Bouffier steckt zusätzliches Geld in Bund-Länder-Digitalpakt

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WIESBADEN. Hessen stockt den Etat aus dem Bund-Länder-Pakt für die Digitalisierung der Schulen mit weiteren Millionen aus dem Landeshaushalt auf. Das kündigte Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) am Montag in Wiesbaden an. Die mit dem Bund vereinbarte Eigenbeteiligung werde von 10 auf 25 Prozent erhöht. Damit ständen in dem Programm «Digitale Schule Hessen» für den Zeitraum von fünf Jahren knapp 500 Millionen Euro zur Verfügung – statt nur 372 Millionen Euro.

Darf sich über schulpolitische Debatten mit dem künftigen Koalitionspartner freuen: Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier. Foto: Armin Kübelbeck / Wikimedia Commons
Macht den Digitalpakt zur Chefsache: Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier. Foto: Armin Kübelbeck / Wikimedia Commons

Das Geld soll nicht nur für die technische Ausstattung der Schulen eingesetzt werden, sondern auch für pädagogische Konzepte und die Lehrerfortbildung. Außerdem werde über «digitale Schülerlotsen» oder «Medienscouts» in die Medienkompetenz der Schüler investiert. An die Schulträger soll das Geld nach Schülerzahlen verteilt werden, kündigte Finanzminister Thomas Schäfer (CDU) an. Dies solle unbürokratisch und schnell geschehen.

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«Wir wollen uns aber ganz bewusst nicht darauf beschränken, nur irgendwie ein System zu entwickeln, wie wir die Bundesgelder verteilen», betonte Bouffier. «Das Entscheidende ist, dass wir es in ein Konzept einbauen.» Hessen wolle neben der digitalen Welt den Kern dessen, was Schule ausmacht, nicht ersetzen. Dazu zählen laut Bouffier unter anderem Pädagogik, Kompetenz und Bücher. Das Gesetz für «Digitale Schule Hessen» wird voraussichtlich noch im Juni in den Landtag eingebracht.

Lehrer sollen sich fortbilden

Die Fortbildungsangebote für Lehrer sollen massiv verstärkt werden, kündigte Kultusminister Alexander Lorz (CDU) an. Außerdem werde mit dem «Schulportal» derzeit eine Lernplattform im Internet getestet, in der unter anderem Lehrer und Schüler auf Arbeitsmaterialien zugreifen können. Nach den Worten von Digitalministerin Kristina Sinemus (parteilos) treibe das Land den Anschluss der Schulen ans schnelle Internet über Glasfaserkabel weiter vorn. Gemeinsam mit dem Kultusministerium werde eine «Servicestelle für verantwortungsvolle Mediennutzung» eingerichtet – für alle Fragen rund um Medienkompetenz.

Der bildungspolitische Sprecher der SPD-Landtagsfraktion, Christoph Degen, nannte das Konzept einen «Witz und dazu noch ein schlechter». Die schwarz-grüne Landesregierung steuere über fünf Jahre lediglich 60 Millionen Euro an eigenen Mitteln bei, das meiste müssten die Kommunen tragen. Der FDP-Bildungsexperte im Landtag, Moritz Promny, erklärte, dass «wieder nur mit halber Kraft vorgegangen wird», sollten die Landesmittel nicht verdoppelt werden. «Dieses permanente Aussitzen von Herausforderungen geht letztendlich zu Lasten der Zukunftsfähigkeit und Innovationskraft unseres Landes», ergänzte der digitalpolitische Sprecher der FDP-Fraktion Oliver Stirböck. dpa

GEW zum Digitalpakt: Mittel reichen bei weitem nicht aus – Lehrer fordern auch IT-Fachkräfte für die Schulen 

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