Studie zu „Lesen durch Schreiben“ befeuert Debatte um Verbot der Methode – Meidinger: „Weiteren Schaden von unseren Grundschülern abwenden“

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BERLIN. Um die Methode „Lesen durch Schreiben“, auch bekannt als „Schreiben nach Gehör“, tobt seit Jahren ein Kulturkampf. Unlängst hatte Baden-Württembergs Kultusministerin Susanne Eisenmann (CDU) den Grundschullehrkräften in ihrem Bundesland den Einsatz verboten. Am Wochenende ist eine Studie veröffentlicht worden, die ihr Recht zu geben scheint. Danach führt der klassische „Fibel-Unterricht“ bei Grundschülern zu deutlich besseren Rechtschreibleistungen als Methoden wie „Lesen durch Schreiben“ oder „Rechtschreibwerkstatt“ (News4teachers berichtete). Heinz-Peter Meidinger, Präsident des Deutschen Lehrerverbands, fordert angesichts der Untersuchung ein bundesweites Verbot der Methode – bekommt aber dafür heftigen Widerspruch vom VBE.

Um das Schreibenlernen in der Grundschule tobt ein Kulturkampf. Foto: Shutterstock

Die Länder müssten jetzt ernsthafte und tiefgreifende Konsequenzen aus den Ergebnissen der Studie der Universität Bonn ziehen,  so meint Meidinger gegenüber der „Funke Mediengruppe“. Der ehemalige Philologenverbandsvorsitzende erinnert daran, dass die aktuellen Grundschulstudie des Instituts zur Qualitätsentwicklung im Bildungswesen (IQB) und auch die internationale Grundschul-Lese-Untersuchung IGLU ein „teilweise dramatisches“ Absinken der Rechtschreibleistungen deutscher Grundschüler festgestellt hätten. Meidinger nennt es „erschreckend, dass sich in Deutschland an vielen Grundschulen in den vergangenen Jahrzehnten eine Rechtschreibmethode etablieren konnte, ohne dass dazu jemals eine seriöse Überprüfung stattgefunden habe. „Kinder wurden damit zu Versuchskaninchen einer übereifrigen Reformpolitik gemacht.“ Jetzt gelte es, „weiteren Schaden von unseren Grundschülern abzuwenden“.

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Allerdings ist fraglich, an wie vielen Grundschulen in Deutschland „Lesen durch Schreiben“ überhaupt angewendet wird. Eine Untersuchung des Germanisten Prof. Wolfgang Steinig ergab, dass die Methode lediglich von drei Prozent der Grundschulen praktiziert wird. Gleichwohl hätten Elemente davon  – etwa in Form von Anlauttabellen – Eingang in den Unterricht der meisten Grundschullehrerinnen und -lehrer gefunden. Doch das ist keineswegs eine neue Entwicklung. Wie Anlauttabellen dann für schlechtere Schülerleistungen in jüngster Zeit verantwortlich sein können,  dafür gibt es keine Erklärung.

“Die Arbeit der Grundschullehrer wird diskreditiert”

Der Verband Bildung und Erziehung (VBE) hält die Übertragung der Untersuchungsergebnisse auf die praktische Arbeit der Grundschulen deshalb auch für unseriös. „Indem Herr Meidinger die Ergebnisse der Studie der Universität Bonn unreflektiert zum Anlass nimmt, die Schreiblernmethode `Lesen durch Schreiben` grundsätzlich zu verdammen, diskreditiert er die Arbeit vieler Grundschullehrkräfte. Viele von ihnen arbeiten erfolgreich mit einem Lese- und Schreiblernkonzept nach dem Spracherfahrungsansatz, das Teile der Methode ‚Lesen durch Schreiben‘ integriert. Den Eindruck zu erwecken, dass die Methode „Lesen durch Schreiben“ vielfach in Reinform unterrichtet werde, widerspricht der Realität“, erklärt Vorsitzender Udo Beckmann. Und der VBE wisse, wovon er spreche: Der Verband vertrete – anders als der Deutsche Lehrerverband, ein Dachverband – tatsächlich zahlreiche Grundschullehrkräfte.

Beckmann betont: „Vielleicht ist es Herrn Meidinger entgangen, dass in den Grundschulen eine große Heterogenität vorherrscht. Kinder aus verschiedenen Nationen und Kulturen lernen wie in keiner anderen Schulstufe und Schulform zusammen. Grundschullehrkräfte differenzieren ihre Unterrichtsinhalte auf der Grundlage der Lernentwicklung und der Fähigkeiten der Kinder, mit denen sie täglich arbeiten. Jedes Kind hat einen eigenen Zugang zum Lernen und demzufolge auch zur Erarbeitung der Rechtschreibung. Ein einseitiges Verbot einer Methode ist keine Lösung und steht im krassen Widerspruch zu der von der Politik immer wieder geforderten Selbstverantwortlichkeit von Schule. Wenn das Schreibenlernen mit der Fibel in der Praxis vollständig überzeugt hätte, hätten sich Grundschullehrkräfte längst flächendeckend dafür entschieden.“

Der VBE vertritt die Ansicht, dass jede einzelne Schule die Entscheidung treffen sollte, auf welche Weise sie den Kindern in den ersten Schuljahren das Lesen und Schreiben vermittelt. Schließlich arbeite jede Schule auf der Grundlage der vorgeschriebenen Lehrpläne – und übernehme dafür Verantwortung, dass die Kinder am Ende der Grundschulzeit über die erforderlichen Kenntnisse im Bereich der Rechtschreibung verfügen.

„Wenn eine gesellschaftliche Diskussion über die Rechtschreibfähigkeiten von Kindern gewünscht ist, muss es ebenfalls eine differenzierte gesellschaftliche Diskussion darüber geben, dass Kinder sich nicht mehr im gleichen Maße konzentrieren können, dass die Aufmerksamkeitsspanne zurückgegangen ist und dass viele Kinder nicht mehr über ausreichend grob- und feinmotorische Fähigkeiten verfügen“, erklärt Beckmann. „Die Realität vereinfachende Pauschalurteile und Forderungen, wie sie von Herrn Meidinger getroffen wurden, helfen hier nicht weiter.“

Auch der Thüringer Lehrerverband (tlv) – ein Landesverband des VBE – weist Meidingers Forderung entschieden zurück. Er sei regelrecht entsetzt darüber, dass ein Verband, der von sich behaupte, für die Schulen zu sprechen, das komplette Verbot einer ganzen Lehrmethode fordere., sagt  tlv-Vorsitzender Rolf Busch. „Es gibt nicht den einen Typ Schüler“, erklärt Busch, „und genau deshalb arbeiten unsere Grundschullehrer mit verschiedenen Methoden, von denen keine allein eingesetzt wird. Eine davon kann Lesen durch Schreiben sein.“ Nur dank dieser Auswahl sei es überhaupt möglich, den Anforderungen der zunehmend heterogenen Klassen gerecht zu werden und die Schüler individuell und bedarfsgerecht zu fördern. „Manche Kinder kommen und können schon lesen. Andere haben noch Schwierigkeiten, beim Sprechen klare Laute zu formulieren. Es gibt Kinder mit Verhaltensdefiziten und solche, die noch kaum Deutsch verstehen.“

Natürlich, so Busch weiter, sei es gut und wichtig, aktuelle Studien auszuwerten und die Ergebnisse für Weiterentwicklungen zu nutzen. „Aber sämtliche Rechtschreibprobleme darauf zurückzuführen, dass Lesen durch Schreiben als eine von mehreren Methoden zum Einsatz kommt, zeugt von wenig Sachkompetenz. Außerdem wird durch derartige Äußerungen das großartige Engagement unserer Grundschullehrer mit Füßen getreten.“

Provokant gefragt: Wie würden wohl Gymnasiallehrer reagieren, wenn ihnen Kollegen aus anderen Schulformen beispielsweise den Frontalunterricht verbieten wollten? bibo / Agentur für Bildungsjournalismus

Hintergrund

„Schreiben nach Hören“ oder „Schreiben nach Gehör“ wird auch „Lesen durch Schreiben“ genannt, weil der Methode die Annahme zugrunde liegt, Schreiben gehe dem Lesen voraus. Der Ansatz wurde in den 70er Jahren vom Schweizer Reformpädagogen Jürgen Reichen entwickelt: Kinder sollen Lesen lernen, indem sie Wörter aufschreiben; eine Korrektur der Rechtschreibung ist zunächst nicht wesentlich. „Allerdings muss für alle Beteiligten deutlich geklärt werden, dass diese Kinderschreibungen nicht das Ziel des Unterrichts sind, sondern ein wichtiger Zwischenschritt auf dem Weg zum immer richtigeren Schreiben“, so erklärt die stellvertretende Vorsitzende des Grundschulverbands, Prof. Dr. Erika Brinkmann.

CDU schürt Empörung der Eltern gegen „Schreiben wie Hören“ – und zettelt so einen Kulturkampf gegen die Grundschule an

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29 KOMMENTARE

  1. “Eine Untersuchung des Germanisten Prof. Wolfgang Steinig ergab, dass die Methode lediglich von drei Prozent der Grundschulen praktiziert werden.”

    Na, wenn bereits diese angeblich nur drei Prozent schon für einen so langlebigen und nicht zu stillenden jahrelangen Aufschrei bei den Eltern und in der Öffentlichkeit sorgen, dann muss die Anwendung dieser “Methode” ja wirklich extremst negative Auswirkungen haben.

    Oder wurde und wird “Schraibn nach Gehöa” etwa doch viel öfter angewendet, als einige Verbandsfunktionäre und Grundschulkolleginnen der staunenden Öffentlichkeit weismachen wollen?

    Herr Rabe (SPD) und danach Frau Eisenmann (CDU) in Baden-Württemberg dürften gute Gründe gehabt haben, diesen Menschenversuch an Grundschulkindern zu verbieten.

  2. Die Uni Bonn hat also eine Studie gemacht zu einer Methode, die nur an 3 Prozent der Grundschulen praktiziert werde. Das ist doch lächerlich. Hunderttausende von Eltern haben in den letzten Jahren erlebt, wie ihnen in den ersten beiden Grundschuljahren ihrer Kinder verboten wurde, die Fehler in den Heften zu korrigieren.
    Dass der VBE jetzt diese Probleme kleinredet und so tut, als werde die Arbeit der Grundschullehrkräfte in Frage gestellt, ist ein Armutszeugnis. Er soll sich lieber die Frage stellen, warum er in den letzten Jahren nichts dagegen getan hat, dass stückweise in allen Bundesländern das Schreiben und Bewerten von Diktaten abgeschafft worden ist. Die BLLV-Vorsitzende Fleischmann hat übrigens einer Zeitung zu dieser Bonner Studie gesagt, die schlechten Ergebnisse der Reichenmethode lägen daran, dass ein falsches Messverfahren angewandt wurde, um die Rechtschreibkompetenz zu messen. Man habe nämlich Fehler in Diktaten gezählt. OK, wie soll man denn Rechtschreibkompetenz anders messen als durch Fehlerzählen?

    • Wolfgang Bergmann schrieb: “Hunderttausende von Eltern haben in den letzten Jahren erlebt, wie ihnen in den ersten beiden Grundschuljahren ihrer Kinder verboten wurde, die Fehler in den Heften zu korrigieren.
      Dass der VBE jetzt diese Probleme kleinredet und so tut, als werde die Arbeit der Grundschullehrkräfte in Frage gestellt, ist ein Armutszeugnis.”

      Danke für Ihre offenen Worte.

  3. Vielleicht liegt es ja auch an der herrschenden Sprachverwahrlosung der Kinder? Wenn schon für muttersprachliche Kinder deutsche Wörter wie in einer Fremdsprache erlernt werden müssen, weil sich niemand mehr mit ihnen beschäftigt, braucht man sich meiner Meinung nach nicht wundern…

    • @Aufgebrachte Leserin
      Unabhängig vom untersuchten Schülerklientel sind die Leistungen in der Rechtschreibung in der Fibel-Gruppe nachhaltig deutlich besser. Das ist die Essenz dieser prospektiven und vergleichenden Arbeit dreier gleichstarker Schülergruppen.
      Und diese Arbeit wird hoffentlich der Anfang einer Reihe von weiteren sein, um dann ähnlich, wie in der Medizin, Leitlinien zu entwickeln auf dem Boden valider Großstudien.
      Was spricht dagegen, weitere derartige Studien durchzuführen, an denen die Hochschulen beteiligt werden.
      Es geht darum effektiven Methoden den Vorzug zu geben gegenüber anderen, die unabhänigig von weiteren Einflussgrößen, weniger zuträglich in der Vermittlung dieser Grundfähigkeiten sind.
      Der Spracherfahrungsansatz und verwandte Methoden, wie LDS und am Laut orientiertes, freies Schreiben mit Hilfe einer Anlaut-Tabelle, sind im Anfangsunterricht der ersten und zweiten Klasse deutlich schlechter in der Vermittlung einer sicheren Automatisierung des Schreibens.
      Der Vorteil der analytisch-synthetischen und Silben analytischen Werke liegt in der klar strukturierten Vorgabe der Grapheme, an der man sich orientieren kann, sowie der Vermittlung der Hauptgrapheme und später der Orthographeme nach ihrer Bedeutung und der allgemeinen Häufigkeit bei der Anwendung im Schriftsprachgebrauch, um sicher ein eigenständiges Schreiben zu erlernen.
      Der Schlüssel zum Erfolg, als entscheidenden Ausschlag für die Vermittlung dieser Fähigkeiten, liegt aber in den Fähigkeiten, der Didaktik und den Kenntnissen linguistisch gut ausgebildeter Lehrerinnen, denen man angemessene Klassengrößen bieten muss, um der zunehmend heterogenen Vielfalt der Schülerschaft gerecht werden zu können.
      Kleinere Klassengrößen bei zunehmender Heterogenität wäre eine Maßnahme Schülern und Lehrern gerecht zu werden.

  4. Auszug mdr.de, 18.09.2018

    Bundesbildungsministerin fordert Rückkehr zur Fibel-Lernmethode

    Die Ergebnisse einer Studie der Uni Bonn zu Schreiblern-Methoden sorgen für Diskussionen. Bundesbildungsministerin Anja Karliczek forderte in einem Zeitungsinterview die Rückkehr zum Lernen nach der alten Fibel-Methode.

    Bundesbildungsministerin Anja Karliczek fordert, dass an Schulen Rechtschreibung wieder stärker nach der herkömmlichen Fibel-Methode gelehrt wird. Die CDU-Politikerin sagte den Zeitungen der Funke-Mediengruppe, “richtig lesen und schreiben zu können ist und bleibt entscheidend, ohne diese Kulturtechniken geht es nicht”.

  5. Die Aufregung ist nicht so wirklich zu verstehen, die ersten Studienergebnisse dazu sind doch schon über 15 Jahre alt und werden nur mal wieder bestätigt.

  6. wdr.de, 18.09.2018

    Kinder lernen nach alter Fibel besser als nach der freier Methode

    Barbara Eichenauer ist Deutschlehrerin an einer Düsseldorfer Gesamtschule. Mit den Fünftklässlern macht sie immer erstmal Rechtschreibtests. Und die fallen seit Jahren immer schlechter aus.

    Video siehe

    www1.wdr.de/mediathek/video/sendungen/aktuelle-stunde/video-kinder-lernen-nach-alter-fibel-besser-als-nach-der-freier-methode-100.html

  7. Die Hochblüte der LdS-Methode ist bereits gute 10 Jahre her. Leider hielt sie sich viel zu lange und nahm erst allmählich ab, weil Warner (auch unter den Lehrern) durch Diffamierung als altmodisch, unzugänglich für Neues und ewig gestrig auf taube Ohren stießen.
    Wenn heute nur noch geschätzte 3 Prozent der Grundschulen die Reichen-Methode praktizieren, so ist das eine gute Botschaft, noch besser wäre allerdings, die Methode verschwände völlig von der Bildfläche.

    • Zählt man aber die verwandten Methoden des Spracherfahrungsansatzes mit Fibeln,z.B. Tinto, Konfetti und andere Fibeln , im Schüler gesteuerten Lernen und die Rechtschreibwerkstatt von Norbert-Sommer-Stumpenhorst hinzu, so sind es deutlich mehr Schulen, die diese Methoden im Mix anwenden.
      Mich interessiert welche Fibelwerke zur Anwendung kamen.

      • “Mich interessiert welche Fibelwerke zur Anwendung kamen.”
        Eine weitere Frage zur Studie, die auch ich interessant finde,
        … die aber eben auch zeigt, dass der Einsatz von Methoden und Materialien vielfältig ist.

        Ebenso, wie “Fibel” nicht gleichbedeutend mit rein analytisch-synthetisch ist, sofern man Tinto derart nutzt, ist “LdS” nicht gleichbedeutend damit, dass alles 4 Jahre lang ohne Anleitung, ohne Regeln, ohne Korrektur läuft.

  8. Es wurde nie die Reinform unterrichten…
    Aber: Im erste Schuljahr Texte schreiben dürfen, wie man will und diese häufig unverbessert den Schülern zum Lesen zu geben bewirkt bei schwachen Rechtschreibern, dass sie Anfang Klasse 3 immer noch „wia“ und „ schbringen“ schreiben. Und komischerweise gerade bei den schwächsten Schülern die „ich-schreibe-wie-ich-will“ Haltung zu verstärken. Ja, die Kinder bringen weniger Fähigkeiten mit, dass heißt aber nicht, dass wir darauf mit runterschrauben der Ansprüche reagieren sollten. Die Abwärtsspirale wird beschleunigt, durch Eltern die meinen, Erziehung und Lehre sind einzig die Aufgabe der Schule und sie hätten keine anderen Pflichten mehr als Ernährung, Kleidung und Wohnraum. Das sind zwar nicht alle Eltern, aber leider jährlich mehr.

    • Und warum führte man nicht die Risiko-Schüler direkt an die richtigen Grapheme heran, half mit Silben analytisch, linguistischen Methoden, wie der Häuser-Methode nach Röber , das System der deutschen Orthographie als Hilfe anzuwenden, Reime zu bilden, selbständig Ableitungen zu bilden und den eigenständigen Umgang mit der Schrift sukzessive zu lernen.
      Fehler behindern den weiteren Lernprozess, verhindern die Bildung von Automatisierungen auf höherer Ebene. Warum sollten die Schüler sich selbstständig die deutsche Schriftsprache erschließen, wenn die Generationen davor seit 1525 mit den Bibelübersetzungen dafür 400 Jahre brauchten.
      Unmöglich bezeichne ich eine derartige Vorgehensweise und absolut weltfremd in seiner Zielsetzung, und dann auch noch der Versuch dieses Unterfangen bei den Risikoschülern umzusetzen.
      Aber jetzt werden endlich Korrekturen vorgenommen werden, damit wir nicht noch mehr Schüler verlieren werden.
      Leute wie ich wurden auf Grund ihres unbequemen Engagements für die Schule erst gar nicht in eine Schulkonferenz hinein gewählt, damit alles beim Alten blieb. Es werden aber noch zwei weitere Kinder folgen. Allerdings hat sich jetzt endlich einiges in der Anfangspädagogik geändert, weil die Lehrer hier vor Ort ob der Ergebnissen und der Kritik der anderen Eltern sehr verunsichert waren.
      Endlich kann man mit einer Rektorin und Lehrern zusammen arbeiten und Schule gestalten.

  9. @ Wolfgang K.,

    Zitat: “Bundesbildungsministerin Anja Karliczek fordert, dass an Schulen Rechtschreibung wieder stärker nach der herkömmlichen Fibel-Methode gelehrt wird. Die CDU-Politikerin sagte den Zeitungen der Funke-Mediengruppe, “richtig lesen und schreiben zu können ist und bleibt entscheidend, ohne diese Kulturtechniken geht es nicht”.”

    Gut so!

  10. Die Tatsache, dass sich Schreiben nach Gehör so durchsetzen konnte, zeigt nur, dass die Verlagerung des Lehramststudium an die Universitäten nicht zu mehr Wissenschaftlichkeit geführt hat. Somit besteht kein ernsthaftes Argument gegen eine Verlagerung des Lehramtsstudium an pädagogische Fachhochschulen. Darüber hinaus rechtfertigen die schlechten Methoden auch eher eine zukünftige Besoldung der Lehrer nach E9 statt nach A13. Schlechte Leistung sollte kaum auf Kosten der Steuerzahler noch belohnt werden.

    • Mich ärgert (als Lehrerin, die mit der Fibel arbeitet) diese plakative Schwarzweißmalerei.
      Die Rechtschreibleistungen waren bis vor ein paar Jahren (im internationalen Vergleich) in den Grundschulen in Ordnung.
      Der zuletzt festgestellte Leistungsabfall korreliert mit Beginn der entlastungsfreien Inklusion und dem Zuzug vieler Flüchtlinge. Beides mussten Grundschulen größtenteils ohne Unterstützung wuppen. Das da die Leistungen sinken, war zu erwarten und ist keiner Methode geschuldet.
      Deswegen und Grundschulkollegen unsere Qualifikation abzusprechen, finde ich unangemessen.

    • Genau! Und weil die Abiturienten immer studierunfähiger werden, nehmen wir doch die Gymnasiallehrer gleich mit! Es lebe die sachliche Diskussion!

      • Die Gymnasiallehrer kommen gerne mit, weil sie ganz genau wissen, dass die Lehrpläne Sek II schon lange nicht mehr für eine Studierfähigkeit ausreichen. Ihr erhofftes Ziel der beleidigten Gegenkommentare verpufft in einer für Sie ungewollten Zustimmung.

        • Es freut mich, wenn Sie “mitkommen”, immerhin forderte Krokodilstreicher E9 ! Allerdings bin ich mir nicht ganz sicher, ob Ihre Kolleginnen das ebenfalls so sehen….

          • Na ja, der Grad an Wissenschaftlichkeit beim Studium des gymnasialen Lehramtes hat zumindest aktuell noch viel Platz nach unten, um nicht völlig wissenschaftsfrei zu sein. Beim Sek I- und Grundschullehramt sieht das schon anders aus, wenngleich Sie das nur sehr ungerne lesen werden.

            Bei der Umsetzung von A/E9 möchte ich die Studenten sehen, die sich für ein perspektivisches Jahreseinkommen von derzeit weniger als 40000€ brutto im Jahr die lange Ausbildung und den Stress im Beruf antun wollen. Ob die Ursache in den schlechten Schülerleistungen in der schlechten Arbeit der Lehrkräfte oder den ganzen pädagogischen Säuen, die durchs Dorf getrieben werden, liegt, weiß man nicht so genau. Aus rein fachlicher Sicht müssen alle Schulformen wieder eine gehörige Schippe drauf legen und die Eltern gehörig in die Pflicht genommen werden.

          • Ach soooo! Also gehen die Gymnasiallehrer doch nicht mit? Welche Absicht stand dann hinter Ihrem Post von 18.55 Uhr?

          • zu dem Zeitpunkt wusste ich nicht, dass sie die forderung nach e9 gut finden. Außerdem haben sie es nicht so mit sachlich.

  11. @ Krokodilsstreichler,

    Zitat: “Somit besteht kein ernsthaftes Argument gegen eine Verlagerung des Lehramtsstudium an pädagogische Fachhochschulen. ”

    ich bin auch dafür, dass Grundschullehrer (wieder) an Fachhochschule ausgebildet werden können, wie seinerzeit in der DDR und teilweise auch in Westdeutschland. Da ich von der DDR-Ausbildung, die ich aber nur vom Hörensagen kenne, sehr viel halte aufgrund dessen, was (!) ich dazu höre und lese und in Form von Lehrern meineer Tochter kennengelernt habe, ist das aus meinem Munde ganz gewiss keine Geringschätzung (!), sondern soll den Beruf einem weiteren Bewerberkreis eröffnen.

    Für eine Gehaltskürzung bin ich hingegen nicht. 🙂 (Sowas habe ich auch nie propagiert.)

    • Abgesehen von der Politik / Indoktrination / Propaganda soll die DDR-Schulbildung um Längen besser gewesen sein als die westdeutsche. Leider wurde nach der Wende das westdeutsche System übernommen und die Leistungen passten sich aneinander an, d.h. die der neuen Länder sanken noch deutlich weiter ab als die der alten.

  12. Heute hat Brandenburg beschlossen, LdS zu verbieten und den Rechtschreibunterricht an Grundschulen mit einem 5-Punkte-Programm generell zu stärken. Das ist sehr erfreulich. An Brandenburgs Schulen wird ab nächstem Schuljahr wieder vorrangig auf Fibelunterricht gesetzt.
    Offensichtlich zeigt die Bonner Studie doch Handlungsbedarf auf.

    https://www.lr-online.de/nachrichten/brandenburg/brandenburger-schueler-lernen-wieder-mit-fibel_aid-33309601

  13. Der Rahmenlehrplan Brandenburgs fordert übrigens lautorientiertes Schreiben.
    Hmm.
    Das widerspricht, meiner Meinung nach, dem, was die Ministerin fürs kommende Schuljahr fordern will.

    Übrigens sind die Pädagogen meiner Schule seit Jahren absolute Fans eines Fibellehrganges und klagen trotzdem über nachlassende Rechtschreibleistungen der Schüler.

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