Nur noch ein Drittel der Schüler erkennt einen Spatz: Forschungsarbeit zeigt Wissenslücken bei Vogelarten auf

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MÜNCHEN. Wer kennt den Erlenzeisig? Laut einer Studie kennen sich bayerische Schüler immer weniger mit einheimischen Vögeln aus. Der Umweltminister zeigt sich alarmiert.

Zwei Drittel der bayerischen SChüler erkennen einen solchen Spatz nicht. Foto: Thomas Depenbusch (Depi) / flickr (CC BY 2.0)

Viele Schüler im Freistaat kennen sich laut einer Studie kaum mit einheimischen Vogelarten aus – und das Wissen wird schlechter. «Laut unserer Untersuchung konnten bayerische Gymnasiasten im Schnitt nur 5 von 15 häufigen Singvogelarten richtig benennen», sagte der Leiter der Studie, Thomas Gerl von der Universität München. Wie der Landesbund für Vogelschutz (LBV) mitteilte, waren an der Untersuchung knapp 2000 Schüler aller Schularten zwischen 10 und 19 Jahren beteiligt.

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Die Daten wurden mit einer älteren Studie verglichen. Besonders aussagekräftig sind laut LBV die Ergebnisse für die knapp 1400 beteiligten G8-Gymnasiasten: Sie schnitten schlechter ab als eine vergleichbare Gruppe aus dem Jahr 2007, die das damalige G9 besuchte. «Gymnasiasten erkannten im Schnitt eine Art weniger als vor zehn Jahren», sagte Gerl. Insgesamt ging bei zwei Drittel der untersuchten Vogelarten die Bekanntheit zurück.

Mädchen schnitten in der Studie deutlich besser ab als Jungen und Schüler in Städten wie München oder Augsburg besser als Schüler auf dem Land – letzteres war mal anders. Für Gerl sind die Ergebnisse ein Alarmsignal: «Wenn wir so weitermachen, wird es bald niemanden mehr geben, der überhaupt noch merkt, welche Arten aussterben.»

Bekanntester Vogel: Amsel

Der bekannteste Vogel unter bayerischen Schülern war die Amsel: Gut drei Viertel erkannten das schwarze Tier mit dem gelben Schnabel. Einen Spatz konnte nur etwa ein Drittel identifizieren. Der Buchfink, der häufigste einheimische Singvogel, wird nur von 14 Prozent der Schüler richtig benannt. Die Rangliste der bekanntesten Vogelarten änderte sich in den vergangenen Jahren kaum: Ganz oben stehen Amsel, Rotkehlchen und Blaumeise. Hinten landen Grünfink, Buchfink und Erlenzeisig.

Umweltminister Thorsten Glauber (Freie Wähler) bezeichnete das Ergebnis der Studie als unbefriedigend. «Umweltbildung ist ein zentraler Schlüssel für erfolgreichen Natur- und Artenschutz», sagte er. «Denn etwas zu kennen und zu schätzen ist Voraussetzung dafür, auch selbst zu dessen nachhaltigem Schutz beizutragen.»

Um das Wissen der Schüler zu verbessern, will Glauber das Netz der bisher 57 «Umweltstationen» in Bayern ausbauen: «In jedem Landkreis soll es eine eigene Umweltstation geben, die sich eng mit den Schulen und Kindergärten vernetzt», sagte er. In Bayern gibt es 71 Landkreise. Die Einrichtungen werden von verschiedenen öffentlichen und privaten Institutionen betrieben – etwa Kommunen, Verbänden, Volkshochschulen und Kirchen. An den Stationen können sich Kinder und Erwachsene über verschiedene Umweltthemen informieren. dpa

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2 KOMMENTARE

  1. Ich sehe zweierlei Gründe: Erstens gibt es ja den Spatz auch immer seltener.

    https://www.br.de/rote-liste/spatz-sperling-haussperling-feldsperling-100.html

    Zweitens liegt es wohl auch daran, dass heutzutage in den Schulen “nur noch” Kompetenzen vermittelt werden (wobei ich nichts dagegen habe, AUCH Kompetenzen zu vermitteln) und auf Wissen weniger Wert gelegt wird. Bei den viele freien Unterrichtsmethoden hat der Lehrer auch kaum noch Überblick und Einfluss darauf, was der Einzelne lernt.

    Auch die schlechten Rechtschreibleistungen sind eine Folge davon!

  2. Die Artenkenntnis wird sich bessern, wenn Artenkenntnis als Ziel im Lehrplan steht.
    Aber es geht ja wohl nicht allein darum, zu einem Federkleid einen Namen zu wissen. Wir spielen in der Schule nicht “Wer wird Millionär”. Nach den Lehrplänen in RP werden die Schüler kein einziges Tier in seinem ganzen Lebenszusammenhang kennenlernen. Also, wen wundert’s?

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