Die Kampagne “A13 für alle” wirkt! Bremen beendet “Stände-Denken, Gymnasiallehrer seien wichtiger als Grundschullehrer”

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BREMEN. “A13 für alle” – die bundeweit laufenden Kampagnen von VBE und GEW für die finanzielle Gleichstellung aller Lehrkräfte wirken sich aus: Auch im kleinsten Bundesland, immerhin, werden Lehrerinnen und Lehrer an Grundschulen künftig besser bezahlt. Der Bremer Senat hat sich auf ein Stufenmodell geeinigt, nach dem das Einstiegsgehalt bis 2021 von der Besoldungsgruppe A12 auf A13 angehoben wird, wie Regierungschef Carsten Sieling (SPD) am Dienstag sagte. Bislang wird eine Grundschullehrerin schlechter bezahlt als eine Gymnasiallehrerin, die direkt mit A13 einsteigt.

Wird von der Leiterin eines Bremer Gymnasiums verklagt: die Bildungsenatorin der Handestadt, Claudia Bogedan (SPD). Foto: Senatorin für Kinder und Bildung
Stellt Grundschullehrer in absehbarer Zeit mit ihren Kollegen am Gymnasium finanziell gleich: die Bildungsenatorin der Handestadt, Claudia Bogedan (SPD). Foto: Senatorin für Kinder und Bildung

Nach dem Modell sollen vom kommenden August an rund 1400 Frauen und Männer an Grundschulen und in der Sekundarstufe I stufenweise mehr Geld bekommen. Der Unterschied zwischen A12 und A13 beträgt monatlich mehrere Hundert Euro brutto. Die Bürgerschaft muss dem Vorhaben noch zustimmen. Erzieherinnen mit besonders herausfordernden Tätigkeiten sollen ebenfalls besser bezahlt werden. Davon könnten rund 1300 Angestellte von Kita Bremen sowie von freien Trägern profitieren, wie Sieling berichtete.

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Mit der besseren Bezahlung will Bremen Erziehungs- und Bildungsberufe aufwerten und für Fachkräfte attraktiver werden. Das Stände-Denken, Gymnasiallehrer seien wichtiger als Grundschullehrer, werde nun beendet, sagte Finanzsenatorin Karoline Linnert (Grüne). Die Ausbildungszeit sei gleich, die Anforderungen seien auch an Grundschulen hoch. «Es gibt kein anderes Bundesland, das sich bislang so verbindlich festgelegt hat», sagte Bildungssenatorin Claudia Bogedan (SPD). Christian Gloede von der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft lobte die Entscheidungen, forderte aber, auch die Bedingungen für angestellte Lehrkräfte zu verbessern.

Für die Philologen ein Ärgernis

In Berlin, Brandenburg, Sachsen und Schleswig-Holstein haben die jeweiligen Landesregierungen bereits eine Angleichung der Lehrergehälter beschlossen. Unterschiede gibt es allerdings im Kleingedruckten: Während Berlin, Brandenburg und Sachsen – vom Lehrermangel an den Grundschulen besonders stark betroffen – kurzfristig reagieren, plant Schleswig-Holstein eine schrittweise Angleichung bis 2026. Für die GEW (und den gleichermaßen an der Kampagne beteiligten VBE) sind die Schritte in den Bundesländern große Erfolge, für den Philologenverband ein Ärgernis. In einer Pressemitteilung haben die Gymnasiallehrer die Kampagne als „Forderungen nach dem Einheitslehrer in Bezug auf Besoldung und Stundendeputat“ abgelehnt. News4teachers / mit Material der dpa

Streit um “A13 für alle” – Philologenverband legt nach: “Endlich” A14 für Gymnasiallehrer

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54 KOMMENTARE

  1. Ob die Bremer Schüler dann wohl in den Vergleichsstudien in Zukunft noch besser als zuletzt abschneiden werden?
    Schließlich wurden dort die meisten reformpädagogischen Lernmethoden implementiert, zelebriert, protegiert und umgesetzt, sodass Bremer Schüler inzwischen zu den besten der Republik zählen ?
    Bremen, ein Bundesland mit Vorbildcharakter, ungeahnten Möglichkeiten einer finanziellen Zuwendung, da man sich einer Unterstützung gewiss ist ?

  2. Et kütt wie et kütt? 🙂

    Ich bin erstens auf das Urteil aus NRW (?) gespannt. Sollte die unterschiedliche Besoldung dort für rechtens beurteilt werden, kann natürlich trotzdem jedes Bundesland allen Lehrern A 13 zugestehen. Vielleicht dann mit Zulagen pro Schulart? Gerne auch je nach Funktion und …

    Zweitens bin ich gespannt, wie sich das mittelfristig auswirken wird. Die A-13-Befürworter sagten ja immer, die meisten Lehramtsstudenten wählen ihr Lehramt nach dem Verdienst aus. Dann könnte ja nun ein Mangel bei den höheren Lehrämtern entstehen. Wie wird man den dann beseitigen? Ich weiß schon: Gehaltserhöhung.

    Was bleibt dann angesichts sinkender Steuereinnahmen und steigender Ausgaben (Tarifabschluss ÖD soll ja rund 9 Milliarden kosten) noch für signifikante Verbesserungen der Arbeitsbedingungen? Wohl eher nichts. Oder wer soll das dann auch noch finanzieren?

    • Wie ich wahrnehme, mangelt es inzwischen überall an Personal und wie ich wahrnehme, heißt die erste Lösung immer Gehaltserhöhung.

      Wenn alle aber mehr verdienen (und wem wollte man es verwehren?), dann wird auch alles teurer (Strom, Heizung, Mieten, Dienstleistungen, Gebühren …). Dann hat am Ende niemand wirklich mehr.

      Was haben wir dann “gewonnen”?

    • “Die A-13-Befürworter sagten ja immer, die meisten Lehramtsstudenten wählen ihr Lehramt nach dem Verdienst aus. Dann könnte ja nun ein Mangel bei den höheren Lehrämtern entstehen.”

      Sie haben eines der Probleme dabei erfasst, aber sagen sie das bloß nicht weiter… Die Politiker müssen in ein paar Jahren auf überrascht machen.

      Zum eigentlichen Artikel:

      “Die Ausbildungszeit sei gleich, die Anforderungen seien auch an Grundschulen hoch.”

      Eine nette Formulierung dafür, dass man da Äpfel mit Birnen vergleicht. Offensichtlich ist den Personen dort auch bewusst, dass man die Arbeit von Lehrern genauso schlecht miteinander vergleichen (und gleich bezahlen!) kann, wie die Arbeit von Ärzten oder Juristen mit ihren jeweiligen Fachrichtungen.

      “Mit der besseren Bezahlung will Bremen Erziehungs- und Bildungsberufe aufwerten und für Fachkräfte attraktiver werden.”

      Ich bin mir sicher, dass bei gleichbleibender Besoldung, aber dafür einem niedrigeren Stundendeputat und weiterer personeller Unterstützung an Grundschulen mehr Nachwuchs gewonnen werden könnte, als durch die Anhebung um 150-300€ netto pro Monat. Denn mit diesem Gehaltsplus werden zukünftig weitere Anforderungen auf die Grundschullehrkräfte zukommen. Niedrigeres Stundendeputat? Zusätzliches Fachpersonal zur Inklusion und Co.? Mehr Unterstützung für die Schulleitung? Mehr Unterstützung für ein Ganztagsangebot? Nein. Das Geld ist nicht da. Im Gegenteil: Schule belastet den Haushalt der Länder jetzt schon massiv. Es werden Einsparungen folgen müssen. Wenn sich das dann wieder rumgesprochen hat, wird auch A13 nicht mehr attraktiv genug sein für den Nachwuchs.

      Auf der anderen Seite wird auf den Gymnasien und Gesamtschulen (den zukünftigen Einheitsschulen) der Lehrermangel weiter zunehmen. Die einzige “Wertschätzung” für Lehrkräfte der Sek II lag in der Besoldung. Erklären sie mal jemanden, der mit einem Lehramtsstudium Mathe Sek II liebäugelt, warum dieser genauso viel verdienen und arbeiten soll wie eine Grundschullehrkraft, wenn er in der Wirtschaft bei weniger Arbeit mehr verdienen kann. So viel Idealismus kann kaum jemand mitbringen. Aber auch hier haben wir die Lösung: Quer- und Seiteneinsteiger. Vorreiter, man ist nicht verwundert: NRW und Berlin. Der Lehrerberuf verkommt zu einer Resterampe für diejenigen, für die es in der Wirtschaft keinen Platz gibt.

      • Das sind in meinen Augen Unkenrufe. Ich glaube nicht, dass dann plötzlich alles Grundschullehramt studiert. Aber es wird ausgleichende Gerechtigkeit geschaffen und der Verdienst spielt bei der Studienwahl (fast) keine Rolle mehr (Gymnasiallehrer werden, denke ich dennoch bei funktionslosen Beförderungen mehr Vorteile haben), sondern die Schülerschaft, die einem am meisten liegt.

        • “Das sind in meinen Augen Unkenrufe.”

          Nein es ist vielmehr eine rational-analytische Betrachtung. Das scheint vielen hier fern zu sein. Was völlig in Ordnung ist, nur emotionale Entscheidungen führen meist nicht zu den gewünschten Ergebnissen.

          Betrachten Sie bitte den aktuellen Haushalt ihres Bundeslandes. Betrachten Sie die Ein- und Ausgaben des Bildungsministeriums und den Anteil am Haushalt. Errechnen Sie die Mehrkosten von A13 für Alle und schauen dann was übrig bleibt. Dann versuchen Sie damit die schulischen Probleme von Überlastung von Lehrkräften, Schulleitungen, etc. zu lösen. Das geht nicht. Um mal eine Zahl zu nennen. In NRW würde A13 für alle, also nur die Erhöhung um die paar hundert Euro pro Lehrperson, 5% des Budgets des Schulministeriums ausmachen!

          Insofern fehlt es an finanziellem Spielraum die Arbeitsbedingungen zu verbessern und damit steigt die Attraktivität der Arbeit einer Grundschullehrkraft nicht, wenn die Ausgangsbedingungen nicht besser werden.

          “Aber es wird ausgleichende Gerechtigkeit geschaffen”

          Aus Sicht des Besoldungsrechts ist das die notwendige Umsetzung, hat aber nichts mit “Gerechtigkeit” zu tun. Gerade das muss man eben in der heutigen Zeit anprangern. Das Beamtentum verliert zunehmend an Attraktivität. Ich bin dankbar für die Arbeit der Grundschullehrkräfte und in einer anderen Welt würde ich diesen Personen, wie auch Polizisten, Pflegern, etc. wesentlich mehr bezahlen, aber in unserer Welt muss man sich folgendes klar machen. Wir senden damit ein Signal an die jungen Menschen und das lautet: Euer Studium, z.B. der Mathematik o.ä., wird nicht wertgeschätzt. Ganz im Gegensatz zur Wirtschaft. Die Unternehmen schätzen eure Arbeit. Wir als Land/Schule nicht.
          Ja wir wissen alle, dass das so nicht stimmt, aber versetzen sie sich in die Lage einer 18-jährigen Person. Ich weiß nicht warum das so viele hier ignorieren. Wir stehen in direkter Konkurrenz zur Wirtschaft und diese zeigt uns auf wie es geht und schnappt uns die Leute vor der Nase weg.

          “der Verdienst spielt bei der Studienwahl (fast) keine Rolle mehr […], sondern die Schülerschaft, die einem am meisten liegt”

          Das sollte das Ziel sein, wird damit aber leider nicht erreicht. Warum? Ganz einfach: denken sie aus der Sicht von jemanden, der für Sek-II studiert. Diese Person wird sich die Frage stellen, warum man sich die Mühe im Studium machen soll dafür zu studieren, wenn man auch einfach für Sek-I oder für Grundschule studieren kann. Gerade in Zeiten wo ein Gymnasium kein Gymnasium mehr ist und in immer mehr Bundesländern sowieso nur noch die Wahl zwischen Gymnasium und Gesamtschule existiert, kann es einem als angehende Lehrkraft fast egal sein, für welche Schulform man studiert.

          Ja, es gibt Personen, die lieber mit älteren SuS arbeiten wollen. Dann studieren die für Sek-I statt für Sek-II. Es gibt Personen, die lieber mit jüngeren SuS arbeiten wollen. Dann studieren die für Grundschule statt für Sek-I. Der Mensch sucht sich in der Regel den Weg mit den geringsten Widrigkeiten.

          Im besten Fall haben Sie doch Recht. Dann verschieben wir das Problem von der Grundschule zur Oberstufe. Was suboptimal ist, wenn politisch forciert wird, dass pro Jahrgang 60-80% Abitur machen sollen. Im schlechtesten Fall passiert dadurch nichts dergleichen. Das wäre dann doppelt bitter, denn was aber passiert ist fehlendes Budget, um Lehrer, Schüler und Schulen zu entlasten.

          Im übrigen stelle ich mir gerade folgendes Szenario vor: sie haben Recht und dadurch wird der Lehrermangel an Grundschulen behoben und wir vergessen mal, dass die Arbeitsbedingungen dadurch nicht besser werden. Dann verschiebt sich das Problem in die Sek-II-Ausbildung (wobei Fachkräftemangel an weiterführenden Schulen ja auch nichts neues ist und niemand bisher eine Lösung hat). Was sollen wir dann machen? A14 für alle Lehrkräfte, die in der Oberstufe unterrichten? @Herr Mückenfuß hat das ja bereits angesprochen. Scheinbar ist die erste Lösung bzw. Forderung immer mehr Lohn.

          • “Nein es ist vielmehr eine rational-analytische Betrachtung.”

            An welcher Stelle findet sich die?
            Sie schreiben über die Gefühle derer, die sich für ein Mathematikstudium SekII entscheiden. Was daran ist rational?

            Sie senden ein ganz klares Signal: Sie möchten dankbar für die Arbeit der Grundschullehrkräfte sein, sie aber nicht entsprechend entlohnen. Damit sagen Sie den Grundschullehrkräften: Euer Studium wird nicht wertgeschätzt, eure Arbeit entsprechend auch nicht.

            Warum soll sich jemand die Mühe machen, Grundschullehramt oder Lehramt für SekI zu studieren und diese anstrengende Aufgabe auf sich zu nehmen, wenn mit gleichlangem und aufwändigem Studium eine besser entlohnte Aufgabe winkt?
            Dann gehen die Leute eben als SekII-Lehrkräfte in die Schulen, die auch alle sehr viel Unterricht in der SekI haben, oder suchen sich etwas anderes.

            Dass sich die Arbeitsbedingungen an allen Schulen zudem verbessern müssen, sehen alle. Und wenn sie klug sind, unterlassen sie die gegenseitigen Vorhaltungen, sonderen treten alle gemeinsam und alle füreinander ein.

          • @Palim

            “An welcher Stelle findet sich die?
            Sie schreiben über die Gefühle derer, die sich für ein Mathematikstudium SekII entscheiden. Was daran ist rational?”

            Indem man den Landeshaushalt betrachtet. Investition in Schule ist ohne finanziellen Spielraum nicht möglich. Grundschulehrkräfte fordern doch neben mehr Lohn auch weniger Wochenstunden und mehr Personal. Das ist schlichtweg nicht tragbar. Somit werden sie besser entlohnt, was okay und gemessen an der Arbeit fair ist, aber sie werden in Zukunft keine Verbesserungen in irgendeiner anderen Form erleben. Genauso wie in den weiterführenden Schulen. Da ist genauso wenig Spielraum vorhanden. Sie hatten ihren Spielraum und haben ihn hergeben für ein bisschen mehr Lohn. Die Alternative wäre gewesen dieses Geld in bessere Arbeitsbedingungen NUR FÜR die Grundschule zu nutzen und somit selbst davon zu profitieren.

            Zur Mathematik: Ich habe über keine Gefühle gesprochen, sondern über das Senden von Signalen. Da möchte ich ihre folgende Aussage aufgreifen:

            “Warum soll sich jemand die Mühe machen, Grundschullehramt oder Lehramt für SekI zu studieren und diese anstrengende Aufgabe auf sich zu nehmen, wenn mit gleichlangem und aufwändigem Studium eine besser entlohnte Aufgabe winkt?”

            Genau jenes wird jetzt umgekehrt geschehen, wie ich schilderte. Warum noch die Mühe machen für Sek-II zu studieren? Wir verschieben das Problem. Zudem ist es nun mal schwieriger Nachwuchs in Mangelfächer in der Sek-II zu finden, als für die Grundschule. Wie sie selbst sagten. Statt für die Grundschule haben viele dann einfach für Sek-II studiert. Der Nachwuchs in der Sek-II wird uns dagegen von der Wirtschaft abgeknüpft.

            Im neuen Artikel dazu steht sogar diese Aussage explizit drin:
            https://www.news4teachers.de/2019/03/nach-beschluss-von-bremen-lehrer-finanziell-gleichzustellen-druck-auf-weil-steigt-a13-fuer-alle-auch-in-niedersachsen-einzufuehren-spd-ist-schon-dafuer/

            “Dass sich die Arbeitsbedingungen an allen Schulen zudem verbessern müssen, sehen alle. Und wenn sie klug sind, unterlassen sie die gegenseitigen Vorhaltungen, sonderen treten alle gemeinsam und alle füreinander ein.”

            Wo trete ich gegen jemand anderes an? Wo sage ich etwas negatives gegenüber Lehrkräften anderer Schulformen oder Fächer? Was wir hier erlebt haben war keine überlegte Entscheidung, sondern ein politisches Geschenk, um Wähler zu gewinnen. Die Konsequenz werden wir in Zukunft erleben. Wir hören ja schon jetzt erste Forderungen vom Philologenverband nach A14 für alle Gymnasiallehrer… Dazu muss man glaube ich nicht kommentieren.

          • @Palim

            In dem Artikel erwähnt zudem der Finanzminister auch, dass der finanzielle Spielraum gering ist. Liest denn eigentlich niemand die Zahlen? Alles was ich erwähne wird dort bedacht.

          • @Flexia
            Es kann doch nicht ernsthaft sein, dass das Geld für Gymnasiallehrer da ist und für Grund/Haupt/Realschullehrer nicht? Was für eine abstruse Argumentation?
            Es geht auch nicht darum, die Arbeitsbedingungen an Schulen allgemein zu verbessern!

            Es geht schlicht darum, die genannten Lehrer sachlich gerecht und verfassungsgemäß zu bezahlen. Nicht mehr und nicht weniger.
            Und wie die Gymnasiallehrer das finden, ist schlicht egal.

          • Es ist übrigens nicht die Aufgabe der A12-Lehrer, auf angemessene Besoldung zu verzichten, um mit dem Geld Verbesserungen für die Lehrer ganz allgemein zu finanzieren.
            Aber wenn das für Gymnasiallehrer als der richtige Weg angesehen wird, zum wiederholten Mal der Vorschlag – A12 für alle!!! Dann ist auch wieder Geld flüssig!

          • @emil lesen sie überhaupt meine Kommentare? Da sie jetzt schon zweimal meinen Namen falsch geschrieben haben, scheinen sie das zumindest nicht aufmerksam zu tun.

            1. Ich habe oben selbst gesagt, dass es aus Sicht des Besoldungsrechts erst gar keine Diskussionen hätte geben dürfen. A13 muss bezahlt werden. Keine Diskussion.

            Ich diskutiere jedoch über den Sinn und ob man sein zustehendes Geld nicht lieber in bessere Arbeitsbedingungen für sich selbst hätte investieren sollen. Ich persönlich würde freiwillig “nur” A12 erhalten wollen, wenn ich dafür weniger unterrichten müsste, in kleineren Klassen und Verwaltungsaufgaben durch zusätzliches Personal abgenommen würde. Wenn es hieße A13 oder gar nichts, würde es Sinn machen das Geld zu nehmen. Es hat jedoch niemand darüber nachgedacht, das Geld eben in die Arbeitssituation an den Grundschulen zu investieren und bei A12 zu bleiben. Wohin das Geld fließt ist dem Land egal. Mit Druck seitens der Grundschulen hätte man das jedoch ermöglichen können.

            2. Zur Aussage “Es kann doch nicht ernsthaft sein, dass das Geld für Gymnasiallehrer da ist und für Grund/Haupt/Realschullehrer nicht? Was für eine abstruse Argumentation?”

            Was soll man denn machen? Schauen sie in den oben verlinkten, neuen Artikel aus Niedersachsen. Dort heißt es vom Finanzminister, dass nicht genug Budget vorhanden ist. Also bleibt nur eine Verschuldung, die man politisch jedoch nicht durchgesetzt bekommt. Wenn beispielsweise NRW kein Geld dafür hat, werden sie sich sicherlich nicht jedes Jahr um 600 Mio. € verschulden können und das dauerhaft.

            Was soll man denn aus ihrer Sicht machen, wenn kein Geld vorhanden ist? Natürlich kann man an bestimmten Stellen Geld sparen, wie z.B. weniger Lehrkräfte einzustellen, aber da wäre das Problem des Lehrermangels und der Konkurrenz zu den anderen Ländern. Mit Gerechtigkeit hat das nichts zu tun. Das werden wir beide vermutlich nie erleben.

          • Mensch Emil,

            “Es ist übrigens nicht die Aufgabe der A12-Lehrer, auf angemessene Besoldung zu verzichten, um mit dem Geld Verbesserungen für die Lehrer ganz allgemein zu finanzieren.”

            Nochmal. Mir geht es nicht darum mit dem eingesparten Geld bessere Arbeitsbedingungen für ALLE zu schaffen, sondern NUR für die Grundschullehrkräfte.

            Im übrigen würde ich ihren Vorschlag für A12 für alle teilen, wenn das Geld dann eben in bessere Arbeitsbedingungen investiert würde. Dazu kommt es leider nicht. Lieber fordert der Philologenverband A14 für alle Gymnasiallehrer.

          • Mensch Flexibilität,
            dann moppern Sie doch gegen die Gymnasiallehrer und deren merkwürdigen Standesvertreter.

          • Tut mir leid, mein Rechtschreibprogramm hat irgendwie Probleme mit Ihrem Namen, ist keine Absicht!

        • Ich hoffe aus meinem neuesten, zugegeben lang geratenen, Kommentar geht hervor, dass ich Grundschullehrkräften A13 gönne. Ich sehe meine Arbeit als Gymnasiallehrkraft nicht als wertvoller an, als die von anderen Lehrkräften. Genauso sehe ich meine Arbeit als Lehrkraft für Mathematik und Informatik nicht als wertvoller an, als die von anderen Fächern, die nicht unter einem Lehrermangel leiden. Ich versuche nur zu verstehen, was man damit lösen möchte? Mehr Gehalt ist nicht die Lösung. Ich befürchte, dass damit die Arbeitsbedingungen an Grundschulen eher schlechter als besser werden.

          Um es mal deutlich zu machen: um den Beruf wirklich attraktiv zu machen müssten ALLE Lehrkräfte mind. A13 erhalten und echte Chancen auf eine 40h-Woche haben. Zudem müssten Klassen kleiner werden, mehr Unterstützung in heterogenen Klassen und der Schulverwaltung existieren. Wir wissen aber alle, dass das nicht zur Realität wird. Ich gebe mich nur nicht damit zufrieden, dass man einfach Gehälter anhebt und damit alle anderen Probleme ignoriert.

      • Ich teile Ihre Analyse und Vermutungen, FELixa, habe aber dennoch die kleine Hoffnung, dass ysnp nicht ganz Unrecht hat mit ihrem Urteil “Unkenrufe”.

  3. Meiner Meinung nach sollten Grundschullehrer und SEK I Lehrer A14 bekommen, während Gym Lehrer auf A13 bleiben.

    Das Studium ist gleich, dabei sind die Schüler deutlich schwieriger und somit der Stress ungleich höher, und das 40 Jahre lang. Gleiche Bezahlung reicht mir nicht.

    • Ich vertrete die Meinung, man sollte die zukünftigen Lehrer in einem dualen Studium ausbilden und alle Lehrer aller Schulstufen nach E9 entlohnen.

        • Ja, denn bezahlte duale Studiengänge sind enorm beliebt bei den Schulabgängern, da sie sich so das Studieren besser oder überhaupt erst leisten können.

          • Statt E9 für eine volle Stelle würde ich lieber bei Aldi arbeiten. Da brauche ich gar kein Studium für ähnliches Geld.

          • Die Dualstudenten beziehen nach Ende des Studiums aber kein Äquivalent zu A/E9. Die gehen oft ins mittlere Management mit nach einigen Jahren hoch fünf- oder schon sechsstelligen Bruttoeinkommen. Die 35000€ bei E9 können da längst nicht mithalten.

  4. An Reisinger850: Das geht aber nicht vielen so. Es bewerben sich ja zahlreiche Schulabgänger auf Stellen, die später mit E9 entlohnt werden. Die Arbeit bei Aldi ist weniger beliebt, da sie körperlich sehr anstrengend ist und die Arbeitszeiten sehr ungünstig sind.

      • Der Master ist in der von mir angedachten Regelung irrelevant. Die Gesetze sollten dementsprechen geändert werden. Man muss natürlich Abitur bzw. Fachabitur haben, um sich für das duale Studium bewerben zu können.

      • E9 respektive A9 ist die Eingruppierungsstufe für Hochschulabsolventen mit einem Bachelor-Abschluss.
        Fach-/Verwaltungswirte und Techniker können im Übergangsamt in E9/A9 eingruppiert werden, wenn sie das entsprechende Anforderungsprofil für die Höhergruppierung erfüllen.

        Auch bei den Lebensmitteldiscountern sowie im stationären Einzelhandel und im Handwerk gibt es viele Beschäftigte, die über entsprechende Qualifikationen, die dem Bachlor-Abschluss im Hochschulbereich gleichwertig sind.
        Nach der Ausbildung und der Freisprechung als Geselle haben diejenigen, die eine berufliche Ausbildung eingeschlagen haben, die Möglichkeit sich entweder als Meister oder Fachwirt/Techniker weiter zu qualifizieren. Der Meister ist ein Abschluss der von den Handwerkskammern oder den Industrie- und Handeslkammern vergeben wird. Fachwirte oder Techniker werden an öffentlichen oder privaten höheren Fachschulen ausgebildet und erhalten einen staatlichen Abschluss mit der Bezeichnung “staatl. gepr. XYZ”.

        Der Unterschied zwischen einem staatlich geprüften Maschinenbauer und einem Bachlor of Engeneering der gleichen Fachrichtung ist, Erstgenannter hat praktische Kenntnisse und theoretische Kenntnisse, die dem Stand der Technik entsprechen, Zweitgenannter hat lediglich Grundlagenkenntnisse, die Stand der Wisenschaft in seinem Fachgebiet entsprechen.

        Wenn man – was ich aus meiner Sicht stark anzweifele – Erziehungswissenschaften für eine Wissenschaft hält, dann muss man akzeptieren, dass dieser studiengang sowohl mit einem Bachelor- als auch einem Master-Degree abgeschlossen werden kann. Könnte das Erste Staatsexamen für Lehramt mit einem Bachelor of Education abgeschlossen werden, wären die Voraussetzung zur Übernahme in den Vorbereitungsdienst des gehobenen Dienstes als Anwärter vergleichbar zur Ausbildung von Polizisten erfüllt.
        Es müsste folglich der Schuldienst für Bachelor-Absolventen geöffnet werden. Nur das wollen die Länder als Arbeit- bzw. Dienstgeber definitiv nicht. Folglich müssen sie zahlen – und zwar A13/E13 für alle Inhaber eines Lehrbefähigung.
        Im übrigen müssten dann auch diese Lehrkräfte mit einem Bachelor of Education und zweitem Staatsexamen eine Lehrbefähigung für alle Schulformen erhalten.

        Im Polizeidienst ist es doch ebenfalls unerheblich, ob ich als A12-besoldeter Hauptkommissar (drei silberne Sterne) in einer Polizeiinspektion, einer Kreispolizeibehörde oder einem Polizeipräsidium, bei der Bezirksregierung, einer Landespolizeibehörde wie dem LKA oder dem Innenministerium eingesetzt bin.

  5. Dann fordere ich auch:
    Gleiche Arbeitszeit für alle. Das entspricht aber nicht der selben Pflichtstundenzahl für alle, wie viele Untersuchungen zeigten.

  6. Korrekt, an einer GS= 28 Stunden am GY=23 Stunden in Niedersachsen. Phasenweise Arbeitsverdichtung gibt es beiden Schulformen aber selbst bei einer Erhöhung auf A13 bliebe dies ja immer noch so….

    • In Niedersachsen kam bei der Arbeitszeitstudie heraus, dass GY bei 23 Stunden eine höhere Wochenarbeitszeit hatten als GS bei 28 Stunden.

      • Genau.

        Man darf daraus logisch schlussfolgern, dass der Unterschied im Arbeitsaufwand noch deutlicher ausfallen würde, wenn beide Schularten das gleiche Stundendeputat hätten.

        • Eben nicht. Das ist das Problem von absoluter und relativer Häufigkeit.

          Die hohe Arbeitsbelastung niedersächsischer Gymnasiallehrkräfte trotz geringem Wochenstundendeputat liegt eben nicht an der Unterrichtsverpflichtung sondern an den vielen sonstigen Aufgaben.

          An Grundschulen gibt es trotz höherer Unterrichtsverpflichtung eben auch weniger sonstige Aufgaben als z.B. an den GY.

          • Ja, und? Die vielen sonstigen Aufgaben erhöhen sich doch auch, wenn man ein höheres Stundensoll, also mehr (unterschiedliche) Klassen und evtl. ja auch mehr unterschiedliche Fächer unterrichtet.

            Zwei Beispiele seien mal der Korrekturaufwand bzw. die Vorbereitung der Unterrichtsstunden (Materialsichtung, Materialerstellung, Materialrecherche), wenn man mehr Stunden unterrichtet.

          • Und wie ist das mit Konferenzen?

            Es gibt eine Menge Aufgaben, die nicht von der Unterrichtsverpflichtung einschließlich Vor- und Nachbereitung inkl. Korrekturen abhängen – Teilzeipapier hin oder her.

      • Außerdem müsste am GY noch nach Fächern unterschieden werden, da es hier erhebliche Ungleichgewichte gibt, die an GS in diesem Ausmaß nicht vorkommen.

        • Ich bin bekanntlich für Differenzierungen im Gehalt, u.a. pauschal nach Schulart, aber auch sehr konkret nach

          – Fächern (Korrekturaufwand; mit/ohne Klassenarbeiten …)
          – Funktionen (Klassenlehrer, Fachschaftsleitung …)
          – sonstige Zusatzaufgaben
          u. dgl. mehr

          Das würde sich dann aber ggf. jedes Schuljahr ändern.

          • Dazu müsste das aber erst einmal ernsthaft erhoben werden, was entgegen den Interessen der Bundesländer sein dürfte.

            Bei experimentellen Fächern kommt deren Aufwand noch dazu. Die oft fehlenden Korrekturen werden dadurch mindestens kompensiert.

          • Das Problem dürfte sein und deshalb ist es so (pauschal), wie es ist, dass das alles kaum genau zu berechnen ist. Wenn Lehrer sogar bei normalen Arbeitszeitstudien das Ansehen der Tagesschau und den Pausentratsch mit Kollegen über Schüler als Arbeitszeit abrechnen wollen …

  7. Grundschullehrer sind meist Klassenlehrer. In der Grundschule ist das ein umfassendes Gesamtpaket mit sämtlichen Aufgaben. Merkt man sofort, wenn jemand erkrankt.

    • Die meisten Lehrer an den weiterführenden Schulen sind auch Klassenlehrer mit einem umfassenden Gesamtpaket und man merkt es, wenn sie krank sind; ich kenne wiederum auch Kollegen an Grundschulen, die keine Klassenlehrer sind.

      Ich weiß nicht, was dieser Einwurf beweisen oder aussagen soll.

  8. In BaWü ist es in den Gymnasien so, dass mehrere Lehrer sich die Klassenleitung einer Klasse teilen. Grundschullehrer, die keine Klassenlehrer sind, sind meist unterhälftige Teilzeitkräfte.

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