Weltfrauentag: VBE mahnt mehr Gerechtigkeit auch im Lehrerberuf an

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DÜSSELDORF. Der VBE hat angesichts des Weltfrauentages am 8. März mehr Gerechtigkeit auch im Lehrerberuf angemahnt. Jutta Endrusch, stellvertretende Vorsitzende des Landesverbands NRW und VBE-Bundesfrauenvorsitzende, fordert: „Lebensphasenorientierte Arbeitszeitmodelle müssen – endlich auch im Bildungsbereich – erprobt und evaluiert werden. Wir begrüßen deshalb die Erprobung der Schulleitung in Teilzeit an Grundschulen.“ Einen solchen Schulversuch hatte die nordrhein-westfälische Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP) angekündigt (News4teachers berichtete).

„Den Kolleginnen wird die Anerkennung auf Gleichwertigkeit ihrer Arbeit nach wie vor verweigert”: VBE-Bundesfrauenvorsitzende Jutta Endrusch. Foto: VBE / Sibylle Ostermann

Mit dem sogenannten Jobsharing, so Endrusch, reagiere Gebauer „auf die Lebenswirklichkeit vieler Lehrerinnen und Lehrer, die gerne Verantwortung übernehmen wollen und sich gleichzeitig aber auch Zeit für Ihre Familie nehmen müssen oder möchten.“ Vom Jobsharing könnten auch die vielen Schulen profitieren, die keine Schulleitung fänden. „Eine Herausforderung können allerdings die notwendigen Absprachen untereinander sein. Hier gilt es, gute Wege zu finden und zu evaluieren, bevor das Jobsharing flächendeckend umgesetzt wird. Unsere VBE-Umfrage zeigt, dass fast die Hälfte der Leitungen ein Jobsharing für die Führungsposition wünscht. Doch Maßnahmen allein für die Position der Schulleitung reichen nicht aus“, erklärt Endrusch.

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Rund 90 Prozent aller Grundschullehrkräfte sind Frauen – so stellt der VBE heraus. Und Lehrkräfte an Grundschulen sowie der Sekundarstufe I verdienen trotz gleichwertiger Arbeit und gleich langer Ausbildung spürbar weniger. „Den Kolleginnen wird die Anerkennung auf Gleichwertigkeit ihrer Arbeit nach wie vor verweigert. Lehrkräfte an Grundschulen – und das sind fast nur Frauen – haben die höchste Unterrichtsverpflichtung, stehen aber bei der Bezahlung am unteren Ende der Tabelle. Es muss ein Ruck durch die gesamte Gesellschaft gehen“, meint Endrusch. Und sie betont mit Blick auf Nordrhein-Westfalen: „Die Landesregierung muss das zur Chefsache erklären.“

Die VBE-Petition mit der Forderung nach A13/EG13 für alle Lehrkräfte aller Schulformen (News4teachers berichtete) wird nach Verbandsangaben bereits von über 34.000 Menschen unterstützt. News4teachers

Der Beitrag wird auch auf der Facebook-Seite von News4teachers diskutiert.

„Equal Pay Day“: GEW und VBE sehen Frauen im Lehrerberuf strukturell benachteiligt – und fordern deshalb „A13 für alle“

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4 KOMMENTARE

  1. Naja, wie schon gesagt, es sind 34.000 Menschen von 82.000.000, denn die Petition kann von jedem und bundesweit unterschrieben werden, also bisher sind es grob gerundet 0,05%, oder?

  2. Mehr Gerechtigkeit im Lehrerberuf heißt mehr Lehrer (m/d) an die Grundschulen. Stellenausschreibungen erhalten den Zusatz “Bei gleichwertiger Eignung werden männliche oder diverse Bewerber bevorzugt eingestellt”. Bei Professuren klappt das mit dem Professorinnenprogramm III ja auch (das Land oder der Bund übernimmt die Kosten einer eingestellten Professorin (w), nicht die Universität aus ihrem Budget).

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