Linksfraktion will E/A13 für Grundschullehrer schon zum kommenden Schuljahr

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SCHWERIN. Mit einem Dringlichkeitsantrag im Landtag will die Linksfraktion in Mecklenburg-Vorpommern die Landesregierung ermahnen, das Einkommen der Grundschullehrer bereits zum kommenden Schuljahr dem der Lehrkräfte weiterführender Schulen anzugleichen. Bildungsministerin Birgit Hesse hatte die Angleichung für die Haushaltsperiode 2020/21 in Aussicht gestellt.

Die oppositionelle Linke macht Druck bei der besseren Vergütung von Grundschullehrern in Mecklenburg-Vorpommern und sieht sich dabei im Einklang mit der Regierungspartei SPD. «Wir freuen uns, dass die SPD endlich die Notwendigkeit der Anhebung der Grundschullehrereinkommen auf das Niveau der Lehrkräfte an den weiterführenden Schulen erkannt hat. Damit übernimmt sie eine langjährige Forderung meiner Fraktion», sagte Linksfraktionschefin Simone Oldenburg in Schwerin. Für die am Mittwoch beginnende Landtagssitzung kündigte sie einen entsprechenden Dringlichkeitsantrag an. «Damit aus Worten auch Taten werden.»

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Geldstapel vor einer Wanduhr - Das Einkommen der Grundschullehr muss nach Ansicht der Linken in Mecklenburg-Vorpommern schnellstmöglich aufgestockt werden. Foto: stevepb / Pixabay (CC0 Public Domain)
Das Einkommen der Grundschullehr muss nach Ansicht der Linken in Mecklenburg-Vorpommern schnellstmöglich aufgestockt werden. Foto: stevepb / Pixabay (CC0 Public Domain)

Oldenburg bezog sich dabei auf einen Beschluss der SPD auf deren Landesparteitag am vergangenen Wochenenden in Rostock. In dem Antrag konstatierten die Sozialdemokraten erhebliche Defizite in der Bildungspolitik des Landes und mahnten konkrete Änderungen an. Dazu gehört neben der Stärkung der Lehrerausbildung und kleineren Klassen auch die Anhebung der Grundschullehrergehälter.

Bisher verdienen Grundschullehrer im Land deutlich weniger als ihre Kollegen an Regionalschulen und Gymnasien. Sie werden in die Gehaltsstufe E beziehungsweise A12 eingeordnet, ihre Kollegen in die E/A13. Bildungsministerin Birgit Hesse (SPD) hatte eine Angleichung zwar schon im Vorjahr in Aussicht gestellt, aber um Geduld gebeten, um die Finanzierung der Zusatzkosten zu klären. Hesse bezifferte die Mehrkosten auf etwa 20 Millionen Euro im Jahr. Diese könnten frühestens im neuen Doppelhaushalt für 2020/21 eingestellt werden.

Oldenburg hingegen hält «schnellstmögliches Handeln» für geboten, um Grundschullehrer schon zum Start des neuen Schuljahrs «gerecht vergüten» zu können. Deshalb werde die SPD/CDU-Regierung mit dem Dringlichkeitsantrag aufgefordert, «die Voraussetzungen dafür zu schaffen, dass die Vergütung von angestellten Lehrkräften mit Lehrbefähigung an Grundschulen mit der Vergütungsgruppe E13 sowie die Besoldung von Lehrkräften mit Lehramt an Grundschulen in die Besoldungsgruppe A13 ab dem Schuljahr 2019/2020 erfolgt».

Die Gleichbehandlung der Lehrer sei auch durch die gängige Praxis in anderen Bundesländern geboten, die mit gleicher Vergütung deutlich attraktivere Bedingungen für junge Grundschullehrer böten, so Oldenburg. Nach Angaben der Erziehungsgewerkschaft GEW wollen nach Bremen auch Berlin, Brandenburg, Schleswig-Holstein und Sachsen die Vergütung der Grundschullehrer anheben.

Trotz Lehrermangels an Grundschulen in Mecklenburg-Vorpommern ist nach Angaben der Linken die Studentenzahl an der Universität in Rostock gesunken. Sie seien von 853 im Jahr 2017 auf 790 im Jahr 2018 zurückgegangen, hieß es. (dpa)

Viele Seiteneinsteiger: Auch Hesse liebäugelt jetzt mit A13 für Grundschullehrer

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1 KOMMENTAR

  1. ZITAT: “Trotz Lehrermangels an Grundschulen in Mecklenburg-Vorpommern ist nach Angaben der Linken die Studentenzahl an der Universität in Rostock gesunken. Sie seien von 853 im Jahr 2017 auf 790 im Jahr 2018 zurückgegangen, hieß es. (dpa)”

    Interessant. In Berlin und Brandenburg, liest man, ist die Zahl der Interessenten massiv gestiegen, man musste viele abweisen, weil die Ausbildungsplätze nicht reichen.

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