Trotz Rechtsanspruch: Weiterhin große Lücke bei Kita-Plätzen für die Kleinsten

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BERLIN. In Deutschland klafft immer noch eine große Lücke bei den Kita-Plätzen für Kinder unter drei Jahren. Die Einrichtungen haben nicht nur Personalprobleme, wie eine Bertelsmann-Studie am Donnerstag gezeigt hatte. Es fehlen nach Berechnungen des Instituts der Deutschen Wirtschaft (IW) auch rund 320.000 Plätze für die Betreuung Unter-Dreijähriger. Die Zahl ist innerhalb der vergangenen fünf Jahre laut IW deutlich gestiegen.

Für die Kleinen gibt’s immer noch zu wenige Plätze. Foto: Shutterstock

Das Institut hat dafür gegengerechnet, wie viele Eltern von Kindern unter drei sich einen Betreuungsplatz wünschen – das sind nach Angaben des Bundesfamilienministeriums 47,7 Prozent – und wie viele Kinder in diesem Alter tatsächlich betreut werden – laut aktuellen Zahlen des Statistischen Bundesamts vom Donnerstag sind das rund 818.000. Das IW kommt auf einen Gesamtbedarf von 1,14 Millionen Betreuungsplätzen für Kinder unter drei. «Die Betreuungsbedarfe und -lücken sind jedoch mit einer gewissen statistischen Unsicherheit behaftet, da sie aus einer Befragung hochgerechnet sind», räumen die Autoren allerdings ein.

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Die Lücke zwischen Kitaplatzbedarf und Angebot für Unter-Dreijährige hat sich in den vergangenen fünf Jahren weiter vergrößert, obwohl parallel auch die Zahl der Kinderbetreuungseinrichtungen gestiegen ist. Mehrere Gründe werden angegeben: Der Anstieg der Zahl der Kinder in diesem Alter durch Zuwanderung und Geburtenzunahme: Im Jahr 2013 lebten in Deutschland 2,04 Millionen Kinder unter drei, im vorigen Jahr waren es 2,38 Millionen. Der Bedarf für mehr Betreuungsplätze ist aber auch darauf zurückzuführen, dass sich heute mehr Eltern kleiner Kinder einen Kita-Platz wünschen als noch vor ein paar Jahren.

Zwischen den Bundesländern gibt es große Unterschiede: Nach der IW-Berechnung klaffen in Bremen, Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen die größten Lücken zwischen Bedarf und tatsächlich angebotenen Kita-Plätzen für die Kleinsten. In Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen-Anhalt und Thüringen wird der Bedarf an Plätzen dagegen fast gedeckt.

Der Deutsche Städte- und Gemeindebund hat sich angesichts der Personalnot in Kitas dafür ausgesprochen, auch durch finanzielle Anreize Quereinsteiger anzuwerben. «Nur mit flexiblen Lösungen und einer gemeinsamen Kraftanstrengung von Bund, Ländern und Kommunen wird es gelingen, in der Kindertagesbetreuung voranzukommen», sagte Hauptgeschäftsführer Gerd Landsberg der «Neuen Osnabrücker Zeitung». dpa

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3 KOMMENTARE

    • Mich freut es. Krippen für Kinder unter 3 Jahren halte ich sowieso für schlimm. Für die ersten drei Jahre sollte kein Kind staatlich betreut werden und auf eine enge Bezugsperson verzichten müssen, um bindungsfähig zu werden.
      Krippen sind Gift für die gesunde Entwicklung der Allerkleinsten.

      • Richtig. Die freie Wirtschaft möchte aber keine so hohen Löhne bezahlen, dass das geht – ganz zu Schweigen von der Rente und den Alleinerziehenden.

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