Neues Schuljahr in Berlin beginnt für mehr als 360 000 Schüler mit einigen Neuerungen

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BERLIN. Viele Berliner Kinder und Jugendlichen haben abwechslungsreiche Ferien hinter sich. Nun geht die Schule wieder los. Da ist eine ganze Menge neu.

Für die Berliner Schüler beginnt nach den Sommerferien am Montag wieder der «Ernst des Lebens». Im neuen Schuljahr lernen gut 363 000 Schüler an den allgemeinbildenden Schulen. Das sind fast 6700 mehr als im vergangenen Schuljahr. Hinzu kommen fast 88000 Berufsschüler.

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Das neue Schuljahr in Berlin startet mit einer Reihe von Baustellen. Foto: Guillaume Baviere / flickr (CC BY-SA 2.0)

Die Zahl der Schulanfänger liegt mit 33 820 leicht niedriger als vor Jahresfrist. Für sie beginnt der Unterricht nach den Einschulungsfeiern mit Zuckertüte erst in einer Woche (12. August).

Der Lehrermangel bleibt auch im neuen Schuljahr eine Herausforderung für viele Schulen: Fast zwei Drittel der 2734 neu eingestellten Lehrkräfte sind Quer- oder Seiteneinsteiger. Hinzu kommen 250 Pensionäre, die zeitweise in den Schuldienst zurückkehrten. Insgesamt stieg die Zahl der Lehrer um rund 500 auf etwa 32 800.

Das neuen Schuljahr bringt für Schüler und Azubis beziehungsweise deren Eltern finanzielle Entlastungen. So kostet das Mittagessen für bis zu 198 000 Grundschüler der Klassen eins bis sechs nichts mehr, um jedem Kind eine warme Mahlzeit zu ermöglichen. Das stellt manche Schulen aber auch vor Kapazitätsprobleme.

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Außerdem sind die ersten beiden Hortjahre nunmehr beitragsfrei, die bisherige Bedarfsprüfung fällt weg. Für alle Schüler gibt es eine Gratis-Jahreskarte für Busse und Bahnen. Der Preis für das Azubi- Jahresticket reduziert sich auf 365 Euro – also auf einen Euro pro Tag.

An den Start gehen im neuen Schuljahr die ersten beiden neuen Schulen aus der milliardenschweren Schulbauoffensive des Senats. Die Integrierte Sekundarschule Mahlsdorf für 550 Schüler wird am Montag (08.45) im Beisein von Bildungssenatorin Sandra Scheeres (SPD) feierlich eröffnet. In dem innovativen Holzbau wurden moderne pädagogische Standards umgesetzt. Neu ist auch die dreizügige Grundschule in der Konrad-Wolf-Straße in Lichtenberg. Bis 2026 sollen in Berlin mehr als 60 neue Schulen entstehen. (dpa)

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4 KOMMENTARE

  1. Wie kann Berlin sich das leisten??? Es ist echt toll beitragsfreier Hort und kostenfreies Mittagessen. Das ist ein anderen Bundesländern nicht möglich (heißt es) aus finanziellen Gründen. Grundsätzlich finde ich eine Entlastung von Familien in dem Sinne klasse. Was bleibt aber auf der Strecke? Wo wird gespart um das zu ermöglichen?

    • Berlin kann sich das überhaupt nicht leisten. Der gesetzlich vorgeschriebene sog. Länderfinanzausgleich macht’s jedoch möglich. Berlin und Bremen werden von sparsameren, besser wirtschaftenden Bundesländern über Wasser gehalten.
      So kommt es, dass z.B. Bayern als größter Geldgeber Berlins und Bremens im eigenen Land Beiträge erhebt, während sich Berlin und Bremen mit Wohltaten brüsten. Das sorgt immer wieder für Ärger.
      “Echt toll” finde ich das auch nicht.

      • Ja und? Die Steuern, die z.B. in der Oberpfalz erhoben werden, kommen ja ebenfalls den “niederen Bayern” zu gute. Allerdings wird ein sehr hoher Anteil der in Berlin erwirtschafteten Einkommen in Brandenburg zur Einkommenssteuer veranlagt. Die Brandenburger wussten schon, warum sie sich der Länderfusion widersetzt haben. Die Franken hingegen wurden nicht gefragt.

        Die in Berlin erhobene Umsatzsteuer dürfte ebenfalls die des Saarlandes überschreiten. Der LFA – hier der horizontale – ist nur ein Teil des Ausgleichsystems. Bayern dürfte auch mehr von EU-Fonds (Landwirtschaft, ländlicher Raum etc.) profitieren als Berlin.

        Übrigens der historische Stammsitz von Siemens ist nicht München. Das gilt auch für eine ganze Reihe weiterer Unternehmen.

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