Fast nur Lehrerinnen an bayerischen Grundschulen – Ruf nach mehr Männern

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MÜNCHEN. Bayerns Schulen sind überwiegend in weiblicher Hand – das soll sich ändern. Vor allem an den Grundschulen mangelt es an männlichen Lehrern; der Frauenanteil beträgt dort fast 90 Prozent. «Als ausgebildeter Lehrer kann ich jungen Männern nur empfehlen, diesen fordernden, aber auch erfüllenden Beruf zu ergreifen», sagte Kultusminister Bernd Sibler (CSU).

Auch der Bayerische Lehrer- und Lehrerinnenverband (BLLV) wünscht sich mehr männliche Lehrer. «Das heißt nicht, dass von Lehrerinnen schlechtere Arbeit geleistet wird», betonte die BLLV-Vorsitzende Simone Fleischmann. «Aber ausschließlich weibliche Vorbilder bilden nicht die Realität in der Arbeitswelt ab.»

Gesuchte Spezies: männliche Grundschullehrer. Foto: Bildarchiv Universität Bielefeld © Christian Schwier / flickr (CC BY 2.0)
Gesuchte Spezies: männliche Grundschullehrer. Foto: Bildarchiv Universität Bielefeld ©Christian Schwier / flickr (CC BY 2.0)
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Im vergangenen Schuljahr waren 73 Prozent der rund 121 000 Lehrkräfte an allgemeinbildenden Schulen weiblich. An Mittelschulen und Realschulen lag der Frauenanteil bei rund zwei Dritteln. «Eine ausgewogene Mischung in den Kollegien ist an vielen Schulen gegeben; sicherlich wäre sie an noch mehr Schulen wünschenswert», sagte Sibler.

Ein Grund für den Mangel an männlichen Grundschullehrern ist laut BLLV die schlechtere Bezahlung im Vergleich zu anderen Schularten. Dies verleite viele männliche Lehramtsanwärter dazu, sich für die weiterführenden Schulen ausbilden zulassen. «Das Ziel sollte sein zu sagen: Alle Lehrer sind Lehrer und verdienen das gleiche Geld», forderte Fleischmann. Wenn der Beruf attraktiver werde, fänden sich auch mehr Männer. (dpa)

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6 KOMMENTARE

      • Achtung, hier werden häufig Nasen gezählt, um die Quote zu ermitteln. Tatsache ist aber, dass ein wesentlich höherer Anteil der weiblichen Lehrkräfte eine Teilzeitstelle hat im Vergleich zu den männlichen Kollegen.
        Aber selbst auf der Vergleichsbasis von Vollzeitstellen beträgt der Anteil der weiblichen Lehrkräfte an GY mittlerweile mehr als 50%.

        • Ich verstehe nicht, welche Bedeutung die Teilzeit-Frage hier hat. Geht es Ihnen darum, dass in gesamt unterrichteten Stunden die Kinder doch mehr Männer sehen als nach den Stellenzahlen? Die meisten meiner Kolleginnen reduzieren ihre Stundenzahl ein wenig, wenn ihre Kinder klein sind (also für 3 – 7 Jahre) und arbeiten vorher und nachher voll. Ich ziehe meinen Hut vor jedem, der es schafft, eine 100%-Stelle gut auszufüllen, ich könnte das nicht und lebe mit meinen 80% sehr zufrieden.

          • Ganz einfach: 1 Vollzeitstelle männlich und 2 Halbzeitstellen weiblich bedeutet ein Frauenanteil von 66%, eine Stundenverteilung von 50% weiblich.

          • Danke @XXX.
            Statistik – besser gesagt Stochastik – ist der Teil der Mathematik den die wenigsten Erwachsenen beherrschen.

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