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Brandenburgs Ja zu “A13 für alle” bringt Berlin in die Bredouille: Gibt’s jetzt ein Wettbieten der Länder um Grundschullehrer?

BERLIN. Entwickelt sich der Mangel an Grundschullehrern in Deutschland zu einem Wettbieten der Bundesländer um die besten Konditionen? Nachdem Brandenburg in dieser Woche entschieden hat, Grundschullehrkräfte künftig nach A13/E13 bezahlen zu wollen, zeigt sich Berlin – das bislang lediglich Neueinsteiger in den Beruf entsprechend honoriert – irritiert. „Wir haben da einige Fragen“, so zitiert die „Berliner Zeitung“ die offenbar irritierte Berliner Bildungssenatorin Sandra Scheeres (SPD). Dabei hatte Berlin selbst vor Kurzem die hessische Landesregierung verärgert, weil die Hauptstadt während der Buchmesse am Frankfurter Hauptbahnhof mit einem Riesenplakat um Grundschullehrer geworben hatte.

Kommt jetzt ein Wettbieten der Bundesländer um Grundschullehrkräfte in Schwung? Illustration: Shutterstock

Kommt jetzt ein Wettbieten der Bundesländer um Grundschullehrkräfte in Schwung? Illustration: Shutterstock

Und tatsächlich hatte Berlin im Werben um Grundschullehrkräfte bislang recht gute Karten. Die Bundeshauptstadt bezahlte nämlich als erstes und zunächst einziges Bundesland Grundschullehrkräften A13/E13 – allerdings nur solchen, die nach dem neuen Lehrkräftebildungsgesetz ab August 2014 ihr Referendariat begonnen haben. Altgediente Kollegen sollen dagegen zu Fortbildungen verpflichtet werden, um von der Höhergruppierung zu profitieren. Derzeit stritten Bildungssenatorin Scheeres und der Finanzsenator, ihr Parteifreund Matthias Kollatz-Ahnen, darum, wie umfangreich diese Fortbildungen sein müssen, so berichtet die „Berliner Zeitung“. Die Verhandlungen darüber liefen überaus zäh, weiß der „Tagesspiegel“.

Bildungssenatorin Scheeres im N4t-Interview zum Lehrermangel: „Wir beschönigen die Situation nicht“

Gegenüber News4teachers erklärte Scheeres unlängst: „Mittelfristig werden dann alle Grundschullehrkräfte, die nach altem und die nach neuem Lehrkräftebildungsgesetz studiert haben, nach E13 beziehungsweise nach A13 bezahlt. Das ist zwar für das Land kostspielig, aber für mich gerechtfertigt und eine sehr gute Nachricht.“  Aber eben nur mittelfristig. Die Crux: Brandenburg ist schneller – und will sofort (heißt: ab dem 1. Januar) auch langjährigen Grundschullehrkräften A13/E13 zahlen. Und zwar ohne weitere Fortbildungen. Schlechter gestellt werden nur Kollegen mit einer Lehrbefähigung nach dem Recht der ehemaligen DDR, die in der Besoldungsgruppe A 11 eingruppiert; sie sollen bis 2020 in zwei Schritten auf A13 klettern.

Von Berlin aus ins Umland

Für Berlin ist diese neue Konkurrenz fatal – können Berliner Lehrkräfte doch problemlos im Nachbarland arbeiten, ohne dafür umziehen zu müssen. Und plötzlich kommt Bewegung in die eigentlich erst in fünf Jahren geplante Höhergruppierung erfahrener Grundschullehrerinnen und -lehrer. „Die Finanzverwaltung muss darlegen, warum eine solche Regelung in Berlin nicht möglich sein sollte“, sagte Scheeres (SPD) laut „Tagesspiegel“ am Donnerstag im Bildungsausschuss mit Blick auf Brandenburg. Dies müsse schnell geklärt werden, damit das dafür nötige Geld im Haushalt berücksichtigt werden könnte.

Durchbruch in Brandenburg: Grundschullehrer bekommen A13 (ein Gutteil allerdings erst ab 2020)

Das hessische Kultusministerium hatte im Oktober verstimmt auf eine Lehrkräftekampagne des Berliner Senats in Frankfurt am Main reagiert. Der Anlass: Am Frankfurter Hauptbahnhof war während der Buchmesse eine Werbetafel aufgestellt worden, die sich an Lehrer und Erzieher wandte und die Aufschrift trug: „Du hast unseren Kindern gerade noch gefehlt. Einsteigen. Hier geht es nach Berlin.“ Potsdam ist um die Ecke. bibo / Agentur für Bildungsjournalismus

56 Kommentare

  1. Da kommt doch mal Bewegung in die Sache, endlich!!!

    Zitat “Die Finanzverwaltung muss darlegen, warum eine solche Regelung in Berlin nicht möglich sein sollte“

    Das ist überall möglich, es scheitert lediglich am politischen Willen. Es ist doch soooo schön, dass die Grundschullehrer die meisten Stunden unterrichten fürs wenigste Geld. Da kann mann die verfassungsgemäße Besoldung doch noch ein bißchen aussitzen ….

    Dieser unhaltbare Zustand gerät ja nun Gott sei Dank so langsam ins Wanken!

    Herzlichen Glückwunsch schon mal an die Brandenburger Kolleginnen!

    • “Das ist überall möglich, es scheitert lediglich am politischen Willen.”
      “Da kann mann die verfassungsgemäße Besoldung doch noch ein bißchen aussitzen ….”

      Was soll bitte die verfassungsgemäße Besoldung der an einer PH oder sonst mit Kurzstudiengängen ausgebildeten Grundschullehrer sein? Und es scheitert nicht am Willen, sondern auch am Geld. Beamtenbesoldung “auf Kredit”, das gibt’s in Griechenland schon genug. Das Problem ist einfach das Verhältnis von Zahl und Besoldung: Wenn die Bezahlung niedrig ist, dann kann man mehr Lehrer haben und umgekehrt.
      Die europäischen Nachbarländer (außer Schweiz) haben mehr Lehrer pro 1000 Kinder, und sie unterrichten weniger, aber sie werden auch schlechter bezahlt. Nur in der Schweiz sind die Gehälter besonders hoch. Ich weiß das zufällig: Für einen italienisch-sprachigen Gymnasiallehrer im Tessin ist eine Professur in Italien finanziell uninteressant. Der winkt nur ab.

      • Da kann ich wieder nur vorsvhlagen:

        A12 für Gymnasiallehrer! Dann können wir Unmengen neuer Lehrer einstellen!

        • Hier eine Tabelle der Sek-I-Lehrergehälter im Ausland:

          https://www.lehrerfreund.de/schule/1s/lehrergehaelter-vergleich/3221

          Nur Luxemburg und die Schweiz liegen höher als Deutschland, das vielgerühmte Schweden liegt weit hinten.

          • Leben wir im Ausland???

          • Die Gehaltshöhe ist die eine Seite der Medaille. Es fehlt im direkten Vergleich die Angabe zu den Unterrichtsverpflichtungen und die Regeldauer der Ausbildungsgänge/Studiendauer plus Vorbereitungsdienst in den jeweiligen Ländern.

            Ein Vergleich von Jahresgehältern ist sinnbefreit, wenn nicht die Stundenlöhne in Realtion zur Kaufktaft gesetzt werden.

            Ein Traktor auf der Autobahn ist eben schneller als ein Rennwagen auf einem matschigen Feldweg. Nur welchen Schluss soll man daraus ziehen?

          • Es ist schon bitter, dass ein studierter Mensch tatsächlich auf diese Lehrergehaltstabelle verweist! Ich wollte dazu eine Menge schreibe, aber die dickebank hat es schon gemacht.

            Ich versuchs noch mal ganz einfach: Wenn in Bulgarien das Brötchen nur 5 Cent und der Liter Milch 15 Cent kostet und ein Lehrer vielleicht auch eine geringere Ausbildung und/oder Arbeitszeit hat, dann wird er auch weniger verdienen.

          • Ohne die Relation zu den ortsüblichen Gehältern und Lebenshaltungskosten macht die Tabelle keinen Sinn.

            Beispielsweise hat Alice Weidel ihrer Reinigungskraft in der Schweiz 25 € oder SFR pro Stund bezahlt (die Währung weiß ich nicht mehr, ist aber eine ähnliche Größenordnung). Dieser Betrag ist in der Schweiz üblich, in Deutschland ist schon die Hälfte illusorisch. Die Lebenshaltungskosten in der Schweiz sind aber erheblich höher als in Deutschland.

            (Bitte jetzt kein AfD-Fass öffnen, mir ging es nur um die Bezahlung.)

          • dickebank, Küstenfuchs, xxx:

            Das mit den Preisen wird doch in dem angegebenen Link auch thematisiert. Es heißt z.B.:
            “In Dänemark, Großbritannien, Schweden, Frankreich oder Italien sind die Lebenshaltungskosten 10-20% höher als in der BRD, die Lehrergehälter sind jedoch um bis zu 40% niedriger.”

            Für die anderen Länder muss man das erst suchen. Suchet, so werdet ihr finden.

          • Und wie hoch ist jetzt die Unterrichtsverpflichtung, wie lange die Ausbildungszeit und wie viele Fächr bzw. Fakulten müssen die Lehrkräfte in den entsprechenden Ländern mitbringen? Gehört das Erstellen von versetzungsrelevanten Klausuren sowie das Korrigieren zum Arbeitsvertrag oder gibt es zusätzliche Gehaltsbestandteile für das Korrigieren? Müssen Lehrkräfte in anderen Ländern auch Arbeitsmaterialien und ihren Büroarbeitsplatz aus eigenem Erwerbseinkommen finanzieren, oder werden diese Ressourcen vom Arbeitgeber gestellt?

            Um ein Beispiel zu geben:
            Ich erhalte genauso viel Entgelt für bezahlte Mehrarbeit wie ein verbeamteter Kollege. Das sind britto etwa 25,00 Euro. Beim Beamten wird lediglich der individuelle Steuersatz abgezogen, der Beitrag zur privaten Zusatzkrankenversicherung steigt nicht. Bei tarifbeschäftigten Lehrkräften sieht das netto und nach Abzug der Sozialabgaben vollkommen anders aus, dabei werden doch beide Gruppen gleich bezahlt.

            Erhalten Grundschullehrkräfte eine A13-Besoldung, erhöht sich ihr Monatseinkommen, die Unterrichtsverpflichtung ist dennoch fast 20% höher als die eines StR. Lebt der StR z.B. in der Oberpfalz, die GS-Lehrkraft in München, so ergeben sich weitere signifikante Einkommensunterschiede …

      • “Wenn die Bezahlung niedrig ist, dann kann man mehr Lehrer haben und umgekehrt.”

        Das ist grundsätzlich richtig. Personalkosten sind ja immer die höchsten Kosten. Wenn Lehrer also noch teurer werden, dann wird man versuchen, so wenige wie möglich davon “zu benötigen”.

        Heißt, an anderer Stelle wird gespart werden – und nicht nur bei den anderen, Hartz IV oder so, auch bei uns: höheres Stundensoll, weniger Ausgleichsstunden, größere Klassen, mehr Verwaltungsaufgaben (um Sekretärinnen einzusparen) usw. Dann haben wir mehr Geld, aber wir haben es doch nicht; denn wir gehen in Teilzeit, um das alles noch irgendwie zu verkraft oder wir werden dauerkrank und scheiden irgendwann aus oder wir gehen so bald wie möglich in die Pension …

        Naja, hört ja keiner auf mich. 🙂 🙂 🙂

        • Und ewig grüßt das Murmeltier.

          • Gleiches gilt doch dann aber auch für die Anlauttabelle, nicht wahr? *zwinker*

          • Fällt Ihnen nichts eigenes ein?
            Aber schön, dass Ihnen meine Sprüche so gut gefallen, dass Sie sie in Ihr Repertoire übernehmen 🙂

          • Mir fällt hier wohl mehr ein, aber das Zitat stammt aus dem Film “Und ewig grüßt das Murmeltier” aus einem Film mit dem Schauspieler Murray.

        • @sofawolf
          Ich halte es – und da gebe ich Ihrer Bemerkung in so fern Recht – schon für wichtig, dass offengelegt wird, woher das Geld für die höhere Bezahlung kommt.
          Wird der Haushalt anders verteilt, was wird umgeschichtet? Oder steht einfach mehr Geld durch höhere Staatseinnahmen zur Verfügung? Normalerweise sollte der Bildungshaushalt mehr Geld bekommen um die Mehrausgaben abzudecken.
          Wenn man die Staatsausgaben so umschichtet, dass man aus anderen Bereichen, die weniger wichtiger sind – da gibt es einige, von Hochglanzbroschüren angefangen bis hin zur Förderung von Liebhaberprojekten – das Geld nimmt, dann ist das auch in Ordnung.
          Es ist allerdings nicht bewiesen, dass das Geld aus dem Bereich, den Sie schildern, abgezapft wird. Das ist eine reine Mutmaßung. Dass die Klassen größer werden und man mehr belastet ist, ist dem Lehrermangel geschuldet. Selbst in Bayern merken wir das.
          Grundschullehrer – und nicht zu vergessen Hauptschullehrer – zum Spartarif sind im Vergleich zu anderen Schularten eben nicht mehr zu haben.

          • Schön, dass Sie meinen Grundgedanken teilen, dass, wer mehr Geld für seine Klientel fordert, auch sagen soll, woher es kommen soll. Die sprudelnden Steuereinnahmen dürften nicht ausreichen. Die sind ja nun schon dutzendfach verplant.

            Es ist einfach zu sagen, dass Geld aus weniger wichtigen Bereichen umgeschichtet werden kann. Welche Bereiche sind denn weniger wichtig und warum waren sie bis jetzt nicht so unwichtig, dass sie nicht schon sowieso wenig Geld bekamen. Im Umkehrschluss heißt das ja, in diesen (welchen?) Bereichen wurde bis jetzt zu viel Geld ausgegeben. In den letzten Jahrzehnten ist doch aber sowieso schon überall gespart worden?!? Im Polizeidienst wurden 16.000 Stellen eingespart.

            Auch im Bildungswesen (Schule) ist in den letzten Jahrzehnten enorm eingespart worden. Warum? Weil es zuviel oder zuwenig Geld gab? Weil es zu billig oder zu teuer war? Da sind (je nach Bundesland) Weihnachtsgelder, Urlaubsgelder, 13. Monatsgehalt gekürzt oder abgeschafft worden und es sind auch tausende Stellen gestrichen worden (statt sie z.B. zur Senkung der Klassenstärken zu benutzen).

            Und wenn wegen der hohen Personalkosten für Lehrer nicht bei den Lehrern gespart wird, sondern weiterhin / wieder im Polizeidienst oder in der Justiz oder in der Verwaltung oder bei den Sozialausgaben oder im kulturellen Bereich, dann soll ich das positiv finden? Warum? Weil ich eh nie außer Haus gehe, nie zu einer Behörde muss oder mit Theater nichts am Hut habe?!? …

          • Es ist und bleibt für mich Branchenegoismus und keine gemeinwohlorientierte Politik.

          • Natürlich darf nicht in den sensiblen Bereichen gespart werden, da muss genauso Geld in die Hand genommen werden. Ich erinnere an das Schwarzbuch, wo der Bund der Steuerzahler jährlich auflistet, wo es unnötige Ausgaben gab. Ich halte es z.B. für eine Verschwendung, öffentliche Gelder herzunehmen um irgendwelche teuren Skuplturen von irgendwelchen Künstlern aufzustellen. Ich bin jetzt nicht so im Thema drin, aber Experten wissen sicher genug Dinge, wo man Ausgaben kürzen könnte, wo nicht immer der Steuerzahler dafür einstehen muss, Entsorgung von Atommüll (da sollten die Firmen dafür einstehen und nicht der Steuerzahler), weniger Unterstützung durch öffentliche Mittel, wenn ein Manager Banken, Unternehmen an die Wand fährt und weiterhin Boni kassiert, auch Einsparungen bei den Abgeordneten selbst, Besteuerung der Reichen … um querbeet einige Ansätze aufzuzählen.

          • Ich finde erneut gut, dass Sie sich jetzt wenigstens Gedanken machen darum, wo das Geld herkommen soll, dass man mehr haben will. Wir sind beide keine Finanzexperten, deshalb kann ich nur vermuten, dass es den von Ihnen gemachten Vorschlägen nicht getan ist.

            Dass etwas eine Steuerverschwendung war, weiß ja meistens erst hinterher. Man kann keine Gehaltserhöhung darauf gründen, dass man womögliche Steuerverschwendungen vermeiden will. Woher will man vorher wissen, wie viel das ist und dass das jedes Jahr so ist?

            Und dann ist wieder die Frage, warum soll das Mehr-Geld nicht zur Rettung von Kulturdenkmälern ausgegeben werden; nicht für mehr Pflegekräfte in den Seniorenheimen; nicht für eine bessere Infrastruktur; nicht für weniger Zuzahlung bei den Medikamenten; nicht für ein bisschen mehr Hartz IV; nicht für die Senkung der Klassengrößen und für mehr Sicherheit … Warum sollen von diesen Einsparungen einzig und alleine Lehrer etwas haben, die sowieso schon gut verdienen?

            Ich bin da eben doch mehr gemeinwohlorientiert als alleinwohlorientiert, wie Sie wissen. Nicht weil ich denke, Lehrer sollen ruhig schlecht verdienen, sondern weil ich finde, wir verdienen gut !

  2. Berlin kommt gar nicht in die Bredouille, denn wenn die Brandenburger Grundschullehrer A 13 bekommen, aber die Berliner A 13 und sofort Erfahrungsstufe 5, dann bekommen die Berliner, jedenfalls die Neueingestellten, trotzdem wohl einige hundert Euro mehr.

    Naja, ich sehe mal wieder vorher, wenn dann alle A 13 bekommen, dann wohl alle als Nächstes sofort mit Erfahrungsstufe 5 eingestellt werden – von wegen “die Gerechtigkeit”.

    Und das ganze Gezeter beginnt von vorne. OMG. 🙁

  3. Leben wir im Ausland????

    • Wenn in der öffentlichen Diskussion (z.B. im Anschluss an PISA) ständig und penetrant von den angeblich überlegenen Schulsystemen im Ausland die Rede ist, dann darf man die Lehrer nicht einfach aussparen.
      Soweit ich weiß, haben sie meistens weniger Lehrverpflichtung als bei uns, aber dafür ist auch die Bezahlung bescheidener. In Italien hat man darüber hinaus noch fast einen Monat mehr Schulferien (z.B. 3 Monate Sommerferien).
      Die gesamten Randbedingungen des Lehrerdaseins sind schon in Frankreich total anders:

      http://www.goethe.de/ins/fr/lp/prj/tpd/sys/all/leh/deindex.htm

      • Ich weiß nicht, was Gehälter im Ausland mit völlig anderen Bedingungen mit A13 für Grundschullehrer zu tun hat.

        Falls Sie meinen, das wäre ein Argument gegen A13, dann frage ich mal, ob die Lehrer der weiterführenden Schulen im Ausland nicht auch anders verdienen? Ist das für Sie jetzt ein Grund, diese Lehrer bei uns abzustufen ? ??

        Leute, hört doch endlich mal mit dieser Neiddebatte auf. Euch wird nichts weggenommen!!!

        • Natürlich wird etwas weggenommen – der Nimbus der Räte.
          Die StR vergessen nämlich, dass sie zur Grundbesoldung A13 noch die Ratszulage erhalten. Sie haben also bei gleicher Grundbesoldung ein höheres Brutto als Beamte des gehobenen Dienstes im Verzahnungsamt A13. Bei den Länderpolizeien und in der öffentlichen Verwaltung gibt es prozentual einen erheblich höheren Anteil an A13-besoldeten Hauptkommissaren und Oberamtsräten als an Schulen der Primarstufe und der Sekundarstufe I.

          • ???
            Noch nie ist in irgendeinem Gesetzesentwurf oder irgendeiner Vorlage auch nur erwähnt worden, dass sich an der Besoldung der StR irgendetwas ändert.

          • Als ob ein Gesetzentwurf den StR ihren Standesdünkel nehmen könnte …

            Wer einmal die Weihen für den höheren Staatsdienst egal in welcher Fachrichtung erhalten hat, weiß, dass die Menschwerdung erst mit der Besoldungsgruppe A13 nach erfolgreich abgeschlossener zweiter Staatsprüfung beginnt.

        • Emil: Ich sehe nicht, was das, was Sie schreiben, mit dem zu tun haben soll, was ich vorher geschrieben habe.
          Geld und Qualität sind jedenfalls nicht das gleiche. Dazu zitiere ich das hier (aber ich mache mir die dortigen Aussagen deswegen nicht zu eigen, also bitte schimpft nicht auf mich, sondern lieber auf Wößmann):

          http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/wirtschaftspolitik/bildungswirtschaft-mehr-geld-fuer-die-schulen-bringt-wenig-1682588.html

  4. und wozu habe ich mich durch den Mint-Bachelor (Informatik/ Physik) fürs Gymnasium gequält, wenn jetzt die Grundschullehrer mit ihrem Freizeitstudium genau so viel verdienen wie ich? Langfristig wird es dann halt keine Gymnasiallehrer mehr geben, dafür jede Menge Grundschullehrer. Warum so viel Stress für nichts? Im Endeffekt geht es immer um das Geld!

    Für mich ist diese Nachricht übrigens der Auslöser dafür, dass ich jetzt doch ein Angebot der Wirtschaft annehmen werde. Mint-Unterricht gibt es von mir nur noch an teuren Privatschulen, die auch die Lehrkräfte entsprechend bezahlen. Ich pfeife auf den Idealismus, da dieser eh nur dazu dient, die engagierten Lehrer auszubeuten!

    • Ja, ja, das Freizeitstudium der Grundschullehrer… Aber ich vergaß, wir spielen und basteln ja auch nur den ganzen Tag!!
      So langsam bin ich es leid, dass hier immer so getan wird, als wären wir Lehrer zweiter Klasse – obwohl – dem Gehalt nach sind wir es ja auch.

      • “Freizeitstudium der Grundschullehrer…”

        Das ist sicher nicht das richtige Wort. Aber zu Zeiten der PH war es schon so, dass das Studium als solches (nicht der Beruf) zeitlich und inhaltlich weniger anspruchsvoll war. Es gingen Leute an die PH, die sich ein Uni-Studium nicht zutrauten, und es ging schneller. Die Folge-Fakultäten der integrierten PHs haben daran kaum etwas geändert.
        Es war zumindest so ähnlich wie das Verhältnis von FH-Ingenieuren zu TU-Ingenieuren. Das hat sich erst durch Bachelor/Master geändert.
        Ob aber die neuen Bachelor/Master-Lehramtsstudiengänge wirklich gut sind und mehr bewirken als A13 für alle, das darf vorläufig noch dahingestellt sein. Man muss auf die Module schauen, die da zu bearbeiten sind. Der einheitliche Stufenlehrer als “eierlegende Wollmilchsau” mit Inklusionskompetenz kann mich bislang nicht überzeugen.

        • Aber die Lehrkräfte GY/GE sind doch reine Stufenlehrer, genauso wie Lehrkräfte der Primarstufe. An mehreren Schulformen einsetzbar sind doch allenfalls Lehrkräfte mit einem Lehramt für die SekI.

          • wobei gy/ges/bk auch nicht weniger ist als hs/rs/ges. alle gemeinschafts-, sekundar-, sonstwasschulen zähle ich mal zu den gesamtschulen. ohne sek ii zähle ich sie zu den realschulen.

          • Das Wort “Stufenlehrer” bedeutet nach meiner Kenntnis eine einheitliche Lehrerausbildung in einem Bundesland für alle Schulen der Sekundarstufe, also Hauptschulen, Realschulen, Gesamtschulen, Gymnasien. Da ist dann üblicherweise der fachliche Teil größer als bisher bei den Haupt-/Realschullehrern, aber geringer als bisher bei den Gymnasiallehrern. Ob sich dieses Modell bewährt, ist völlig offen. Die ersten fangen gerade an.

          • Aber zu Zeiten extremen Lehrermangels im höheren Dienst an GY sind doch schon immer Lehrkräfte der sekI umworben worden, wenn die Fächer stimmten.

            Schon jetzt beziehen sich alle Lehrämter auf (Jahrgangs-)Stufen, die Primaten halt von Klasse 1 bis 4, die Skundanten von 5 bis 10 und die Räte von 5 bis 12/13. Wobei die Räte – ich sagte es schon häufiger – bei gleichmäßiger Stundenverteilung an einem GY zwei Drittel ihrer Unterrichtstätigkeit ohnehin in der sekI verbringen “müsssen” – also ganz weit ab von wissenschaftlichem Arbeiten.

            Der Unterschied der Gymnasialklassen zu anderen Klassen der SekI in anderen Schulformen ist lediglich der zwischen Marmorsteinbruch und Diabassteinbruch. (Diabas ist härter!)

          • “Ob sich dieses Modell bewährt, ist völlig offen. Die ersten fangen gerade an.”
            Wo gibt es denn solche Studiengänge?

            “Schon jetzt beziehen sich alle Lehrämter auf (Jahrgangs-)Stufen, die Primaten halt von Klasse 1 bis 4, die Skundanten von 5 bis 10 und die Räte von 5 bis 12/13. ”
            Nur, dass es auch LuL mit GHR-Ausbildung gibt – Grund-, Haupt- und Realschule, also Klasse 1-10, nur Sek II fehlt, dafür dürfen sie nun die komplette Inklusion, zuvor FöS (also A13) zusätzlich stemmen.

            Und die SekII-LuL unterrichten doch auch einen Großteil in der Sek I, oder ist es wirklich so, dass Gymnasiallehrer alle mit dem Hauptteil ihrer Stunden generell in der Sek II eingesetzt sind?
            Bei einem Schulformwechsel wirkt es sich sofort auf das Deputat und/oder Gehalt aus, wenn man oberhälftig an der anderen Schulform eingesetzt wird. Am Gym vermutlich nicht.

        • Palim: “Wo gibt es denn solche Studiengänge?”

          Zum Beispiel in Bremen:

          http://www.uni-bremen.de/zfl/studium/lehramtsstudium.html

          • Und in Berlin ist der Bachelor gemeinsam, der Master hat dann kleinere Unterschiede, aber nicht beim Fachstudium:

            http://www.fu-berlin.de/studium/information_a-z/bachelor_lehramtsoption/index.html

            Der Genosse Trend geht eindeutig in Richtung Einheitsschule. Wo man ein Zwei-Säulen-Modell hat, heißt das “Vereinigung der beiden Säulen”. Gehässige Leute sprechen allerdings von der “Abschaffung der Gymnasien”.

          • Wie habe ich eigentlich die Aufteilung in Kern- und Zweitfach zu verstehen? Zu meiner Unizeit musste ich beide Fächer im gleichen Umfang studieren, jetzt ein Fach nur noch zu 2/3? Ein Bachelor an sich ist ja nur Schmalspur oder besseres Grundstudium, zu 2/3 bleibt da nicht mehr viel übrig.

          • Es gab schon immer zwei Systeme: Entweder zwei gleichberechtigte Schulfächer oder ein Haupt- und ein Nebenfach. Manchmal gibt’s auch “Beifächer”, die werden dann noch weniger betrieben. Man reformiert offenbar munter hin und wieder zurück.
            Der Bachelor hat das verschärft: zwei Fächer im Bachelor sind wirklich schwierig unterzubringen, und dann soll er ja auch noch “berufsqualifizierend” sein, so eine der Bedingungen.
            Im benachbarten Ausland hat man auch Ein-Fach-Lehrer, das wäre weniger problematisch. Die könnten einen normalen Bachelor im Fach und einen Master im pädagogischen Bereich machen.

          • @Cavalieri – und hier ist der springende Punkt, der die direkten Vergleiche, z.B. Gehaltsvergleiche, mit Lehrkräften im Ausland ad absurdum führt.

            Die Tasache, dass Lehrkräfte in Deutschland mindestens zwei Fächer erfolgreich studiert haben müssen und zusätzlich ein zweites Staatsexamen erlangen müssen, um überhaupt unterrichten zu dürfen, ist eine Besonderheit des deutschen Beamtenrechtes/Dienstrechtes.

            Die im Zuge des Bologna-Prozesses neugestalteten Studiengänge und die Einführung der abschlüsse Bachelor und Master – auch bei Lehramtsstudiengängen – sind nicht konsequent zu Ende gedacht.

            Allein die Tatsache, dass der regierende Bürgermeister von Berlin davon spricht, dass mehr Studierende “auf Lehramt” studieren, zeigt, dass der Kern des Bologna-Gedankens nicht verstanden worden ist. Die Anbindung der Lehramtsstudiengänge an der Hochschulen ist schlecht geregelt. Hinzu kommt dass die Prüfungsämter für Lehrkräfteselbst nicht an der Hochschule sondern als zentrale Landesbehörden außerhalb der Hochschulen tätig werden.

    • Um es einmal zusammenzufassen: Sie wollen nicht mehr an einem Gymnasium unterrichten, weil nun in einigen Bundesländern Grundschullehrer A13 bekommen, für Sie sich aber nichts geändert hat? Diese Logik muss mir mal jemand erklären!

    • Grundschullehrer

      @ MintHerr: Ihr Kommentar macht mich sprachlos… falls Sie nur wegen des Geldes und des vermeintlich höheren Status’ Gymnasiallehrer werden wollten, sollten Sie sich vielleicht tatsächlich beruflich umorientieren.

    • Und was sollen dann Seiteneinsteiger mit abgeschlossenem Promotionsverfahren zu den Studienräten sagen, dass sie zu Studienzeiten ihren Hobbies nachgegangen seien, während Naturwissenschaftler, Ingenieure, Theologen, Anglisten, Germanisten etc. ein “richtiges” Studium absolviert haben?

  5. Ich frage mich die ganze Zeit, an welcher Schule in welchem BL es möglich ist, dass jemand mit einem MINT-Bachelor LuL sein kann … und ob die Eingruppierung dann auf A12 erfolgt.
    Sollte das tatsächlich an Privatschulen möglich sein?

    Bei den Vertretungskräften an unserer Schule wird jedes Zeugnis und jeder Abschluss genauestens geprüft und die Engruppierung erfolgt entsprechend vorzuweisender Qualifikationen.

    • Das war missverständlich geschrieben. Ich habe ebenfalls den Master abgeschlossen, und beende in einem halben Jahr mein Referendariat. Eine Zusage mit A13 habe ich natürlich auch schon, welche ich aber wie geschrieben nicht annehmen werde.

      Ich schrieb Mint-Bachelor, da dieser die Haupthürde im Mintbereich darstellt. Der Master und auch das Referendariat waren nichts weiter als Fleißarbeit, kaum der Rede wert, im Vergleich zu dem, was wir Mintler im Bachelor durchmachen dürfen. Ich musste in Physik und Informatik zwar weniger Module abschließen, aber bei dem Vorwissen das wie selbstverständlich vorausgesetzt wurde, um diese Module zu bestehen, hätte ich die restlichen Module der reinen Informatiker und Physiker auch erfolgreich ablegen können. Es hat schon seinen Grund, warum es einen chronischen Mangel an Mintler gab und immer geben wird. Zwei Mint-Fächer zu studieren sind definitiv schwieriger, als sich auf eins zu konzentrieren (zu dürfen).

      Dass diese Leistung jetzt mit Grundschullehrern gleichgesetzt wird, ist für mich wie eine persönliche Beleidigung! Es war ja schon schlimm genug, dass die angehenden Sport und Deutsch-Lehrer gleichgestellt waren, aber immerhin waren diese ebenfalls auf einer Universität; dass jetzt aber Lehrer, welche auf “Akademien” und ähnlichem eher eine Ausbildung als ein Studium absolviert haben, finanziell mir gleichgestellt sind, das ist schlicht nicht hinnehmbar. So wird man den Mintler-Mangel nur noch verschärfen!

      • ZITAT: “Dass diese Leistung jetzt mit Grundschullehrern gleichgesetzt wird, ist für mich wie eine persönliche Beleidigung! Es war ja schon schlimm genug, dass die angehenden Sport und Deutsch-Lehrer gleichgestellt waren, aber immerhin waren diese ebenfalls auf einer Universität; dass jetzt aber Lehrer, welche auf “Akademien” und ähnlichem eher eine Ausbildung als ein Studium absolviert haben, finanziell mir gleichgestellt sind, das ist schlicht nicht hinnehmbar. So wird man den Mintler-Mangel nur noch verschärfen!”

        Hab ich doch gesagt. So wird das gesehen werden. Die Politiker, die auf GEW und VBE hörten, werden sich noch umgucken. Eine neue Gehaltsdebatte wird entstehen. Und das wird teuer werden.

      • “Es war ja schon schlimm genug, dass die angehenden Sport und Deutsch-Lehrer gleichgestellt waren, aber immerhin waren diese ebenfalls auf einer Universität; dass jetzt aber Lehrer, welche auf “Akademien” und ähnlichem eher eine Ausbildung als ein Studium absolviert haben…”
        Ich weiß ja nicht, auf welchem abgeschirmten Uni-Gelände ihre MINT-Fakultät lag und wo Sie Ihr Ref absolvieren. An meiner Universität waren die MINTler auch ausgegliedert, samt eigener Mensa. Da hat man mit den anderen Studierenden wenig Kontakt und bekommt womöglich den Rest der Welt nicht zu sehen.

        Wer sich hier “beleidigt” fühlen sollte, wird wohl jeder für sich beurteilen müssen.

        Machen Sie erst mal Ihr Ref fertig… dann können Sie sich weiter umsehen in der Schullandschaft oder sonst wo und eigene Erfahrungen sammeln, die Ihren Horizont sprengen.

      • mintherr
        sehen sie es positiv. nach einem jahr vollzeitkorrektur haben sie das anspruchsvolle studium im vergleich zu den geistes- und sprachlehrern wieder raus.

  6. zu @ MintHerr,

    ich teile ja nun nicht unbedingt die Meinung von @ MintHerr, aber ich habe ja gesagt, dass viele Gymnasiallehrer es wiederum als ungerecht empfinden werden, wenn man als Gym-Lehrer genauso viel verdient wie als Grundschullehrer. Gym-Lehrer sehen da eben doch eine deutliche inhaltliche Differenz im Aufwand zwischen dem, was sie lernten und nun unterrichten und dem, was GS-Lehrer lernen und unterrichten. Klar, dass die GS-Lehrer das bestreiten. Es ist ja ihr Hauptargument für A 13 für alle (also fast alle zumindest), aber ebenso klar ist, dass Gym-Lehrer das auch bestreiten. Gibt es eine objektive Einschätzung? Ja, die vielzitierte GEW-Studie, aber die wird dann von den GS-Lehrern natürlich nicht anerkannt, während sie der GEW wieder gerne darin folgen, wenn die von gleichem Lohn für gleiche Arbeit reden (obwohl die Arbeit ja gar nicht gleich ist).

    Dann wird wieder gerne eingeworfen, dass Lehrer nicht nach Aufwand und Einsatz bezahlt werden, sondern einfach nur nach Studiendauer und Studienabschluss. Nur warum bekommen sie dann in unterschiedlichen Bundesländern unterschiedliches Gehalt (die Kollegen in Berlin z.B. demnächst 5300,- Euro brutto)? Von Kollegen an Privatschulen reden wir mal lieber gar nicht erst. Und warum sollen Lehrer an Brennpunktschulen eine Zulage von 300,- Euro bekommen, die ich ihnen von Herzem gönne, die ihnen aber nichts leichter macht in ihrem Job? Also ja doch nicht gleicher Lohn für gleiche Arbeit.

    Ich habe immer gesagt, das ist eine Schimäre. Anderswo wurde es ein “Alibi” für Gehaltsforderungen genannt. Übrig bleibt letztlich nur der Eigennutz. Und wenn jetzt die Gym-Lehrer A 14 wollen, wie ein Philologenverband es schon offiziell verkündete, dann dreht sich die Gehaltsspirale weiter. Aber keiner hat davon eine Hilfe für und bei den Belastungen im Lehreralltag und die wünschen wir uns doch eigentlich!?! Und die machen den Beruf wieder attraktiver!

  7. Irgendwie liest man immer nur davon, dass die Grundschullehrer am wenigsten bekommen mit A12. In NRW bekommen alle Grundschullehrer, Hauptschullehrer, Realschullehrer, Gesamtschullehrer für SI A12. Die Gymnasiallehrer bekommen A13Z.
    Also die Diskussion sollte auch auf andere benachteiligte Schulformen ausgedehnt werden.
    Auch an Schulen der SI gibt es einen Lehrermangel.
    In meinem Fall arbeiten wir regulär 28 Wochenstunden + 1 Wochenstunde Trainingsraumaufsicht (der bei unserem Klientel zwingend erforderlich ist).
    Mindestens 1-2 Stunden pro Woche haben wir Vertretungsunterricht und auch meistens 1-2mal pro Woche “Doppelaufsichten”, bei denen man sich den Unterricht von zwei Klassen eigentlich sparen könnte und am besten lediglich versucht irgendwie eine ausreichende Aufsicht sicherzustellen.
    Jeder Lehrer, der nicht bereits im ersten Beförderungsamt und A13 ist, hat in der Regel 1-4 Zusatzaufgaben oder noch mehr, die häufig keine Entlastungsstunden nach sich ziehen. Tätigkeiten mit Entlastungsstunden haben sich ältere Lehrer unter den Nagel gerissen und gehen dieser Arbeit teilweise garnicht ordentlich nach.

    Die Inklusion führt auch zu einem erheblichen Mehraufwand: Von uns wird erwartet, dass wir den UR für zieldifferente Kinder oder Kinder mit ES mitplanen, dass wir extra Klassenarbeiten stellen, dass wir nur noch die Unterrichtsmethoden anwenden, mit denen auch die Förderkinder klar kommen (besonders interessant bei Autismus). Ebenso wird erwartet, dass wir Textzeugnisse schreiben und ein Auge auf die Schulbegleiter haben, die man häufig auch als zusätzliches Kind in der Klasse ansehen kann. Allles für A12.

    Unsere speziellen Förderschullehrer hingegen kommen lediglich hin und wieder mit in den Unterricht, so wie es ihnen gerade passt, erstellen sich selbst ihren Stundenplan (z.B. nur vormittags!), unterrichten laut Stundenplan nur wenige Stunden Hausaufgabenbetreuung und führen meist sämtliche Gespräche während ihrer eigentlichen Stunden, bei denen sie Förderschüler fördern sollten. Unterricht bereiten sie garnicht vor, hin und wieder schaffen sie es eine Klassenarbeit abzuändern. Alles für A13. Wird dieser Missstand bei uns angesprochen heisst es einfach “Man kann doch nicht erwarten, dass die Förderschullehrer alles für ihre Förderkinder vorbereiten”.

    Es gibt viele Facetten eines gerechten Lohnes, in meinem Bundesland ist er mir Sicherheit nicht nur für die Grundschullehrer nicht gerecht.

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