Hitzewelle rollt an: Grünen-Politikerin fordert Hitzefrei für alle Schulen

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DÜSSELDORF. Sigrid Beer, schulpolitische Sprecherin der Grünen in Nordrhein-Westfalen, hat angesichts der bevorstehenden Rekordtemperaturen NRW-Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP) aufgefordert, an Tagen mit erwartbaren Spitzentemperaturen von bis zu 40 Grad landesweit Hitzefrei anzuordnen. Dies berichtet die „Rheinische Post“. In Nordrhein-Westfalen entscheiden – wie etwa auch in Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz, Berlin und Hessen – die Schulleiter, ob sie den Unterricht ausfallen lassen oder nicht. Die GEW beklagt unterdessen den mangelhaften baulichen Zustand vieler Schulgebäude, der bei den hohen Temperaturen zu unzumutbaren Zuständen führen könne.

Hitzefrei ist eigentlich keine Frage von Urlaub. Foto: 926663 / pixabay (CC0 Public Domain)
Hitzefrei: Lieber an den Strand als in die Schule! Foto: 926663 / pixabay (CC0 Public Domain)

«Wird der Unterricht bei heißem Wetter durch hohe Temperaturen in den Schulräumen beeinträchtigt, entscheidet die Schulleiterin oder der Schulleiter, ob Schülerinnen und Schülern Hitzefrei gegeben wird», heißt es wörtlich in der entsprechenden Vorschrift in Nordrhein-Westfalen. Hintergrund: Schulgebäude können sich im Bau und der Lage unterscheiden, sodass  die Temperaturen variieren. «Als Anhaltspunkt ist von einer Raumtemperatur von mehr als 27 Grad Celsius auszugehen.»

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Hitzefrei in Grundschulen nur nach Absprache

Doch Achtung: Bei weniger als 25 Grad Raumtemperatur darf es kein Hitzefrei geben. Zumindest jüngere Schüler können bei Hitzefrei auch nicht ohne weiteres nach Hause: Schüler der Grundschule und der Klassen 5 und 6 dürfen nur nach Absprache mit den Eltern vor dem regulären Unterrichtsende entlassen werden.

Wer schon die Oberstufe besucht, hat ebenfalls Pech gehabt: Für Schüler der Sekundarstufe II gibt es kein Hitzefrei. Allerdings: Drohen etwa Kreislaufbeschwerden oder ein Hitzestau, ist auch in der Oberstufe eine Unterrichtsbefreiung möglich. Die Vorschrift fordert außerdem, auf die «bei hohen Temperaturen verminderte Leistungsfähigkeit» der Schüler Rücksicht zu nehmen. «Klassenarbeiten sollen nach Möglichkeit nicht geschrieben werden.»

“Viele Schulgebäude sind nicht ideal”

Maike Finnern, Landesvorsitzende der GEW, sieht laut „Rheinischer Post“ Nachholbedarf  bei der energetischen Sanierung der Schulen im Land „Viele Schulgebäude sind nicht ideal; sie haben große Glasfronten, oder es handelt sich um schlecht isolierte Altbauten“, sagt sie. Insbesondere der Unterricht in den mancherorts als Provisorien aufgestellten Containern sei bei hohen Temperaturen unzumutbar. „Die Hitze dort ist kaum erträglich.“ Grünen-Politikerin Beer erinnert dem Bericht zufolge Schulen an ihre Fürsorgepflicht. Schon ab der ersten Stunde müssten die Schüler genug Wasser zum Trinken im Unterricht zur Verfügung haben. Und für den Ganztag müsse es genug schattige Räumlichkeiten zum Ruhen geben. News4teachers / mit Material der dpa

Der Beitrag wird auch auf der Facebook-Seite von News4teachers diskutiert.

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1 KOMMENTAR

  1. Die Schüler bekommen frei. / Die Schüler bekommen Frei. (?)

    Ich weiß, das ist umstritten, aber meinem Sprachgefühl nach sollte man frei / hitzefrei bevorzugen. Die Regel lautet doch, dass in Zusammensetzungen der letzte Bestandteil, das letzte Wort, die Wortart der Zusammensetzung bestimmt (Hitze + frei = hitzefrei).

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