Lehrermangel: Tullner sucht jetzt Erzieher als “pädagogische Mitarbeiter” an Grundschulen

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MAGDEBURG. Sachsen-Anhalt weitet seine Personalsuche für die Schulen aus. In den nächsten Wochen können sich Erzieher für mehr als 300 unbefristete Stellen als pädagogische Mitarbeiter bewerben, wie das Bildungsministerium am Montag mitteilte. Sachsen-Anhalt will nicht nur die Zahl der Lehrer deutlich erhöhen. Jede Grundschule soll künftig mindestens einen pädagogischen Mitarbeiter als Unterstützung bekommen, größere je nach Schülerzahl auch zwei oder drei. Dafür sollen die Stellen von 1400 auf 1800 aufgestockt werden.

Sachen Anhalts Bildungsminister Marco Tullner ist überzeugt, dass manche Schüler an Förderschulen besser aufgehoben sind als an allgemeinbildenden. Foto: Verbraucherzentrale Bundesverband / flickr (CC BY 2.0)
Stellt jetzt verstärkt “pädagogische Mitarbeiter” ein: Bildungsminister Tullner. Foto: Verbraucherzentrale Bundesverband / flickr (CC BY 2.0)

«Das ist ein enorm wichtiger Schritt», erklärte Bildungsminister Marco Tullner (CDU) laut Mitteilung zum Start der Personalsuche. «Nachdem über viele Jahre die pädagogischen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter als Auslaufmodell galten, schaffen wir nun eine dauerhafte Perspektive.» Der Ausschreibungsrunde sollen weitere folgen.

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Pädagogische Mitarbeiter sind eine Unterstützung für die Lehrer. An Grund- und Förderschulen sollen die Kinder so individueller gefördert und unterstützt werden. Jahrelang hatte das Land jedoch kein neues Personal eingestellt. Im Sommer wurden dann bereits 70 unbefristete Stellen an Förderschulen ausgeschrieben. Mit der jetzigen Runde soll die Zahl der pädagogischen Mitarbeiter erstmals seit Langem wieder steigen, hieß es.

Sachsen-Anhalt fand zu Beginn des Schuljahres für 200 Lehrerstellen vor allem an Grundschulen (und damit für fast ein Drittel der neu zu besetzenden Stellen) trotz der Aufnahme zahlreicher Seiteneinsteiger keine Bewerber. dpa

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2 KOMMENTARE

  1. Naja, darauf muss es ja hinauslaufen. “Richtige Lehrer” sind einfach zu teuer, also “erfindet” man eine neue Anstellungsart, die pädagogischen Mitarbeiter, die für vermutlich sehr viel weniger Gehalt Unterricht bzw. Förderung abdecken werden.

    Gleiches Geld für gleiche Arbeit? Ach, was scheren mich die Nachteile, die die anderen haben.

    • Habe ich ja immer gesagt, der Staat wird an anderer Stelle einzusparen versuchen, was er woanders mehr ausgeben muss.

      Die pädagogischen Mitarbeiter werden die Leidtragenden sein. Lehrer 2. Klasse könnte man auch sagen.

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