Klimademos: Kretschmann droht mit Konsequenzen – Schule mit Bußgeldern

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MÜNCHEN. Ein Gymnasium in München hat einem Bericht der „Süddeutschen Zeitung“ zufolge Schülern, die während der Unterrichtszeit an „Fridays for Future“-Demonstrationen teilnehmen, und ihren Eltern ein Bußgeld angedroht. In einem schulinternen Rundschreiben heiße es, bisher habe die Schule wohlwollend reagiert, wenn Schülerinnen und Schüler freitags fehlten. Auch einen Verweis habe noch niemand erhalten. Unentschuldigtes Fehlen werde aber ab sofort nicht nur mit Ordnungsmaßnahmen geahndet, sondern „möglicherweise auch über das Referat für Bildung und Sport mit Bußgeld“.

Gestern, am 25. Januar 2019, in Berlin: Schülerinnen und Schüler "streiken" für eine andere Klimapolitik. Foto: Leonhard Lenz / Wikimedia Commons (CC0 1.0)
Schülerinnen und Schüler “streiken” für eine andere Klimapolitik. Foto: Leonhard Lenz / Wikimedia Commons (CC0 1.0)

Die Schule müsse den Unterricht gewährleisten, auch am Freitag ab der dritten Schulstunde, so erklärte der Direktor gegenüber der „Süddeutschen“: „Wir können uns nicht auf Dauer gegen das Gesetz stellen.” Er habe sich deswegen mit anderen Schulen abgesprochen. Auch sie wollten zu deutlicheren Maßnahmen greifen. Man müsse jetzt eine Grenze ziehen. Damit liegen die Schulen auf einer Linie mit dem  baden-württembergischen Ministerpräsidenten Wilfried Kretschmann (Grüne).

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Einmal Schule schwänzen fürs Klima, ist ok…

Kretschmann äußerte sich kritisch gegenüber den Schülerprotesten während der Unterrichtszeit. Zwar sei der moralische Appell gerechtfertigt und es gehe wirklich um die Zukunft der Schüler, sagte Kretschmann am Dienstag in Stuttgart. Dafür einmal die Schule zu schwänzen, falle erst mal unter zivilen Ungehorsam. „Nur: Ziviler Ungehorsam ist ein symbolischer Akt. Das kann keine Dauerveranstaltung sein.“ Die Proteste müssten früher oder später ein Ende finde und könnten „nicht ewig so weitergehen“.

Wenn man Regeln verletze, müsse man mit Sanktionen rechnen. „Wenn man sanktioniert wird, darf man nicht jammern.“ Irgendwann werde es zu Sanktionen kommen. „Sonst sucht sich zum Schluss jeder sein Thema aus, dass er dann irgendwie moralisch auflädt – und das geht nicht“, sagte Kretschmann.

Auch Bundeskanzlerin Angela Merkel äußerte sich zu den Klimaprotesten – bei einer Diskussion mit Schülern des Berliner Thomas-Mann-Gymnasiums zum Thema. Es sei richtig, „dass ihr uns Dampf macht“, sagte sie. Eine solche Bewegung sei wichtig. „Dass dieses Signal gesetzt wird, da gibt es Sorge, das ist für uns gut“, betonte die Kanzlerin. Merkel fragte in die Runde, wer sich bei den Klimaprotesten „Fridays for Future“ schon beteiligt habe – vereinzelt gingen Hände nach oben. Dazu, dass der Protest während der Schulzeit stattfindet, meinte die Regierungschefin, man könne sicherlich nicht jeden Freitag zum schulfreien Tag auf Dauer erklären, „aber das werden eure Lehrer und die örtlichen Verantwortlichen ja mit euch besprechen“.  Man könne auch im Unterricht in Arbeitsgruppen manches über Klimaschutz lernen. News4teachers / mit Material der dpa

Der Beitrag wird auch auf der Facebook-Seite von News4teachers diskutiert.

“Mehrheit der Schulminister taucht ab”: Schulen fühlen sich im Umgang mit fürs Klima streikenden Schülern allein gelassen

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1 KOMMENTAR

  1. Ich sehe das ähnlich. Das Engagement ist lobenswert, wenn es ehrlich ist – auch einmal streiken/schwänzen ist ok, aber das kann kein Dauerzustand werden, das heißt, meinetwegen können die Schüler weiterhin freitags demonstrieren, aber sie müssen den Unterricht irgendwie nachholen.

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