Hunderte Lehrerstellen bleiben im neuen Schuljahr erhalten – der Grund: Sprachförderung

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STUTTGART. Der Erwerb der deutschen Sprache fällt so manchem zugewanderten Schüler doch schwerer als angenommen. Probleme mit dem großen Spektrum der Schüler und ihrer schulischen Erfahrungen will Baden-Württembergs Kultusministerin Eisenmann durch mehr Stellen abfedern.

Geflüchtete Kinder brauchen intensive Betreuung.                             Foto: Serge Ninanne / flickr / CC BY-SA 2.0

Zugewanderte Schüler sollen auch nach dem Übergang von Vorbereitungs- in Regelklassen sprachlich weiter intensiv gefördert werden. Dafür verzichtet das Land entgegen früheren Plänen darauf, Hunderte von Lehrerstellen im neuen Schuljahr zu streichen. Zwar leisteten die Schulen bereits seit vielen Jahren herausragende Integrationsarbeit, sagte Eisenmann auf Anfrage. «Die Erfahrungen aus der Praxis zeigen jedoch, dass die Sprachförderung nicht immer ausreicht oder dass die Konzepte auf die teilweise sehr unterschiedlichen Bedürfnisse nicht immer optimal zugeschnitten sind.» Die Landtags-SPD begrüßt die Verlängerung der Stellen, fordert aber deren vollständigen Erhalt. Integration und damit Sprachförderung sei eine Daueraufgabe.

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Dem Kultusministerium stehen seit dem Jahr 2016 insgesamt 1.165 Stellen zusätzlich für den Unterricht zugewanderter Kinder und Jugendlicher zur Verfügung. Diese Stellen sind mit Blick auf weniger Zuzug von Migranten mit kw-Vermerken – also künftig wegfallend – versehen. 565 Stellen davon sollten zum 1. August 2018 gestrichen werden, werden nach Angaben aus dem Ministerium nun aber verlängert. Das Finanzministerium habe grünes Licht dafür gegeben.

Der Bildungsexperte der SPD-Landtagsfraktion, Daniel Born, sagte, im Flächenland mit dem bundesweit höchsten Anteil an Kindern mit Migrationshintergrund müssten Stellen für Sprachförderung langfristig geplant und ein Konzept für Sprachförderung erarbeitet werden. «Vor allem Kinder, in deren Familien nicht Deutsch gesprochen wird, brauchen mehr Unterstützung.»

Die Erfahrung zeigt laut Eisenmann, dass der Spracherwerb nach dem Besuch von allgemeinbildenden und beruflichen Vorbereitungsklassen noch nicht abgeschlossen ist und weiterer Bedarf besteht. Den Lehrern der Vorbereitungsklassen machen die sehr unterschiedlichen Sprachniveaus der Schüler zu schaffen.

Unterschiedliche Bedürfnisse

Manche Schüler sind Analphabeten, andere traumatisiert, wieder andere haben bereits einen Schulabschluss. Eisenmann: «Deshalb haben wir Konzepte zur Förderung der stärkeren und der schwächeren Schüler entwickelt, um den unterschiedlichen Bedürfnissen flexibler gerecht zu werden.» Durch mehr Stellen seien etwa Klassenteilungen und besondere Angebote für schwache und begabte Schüler möglich.

Die beruflichen Schulen halten laut Ministerium eine begleitende Sprachförderung für notwendig, um Ausbildungsabbrüche zu vermeiden und zum Bestehen der Ausbildung und der Abschlussprüfung beizutragen. Auch Jugendliche mit einem Ausbildungsplatz, aber mageren Deutschkenntnissen sollen noch eine zusätzliche Sprachförderung erhalten.

Die Zahl der Vorbereitungsklassen an allgemein bildenden Schulen erreichte im Schuljahr 2016/17 mit 1935 eine Höchststand. Mehr als 27.600 Schüler wurden auf den Übergang in die Regelklassen vorbereitet. Im laufenden Schuljahr sind es 1.680 Klassen mit 24.000 Schülern. Nach Prognose des Ministeriums wird sich die Zahl der Klassen im kommenden Schuljahr auf 1.315 mit gut 18.800 Schülern verringern.

Die meisten der jetzt zunächst abgesicherten Stellen entfallen auf die weitere Beschulung der jungen Flüchtlinge in Vorbereitungsklassen (254), gefolgt von zusätzlichem Unterricht in den beruflichen Vorbereitungsklassen (125) und zusätzlicher Sprachförderung nach Übergang in die Regelklassen (96). dpa

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4 KOMMENTARE

    • Nicht gut, aber wahrscheinlich unabänderlich, ist die Tatsache, dass diese Stellen als “kw” gekennzeichnet bleiben.

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