CDU-Antrag scheitert: Berliner Lehrer werden weiter nicht verbeamtet

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BERLIN. Lehrkräfte in Berlin werden auch künftig nicht verbeamtet. Ein entsprechender Antrag der CDU fand im Abgeordnetenhaus am Donnerstag keine Mehrheit. Für Rot-Rot-Grün ist diese Frage allerdings nach wie ein Problem, wie sich dabei zeigte – die Hauptstadt kämpft gegen einen immer dramatischeren Lehrermangel. Bildungssenatorin Sandra Scheeres (SPD) machte sich zuletzt deshalb auch für eine Rückkehr zur Verbeamtung stark.

Wer Beamter werden will, muss einen Amtseid leisten. Foto: Shutterstock

Die Sozialdemokraten hatten sich bei ihrem jüngsten Parteitag für die Verbeamtung ausgesprochen. «Wir sehen der Realität des Lehrkräftemangels ins Auge», sagte Lasic. «Wir sagen in aller Klarheit, dass wir die Rückkehr zur Verbeamtung wollen.» Aber die SPD werde den Koalitionsvertrag nicht brechen.

Regine Kittler von den Linken erwiderte, Verbeamtung sei kein Allheilmittel. Alle Bundesländer seien vom Lehrkräftemangel betroffen. Verbeamtung schütze nicht davor. Grund dafür, dass Lehrkräfte fehlten, sei deren Überlastung und die schlechten Arbeitsbedingungen. Die Linke sei deswegen gegen die Verbeamtung.

Hohe Pensionsleistungen sind mit der Verbeamtung von Lehrern verbunden

Die Grünen-Abgeordnete Stefanie Remlinger kritisierte den Umgang der CDU mit dem Thema. Sie wies unter anderem auf die gewaltigen Pensionsleistungen hin, die mit der Verbeamtung verbunden seien. Außerdem seien inzwischen zwei Drittel der Lehrer Angestellte. Rund ein Drittel von ihnen könne nicht verbeamtet werden. Auch das spreche gegen eine Rückkehr zur Verbeamtung. SPD, Linke, Grüne und FDP lehnten den Antrag schließlich ab. Ein Diskussionsthema nicht zuletzt vor der nächsten Wahl zum Abgeordnetenhaus 2021 wird die Lehrerverbeamtung aber bleiben.

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In den vergangenen Monaten hatte sich Bildungssenatorin Sandra Scheeres (SPD) für eine Rückkehr zur Verbeamtung stark gemacht. «Nach Abwägung aller Vor- und Nachteile halte ich die Verbeamtung für sinnvoll, um voll ausgebildete Lehrkräfte halten zu können und wettbewerbsfähig zu sein», sagte Scheeres im vergangenen Frühjahr. Sie verwies darauf, dass 20 Prozent der Berliner Lehramtsstudierenden nach ihrem Abschluss das Bundesland wechselten. Zudem sinke die Zahl der Bewerber aus anderen Bundesländern, Lehrer kündigten ihre Jobs an Berliner Schulen.

Verbeamtete Lehrer verdienen 84.400 Euro mehr in ihrem Berufsleben

Seit 2004 werden Lehrer in Berlin nicht mehr verbeamtet. Gegen die Wiedereinführung hatte sich auch Scheeres lange gestemmt. Momentan ist Berlin das einzige Bundesland, das Lehrer den Beamtenstatus verwehrt. Nach Berechnungen der Senatsfinanzverwaltung erhalten verbeamtete Lehrkräfte bis zum Pensionseintritt im Laufe ihres Berufslebens rund 84.400 Euro mehr als Tarifbeschäftigte. News4teachers / mit Material der dpa

Der Beitrag wird auch auf der Facebook-Seite von News4teacherrs diskutiert.

Nach SPD-Parteitagsbeschluss: Kehrt Berlin zur Verbeamtung zurück?

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