Eine für alles: Schul-App Sdui überzeugt als sichere WhatsApp-Alternative

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KOBLENZ. Insbesondere seit die Nutzung von WhatsApp im Schulbetrieb zur rechtlichen Grauzone geworden ist, kommen spezielle Schul-Apps für die Kommunikation zwischen Lehrern, Schülern und Eltern an Schulen zum Einsatz. Das Problem dabei: Sie sind häufig zu rudimentär und genügen den Ansprüchen von Datenschutz und Co. nicht – oder sie sind zu umfangreich und kommen gar nicht voll zum Einsatz. Was als Hilfe gedacht ist, wird schnell zum Ballast. Drei junge Koblenzer haben sich eine Lösung ausgedacht, damit bei „Jugend forscht“ gewonnen und sie erfolgreich unter dem Namen Sdui in Schulen gebracht.

Bei der didacta 2018 war Sdui noch im Start-up-Bereich vertreten. Inzwischen können viele Schulen von positiven Erfahrungen mit der Alleskönner-App berichten. Foto: Sdui.

Digitalisierung hier, Digitalisierung da. Es geht um Smartboards, Smartphones und smarte Apps. Doch was brauchen Schulen und vor allem die Menschen, die dort einen großen Teil ihres Alltags verbringen, wirklich? Diese Frage wussten Daniel Zacharias, Jan Micha Kroll und Timo Stosius schnell zu beantworten, als sie zwischen 2015 und 2017 ihre App entwickelten. Sie waren selbst noch Schüler und wussten aus eigener Erfahrung, in welchen Bereichen digitale Hilfsmittel die Organisation im Schulalltag erleichtern und Kommunikationsprobleme lösen könnten – wenn es sie denn gäbe. Sie tauschten sich aber auch mit Eltern, Lehrern und IT-Experten aus.

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Entstanden ist eine durchdachte, datensichere Allround-App, die das Fundament für eine digitale Schule bilden kann. „Wir haben einige Apps und digitale Bildungsplattformen ausprobiert“, erzählt Klaus Ramsaier, Schulleiter der digital erfahrenen Friedrich-Boysen-Realschule im Baden-Württembergischen Altensteig. „Letztlich waren die meisten aber für unseren Bedarf zu mächtig.“ Ramsaier stellt jetzt den Betrieb auf die schlanke Sdui-App um. Sdui konzentriert sich bewusst auf Bereiche, in denen die gesamte Schulgemeinschaft von den Vorteilen der Digitalisierung profitiert: Organisation, Verwaltung und Kommunikation.

Via App können Lehrer Nachrichten versenden und sehen sofort, wer sie gelesen hat. Die Privatsphäre bleibt geschützt, Mobbing und Spam sind nicht möglich, denn der Absender hat volle Kontrolle über den Kommunikationsfluss, der standardmäßig einseitig ist. Das heißt, Lehrkräfte und Administratoren bestimmen, was wann und an wen gesendet wird. Anstößige Inhalte können so nicht in Umlauf gebracht werden. Elternbriefe oder Arbeitsblätter können problemlos in allen gängigen Dateiformaten versendet, Tafelbilder und andere Dokumente wie in einer Cloud geteilt werden. Dazu lassen sich andere Dienste wie beispielsweise Moodle in Sdui integrieren. Die App kann also über den Datenaustausch hinaus als zentrale Plattform für jegliche digitale Angebote genutzt werden.

„Das Schöne an einer solchen App ist“, sagt Frank Skorsetz, Lehrer am Jenaer Carl-Zeiss-Gymnasium, das seit Beginn des Jahres als Alternative zu WhatsApp mit Sdui arbeitet, „dass jetzt keine Zettel mehr verschwinden und meine Infos ohne Aufwand dort ankommen, wo sie ankommen sollen.“

Außerdem lassen sich personalisierte Stunden- und Vertretungspläne über die App teilen. Push-Benachrichtigungen informieren sofort über Änderungen. Die Daten dafür werden automatisch mit Untis, DAVINCI, aSc oder ähnlichen Programmen synchronisiert. Das Carl-Zeiss Gymnasium testet zurzeit die Schnittstelle zum Stundenplanungs-Programm Indiware. „Das funktioniert sehr gut“, berichtet Skorsetz zufrieden. Gerade in der Startphase, so Skorsetz, habe ihn aber besonders der schnelle Support beeindruckt. Klaus Ramsaier hat die gleichen Erfahrung gemacht: „Die Reaktion ist sehr gut und sehr schnell. Gerade in der Einführung, wo es manchmal noch etwas hakt, ist das wichtig.“ Und, was er so noch nie erlebt hat: „Es gibt einen Knopf für den direkten Draht vom User zum Entwickler. Mit einem Klick kann man eigene Ideen und Vorschläge einbringen und die werden nach Möglichkeit umgesetzt.“

Noch eines ist beiden sehr wichtig: Die Server des Unternehmens stehen in einem TÜV-zertifizierten Rechenzentrum in Deutschland, das ISO 27001 entspricht. Dirk Thiede, Behördlicher Datenschutzbeauftragter und Medienberater für Schulen im Kreis Olpe, empfiehlt, sich vor der Entscheidung für eine Schul-App immer anzuschauen, wo, wie und wie lange die Daten gespeichert werden: „Die Tatsache allein, dass ein Unternehmen Server in Deutschland nutzt, hat nur einen Vorteil, wenn das Unternehmen auch deutschem Recht unterliegt.“ Als Eltern ihn nach Alternativen zu WhatsApp gefragt haben, hat sich Thiede, der auch die Seite www.datenschutz-schule.info betreibt, verschiedene Schul-Apps genauer angeschaut und eine vergleichende Übersicht erstellt. Festgestellt hat er, dass einige Anbieter keinen Auftragsverarbeitungsvertrag (AVV) zur Verfügung stellen. Durch einen solchen Vertrag wird sichergestellt, dass Dienstleister personenbezogene Daten nicht zu eigenen Zwecken weiterverwenden dürfen. Und auch kostenlosen Angeboten steht er grundsätzlich kritisch gegenüber: „Es gib kein Kostenlos“, so Thiede. „Kostenfreie Basis-Versionen von Schul-Apps sind zwar nicht unbedingt schlecht, aber doch eher zum Anfüttern gedacht. Wenn sie für die ganze Schule genutzt werden sollen, kommt man schnell in Grenzbereiche in Sachen DSGVO.“ Bei Sdui hingegen hat er keine Bedenken: „Ich habe mir das junge Unternehmen genau angeschaut und den Eindruck gewonnen, dass die Gründer genau wissen, was sie tun und welchen Anforderungen Schulen in Sachen Datenschutz unterliegen.“

Nicht umsonst hat das Unternehmen mit inzwischen über 20 Mitarbeitern zahlreiche Preise an Land gezogen und hat unter anderem das Land Rheinland-Pfalz mit seiner Förderbank ISB als Investor gewonnen. Einige Kommunen, wie zum Beispiel die Stadt Solingen, empfehlen Sdui sogar bereits als stadtweiten Standard für Schulen.

Weitere Infos unter: www.sdui.de

 

 

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