Bouffier: Erzieher-Ausbildung könnte womöglich gestrafft werden

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BAD VIBEL. Um mehr junge Menschen für den Erzieherberuf zu begeistern, könnte die Ausbildung nach einem Vorschlag des hessischen Ministerpräsidenten Volker Bouffier (CDU) womöglich gestrafft werden. Angesichts der Tatsache, dass Grundschullehrer in drei Jahren einen Abschluss erlangten, müsse man überlegen, ob für Erzieher tatsächlich fünf Jahre nötig seien, sagte er am Freitag bei seiner Sommertour in Bad Vilbel. «Wenn wir Lehrer in sechs Semestern zu einem Abschluss bringen, dann müsste das vielleicht auch für Erzieher gelingen.» Das sei auf jeden Fall eine Debatte wert.

Darf sich über schulpolitische Debatten mit dem künftigen Koalitionspartner freuen: Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier. Foto: Armin Kübelbeck / Wikimedia Commons
Kann sich eine kürzere Ausbildungszeit für Erzieher vorstellen: Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier. Foto: Armin Kübelbeck / Wikimedia Commons (CC BY-SA 3.0) 

In Hessen können in vielen Kitas nicht alle Stellen besetzt werden, weil geeignete Bewerber fehlen. Von August an werden die Eltern bei den Kosten für die Betreuung entlastet: Für Kinder ab drei Jahren ist der Kita-Besuch für bis zu sechs Stunden am Tag beitragsfrei. Auf die Frage nach einer kompletten Beitragsfreiheit wies Bouffier darauf hin, dass das Land mit seinem Geld haushalten müsse. Dies würde weitere 1,5 Milliarden Euro kosten. Bouffier besuchte am Freitag bei seiner Sommertour die Kita «Trauminsel», in der mehr als 120 Kinder betreut werden. dpa

Hessens Kultusminister meint, die Schulen seien „hervorragend aufgestellt“ – die GEW spricht von „Realitätsverlust“

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1 KOMMENTAR

  1. Ich finde es richtig, dass darüber nachgedacht wird!
    Mein Sohn hat nach der mittleren Reife ein FSJ in einer Kindertagesstätte gemacht und bekam am Ende eine hervorragende Beurteilung. Anschließend besuchte er die zweijährige Schule für Sozialassistenz und dann die zweijährige Schule für Erzieher. Daran schloss sich dann das Anerkennungsjahr an. Außerdem erhalten die Auszubildenden in den ersten drei Jahren kein Geld, sondern nur im Praxisjahr und im Anerkennungsjahr. Außerdem musste in allen Jahren Schulgeld bezahlt werden.
    Es gab vor dem Anerkennungsjahr auch Aussagen, dass das FSJ als Anerkennungsjahr (zumindest teilweise) anerkannt würde, aber die Schule lehnte dies ab.
    Selbst die Ausbildung zum Gesundheits- und Krankenpfleger ist kürzer.

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