Verhandlungen zur Rettung katholischer Schulen in Hamburg gescheitert

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HAMBURG. Am Ende wollten sie vier katholische Schulen im Hamburger Süden retten. Doch die Gespräche mit der Schulgenossenschaft werden nicht fortgesetzt. Erzbischof lobte das «außerordentliche Engagement».

Erzbischof Stefan Heße lobt das Engagement für den Erhalt der Schulen. Foto: Raimond Spekking / Wikimedia Commons / CC BY-SA 4.0

Die Verhandlungen des Erzbistums Hamburg mit der Initiative Hamburger Schulgenossenschaft zur Rettung mehrerer katholischer Schulen sind gescheitert. Das hat nun Erzbischof Stefan Heße den Initiatoren der Genossenschaft, Christian Bernzen und Nikolas Hill, in einem persönlichen Gespräch mitgeteilt. «Das von den Initiatoren am 24. Juni vorgelegte Rahmenprogramm verdeutlicht aus unserer Sicht (…) weder die in Aussicht gestellte operative Tragfähigkeit einzelner Pilotschulen, noch zeigt es konkret auf, wie die dringend notwendigen Investitionen in Millionenhöhe an den betroffenen Standorten wirklich geschultert werden können», teilte Heße unter Verweis auf alle beteiligten Gremien mit.

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Das Erzbistum hatte im Januar angekündigt, aus Finanznot bis zu 8 von 21 katholischen Schulen in Hamburg zu schließen. Nach starken Protesten hatte sich die Initiative gebildet, um Wege zum Erhalt der Schulen zu finden. Schließlich einigte man sich auf ein Pilotprojekt im Süden von Hamburg. Dort sollten je eine Grund- und Stadtteilschule in Neugraben, Harburg und Wilhelmsburg sowie das Niels-Stensen-Gymnasium in Harburg in einer gemeinsamen Kooperation geführt werden.

In einem Brief an die Eltern und Mitarbeiter erläuterte der Erzbischof seine Entscheidung. Heße würdigte ausdrücklich das «außerordentliche Engagement Hamburger Katholikinnen und Katholiken in der Initiative Hamburger Schulgenossenschaft». In die Gespräche mit der Initiative habe er sehr große Hoffnungen gesetzt. Der Erzbischof versprach, alles daran zu setzen, die drei mit einem Moratorium belegten Schulen weiter zu entwickeln: «Unser Ziel ist und bleibt der Auf- und Ausbau der Katholischen Sophienschule und der Katholischen Schule Neugraben zu Grund- und Stadtteilschulen sowie der Umzug der Katholischen Schule Harburg in das Gebäude des Niels-Stensen-Gymnasiums.»

Heße betonte seine Verantwortung für das gesamte Erzbistum mit allen Kirchengemeinden und Einrichtungen in Hamburg, Mecklenburg und Schleswig-Holstein. Er sehe es als seine Aufgabe, «die massiven wirtschaftlichen Schwierigkeiten, die die vielfältige Pastoral unseres ganzen Bistums elementar gefährden, sowie die mir hinterlassenen enormen Sanierungsbedarfe an den Schulstandorten konkret anzupacken.»

Er stehe klar für ein nachhaltiges und qualitativ hochwertiges katholisches Schulsystem in Hamburg, betonte Heße. Allerdings hatte das Erzbistum bereits Ende vergangenen Jahres auch mitgeteilt, dass seine Überschuldung von rund 80 Millionen Euro auf rund 350 Millionen Euro im Jahr 2021 steigen werde, «wenn keine einschneidenden Maßnahmen ergriffen werden». dpa

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2 KOMMENTARE

  1. Mir erschließt sich der Sinn konfessionsgebundener Schulen nicht. Vorschulkinder spielen zusammen im Sandkasten, werden Freunde. Dann werden sie aber getrennt und gehen auf unterschiedliche Grundschulen. Evtl. muss der eine Schüler einen viel weiteren Weg nehmen, weil die nächstliegende Schule nicht seiner Konfession entspricht.
    Warum muss das sein? Wie will man Kindern den Sinn dahinter erklären?

    • Ihr Wort in das Ohr des Gesetzgebers! Aber leider gibt es in NRW sogar staatliche (!) konfessionell gebundene Schulen. Die dürfen nach einer Gerichtsenscheidung Kinder der eigenen Konfession bevorzugt aufnehmen, und die Schulleitung muss die “richtige” Konfession haben.

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