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Wie Politiker die Wut der Eltern auf die Grundschulen anheizen – und damit allen Lehrern schaden

HAMBURG. Immer öfter mischen sich Politiker in die Kernkompetenzen der (Grundschul-)Lehrerschaft ein: die Unterrichtsmethoden. Die implizite Botschaft lautet: Sie können es nicht. Das schürt eine wachsende Aggression auf Elternseite, die alle Lehrer zu spüren bekommen.

Elternreaktion auf News4teachers: „Sie können bei dieser Gattung Mensch nicht auf aufgeklärte Vernunft hoffen.“ Foto: Shutterstock

Elternreaktion auf News4teachers: „Sie können bei dieser Gattung Mensch nicht auf aufgeklärte Vernunft hoffen.“ Foto: Shutterstock

Die Hamburger FDP hat die Webseiten von Grundschulen der Hansestadt mit detektivischem Eifer durchforstet – und ist nach eigenem Bekunden fündig geworden. Die Liberalen wollen mehrere Schulen aufgespürt haben, die auf ihren Homepages durchblicken lassen, die Methode „Schreiben wie Hören“ weiter anzuwenden – obwohl sie in Hamburg verboten ist. Die Schulbehörde gab in dem vermeintlichen Skandal Entwarnung. Die von der FDP gemeldeten Schulen wendeten die Reichen-Methode (benannt nach dem 2009 verstorbenen Schweizer Reformpädagogen Jürgen Reichen) nur zum Lesenlernen an. An den Schulen finde von Klasse 1 an „ein systematisch aufgebauter Rechtschreibunterricht“ statt, der sich nach den Vorgaben der Behörde richtet, meldet sie auf Anfrage.

Die FDP ficht das nicht an. „Um die Methode endlich wirksam aus Hamburgs Grundschulen zu verbannen, reichen keine Ankündigungen des Schulsenators. Vielmehr müssen effektive Maßnahmen her: Die Schulen müssen einzeln überprüft und ein wirksames Verbot in Form einer Verordnung erlassen werde“, sagt die FDP-Schulexpertin und Fraktionsvorsitzende Anna von Treuenfels-Frowein einem Bericht der „Welt“ zufolge. Das Verbot findet sich bislang nur in den Lehrplänen und wurde den Schulleitern zudem auf einer Konferenz mitgeteilt.

VBE schreibt einen offenen Brief: Sehr geehrte Frau Ministerin Gebauer – es hilft nicht, Grundschullehrer an den Pranger zu stellen…

Auch in Rheinland-Pfalz fordert eine Landtagsfraktion, hier ist es die AfD, die Methode „Schreiben wie Hören“ zu verbieten – und verlangt überhaupt, die Grundschulen stärker an die Kandare zu nehmen. „Üben, üben, üben ist gerade hinsichtlich der Orthografie der Schlüssel zum Erfolg. Nicht nur dort, vor allem auch in Mathematik muss der Unterricht lehrerstrukturiert durchgeführt werden und klare Regeln beinhalten“, so heißt es in einem Antrag der Nationalkonservativen. Was das konkret bedeutet, erläuterte Fraktionsvizechef Joachim Paul: Frontalunterricht – und strengere Noten. „Der Frontalunterricht ist viel besser als sein Ruf, man kann ihn durchaus abwechslungsreich gestalten“, sagte Paul. Und: Der Lehrer müsse in der Lage sein, harte Entscheidungen zu treffen und „auch mal eine Fünf zu geben“.

Selbst die Präsidentin der Kultusministerkonferenz, Baden-Württembergs Kultusministerin Susanne Eisenmann (CDU), lässt öffentlich Zweifel an der Kompetenz von Grundschullehrkräften erkennen. Es nütze nichts, dieser Stoßseufzer entfuhr ihr angesichts des schlechten Abschneidens ihres Bundeslandes beim jüngsten IQB-Viertklässlervergleich, nur mehr Geld in die Grundschulen zu stecken. Neue Konzepte müssten her. Für Eisenmann stellen sich dabei viele Fragen: „Welcher Lehrer unterrichtet wie? Und was? Und mit welchem Erfolg?“ Dabei müsse auch geprüft werden, ob Lehrer bereits in ihrer Ausbildung ausreichend darauf vorbereitet werden, mit Inklusion und heterogenen Gruppen umzugehen.

Denn damit haben sie ja, das vergaß Eisenmann hinzuzufügen, in den vergangenen Jahren unfreiwillig verdammt viel zu tun bekommen: Die Zahl der behinderten und verhaltensauffälligen Schüler sowie Flüchtlingskinder hat insbesondere an den Grundschulen drastisch zugenommen (was das bundesweit schlechtere Abschneiden bei der IQB-Studie durchaus hinreichend erklärt).

Die Grundschullehrer sollen schuld sein? Das IQB-Desaster spiegelt vor allem eins: die völlig vermurkste Inklusion!

Angesichts dieser aktuellen politischen Vorstöße fragen sich viele Eltern allerdings: Wissen Grundschullehrerinnen und -lehrer eigentlich noch, was sie tun? Nutzen sie trotz eines bestehenden Verbots völlig unreflektiert eine aberwitzige Lehrmethode? Geben sie für schlechte Leistungen gute Noten? Und wissen sie nicht mal, dass zum Lernen auch das Üben gehört? Das alles ist natürlich Unsinn. Schon das Beispiel „Schreiben wie Hören“ belegt, wie sehr die Debatte ideologisch aufgeheizt wird und sich von jeder Sachlichkeit entfernt hat: Nach einer Erhebung des Germanistik-Professoren Wolfgang Steinig (selbst ein harscher Kritiker der Methode) arbeiten nur drei Prozent der Grundschulen in Deutschland nach Reichens Prinzipien. Er moniert allerdings: Elemente davon  – etwa in Form von Anlauttabellen – hätten Eingang in den Unterricht der meisten Lehrer gefunden.

Brauchen wir Schulinquisitoren?

Was ist die Konsequenz aus dieser Erkenntnis? Benötigen wir Inquisitoren, die den (Grundschul-)Unterricht in Deutschland flächendeckend durchforsten – auf der Suche selbst nach mikroskopisch kleinen Abweichungen von der reinen Lehre, welche auch immer das sein mag? Im Gegenteil, meint Udo Beckmann, Chef des Lehrerverbands VBE: Das Überstülpen einer bestimmten Methode von oben sei eben nicht zielführend. Vielmehr gehe es darum, dass sich gut ausgebildete Lehrkräfte in den Grundschulen auf der Grundlage der Fachwissenschaften darauf verständigen, welches Lehrwerk oder welche Methode sie in der einzelnen Schule einsetzen wollen, um ihren Kindern das Lernen zu ermöglichen. Beckmann betont: „Wer mehr Selbstständigkeit von Schule will, sollte den Lehrerinnen und Lehrern nicht die Methoden diktieren, mit denen sie im Unterricht arbeiten.“

Tatsächlich käme kein Politiker auf die Idee, beispielsweise den Piloten der insolventen Fluglinie Air Berlin erklären zu wollen, wie man ein Flugzeug steuert. Oder den Monteuren am Band des krisengeschüttelten Autokonzerns VW vorschreiben zu wollen, welches Werkzeug sie benutzen sollen. Bei Lehrern, zumal denen der Grundschule, gilt Einmischung in die Kernkompetenzen des Berufsstands hingegen als Ausweis von besonderer Bürgernähe. Die implizite Botschaft: Sie können es nicht.

Grundschullehrer wehren sich: Wir sind nicht schuld am Leistungsabsturz! Dank uns ist die Lage nicht noch schlimmer!

Und das Gift, das so von politischer Seite in die Debatte gebracht wird, wirkt bereits – im Kleinen wie im Großen. Im Forum von News4teachers überbieten sich Väter und Mütter darin, ihre Geringschätzung für Grundschullehrer zum Ausdruck zu bringen, die (ihrer Meinung nach) falsche, “moderne” Unterrichtsmethoden praktizieren. Von „treudoofen“ Grundschullehrern schreibt ein Vater. Eine Mutter meint: „Ich begreife nicht, wie man das noch Unterricht nennen darf.“ Ein Vater: „Es fehlt schlicht an Realismus und Methodenreflexion.“ Und: „Wie schlecht die Ergebnisse auch immer sind, die LehrerInnen tragen öffentlich nie Verantwortung. Es wird eben munter externalisiert, mal ist die Besoldung, mal die Arbeitsmoral der Schülerinnen und Schüler, mal die unbesetzte Schulleiterstelle Schuld.“ Ein anderer Vater schreibt: „Sie können bei dieser Gattung Mensch nicht auf aufgeklärte Vernunft hoffen.“

“Wucht der Aggressivität”

Die wachsende Aggression auf Seiten der Eltern bekommen die Lehrer immer öfter direkt zu spüren – alle Lehrer. „Es gibt mehr Grenzüberschreitungen“,  sagt Simone Fleischmann, Präsidentin des Bayerischen Lehrer- und Lehrerinnenverbands (BLLV), gegenüber der „Welt“. „Die Wucht der Aggressivität und der Frust der Eltern haben eindeutig zugenommen.“ So vergehe kein Tag, an dem die Rechtsabteilung des BLLV nicht damit zu tun habe, unter Druck geratene Kolleginnen und Kollegen zu beraten. Dort zähle man mittlerweile viermal (!) mehr Streitigkeiten zwischen Eltern und Lehrern als noch vor 20 Jahren. Das Spektrum reiche von Elternbeschwerden über Dienstaufsichtsbeschwerden bis hin zu Strafanzeigen.

Fleischmann: „Manche Eltern wissen in dem ganzen Wahnsinn nicht mehr, wie sie den Kindern gerecht werden sollen – und das geben sie weiter.“ Auch früher schon hätten Eltern den Lehrer als denjenigen gesehen, der ihr Kind unfair behandele. „Doch die Art und Weise, wie manche Eltern auftreten, hat sich geändert – inklusive der Drohung mit dem Anwalt.“ Man muss kein Hellseher sein, um zu ahnen: Dazu trägt die populistische Debatte um die Kompetenzen von Grundschullehrerinnen und -lehrern maßgeblich bei. bibo / Agentur für Bildungsjournalismus

Von der „Kinderschreibweise“ und der „Erwachsenenschreibweise“: Auf den Spuren der Rechtschreibung

239 Kommentare

  1. Und die gleichen Schulminister und Ministerinnen wundern sich, dass sie ihre Planstellen nicht besetzen können.

    • Ich habe es so satt. Ich mache einen guten Job, investiere deutlich mehr Zeit in meinen Job, als ich eigentlich bezahlt bekomme (wie übrigens viele Kollegen). Dann sollen wir alle paar Jahre, wenn eine neue Politikergruppe das Kultusministerium übernimmt wieder deren neue Ideen in der Schule mal schnell und nebenher (ohne Freizeitausgleich) umsetzten (ähhhh, der normale Unterricht geht weiter….) . Die Eltern sind zum Teil überfordert ihren Kindern Regeln und Strukturen und das Wort Nein beizubringen (das sollen wir ja übernehmen) und alle schreien das der Grundschullehrer ja sowieso keine Ahnung hat. Und die Presse macht mit. Ich habe so den Hals voll, dass ich überlege den Job zu schmeißen (obwohl ich gerne mit und für die Kinder arbeite). Das Maß ist voll!!!
      Eigentlich sollten alle Grundschullehrer die Arbeit in gesamt Deutschland für eine Woche niederlegen (egal ob wir ein beamtenrechtliches Streikverbot haben) Dann dürfen gerne die Politiker mal eine Woche lang den Job übernehmen und uns zeigen wie viel besser sie es können.
      Eltern und Industrie würden dann vielleicht aufwachen. Von wegen in die Schule wird genug Geld gesteckt. Wir haben einen einzigen PC für 40 Lehrer, unser Kopierer funktioniert nur wenn er Lust hat und ich stehe zum Teil Stunden um eine Kopie im Klassensatz zu ziehen. Ich führe viele Elterngespräche, weil es mir wichtig ist den Eltern regelmäßig Rückmeldung über den Stand des Kindes zu geben. Doch ich habe Eltern die zu keinem einzigen Gespräch erscheinen, weil sie nicht bereit sind selbst auch etwas in ihr Kind zu investieren.

      • Da gebe ich den Lehren mal recht da blickt doch keiner mehr durch und wie es aussieht die Oplitiker auch nicht mehr. Wenn sie meinen sie könnten es besser dan sollein halt sie mal eine Woche untericht abhalten mal sehen was da raus kommt

    • Grundschullehrer

      dickebank: Es wird ja von Seiten der Schulpolitik auch tendenziell behauptet, die (personelle und sachliche) Ausstattung der Schulen sei eben nicht das Hauptproblem, sondern die Methode “Lesen durch Schreiben”. Nach dieser Logik ist es ausreichend, “Lesen durch Schreiben” zu verbieten und alles ist wieder gut – auch die Matheleistungen und die Defizite bei der Fähigkeit zum Zuhören… es tut schon fast ein bisschen weh, das zu schreiben…

      • Dann muss eben “Zuhören” auch verboten werden. Oder anders herum, wir da vorne dürfen nichts mehr “erzählen” bzw. “erklären”. Wenn keiner etwas sagt, ist doch auch keiner mehr zum Zuhören gezwungen. Letzteres haben die politisch Verantwortlichen doch inzwischen perfektioniert. Die hören generell nicht auf das, was aus ihren eigenen administrativen Bereichen kommt und negieren die Expertise der eigenen Beamten und Angestellten. Aber wozu auch, die stellen sich ja nur quer. Beauftragte Gutachter wissen eben, dass sie nur Geld für Ergebnisse bekommen bzw. Anschlussaufträge, wenn sie schreiben, was erwartet wird.

        Sie kennen die Geschichte von “des Kaisers neuen Kleidern”. Es wird also zeit, dass ein Grundschüler den Politikern die Wahrheit sagt. Solange sich Politiker Lehrkräften, die vor Kreide arbeiten, bei Kritik entgegnen dürfen, dass “man eben die Frösche nicht fragen darf, wenn es um die Trockenlegung von Sümpfen geht”, wird sich nichts ändern. Und die wählerschaft macht mit, sie kann das “Gejammere der Halbtagsbeschäftigten mit unkündbarem Beamtenstatus und überbordender Freizeit sowie üppiger Alimentierung” eben nicht meht hören bzw. will sie nicht mehr hören, da diese sie an ihre Pflichten als Erziehungsberechtigte erinnert.

        Und gleichzeitig drischt ein kleiner Teil der Lehrerschaft, mit Eingruppierung in den höheren Dienst, auf alle, die an Grundschulen, Förderschulen und Schulen der sekundarstufe I ein, weil diese ihrer berechtigten Forderung nach Höhergruppierung Ausdruck verleihen. Diese Gruppe sieht das nämlich als massiven Angriff auf ihre Privilegien – höhere Besoldung und geringere Wochenstundenverpflichtung. Es ist gelinde gesagt zum “Übergeben”.

  2. Es ist wirklich unfassbar: Einem Gehirnchirurgen oder einem Atomphysiker redet auch kein Politiker oder “engagierter Bürger” rein, wie er seinen Job zu machen hat. Von der AfD (hier in Rheinland-Pfalz) hat man ja nicht mehr als komplette Inkompetenz erwartet, aber die anderen Politiker – insbesondere die KMK-Vorsitzende – sollten mal langsam auf Experten hören, statt dummes Zeug wie „Welcher Lehrer unterrichtet wie? Und was? Und mit welchem Erfolg?“ von sich zu geben.

    Für alle, die das nicht für dummes weil belangloses Zeug halten, hier die Antworten:

    1. Welcher Lehrer unterrichtet wie?
    Jeder unterschiedlich, nach unterschiedlichen Methoden und mit unterschiedlichen Medien und Sozialformen. Und das ist auch richtig so, da nur authentische Lehrer guten Unterricht machen können. Der Einheitslehrer wäre ein Unterrichtsroboter, der Erfolg geringer. Dies ist nicht nur meine Meinung, sondern auch durch unzählige Studien belegt.

    2. Und was?
    In aller Regel mindestens das, was im Lehrplan steht. Wäre das nicht der Fall, dringt das früher oder später zum Schulleiter durch und ändert sich danach.

    3. Und mit welchem Erfolg?
    Das ist nicht zu beantworten, da einzelne Ergebnisse über ein Schuljahr (z.B. durch VERA oder Noten von Abschlussarbeiten) immer von der zufälligen Zusammensetzung der Lern- bzw. Prüfgruppe abhängen. Wollte man den Erfolg einzelner Lehrer messen, müsste man langfristige Untersuchungen (min. 5 Jahre)zu jedem Lehrer anstellen, was schwer möglich erschweint.

    • Wobei ich aber den Vorschlag der AfD gar nicht mal so dumm finde. Besonders der Teil mit dem “Üben, Üben, Üben” gefällt mir, was aber Eigenarbeit der Schüler voraussetzt und ihnen meist keinen Spaß macht.

      Bin ich jetzt ein reaktionärer Nazi, weil ich der AfD mal in einem Punkt zustimme? Ich hoffe nicht, bin aber gespannt, ob versucht wird, mich vom Gegenteil zu überzeugen.

      • Nein, das hat mit einem reaktionären Nazi wenig zu tun, aber die AfD suggeriert, dass es keine oder zu wenig Übvungsphasen im Unterricht und bei den Hausaufgaben gibt. Im Unterricht würde ich das mal bestreiten und ob die Hausaufgaben immer erledigt werden, darauf haben wir Lehrer und erst recht die AfD immer weniger Einfluss.
        Es ist nicht Aufgabe eines Politikers, sich zu Unterrichtsmethoden und Unterrichtsformen zu äußern oder darüber, die benotet wird. Das gilt nicht nur für die AfD.
        Und die Aussage, Unterricht müsse klare Regeln beinhalten, ist ebenso benal wie eine Frechheit, suggeriert er doch, bei vielen Lehrern wäre Unterricht völlig beliebig, unstrukturiert und chaotisch. Aber solche Unverschämtheiten sind halt Politikstil der AfD und die hat so viel Sti(e)l wie ein Cornetto-Eis.

        • Was bedeutet denn “üben”? Das wird in dem Kommentar doch gar nicht klar – weil der Mann keine Ahnung hat, wovon er spricht, was der Diktion eindeutig zu entnehmen ist (der Unterricht muss “lehrerstrukturiert” sein – aha, danke vielmals). Intelligentes Üben ist ein gängiges Kriterium für guten Unterricht, was sicherlich so gut wie jeder Lehrer weiß. Was der AFD-Mann wahrscheinlich meint (stumpfes Pauken und Wiederholen), wird nicht deshalb immer weniger gemacht, weil die Schüler daran keinen Spaß haben, sondern weil es als bildungswissenschaftlich überholt gilt und außerdem nicht die Kompetenzen fördert, die man in einer internationalisieren, digitalisierten Gesellschaft benötigt.

          • ZITAT: “… wird nicht deshalb immer weniger gemacht, weil die Schüler daran keinen Spaß haben, sondern weil es als bildungswissenschaftlich überholt gilt und außerdem nicht die Kompetenzen fördert, die man in einer internationalisieren, digitalisierten Gesellschaft benötigt.”

            Sehen Sie (wer auch immer), hier wird auch fleißig kritisiert und zurückgewiesen und für schlecht befunden. Warum darf das die eine Seite und die andere nicht?

            Oder dürfen das immer nur die, die Recht haben? 😉

        • ZITAT: “… suggeriert er doch, bei vielen Lehrern wäre Unterricht völlig beliebig, unstrukturiert und chaotisch.”

          Viele? Ich weiß nicht. Ich habe das nicht gezählt. Aber oft genug, also bei zu vielen Lehrern, ist das doch auch so. Beliebig, unstrukturiert und chaotisch.

          Und die verteidigen das noch.

          (Gilt allerdings schulartenunabhängig natürlich !!!)

          • Wieso ist bei einer nennenswerten Anzahl an Lehrern der Unterricht unstrukturiert und chaotisch? Das gilt doch bestensfalls für den einstelligen unteren Prozentbereich.

            Dass es auch schlechte Lehrer gibt, ist eine Binse. Wie schlechte Ärzte, schlechte Maurer oder schlechte Polizisten. Wieso sollte es mehr schlechte Lehrer geben als in anderen Berufen? Das ist doch statistischer Müll!

          • Siehe meinen Kommentar weiter unten von eben (20.05 etwa?) mit dem Praxisbericht.

        • @ Küstenfuchs

          ZITAT: “Es ist nicht Aufgabe eines Politikers, sich zu Unterrichtsmethoden und Unterrichtsformen zu äußern oder darüber, die benotet wird.”

          Doch, die geben uns das doch vor. Die machen doch die Gesetze und Bestimmungen, die sagen, was wir dürfen und was wir alles nicht dürfen!

          • Die Gesetzgebung (Legislative) umfasst Gesetze und Verordnungen. Das, was sie unter Bestimmungen subsumieren sind Erlasse, Dienstanweisungen und Kernrichtlinien sowie Durchführungsbestimmungen. Und die werden in der Exekutive auf der Grundlage der Gestze und Verordnungen ausgefertigt.

          • Nein, sofawolf, das stimmt nicht! Siehe die bestens formulierte Begründung der Bank, der dicken.

          • @ Küstenfuchs,

            Sie meinen das dicke Bänkchen? Ok. Sicherlich, in der Juristerei kennt er sich besser aus als ich.

            Aber was ändert das in der Sache. Es sind dann eben nicht Gesetze, sondern Erlasse, Dienstanweisungen und Kernrichtlinien die allen Lehrern vorschrheiben, darunter auch denen an den Grundschulen, was sie dürfen und was nicht.

            Ich sehe das durchaus so, dass die Grundschullehrer in diesem Sinne eher “Opfer” als “Täter” sind, aber Sie können auch von GS-Lehrern lesen, die alle diese Neuerungen verteidigen (siehe Katha als bekennende Grüne).

          • Von wqelchen “Neuerungen” reden wir hier? Von einer (vermutlich untauglichen) Methode des Erlernens der Rechtschreibung, die aber in dieser Form kaum einer anwendet (jedenfalls nicht ohne korrektive Abwandlungen)? Darüber wird vermutlich mehr geredet, als es die Sache Wert ist. Und welche “Neuerungen” sind denn sonst noch so auf dem Markt, die zum einen offenbar untauglich und trotzdem stark verbreitet sind?

        • “Aber solche Unverschämtheiten sind halt Politikstil der AfD.”
          Da ist was Wahres dran. Die AfD ist einfach zu blöd, ohne Unverschämtheiten die folgenden Dinge für sich politisch zu nutzen:

          1. wachsender Migrantenanteil (über 52 % bei den Viertklässlern in Bremen)
          2. Schüler türkischer Herkunft sind bei allen Studien (im Durchschnitt) immer die schwächsten (andere Migranten sind viel besser)
          3. Katastrophales Ergebnis der letzten IQB-Studie gerade auch bei den Nicht-Migranten (Hamburg ausgenommen).

          Die Kulturminister der etablierten Parteien wissen das alles, es scheint sie aber nicht zu stören. Und Rezepte, irgendwas davon zu verbessern: Fehlanzeige.

          • Doch, das Konzept ist klar. Nur die Haushälter sind dagegen. Kleinere Klassen bedeutet nämlich auch mehr Personalkosten. – Und hier liegt der knackpunkt.

          • Nicht nur mehr Personal. Bei wirklich sinnvoll kleinen Klassen bräuchte man mehr Räume als vorhandenen sind. Man könnte dann ja ehemalige Hauptschulen reaktivieren, vorausgesetzt sie wurden noch nicht abgerissen …

          • Wo sind denn die Ersatzbauten für die ehemaligen Hauptschulen? Im Regelfall sind doch die Hauptschulen zu Sekundarschulen geworden, die Gebäude werden also weiter genutzt.

          • dickebank, xxx:
            So einfach ist das nicht mit den kleinen Klassen. Schließlich verkündet die empirische Bildungswissenschaft die (seltsam klingende) Erkenntnis, dass kleinere Klassen oberhalb von 20 oder so kaum Einfluss auf die gemessenen Kompetenzen haben. Folglich gilt es in der kompetenzorientierten Pädagogik gar nicht als Tugend, kleinere Klassen zu haben, es sei denn, man ist im Bereich von 10-15.
            Verrückt ist das schon, denn das große Vorbild Finnland hat nun mal sehr kleine Klassen.

          • Ja, die empirische Bildungswissenschaft! Wer ist eigentlich deren Goldesel, also Geld- und Auftraggeber?

          • Das haben die Hattie-Studie und andere angeblich nachgewiesen. DA steht aber nur, dass eine Absenkung der derzeitigen Klassenfrequenzen auf einen Wert von 20 SuS keinen nennenswerten Vorteil gegenüber dem derzeitigen Istzustand bringt.

            Dass bei Klassenfrequenzen bis 16 SuS ein signifikanter Unterschied einsetzt, wird im Regelfall ausgeblendet und bei den Veröffentlichungen verschwiegen. Eine Halbierung der derzeitigen Klassenteiler will aber niemand finanzieren.

          • U.B.:
            “Ja, die empirische Bildungswissenschaft! Wer ist eigentlich deren Goldesel, also Geld- und Auftraggeber?”
            Sehr interessante Frage. Das hat sich im Zuge von TIMSS und PISA irgendwie so entwickelt, und viele sind auf den Zug aufgesprungen. Es wirkt wie eine Arbeitsbeschaffungs-maßnahme für Psychologen. Im Moment sitzen die sogar an der Quelle, denn der Bildungswissenschaftler Prenzel ist Vorsitzender des Wissenschaftsrats geworden.
            Auf jeden Fall ist die empir. Bildungwiss. von Geldern abhängig, die Schulministerien (auch BMBF) gewähren oder auch Institutionen wie die Bertelsmann-Stiftung. Daher ist eine ernsthafte Kritik an der jeweiligen Schulpolitik nicht zu erwarten. In den G8-Ländern hat man empirische Untersuchungen durchgeführt, nach denen die G8-Abiturienten praktisch dasselbe können wie die G9-Abiturienten. Man hat einfach geschickt die Testaufgaben gewählt. Was jetzt – nach Rückkehr zu G9 – geschieht, bleibt abzuwarten.
            Jetzt wird Bildungswissenschaft sogar zu einem Pflicht-Thema in der Lehrerausbildung, also braucht man mehr Lehrstühle dafür usw. usw.

      • Merkwürdig, Sofawolf, ich sehe nicht, wo ich oder sonstjemand irgendjemandem das Kritisieren untersagt hätte. Haben Sie auch etwas Inhaltliches beizutragen oder wollen Sie mir nur eine Haltung unterstellen, die ich nicht habe? Ich habe Sachargumente gebracht, sonst nichts. Haben Sie dazu auch noch etwas zu sagen? Oder ist das jetzt der AFD-initiierte Trend, sich immer als unterdrückt und in seiner Meinungsäußerung beschnitten zu gerieren?

        • Habe ich gesagt, dass Sie keine Kritik an Grundschulen und Grundschullehrern wollen?

          ZITAT:
          ————————–

          Redaktion
          25. Oktober 2017 um 15:55

          Liebe mississipi,

          wir verstehen Ihr Entsetzen über die Herabwürdigung von Grundschullehrern hier (wie überhaupt in unserer Gesellschaft) vollkommen – sind aber nicht der Meinung, dass Schweigen dagegen hilft. Wir möchten, im Gegenteil, dazu beitragen, die Situation zu ändern, und Grundschullehrern zu dem Respekt zu verhelfen, den ihr großes Engagement verdient. ….
          ——————————————-

    • @ Küstenfuchs,

      ich stimme Ihnen weitgehend zu, nur nicht in dem Punkt, dass nur authentische Lehrer guten Unterricht machen können, Einheitslehrer aber keine seien. Warum denn? Wieso folgt hier das eine aus dem anderen?

      Ein Lehrer ist doch nicht in Abhängigkeit von seiner Schulart und seinen Fächern ein authentischer, also guter Lehrer.

      • Mit Einheitslehrer meine ich in diesem Zusammenhang einen Lehrer, der nach von außen vorgegebenen Methoden, Medien usw. seinen Unterricht abspult.
        Der Begriff “Einheitslehrer” wird oft in anderem Zusammenhang benutzt und war daher von mir nicht gut verwendet.

        • I.O. Ja, ich meinte und verstand den “Einheitslehrer” als jenen, der für alle weiterführenden Schulen ausgebildet ist und nicht mehr für eine bestimmte Schulart.

          • @sofawolf – den Einheitslehrer gibt es doch – Lehramt SekI+II. Diese lehrberechtigung erstreckt sich auf alle Schulformen einschließlich der Berufsschulen und seit neuestem auch auf die Primarstufe.

          • warum macht man so etwas nicht bei Ärzten? jeder Radiologe kann auch Kinder und Chirurg. für letztere haben Krankenhäuser sogar bedarf.

  3. Politiker, die die Rahmenbedingungen durch das Auflösen von Förderschulen, die großen Klassen und die Integration von Flüchtlingskindern, derart schlecht gestalten, sollten doch zuerst daran etwas tun! Ich nenne das ablenken von dem eigentlichen Desaster, nämlich Inklusion und Integration möglichst billig zu installieren. Vor dieser Veränderung hat doch niemand über Lehrmethoden diskutiert. Erst jetzt, wo glasklar wird, dass die Politik versagt hat, muss man die Schuld auf andere abwälzen, um von sich selbst abzulenken! Und ob dieser Umgang mit Lehrkräften den Lehrerberuf attraktiver macht, darf wohl stark bezweifelt werden! Ich lade jeden Politiker ein, für einen Monat dem Unterricht, den Elterngesprächen und den kollegialen Besprechungen in einer 30er Klasse mit 5 Flüchtlingskindern und weiteren Kindern mit dem Förderschwerpunkt Lernen und Sozial-Emotional einfach nur beizuwohnen. Vielleicht wird dann deutlich, was man den Lehrern und Kindern in solchen Klassen abverlangt!

    • Danke, guter Beitrag!
      Und der Einladung schließe ich mich an,
      aber auch der Feststellung, dass vom eigentlichen Thema abgelenkt wird: Schule als Sparversion.

      • Ich fürchte nur, an der Sparversion wird sich wenig ändern. Die Inklusion halte ich für unbezahlbar, wenn sie so gestaltet würde, wie sie es müsste.
        Vom Inklusionsgedanken war ich übrigens nie überzeugt, auch nicht vor seiner Entpuppung als Sparmodell. Darum ärgert mich die Durchführung jetzt doppelt

      • Ich widerspreche nicht. Aber ich frage mich, warum die Lehrer- bzw. Bildungsgewerkschaft GEW so ausgesprochen zahm auf all diese Probleme reagiert hat und weiter reagiert:

        https://www.gew-nrw.de/inklusion/detail-inklusion/news/inklusion-muss-aufgabe-aller-schulformen-bleiben.html

        Sieht so eine gewerkschaftliche Interessenvertretung der Grundschullehrer aus? Warum schlägt man nicht Alarm? Warum zum Beispiel ist man denn der grünen Schulministerin Löhrmann mit deren Inklusionsbegeisterung nicht auf die Füße getreten? Kann es sein, dass es da eine augenzwinkernde Kumpanei zwischen GEW und Grünen (und auch SPD) gibt oder gegeben hat? Merkwürdig ist schon, wenn progressive Gewerkschaften (auch VBE) ihre entschiedenen Forderungen immer nur an die eine politische Seite richten und nicht auch an die andere. “Schule als Sparversion” (so Palim) scheint mir ein parteiübergreifendes Konzept zu sein. Daher ändert sich das bei einem Regierungswechsel erstmal nicht.

        • bei Kritik würden die Annas behindertenfeindlichkeit poltern. das kann eine eher linke Gewerkschaft nicht riskieren.

        • Die Inklusion wurde schon zu B. Sommers Zeiten angestoßen. In Zeiten des Rüttgers Club wurden zunächst Klassen des gemeinsamen Unterrichtes an Regelschulen aufgemacht. Letztlich war die Konzentration der Förderschüler auf eine Klasse nicht “the yellow from the egg”.

          Darauf kam die Verteilung über den Jahrgang. Da die I-Kinder doppelt angerechnet werden, konnte der Klassenteiler abgesenkt werden. Das hat für viele Regelschulen den Erhalt der Zügigkeit bedeutet und wurde deshalb dankend angenommen.

          Im übrigen sind im Rahmen der Inklusion die echten Förderschüler nicht das Problem als Inklusionsschüler. Die zahl der vielen, nicht getesteten Schüler mit erheblichem Förderbedarf stellen das eiegntliche Problem dar. Wenn die Eltern die Überprüfung des Förderbedarfes ablehnen, hat die Schule so gut wie keine Möglichkeiten. Viele Eltern stecken an dieser Stelle den Kopf in den adnd. Wenn das Kind nicht getestet wird, dann hat es ja auch nichts …

          • Dass I-Kinder doppelt angerechnet werden, ist doch eine Farce! Die Anerkennung der Kinder mit Förderbedarf findet bis auf wenige Ausnahmen erst nach 3 durchlaufenen Jahren in der Schuleingangsphase statt. Heißt, dass es bis dahin auch keine spezielle Förderung durch den Förderschullehrer gibt. Die Verbleiber werden auch nicht auf die Klassengröße angerechnet. Will heißen, dass bei 28 Kindern in der Klasse, die Verbleiber noch oben drauf kommen. Da sind wir ganz schnell wieder bei 30-31 Kindern. Hier wird bei den AOSF-Verfahren nicht nach Bedarf, sondern nach Kosten entschieden. Nur wenn der ganz starke Elternwille vorhanden ist, passiert auch eher was. Aber sind wir mal ehrlich: Wie oft gibt es den?

          • Ich red’ von den Jahrgangsstufen 5 bis 10. Da hilft die Doppeltanrechnung schon. Nur sie wird lediglich auf die Klassenbildung angerechnet, nicht aber bei den Kursfrequenzen. Wenn man Pech hat, hat man dann in Jhg. 7 einen Wahlpflichtkurs Arbeitslehre, in dem 50% Kursteilnehmer einen Förderbedarf haben. Die parallelen Wahlpflichtkurse Französisch, Spanisch und Naturwissenschaften haben das Problem nicht.

            Aber zurück zur GS; in NRW lehnen die Bez.-Reg AOSF-Verfahren in der Schuleingangsphase (1.+2. Schuljahr) ab. Die Eröffnung des AOSF-Verfahrens kann also erst im dritten Schuljahr beginnen. Bei vielen wird das Verfahren entweder nicht eröffnet oder auch nicht abgeschlossen. Das wäre auch weiter nicht schlimm, wenn denn die Schülerakten komplett mit den neuen Fünftklässlern an die weiterführenden Schulen gelangen würden. Das würde viel doppelte Arbeit ersparen. An den weiterführenden Schulen müssen die Verfahren nämlich auch bis Klasse 6 abgeschlossen sein. Vor Ende des fünften Schuljahres lässt sich das Verfahren aber auh nicht einleiten, man muss die neuen Schüler ja auch erst einmal kennenlernen.

            Wie Sie schon schrieben, Ziel der Inklusionsbemühungen ist es aus Haushaltsgründen, dass die Zahl der Inklusionsschüler an Regelschulen auf keinen Fall größer wird als die der ehemaligen Förderschüler.

        • Cavalieri fragte: “Kann es sein, dass es da eine augenzwinkernde Kumpanei zwischen GEW und Grünen (und auch SPD) gibt oder gegeben hat?”

          Ich zitiere mal als Antwort (zumindest für Niedersachsen) aus dem “Weser-Kurier”. Der schreibt über den jetzt ausgeschiedenen niedersächsischen GEW-Vorsitzenden Eberhard Brandt:

          “Der 66-jährige frühere Studienrat an einer Wolfsburger Gesamtschule führte die Interessenvertretung 14 Jahre lang, prägte ihr Image als SPD-nah, führte sich manchmal sogar auf wie ein sozialdemokratischer Schatten-Kultusminister. Viele Mitglieder nahmen ihm das übel: Brandt habe SPD-Amtsinhaberin Frauke Heiligenstadt zu oft geschont, die ­Missstände bei Belastung und Bezahlung der ­Lehrkräfte zu wenig angeprangert, lauteten die Vorwürfe.

          Bei seiner Wiederwahl vor zwei Jahren bekam der Geschichtslehrer mit nur 53,4 Prozent der Delegiertenstimmen einen dicken Denkzettel verpasst.”

          https://www.weser-kurier.de/region/niedersachsen_artikel,-frischer-wind-in-der-gew-_arid,1645896.html

        • Grundschullehrer

          Für mich als Grundschullehrer ist es auch immer wieder ein Ärgernis, dass wir bei der GEW nur klägliches Rand-Dasein fristen. Die Grundschule wird als Schulform eben nicht nur von der Politik vernachlässigt. Das wird sich rächen. Erste Zeichen dafür gibt es schon – Stichwort IQB-Studie.

  4. Was ich nicht recht verstehe, ist, die heutigen Zustände in den Schulen sind doch eine Folge früherer Kritik, als man meinte, dass die damaligen Methoden, die damaligen Zustände falsch seien. Sie waren seinerzeit auch von außen (wie von innen) an den Pranger gestellt worden und das hat zu Veränderungen geführt.

    Warum durfte damals Kritik sein, aber heute nicht mehr?

    • Sie scheinen da etwas nicht verstanden zu haben. Es geht doch gar nicht um Kritik an den Unterrichtsmethoden bzw. den Inhalten. Es geht um die Kritik der politischen Führung der obersten Schulbehörden an ihren Mitarbeitern auf der untersten Ebene bzw. die Zuweisung von Schuld für Unterrichtszustände, die die obersten Schulbehörden in eigener Verantwortung und Zuständigkeit geschaffen haben.

      Genausogut kann das vormalige AB-Management die Mitarbeiter des fleigenden und des Bodenpersonals für die Insolvenz des Unternehmens verantwortlich machen.

      • Ja, das ist gut, dass Sie das sagen.

        Heutige Grundschiullehrer arbeiten natürlich nach den Methoden und zu den Bedingungen, die ihnen “von oben” vorgegeben sind. Das sehe ich auch so.

        Allerdings verteidigen heutige Grundschullehrer diese Methoden durchaus – die Bedingungen sicherlich weniger.

        So stellen wir also Differgenzen, aber auch Schnittmengen fest. Dafür hilft nur Reden, nicht Schweigen.

        • * Divergenzen 🙂

        • Lehrer sind entweder als beamte weisungsgebunden oder befristet angestellt und daher nicht abgesichert. kritik ist in beiden Fällen schlecht, zumal sie nur über den dienstweg erfolgen kann.

          • Es gibt auch unbefristet angestellte Lehrkräfte!

          • Ich weiß, Sie gehören zu dieser Minderheit. 😉

            In der Sache ändert sich mein Kommentar dadurch nicht wesentlich.

          • Bundesweit etwa 25% der Lehrkräfte sind jetzt auch keine unbedeutende Minderheit.

          • Im Osten betrifft das ganz viele, abe ich denke auch, in der Sache ändert sich dadurch nichts.

            Aber auch Beamte können “wegdelegiert” werden oder es gibt leider zum neuen Schuljahr nicht genügend Stunden für sie. Oder plötzlich nur Fächer und Klassen, die sie nicht mögen …

  5. ZITAT: “„Üben, üben, üben ist gerade hinsichtlich der Orthografie der Schlüssel zum Erfolg. Nicht nur dort, vor allem auch in Mathematik muss der Unterricht lehrerstrukturiert durchgeführt werden und klare Regeln beinhalten“, so heißt es in einem Antrag der Nationalkonservativen. Was das konkret bedeutet, erläuterte Fraktionsvizechef Joachim Paul: Frontalunterricht – und strengere Noten. „Der Frontalunterricht ist viel besser als sein Ruf, man kann ihn durchaus abwechslungsreich gestalten“, sagte Paul. Und: Der Lehrer müsse in der Lage sein, harte Entscheidungen zu treffen und „auch mal eine Fünf zu geben“.”

    Das ist doch richtig. (???) Ich hoffe sehr, dass das nicht nur die AfD sagt.

    • Meine Meinung (s.o). Sie können aber sicher sein, dass den Grünen irgendetwas dagegen einfällt. Sie laufen sonst Gefahr, dass die Schüler so gebildet werden, dass sie den linksgrünen Unsinn als solchen erkennen und die Grünen deshalb nicht mehr wählen.

      • Was die AfD da formuliert, sind eigentlich Binsenweisheiten für jeden Lehrer.

        Es ist erschreckend, dass das überhaupt als Erkenntnis und Forderung formuliert werden kann, weil es offenbar viele anders sehen.

        Komischerweise darf z.B. der Frontalunterricht gnadenlos schlechtgeredet werden, aber wehe, jemand kritisiert heutige Rechtschreib(ver)lernmethoden. Dann ist das Geringschätzung und Grundschullehrerhetze (ach ja, Entschuldigung, nicht Hetze, sondern Bashing!). 🙂

        PS: Nach welcher deutschen Rechtschreibregel schreibt man eigentlich -bashing-? (sh)

        • Redaktion

          Im Berichtsteil ihres Beitrags über die Eltern werden diese sehr einseitig zitiert. Derartige Kommentare von seiten der Eltern habe ich hier in letzter Zeit nicht wahrgenommen.
          Haben Eltern kein Recht darauf, dass ihren Kindern von vornherein die richtigen Grapheme vermittelt werden. Sie zitieren Herrn Steinig , der angibt nur 3 % der Lehrer würden LDS anwenden, aber woher hat er diese Zahlen. Die Anlaut-Tabelle wird vielfach in NRW im Anfangsunterricht zur Erarbeitung der Phonem-Graphem-Vermittlung angewandt, meistens ohne Gegenkorrektur, wenn eine Lautähnlichkeit besteht.Und die Anwendung erweist sich bei unkritischer Anwendung als sehr Fehlerträchtig,wird doch von Vertretern des Spracherfahrungsansatzes die krude Theorie vertreten, dass sich falsche Schreibungen nicht beim Kind einprägen. Allein die Realität ist eine andere und die Lehrer in den weiterführenden Schulen sollen diese kryptischen Schreibweisen dann bis zum Ende der 9.Klasse beim Schüler behoben haben.
          Zahlreiche bekannte Fachleute wie Prof.Thomé,Frau Prof.Röber,Frau Prof.Bredel,Herr Prof.Spitzer und Herr Prof.Güntürkün, beide aus der Grundlagenforschung stellen diese Methoden zum Schrifterwerb in Frage.
          Kritiker der Methoden des Spracherfahrungsansatzes und der Anlaut-Tabellen in die Nähe von Nationalkonservativen zu stellen erleichtert nicht gerade eine sachliche Diskussion.
          Das ist unfair gegenüber betroffenen Eltern und wird deren Engagement nicht gerecht.

        • Sie gehen gerade der AfD auf den Leim, Sofawolf. Was die AfD formuliert, sind Binsenweisheiten, ja – aber indem sie diese zu politischen Forderungen erhebt, behauptet sie, es gebe Lehrer, die das anders sehen. Die gibt es aber nicht.

          “Komischerweise darf z.B. der Frontalunterricht gnadenlos schlechtgeredet werden, aber wehe, jemand kritisiert heutige Rechtschreib(ver)lernmethoden”, schreiben sie. Mit dieser Aussage betreiben Sie das Geschäft der Politiker, die sich auf Kosten von Lehrern profilieren wollen. Aber solange Sie auf Grundschullehrern herumhacken können (was Sie ja gerne hier tun), ist Ihnen offenbar auch das egal.

          • Nein, ich möchte, dass sich da was ändert und ich möchte all jenen Grundschullehrern den Rücken stärken, die das auch so sehen und wollen – ansonsten sind die nämlich nur solchen Zurückweisungen ausgesetzt wie denen von Ihnen.

            Sie betreiben das Geschäft der “Allesbeimaltenlasser” und in diesem Sinne sogar der “Ewiggestrigen”, denn Ihre schulpolitischen Ansichten sind überholt! Das zeigt die Realität!

          • Was soll sich denn ändern – wenn nicht die Bedingungen? Es sind doch ganz klar die veränderten Rahmenbedingungen (Inklusion, Integration, Lehrermangel), die das IQB-Ergebnis gedrückt haben – die Methode Reichen stammt aus den 70-er Jahren und wurde nicht erst kürzlich eingeführt. Also kann sie kaum einen Absturz binnen fünf Jahren verursacht haben, schon gar nicht vor allem in Baden-Württemberg.

            Sie führen hier einen Feldzug gegen etwas, was es in der Praxis so gut wie nicht gibt (wie im Beitrag oben ja zu lesen ist) – treffen mit Ihren wilden Schüssen aber die Kolleginnen und Kollegen in den Grundschulen. Dankeschön.

          • In dessen (sofawolfis) Umfeld war doch die letzte gravierende Veränderung die Übertragung der Bildungszuständigkeit von Margot H. auf die Landesschulministerien.

            Von Integration kann der bei der Flucht von Migranten aus den national befreiten Zonen doch gar nicht mitreden. Und DaZ kennt der vermutlich auch nur als Hilfsmittel um Sachsen die gängige Unterrichtssprache im Westen näher zu bringen.

          • @ dickes Bänkchen,

            aber Ihren Humor mag ich irgendwie. 🙂

            Sagen Sie mir aber noch, warum die Kinder zu Ost-Zeiten besser und mehr lernten, obwohl es so ziemlich an allem mangelte, was damals und heute der “goldene Westen” zu bieten hat(te).

            Nein! Die Prügelstrafe war in den Schulen der DDR bereits seit ihrer Gründung 1949 verboten, in Westdeutschland erst seit 1973 (in Bayern erst 1980).

            http://www.spiegel.de/einestages/pruegelstrafe-in-der-schule-a-949811.html

          • Homogenität des Schülerklienteles. ==> Bei Abweichungen Jugendwerkhof. Die Aussicht auf Letzteren wirkte mit Sicherheit disziplinierend.

          • Homogenität des Schülerklienteles. ==> Bei Abweichungen Jugendwerkhof. Die Aussicht auf Letzteren wirkte mit Sicherheit disziplinierend.

          • Gibt’s hier vielleicht so etwas wie “AfD-Bashing” ? Wenn man jemandem Nähe zur AfD unterstellt, dann muss er ja Unrecht haben, aber näher begründen muss man das dann nicht mehr. Sehr bequem für die Argumentation, Anna.
            Jedenfalls hat die AfD nie regiert und ist insofern für das Desaster der letzten IQB-Studie nicht verantwortlich zu machen. Wer ist denn nun verantwortlich?

          • @Cavalieri
            Und wie es das „AfD-Bashing“ hier gibt!!! Im Moment sogar weniger als noch vor Kurzem.
            Sie haben völlig Recht, etwas mit der AfD in Verbindung zu bringen, erspart Argumente und ist bequem fürs Rechthaben in Sachdiskussionen.

          • Offenbar haben Sie als AfD-Anhängerin den Märtyrerhabitus schon so verinnerlicht, dass Sie gar nicht mehr mitbekommen, dass es natürlich einen inhaltlichen Bezug gibt, die AfD hier zu erwähnen – sie ist es doch, die Lehrern vorschreiben möchte, die Schüler “üben” zu lassen. Wozu die doofe, links-rot-grün versiffte Pädagogenschaft natürlich unbedingt gezwungen werden muss, weil sie es sonst ja nicht tut.

            Nein, die AfD regiert nicht – aber sie vergiftet das gesellschaftliche Klima so, dass auch Lehrer darunter zu leiden haben (siehe Beitrag oben).

          • Der gesellschaftliche Frieden wird doch auch von der Hetze und Hetzern gegen die AfD bedroht. Es ist doch albern, hier immer nur auf eine Seite zu zeigen.
            Und wenn Sie erlauben, die Wahrheit zu sagen: Von der Hetze gegen die AfD kriege ich viel mehr mit als umgekehrt von einer Hetze durch die AfD.
            Bei Ihnen, Bernd, scheint schon Hetze zu sein, wenn sich jemand außerhalb der politisch korrekten Meinung bewegt.
            Dann ist ja die Einheitsmeinung gestört und damit der politische und gesellschaftliche Frieden.

      • Ich bin ja Lehrerin und bei den Grünen und kann dazu nur sagen: Entweder sind alle diese Äußerungen banal (Wer außer dem Lehrer sollte sonst den Unterricht strukturieren? Ach, lernen und üben sind wichtig? Ernsthaft, beim existierenden Notenspektrum sollte man dieses ausschöpfen?) – Anna hat das sehr schön formuliert – oder aber, er will eben nichts weniger als eine Rückkehr zur autoritären Schule im Stile der 50er Jahre. Dass diese dazu in der Lage sei, Bürger heranwachsen zu lassen, die unsere Zukunft verantwortungsbewusst und reflektiert gestalten können, bezweifeln allerdings nicht nur die Grünen, sondern auch sehr genau alle Bildungswissenschaftler, die ich kenne.

        Meine Befürchtung: Populismus vom Feinsten – das will das Volk hören, alle klatschen begeistert und denken, der politische Gegner wolle sicher das Gegenteil, wenn der AFD-Mensch das schon so betont – und dahinter steckt nüscht.

        • Das ist aber auch banal. In 4 Zeilen kann man doch kein ganzes Schulprogramm erläutern. Das läuft immer auf Schlagwörter hinaus. Doch meist weiß jeder, was darunter zu verstehen ist.

          Ansonsten, naja, das kennen wir ja aus den Politik-Talkshows. Die gegnerische Seite hat immer Unrecht. Egal, was sie verkündet. Aber ich will hier nicht die AfD verteidigen. Das mögen andere tun.

        • Katha

          Wieso unterstellen Sie hier Gegnern des Spracherfahrungsansatz und der Anlaut-Tabellen-Pädagogik, dass diese die Pädagogik der 50 er Jahre wollen. Dabei gehören doch gerade zum Methodenspektrum der Reformpädagogik heutiger Tage auch Methoden des überzeugten Anhängers der nationalsozialistischen Rassenideologie ,Peter Petersen.
          Verunglimpfung von Meinungsgegnern gehört hier nicht her, also belassen Sie es bitte bei einer sachlichen Diskussion.
          Wie wäre es denn mal mit der strukturiereten Vermittlung der Haupt- und Orthographeme bei den Schülern vom ersten Tag an, damit diese sich nicht falsche Schreibweisen einprägen und noch Jahre lang an der Behebung dieser orthographischen Fehlschreibungen zu arbeiten haben.
          Versuchen Sie einmal gegen den Willen von Eltern irgendwelche medizinischen Therapien durchzusetzen, da hätten Sie gleich mindestens eine Zivilklage am Hals, und Sie würden sich daran noch beteiligen?
          Ich gehöre übrigens keiner Partei an und mir reicht es ebenso wie vielen anderen Eltern der bewussten Inkaufnahme falscher Schreibweisen meiner Kinder selber mit Nachhilfen zu begegnen, das wächst sich nämlich nicht aus.

          • Falsch Herr Lintig, meine Tochter hat nach dieser von Ihnen kritisierten Methode geschrieben, viel Spaß am Schreiben gehabt und durch die mit der Zeit aufgebauten Lernwörter, die dann korrekt geschrieben werden mussten, die Rechtschreibung prima gelernt. In der 5. Klasse war es dann schon fast fehlerfrei. Vielleicht ist es eben für manches Kind gut, für ein anderes nicht. Je nachdem wie intelligent ein Kind ist, wie viel es liest, ob es ein gutes visuelles Gedächtnis hat usw.
            Meine andere Tochter hat noch nach einer älteren Methode gelernt und viel weniger gerne geschrieben, mein Mann hat in den 60iger Jahren schreiben gelernt, hatte immer Angst vor den ständigen Korrekturen und kann es bis heute schlecht, vor allem aber schreibt er ungern. Ich halte die Verteufelung einer Methode für viel zu kurz gegriffen, da so viele weitere Einflüsse und Bedingungen eine wichtige Rolle spielen. Zumal kaum eine Lehrerin “methodenorthodox” unterrichtet. Wie dies schon so manch andere hier geschrieben hat.

          • Danke, hyperbel, das unterstreicht, was ich schon länger einwende:
            Jede Methode hat auch Vorteile und nicht jeder Schüler ist gleich.
            Es braucht die Mischung, um verschiedenen gerecht zu werden.
            Dem einen hilft das kleinschrittige Üben, dem anderen der kreative Ansatz. Tatsächlich kann man auch beides kombinieren.

          • Hyperbel, Palim

            Kreativität drückt sich nicht im Schreiben kryptisch verschlüsselter Wortruinen aus und führt auch nicht zum zügigen und sicheren Schreiben eigener, phantasievoller Texte.Auch wird dadurch nicht die Phantasie der Kinder gefördert, sondern diese ist abhängig von der Erlebniswelt der Kinder und kann ebenso über die sehr viel weiter entwickelte Sprache ermittelt werden.
            Schrift als Mittel zum Ausdruck schriftstellerischer Kreativität gelingt doch erst sehr viel später, wenn unter der Einwirkung der schulischen Kommunikation mit dem vermitteln von Wörtfeldern,von Satzgliedern, von Satzanfängen und Konjunktionen der Aufbau verzweigter Sätze gelingt.
            Der Begründer dieser Abart von Lesen durch Schreiben, dem Spracherfahrungsansatzes, hat diesen Verschriftlichungen der Schüler für die retrospektive Betrachtung auch keine besondere Bedeutung beigemessen.
            Kinder , welche von vornherein die richtigen Grapheme mit wohl strukturierten Hilfen erhalten, schreiben deutlich sicherer als die Kontrollgruppe ohne diese Hilfen. Das konnten wir hier im direkten Vergleich sehen und die Ergebnisse waren beim Wechsel in die weiterführenden Schule auch besser, was man an den Ergebnissen der Test-Diktate ablesen konnte.

        • “Ich bin ja Lehrerin und bei den Grünen” (Katha)

          Okay, und wo sehen Sie nachweisbare Erfolge der grünen Schulpolitik in den letzten 10 Jahren oder so?

          NRW mit Ministerin Löhrmann?
          BaWü mit der grün-roten Regierung?
          Jeweils 2011-2016, genau der Vergleichszeitraum der IQB-Studie.

          Wenn Sie das Hohelied der Inklusion singen wollen: Hier bei news4teachers.de gibt’s auch einen Artikel zur “vermurksten Inklusion”.

          • Nur weil die Grünen ganz offenbar keine Schulpolitik können (das ist kaum bestreitbar), bedeutet das aber nicht, dass eine Grundschuillehrerin, die Mitglied der Grünen ist, ihren Job nicht beherrscht.
            Das sind doch zwei grundverschiedene Dinge (in den USA gibt es sicher ganz hervorragende Soldaten, die Republikaner sind oder wählen. Ihre Leistung als Soldat hat aber doch nichts damit zu tun, dass sie einen Idioten als Präsident haben)

          • Küstenfuchs:
            “Nur weil die Grünen ganz offenbar keine Schulpolitik können (das ist kaum bestreitbar), bedeutet das aber nicht, dass eine Grundschuillehrerin, die Mitglied der Grünen ist, ihren Job nicht beherrscht.”

            Hatte ich auch nicht behauptet. Aber wenn jemand bei den Grünen ist, muss es ja Gründe geben. Das kann nur Katha selbst erklären. In grauer Vorzeit habe ich auch mal grün gewählt, aber jetzt nicht mehr – eben wegen der Schulpolitik. Ihr Vergleich von Trump mit den Spitzen-Grünen hat wohl einigen Zündstoff.

  6. ZITAT: “Im Forum von News4teachers überbieten sich Väter und Mütter darin, ihre Geringschätzung für Grundschullehrer zum Ausdruck zu bringen, die (ihrer Meinung nach) falsche, „moderne“ Unterrichtsmethoden praktizieren.”

    Hmmm, merkwürdig. Sitzen in der n4t-Redaktion lauter Grundschullehrer? Oder alles GEW-Leute?

    Wieso wird denn jede Kritik als Gringschätzung verteufelt? Wie bedeutet die Kritik an einer Methode gleich die Kritik am Lehrer insgesamt bzw. am Grundschullehrer speziell? Man hat das Gefühl, hier wollen einige partout keine Kritik hören/lesen. (Wie damals in der DDR.)

    Wenn jemand eine Kritik äußert, heißt das doch noch lange nicht, dass er damit auch Recht hat. Ich meine, aber sagen muss man das doch dürfen.

    • Ich bin mir nicht sicher, ob Sie die Problematik richtig verstehen (wollen)! Hier geht es darum, dass man von schlechten Ergebnissen der letzten IQB-Studie, auf die Wirksamkeit von Methoden und Lehrbefähigungen schließt, ohne die jetzigen Rahmenbedingungen, mit denen vorheriger Studien zu vergleichen, bei denen im übrigen die gleichen Methoden angewandt wurden. Wenn schon, dann darf man nicht nur die Ergebnisse vergleichen, sondern auch die Klassenstruktur, sprich Anzahl von Inklusions- und Integrationskindern, die Anzahl der Kinder überhaupt und deren möglichen Förderschwerpunkte, die allesamt berücksichtigt werden müssen und den Unterrichtsalltag stark beeinflussen! Dazu dann noch den Vergleich der Anzahl von sonderpädagogischen Förderstunden an der Grundschule und Förderschule und die prozentuale Besetzung der Schulen mit ausgebildeten Lehrkräften.

      Erst dann hat eine Kritik auch Berechtigung! Sie vergleichen doch hoffentlich auch keine Schnecken mit Geparden!

      Und ob Sie es glauben oder nicht! Es gab reichlich Kritik von Lehrern, als die jetzt so stark in den Fokus gerückte Methode zum Schreibenlernen eingeführt wurde! Und trotzdem musste es so gemacht werden! vermutlich, weil sich Leute eingemischt haben, die davon keine Ahnung hatten!

      • unbesetzte Lehrerstellen–>große Klassen–>schlechtere Leistung

        nicht richtig ausgebildete Lehrkräfte (Seiteneinsteiger, fachfremder Unterricht)–>schlechtere Leistung

        marode Schulen + fehlendes Ausstattung –> schlechtere Leistungen

        Erst wenn die Rahmenbedingungen stimmen, kann man sich über angeblich schlechte Methoden als Grund für die schlechten Ergebnisse unterhalten.

        • Darin stimme ich Ihnen sehr zu.

          Nur, warum waren denn die Leistungen früher besser, als man auch große Klassen hatte, eine viel “ärmere” Ausstattung und ebenfalls fachfremden Unterricht?

          Darüber muss man reden.

          • Weil die Probleme und Rahmenbedingungen heute, nicht mit denen von früher vergleichbar sind. Eine Diskussion führt hier eigentlich zu weit! Früher gab es keine Ganztagsschulen, da wurden die Hausaufgaben zu Hause im ruhigen Zimmer gemacht und nicht in Klassenstärke. Früher waren die meisten Kinder bis zum 3. Lebensjahr zu Hause oder bei Oma oder einer Tagesmutter. Da konnte das Kind noch lernen, darauf zu vertrauen, dass schnell auf seine Bedürfnisse eingegangen wird und konnte somit später auch abwarten, bis es dran war. Heute gehen die meisten Kinder bereits mit 1 in den Lindergarte und kann dort allein aufgrund des Personalschlüssels diese Vertrauen nicht mehr lernen. Diese Kinder können in der Schule nicht beruhigt abwarten, bis sie dran sind, weil sie das Vertrauen nicht haben, dass das Bedürfnis befriedigt wird. Und genau das beeinflusst das Verhalten während des Unterrichts. Nicht zi vergessen die verloren gegangenen Erfahrungen, die wir früher nebenbei gesammelt haben, weil wir Zeit hatten, draußen zu spielen, zu streiten und Konflikte selbst zu lösen. Da haben Mama und Papa sich nicht eingemischt, weil die einfach nicht dabei waren. Auch das hat sich geändert. Es ist nicht immer nur die Methode oder der Lehrer schuld! Es sind massive gesellschaftliche Veränderungen.

      • ZITAT: “Und ob Sie es glauben oder nicht! Es gab reichlich Kritik von Lehrern, als die jetzt so stark in den Fokus gerückte Methode zum Schreibenlernen eingeführt wurde! Und trotzdem musste es so gemacht werden! vermutlich, weil sich Leute eingemischt haben, die davon keine Ahnung hatten!”

        Ja, sicherlich. Es ist gut darauf hinzuweisen. Ich sage, die Kritik richtet sich nicht gegen Personen (GS-Lehrer), sondern gegen Methoden und Bedingungen an Grundschulen !

      • Trotzdem sage ich, an Grundschulen gibt es heutzutage (zugespitzt) “viel Spielkram und wenig Lernen”.

        Dass Politiker daran schuld sind, die das den Grundschullehrern “verordnet” haben, sehe ich genauso. Leider wird es aber von derart ausgebildeten Grundschullehrern mitunter auch noch verteidigt.

        • Mit solchen pauschalen und dummen Aussagen fallen Sie den Kolleginnen und Kollegen in den Grundschulen in den Rücken.

          • Mit so einer pauschalen und dumme Aussage verhindern Sie jede Analyse.

            Ich schrieb ja, dass es zugespitzt ist, Sie Inklusionsrechthaberin. 🙂

          • Wo analysieren Sie denn? Sie beleidigen die Grundschullehrkräfte. Die Analyse ist in dem Beitrag oben.

          • Man kennt Sie ja aus den Inklusionsdiskussionen. 😉 🙂 😀

          • Ist das jetzt sachlich??!!??

          • Ich habe nur Gleiches mit Gleichem vergolten, OMG, falls Sie mich meinen.

            Ja, ich weiß, das soll man ja eigentlich nicht. 🙂

          • ANNA war gemeint

          • Anna

            Sie hatten hier einem älteren Kollegen vorgeworfen, dass seine Generation die heutigen Analphabeten der höheren Altersgruppe an Analphabeten zu verantworten hätte.
            Wahrscheinlich beriefen Sie sich auf die Leo Studie.Die Zahlen in % der der Analphabeten der einzelnen Gruppen wurden ähnlich stark angegeben.
            20-29 Jährige 13 % funktionelle Analphabeten
            30-49 Jährige 15 % funktionelle Analphabeten
            50.69 Jährige 16 % funktionelle Analphabeten
            Es besteht also kein signifikanter Unterschied zwischen den einzelnen Gruppen.
            Berücksichtigt man ,dass die älteren Probanten in der Folge altersbedingten Erkrankungen,
            wie Diabetes mellitus,
            Bluthochdruck,
            chronischem Nikotinabusus,
            Demenz,
            M.Alzheimer und
            Schlaganfällen,
            invalidisierenden Erkrankungen mit neurologischen und kognitiven Leistungseinschränungen ausgesetzt sind, sowie in der Folge des Verlernen des Lesens durch Nichtgebrauch , bis zum Alter von 50 -69 Jahren ausgesetzt sind.,
            so erscheint die Zahl von 16 % funktioneller Analphabeten niedrig.
            Wie werden wohl die Ergebnisse der heutigen 20.29 Jährigen sein, welche sich jetzt unmittelbar am Ende eines Studiums oder der Schullaufbahn stehen, dann das Alter von 50 bis 69 Jahren erreichen ?

        • … auf welche konkreten Daten, persönliche Anwesenheitszeiten in Grundschulen, etc. beziehen sich Ihre Aussagen , sofawolf. Bitte um konkrete Angabe, interessiert mich….

          • @ Emil: Darauf antwortet sofawolf nicht, bei mir auch nicht. Er meckert nur, wenn man genau nachfragt, merkt man….

        • “Trotzdem sage ich, an Grundschulen gibt es heutzutage (zugespitzt) „viel Spielkram und wenig Lernen“.
          Aha.
          Woraus schließen Sie das denn?

          “Dass Politiker daran schuld sind, die das den Grundschullehrern „verordnet“ haben, sehe ich genauso. Leider wird es aber von derart ausgebildeten Grundschullehrern mitunter auch noch verteidigt.”
          Die erste Annahme war für mich schon nicht nachvollziehbar, diese ist es ebensowenig.
          Die Ausbildung von Grundschullehrern ist nicht auf “Spielkram” ausgerichtet, sondern auf das Unterrichten einer heterogenen Schülerschaft, jeder muss sich dazu mit Inklusion beschäftigen, es geht um Fachwissenschaft, zusätzlich um Pädagogik und praktisch um Didaktik und Methodenvielfalt.
          Den einzigen Reim, den ich mir auf “Spielkram” machen kann, ist, dass Sie beim ersten Blick in ein Klassenzimmer denken, die Kinder würden spielen, in Wirklichkeit lernen und üben sie mit Ihnen unbekannten Materialien, sodass Sie diese als “Spielkram” einstufen. Beim Einsatz eines Buntstiftes ist aber tatsächlich auch nicht generell ein Kunstwerk das Ziel, er kann auch zum Unterstreichen dienen.

          Die Politik gibt Ziele oder Kompetenzen vor, sie einigt sich auf Änderungen in den Schulen (hin und her) und verschiebt Lerninhalte von der weiterführenden Schule in die Grundschule. Dabei vergisst sie manchmal, der weiterführenden Schule die Erlasse entsprechend anzupassen, und offenbar generell, dass jede Änderung einen immensen Rattenschwanz mit sich führt, der an jeder Schule viele Lehrkräfte in die Mehrarbeit schickt. Das ärgert mich zunehmend!
          Aber dass mir “Spiel und Spaß” verordnet worden wäre, oder ich “Spiel und Spaß” am Vormittag hätte, die SuS nur daddeln und wir gemeinsam kuscheln, das habe ich noch nicht erlebt.

      • Nein, aber ich sehe die katastrophalen Schreibweisen auch bei den Schülern aus dem bürgerlichen Milieu, die bisher nur geringe Erfahrungen mit der Inklusion machen mussten, aber mit dem Selbstlernbuch-Tinto, der Rechtschreibwerkstatt des Norbert Sommer-Stumpenhorst und nach dem Spracherfahrungsansatz unterrichtet wurden.
        Das alleine reicht schon.

        • Katha
          Sie schrieben, dass Sie den Schriftspracherwerb und das Lesen Lernen mit linguistisch gestützten Methoden den Schülern vermitteln.
          Das finde ich bedeutend interessanter als den auf den Anlaut bezogen Ansatz der Buchstaben , weil die geschriebenen Silben sich als Stützen im automatisierten Schriftspracherwerb erweisen und das schriftliche Abbild unserer Sprache darstellen.

        • Schulinspektoren,also die im Beitrag angesprochenen “Inquisitoren”, die unangemeldet im Unterricht auftauchen, um zu überprüfen , ob denn auch anderer Unterricht als der Frontalunterricht praktiziert wird, diese wurden doch von den Grünen in Baden-Württemberg eingeführt. Jetzt darf dieser Personenkreis eben wieder Schüler unterrichten.

          • So ein Mist aber auch — denken sich die Inspektoren …

            (Vorurteilen zufolge wird man Rektor, wenn man nicht mehr unterrichten möchte, und Dezernent, wenn man keine Lust mehr auf Schule hat.)

          • Und? In NRW hat sie die CDU eingeführt …

            Das mit Rektor sollten Sie @xxx noch einmal recherchieren. Rektoren haben im Gegensatz zu Oberstudiendirektoren als Schulleiter eine erhebliche eigene Unterrichtsverpflichtung.

            Aber deshalb werden ja auch viele Schulen mit Ausnahme der GY kommissarisch geleitet. Das ist A12 ggf. mit Zulage.

          • Sie können auch das Wort Rektor durch Schulleiter ersetzen.

          • Ich weiß, was Sie meinen. Nur im Fall der Rektoren – und ich meine die Dienstbezeichnung – trifft sie nur bedingt zu. Nicht umsonst fehlen so vielen Schulen der Primarstufe und der Sekundarstufe I Schulleiter und stellvertretende Schulleiter.

    • Es geht nicht um sachliche Kritik, es geht um abfällige, latent aggressive Kommentare, die GS-Lehrkräften die Kompetenz dezidiert absprechen. Siehe die Zitate im Artikel. Das kann ich beim besten Willen nicht als konstruktive Kritik ansehen.

      P.S.: Gegen die Methode ‘Lesenlernen durch Schreiben’ / ‘Schreiben nach Gehör’ bin ich auch – seit Jahren und aus linguistischen Gründen. Das bringt mich aber nciht dazu, den GS-Lehrkräften die Schuld dafür zuzuschieben, dass teilweise Abiturienten nicht mehr richtig schreiben können.

      • Wenn die Grundschule an dieser Stelle versagt, dann ist es tatsächlich der Grundschule anzulasten.

        In späteren Schuljahren kann kaum noch aufgearbeitet werden, was in den ersten Jahren versäumt worden ist.

        Hier werden ständig die Zustände an Grundschulen mit den Grundschullehrern gleichgesetzt. Wie gesagt, die heutigen Zustände sind doch auch das Ergebnis der Kritik an den vorhergehenden Zuständen. Man meinte bei deren “Abschaffung” doch auch, alles Vorherige sei schlecht gewesen und alles Neue besser.

        Nun zeigt sich, dass der Weg falsch war.

        • Die Grundschule versagt nicht, was in den ersten Lebensjahren versäumt wurde, ist später kaum noch aufzuarbeiten!

          • Wichtig!
            Ich meine nicht (!!!), dass Erzieher und Eltern “an allem Schuld sind”!

            Mir ging es eher darum, die Wortwahl (versagen) und die pauschale Schulzuweisung ad absurdum zu führen!

          • Emil
            Das stimmt allerdings. Hörverstehen lernt man in einem guten sprachlichem Umfeld, sowie durch Vorlesen der Eltern und das Singen deutschsprachiger Lieder.
            Mit der Graphem-Phonem-Beziehung sollte im letzten Kindergartenjahr begonnen werden und da können die Kinder auch gleich lernen mit Stiften zu malen, Druckbuchstaben zu schreiben und Schwungübungen ausführen.

          • “Hörverstehen lernt man in einem guten sprachlichem Umfeld, sowie durch Vorlesen der Eltern und das Singen deutschsprachiger Lieder.”
            Welche Kinder bekommen denn vorgelesen und mit welchen wird gesungen? Wenn es danach geht, ist es kein Wunder, wenn Kinder heute weder hören noch verstehen!

          • Singen gehört ebenso, wie aus das Vorlesen aus Kinderbücher zum Methodenrepertoir der Sprachförderung in gut organisierten Kindergärten. Deshalb ist das letzte Kindergartenjahr doch auch kostenlos, damit Kinder mit einem fremdsprachigen Hintergrund bessere deutsche Sprachfertigkeiten entwickeln.
            Ich brauche hier nur in die Schulen der Nachbarstadt mit einem Anteil an 25 türkisch sprachiger Bevölkerung zu fahren. Die dortigen Lehrer müssen den Schülern erst noch die Begriffe beibringen, weil diese die nur in der Sprache der eltern kennen.Das sind zum Teil einfachste Begriffe, wie Strauch etc. und da kommt man mit dem Spracherfahrungsansatz nicht besonders weit. Die brauchen den Lehrer als direkten Vermittler der Sprache Deutsch.
            Noch extremer ist das im Ruhrgebiet mit noch höheren Anteilen an fremdsprachigen Kindern.

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            Z. 9 Eltern

          • “einfachste Begriffe, wie Strauch etc.”
            Was Sie als “einfachste Begriffe” titulieren, ist vielen SuS völlig unbekannt, nicht nur denen mit Migrationshintergrund.

            Unterricht muss dies so oder so auffangen. Setzt man Materialien mit diesen Wörtern zum Lesen lernen ein (am Anfang), können etliche Kinder nicht folgen, gerade weil sie zu diesen Wörtern keinen Bezug haben.
            So sehr Sie Bilder im Leselehrgang ablehnen, so wichtig finde ich gerade, dass erlesene Wörter und konkrete Dinge oder eben Bilder in Beziehung zueinander gesetzt werden, um Leseverständnis zu fördern. Dies geschieht auch oder gerade mit Bildern oder Zeichnungen.
            Etwas anderes ist a) die Arbeit mit einer Anlauttabelle (als bebilderter Bogen) und
            b) die Aufgabe, den Wortschatz der SuS zu erweitern.

          • Palim

            Ich habe hier alle Materialien meiner Kinder aufbewahrt, und darunter befinden sich auch die Delfin-Hefte aus dem Jahndrf-Verlag.
            Die Kinder sollten zur Schulung ihres phonologischen Bewusstseins und zur eigenständigen Graphem-Phonem-Vermittlung mittels der bebildertenAnlaut-Tabelle der Rechtschreibwerkstatt,
            selbstständig die Wörter dazu schreiben.
            Die abgebildeten Gegenstände stammen aus dem normalen umgangssprachlichen Bereich, darunter auch Gegenstände, wie Schrank,Stuhl ,Bär,Kran,Bagger,Messer,Brot,Ofen etc.
            Das ergab gar lustige Verschriftlichungen(Scharank,Schrnk,Bea,Ber,Karan,Krann Baga,Mesa,Ovn,Ofn).Immer kam ein Smile-Stempel drunter, bei allen.

            Wissen Sie, andere Lehrer bringen den Kindern erst einmal die Grundstruktur deutscher Wörter bei, den Zweisilber mit der Schwalautendung-e, gesprochen ähnlich dem ä oder auch a, wie Messa oder aba gesprochen.
            Auf fast alle Wörter mit dieser Grundstruktur treffen alle anderen einfachsten Regeln zu, z.B. das ie ihn Diebe,Triebe,schieben etc.,
            und man kann im Zweisilber das Problem der Endlauthärtung beheben, wenn man es den Kinder zeigt ( Berg/ Berge, Herd/Herde etc.)
            Da warte ich nicht darauf, dass diese das vielleicht irgend wann selbst herausfinden.Da wird mir Emil sicherlich zustimmen.
            Und die linguistisch geschulten Lehrer aus Osnabrück, Hildesheim und Freiburg wissen auch, dass man im türkischen Sprachraum keinen Doppelkonsonanten spricht, geschweige denn, das Kinder mit auditiven Wahrnehmungsstören das kr, fr,schr , die lLautdifferenzierung von n/m, p/b und weiter auch nicht differenzieren können.

          • “Wissen Sie,”
            zufällig habe ich das studiert.
            Sie müssen mir die Welt nicht noch einmal erklären.

          • Palim

            Ich habe Ihnen nur beschrieben, wie der Unterricht hier in der Umgebung gestaltet wird, mehr nicht ,und man bemerkt, dass bei den Grundschülern mit dieser oben beschriebenen Methodik nach Frau Spitta nicht gerade strukturiert und erfolgreich unterrichtet wird.
            Da haben wir hier den direkten Vergleich mit der Silben analytischen Methode und dem direkten Heranführen an korrekte Schreibweisen ohne entdeckendes, eigenständiges Lernen.
            Mir liegt es fern , Ihnen die Welt zu erklären, aber offensichtlich behagt nicht jedem berechtigte Kritik an bestimmten Methoden des Schriftspracherwerbs und des Leseerwerbs.
            Wir leben in einer Demokratie.Sozialismus war einmal und ideologische Denkweisen fördern nicht gerade den Bezug zur Wirklichkeit.
            Ich weis auch nicht , wie sich derartige, von Frau Prof,Spitta hier dargestellte und nach außen propagierte Methoden sich so lange halten konnten und ganz offensichtlich auch noch praktiziert werden.

          • “Zufällig habe ich das studiert”
            In meinem Studium kam das nicht vor, jedenfalls lange nicht sio detailliert wie Herr v. Lintig es immer wieder ausführt.
            Trotz einiger Wiederholung finde ich interessant, was er schreibt.
            Ich finde es auch nicht schlimm und ehrenrührig, wenn sich jemand durch persönliche Betroffenheit und Erfahrung mit den eigenen Kindern so intensiv mit der Materie beschäftigt hat und sich so gut mit ihr auskennt, dass ich sagen muss: Er kann mir noch etliches beibringen.
            Unser Studium umfasst so vieles und ist auch noch stark abhängig von den persönlichen Meinungen des Lehrpersonals, dass es sich allemal lohnt, aufgeschlossen zu sein für Hintergrundwissen und praktische Erfahrungen, auch wenn es nicht aus dem Lehrerbereich selbst kommt.

          • Wenn Ihr Studium diese Inhalte nicht umfasste, können Sie zwar von AvL noch etwas lernen, seine Aspekte aber gar nicht wirklich einordnen.

            Eine kritische Auseinandersetzung mit Methoden des Erstlesens und Erstschreibens braucht das Hintergrundwissen, das sehe ich auch so, sollte aber eben nicht einseitig argumentieren, sonderen verschiedene Ansätze in Betracht ziehen, theoretisch UND praktisch. Dabei gibt es verschiedene Sichtweisen und Möglichkeiten und ich für meinen Teil lehne Ansätze nicht von vorn herein kategorisch aber, sondern versuche, Ansätze sinnvoll miteinander zu verknüpfen um möglichst großen Nutzen für die SuS daraus zu ziehen.

            Im übrigen braucht man diese Kenntnisse auch, um Materialien einschätzen zu können, vor dem Einsatz, oder Schreibweisen einordnen zu können, nach dem Einsatz, sofern letzterer überhaupt erfolgt.
            Das bedeutet konkret: Gefällt mir das Wortmaterial nicht, nutze ich die Materialien gar nicht oder nur unter bestimmten Voraussetzungen oder zu bestimmten Zwecken. Gefällt mir das Aufgabenformat, nutze ich es ggf. mit anderem Wortmaterial.
            Und weiterhin: Gefällt mir der grundlegende Ansatz eines Materiales nicht, kann ich trotzdem beurteilen, ob einige Übungen dennoch brauchbar sind.
            Und: Immer ist es beim Erstlesen und -schreiben ein Abwägen, in welchem Maß man entsprechend a) mit lautreinem Wortmaterial arbeitet oder ob und ab wann man anderes einbeziehen kann oder möchte, b) den vorgegebenen Buchstaben der Fibel folgen möchte oder davon abweicht, c) eine bestimmten Methode bevorzugt oder sie ergänzt oder erweitert. Dies entscheidet sich in der konkreten Situation der Lerngruppe, aber auch hinsichtlich der Differenzierung für einzelne SuS.

          • In meinem Studium kamen die verschiedenen Lese- und Schreiblernmethoden auch nicht so intensiv vor.
            Ich stimme Maren zu, dass jemand auch außerhalb des Lehrerkreises, der sich über Jahre hinweg mit den verschiedenen Methoden beschäftigt und durch eigene Kinder auch praktische Erfahrungen gesammelt hat, den Absolventen eines Lehramtsstudiums noch vieles beibringen kann. Unsd nicht nur diesen.
            Mein Studium war ein Anfangsschritt, mehr aber auch nicht. Ich könnte auch nicht sagen, “das habe ich studiert” und deshalb kann mir keiner etwas erzählen. Bis heute würde ich das nicht behaupten.
            Die Schulpraxis war für mich sowieso viel wichtiger. Die begleitenden Seminare und Seminarleiter noch am wenigsten. Meine Mentorinnen haben mich mit ihrem Erfahrungsschatz und praktischen Tipps viel mehr gelehrt und natürlich auch meine eigenen Erfahrungen im Unterricht und Umgang mit Kindern.
            Nein, Palim, “das habe ich studiert” genügt bei Weitem nicht, um Recht zu haben, und ist meiner Meinung nach ein sehr dünnes Eis für Erfolg in der Praxis. Zum Klugreden und sich erhaben fühlen mag es taugen, zu mehr aber auch nicht.
            Wahrscheinlich ist das sogar in den meisten Berufen so.

          • Aufgrund Ihrer Antwort habe ich einmal ein bisschen im Netz über die heutigen Studieninhalte in der Grundschulpädagogik gesucht.

            Hier ein Ausschnitt aus den Prüfungsthemen zum Anfangsunterricht Deutsch Schriftspracherwerb (Pflicht):
            Inhaltliche Schwerpunkte der Prüfung (ohne Anspruch auf Vollständigkeit):
            Fachwissenschaftliche und fachdidaktische Grundlagen des Schriftspracherwerbs:
            • Linguistische Grundlagen und ihre Bedeutung für den Schriftspracherwerb
            • Schriftspracherwerb als Kulturaneignung (z.B. grundlegende Bildungsprozesse)
            • Methodische Verfahren (historische Entwicklung)
            • Konzeptionen des Schriftspracherwerbsunterrichts
            • Entwicklungsmodelle – Entwicklungsorientierung – Kompetenzorientierung
            • Prozessmodelle und Kompetenzmodelle für Lesen und Schreiben
            • Einordnung in die pädagogisch-didaktische Konzeption des Anfangsunterricht
            • Fragen zur Ausgangsschrift
            (Quelle: Uni Augsburg)

            Daraus geht hervor, dass die Studenten schon über die verschiedenen Modelle Bescheid wissen müssen.

            Auf einem theroretischen Hintergrundwissen kann man praktische Erfahrungen viel besser einordnen und bewerten, so auch meine Meinung. Es ist beides dafür nötig – Theorie und Praxis.

            Zu den Mentoren:
            Ich habe in Seminaren sehr viel für die Praxis gelernt, weil meine Seminarleiter Praktiker waren. Das sind sie meistens. Von erfahrenen Kollegen habe ich viel übernehmen und auf mich modifizieren können, manches hat gar nicht getaugt. Da muss man selbst einen Weg finden. Seminarleiter sind i.d.R. umfassender fortgebildet und können deswegen Referendaren viel mitgeben, zumindest was ich bei uns im Grundschulbereich beobachte. Bei uns werden nur erfahrene Lehrer Seminarleiter; in manchen Bundesländern scheint es wegen Mangels an Bewerbungen etwas anders zu sein.

          • Es erstaunt mich immer wieder, wenn Lehrkräfte grundlegende Inhalte aus dem Studium nicht kennengelernt haben. Selbst diejenigen, die nicht D oder Ma studiert haben, mussten zumindest die Grundlagen für den Erstunterricht belegen und nachweisen. Wenn die Grundlagen der Sprachwissenschaft nicht bekannt und die historische Entwicklung des Erstunterrichts nicht erlernt wurden, ist das Einordnen alter wie neuer Methoden kaum möglich.
            Generell bin ich der Meinung, dass man sich nicht blind auf angebotene Materialien verlassen sollte. Spätestens wenn man das erste Mal selbst eine 1. Klasse führt beschäftigt man sich doch aber mit den verschiedenen Ansätzen!

        • @sofawolf: Wie gut sind denn Ihre Schüler im Rechtschreiben? Nach welcher Methode haben sie Lesen und Schreiben gelernt?

          Nach welchen Methoden unterrichten Sie? Wie begegnen Sie einer herterogenen Klasse? Wie praktizieren Sie Inklusion und Integration?

      • Dann hätten Sie sich doch mal eher zu Wort melden sollen, denn ich habe hier derartiges nicht wahrgenommen. Oder lesen Sie doch einmal die entsprechenden Artikel und Kommentare einmal nach.

        • Entschuldigung Herr Linie, ein Zitat aus dem Artikel ist von Ihnen und bezog sich auf mich.
          Stehen Sie doch dazu!

          • Sorry, Herr Lintig sollte es heißen.

          • Emil
            Ich habe noch einmal alles nachgelesen. Sie haben sich gegenüber der Grundschullehrerin Frau Prasuhn sehr abfällig geäußert und ich kommentierte das mit:” Sie verhalten sich ätzend”,quittiert.
            Danach ging es noch um Schläge durch Lehrer in der Schulvergangenheit, die ich mir bei Frau Prasuhn und Milch der frommen Denkungsart nicht vorstellen konnte.

        • bezog sich auf Katha

          • War mir klar

            Ich finde es aber befremdlich, dass Sie die ” latent aggressiven Kommentare” (Katha) nicht wahrnehmen, obwohl Sie selbst im Artikel zitiert wurden…

            Und bevor Sie jetzt von mir reden, ja, ich weiß, dass ich mich hier auch oft hinreißen lasse, mea culpa. Soll keine Entschuldigung sein, aber einige Posts hier sind derart unglaublich oberflächlich, pauschalisierend und arrogant ….
            Deshalb bin ich hier auch immer nur dabei, diese Kommunikationsweise “anzuprangern” anstatt inhaltlich zu diskutieren.

            Die Diskussion gestern abend war ja schon mal ein guter Schritt (meine ich allgemein, nicht irgendjemand im Einzelnen).
            Vielleicht ist da ja was in Bewegung gekommen….

          • Emil ,dann suchen Sie mal und schauen Sie sich mal ihre eigenen an.
            Ich wurde nicht zitiert.

          • Ich habe es versucht, aber das durchblättern ist sehr mühsam.
            Den Satz „Sie können bei dieser Gattung Mensch nicht auf aufgeklärte Vernunft hoffen.“ habe ich unter Ihrem Namen abgespeichert. Ich kann aber im Moment tatsächlich weder den dazugehörigen Artikel noch das Datum nennen.

            Sollte ich Ihnen Unrecht getan haben, entschuldige ich mich, aber in der Regel funktioniert mein Gedächtnis gut.
            Ich suche morgen noch mal, ob ich den Verfasser dieses Satzes finde….

  7. Ich kenne eigentlich nur Lehrkräfte, die ihre Methoden versuchen, an die Kinder der Klasse anzupassen. Da gibt es kein schwarz oder weiß.Manche Klassenstruktur lässt ein offenes Arbeiten gar nicht zu. Da klappt es leider nur mit Frontalunterricht, in anderen Klassen ist ein offener und entdeckender Unterricht möglich. Und genau das versucht die Mehrzahl der Lehrer zu erkennen und umzusetzen. Leider sind aufgrund der Klassenstruktur häufig Kinder an den Frontalunterricht gebunden, die unter anderen Rahmenbedingungen mit selbstentdeckendem Lernen viel weiter kämen.

  8. Wenigstens wird in dem Artikel erwähnt, dass die umstrittene Methode eine Leselernmethode ist und keine (Recht)schreibmethode. Sie heißt ja auch “Lesen durch Schreiben.”

    Auch ich stehe ihr kritisch gegenüber und verwende sie nicht, aber bevor ich in die Schule kam, habe ich mir mit Hilfe kleiner selbst gezeichneter Bildchen Buchstaben gemerkt. Anlauttabelle gab es nicht.

    • Ich für meinen Teil würde niemals behaupten, die Methode “Schreiben nach Gehör” ist an allem schuld. Nein. Ich denke, dass es da auch große Unterschiede von Bundesland zu Bundesland, von Region zu Region, ja von Schule zu Schule und von Lehrer zu Lehrer gibt. Wenn die 3,4 Grundschullehrer, die hier regelmäßig schreiben, sie gar nicht verwenden, dann müssen sie sich doch nicht angegriffen fühlen. Je kürzer man formuliert, desto pauschaler wird es. Das ist leider so.

      Erst kürzlich wurden hier 100% Ostdeutsche verteufelt, weil 20% von ihnen die AfD gewählt haben. Da war von so manchem, der sich jetzt über die vermeintliche Grundschullehrerschelte (oder schärfer -hetze) aufregt, auch wenig oder gar nicht differenziert worden. Eine Differenzierung, die man jetzt aber gerne haben möchte und sich aufregt, weil es sie angeblich nicht gibt. Ich finde schon, dass viel differenziert wird, aber es wird nicht wahrgenommen.

      Weiter oben hat sich jemand gegen die “alten Methoden” ausgesprochen. Das ist sein gutes Recht. Mit der Kritik an den alten Methoden begann ihre Abschaffung bis hin zur Verteufelung. Auch damals wurde damit den früheren Grundschullehrern schlechtes Arbeiten, mindestens aber falsches unterstellt. Die neuen Methoden versprachen “beste Lernerfolge für alle”. Haben sie gehalten, was sie versprachen. Nein. Aber nicht nur das. Die Leistungen der Kinder sind noch schlechter geworden. Man kann daraus schlussfolgern, dass die alten Methoden doch nicht so schlecht waren?!? Darüber reden wir.

      Und es gibt allerhand Bedingungen, die uns Lehrern aller Schularten das Arbeiten schwer machen. Manche wollen das durch mehr Gehalt ändern. Ich halte das für einen Irrweg. Ich werbe dafür, an diesen Bedingungen deutliche Änderungen vorzunehmen. Dazu gehören auch Klassengrößen, auch Stundendeputat, auch der ganze bürokratische Kram, auch die Inklusion … dazu gehören viele, viele Sachen, die sich in den letzten Jahrzehnten ergeben haben und den Lehrern aller Schularten das Arbeiten schwer machen. Das sind viele Sachen, aber auch neue Methoden, die als gescheitert betrachtet werden dürfen. Nur jetzt breche ich ab, denn zu lange Kommentare liest ja auch wieder keiner. 😉

  9. sofawolf: “Viele? Ich weiß nicht. Ich habe das nicht gezählt. Aber oft genug, also bei zu vielen Lehrern, ist das doch auch so. Beliebig, unstrukturiert und chaotisch.”

    Ich frage Sie nochmal: ” Wie gut sind Ihre Schüler im Rechtschreiben? Nach welcher Methode haben Sie Lesen und Schreiben gelernt? Nach welchen Methoden unterrichten Sie? Wie begegnen Sie heterogenen Klassen? Wie praktizieren Sie Inklusion und Integration? Wie gehen Sie mit Unterrichtsstörungen um? Auf welche Art und Weise dokumentieren Sie Schülerleistungen und – beobachtungen? Wofür sind Sie Experte?

    Wenn hier alle anderen “beliebig, unstrukturiert und chaotisch” sind, dann erzählen Sie uns doch mal von Ihrer Arbeit. Da haben Sie noch kein Wort verloren. Ich könnte nicht einmal sagen, welches Fach oder an welcher Schule Sie unterrichten. Bei den anderen weiß ich das.

    • ZITAT: “Wenn hier alle anderen „beliebig, unstrukturiert und chaotisch“ sind, dann erzählen Sie uns doch mal von Ihrer Arbeit. Da haben Sie noch kein Wort verloren. Ich könnte nicht einmal sagen, welches Fach oder an welcher Schule Sie unterrichten. Bei den anderen weiß ich das.”

      Aber ich habe nicht geschrieben “alle anderen”. Bitte zitieren Sie korrekt. Ich mag nicht ständig Unterstellungen richtigstellen. Steht ja oben. Lesen Sie nach.

      • Meine Schüler sind in der Rechtschreibung schlecht.

        Wie ich die Rechtschreibung gelernt habe, weiß ich nicht mehr.

        Ich denke, dass ich ganz gut in der Rechtschreibung bin / war, lag auch daran, dass ich sehr viel gelesen habe. Regeln kannte ich lange Zeit gar nicht (bewusst). Erst als Jugendlicher las ich mir mal das Regelwerk im Duden durch. Aus Interesse.

        • Und wie begegnen Sie der schlechten Rechtschreibung? Mit welchen Methoden arbeiten Sie?

          • Analysediktat zur Erfassung der Hauptproblem der Schüler und dann spezisch diese Grapheme bearbeiten unter Vermittlung der jeweiligen Regel, der Silben-analytischen Methode einüben.
            z. B Doppelkonsonten werden nach dem Kurzvokal nicht geschrieben.
            Lösung :Wortpaare bilden Hü te oder Hütte ( nach Röber Haus A gegen Haus C sprachlich stellen.
            heißt es Ko men (langer Vokal) oder kommen (kurzer Vokal )
            heißt es re nen oder rennen ,Qua len /Quallen , ra ten /Ratten
            ß oder ss Fuß(langer Vokal oder Doppelvokal ie ,ei=ß) oder Fuss(kurzer Vokal, hört man raus=falsch)
            Dehnungs-H 1. Regel :folgt auf einen langen Vokal im Einsilber oder Zweisilber ein l,m,n,oder r und der Starter-Anlaut besteht nur aus einem Buchstaben
            Beispiele: Bahn, zahm,Zahl,wahr,fühlen,führen,ehren,wehren,lehren,
            Aber besteht der Anlaut-Starter aus mehr als einem Buchstaben wird kein H gesetzt, also nicht nach sp,st,sch,qu,kr aber auch beim Anlaut t
            Beispiele schön, Späne,Kran,Qual,Ton,Tür
            Ausnahmen wegen Lutters Bibel-Schreibungen Stahl,Strahlen,Stuhl
            Es gibt noch sehr viel mehr, wissen Sie bestimmt.Und das üben wir hier ein

          • Genauso arbeite ich auch und die Sprachbücher, die ich kenne und eigenständige Rechtschreibwerke auch, nur Luther lasse ich weg 😉

            Eigentlich hätte ich mir aber mal eine inhaltliche Aussage von sofawolfgewünscht.

          • So arbeite ich übrigens auch mit meinen Flüchtlingskindern, die ganz überwiegend eine erstaunlich gute Rechtschreibung entwickeln.

          • Emil

            Deutsche Rechtschreiberegeln sind im Silben-analytischen Ansatz nach Röber einfacher für die Schüler zu verstehen.
            Ich habe gleich mit der Grundform deutscher Wörter angefangen, bestehend aus zwei Silben und in der zweiten Silbe ist immer der Schalaut e, auch wenn einige Messa oder aba sprechen. Das ganze dient auch dem besseren Leseverständnis. Es gibt drei Phoneme für das Graphem e.
            Als nächstes werden Wörter des Typ Haus A vorgestellt, also Hü te, ge hen etc
            Und natürlich mit denen an der Tafel gelesen beim Vorstellen neuer Grapheme in Wörtern, die immer wieder eingebaut werden.Sie wissen schon.

      • ZITAT: “Ich könnte nicht einmal sagen, welches Fach oder an welcher Schule Sie unterrichten.”

        Das soll auch so bleiben. Tut mir leid.

        • @sofawolf: Troll

          • @sofawolf: Nachdem Sie uns hier alle beschuldigen, beantworten Sie doch mal meine Fragen oben um 18.41 Uhr.
            Wenn Sie alles besser wissen, dann raus mit der Sprache!

            Sie bezeichnen uns als beliebig, unstrukturiert und chaotisch, überlegen Sie sich mal, was Sie sagen.

          • @ mississippi: Troll

          • Wieder bitte ich Sie, korrekt zu zitieren, auch wenn es sinngemäß erfolgt. Ich werde nicht jeder Unterstellung hinterherlaufen und sie richtigstellen.

            Es scheint nur Ihre Absicht zu sein (mich) zu provozieren und mehr nicht. Dabei dachte ich einen Moment lang, man kann mit Ihnen ganz normal reden.

            Naja, Troll eben !

  10. Ich wollte wissen, nach welcher Methode Ihre Schüler Lesen und Schreiben gelernt haben, habe aber im 2. Post aus versehen Sie groß geschrieben. Bitte antworten Sie noch einmal. Mich würde die Methode in Ihrem Umfeld in Ihrem Bundesland interessieren.

    • Weiß ich nicht. Müsste ich mal nachfragen. 🙂

      • Das verstehe ich nicht. Um 16.23 Uhr sagten Sie, sofawolf, dass an den Grundschulen “zuviel Spielkram und zu wenig Lernen” stattfindet.
        Und gleichzeitig wissen Sie nicht einmal, wie die Grundschulen in Ihrer unmittelbaren Umgebung arbeiten?

      • @ sofawolf um 19.03 Uhr:

        Schade, dass Sie das nicht wissen. Wir haben eine gute Kooperation sowohl mit den Kindergärten als auch mit den weiterführenden Schulen. Im ersten Halbjahr der 5. Klasse treffen wir uns mit den Lehrern der weiterführenden Schulen und tauschen uns aus über verwendete Methoden, wie die Kinder angekommen sind, was wir in der Grundschule mehr üben sollten und auch über das Lesenlernen. Also, bei uns wissen die Lehrer der weiterführenden Schulen einiges über unsere Arbeitsweisen. Und es ist ein respektvoller Umgang miteinander mit gegenseitiger Wertschätzung. Freu 🙂

    • mississippi

      In der DDR gab es ein einheitliches Fibelwerk, welches in Silben gegliedert und stark strukturiert im Aufbau war.
      Unmittelbar nach der Wiedervereinigung schnitten die Ostdeutschen Schüler deutlich besser ab als die im Westen. Die RErgebnisse glichen sich aber in den Folgejahren durch die Umstellung der Methodik einander an.
      Das habe ich bei http://www.grundschulservice.de gefunden.

      • Solche Lehrwerke gibt es heute auch und werden auch benutzt! Von daher stellt sich noch mehr die Frage, liegt es an der Methode oder an den Rahmenbedingungen oder auch an den gesellschaftlichen Veränderungen? Wenn ich mitbekomme, wieviel Zeit dafür drauf geht, Streitigkeiten zu klären oder durch Unterrichtsstörungen, weil jemand sich ungerecht behandelt fühlt, dann könnte auch die verlorene Lernzeit ein Grund sein. Leider erwarten die meisten Eltern auch, dass diese Streitigkeiten durch den Lehrer geklärt werden. Klärung untereinander, sprich Konfliktfähigkeit, ist nur selten möglich. Aber was sag ich da …. Kinder sind das Spiegelbild der Gesellschaftund wo in der Gesellschaft wird das denn noch vorgelebt??

      • @ Axel

        Ja und wenn diese neuen Methoden zu schlechteren Ergebnissen führen, darf man doch wohl fragen, ob diese älteren Methoden vielleicht doch nicht so schlecht waren, wie man es ihnen seinerzeit vorwarf.

        Dazu muss man die heutigen Methoden aber infrage stellen dürfen, sonst gäbe es ja keinen Grund, etwas zu ändern. Dass es dafür Gründe gibt, zeigen die Ergebnisse dieser Studie (IQB oder so).

      • @ ZITAT (djungo)

        “Wenn ich mitbekomme, wieviel Zeit dafür drauf geht, Streitigkeiten zu klären oder durch Unterrichtsstörungen, weil jemand sich ungerecht behandelt fühlt, dann könnte auch die verlorene Lernzeit ein Grund sein.”

        Ja, darin sehe ich auch einen Grund. Ich habe das mal pauschalisiert ausgerechnet. Wenn nur 5 Minuten in jeder Stunde für Unterrichtsstörungen draufgehen, dann kommt das im Schuljahr rund 1 Monat Unterrichtsausfall gleich. (Und wie oft sind es mehr als 5 Minuten … aber ok, mitunter gibt es auch keine., also im Schnitt 1 Monat Zeitverlust.)

        Darüber müssen sich die Politiker auch mal Gedanken machen, nachdem sie die Lehrer nahezu “machtlos” gemacht haben.

        Und DAS ist auch ein Grund, der viele abschreckt, Lehrer zu werden und viele scheitern lässt, die Lehrer geworden sind. Doch darüber wird kaum geredet!

        • Das mag so sein, war von mir aber auch so gemeint, dass wir hier nicht von einer pauschalen Methode sprechen können, die zu schlechten Ergebnissen führt, sondern, dass da mehrere Dinge mitspielen. Nicht in jeder Schule wird nach dieser Methode verfahren, und trotzdem sind die Ergebnisse insgesamt schlechter geworden.

          • Darin stimme ich Ihnen vollkommen zu.

          • Mangelnde Unterrichtsdisziplin ist ein wesentlicher Grund. Hier mal was aus der Praxis:

            AUSZUG:

            “Ich unterrichte eine zweite Klasse mit 26 Kindern. Wobei von „unterrichten“ kaum die Rede sein kann. Ich fühle mich derzeit mehr als Sozialarbeiterin denn als Lehrerin. Denn meine Hauptenergie fließt weniger ins Unterrichten. Ich brauche sie meist dafür, die Kinder so zu erziehen, dass ich sie überhaupt unterrichten kann.”

            http://www.focus.de/familie/schule/chaos-an-deutschen-schulen-eine-lehrerin-schlaegt-alarm-ich-komme-mit-den-kindern-nicht-mehr-zum-lernen_id_6750798.html

          • @ Küstenfuchs, noch ein Beispiel gefällig. So geht es an deutschen Schulen zu. Wer soll da noch was lernen?

            AUSZUG:
            “Füsun* ignoriert, dass die Stunde bereits begonnen hat, schiebt sich einen Kaugummi in den Mund und schreibt eine SMS. Ihre langen Fingernägel sind signalrot lackiert. Sie trägt große glitzernde Kreolen und hochhackige Stiefel, die Haare toupiert. Neben ihr sitzt Anne, sie kaut gelangweilt auf ihrem Lippen-Piercing rum. Cem wirft ein Lineal durch den Raum, was Anne mit „Ey, du Opfer!“ kommentiert.

            Laut Notfall-Plan des Berliner Senats zur Vorbeugung von Gewalt entspricht das Beleidigen von Lehrern, Sachbeschädigung und Anpöbelei Gefährdungsstufe 1. „Du Opfer, du Missgeburt, du bist hässlich!“ sind Ausdrücke, die im Minutentakt fallen in der Klasse – und zwar sowohl Schülern als auch Lehrern gegenüber.”

            https://www.welt.de/politik/deutschland/article13437242/So-chaotisch-geht-es-an-deutschen-Schulen-zu.html

          • Alles, was sie da so anführen, deuten auf gesellschaftliche Probleme, die wenig mit den Fähigkeiten der Lehrkräfte oder mit Unterrichtsmethoden zu tun haben.

            Mehr Lehrer und mehr anderes Personal (z.B. Sozialarbeiter) sind offensichtlich die richtige Maßnahme auf gesellschaftliche Veränderungen.

          • @ Küstenfuchs,

            ja, und? Ich habe weder gesagt, dass die Ausführungen oben vollständig sind noch habe ich gesagt, dass die ganze “Grundschulmisere” nur an einer Rechtschreiberlernmethode läge.

            Viele Faktoren spielen eine Rolle. Das sage ich die ganze Zeit. Mehr Lehrer und anderes Personal allein wird auch nicht viel ändern. Viele Dinge gehören dazu. Sie sind hier über die Kommentare verstreut genannt worden und wahrscheinlich auch noch nicht vollständig.

      • Das waren Untersuchungen von Mai, der Hamburger Grundschulkinder mit denen aus der ehemaligen DDR verglich. Und auch als er die Kinder mit einem Migrationshintergrund herausstrich, waren die Hamburger deutlioch schlechter als die in Ostdeutschland.

  11. Grundschullehrer

    Ist es nicht aberwitzig, dass gerade die FDP, als die “Freien Demokraten”, das Recht der Grundschullehrer/innen auf freie Methodenwahl (so ist es zumindest in Thüringen gesetzlich festgeschrieben) einschränken wollen? Die AfD hätte wohl am liebsten, dass wir wieder ganz autoritär Frontalunterricht machen, ohne auf die Bedürfnisse der einzelnen Kinder Rücksicht zu nehmen. Das passt zu ihrer Ablehnung der Inklusion. Die FDP täte gut daran, sich an die freiheitlichen Grundwerte unserer Gesellschaft zu erinnern, die sich in einer freien Gesellschaft auch in der Pädagogik in den Schulen widerspiegeln müssen!

    • Meine grundsätzliche Zustimmung! Aber wieso hat rot-grün denn die Methoden festlegen wollen? Oder irre ich?
      Die FDP täte auch gut daran, den Einfluss der Pfaffen in den Schulen einzuschränken. In NRW gibt es immer noch über 1000 staatliche, aber katholische Grundschulen. Da müssen alle Lehrer/innen (besonders die Schulleitung) katholisch sein, die Kinder nicht unbedingt, aber Katholiken werden bevorzugt. Alles zu 100 % finanziert vom staatlichen Steuerzahler. Das ist ein absurder Anachronismus. Selbst Bayern hat das abgeschafft. Aber die neue FDP-Schulministerin will das offenbar beibehalten. Nur kein Streit mit den Pfaffen.

      • Grundschullehrer

        Cavalieri: “Aber wieso hat rot-grün denn die Methoden festlegen wollen?” Da das ja alles (leider) Ländersache ist, gibt es vermutlich Unterschiede in den Gesetzen der einzelnen Bundesländer. In Thüringen ist, wie gesagt, der Lehrer frei in seiner Methodenwahl. Der Hintergrund ist hier sicher auch die lange Diktaturerfahrung. Ich glaube auch nicht, dass man in den Neuen Bundesländern mit einer Einschränkung der Methodenwahl politisch durchkommt. In Sachsen-Anhalt hat sich Bildungsminister Tullner auch – mit Rückbezug auf die Geschichte – dagegen ausgesprochen, den Grundschullehrern Methoden zu verbieten.

        • Thüringen mit Diktaturerfahrung:
          Da gibt es die Besonderheit, dass die langjährige Schulministerin Birgit Klaubert (ist gerade aus Gesundheitsgründen zurückgetreten) vor der Wende stramme SED-Aktivistin war und in der Lehrerbildung für das Fach Marxismus-Leninismus zuständig war. “Erfahrung” wird so zu einem schillernden Begriff.

          • Grundschullehrer

            Cavalieri: War nie ein Fan von Frau Klaubert. Mit Blick auf solche Postenbesetzungen ist es umso wichtiger, den Lehrern die freie Methodenwahl zu lassen.
            Rücktritte oder Rückzüge vom Kultusministerposten hat es ja in letzter Zeit einige gegeben: Birgit Klaubert in Thüringen, Frauke Heiligenstadt in Niedersachsen, Brunhild Kurth in Sachsen. Sicher gibt es da einen Zusammenhang zur Bildungsmisere, die jetzt an den Schulen drastisch sichtbar wird.

      • Das hängt mit der Abkehr von Fähigkeiten und Fertigkeiten und der Hinwendung zu Kompetenzorientierten Lehrplänen zusammen. Diese sind auf das Kohl’sche Dictum “entscheidend ist, was hinten raus kommt” zurücjzuführen. Mit den kompetenzorientierten Lehrplänen sind ja die Methoden- und Sozialkompetenz über die inhaltlichen Kompetenzen (Lerninhalte) gestellt worden.

    • Grundschullehrer

      Was man aus Sicht der Lehrer meint, was die Kinder für einen Unterricht haben wollen ist vordergründig und nicht was die Eltern und deren Kinder tatsächlich haben wollen. Danach fragt sowieso niemand.
      Hamburger Mamma hat aber ganz andere Wünsche als den offenen Unterricht gewünscht. Die wollte Frontalunterricht bei ihrer Tochter haben.

  12. Praxisbericht 2 (AUSZUG 2):

    “Uns werden also ständig neue Aufgaben aufgebürdet

    Dadurch ufert auch die Bürokratie immer weiter aus. Wir müssen mittlerweile jeden unserer Schritte haarklein dokumentieren. Wenn ein Kind Probleme hat, kann ich zwar den mobilen sozialpädagogischen Dienst hinzuziehen und mit ihm einen detaillierten Förderplan entwerfen. Die Anträge dafür sind allerdings ein einziger Papierkrieg – und der zusätzliche Aufwand geht dann wieder von der Unterrichtsvorbereitung für den Rest der Klasse ab.

    Überhaupt wurde dem Elternwillen in den letzten Jahren viel zu viel Raum gegeben. Wenn ich beispielsweise der Meinung bin, dass ein Kind auf die Förderschule sollte, wo es im Übrigen in viel kleineren Klassen individuell auch besser gefördert werden könnte, wenn auch der sozialpädagogische Dienst und im Zweifel sogar ein Kinderpsychologe meine Empfehlung unterstützen, können Eltern das trotzdem einfach ablehnen. Dass meine Fachkompetenz dann einfach vom Tisch gewischt wird, das ist extrem frustrierend. ”

    Da kommen wir den Gründen doch langsam näher!

    • Grundschullehrer

      Einerseits schreibt man den Lehrern immer mehr vor und schränkt sie in ihren Handlungsmöglichkeiten zunehmend stärker ein, andererseits gibt man dem Elternwillen nach. Was qualifiziert bitte die Eltern dazu, zu entscheiden, ob ein Kind in der Grundschule eine Klasse wiederholen muss oder leistungsstark genug ist, um auf das Gymnasium zu gehen? Eltern, die sich anmaßen, alles besser zu wissen, können ja dann gern den Unterricht in der Grundschule übernehmen – denn bald will das wirklich keiner mehr machen! Viel Spaß dabei!

      • @ Grundschullehrer: So ist es.

      • @ Grundschullehrer: So ist es. (Finde ich auch.)

      • Hier bei uns hatten die meisten Eltern Angst davor, dass die Lehrerin ihre Kinder überfordert. Dann wurde auch immer wieder von Elternseite der Wunsch geäußert wieder Projekttage durchzuführen. Das erwies sich als eine Bremse im Lernfortschritt.
        Und selbstverständlich haben jetzt viele Eltern ihr Kind an Gymnasium angemeldet obwohl keine gymnasiale Empfehlung vorlag, Verhaltensauffälligkeiten bestanden und der Helikopter immer dabei war.

  13. @ sofawolf: Berichten Sie doch Ihre eigenen Erfahrungen.

    • @ missis., in meinen Augen haben Sie sich selbst disqualifiziert. Ich habe oben versucht, Ihnen ehrlich zu antworten (jedenfalls teilweise). Ihre Reaktion war, mich als Troll zu bezeichnen. Jetzt kommen Sie wieder “auf die liebe Tour” und wenn ich drauf eingehe (mich einlullen lasse), nutzen Sie es wieder aus und verwenden es gegen mich. Sie warten anscheinend nur darauf, mir eins auswischen zu können.

      Nee, das ist keine Diskussionsgrundlage. Vergessen Sie es einfach.

  14. Ich erlaube mir kommentarlos eine Frage, warum ein 8-jähriger Berliner Schüler sich inzwischen altersgemäß perfekt in polnischer Schrift (und Sprache) ausdrücken kann, mit der deutschen Schrift jedoch exorbitante Schwierigkeiten hat?

    Außerhalb der Schule kann und mag kaum jemand entschlüsseln, was er geschrieben hat. Ob er besonders glücklich sein wird, wenn er bald erfährt, dass der dabei erlebte Hohn und Spott zum akzeptablen Kollateralschaden des Lehrplans gehört und ob er nach dem “April-April”-Erlebnis noch Vertrauen zu irgendwelchen Lehrer*innen hat, kann ich nicht beurteilen.

    Wahrscheinlich wird das Vertrauen zur polnischen Studentin größer sein, die ihm nebenbei(!) Polnisch nach klassischer Methode beibringt und ihn nicht “ins offene Messer” hat laufen lassen.

    • Vielleicht liegt es an der Methode, vielleicht aber auch daran, dass die polnische Studentin im Einzelkontakt und nicht mit 28 Kindern arbeitet und zusätzlich auch noch in der Muttersprache des Jungen?

    • Eine gute Frage.

      @ djungo, sicherlich ist das ein Aspekt, was Sie schreiben. Aber dann muss man auch differenzieren. Lernen die Kinder unter Anleitung und Kontrolle des Lehrers in einem “erweiterten 1:1-Kontakt”, aber der Lehrer lenkt und leitet ODER puddelt – wie heutzutage oft – jedes Kind alleine vor sich hin, jedes macht was anderes, arbeitet an einer anderen Stelle und der Lehrer bekommt bei vielen gar nicht mit, was sie tun und worin ihre Schwierigkeiten bestehen (Wochenplanarbeit)?

      • @sofawolf, hier sind nur wieder zwei Dinge mit völlig anderen Bedingungen 1:1 verglichen worden. Und ganz ehrlich. habe ich nicht gewollt, dass meine Kinder nur gleichschrittig mit den anderen lernen! Gemeinsame Anleitung und Einführung neuer Themen ist wichtig, aber danach ist es noch wichtiger, dass jeder in seinem Tempo und nach seinen Bedürfnissen arbeiten kann. Ansonsten geht bei den starken und den schwachen Lernern die Lernmotivation flöten, und das ist wirklich der worst case! Und die meisten meiner Kolleginnen arbeiten genau so und nicht anders! Und ich denke, dass das die Mehrheit aller Kolleginnen in der Grundschule tut. Der Einheitsquatsch beginnt erst wieder an der weiterführenden Schule, individuelle Förderung fand bei meinen Kindern am Gymnasium zumindest nicht statt. Trotz Ganztag und angeblich individuellen Lernzeiten …. jeder die gleichen Kopien ….
        Und auch ein Wochenplan ist kein Teufelszeug. Der eignet sich im besonderen zur individuellen Förderung, wenn man sich vorher die Arbeit macht, und guckt, wer welche Bedürfnisse hat. Und auch das tun die meisten Grundschullehrer!

        • Sehen Sie – ich sage das nicht vorwurfsvoll !!! – da gibt es eben unterschiedliche Ansichten. Und die einen bezeichnen die Alternativen zum heutigen System als “Einheitsquatsch”. Und die anderen kritisieren die heutigen Methoden. Und dann jammern manche (nicht Sie!), dass die Grundschullehrer schlechtgemacht werden.

          Aber “unsere” alternativen Vorstellungen werden doch auch schlechtgeredet. Nur “wir” jammern nicht darüber. Wir reden darüber.

          So soll es sein. 🙂

          • PS: Wenn ich es richtig bemerkt habe, ist das eher Axels Thema. Er möge übernehmen. 🙂

          • Und sehen Sie, bei mir geht es weder in die eine, noch in die andere Richtung. Gemeinsame, also EINHEITLICHE Einführung und danach Lernen auf individuellen Lernstufen, um jedes Kind weiterzubringen. Wer das als Lehrer nicht macht, ist in meinen Augen einfach faul und hat kein Interesse, jedes Kind so weit zu bringen, wie es möglich ist!

          • ZITAT: “… ist in meinen Augen einfach faul…”

            Und wieder: Sehen Sie, Sie sparen auch nicht mit Kritik und deutlichen Bemerkungen. 🙂 Aber wenn andere heutige Methoden infrage stellen, heißt es gleich, man würde die Grundschullehrer schlechtreden.

            Es muss und darf geredet werden und jeder darf seine Position verteidigen. Im Osten sagte man früher: “Praxis ist Kriterium der Wahrheit!” und Praxis ist doch die letzte IQB-Studie, oder?

          • Ich finde es teilweise bedenklich, welche Bruchstücke Sie zitieren! Ich bin der Meinung, dass die meisten meiner Grundschulkollegen sich wahnsinnig viel Mühe geben und genau so verfahren! Meine Kritik geht da eher an die weiterführende Schule, aber auch nur an die, die ich selbst miterleben durfte ….

    • Den “erweiterten 1:1-Kontakt” finden vielleicht manche lächerlich. Sicherlich stößt man an Grenzen, aber ich denke (und erlebe), dass ein guter Lehrer – das ist für mich auch einer, der seine Klasse im Griff hat – diesen erweiterten 1:1-Kontakt auch mit 20 Kindern schaffen kann und trotzdem zwischen leistungsstarken und leistungsschwachen Schülern differenzieren kann. Aber dazu muss man eine Klasse wirklich im Griff haben und das haben viele Kollegen heutzutage nicht aus ganz unterschiedlichen Gründen. Kurz gesagt sind es immer 3 Faktoren: der Lehrer, die Schüler, der Unterricht. Und die Bedingungen drumherum!

      • Oder wie Stefan B. schrieb: “Ich glaube sogar, dass die Kinder sich gestandene Lehrer wünschen, die führen und sich nicht führen lassen.”

        Genau so erlebe ich es. Wobei natürlich Störenfriede bei solchen Lehrern weniger jubeln. Wir brauchen wieder mehr davon. Und dazu muss man vor allem vielen jungen Kollegen wieder mehr Mut machen, ihre Lehrer-Führungsrolle anzunehmen und wahrzunehmen und sie nicht als Gängelei zu verstehen!!!

      • 20 Kinder haben wohl die wenigsten ….

        • Das ist ein bisschen “klein-klein”. Ich hätte auch 25 schreiben können.

          • Dass die Lehrerpersönlichkeit wichtig ist, steht ja außer Frage! Schüler, die in der Lage sind zu merken, dass ein Lehrer sich für ihn und seinen Lernfortschritt interessiert, sind sicherlich weitaus besser zu händeln, als die, die jeden Tag vor zu schweren oder einfachen Aufgaben sitzen!

          • @djungo
            Kommt es bei der Arbeitswilligkeit der Schüler wirklich nur auf das Interesse der Lehrer an den individuellen Lernfortschritten an?
            Ich vermisse in vielen Schulen Mut zum Erziehen, d.h. auch Mut zu Sanktionen bei Strörenfrieden, chronischen Faulenzern, Tyrannisierern von Lehrern und Mitschülern, Provokateuren, Spaßvögeln der widerlichen Art usw.

            Wer sich vor Strafe drückt und diesen Begriff schon nicht mehr wagt in den Mund zu nehmen, hat schlechte Karten und lässt die freundlichen und willigen Schüler im Stich.
            Dieses Laborieren mit immer nur Freundlichkeit, Lieb- und Interessiertsein ist doch weltfremd.
            Wer Konflikte scheut, sollte nicht Lehrer werden.

          • Das eine schließt doch das andere nicht aus! Natürlich wird unangemessenes Verhalten thematisiert und es folgen Konsequenzen! Auch die Mühe machen sich die Kollegen! Leider gibt es jedoch viele Eltern, die nicht mit an einem Strang ziehen und die Schuld immer den anderen Kindern geben. Das ist schade, denn nur gemeinsam hat man dabei den größten Erfolg! Wovon ich gesprochen habe, ist die Lernmotivation und die Lernatmosphäre! Da wo ich mich angenommen und wohl fühle, benehme ich mich meistens auch!

          • “Ich vermisse in vielen Schulen Mut zum Erziehen,”

            Aha. Ich weiß nicht, wie viele Lehrkräfte und Schulen Sie kennen. Dafür kann ich Ihnen sagen, dass sehr viele Grundschullehrkräfte die Erziehung tagtäglich leisten.
            Hinzu kommt, dass die erschreckenden Fälle zwar zunehmen, aber dennoch viele SuS durchaus in der Lage sind, sich an Regeln und Grenzen zu halten.

            Dass es einen Maulkorb gibt (“Strafe”) oder Sanktionen zurück genommen werden, liegt selten an den Lehrkräften, sondern an Eltern, die klagen, sodass die Maßnahmen zurückgenommen werden müssen oder nicht rechtskräftig sind. Nach außen hin sieht das dann gerne so aus, als würde “nichts” geschehen, in Wirklichkeit haben Lehrkräfte unendlich viel Zeit aufgewendet (Dokumentationen, Konferenzen, Protokolle, Elterngespräche), haben aber keine Handhabe.

            Hinzuzufügen bleibt, dass die Methode selbst (offene U-Formen, Wochenplan, Frontalunterricht) und die Führung einer Klasse 2 Paar Schuhe sind.
            Und: Das Einüben von Regeln, Verhaltensweisen wie auch Methoden nimmt in der Grundschule einen erheblichen Teil der Unterrichtszeit ein. Nicht, weil es generell zu Störungen käme, sondern weil man auch das erst einmal Erlernen muss. Auch das Abheften eines Arbeitsblattes in einer Mappe muss man “lernen”, ebenso wie das Nutzen eines Heftes oder das Aufschlagen eines Buches.

          • Richtig Palim. So viele Grundlagen müssen vermittelt werden. Auch der Umgang mit dem Lineal und die Einteilung in einem Heft ist z.B. nicht selbstverständlich. Und fast jedes Mal nach der Hofpause muss man erst einmal Streit zwischen den Schülern klären und dann schauen, wie sinnvolle, d.h. auch nachhaltige Konsequenzen aussehen.
            Wenn zwischen 2 Streithähnen z.B. genauso extreme Eltern dahinter stehen, dann sieht das so aus, dass mindestens ein Elternteil mit den Konsequenzen der Schule nicht einverstanden ist. Wir erleben immer häufiger, dass wegen Kleinigkeiten Rechtsanwälte eingeschaltet werden. Solche Eltern machen aus einer Mücke einen Elefanten und akzeptieren die Konsequenzen der Schule nicht.
            Für uns Lehrer ist das nicht einfach, denn das bedeutet Stress, den es gar nicht wert ist. Bemühen solche Eltern wegen vieler Dinge Gerichte und Rechtsanwälte, ist unserer Berufsgruppe so ein Vorgehen in der Regel fremd, denn wir lassen unsere eigenen privaten Angelegenheiten von dieser Qualität nicht von Rechtsanwälten bearbeiten, wir können auch einmal einsichtig sein und Kompromisse schließen. Das macht schon auch unser Beruf aus.

            Ich denke, das muss ein neues Feld der Ausbildung von Lehrern werden: wie gehe ich mit solchen Situationen um, wo Eltern mit dem Rechtsweg drohen und diesen auch anleiern?

            Vielleicht nochmals zur Äußerung: Früher haben sich Lehrer mehr “getraut” einzuschreiten, weil sie sich geschützt fühlten. Heute muss jeder aufpassen, was er macht, damit ihm nicht von findigen Rechtsverdrehern ein Strick daraus gemacht wird. Für mich ist das der Hauptgrund, warum die Lehrerschaft heutzutage zurückhaltender agiert. Zudem ist nicht immer auf die Unterstützung der Dienstvorgesetzten zu zählen, das bietet zusätzlich Unsicherheit.

          • Der Fairness halber muss ich zugeben, dass ich auch schon gehört habe, dass den Lehrern sowohl von Seiten der Eltern als auch Vorgesetzten schwer gemacht wird, sich mit Strafen durchzusetzen, und man sich leicht ins eigene Fleisch schneidet, wenn man Kindern zu nahe tritt.

            Das sind doch aber keine Zustände. Kann man da nichts machen?

    • Wolf
      Ich glaube die Mehrheit der Eltern wünscht sich im Anfangsunterricht die stützende und direkte Heranführung der Schüler an korrekte Schreibweisen und Strategien zur richtigen Schreibung deutscher Wörter, und diese Mehrheit lehnt den derzeit praktizierten Weg,
      wie Frau Spitta ihn beschrieb inzwischen kategorisch ab.
      Man hat den Eindruck, dass andere Methoden, wie der Silben analytisch vermittelte Schriftspracherwerb nur oberflächlich oder eben gar nicht im Studium der Lehrer vermittelt werden.
      Hinzu kommt die falsche Vorstellung dieser Pädagogen , dass es sich beim Schriftspracherwerb um einen natürlichen Vorgang handelt, ähnlich dem des erlenens des Laufens.
      Das ist es aber nicht, denn beim eigenständigen Erlernen des Laufens kommt es bei Fehlern direkt zur Rückmeldung.
      Man fällt hin, wohin gegen diese Methode nach Spitta Fehler zulässt und diese erwartet, da man entgegen der modernen Hirnforschung annimmt, dass sich falsche Schreibstrategien gar nicht im Gedächtnis verankern. Das tun diese aber, und zwar langanhaltend und nachhaltig.
      Besser gleich die richtigen Stategien vermitteln, als später Jahre lang mit der Fehlerbekämpfung zu tun zu haben.
      So gesehen macht ihre polnische Lehrerin vieles effektiver und einfacher für das Kind, denn die Freude am erfolgreichenLernen ohne Hohnund Spott durch Mitschüler wird vermieden.

      • Die heutigen Eltern sind noch im stützenden und direkten Unterricht aufgewachsen. Denken Sie mal eine Generation später. Die dann Eltern sind mit offenen Unterrichtformen, Schreiben nach Gehör usw. aufgewachsen. Je nachdem, welche Sau dann durch das Dorf getrieben wird, können auch die dann klagen wie z.B. “Ich konnte alles selbst entscheiden, meinen Kindern soll nichts vorgekaut werden”. Wir werden sehen …

        • Xxx

          Das Niveau wird dann noch weiter Abfällen,weil immer weniger Eltern da sein werden,die korrigierend eingreifen können. Das ist alles noch steigerungsfähig,je weniger Menschen eine strukturierte Arbeitsweise anwenden ,arbeiten nach rein
          Motivation ,um so schlimm besser wird es.

      • Wieder vereinnahmen Sie ein Thema für Ihr Interesse: den Rechtschreibunterricht.
        In meiner Schule ist das nur ein Bruchteil des Unterrichts, tatsächlich lernen die Kinder auch Lesen, sie haben Musik, Sport und Sachunterricht, Religion, Kunst… viele Fächer.

        Ob die von Ihnen dargestellte “Mehrheit der Eltern” Ihre Wünsche unterstützt? Und ob das die Mehrheit ist?
        Die Mehrheit der Eltern wird sich Lehrkräfte wünschen, die sich um ihre Kinder kümmern. Stimmt.
        Und Lehrkräfte, die entsprechend ausgebildet wurden. Dazu gehört eine umfassende Ausbildung, die auch Ansätze von Spitta und Brügelmann in Betracht zieht, statt einseitig eine einzige Methode zu loben, von der man dann nicht abweichen kann, weil man nichts anderes kennt und hilflos vor Kinder steht, die diese Erläuterung oder diesen Lernweg nicht begreifen können.

        Natürlich kann man in einer 1:1-Situation eine Methode wählen, die dem einzelnen Kind am ehesten liegt und in genau seinem Tempo vorangehen, die Leistung unentwegt im Blick haben und weitere Übungen oder Erläuterungen sofort einstreuen. Dies ist in einer Klasse nicht zu leisten, wie stark auch immer sie gelenkt wird. Es bleiben immer Kinder, die nach den ersten Erklärungen weitere benötigen oder beim Üben wiederholt zu gleichen Fehlern kommen – in D wie in Ma. Und die Aufmerksamkeit der Lehrkraft wird sich immer auf die anwesenden SuS verteilen müssen und auf eine heterogene Schülerschaft, die nicht 1:1 bedient werden kann – und auch nicht gleichzeitig die gleichen Lernziele erreichen wird, Hirnforschung hin oder her, dort sitzen Individuen, keine Roboter.

        Im übrigen hat ein offener Umgang mit Fehlern nichts mit Hohn und Spott zu tun.
        In jeder Klasse sollte eine Lernkultur vorherrschen, die Kinder nicht einschüchtert, etwas zu sagen, weil sie Angst vor Fehlern und deren Konsequenzen haben müssen – gleich welche Methode genutzt wird.
        Das hat etwas mit sozialen Kompetenzen zu tun, die jeder benötigt, Mitschüler wie Lehrkräfte, auch in einer 1:1-Situation.

        • Die Eltern setzen diese Methoden des Spracherfahrungsansatz des Nichtlehrers Brügelmann und die von Frau Spitta mit Lesen durch Schreiben gleich, denn diese Methoden haben den selben Lern theoretischen Hintergrund,
          dass sich der Schüler selbstständig und eigen initiativ die Schriftsprache und das Lesen aneignet.
          Haben Sie jemals ihre Schüler und Eltern später nach deren Zufriedenheit und den Erfolgen gefragt ? Wohl kaum, denn diese geraten aus ihrem Umfeld.
          Ich habe hier ca 350 betroffene Eltern und Schüler nach deren Haltung gefragt und diese lehnten bis auf wenige Ausnahmen diese Pädagogik des Schüler gesteuerten , einseitigen Lernens ab.

  15. @djungo: Vielen lieben Dank für die Beiträge.

    Sofawolf weiß leider überhaupt nicht, wovon Sie reden und tut so, als würden Sie ihm zustimmen. Er dreht alles so, dass er gut wegkommt.

    Sie wissen, wie wir arbeiten und dass das gut so ist. Einheitsbrei ist in der GS Quatsch. Man kann doch den Kindern nicht die Motivation nehmen. Die leuchtenden Augen meiner klügsten Schüler, wenn sie schwierigere Aufgabenstellungen bekommen, entschädigt für die ganzen unsachlichen Stiche hier von fachfremden Menschen.

    Zum Glück ist die Grundschule eine eigenständige Schulform und hat die Motivation, jedes Kind nach seinem Vermögen zu fördern.

    • Danke! Es tut gut, wenn jemand versteht, was man sagen möchte!

    • @ missis.,

      na, das ist ja eine tolle Selbstbeweihräucherung. Oder wo haben Sie das abgeschrieben. Mal schaun, ob ich das auch hinbekomme.

      Wir wissen, wie Sie arbeiten und das ist leider viel zu oft nicht erfolgreich (siehe IQB-Studie). Verlogenes Differenzierungschaos sich weitgehend selbst überlassener Grundschulkinder ist Quatsch. Das führt zu vielen Frustrationen und wenigen Erfolgen (siehe IQB-Studie). Die Kinder lernen von allem ein wenig und nichts richtig. Die leuchtenden Augen meiner Schüler (aller!), wenn wir gemeinsam etwas geschafft haben, ohne dass sich jemand abgehängt fühlt und ohne dass sich jemand langweilte, entschädigt für die ganzen unsachlichen Stiche selbstverliebter und uneinsichtiger “Oberlehrernaturen”.

      Zum Glück gab und gibt es in den Grundschulen nicht nur den einen Weg und überall noch genügend Lehrer, die die Kinder nicht sich selbst und irgendwelchen Alibi-Einzelförderungen überlassen, sonden allen etwas beibringen und gemeinsam voranschreiten wollen und darauf achten, dass das auch wirklich passiert. Jeder nach seinen Möglichkeiten, aber eben doch GEMEINSAM !!!

      • PS: Übrigens weiß ich gar nicht, wo ich so getan habe, als würde djungo meinen Aussagen zustimmen? Wieder behaupten Sie etwas, was sachlich falsch ist und ich müsste nun zum x-ten Male richtigstellen, was ich tatsächlich gesagt habe. Mach ich aber nicht. Spielen Sie dieses Spiel mit jemand anderem.

        Ist das eigentlich Methode? Na, dann ist wohl die missis., die andere immer gerne als Troll bezeichnet, wohl doch selbst das beste Paradebeispiel für einen Troll.

        (Sie wissen ja, wer im Glashaus sitzt … ) 😉

      • Wie kommt es eigentlich, dass der “Einheitsbrei”, der ja Quatsch sein soll, dazu führte, dass ostdeutsche Kinder zu Wendezeiten bessere Leistungen aufwiesen als westdeutsche. Wie erklären Sie sich das und uns?

        ZITAT (Axel):
        “In der DDR gab es ein einheitliches Fibelwerk, welches in Silben gegliedert und stark strukturiert im Aufbau war. Unmittelbar nach der Wiedervereinigung schnitten die Ostdeutschen Schüler deutlich besser ab als die im Westen. Die RErgebnisse glichen sich aber in den Folgejahren durch die Umstellung der Methodik einanderan.”

      • Das können aber nur Klassen ohne Inklusions- und Flüchtlingskinder sein und ohne Kinder mit festgestellten Förderbedarf! Oder sie bringen Kindern mit dem Förderbedarf Lernen alle Bereiche der Mathematik näher und wie Flüchtlingskindern mit wenigen oder gar keinen Deutschkenntnissen das Aufsatzschreiben bei? Gibt es die in Ihrer Klasse nicht oder sitzen die mit Materialien herum, mit denen sie nichts anfangen können und die sie auf ihrem Niveau nicht ein Stück weiterbringen und zusätzlich noch frustrieren, da kein Erfolg möglich?

      • @sofawolf
        Könnten Sie bitte mal aufhören Mississippi hier derart arrogant zu beschimpfen!!!!

        Wie Sie arbeiten, weiß hier ja keiner, Sie weigern sich ja, irgendetwas von sich zu berichten. Stattdessen beschimpfen Sie hier die Anderen. Was soll das?

  16. Ich sags doch die Politiker solden sich um daskümmern was sie können und nicht ständig was änder. Nach jered Studie oder Erhebung an der Schulen die nicht so ausfällt was man die ganze Zeit in Deutschland gewohnt war kommt doch Prommt eien änderung, von der Politik.
    Wenn es an den Eltern liegt vrauchen wir mehr ganztags Schulen haben aber dafür zu wenig Leher
    Oder es liegt an den Lehren die falsch unterichten.
    alo brauchen wir eine neue herangehensweise bis die Greift ist das Schuljahr rum.
    Es ist und bleibt bei allen Beteiligten Lehren ,Eltern jedes mahl ein bischen mehr frust zurück und der auch bei den Kindern irgentwann zu spüren ist. Meiner Meinung nach verlieren wir Jedes Jahr mehr Kinder und Jugendliche durch Schulfrust. und das kann nicht im sinne das erfinders sein

  17. Es kann ja wohl nicht darum gehen, wer was “haben will”, sondern ausschließlich darum, welche Form der Sprachdidaktik dem Erwerb der deutschen Schriftsprache angemessen ist. Eine Methode, die ausschließlich auf Lautieren (das muss man auch erstmal können!) und dann noch nach ANLAUTtabelle basiert, vermag dies nicht, weil das Deutsche (etwas im Gegensatz zum Spanischen und Türkischen) keine eineindeutige Phonem-Graphem-Beziehung besitzt.

    • Es geht ja gerade darum, das Lautieren in den Blick zu nehmen. Wie will man denn Schreiben lernen, wenn man nicht Lautieren kann – ob mit oder ohne Anlauttabelle? Sollten Sie je eine erste Klasse unterrichten und das Lesen und Schreiben unter Vermeidung von Lauten vermitteln, laden Sie mich bitte ein, damit ich hospitieren kann. Mich interessieren auch außergewöhnliche, neue Ansätze.

      Aber, ich stimme zu, es kann nicht darum gehen, wer was “haben will”, sondern darum, dass studierte Fachleute unterschiedliche Methoden zur Vermittlung auswählen, mit denen die SuS der betreffenden heterogenen Lerngruppe die Inhalte erlernen kann, selbst wenn es keine Förderung und keine 1:1-Betreuung gibt.

    • Katha, Palim

      Die deutsche Sprache setzt sich nicht aus einer Aneinanderreihung von Lauten zusammen, sondern aus Silben, in denen die Stellung des Vokals je nach Position in der Silbe, diesem einem jeweils anderen Klang vermittelt.
      Wer verschleift schon beim Erlesen Vokale und Presslaute,Hauuchlaute ,Zischlaute und ähnliches jedes mal von neuem. Silben wiederholen sich und daher eignen sich diese auch sehr gut zum Erlernen des automatisierten Erlernen des Lesens und Schreibens, und diese werden entsprechend in der Hörrinde, der Sehrinde und im Cortex für Bewegungsabläufe beim Erlernen einer verbundenen Schreibschrift abgespeichert, miteinander verknüpft und als Teil eines Lernprogrammes im Langzeitgedächtnis (Reaktionszeit 700 ms) hinterlegt.
      Wenn es nicht gelingt diese als ganzes im Langzeitgedächtnis zu hinterlegen, so ist man gezwungen permanent mit dem Arbeitsspeicher Wörter zu dechiffrieren und kann daher nur sehr langsam lesen (Arbeitsspeicher 1200 -1700 ms) und hat auch nicht die Möglichkeit bei größeren Textabschnitten sich auf den Inhalt eines Textes zu konzentrieren, diesen Sinn entnehmend zu erfassen.
      Natürlich muss man am Anfang auch die verschiedenen Abarten der Grapheme kennen, wie Kurzvokale, Langvokale, und den Schwalaut-e gesprochen etwa wie ä oder von Kindern falsch als a, bei Messa vertont.

      Erste durch silbische Gliederung im Schriftbild wird dem Leser der Schrift ermöglicht diese zu erlesen. Die Anleitung durch den Lehrer besteht aber auch darin zu zeigen, wie man diese silbische Gliederung erkennt.
      Ein Mittel ist die sogenannte karolingische Minuskel, eine Erfindung unserer Vorfahren die kleinen Buchstaben einzuführen und die kleingeschriebenen Konsonanten als Silbenränder beim Lesen
      zu benutzen. Diese Ränder sind b,d,f.g.j.k.l.p und das t und bilden die Ränder der Silben. Erkennbar wird es in alten Wörtern. Har ke, schrei ten,
      Betten,Ga bel . Eine Leseerleichterung ergibt sich bei zusammengesetzten Wörtern.
      Es geht im Endeffekt im Anfangsunterricht um eine gezielte Anleitung der Schüler durch den Lehrer beim Erlernen des Lesens und Schreibens.Diese Lernarbeit gelingt mit dessen gezielter Förderung sehr viel effektiver und schneller als nach der Methode von Frau Spitta und von Herrn Brügelmann.

      • Das klingt für mich als Laien glaubwürdig. Ich denke, etwa so habe ich auch mal in der 1. Klasse Lesen und Schreiben gelernt. Die Silbentrennung beim “Zeilenumbruch” ist ja auch Teil davon (damals: trenne nie “st”, denn es tut ihm weh).

        • Warum sollte man die in Silben gegliederte Abspeicherung der Sprache bei der Übersetzung dieser in das Schriftsystem aufgeben und in auflaufkehrende Methoden umsteigen.Das verlangsamt doch die Automatisierung im Schriftsprach- und im Leseerwerb.Die Methoden passen nicht direkt ineinander,und jedes Mal hakt es in der flüssigen Übersetzung.

          • auflautierende Methoden

          • Allerdings ist die Silbentrennung z.B. im Englischen recht merkwürdig. Es heißt “equi-val-ent”, obwohl ich das nie anders als “equi-va-lent” gehört habe. Es heißt auch “er-go-nom-ics” und “gen-era-tion” (lt. Oxford Dictionary von 1993).

          • Im Deutschen trennt man im Prinzip nach Sprechsilben. D.h., dass nicht unbedingt Wortstamm und Endung voneinander getrennt werden. Z.B. Hei-zung (Wortstamm: heiz), im Prinzip kommt immer ein Konsonant auf die neue Silbe, wenn man an die Silbengrenze kommt, allerdings bleiben ch, ck, sch zusammen.
            Im Englischen können Wortstamm und Endungen voneinander getrennt werden wie die oberen Beispiele ganz gut zeigen. (Es gibt natürlich auch Ausnahmen.)

          • Aber auch die englischen Kinder sollen ja irgendwie Rechtschreibung lernen. Wie geht das?
            Im Deutschen ist (oder war) also “st” die einzige Ausnahme? In der Druckschrift haben wir ja noch die Ligatur, die manches andeutet, etwa bei “f” mit “l” bzw. “fl”: “Kauf-leute” und “Auf-leger” ohne, aber “In-flation” und “ab-flachen” mit. Das fällt den meisten Leuten beim Lesen gar nicht auf, aber es soll ja wohl die Silbentrennung unterstützen.

          • Es gibt schon ein paar Trennungsregeln.
            Es gibt im Deutschen die Regel, dass Vorsilben abgetrennt werden und zusammengesetzte Wörter zuerst einmal an der Stelle der Zusammensetzung getrennt werden. Beispiele: ab – fliegen, zu- stellen usw.
            Danach kommt eben diese Konsonantenbestimmung, wenn man Zweifel hat, wo die Silbengrenze ist. Zudem gibt es offene und geschlossene Silben.

        • ysnp: Leuchtet mir alles ein, ich widerspreche auch nicht. aber mir scheint, dass das nicht mehr in modernen Lehrplänen drinsteht. Hier z.B. für Berlin/Brandenburg (Klassen 1-10) scheint das Wort “Silbe” oder auch die “Silbentrennung” gar nicht mehr vorzukommen:

          http://bildungsserver.berlin-brandenburg.de/fileadmin/bbb/unterricht/rahmenlehrplaene/Rahmenlehrplanprojekt/amtliche_Fassung/Teil_C_Deutsch_2015_11_10_WEB.pdf

          Aber man soll “Rechtschreibstrategien nutzen” und “zielgerichtet und adressatenbezogen eigene Schreibprozesse planen und reflektieren.”

          • Die Silben werden schon erwähnt – man muss ein bisschen suchen – die Silbentrennung finden Sie in Ihrem Link auf S. 41.
            Bei uns ist das silbische Prinzip explizit im Lehrplan Grundschule verankert inklusive Silbentrennung.
            Das silbische Prinizp ist in der Grundschule der Weg, den man wieder verstärkt als Rechtschreibstrategie nutzt.

          • Naja, erst 40 Seiten Kompetenzen, Standards und Inhalte, und dann ganz hinten kurz sogenannte “Wissensbestände”, die zu dem Vorherigen gar nicht zu passen scheinen. Da stehen Silben, aber ich fürchte, solch altmodische Regeln gehen in dem Wust des vorherigen unter. Wo soll das denn in Stufe C und in 3.1, 3.2, 3.3 gemacht werden? Nichts deutet darauf hin. Das Wichtigste sind heutzutage doch die Kompetenzen, und da steht nichts von Silben.
            Das ist wie mit dem kleinen 1×1: Es steht irgendwo drin und wird doch nicht konsequent behandelt.

          • Ich weiß nicht, ob Sie mit einem kompetenzorientierten Lehrplan arbeiten. Die im Lehrplan verankerten Inhalte sind genauso verpflichtend. Die beiden bilden sozusagen ein Tandem. In meinem BL ist der Lehrplan etwas anders gegliedert; die Inhalte vielleicht besser herausgearbeitet. Da stehen die Kompetenzen, die aber schon ihren Schwerpunkt im Fachbereich an sich haben und denen werden dann Inhalte zugeordnet. Manche Kompetenzen sind auch einmal übergreifender als die Inhalte; die Inhalte oft konkreter.
            Es wird ja immer über den kompetenzorientierten Lehrplan geschimpft. Ich kann nur von meinen Erfahrungen her sagen, dass sich von der Inhaltsorientierung so viel nicht geändert hat. Stoff muss muss genauso viel (Grundschule) vermittelt werden. Es haben sich nur leichte Verschiebungen in den Inhalten ergeben. Kompetenzorientiertheit heißt auch, dass im Lehrplan beschrieben wird, welche Methoden zum Einsatz kommen sollen. (z.B. recherchieren, Vortrag halten, Maltechniken, Lerntechniken usw.) So ist es zumindest in meinem Bundesland.

          • Ysnp,Cavalieri

            Im englischen ist die Graphem-Phonem-Beziehung noch sehr viel komplizierter.Da verändert sich sogar der Londoner in Abhängigkeit vom begleitenden Vokal. Zum Beispiel cell und Fall, why und empty etc.Da kommt man mit Anlaut-Tabellen überhaupt nicht zurück,eher mit schreib ähnlichen Wörtern.

          • Das sollte Laut und nicht Londoner heißen.

          • Also wie lernen dann die englischen Kinder wohl lesen und schreiben? Die französischen scheinen es auch nicht ganz leicht zu haben.

          • Palim
            Zuerst entwickelten sich die deutsche Sprache mit ihren verschiedenen Dialekten.Erst mit der Übersetzung der Bibel und der Erfindung des Buchdrucks durch Guthenberg breitete sich die deutsche Schrift aus und entwickelte sich eine Orthographie unter Luthers Schreibweise,sowie Lehrern wie
            Valentin Ickelsamer.
            Die Schrift enthält Anweisungen an Leser,wie er diese zu lesen hat.

          • Es sollte Konsonant und cell und call heißen.
            Die wundern sich über uns,sagte mir mein Sohn,der in Frankreich studierte.Allerdigs haben die ohne eine Anwendung einer Systematik im Schriftspracherwerb
            ziemliche Probleme .

          • Palim
            Es fällt dem Gehirn wesentlich einfacher etwas zu lernen, wenn die phonetische und die schriftliche Zuordnung 1 zu 1 ist und sich nicht ständig ändert.Silben sind stabil und klingen immer gleich.Sie werden ebenso wie Biuchstabenlaute im Langzeitgedächtnis hinterlegt.
            Die Automatisierung findet schneller statt und man tut etwas für den Sprachaufbau.

      • Für mich werden Silben aus Lauten gebildet.
        Diese Laute werden durch Schriftzeichen abgebildet, sonst hätten sich ja stattdessen Schriftzeichen für einzelne Silben entwickeln können, dann sähe ma ganz anders aus als mi und am nicht wie im. Dass es dabei keine 1:1-Zuordnung gibt, liegt an der Entwicklung der Schrift wie der Sprache.

        Letztlich muss man den Kindern am Anfang vermitteln, dass die Schriftzeichen wiedergeben, was gesprochen wird, und umgekehrt. Genau dazu dient ja die Vermittlund der Phonem-Graphem-Korrespondenz. Ohne diese Erkenntnis wird Lesen nicht gelingen. Und ohne das Zusammenschleifen zweier Buchstaben zu einer Silbe eben auch nicht. Um den Zusammenhang zwischen Buchstabe und gesprochenem Wort zu erläutern, bedient man sich u.a. der Anlaute – man bringt Kinder dazu, Wörter auf lautlicher Ebene miteinander zu vergleichen und zu überlegen, welche Wörter mit dem gleichen Laut beginnen. Dabei kommen auch Unterschiede zur Sprache, denn nicht jedes A klingt gleich. Das berücksichtigen aber auch Anlauttabellen.

        Für SuS am Anfang der Schule ist liegt eine der Hürden darin, dass sie nicht auf lautlicher Ebene denken. Schrift ist ein Symbol, ein Konstrukt, das sie so noch nicht kennen. Ein langes Wort ist für sie eines, das inhaltlich etwas Langes ausdrückt. Für Kinder sind Krokodil und Turm lang, Ameise und Floh klein, weil sie an den Gegenstand denken.
        Dass es bei Wörtern um viele Silben und Laute geht, ist den Kindern zu Beginn gar nicht verständlich. Ähnliches gibt es in Mathe auch (Invarianz der Menge), ein Verständnis, das sich erst mit dem Umgang mit Zählen, Zahlen, Ziffern entwickeln muss.

        Hinzu kommt: wenn man ein vollständig unbekanntes Wort vor sich hat, versucht man, Buchstaben für Buchstaben aneinander zu binden, bis man (erst DANACH!), Silben oder Wortstämme erkennt. Das gilt z.B. für Inhaltsstoffe in Lebensmitteln oder Medikamenten. Teilt man das Wort flasch ein, kommt es zu Blumento-Pferden u.a. (dazu gibt es ein Forum bei 4teachers).

        Die Silben und Wortstämme erschließen sich erst, wenn man das Wort spricht oder wenn man genügend Wissen um die Wörter hat. Erstklässler müssen also zum einen erlernen, die Schriftzeichen in Laute umzusetzen, zum anderen, dass diese Lautierungen einen Wortsinn ergeben. Deshalb ist es sinnvoller mit konkreten, bekannten Wörtern zu arbeiten und es kommt zu Misverständnissen oder Lesefehlern, wenn Wörter unbekannt sind (ähnlich der falsch verstandener Liedzeilen, in “Der weiße Nebel Wumbaba” für viele verständlich dargelegt).
        Gleiche Lesefehler entstehen, wenn Bilder auf dem Blatt sind und die Kinder nicht mehr genau auf den Text achten, sondern lesen bzw. raten, was sie erwarten. Darum wird ein Gespenst häufig zu einem Geist. Lesen hat auch etwas mit Antizipation zu tun. Deshalb lenken Bilder ggf. ab, dies hat aber NICHTS mit der Anlauttabelle an sich zu tun, die in ganz anderen Zusammenhängen eingesetzt wird.
        Durch die Wort-Bild-Zuordnung erfahren Kinder aber wiederum die Zuordnung von Schrift als Symbol und deren Bedeutung … und tatsächlich können Kinder, wenn sie das verstanden haben, Wort-Bild-Zuordnungsaufgaben selbstständig erledigen, während das Lesen einzelner Silben immer eine 1:1-Betreuung braucht, um ein Korrektiv zu geben.

        Farbig markierte Silben im Text können für Leser eine Hilfe sein, da man zunächst nur 2 Buchstaben aneinander basteln muss, statt viele Buchstaben aneinander zu reihen, ohne einen Überblick über das Wort zu erlangen. Anschließend baut man Silbe und Silbe zum Wort zusammen. Diese Unterstützung ist für viele Kinder zu Beginn eine Hilfe. Gleiches kann man sich zu Beginn beim Schreiben zu Nutze machen, indem man Wörter in Silben segmentiert (was viele Kinder auch erst lernen müssen) und dann Wörter Silbe für Silbe schreibt, Li-mo-na-de schreibt sich einfacher als Limonade.
        Aber zu meinen, SuS lernen alle möglichen Silben auswendig und lernen allein darüber lesen, und womöglich erst, wenn sie alle diese Silben kennen, schreiben, halte ich für zu einseitig.

        • Das Kinder Anlaute im Langzeitgedächtnis hinterlegen müssen um das Lesen zu erlernen bestreitet niemand.
          Deshalb wird beim Intra-AKT-Plus-Konzept und im Kieler Lese-Aufbau die direkte Buchstaben und die Laut-Beziehung mit eintrainiert.
          Es ist für diese Abspeicherung der Phonem-Graphem-Beziehung im Sprachspeicher gar keine Verbindung zum Bedeutungsspeicher nötig,
          damit man sich das automatisierte Lesen beibringt.
          Durch das weitere Üben des Lesens wird eine weitere Abspeicherung im Langzeitgedächtnis möglich,aber alles erfolgt unter Vermittlung des Arbeitsspeichers. Die Sinn-Bedeutung entnehmen Kinder selber mit Hilfe des Arbeitsspeichers, der ca.sieben Inhalte nacheinander bearbeiten kann.
          Die Trennung der Wörter in Silben, ihre unterschiedliche farbliche Kennzeichnung und die Kennzeichnung der Silben durch die kleinen Konsonanten sind in der Tat eine wichtige Lesehilfe.
          Aber auch beim Schreiben wird es einfacher, da man sich nur auf einen
          (o per)bis maximal ( Schan de )fünf Buchstaben konzentrieren muss.
          Wenn man dann immer die Endsilbe oder die Anfangssilbe vorgibt, kann man Automatisierungen noch besser einüben ohne stur zu wiederholen, oder man tauscht Silben gegeneinander aus.
          Zum Beispiel: rei-, schrei-,wei-, war-, ten
          bie , -gen, -ten etc.

          • “Das Kinder Anlaute im Langzeitgedächtnis hinterlegen müssen um das Lesen zu erlernen bestreitet niemand.”
            Wenn man Lesen lernen will, ohne zu lautieren, kommt es dem gleich, und wenn man A,Be,Ce-Lieder vorweg lernt, macht es das Lesen ebenfalls nicht leichter.

            Ansonsten bleibe ich bei Bildern von speziell gewähltem Wortmaterial und lege sie in die Mitte, wir sprechen darüber, welches Wort mit A wie Affe beginnt oder ein a enthält. Bei meinen Bilderkarten ist hinten das Wort aufgedruckt, sodass man im Schriftbild einen Beweis finden kann.

            “Es ist…gar keine Verbindung zum Bedeutungsspeicher nötig”
            Mag sein. Aber es ist notwendig mit Kindern eine Meta-Ebene zur Sprache zu entwickeln. Dies geht über Bilder und bekannte Begriffe sehr viel einfacher, zudem motivierender und handlungsorientierter.

            “Die Sinn-Bedeutung entnehmen Kinder selber mit Hilfe des Arbeitsspeichers,”
            Ich verstehe Sie immer so, dass sie einzelne Silben üben. Das hat mit Bedeutung nichts zu tun. Ich kenne genügend Kinder, die zunächst die Technik des Lesens (als Lautproduktion) erlernen, nicht aber die Sinnhaftigkeit der Wörter. Deshalb stelle ich möglichst früh auch Aufgaben, bei denen Wort und Bedeutung zugeordnet werden müssen.

            “Die Trennung der Wörter in Silben, ihre unterschiedliche farbliche Kennzeichnung und die Kennzeichnung der Silben durch die kleinen Konsonanten sind in der Tat eine wichtige Lesehilfe.
            Aber auch beim Schreiben wird es einfacher, da man sich nur auf einen (o per)bis maximal ( Schan de )fünf Buchstaben konzentrieren muss.”
            Stimmt. Mache ich auch so.
            Mit diesen Tipps ist es Kindern noch viel schneller möglich, selbst Wörter oder Texte eigenständig zu verfassen.
            Und man sieht sofort, wer das Prinzip verstanden hat und wer nicht. Da sind wir auch wieder bei Schreibentwicklungsstufen, die Sie ablehnen, die aber m.M.n. eine gute Kategorisierung bei der Diagnose bieten – sodass sich entsprechende Förderung anschließt.

      • Ich habe nie behauptet, dass die deutsche Sprache aus einer (beliebigen) Aneinanderreihung von Lauten bestünde (@ Axel) und bin ebenfalls Verfechterin der silbenanalytischen Methode – diese impliziert aber natürlich NICHT, dass man dabei nichts über die Graphem-Phonem-Relation lernt (@Palim).

        • Katha
          Das konnte ich mir auch nicht denken, nachdem Sie schrieben,dass Sie nach der silbenanalytischen Methode arbeiten.

          • Das hatte ich oben nicht geschrieben (und eigentlich nirgends), weil es auch nicht stimmt (ich befürworte sie, arbeite aber nicht damit, weil ich nicht in der GS bin, sondern als historische Linguistin an der Uni und am Gymnasium), mich aber dennoch sehr gewundert, Adressat Ihrer Erläuterungen diesbezüglich zu sein. 😉

  18. Die Silhouette Trennung nach Silben ermöglicht es auch die kurzen und die langen Vokale zu üben.Arbeitet man mit der Anlaut-Tabelle zum Lesen,so werden nur die langen Vokale trainiert.Dann wird der Schwalm-Auto-ende Inder Endsilbe wie das er in Kaffee,Tee und Der gesprochen, gegen die sprachliche Regel.

    • Silbierte

    • Schwalm-Auto-ende
      Das Handy nervt.

    • Sie sollten sich eine Anlauttabelle ansehen. Sie hat immer verschiedene Bilder für die unterschiedlichen Vokallängen.
      Es stimmt einfach nicht, dass lediglich die langen Vokale trainiert würden.

      • Und ich sollte lernen mit dem Handy umzugehen.Ich habe mir die von Ickelsamer mit den Tierlauten (1527) und von Peter Jordan (1533) angesehen.Aus historischer. Sicht war es damals indiziert damals damit zu arbeiten,da es kaum Lehrer gab und als Teil der reformierten Christen auch in Bibel lesen wollte .Wegen der schwierigen Phonem-Graphem-Beziehung und der zunehmenden Verbreitung von Schulen verließ man diese Autodidaktik.

      • Anlauttabellen nach Reichen haben Bilder für Kurz- und Langvokale, ja. Aber diese entsprechen nicht der Graphem-Phonem-Relation anderswo als im Anlaut (z.B. das bereits erwähnte Schwa in Nebensilben – es handelt sich dabei um einen anderen Laut als das kurze /e/ wie in “Ente”; das i: wird im Wortinnern so gut wie nie so geschrieben wie man nach Anlauttabellen meinen könnte etc.).

        • Palim
          Natürlich kenne ich auch die AnlauT-Tabellen der Rechtschreibwerkstatt von Norbert Sommer-Stumpenhorst, aber auch vom ABC der Tiere.
          Beim ABC der Tiere dienen diese als Merkhilfen der Buchstaben.

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