Wie läuft das nächste Schuljahr? Bundeselternrat fordert: Unterricht in Messehallen, Lehrerverband: Regeln fürs Homeschooling

22

BERLIN. Der Streit um das Tempo der Schulöffnungen hat wieder an Fahrt gewonnen. Wie könnte der Unterricht an Deutschlands Schulen nach den Sommerferien aussehen? Der Bundeselternrat glaubt nicht, dass sich der Verzicht auf Abstandsregeln – wie mittlerweile von fünf Bundesländern favorisiert – durchsetzen wird. Er schlägt stattdessen vor, größere Räumlichkeiten für den Unterricht zu nutzen: Kongress- und Messehallen etwa. Der Deutsche Lehrerverband fordert hingegen klare Regeln für den Fernunterricht. 

Kongress- und Messehallen bieten vor allem eines: Platz. Foto: Shutterstock

Eltern- und Lehrervertreter sehen wegen der Corona-Krise Handlungsbedarf bei der Vorbereitung des Unterrichts nach den Sommerferien. Der Vorsitzende des Bundeselternrats, Stephan Wassmuth, schlägt etwa Vereinshäuser oder Tagungszentren als zusätzliche Räumlichkeiten vor, um Abstandsregeln einhalten zu können. Der Präsident des Deutschen Lehrerverbandes, Heinz-Peter Meidinger, mahnte eine besondere Förderung benachteiligter Kinder an.

Die Präsidentin der Kultusministerkonferenz der Länder, Stefanie Hubig (SPD), sagte der «taz»: In allen Bundesländern bestehe der dringende Wunsch, zu stärkerer Normalität zurückzukehren. «Im Grunde ist unser Weg der gleiche: Wenn möglich, soll nach den Sommerferien ein Normalbetrieb in den Schulen stattfinden», so die rheinland-pfälzische Ressortchefin. «Wir werden uns zu Beginn der nächsten Woche austauschen.»

Wie normal kann der Unterricht im nächsten Schuljahr sein?

Der Streit über das Tempo bei Schul- und Kitaöffnungen hatte am Donnerstag weiter Fahrt aufgenommen. Mehrere Bundesländer haben inzwischen angekündigt, dass zumindest an Grundschulen die Schüler bald nicht mehr getrennt, sondern wieder in voller Klassenstärke unterrichtet werden sollen. Auch die Frage, ob es wenigstens nach den Sommerferien an den Schulen wieder halbwegs normal weitergehen soll, bleibt umstritten.

Der Bundeselternrats-Vorsitzende Wassmuth ist skeptisch. «Wir müssen davon ausgehen, dass auch nach den Ferien die Abstandsregeln weiter gelten», sagte er den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. «Um möglichst viel Präsenzunterricht für möglichst viele Schüler zu ermöglichen, sollten auch andere Gebäude fürs Lernen genutzt werden: Vereinshäuser, kommunale Veranstaltungsräume, Tagungszentren, Kongressräume in Hotels oder sogar Messehallen.» Der Vorteil: Aufgrund der Coronakrise finden dort derzeit keine Veranstaltungen statt.

Die Schulträger sollten bereits jetzt solche Ausweichlösungen einplanen, damit die Schulen nach den Sommerferien mit mehr Platz starten könnten. «Wir rechnen damit, dass es an den meisten Schulen eine Mischung aus Präsenzunterricht und digitalem Fernunterricht geben wird.» Wassmuth forderte, die nächsten Wochen zu nutzen, um die Lehrer dafür fit zu machen: «Damit sämtliche Lehrer in der Lage sind, mit digitalen Systemen umzugehen und online zu unterrichten, sollten die Sommerferien für Schulungen genutzt werden.»

„Verpflichtende Anwesenheit von Schülern bei Videoschalten“

Der Präsident des Deutschen Lehrerverbandes, Heinz-Peter Meidinger, befürwortet den Vorschlag, für den Präsenzunterricht in Corona-Zeiten größere Räumlichkeiten zu nutzen. In vielen Gemeinden gebe es leerstehende Häuser, die nicht genutzt würden, sagte er. Auch Unterricht im Freien, beispielsweise in den Innenhöfen der Schulen könne eine Option sein, solange das Wetter mitspielt. «Aber das ist alles sicher nicht die große Gesamtlösung», sagte Meidinger weiter.

Er forderte vielmehr klare Vorgaben für Fernunterricht. «So lange die Schulen noch nicht wieder im Regelbetrieb sind, aber auch für den Fall einer zweiten Infektionswelle brauchen wir klare Regeln für das Homeschooling», sagte er den Funke-Zeitungen. «Verpflichtende Anwesenheit bei Videoschalten mit dem Lehrer, die Pflicht zum Erledigen von Aufgaben und eine einheitliche Regelung zur Vergabe von Noten.»

Meidinger berichtete vor einer enormen Spreizung bei den Leistungen der Schüler infolge der Corona-Zwangspause: «Es gibt Kinder, die haben keinerlei Defizite, und es gibt andere, bei denen war acht Wochen lang praktisch Sendepause.» Wichtig sei, dass es nach den Sommerferien für leistungsschwache, benachteiligte Kinder eine systematische Förderung gebe. «Sollte es weiterhin einen Wechsel von Präsenzunterricht und digitalem Fernunterricht geben, sollten diese Kinder davon ausgenommen werden. Sie brauchen permanenten Präsenzunterricht, um nicht weiter zurückzufallen.»

GEW: Gesundheitsschutz für Lehrer und Schüler geht vor

Die Vorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft, Marlis Tepe, sprach von einer «Quadratur des Kreises». «Einerseits möchte sich die Gesellschaft vor einer Pandemie schützen, andererseits die Erwerbstätigkeit von Eltern ermöglichen», sagte sie der «Passauer Neuen Presse». Sie warnte: «Klassenräume sind zu klein, um das Abstandsgebot einzuhalten. Nicht überall gibt es gute Lüftungsmöglichkeiten.» Gesundheitsschutz gehe vor.

Sachsen hatte als erstes Bundesland Grundschulen und Kitas im eingeschränkten Regelbetrieb wieder geöffnet. Statt auf kleine Gruppen und Abstandsregeln zu setzen, werden Gruppen und Klassen voneinander getrennt. Schleswig-Holstein hatte nun am Mittwoch ebenfalls entschieden, dass dort alle Grundschüler ab dem 8. Juni wieder zur Schule gehen sollen – ohne Abstandsregeln. Ab Mitte Juni peilt auch Sachsen-Anhalt für Grundschüler einen Betrieb in gesamter Klassenstärke an. In Baden-Württemberg ist das ab Ende Juni geplant. Auch Thüringen hat einen Normalbetrieb der Schulen in Aussicht gestellt. dpa

Der Beitrag wird auch auf der Facebook-Seite von News4teachers diskutiert.

 

Immer mehr Länder streichen die 1,50-Meter-Abstandsregel in Grundschulen – Spahn: Sichere wissenschaftliche Grundlage fehlt

 

Anzeige


22 KOMMENTARE

  1. Warum so kompliziert? Die Schulkonferenzen mögen beschließen, dass die Schüler und Schülerinnen im nächsten Schuljahr in Vorbereitung auf eine längere Arbeitslosigkeit ein einjähriges berufliches Praktikum in einer Firma machen. Kinder bis zum sechsten Jahrgang vornehmlich im Betrieb, der ihre Eltern beschäftigt.

    Kindergartenkinder können an Outdoor-Veranstaltungen auf Standortübungsplätzen unter fachkundiger Betreuung machen, Eimerchen und Schäufelchen müssen aber mitgebracht werden.

  2. Die Idee im ersten Absatz finde ich besonders gut. Vor allem, weil irgendjemand vor kurzem über eine „verlorene Generation“ geschwafelt hat! Dann wären die Kinder doch gut aufgehoben und die Eltern könnten noch besser helikoptern, wenn sie in der Nähe sind 😉 Auch die meisten unserer Grundschulkinder hätten sehr viel Spaß an der Idee und würden sicher ein bisschen besser auf die Realität vorbereitet werden…

  3. Bei all dem Geschwafel wird vergessen, dass Lehrer nicht auf zwei Veranstaltungen gleichzeitig tanzen können (Präsenzunterricht für Gruppe A, Fernunterricht für Gruppe B usw.) und es viel wichtiger ist, dass Schule wieder in den Rüumlichkelten der Schule stattfinden muss. Ansonsten ist ein effektives Lernen für einen Großteil der SuS nicht möglich.

    Ich für meinen Teil werde, falls ich wieder zwei Unterrichte zeitversetzt anbieten muss deutlich die Qualität zurückschrauben, wenn ich wieder so viele Fruppen besaßen darf.

    • Grundsätzlich geht es schon, wenngleich auch das etwas Übung bedarf. Wir testen das gerade in Form von MCG@HOME und MCG@HYB.
      Voraussetzung ist mindestens ein Handy zu Hause, besser natürlich ein Rechner, und eine jederzeit verfügbare und entsprechend skalierbare Plattform. Schauen Sie sich unsere Seite mal an unter curiegym.de.

  4. Haha, ich freue mich schon darauf bei meinen 6. Klässlern eine Vorlesung in der Messehalle über Grammatik zu halten. Was anderes ist in solchen Räumlichkeiten kaum möglich. das wird ein Spaß…

  5. Können wir nicht die Großraumbüros der Firmen der Eltern nutzen. Die sind doch sowieso alle im Homeoffice. Die sind vll auch technisch besser ausgestattet, Flipchartes stehen da vll auch noch rum und ich kann vielleicht kostenlos farbige Ausdrucke machen. Wäre sicher lustig mal einen anderen Lernort zu nutzen.

  6. Das Problem liegt meiner Ansicht nach auch an fehlenden Lehrkräften. Ich bin Lehrer und finde keine Stelle obwohl doch ein angeblicher Mangel herrscht. Dürften die Schulen mehr Lehrer einstellen könnten mehr kleine Gruppen zeitgleich unterrichtet werden.

    • Wie bitte? Welches Lehramt haben Sie denn studiert? Wie flexibel sind Sie bzgl. des Wohnortes und in welcher Gegend haben Sie bisher gesucht?

    • Die Einstellungsrunde in Niedersachsen läuft gerade. Sicher hätten noch mehr Stellen ausgeschrieben werden können, aber es ist so schon fraglich, ob alle Stellen besetzt werden können, weil BewerberInnen fehlen.
      Es ist immer so, dass für die zweite Runde die Ausschreibungen noch einmal hinsichtlich der Fächer verändert werden können, was Schulleitungen und Dezernenten auch machen, wenn sie damit die Chance auf Besetzung erhöhen.
      Kaum zu glauben, dass dabei jemand leer ausgeht und keine Stelle erhält.

    • @Pia: Grundschullehrer werden überall dringend gesucht – vor allem in den Ost-Bundesländern, aber auch in Niedersachsen, NRW… eigentlich überall!!! In den Grundschulen „brennt“ es, was den Lehrermangel betrifft.

  7. Sollte das Homeschooling auch noch im nächsten Schuljahr relevant sein, dann muss von dieser von der Politik vermittelten Freiwilligkeit Abstand genommen werden.
    Die Arbeiten im Homeschooling sollten verpflichtend sein und auch das Ergebnis dieser Leistungen sollte benotet werden können. Dann würde das Ganze auch von größeren Schüler- und Elterngruppen für ernst genommen werden.

    Nachdem jetzt alle Vierklässler wieder beim Präsenzunterricht waren, hat sich herausgestellt, dass ein paar wenige Schüler bzw. deren Eltern nicht realisiert haben, dass die Aufgaben des Homeschoolings (an der Kommunikation lag es wahrlich nicht) verpflichtend waren und wesentliche Bestandteile des Stoffes enthielten. Diese Kinder haben das nun in den vergangenen 3 Wochen nach mehrmaligem Nachhaken und einer gewissen Eindringlichkeit meinerseits zum größten Teil nachgeholt, aber so etwas sollte nicht wieder passieren.

    • Bei uns waren die Aufgaben für die 2 Wochen vor den Osterferien laut Aussage des Kultusministers freiwillig. Das interessierte die meisten Eltern nicht, sie haben alle ihre Kinder gut begleitet und die Kinder die Aufgaben gelöst.

      Nach den Osterferien galten die Aufgaben als verbindlich. Unerledigte Aufgaben führen zu unentschuldigten Fehltagen, was wenig interessiert, und, weit schlimmer, zu schlechteren Lernfortschritten. Dabei geht es auch um lesen, abschreiben, Wiederholungsaufgaben, die von den Kindern wirklich allein zu schaffen sind.

      Unsere Erfahrung ist, dass es wirklich nur bei sehr wenigen Kindern Schwierigkeiten gibt, die selbst mit intensiver Betreuung durch die Schule nicht zu lösen sind. Dabei fällt die technische Komponente raus, weil wir bei denen, die keine Möglichkeiten haben, auf Aufgaben in Papierform umgestiegen sind, mal einzelne SuS, mal klassenweise.

      Schwierig bleibt es bei den wenigen SuS, bei denen kaum oder gar keine Aufgaben bearbeitet werden. Da braucht es weitere Lösungen, sowohl für SuS, die in den Unterricht kommen könnten, als auch für SuS, die RisikopatientInnen sind und zu Hause bleiben sollen.

      Die Aufgaben werden von den Lehrkräften kontrolliert und korrigiert und mit Rückmeldungen versehen, zum Teil täglich digital, zum Teil wöchentlich analog. Dabei ist eine tägliche Rückmeldung motivierender.
      Eine Benotung findet nicht statt, dennoch kann man den Lernfortschritte vermuten. Tatsächliche Überprüfungen müssten m. E. in den Schulen stattfinden.

      Auf die lange Zeit lässt die Motivation nach. Die Kinder freuen sich auf den Unterricht, sind dann aber doch enttäuscht, weil vieles ganz anders ist. Das muss sich ganz neu einspielen und auch das stellt die Kinder vor Herausforderungen, die sie unterschiedlich gut bewältigen können.

  8. Wichtig ist, dass alle Verstehen das wir alle eine Zeit erlebt haben die unser aller Leben geprägt hat und es auch noch tut. Ein Zurück zur Normalität kann es nicht geben, den diese Normalität gibt es nicht mehr.
    Schulen mussten sich endlich! digitalisieren. Dieser Zugewinn muss genutzt werden um nicht nur für das kommende Schuljahr Handlungsfähig zu sein, sondern auch für die Zukunft.
    Nicht alle Schüler haben unter den neuen Bedingungen gelitten. Es gibt auch diejenigen die davon profitiert haben und diese Chance sollen auch sie weiter haben.
    Ich komme selber aus dem Bildungsberich und bin über die Fokusierung auf die Schüler, die Probleme haben entsetzt. Es gibt sowohl Gewinner wie auch Verlieren in dieser neuen Zeit. Ich bin aber auch entsetzt wie bildubgsunwillig viele Lehrer sind, wenn es um die Digitalisierung und um die Kombination von Präsenz und online geht. Lehrer verlangen von Schülern sich für jeder Fach zu interessieren und gute Leistungen zu erbringen und ständig neues zu lernen. Aber oft sind sie nicht bereit ständig selber zu lernen und ihren Horizont zu erweitern. Nicht nur Eltern und Schüler haben sie letzten Wochen als Corona-Ferien gesehen, sondern auch leider zu viele Lehrer. Durch Bildung sollen die Kinder für eine Zukunft handlungsfähig werden, aber nicht nur jetzt sondern generell geschieht die durch Überzeugungen, das haben wir schon immer so gemacht, das ist neumodischer Quatsch oder ich verstehe es nicht, also mache ich es nicht. Bildung sollte aber immer auf der Evaluation des eigenen Handeln und dem Blick auf die Zukunft basieren. Was brauchen die Kinder für Grundlagen um mit der unbekannt Zukunft zurecht kommen zu können.

    • Leider bin ich auch auf Digitalisierungsgegner unter den Eltern gestoßen. Und leider auch auf Eltern, die überhaupt keine Ahnung von Computern haben. Und das in der heutigen Zeit….

    • Jetzt sind es wieder die Lehrer, klar.
      Mir geht es wie OlleSchachtel, meine Elternschaft ist leider nicht annähernd so digital, wie ich es gerne hätte. Ich erreiche sie nicht einmal alle per E-Mail.

      Der Schulträger ist dran, aber es dauert, bis Ausstattung Stück für Stück ankommt oder große Planungsfirmen den Digitalpakt umsetzen.
      Selbst wenn zusätzliche Geräte für Lehrkräfte gekauft oder SuS zu Verfügung gestellt werden, hilft das noch nicht beim Internet.

      Es wird eine Mischung aus analogen und digitalen Angeboten bleiben, bei denen gerade die Lehrkräfte die sind, die Ungleiches berücksichtigen müssen. Andernfalls können ja die gut ausgestatteten Familien jeweils ein Kind ohne Ausstattung zur Erledigung der Aufgaben aufnehmen und digital unterstützen.

  9. Ich als arbeitende alleinerziehende Mutter habe(wie alle Eltern um mich)nur einen Wunsch, lasst Schulen Bildungseinrichtungen und ein sicherer! Ort zum Lernen bleiben und nicht Verwahranstalten in denen unsere Kinder bewusst gefährdet werden. Schützt unsere Kinder! Es kann nicht sein, dass sie und damit auch ihre Familien und Lehrer bewusst noch mehr Risiken durch zu volle Klassen und keine Abstandsmöglichkeit ausgesetzt werden! Unverantwortlich!

  10. Es muss dringend Vorgaben für den Unterricht außerhalb der Schule geben. Je nach Schule oder sogar Lehrer wird das Home-Schooling sehr unterschiedlich umgesetzt. Mein Sohn hatte z.B. während der letzten Wochen keinen einzigen persönlichen Kontakt zu irgendeinem Lehrer (8. Klasse Realschule). Die Schüler zu bitten, sich per E-Mail persönlich an die Lehrer zu wenden und mitzuteilen, wie es ihnen geht und was es für Probleme gibt, halte ich für nicht ausreichend. Welche Kids in dem Alter tun das? Bei meiner Tochter (10. Klasse Gymnasium) gab es wenigstens hin und wieder eine Konferenzschaltung mit der ganzen Klasse, wobei es Fachstunden in Mathe und Fremdsprachen gab, aber auch mal eine Stunde mit dem Klassenlehrer, wo man sich austauschen konnte. Und das finde ich so enorm wichtig in dieser Zeit!
    Bei meinem Sohn war es auch eher die Ausnahme, dass er Ergebnisse an den jeweiligen Fachlehrer schicken sollte. Ich hatte den Eindruck, viele sahen die Aufgaben eher als Beschäftigungstherapie für Schüler und Eltern an. Auch die Stoffmenge war zum Teil viel zu viel. Das hätten sie im Unterricht niemals geschafft. Dazu kamen noch Fehler der Lehrer im geschickten Lernmaterial. Dies beides
    passierte vorwiegend bei Lehrern in Ausbildung. Da müsste der betreuende Fachlehrer ein besseres Auge drauf haben.
    Ja, man merkt, dass es in dem Bereich keine klaren Vorgaben und Regeln gibt und jeder wurschtelt sich so durch, genau wie die Schüler und ihre Eltern…

    • Ist ja logisch, dass es keine klaren Vorgaben und Regeln gab, wir hatten noch nie eine so einen Fall der Schulschließung. Wir mussten alle alles neu bedenken, Material neu entwerfen und plötzlich digitalen Unterricht aus dem Boden stampfen.

    • Der Wunsch nach klaren Vorgaben ist verständlich, wird sich aber nicht erfüllen.

      Die Umstände sind überall andere, in den Schulen wie auch bei den Familien.
      Wozu will man da verpflichten?

      Lehrkräfte haben ganz ohne Vorgaben vielfältige Wege gefunden, die SuS zu erreichen. Die Anstrengungen, die dahinter stehen, erfolgen im Homeoffice, deshalb scheint sie niemand wahrzunehmen.
      Lernplattformen standen nicht zur Verfügung, Dienst-E-Mails gab es nicht, Dienstrechnern gibt es noch immer nicht.

      Wenn nun solches vom Land verbindlich eingefordert würde, müsste das Land selbst statt der kommunalen Träger dafür aufkommen.
      Gerade darum muss man auch die derzeitigen Forderungen der Bundespolitiker hinsichtlich der Bildung und Ausstattung von Schulen und Lehrkräften immer auf die Goldwaage legen, die dann ausmisst, ob der Bund bereit ist, die Kosten zu übernehmen.

  11. Die Elternräte setzen leider auf das falsche Pferd. Nicht Unterricht in Containern und Messehallen, sondern Ausbau des digitalen Unterrichts sollte die Forderung sinnvollerweise lauten.

    • Messehallen und Container erhöhen die Raumkapazität. – Nur wenn aufgrund der Abstandsregeln die Klassen geteilt oder sogar gedrittelt werden müssen, nutzen mehr Räume nur etwas, wenn ich gleichzeitig mehr Lehrkräfte habe.

      Im Normalbetrieb müssen ja schon Stunden gestrichenw erden, da keine Schule über eine 100-prozentige Versorgung mit Lehrkräften verfügt. Selbst wenn jetzt Corona bedingt die Schülergruppen über zusätzliche Räumlichkeiten verteilt werden, gibt es ja nicht zwangsläufig mehr Lehrkräfte, um den Präsensunterricht zu gewährleisten. Die Gruppe ü60 umfasst nur 11% – als jeden neunten – der Lehrerschaft. Wenn die diversen Risikogruppen 30% der lehrerschaft ausmachen, dann sind rund 20% der lehrkräfte entweder schwanger, stillend oder ernsthaft dauererkrankt (chronische Erkrankungen). Letzteres ist eine Besonderheit des ÖD, er beschäftigt mehr Mitarbeiter mit Handicap als die „freie Wirtschaft“. Folglich werden auch mehr Leute eine AU attestiert bekommen.

      Wenn also aus den Risikogruppen weitere Lehrkräfte für den Präsensunterricht herangezogen werden, können allenfalls 50% der Schüler und Schülerinnen unterrichtet werden. Und das auch nur, wenn die Sollstunden-Tafel um etwa ein Drittel eingekürzt wird. Mehr als 4 bis 5 Stunden Unterricht je Tag wird es nicht gebn können. Wenn die Länder bei bestehenden Deputatsverpflichtungen die zusätzlichen Unterrichtsstunden als Mehrarbeit bezahlen müssen, werden sie ganz schnell zurück rudern. Alternative, die deputate werden hoch gestzt. Nur das hat zur Folge, dass jeder infolge der Vertragsänderung ohne auf den Stichtag warten zu müssen, seine Stunden im laufenden Schuljahr reduzieren kann.
      Die derzeitigen Reaktionen der Politik lassen mich stark vermuten, dass zum Dezember eine große Zahl von Anträgen auf ATZ bei den Schulaufsichtsbehörden eingereicht werden wird.
      Die einzigen, die diese Möglichkeit derzeit aufgrund des TV-L nicht haben, sind die angestellten Lehrkräfte.
      Viele, die derzeit schon Stunden reduziert haben, um irgendwie im Alltag den Kopf über Wasser halten und bis zum Erreichen der regelaltersgrenze unterrichten zu können, werden aufgrund der derzeitigen politischen Entscheidungen voraussichtlich die „Brocken hinschmeißen“.

      Aber das können dann die Shulministerien als „Pyrrhussieg“ verbuchen.

  12. Mein Sohn ist eines der Kinder denen Homeschooling sehr gut bekommen ist. So entspannt und lernwillig war er seit der ersten Klasse nicht mehr. Er steht freiwillig von alleine spätestens um 8 Uhr auf, frühstückt und setzt sich dann an die Hausaufgaben. Er arbeitet konzentriert, fleißig und ordentlich das habe ich zu normalen Schulzeiten nie von ihm gesehen. Da wurde alles nur einfach hingeschmiert, Hauptsache es stand am Ende irgendwas im Heft. Auch ihre Lehrerin, die die Mappen zwischendurch immer wieder eingesammelt hat war total begeistert und nannte ihn in mehreren E-Mails als gutes Beispiel. Es muss also nicht immer schlechter werden.

    Zum Thema Digitaliesierung muss ich jedoch genau diese Lehrerin als schlechtes Beispiel nehmen. Sie verteufelt jedwede Komunikationsmetode außer telefonisch oder persönlich, man hört von ihr nichts anderes als das man überall ausspioniert wird, sich jeder überall reinhacken könnte, jeder sämtliche Bilder die auf Smartphones sind abrufen kann usw.. Sie hatte zu Beginn der Corona bedingten Schulschließung weder E-Mail (außer Schul E-Mail Konto, welches sie nicht wirklich benutzte) noch Handy und musste die Hausaufgaben immer von anderen Lehrern schicken lassen. Wie soll jemand der sich den digitalen Medien so verschliest, und davon gibt es bestimmt noch mehr, digitalen Fernuntericht halten? Diese Frau ist gerade mal Mitte – Ende 30, sollte also genau wie ich (45) und viele anderen meiner Generation mit digitalen Medien aufgewachsen sein.

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here