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Wie ein Weihnachtswunder: Die GEW demonstriert für Höhergruppierungen von Grundschullehrern – und binnen zwei Tagen scheinen sich alle Wünsche zu erfüllen

BERLIN. Noch am Montag machte der Vorwurf „Wortbruch“ in Berlin die Runde. Hunderte GEW-Mitglieder demonstrierten in der Bundeshauptstadt gegen einen „Stillstand“ bei der Höhergruppierung von erfahrenen Grundschullehrern auf A13/E13 – die sei versprochen worden, werde aber (anders als bei neu-eingestellten Kollegen) auf die lange Bank geschoben. Heute kam dann offenbar die Wende. „Erfreut nimmt die Bildungsgewerkschaft zur Kenntnis, dass im kommenden Doppelhaushalt 2018/19 die hierfür notwendigen Haushaltsmittel bereitgestellt werden“, so teilt die GEW mit. Was wie ein Weihnachtswunder anmutet, liegt tatsächlich im knallharten Wettbewerb der Bundesländer in Zeiten des Lehrermangels begründet. Erst in der vergangenen Woche war das Land Brandenburg mit attraktiven Konditionen für altgediente Grundschullehrer vorgeprescht.

Oh du fröhliche ... Weihnachten in Berlin. Foto: yeowatzup / flickr CC BY 2.0)

Oh du fröhliche … Weihnachten in Berlin. Foto: yeowatzup / flickr CC BY 2.0)

„Seit über einem Jahr warten die Beschäftigten darauf, dass die Senatsverwaltung die Regelung zur Höhergruppierung der Grundschullehrkräfte wie vereinbart vorlegt – zeitnah und unter Anerkennung der beruflichen Erfahrungen der Kolleginnen und Kollegen. So wie wir es im Sommer 2016 miteinander vereinbart haben“, sagte der Leiter des Vorstandsbereichs Beamten-, Angestellten- und Tarifpolitik in der GEW Berlin, Udo Mertens, noch am Montag. „Die GEW hat immer unkomplizierte Regelungen gefordert, aber die Verwaltung hat die Hürden immer höher gebaut und auf umfangreichen Qualifizierungen bestanden.“

GEW beklagt weitere Ungerechtigkeit in den Berliner Grundschul-Kollegien: Neue Lehrer bekommen A13/E13 – erfahrene (vorerst) nicht

So erklärte Berlins Bildungsenatorin Sandra Scheeres (SPD) auch unlängst noch im Interview mit News4teachers: „Es muss schließlich laufbahnrechtlich sauber geregelt sein. Mittelfristig werden dann alle Grundschullehrkräfte, die nach altem und die nach neuem Lehrkräftebildungsgesetz studiert haben, nach E13 beziehungsweise nach A13 bezahlt. Das ist zwar für das Land kostspielig, aber für mich gerechtfertigt und eine sehr gute Nachricht.“ Aber eben nur mittelfristig. Die Crux: Brandenburg zog mal eben locker vorbei – das Land, mit dem Berlin direkt um Lehrkräfte konkurriert, entschied in der vergangenen Woche, sofort (heißt: ab dem 1. Januar) auch langjährigen Grundschullehrkräften A13/E13 zahlen. Und zwar ohne weitere Fortbildungen. Schlechter gestellt werden nur Kollegen mit einer Lehrbefähigung nach dem Recht der ehemaligen DDR, die in der Besoldungsgruppe A 11 eingruppiert; sie sollen aber immerhin bis 2020 in zwei Schritten auf A13 klettern.

“Der Durchbruch ist erreicht”

Das ließ Scheeres, die händeringend um jede zusätzliche Lehrkraft kämpfen muss, nicht ruhen. Und hat nun offenbar die rot-rot-grüne Koalition auf ihre Seite gebracht. „Der Durchbruch ist erreicht“, so heißt es in einer Pressemitteilung der GEW. Denn plötzlich scheint möglich, was zuvor als unmöglich bezeichnet worden war. „Die GEW Berlin begrüßt ausdrücklich, dass sich sowohl die rot-rot-grüne Koalition im Abgeordnetenhaus als auch die Bildungssenatorin für die unkomplizierte Höhergruppierung aller Grundschullehrkräfte nach dem Vorbild Brandenburgs zum 1. Januar 2019 ausgesprochen haben.“ Mit “Spannung  und einer klaren Erwartungshaltung” blicke die GEW nun in Richtung Finanzsenator Matthias Kollatz-Ahnen (SPD) , der einer zeitnahen und unkomplizierten Umsetzung bisher im Wege gestanden habe.

Scheeres selbst hatte tags zuvor in einem Brief an die GEW-Spitze ihren Willen zum Ausdruck gebracht, wie Brandenburg eine unkomplizierte Höhergruppierung der Grundschullehrkräfte zum 1. Januar 2019 auf den Weg zu bringen – die Verantwortung für die Umsetzbarkeit jedoch auf ihren Parteifreund geschoben. Ernsthafte Zweifel daran, dass Kollatz-Ahnen einknickt, hegt jedoch niemand mehr. Die GEW frohlockt: „Die Berliner Lehrkräfte fahren jetzt die Ernte für ihre langen Arbeitskampf ein.“ bibo / Agentur für Bildungsjournalismus

 

 

7 Kommentare

  1. Herzlichen Glückwunsch an alle Berliner Kolleginnen! 🙂

  2. Glückwunsch an alle Berliner Kollegen! 🙂 Mit rund 5300,- Euro brutto (A 13 + Erfahrungsstufe 5), da lässt sich schon was anfangen!

    Übrigens (anderswo gelesen):

    Der Hartz IV Regelsatz wird ab 1.1. um 6 Euro erhöht – bei Alleinstehenden sogar um 7 Euro! Verwöhnt der Staat die Armen in unserem Land nicht doch zu sehr?

    • …. sagte der, der selbst seit dem 1. Arbeitstag A13 einsteckt.
      Warum entdecken Sie Ihre soziale Ader eigentlich immer nur, wenn es um Grundschullehrer geht? Niemand hindert Sie, mit Ihrem üppigen Gehalt Harz Empfänger in Ihrem Umfeld zu unterstützen! Das wäre doch mal eine Tat anstatt ewiger Bevormundung anderer!

    • Das Kindergeld wird um 2 Euro pro Monat erhöht, also etwa 1 %. Die Teuerungsrate liegt über 1 %.

    • Ihnen ist aber schon klar, dass Lehrerbezüge vom (Bundes-)Land aufgebracht werden, während die Bezüge gem. ALGII vom Bund finanziert werden?

      • @dickebank

        Das ist doch egal…

        “Niemanden wird etwas weggenommen. Es ist ja auch niemanden einzelnen etwas weggenommen worden”, … denn es bezahlt ja der Staat.
        Heiko Maas

      • @ dicke bank,

        und die Gelder für alles das kommen ja eh vom Weihnachtsmann. Na dann ………………

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