Gymnasien sollen mehr Abiturienten für die Ausbildung gewinnen

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BÜDELSDORF. Viele Ausbildungsplätze bleiben unbesetzt. Unternehmen und Arbeitsagentur wollen daher verstärkt Abiturienten für eine Lehre begeistern – mithilfe auch der Gymnasien.

Schrauben statt studieren? Foto: pxhere

Es muss nicht immer ein Studium sein: Die Agentur für Arbeit und die Vereinigung der Unternehmensverbände UVNord wollen mehr angehende Abiturienten für eine Ausbildung begeistern. Es sei nicht richtig, dass man nur eine Perspektive habe, wenn man studiere, sagte die Chefin der Regionaldirektion Nord, Margit Haupt-Koopmann, am Dienstag in Büdelsdorf. Wichtig sei ein solides Fundament, «das kann auch eine Ausbildung sein». Sie appellierte an die Jugendlichen und deren Eltern, sich genau über die verschiedenen Berufe zu informieren. Sie warb dafür, sich etwa bei einem der verschiedenen digitalen Informationsangebote wie abi.de, planet-beruf.de oder berufe.tv über passende Berufe zu informieren.

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Nach Ansicht von UVNord verspricht die duale Ausbildung gute Karrierechancen. Der Stellenwert einer solchen Ausbildung in der beruflichen Orientierung sollte an Gymnasien wieder mehr in den Fokus rücken. «Die duale Ausbildung ist eine wesentliche Säule für die Deckung des Fachkräftebedarfs im Land.» Auch für Abiturienten, die ihre praktischen Fähigkeiten direkt einsetzen wollten, sei die Ausbildung attraktiv. Es gebe rund 300 anerkannte Ausbildungsberufe und viele Unternehmen böten gute Übernahmechancen. Später könne immer noch ein berufsbegleitendes Studium folgen.

Schaden durch Studienabbrecher

Auch mit Blick auf die Studienabbrecher – den Angaben zufolge bis zu einem Drittel – werben die Experten dafür, dass sich Eltern und Schüler mit dem Thema Ausbildung befassen. Weil es doch nicht Ziel sein könne, mangels fehlender Informationen mit einem Misserfolg ins Berufsleben zu starten, sagte Haupt-Koopmann. Und weil der volkswirtschaftliche Schaden durch Studienabbrecher durchaus hoch ist, wie UVNord-Hauptgeschäftsführer Michael Thomas Fröhlich sagte. Auch die Gymnasien müssten sich viel stärker daran beteiligen, ihren Schülern nicht nur den Weg ins Studium zu weisen, sondern auch Alternativen aufzuzeigen.

Das Land Schleswig-Holstein wirbt schon länger für die duale Ausbildung im Kampf gegen den Fachkräftemangel. So werden Zahlen von 2015 zufolge bis ins Jahr 2030 landesweit 97.000 Fachkräfte fehlen, davon rund 85 000 mit mittlerer Qualifikation und 12.000 Fachkräfte mit Hochschulabschluss. dpa

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