Streit um “A13 für alle” – Philologenverband legt nach: “Endlich” A14 für Gymnasiallehrer

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MAINZ. „Selbstverständlich bleiben wir als Vertretung der Gymnasiallehrkräfte bei unserer Forderung nach A14 für Gymnasiallehrkräfte“, bekräftigt die Vorsitzende des Philologenverbandes Rheinland-Pfalz, Cornelia Schwartz. „Ein Stagnieren der Besoldung von Gymnasiallehrkräften bei A13, wie es von anderer Seite immer wieder recht aggressiv gefordert wird, ist nicht länger hinnehmbar.“ Die GEW, die bundesweit eine zunehmend erfolgreiche Kampagne zur Gleichstellung von Grundschullehrern unter dem Titel “A13 für alle” fährt, hatte von einer „unsäglichen Debatte“ gesprochen, die der Philologenverband vom Zaun breche – und forderte ihn auf, die Gleichwertigkeit von Lehrkräften aller Schulformen endlich anzuerkennen.

Die Zeit der Gratiskonten ist vorbei. Foto: Ralf Schulze / Wikimedia Commons (CC-BY-2.0)
Gleiches Gehalt wie Grundschulllehrer? Kommt für den Philologenverband nicht in die Tüte . Foto: Ralf Schulze / Wikimedia Commons (CC-BY-2.0)

In Berlin, Brandenburg, Sachsen und Schleswig-Holstein haben die jeweiligen Landesregierungen bereits eine Angleichung der Lehrergehälter beschlossen. Unterschiede gibt es allerdings im Kleingedruckten: Während Berlin, Brandenburg und Sachsen – vom Lehrermangel an den Grundschulen besonders stark betroffen – kurzfristig reagieren, plant Schleswig-Holstein eine schrittweise Angleichung bis 2026. Für die GEW (und den gleichermaßen an der Kampagne beteiligten VBE) sind die Schritte in den Bundesländern große Erfolge, für den Philologenverband ein Ärgernis. In einer ersten Pressemitteilung hatten die Gymnasiallehrer die Kampagne als „Forderungen nach dem Einheitslehrer in Bezug auf Besoldung und Stundendeputat“ abgelehnt.

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Jetzt heißt es in einer weiteren Pressemitteilung: Der Philologenverband Rheinland-Pfalz setzt sich “mit Nachdruck” dafür ein, dass auch Gymnasiallehrkräfte “endlich” in der Besoldung höhergestuft werden, so wie das in den vergangenen 50 Jahren bei Grund-, Haupt- und Realschulkolleginnen und -kollegen ebenfalls der Fall gewesen sei: Die Eingangsbesoldung von Grundschullehrkräften stieg laut Verband von A10 auf A12, die der Realschullehrkräfte von A11 auf A13, bei den Gymnasiallehrkräften blieb die Eingangsbesoldung gleich. „Die Einstufung nach A14 für Gymnasiallehrkräfte ist ein längst überfälliger Schritt“, unterstreicht Schwartz.

Wer sich mit Studien zur Arbeitszeit von Lehrkräften beschäftige, erkenne, dass der Beruf des Lehrers sehr zeitintensiv sei. Der Philologenverband unterstütze berechtigte Forderungen aus anderen Lehrämtern nach einer Absenkung des Stundendeputats, fordere dies aber natürlich insbesondere für Gymnasiallehrkräfte, denn, so Schwartz: „Gymnasiallehrkräfte erreichen Vergleichsstudien zufolge beim zeitlichen Arbeitsaufwand tatsächlich einen einsamen Spitzenwert.“ Aktuell laufe eine vom Deutschen Philologenverband initiierte wissenschaftliche Untersuchung der Arbeitszeit und Belastung von Gymnasiallehrkräften. Sie gebe dem Philologenverband im Anschluss an die notwendige Auswertungszeit die Möglichkeit, auf der Grundlage einer validen Datenbasis argumentieren zu können. News4teachers

Streit um „A13 für alle“: GEW wirft Philologen „unsägliche Debatte“ um den Wert von Lehrkräften vor – und fordert mehr Respekt vor Kollegen

 

 

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52 KOMMENTARE

  1. Es ist eine gute Einstellung des Verbandes stark hinter dem Thema der Erhöhung der Besondung für Gymnasiallehrkfte zu stehen, da diese tatsächlich einen erheblichen Mehraufwand haben!

  2. So wie GEW, VBE und Grundschullehrer/innen ihre Argumente für ihre Forderungen haben, so haben nun also auch die Gymnasiallehrer und der Philologenverband ihre Argumente für ihre Forderungen.

    ZITAT: “Der Philologenverband Rheinland-Pfalz setzt sich “mit Nachdruck” dafür ein, dass auch Gymnasiallehrkräfte “endlich” in der Besoldung höhergestuft werden, so wie das in den vergangenen 50 Jahren bei Grund-, Haupt- und Realschulkolleginnen und -kollegen ebenfalls der Fall gewesen sei: Die Eingangsbesoldung von Grundschullehrkräften stieg laut Verband von A10 auf A12, die der Realschullehrkräfte von A11 auf A13, bei den Gymnasiallehrkräften blieb die Eingangsbesoldung gleich.”

    Das war vorhersehbar.

    • Habe ich (noch) nicht gelesen?

      Ja, warum, liebe Grundschullehrer, hört ihr nicht endlich damit auf und lasst uns gemeinsam für deutlich verbesserte Arbeitsbedingungen kämpfen als nur für den persönlichen Eigennutz (Geld). Da hast du Recht, omg.

  3. Dass Wertschätzung, womit ja auch ständig argumentiert wird und wurde, nur über das eigene PORTMONEE definiert wird, ist sicherlich typisch für unsere Gesellschaft, aber wenn die einen das tun, können sie es schlecht den anderen verwehren!

    Oder wie sagt man doch: Die Geister, die ich rief …

  4. Ekelhafte Neiddebatte! Wer finanziert denn diese “wissenschaftliche Studie der Arbeitszeit und Belastung”? Es kann mir niemand erzählen, dass die Klassenleitung einer ersten Klasse weniger anstrengend ist!

    • @ Dominuc, da stimme ich durchaus zu: Was für eine ekelhafte Neiddebatte führen da seit Jahren einige Grundschullehrer, die ekelhaft neidisch nicht ertragen, dass die Gymnasiallehrer mehr verdienen als sie; während es sie kaum bekümmert, dass z.B. Erzieher oft brutto erhalten, was sie selbst netto ausbezahlt bekommen.

      Oder ist die Arbeit einer Erzieherin weniger wert als die Arbeit einer Grundschullehrerin? Weniger anstrengend? Weniger stressig? (Ich möchte nicht tauschen!)

  5. Hä? Meine Tochter spricht zweimal am Tag das Thema Handy an. Wie wihtig eins wäre. Sie bräuchte es. Das Leben wäre nicht lebenswert ohne usw. Ich schätze meine Tochter sehr. Ich wertschätze sie. handy gibts aber nicht . Punkt

  6. A16 für Philologen, dann wird es uninteresant eine Schule zu leiten. Die benötigten Ressourcen können zulasten der anderen lehrämter gehen – A9 bis A10 sind aureichend unter der Bedingung, dass für die lehrämter der Primarstufe und der SekI ein Bachlorabschluss in Erziehungswissenschaften ohne spezielles Fachstudium bis auf Grundlagen D und M eingerichtet wird.

    Solange die letztgenannten Lehrkräüfte neben dem 2. StEx über ein abgeschlossenes Hochschulstudium verfügen müssen, bleibt es nach der Forderung für A13 für alle Lehrämter.

    Darüber hinaus muss entlich die parallele Entgelttabele für Tarifbeschäftigte umgesetzt werden.

    • @ dicke bank, man mag dazu stehen, wie man will, aber falsch ist doch offensichtlich, was Sie hier bisher immer wieder behaupteten, denn:

      ZITAT: “Das Bundesverfassungsgericht hat sich mehrfach mit der „amtsangemessenen Alimentation“ beschäftigt und Grundsätze aufgestellt. Für die Einstufung von Ämtern
      maßgebliche Kriterien sind:
      – Ansehen des Amtes
      – Geforderte Ausbildung
      – Anforderungen (Aufgaben) aus dem Amt
      – Verantwortung “

      • “– Ansehen des Amtes”

        Sind Grundschullehrer schlechter angesehen als Gymnasiallehrer?

        “– Geforderte Ausbildung”

        Könnte man drüber streiten, allerdings ist das Lehramtsstudium für Grundschullehrer doch ebenfalls auf 10 Semester erhöht worden + natürlich Referendariat.

        Wie sieht es eigentlich aus bei Lehrern vom Berufskolleg? Die müssen vorher sogar noch eine Ausbildung oder mindestens einjähriges Praktikum gemacht haben, um für das Lehramtsstudium überhaupt zugelassen zu werden.

        A15 für Berufsschullehrer?

        “– Anforderungen (Aufgaben) aus dem Amt”

        Fragen sie mal Palim, die wird ihnen sagen, dass die fachlichen Anforderungen bei den Grundschullehrern sind, aber dafür die Pädagogischen (ergo es sich irgendwo ausgleicht).

        “– Verantwortung”

        Haben Grundschullehrer weniger Verantwortung als Gymnasiallehrer? Erschließt sich mir aber nicht.

        • @ Moritz,

          da ja nun irgendwo die Lehrer bzw. die GEW dagegen geklagt haben, werden wir sicherlich bald eine Entscheidung haben, ob immer noch gilt, was das Bundesverfassungsgericht da seinerzeit geurteilt hat und inwieweit das auf die (und welche) Lehrer zutrifft.

          Ich bin gespannt.

          • Alles andere dazu, Moritz, haben wir hier schon etliche Male diskutiert und geschrieben.

      • Da steht auch “Anforderungen (Aufgaben) aus dem Amt” und das ist der hier vielfach diskutierte und immer gegenseitig bestrittene “Arbeitsaufwand” !

        • Ich sehe das genauso wie Moritz: Wir Grundschullehrr stehen in keinem Punkt zurück. Nicht umsonst haben bereits einige Bundesländer A13 eingeführt, die anderen beraten noch, streiten den Anspruch aber überhaupt nicht ab.

          • PS
            Ich schließe selbstverständlich alle SEK1-LEHRER und auch die Angestellten mit ein, es geht um A13 für alle Lehrer.

        • Mann @sofawolf, kommen Sie von ihrem hohen Ross herunter.

          Die gleiche Tätigkeit z.B. im Ganztagsbereich oder der Stundenplanerstellung wird an einem GY als Koordinatorenstelle ausgeschrieben. In der SekI wird die Stelle für “Mitarbeit” ausgeschrieben. Die betreffenden Mitarbeiter sitzen dann auch in der gleichen Fortbildung – unabhängig von der Schulform.
          Soviel zu Aufwand und Anforderungen.

          • Fakt ist, dicke bank, dass nicht stimmt, was Sie hier immer wieder schrieben, dass die Besoldung der Lehrer sich nur und ausschließlich nach dem Berufsabschluss richte. Ich muss sagen, dass ich Ihnen das zeitweise glaubte, weil Sie immer so wirken bzw. auftreten, als hätten Sie “juristische Ahnung”.

            Nun, irren kann man sich ja auch mal. Es stimmt auf jeden Fall nicht.

            Alels andere zu wiederholen habe ich gerade wenig Appetit drauf. 🙂 Warten wir die Entscheidung der Gerichte ab.

          • Nur eins will ich wiederholen:

            Mehr Gehalt löst keines unserer Probleme im Schulalltag. DESHALB bin ich dafür, die zur Verfügung stehenden Gelder (sprudelnde Steuereinnahmen) jetzt mal unbedingt für bessere Arbeitsbedingungen, sprich massive Entlastungen der Lehrer auszugeben. DAS ist mein Anliegen.

            Ich trete nicht dafür ein, dass irgendein Gutverdiener noch besser verdient.

          • @safawolf
            Fakt ist, dass Sie die Gesetze, die für die Zuordnung der Lehrer zu einer Laufbahn nicht verstehen.

            Der entscheidende Punkt bei den Kriterien des BVG ist, Ass sich genau ein Punkt, nämlich die “geforderte Ausbildung” im Zuge von Bologna für das Lehramt Grundschule verändert hat! Alle anderen Kriterien unterliegen vielleicht einem gesellschaftlichen Veränderungsprozess, das aber bei allen Lehrämter und nicht in juristisch klarem Ausmaß.
            Und genau deshalb begründet sich der veränderte Anspruch auf eine Laufbahn mit A13.
            Die gleichfalls geforderten Angleichung der Angestellten ist dagegen eine politische Forderung, die juristisch nicht oder nur ungleich schwerer durchzusetzen sein wird.

            Fakt ist also: dickebank hat Recht !!!!!

          • Also, wenn es um mehr Geld für Bildung geht, wäre doch auch A12 für alle Lehrämter ok. Verzicht zu üben könnte hier charakterliche Größe zeigen aufgrund der fiskalischen Probleme im Bildungsbereich. Zudem würden alle Lehrämter zusammenrücken – auch vom Korpsgeist.

          • Omg, da haben Sie chon irgendwie recht! Ich habe das ja auch schon vorgeschlagen. Aber Dr Aufschrei der A13er ist regelmäßig gewaltig. Verzicht sollen ja nur die Anderen üben 😉

          • @ OMG,

            die Idee ist mir nicht unsympathisch. 🙂 Wenn es alle tun würden in allen Berufen (bis zu einer gewissen Untergrenze von Wenigverdienern), also auf eine “Gehaltsstufe” verzichten und dann das frei gewordene Geld überall für spürbar verbesserte Arbeitsbedingungen eingesetzt werden würde (bei uns also um 2-4 Stunden verringertes Stundensoll, kleinere Klassen mit bis zu 18 Kindern, Abgabe vieler Verwaltungsaufgaben an 2 Vollzeitsekretärinnen in jeder Schule…), ja, dann wäre ich wohl dafür, wobei es dann allerdings A 12 für die Gym-Lehrer und A 11 für die GS-Lehrer sein müsste, DENN ich halte ja bekanntermaßen einen “Gehaltsabstand” für gerechtfertigt. (Unser Problem wäre also nicht gelöst, aber meins.)

            Als Argentinien wegen seiner Schulden der Staatsbankrott drohte, wurde in einer Maßnahme nach meiner Erinnerung allen im ÖD das Gehalt um 10% gekürzt, wobei Ähnliches Staatsbedienstete in Deutschland ja auch schon mitgemacht haben (Wegfall von Urlaubsgeld, Wegfall oder Kürzung von Weihnachtsgeld, Wegfall des 13. Monatsgehalts u-Ä.).

          • Allerdings müsste vor allem “oben” mal was “abgeschöpft” werden und gerade dafür sehe ich keine Mehrheiten.

          • @sofawolf – Gehaltsverzicht oberhalb von A12 – was steht dem engegegen? Der vormalige höhere Dienst – heute Laufbahngruppe 2, zweites Einstiegsamt – ist oben. Darüber gibt es nur die B-Besoldung.

            PS Wer die neue Bezeichnung ansieht, der wird schnell feststellen, dass der Dienstgeber von Laufbahngruppen spricht. Tatsache ist, dass ein Laufbahnaufstieg für A12er nicht gegeben bzw. stark eingeschränkt ist. Wegen der Größe der Systeme – bis auf die Gesamtschulen – gibt es in den anderen Schulformen, vorallem an GS keine bzw. so gut wie keine Beförderungsstellen..

          • Na, ich habe den Eindruck, dass ich nicht mit dem erwarteten oder erhofften Aufschrei geantwortet habe. Das passt nun auch nicht und nun kommen Sie mir so dumm, dass ich ja mein “überschüssiges Gehalt” spenden könnte, wenn ich ja angeblich bereit wäre, darauf zu verzichten.

            Tut mir (nicht wirklich) leid, dass ich nicht in Ihr Weltbild (Geld-Geld-Geld) passe.

          • @sofawolf _ warum fühlen Sie sich angesprochen? Ich habe doch lediglich erwähnt, dass A12 eine auskömmliche Besoldung für alle lehrkräfte wäre. Für die in E11 eingruppierten lehrkräfte wäre ein Aufstieg zu E12 sogar ein gehaltsplus.

            Die A13/E13 für alle sind übrigens ganz einfach gegen zu finanzieren; die Ruhestandsbezüge müssten nur auf das übliche Rentenniveau abgesenkt werden.

            Die ca, 400 EUR bezogen auf Netto zwischen beamten und Angestellten sind nämlich eine Lapalie im vergleich zu den Zahlungen nach Renten-/Pensionseintritt. Da erhalten die Beamten mit gleichen Tätigkeits- und Steuermerkmalen nämlich mehr als das eineinhalbfache der Tarifbeschäftigten.

          • @ dicke bank,

            ich fühlte mich angesprochen, weil ihr Beitrag unter meinem steht, mir A 12 (für alle) vorgeschlagen wurde und ich darauf geantwortet hatte. Ganz einfach. 🙂

            Ich stimme Ihnen zu, der Unterschied zwischen der Rente bzw. Pension der verbeamteten oder angestellten Lehrer ist ungerecht. Zwar können ja angestellte Lehrer in die “Betriebsrente” einzahlen, aber da zahlen sie eben auch selbst – was ja die Beamten nicht tun müssen. Das ist hier aber nicht meine Diskussion.

            Wäre mal interessant zu erfahren, wie die anderen hier, die immer von Gerechtigkeit reden, wenn sie mehr Geld für sich selbst meinen (A 13), diesen Unterschied finden. Da hört man normalerweise nichts dazu. Wie ich immer sage: Gerne erträgt man die Ungerechtigkeit, von der man selbst einen Vorteil hat (wenigstens aber keinen Nachteil).

          • Ich bin kein Experte für Rentenrecht. Aber ist es nicht so, die Beamten bekommen als Pension rund 71% von ihrem letzten Gehalt; während die Angestellten als gesetzliche Rente die üblichen 43 % (?) vom Durchschnitt der … Jahre erhalten?

            (Wie gesagt: nicht mein Thema hier.)

  7. “Da steht auch “Anforderungen (Aufgaben) aus dem Amt”” – Sakramente Spenden oder Weihen vollziehen gehört nun nicht zu den Aufgaben des Lehramt es. Insofern kann ich mir gerade keinen so hochwertigen Aufgabenunterschied vorstellen.
    Und eine Predigt halten, wenn es sein muss, kann jede Lehrkraft.

  8. @ sofawolf: 71% vom letzten Gehalt… Wenn das so wäre, würden alle teilzeitarbeitenden Beamtinnen schnell im letzten Jahr Vollzeit arbeiten und dann die volle Oension beziehen. Das stimmt so nicht. Habe letztens meinen vorläufigen Pensionsbescheid bekommen. Jede Stunde, die man Teilzeit arbeitet und jedes zusätzliche Jahr nach der Elternzeit, das man zu Hause verbringt, schlägt sich negativ in den Pensionsbezügen nieder. Das wird genau auf die Stunde ausgerechnet.

    • … aber 71% der durchschnittlichen Bezüge sind es annähernd schon.

      Die Welten, die da in Behörden und Schulen aufeienander prallen, sind schon sehr verschieden. Nur um ein Beispiel zu nennen, für die Abrechnung von Mehrarbeit erhalten Tarifbeschäftigte und Beamte abhängig von der Besoldungs-/Tarifgruppe den gleichen Bruttobetrag von um die 25,00 EUR. Bei den tarifbeschäftigten Lehrkräften wird dieser Betrag um die Beiträge zu den gesetzlichen Sicherungssystemen und dem individuellen Steuersatz gemindert. Beim Beamten gibt es aber keine Abzüge für private Krankenzusatzversicherung.

      Um im Rentenalter den gleichen Rentenbetrag wie ein Beamter mit vergleichbaren Dienstzeiten etc. zu erhalten, müsste das tarifliche Entgelt bezogen auf die sozialversicherungspflichtigen Bestandteile annähernd verdoppelt werden. Und die Länder weigern sich über die Paralleltabelle zu verhandeln …

      • Danke für die Erklärung.

        Und? Kümmert diese Art von Ungerechtigkeit hier irgendeinen verbeamteten Lehrer, der sich aber sehr gerne über die Ungerechtigkeit, nicht A 13 zu bekommen, aufzuregt?

        Daran sieht man die “Ehrlichkeit” dieser Argumentationen. Es geht nur um den persönlichen Vorteil (oder Nachteil, je nachdem).

        PS: Das Rententhema hat dicke bank eingebracht, nicht ich.

  9. @ Dieser Artikel zeigt sehr gut unterschiedliche Sichtweisen. Ich zitiere allerdings nur die eine:

    “Man habe zwar “große Achtung vor der Arbeit der Grundschullehrer”, sagt Jörg Seifert, Landesvorsitzender des Philologenverbands in Mecklenburg-Vorpommern. Aber ein gleiches Gehalt bei gleicher Stundenverpflichtung, “das ist einem Gymnasiallehrer, der gerade wochenlang täglich etliche Stunden bei der Korrektur der Abiturarbeiten sitzt und außerdem für seinen Unterricht in der Oberstufe erheblichen Vorbereitungsaufwand hat, einfach nicht zu vermitteln.”

    Man könne doch nicht ernsthaft bestreiten, sagt Seifert, “dass an die Arbeit eines Gymnasiallehrers deutlich höhere Anforderungen gestellt werden”. Das sieht auch Cornelia Schwartz vom Philologenverband Rheinland-Pfalz so. Für sie sind die Diskussionen um eine bessere Bezahlung von Grundschullehrern “Forderungen nach dem Einheitslehrer in Bezug auf Besoldung und Stundendeputat”.”

    http://www.spiegel.de/lebenundlernen/schule/grundschullehrer-bundeslaender-drehen-am-einstiegsgehalt-a-1207307.html

    • Die Gehaltsspirale zugunsten der Grundschullehrer wird den Ländern noch gehörig auf die Füße fallen. Sind die Grundschullehrer “befriedigt”, werden sie die Gymnasiallehrer zufriedenstellen müssen (A 14), sonst wird der Mangel dort steigen. Das alles kostet den Steuerzahler Millionen (damit Gutverdiener noch besser verdienen), aber es bringt Nullkommanichts für bessere Arbeitsbedingungen an den Schulen und es ist dann auch nichts mehr da, um das auch noch zu finanzieren.

      (Es sind wohl nicht umsonst lauter Lehrer kurz vor der Rente / Pension, die hier so eifrig nach A 13 rufen.)

      • “Es sind wohl nicht umsonst lauter Lehrer kurz vor der Rente / Pension, die hier so eifrig nach A 13 rufen.”
        So? Wer denn? Sie etwa?
        Von denen, die hier viel schreiben, weiß ich bei den meisten, dass dies nicht zutrifft. Die einen sind schon pensioniert, die anderen müssen noch viele Jahre in den Schulen ihren Dienst versehen. Gerade die Grundschullehrkräfte gehören zu letzteren.

        An den Einstellungen der letzten 30 Jahre kann man übrigens sehr gut ausrechnen, in welchen Jahren wieder viele Lehrkräfte fehlen werden.

        Ob es wirklich zu einem Mangel an Gymnasiallehrkräften käme, wage ich zu bezweifeln. Sie selbst schreiben doch immer, man suche sich das Studium nicht des Geldes wegen aus, sondern wähle die Aufgabe. Warum also sollten diejenigen, die heute ein Gymnasiallehrerstudium bevorzugen, in Zukunft das für Grundschule wählen?

        • ZITAT: “Ob es wirklich zu einem Mangel an Gymnasiallehrkräften käme, wage ich zu bezweifeln. Sie selbst schreiben doch immer, man suche sich das Studium nicht des Geldes wegen aus, sondern wähle die Aufgabe. Warum also sollten diejenigen, die heute ein Gymnasiallehrerstudium bevorzugen, in Zukunft das für Grundschule wählen?”

          Sie und “Ihresgleichen” hingegen schreiben immer, viele (?) Lehramtsstudenten suchten sich ihr Lehramt nach dem zu erwartenden Gehalt aus und DESHALB müsse das Gehalt attraktiver sein, damit wieder mehr Lehramtsstudenten Grundschullehrer werden wollen. Wer hatte also mit seiner Argumentation Recht? Sie oder ich?

          Da bin ich jetzt aber mal gespannt.
          Vmtl. gibt es wie so oft in solchen Fällen keine Antwort. 🙂

          • “Vmtl. gibt es wie so oft in solchen Fällen keine Antwort.”
            Stimmt.

            “Sie und “Ihresgleichen” ” warten erst einmal auf einen Beleg, wer das, was Sie hier behaupten, wirklich so geäußert hat.

          • Das wurde immer wieder hervorgebracht, dass “keiner” mehr Grundschullehrer werden will, wenn er/sie sieht, dass man als Gymnasiallehrer 500,- Euro mehr verdient (A 13). Das wissen Sie genau, aber es war klar, dass Sie sich jetzt hin und her winden, um nicht antworten zu müssen, denn klar ist auch:

            a) Entweder geht es den meisten Lehramtsstudenten vor allem ums Geld, dann hilft eine Gehaltserhöhung dem Grundschullehramt, schadet aber dem Gymnasiallehramt, vergrößert also dort den Lehrermangel, weil es ja keinen Vorteil mehr bringt, auf Gym-Lehramt zu studieren.

            oder

            b) Die meisten Lehramststudenten wählen ihr Lehramt nicht wegen des Gehalts aus, sondern wegen der Fächer und der Zielgruppe, dann hingegen dürfte eine Gehaltserhöhung (A 13) für Grundschullehrer keinen Effekt auf den Lehrermangel in diesem Bereich haben.

            Wie gesagt, Sie können hier weder der einen noch der anderen Variante zustimmen, weil es jeweils Ihrer bisheriger Argumentation widerspräche.

          • Und wieder ist es IHRE Argumentation, sofawolf, die sich zum wiederholten Mal ALLEIN ums Geld dreht … und ja, DER widerspreche ich!
            Nach IHRER Argumentation vergrößert die Gehaltserhöhung “den Lehrermangel” … vermutlich, weil Grundschullehrkräfte oder Grund- und Hauptschullehrkräfte in IHRER Statistik nicht voll zählen.
            Wenn die gleichen Personen wie jetzt Lehramt studieren würden, bliebe der Lehrermangel gleich, nähme aber die Spitze bei den Gymnasiallehrkräften, die es zurzeit ja auch noch gibt, während die Grundschulen nicht wissen, wie sie den Kernunterricht besetzen sollen.

            Ob es wirklich zu einem Mangel an Gymnasiallehrkräften käme, wage ich weiterhin zu bezweifeln.
            Der derzeitige Lehrermangel bei den Grundschulen ist ja mehr als überdeutlich.
            Das Weigern der A13-Besoldeten, in die Grundschulen zu gehen und auszuhelfen, setzt zudem deutliche Zeichen.

            Offenbar reichen “die Vorteile” des Berufs in der Grundschule nicht mehr aus, um junge Menschen zu einem Lehramtsstudium mit Schwerpunkt Grundschule an die Unis zu bewegen. Auch Gymnasiallehrkräfte wollen diese “Vorteile” nicht “genießen” – nicht für A12 und nicht einmal für A13.

            Wenn also Förderschullehrkräfte, Grundschullehrkräfte und SekI-Lehrkräfte fehlen, benötigt es zunächst Anstrengungen für diese Lehrkräfte und diese Schulen, die sich um die jüngeren und die benachteiligteren Schüler kümmern und dabei viel zu häufig viel zu wenig Unterstützung unterhalten.

            Diese Anstrengungen zeigen sich in der Anerkennung der Ausbildung und Leistung mit einem entsprechenden Gehalt und auch in der besseren Ausstattung der Schulen mit Entlastungsstunden, zusätzlichem Personal, zusätzlichem Budget…
            Schließlich ist ja allen im Land Bildung so wichtig!

          • Selbst bei gleicher Eingruppierung aller Lehrkräfte im Eingangsamt zu A13 gibt es Entgeltunterschiede. Da ist zum einen die Ratszulage und zum anderen die unterschiedlichen Pflichtwochenstundenzahlen.

  10. Dass es unterschiedliche Vorlieben für das Studium gibt, hat in meinen Augen mit dem Berufsbild zu tun. Bei uns muss man an unterschiedlichen Schultypen Praktika machen und es sind schon einige umgeschwenkt.
    Beispiele:
    Eine Praktikantin an unserer Grundschule hat z.B. Gymnasiallehramt studiert, weil sie ihre Fächer machen wollte, die ihr selbst am Gymnasium Spaß gemacht haben und die Grundschüler nicht ihre Altersgruppe waren.
    Wir hatten auch schon Praktikanten, die trotz guter fachlicher Leistungen vom Gymnasiallehramt auf das Grundschullehramt umgestiegen sind, weil ihnen am Gymnasium die Schülernähe gefehlt hat und sie lieber Klassenlehrer mit allem Drum und Dran sein wollten und gerade der Vielfältigkeit der Aufgaben an der Grundschule zugetan waren.

    Nicht jedem macht die andere Schulart als Lehrkraft Freude. Ich selbst wäre nicht sehr motiviert, meine in der Schule bevorzugten und damit studierten Fächer mein Berufsleben lang zu unterrichten. Das wäre mir viel zu einseitig. Außerdem hätte ich keine große Lust von Stunde zu Stunde in eine andere Klasse zu hetzen und da erstmal für Ruhe zu sorgen und jahrelang dasselbe zu machen.
    An der Grund – und auch an den Hauptschule habe ich mehr Möglichkeiten, zumal ich da einiges auch fachfremd unterrichte und ich als Klassenlehrkraft näher bei den Schülern bin. Bei den Grundschülern kommt noch die spezielle Herausforderung dazu, von Null die Schüler durch didaktische und pädagogische Kniffe so weit zu bringen, dass sie “zum Schülersein” hingeführt werden, mit allem Drum und Dran.

    Lehrer, die ältere Schüler unterrichten, bevorzugen, dass man mit den älteren eher vernünftig reden kann. Mit den Grundschülern kann man das nicht so sehr, die brauchen einen andere Ansprache. Wobei ich bei den Viertklässlern merke, dass da schon einiges in der Richtung geht und die Schüler einen Entwicklungssprung gemacht haben.
    Das sind erstmal persönliche Vorlieben, es kommt darauf an, was man haben will.

    Erschwert ist der Lehrerberuf inzwischen in allen Schularten – durch die Veränderung der Gesellschaft, das “ver-rückte” (im wahrsten Sinn des Wortes) Selbstbewusstsein von immer mehr Schülern und Eltern – in der Grund- und Hauptschule kommt noch erschwerend die Inklusion dazu; die Grundschule hat die heterogenste Schülerschaft, weil sie alle Schüler jeder Coleur hat, denn jeder muss die Grundschule durchlaufen. Die Arbeitsbelastungen sind ähnlich (die kann man eben nicht nur am Korrigieren von Arbeiten/Klausuren festmachen); sie haben nur die Schwerpunkte auf anderen Berufsfeldern. Durch die unterschiedliche Pflichtstundenzahl und so gut wie keine Ermäßigungsstunden für Grundschullehrer, wo sie andere Schularten bekommen, ist das schon gut ausgeglichen. Die Rahmenbedingungen sind vom Idealzustand bei allen Schularten weit entfernt – wenn auch in unterschiedlichen Nuancen .

    Ich denke, dass das Gymnasium bei den Studenten deswegen die beliebteste Schulart ist, weil man meint, dass dort die Schüler noch am leichtesten zu handeln sind (von allen Schülern gehen da doch noch die besseren hin) und man sich auf seine Fächer dort am besten konzentrieren kann. Die Aufstiegsmöglichkeiten und das Gehalt nimmt man gerne mit.

  11. Kleine Frage nebenher: Falls die A13-Besoldung für alle käme, würden dann Lehrkräfte mit einem Beförderungsamt (zunächst A12, nun A13) der Besoldungsgruppe A14 zugeordnet? Viele Grüße! Kirby

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