographie ab. Dafür kann man die Übungsinhalte besser separat mit dem Schülern im Klassenverband besprechen und anschließend mit Übungen diese eintrainieren, um diese dann in kleinen Diktaten als Automatisierungen einzuüben.
            Wie Sie schon immer sagten, kommt es auf den Wechsel an.

          • “Die Lernergebnisse der Schüler werden bei gleicher Methode immer unterschiedlich ausfallen, da die synaptischen Verschaltungen in Abhänigigkeit vom Aktivierungszustand, vom Interesse des Schüler, aber auch seiner Lernumgebung unterschiedlich schnell geknüpft werden”
            Es sind eben doch nicht alle gleich.

            “Außerdem sind die Vorkenntnisse der Schüler verschieden und auch dadurch werden abweichende Ergebnisse erzielt werden.”
            Und es werden auch abweichende Verknüpfungen entstehen. Prozesse im Körper sind theoretisch gesehen die gleichen, aber in der Natur steckt genug Chaos um in zwei Individuen mit gleichem Impuls Unterschiedliches hervorrufen zu können.

            “Jeder hat sein eigenes Lerntempo die vorgegebenen Lerninhalte zu verinnerlichen.”
            Der eine braucht nur einen Funken an Information und die Lernausgangslage ist so günstig, dass vieles bereits beherrscht wird oder nur diesen Funken benötigt, dass sich das Kind die Lerninhalte mühelos selbst erschließt und mit dem Vorwissen verknüpft.
            Der andere braucht viele Übungen bis sich zumindest ein zarter Trampelpfad angelegt hat.

            “Das macht die Individualisierung aus und nicht das unterschiedliche Angebot an Materialien.”
            Das Tempo macht einen Teil der Indivudialisierung aus, stimmt.
            Das ist aber nicht alles. Es gibt Kinder, die vielfältige Übungen und unterschiedliche Anreize benötigen, Lernkanäle, Sinneseindrücke, Varianten vom immer gleichen Thema, damit die Motivation erhalten bleibt, Anknüpfungspunkte geboten werden und allmählich der Inhalt verstanden und gemerkt wird.
            Andere benötigen das nicht.

            Zusätzlich gibt es eben verschiedene Ansätze des Lehrens und Unterrichtens, unterschiedliche Methoden und Aufgabenformate, für die wir alle aus unterschiedlichen Gründen Vorlieben entwickeln.
            Die von Ihnen beschriebene Art, 1×1-Aufgaben zu vermitteln, ist eine von vielen. Sie wird inzwischen in jedem mir bekannten Lehrwerk aufgegriffen, dennoch gibt es auch Kritik an den Kernaufgaben (1x,2x,5x,10x, verdoppeln … und dann Nachbarn ableiten).
            Manchen Kindern ist selbst das schon zu viel, ihnen ist mehr damit geraten, mit Kärtchen die Aufgaben zu wiederholen und automatisierte nach und nach auszusortieren, bis alle Aufgaben sitzen.
            So oder so darf sich das gezielte Training gerne abwechseln mit anderen Formaten, die z.B. spielerisch üben.
            Aber es gibt eben auch SuS, die auf alle diese Spielerein keine Lust haben und andere Herausforderungen brauchen.

            “Endscheident für den Lernprozess ist das Erzeugen von Automatisierungen durch eigenständiges Einüben, gegebenenfalls mit Hilfen des Lehrers,”
            Ja, gegebenenfalls.
            Aber dennoch braucht es eben auch Phasen, in denen SuS sich ausprobieren können. Bei allem Anleiten, Aufzeigen von Planungshilfen (MindMap/Cluster, Stichwörter etc.), Textbausteinen, Synonymensammlungen etc. und Einüben derselben braucht es auch den Freiraum, sich zwischen A, B oder C entscheiden zu können, Vorlieben entwickeln und ausprobieren zu dürfen oder zu verwerfen, kreativ zu sein ohne Vorgaben umsetzen zu müssen. Dazu gehört erzählen zu dürfen ohne Ziel, rechnen zu dürfen ohne Zahlraumbegrenzung, gestalten zu dürfen ohne Themenvorgabe, experimentieren zu dürfen zu eigenen Fragestellungen …
            oder in einer weniger starken Öffnung ein Freiraum, der entsteht, weil die Vorgaben geringer sind oder es zumindest eine Auwahl an Möglichkeiten gibt.
            Dabei entdecken viele SuS ihre Fähigkeiten und freuen sich über das, was sie erschaffen, und Lehrkräfte entdecken gleiches und sollten sich auch darüber freuen. Dabei sehen sie auch, wo weitere Übung notwendig ist. Ob man es in diesem Moment oder später anspricht, ist ein weiterer Punkt des individuellen Lernweges und damit zu differenzieren.

      • Meiner Tochter möchtet ‘Eine Lehrerin die lehrt.’ ‘Eine normale Klasse’. ‘Nette Kinder’.
        Sie findet Deutschunterricht mit Elefantenbuch hinaus als sehr effektive.
        Weniger Wiederholung in Rechnen findet sie auch sehr entlastend.
        In der Wünschklasse gibt es 20 freundliche Mädchen die auf meine Tochter warten.

        Ich habe im Internet gelesen, dass in einigen selbstgesteuertes KO individualisiertes lernen I-Klassen dass es unruhig ist, aber auch wenn es ruhig ist, ist meine Tochter leider noch nicht in der Lage sich selbst zu lehren, lenken und korrigieren, kann keine Heftführung.

  4. Wie schon zur Frage des Gerichtsverfahrens: Das Einfordern einer Unterrichtsmethode wird kaum erfolgversprechend sein.
    Die Pädagogik kennt verschiedene Lehr- und Lernmethoden, allerdings oft sehr unkritisch als superpositiv dargestellt.
    Eine wirkliche empirische Forschung gibt es da kaum, die Hattie- Studie gibt aber als Zusammenschau der Forschung und der Diskussion der letzten Jahre einen Einblick in lernwirksame Faktoren.
    Wobei angemerkt werden darf: Der wichtigste Faktor, die Lehrperson, wurde als Sensation gefeiert, es musste jeder plötzlich über Hattie sprechen.
    Die päd. Hochschule Münster hatte allerdings schon in den 60er Jahren diese Erkenntnis formuliert- nur scheinbar liest man heute nicht mehr gerne die grundlegende Literatur eines Faches.
    Kann ich immer nur spöttisch drüber grinsen.

  5. Zum reformpädagogischen Ansatz:
    Zitat Av Lintig:
    “Ist Petersen ihrer Meinung nach kein Anhänger der Nationalsozialistischen Rassenideologie gewesen (siehe Benjamin Ortmeyers wissenschaftliche Arbeit zu den Reformpädagogen im 3.Reich) ?
    Und hat er denn nicht die Wochenarbeit, Gruppenarbeit,den jahrgangsübergreifenden Unterricht und die Freiarbeit als Unterrichtsmethoden implementiert, ebenso wie die schriftlichen Beurteilungen der Schüler an Stelle der Noten.”
    Haben Sie sich schon einmal mit dem Unterricht zur Nazi – Zeit befasst? Ich kenne es aus Erzählungen von Zeitzeugen und man kann sich z.B. in diesem Artikel einen Eindruck verschaffen:
    “http://www.ndr.de/kultur/geschichte/Wie-Nazi-Lehrer-nach-dem-Krieg-Karriere-machten,nazilehrer100.html”
    Die Nazis hatten bestimmt kein Interesse daran, einen Unterricht, der vom Kind ausgeht, wie die Reformpädagogen das wollten, zu unterstützen. Benjamin Ortmeyer ist dafür bekannt, dass er überall ein Haar in der Suppe sucht, z.B. auch in der umstrittenen Analyse der Nationalhymne. Er mag in vielem Dinge aufgedeckt haben; es ist die Frage, wo er zu weit geht.
    Ich selbst kann es auch nicht zusammenbirngen, dass jemand wie Petersen, der humanistisch dachte, Teile der Nazi- Ideologie, wie Ortmeyer anscheinend herausgefunden hat, befürwortete. Wer weiß, was seine Beweggründe waren. Es gibt auch andere bekannte Personen, die sich mit dem Regime gut gestellt haben. Angst, Feigheit, Überzeugung oder noch etwas zu retten versuchen? Das ist schwer zu beurteilen.
    Ich lese gerade ein Buch über die Heimatgeschichte unseres Ortes, geschrieben von Zeitzeugen. Darin gibt es ein Kapitel, wie während der Nazizeit ein bedrückendes Klima der Angst herrschte, psychopathisch angehauchte Menschen plötzlich Macht erhielten und die Denunzierung an der Tagesordnung war.
    Ein reformpädagogischer Ansatz widerspricht allem, was die Nazis ausmachte und sie taten.

    • Petersen hat an seiner Uni in Jena bereis vor der Machtübernahme die ersten zwei Reihen für “Arier”freigehalten.
      Die Pädagogik des Lernens in Gruppen war den Nazis nicht verpönt, weil sich die Schüler mit weniger schwierigen Inhalten auseinandersetzen mussten und die Gruppendynamik und der Zusammenhalt gefördert wurde.
      Außerdem wurden die Lehrer zum Kriegsdienst eingezogen und die Jahrgänge um 1927 legten bereits nach 12 Jahren ihr Abitur ab.
      Nach dem Krieg versuchte Petersen vergeblich sich in Bremen um eine Anstellung an der dortigen Universität, was aber durch einen im Nationalsozialismus geschassten Reformpädagogen verhindert wurde.
      Inzwischen haben sich fast alle Schulen in Deutschland , welche seinen Namen trugen von diesem getrennt. Das ist konsequent und richtig.

      • “Die Pädagogik des Lernens in Gruppen war den Nazis nicht verpönt, weil sich die Schüler mit weniger schwierigen Inhalten auseinandersetzen mussten und die Gruppendynamik und der Zusammenhalt gefördert wurde.”
        Haben Sie da einen Beweis dafür?
        Lehrerzentrierter Frontalunterricht war auch zur Nazizeit gang und gäbe.

        • ysnp

          Suchen und Sie bitte im Internet unter Peter Petersen- Landesinstitut für Leherbildung der Stadt Hamburg nach. Da steht eine sehr genaue Zusammenfassung zur Verfügung.

          • Den Artikel habe ich gelesen. Er sagt aus, dass Peterson nationalistisches Gedankengut äußerte. Verstehe es, wer es will.
            Sie stehen im klaren Widerspruch zu reformpädagogischen Gedanken, zudem gibt es auch noch andere Reformpädagogen. Dennoch ist es kein Grund Reformpädagogik deswegen abzulehnen, weil ein bekannter Vertreter Nazi- Anhänger war (falls die Recherchen stimmen, sie scheinen es ja). Die Pädagogik selbst war den Nazis nicht recht und das ist auch nachgewiesen.
            Dass Sie selbstständiges Arbeiten von Schülern ablehnen, weil sie mit der Leselernmethode Ihrer Kinder schlechte Erfahrungen gemacht haben, ist eine andere Sache.
            Es kommt immer darauf an, wo und wie man welche Methode einsetzt und dazu gehören auch die ursprünglich von Reformpädagogen entwickelten Methoden, die eine Bereicherung in der Methodik des Unterrichts sind.

          • Die Reformpädagogik ist keine einheitliche Strömung.
            Das einmal vorweg und die Recherchen diskreditieren die Reformpädagogik auch nicht als Ganzes, sondern diese sind gerichtet auf diese 4 dominierenden Reformpädagogen während der NS-Zeit, welche sich mit dem Regime verbanden, dessen Ideologie unterstützen und förderten.
            Petersen trennte vom Summer Hill Gründer die Förderung der Gruppe und die Unterordnung des Einzelnen in die Volksgemeinschaft.
            Totalitäre Systeme standen auch im Sozialismus neuen pädagogischen Konzepten nicht restriktiv gegenüber, sondern diese Systeme nutzen diese Ideen für ihre Zwecke.
            Auch Maria Montessoris Ideen wurden in Italien aufgenommen.
            Diese Vertreter, Nohl, Weniger, Spranger und Petersen sind aber von einem besonderen Kaliber. Sie verbanden sich ohne Not mit dem nationalsozialistischen System der Unterordnung des Einzelnen unter die Volksgemeinschaft.

          • “Das einmal vorweg und die Recherchen diskreditieren die Reformpädagogik auch nicht als Ganzes,”
            Da sind wir uns ja einmal einig. Einer meiner Pädagogikprofessoren war auch ein Reformpädagoge, der jetzt nicht so bekannt ist, aber unter der Liste der Reformpädagogen auftaucht.

          • yspn

            Ich lehne selbstständiges Arbeiten der Schüler überhaupt nicht ab.
            Ich trete für ein begleitendes Hinführen der Schüler durch den Lehrer hin zur sukzessiven Selbstständigkeit.
            Erst einmal müssen diese sicher Lesen und schreiben können, bevor diese selbstständig arbeiten können. Das gilt doch wohl für jede Kulturtechnik, denken Sie dabei einmal an das Erlernen von Musikinstrumenten.
            Ich lehne es aber ab , dass Kinder in der Schuleingansphase der ersten und zweiten Klassen durch bebilderte Anlaut-Tabellen mit der Erarbeitung des automatisierten Lesen und Schreiben Lernen allein gelassen werden und eine gezielte Förderung zum schneller Erwerb der Kenntnisse der Hauptgrapheme durch Lehrer verweigert wird.

            Ein vollkommene Überbewertung der Selbstständigkeit der Schüler mit deren Überforderung sollte vermieden werden.Und es gibt Schülergruppen, welche besonders unter dieser Methodik der unterlassenen Hilfeleistung mit der gezielten Irreführung einer 1:1 der Phonem-Graphem Konstellation in die Irre geleitet werden.

      • Nachtrag: Lesen Sie einmal im eingestellten Artikel, was dort über die reformpädagogischen Ansätze in Hamburg steht. Ebenso kann man im Wikipedia -Artikel über die Reformpädagogik nachlesen, dass diese Ansätze in der Nazi-Zeit nicht geduldet wurden.
        Ich kann mir nicht vorstellen, dass zur damaligen Zeit selbstständige Denkweisen, wie sie in Gruppenarbeiten im Sinn der Reformpädagogik entstehen, erwünscht waren.

        • yspn

          dto Rezension zu Ortmeyer Ethos und Mythos statt Ethos und Logos

          • yspn
            dto grubdschulservice Der Jena Plan

          • yspn
            dto http://www.grundschulservice -Jansen Der Jena Plan

          • Ein Wort zum “Grundschulservice”:
            Der Autor Günther Jansen, 77, ehemaliger Lehrer und in der Lehrerausbildung tätig, hat so seine eigene Meinung zu allen Dingen. Das eine Meinung. Für ihn, ein engagierter Gegner der LdS – Methode, passt alles wunderbar zusammen, so wie er es in die Zusammenhänge bringt.

          • Axel von Lintig

            yspn

            Und leider bietet Jansen eigentlich keine Methoden an, welche einem in der Vermittlung dieser wichtigen Kulturtechniken weiterhelfen.
            Und dazu bietet dieses Forum die Möglichkeit sich konstruktiv auszutauschen.
            Es geht doch jedem darum vom anderen zu lernen, andere Blickwinkel aufzunehmen.

        • yspn
          Welcher “Wissenschaftler” hat denn diese Beiträge verfasst.

          • Sie meinen Wikipedia? Sie wissen selbst, wie das zustande kommt. Wenn Artikel immer wieder verbessert werden, weil mehrere Autoren mitschreiben, nehme ich einmal an, dass die Infos einigermaßen gesichert sind. Klar, muss man alles mit Vorbehalt lesen, auch andere Literatur, sie ist immer von der Denkweise des Autors geprägt.

          • Axel von Lintig

            Benjamin Ortmeyer hat aber Quellenforschung betrieben und es handelt sich um eine wissenschaftliche Dissertation, also keine Verunglimpfung , sondern eine sachgerechte Darstellung.

          • Axel von Lintig

            yspn

            Und hier sind noch einmal weitere Quellen , welche sie unter dieser Eingabe finden ,um valide Informationen über den Pädagogen Peter Petersen zu erhalten:
            -Rassenideologie als Patron. Ein Problem namens Petersen
            Spiegel 5.Okt.2009
            -forschungsstelle.files.wordpress.com
            -benjaminortmeyer.forschungsstelle.files.wordpress.com
            Die letztgenannten Unterlagen sind sehr umfangreich, ergeben aber ein deutlich anderes Bild über diesen Menschen als der euphemistische Kommentar aus dem Wikipedia-Beitrag.

        • Axel von Lintig

          yspn

          Das waren diese aber. Petersen gründete in den 20er Jahren sogar eine eigene völkisch-nationale Partei, die aber den Einzug ins Weimarer Parlament nicht schaffte.
          Die Reformpädagogik ist durchaus heterogen und Petersen Einordnung des Einzelnen unter die Gruppe passt zum Nationalsozialismus.
          Wikipedia dient lediglich zur kurzen Information,mehr nicht und so ist dieses Informationssystem bei Quellenanalysen nicht geeignet,es spielen zusehr persönliche Wertungen hinein,wie etwa die Reformpädagogik wäre im Nationalsozialismus unterdrückt worden. Wer das wohl geschrieben hat?

          • Axel von Lintig

            Welch euphemistischer Beitrag über Petersen ,diesen Anhänger der nationalsozialistischen Rassenideologie und Erziehungslehre, findet man in Wikipedia wieder.Da haben sich einige Schreiberlinge schönfärberisch verewigt, aber es reflektiert nicht im geringsten dessen Wirken und Arbeiten, ganz abgesehen vom überwiegend wertenden Kommentar des Epigonen.
            Jeder kann im Internet alles schreiben. Will man sich aber nachhaltig informieren , so scheidet dieses Informationsmedium aus.

          • Beschönigend oder nicht, das kann ich nicht beurteilen, dazu müsste man sich ganz in die Problematik hineinlesen. (Interessant ist bei Wiki die Diskussion der Autoren zu lesen.) Dazu habe ich keinen aktuellen Anlass, weil ich nicht an einer Peter Peterson Schule unterrichte. Dass der Name nun einmal befleckt ist, ist extrem schade für die Pädagogik, die er zumindest publik gemacht hat und die gut weiterentwickelt wurde.

            Weshalb ich etwas darüber geschrieben habe, war, dass Ihre Kommentare der Vergangenheit den Eindruck erweckten, Sie seien gegen reformpädagogische Ideen, was Sie jetzt aber relativiert haben.
            Zu den bekannten reformpädagogischen Ideen gehören nun auch die Ideen des Jenaplans, “erfunden” von Petersen. Die Jenaplanpädagogik, wie sie heute interpetiert und angewendet wird, hat absolut nichts mit einem nationalistischem Gedankengut zu tun. Nein, sie ist inklusionsfreudig, geht vom Kinde aus, erzieht zur Mitbestimmung und Selbstbestimmung.

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