Krisenkommunikation – der Fall Özil zeigt, wie PR in die Hose gehen kann

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Der Fall Mesut Özil ist ein Paradebeispiel für eine völlig missratene Krisenkommunikation. Daraus lassen sich Schlüsse ziehen für alle, die sich plötzlich einer empörten Öffentlichkeit gegenüber sehen. Das können, um im Bereich Bildung zu bleiben, Kultusminister sein. Oder Schulleitungen.

Der Bildungsjournalist Andrej Priboschek. Foto: Tina Umlauf
News4teachers-Herausgeber Andrej Priboschek. Foto: Tina Umlauf

Der größte Fehler, den Menschen machen können, die von den Medien mit einem negativen Ereignis verbunden werden und die sich deshalb plötzlich einer empörten Öffentlichkeit gegenübersehen, ist: abzutauchen. Man muss wissen wissen: Wer selbst nicht Stellung bezieht, über den wird Stellung bezogen – von anderen. Das gilt für Kultusminister, die sich für schlagzeilenträchtige Ereignisse in ihrem Kompetenzbereich verantworten sollen (beispielsweise den aktuellen Lehrermangel), genauso wie für Schulleitungen, die sich für so furchtbare Ereignisse wie den Tod eines Schülers oder das vermeintliche krasse Fehlverhalten eines Lehrers rechtfertigen sollen.

Hier geht es zum Beitrag auf www.agentur-für-bildungsjournalismus.de

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Cavalieri
3 Jahre zuvor

In dem verlinkten Beitrag steht:
„Es geht um Kommunikation, die ist nunmal keine Einbahnstraße. Und es geht um Ehrlichkeit – die Grundlage jeder guten PR.“
Und es ist vom Schulministerium in NRW die Rede. Sollen wir wirklich glauben, dass die PR des Schulministeriums in NRW da vorbildlich war? Hat man nie die Dinge aus politischen Gründen wortreich schöngeredet, von Frau Behler über Frau Sommer bis zu Frau Löhrmann?
Ich staune regelrecht, dass eine gute PR etwas mit Ehrlichkeit zu tun haben soll. Ich dachte immer, PR wäre die hohe Kunst des geschickten Lügens im Interesse von Parteien, Behörden, Verbänden, Unternehmen, Regierungen etc. Lügen nicht im Sinne von „direkt Unwahrheiten behaupten“, sondern im Sinne von „Wahrheiten verschweigen“.

Cavalieri
3 Jahre zuvor
Antwortet  Cavalieri

Das hier meine ich mit „die Wahrheit verschweigen“:
https://www.news4teachers.de/2018/07/opposition-beschwert-sich-staatsregierung-macht-zu-wenig-gegen-unterrichtsausfaelle/
Die tüchtigen PR-Agenten der Kultusministerien rechnen den Unterrichtsausfall herunter und stellen somit alles besser da als es ist. Als Unterrichtsausfall gilt nach Meinung der Kultusministerien immer nur eine Schulstunde, bei der die Kinder nach Hause geschickt oder sonst sich selbst überlassen werden. Wenn der Religionslehrer die Mathestunde vertritt, gilt das nicht als Ausfall. De facto ist es aber so, denn der Religionslehrer wird irgendwelche Geschichten erzählen, oder man diskutiert über Gott und die Welt. Er wird normalerweise keine Mathe behandeln.
Fazit: Man muss gegenüber PR-Agenten grundsätzlich misstrauisch sein. Die Wahrheit hat bei denen gerade KEINEN hohen Stellenwert. Es ist ihr Job, alles im Auftrag ihrer Chefs schönzureden. Es mag allerdings einzelne Individuen geben, die das anders sehen und anders praktizieren.

xxx
3 Jahre zuvor

Auf Facebook hat auch jemand den Fall Özil kommentiert:

https://www.facebook.com/klaus.demuth.9/videos/1829416423809853/

Bitte die recht deftige Wortwahl nicht überbewerten, inhaltlich trifft er die Sache nämlich gut.