22 Schulen in Niedersachsen von Corona betroffen – „Schulstart gelungen“

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HANNOVER. Gut eine Woche nach dem Schulstart in Niedersachsen mit vollen Klassen fällt die Bilanz des Kultusministerium positiv aus. 22 Schulen waren bisher von Corona-Infektionen betroffen. Das Ministerium sieht sich in seinem Kurs bestätigt.

Das Coronavirus ist nicht aus der Welt. Foto: Shutterstock

Gut eine Woche nach dem Beginn des neuen Schuljahres sind 22 Schulen in Niedersachsen bereits von Corona-Einschränkungen betroffen. Wegen festgestellter Infektionen seien 43 Klassen und 3 Jahrgänge in den Heimunterricht geschickt worden, teilte das Kultusministerium in Hannover am Freitag mit. Ganze Schulschließungen gab es aber nicht. Oft müssten auch nicht alle betroffenen Schüler in Quarantäne.

Das Kultusministerium verwies darauf, dass die Einschränkungen nicht mit Unterrichtsausfall gleichzusetzen seien. Die Schulen seien verpflichtet, Schülerinnen und Schüler, die sich in Quarantäne befänden beziehungsweise vom Präsenzunterricht befreit seien, im Distanzunterricht zu betreuen.

Insgesamt sei der Neustart des Unterrichts aus Sicht des Ministeriums dennoch gut verlaufen. «Unserer Einschätzung nach war es eine richtige Entscheidung, den Regelbetrieb wieder eingeschränkt zu starten», sagte Ministeriumssprecher Sebastian Schumacher. Während bis zu den Sommerferien jeweils nur die Hälfte der Klassen abwechselnd im Präsenzunterricht unterrichtet wurden, läuft der Unterricht seit Mitte vergangener Woche wieder mit den kompletten Klassen. Bestimmte schulische Angebote bleiben aber eingeschränkt.

Im Landkreis Cuxhaven trafen Corona-Beschränkungen drei Klassen der Oberschule in Dorum, wie der Kreis am Freitag mitteilte. In Dorum sei eine Lehrkraft positiv auf das Coronavirus getestet worden. Im Kreis Goslar befinden sich zwei Klassen an Schulen in Seesen beziehungsweise in Goslar in Quarantäne. Vorsorglich wurde auch eine Klasse des Theodor-Heuss-Gymnasiums in Wolfenbüttel in Quarantäne geschickt. Auch in Göttingen und Seelze waren Schulen betroffen. dpa

Seit Schuljahresbeginn: Mehr als 500 Schulen und Kitas in Deutschland von Corona-Infektionen betroffen

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25 KOMMENTARE

  1. In Leer hat es am Freitag die gesamte Oberstufe eines Gymnasiums getroffen, etwa 100 Personen, zusätzlich 20 SchülerInnen des anderen Gymnasiums, mit dem gemeinsame Kurse stattfinden.
    http://www.presse-service.de/data.aspx/static/1052732.html

    Veröffentlicht wurde auch gleich, dass die Schülerin nicht mit dem Bus gefahren sei, ansonsten könnten gleich die anderen SekI+II-Schulen und die BBSn betroffen sein, weil, wie vor Corona, alle in absolut überfüllten Bussen fahren (müssen).

    Vom. Ministerium kommt an dieser Stelle der Hinweis, die Schulen könnten die Anfangszeiten entzerren. Ob man das an großen Schulen kann, weiß ich nicht, aber warum sollten dann mehr Busse fahren? Offenbar wird dies von Menschen aus Städten geäußert, in denen im 10min-Takt Busse und Bahnen fahren. Auf dem Land ist die Taktung anders! Da fahren die Busse nicht mal im regelmäßigen Stundentakt. Die SuS müssten bei gestaffelten Anfangszeiten trotzdem den frühen Bus nehmen und einfach länger außerhalb des Schulgebäudes warten, morgens wie nachmittags.

  2. Insgesamt gibt es in Niedersachsen rund 2.800 öffentliche Schulen.

    Stimme daher zu: „Schulstart gelungen“, zumal es in der Regel nur Jahrgangssperrungen waren.

    Die Schulen selbst wissen mittlerweile auch, dass es kein Qualitätsmerkmal der Schule selbst ist und reagieren erfreulich gelassen.

    • Die Schulen reagieren gar nicht, die Entscheidung liegt beim Gesundheitsamt.
      „Die Schulen“ können nur umsetzen, was Ministerium und Gesundheitsamt festlegen.

      Heißt dort die Devise „Die Schulen bleiben geöffnet“, werden dort die Entscheidungen entsprechend gefällt.

      Die Schule muss dann sehen, wie sie den Unterricht für die verbliebenen SuS aufrecht erhalten kann.

    • Mit wie vielen Schulen haben Sie denn gesprochen, dass Sie wissen, ob Schulen gelassen reagieren????
      Mein Gott, es wird so dermaßen viel Kappes erzählt!
      Leider glaubt Ihnen hier keiner, weil die allermeisten hier täglich die Realität erleben.
      Wie sagte noch Dieter Nuhr: „Wenn man keine Ahnung hat, einfach mal…..“.

  3. @Emil

    Lesen hilft! Die ersten deutschen Schulen werden bald einen Monat rum haben.

    Und entgegen der 10 Untergangsbefürworter in diesem Forum liegen die Schließungen im extrem niedrigen Prozentbereich. Alles ganz ruhig daher im Lande, jeder froh, dass Schule ist.

    @Kanzler27

    Ist wie in allen Bundesländern. Im Falle eines Falles entscheidet in der Tat das Gesundheitsamt. Passiert es montags, wird ganz viel telefoniert…..passiert es jedoch freitags…….

          • Ich wurde nicht gefragt, kann ja aber als Nummer 42 mal etwas sagen.

            Auf die Frage, wie der Schulanfang in Niedersachsen geklappt hat, kann ich nicht zu einem einfachen Gut oder Schlecht kommen.

            Die Einschulung lief ganz anders als sonst. Es war schön, dass sich alle darauf eingelassen haben und am Tag selbst nicht die Enttäuschung über die begrenzten Möglichkeiten, sondern die Kinder und der Anlass im Mittelpunkt stehen durften. Das war gut.

            Dass viele Kinder über eine Woche immer wieder neu und persönlich auf die Maskenpflicht im Schulgebäude verwiesen werden müssen, finde ich schlecht. Da wäre es sinnvoll gewesen, weitaus deutlicher für die Öffentlichkeit zu kommunizieren, dass die Maskenpflicht absolut verbindlich ist.

            Dass innerhalb der Schule der Arbeitsschutz nicht zählt, die Abstände kaum eingehalten werden können, dies aber außerhalb des Schulgebäudes keiner wahrnehmen möchte, finde ich schlecht.
            Gut ist, dass unser Schulträger an unserer Schule im letzten Moment doch noch dafür gesorgt hat, dass für alle Klassenräume wenigstens 1 Waschbecken zur Verfügung steht. Dass man dafür mehr als 10 Wochen gebraucht hat, ist weniger schön.
            Für das Lüften würde ich mit klarere Anweisungen wünschen: alle 30 min für 10 min Stoßlüften mit Querlüftung, damit es allen Beteiligten klar wird, dass dies nun zum Unterrichtsalltag gehört und entsprechend viel Zeit in Anspruch nimmt.

            Mehr Wellen wird das nach außen sichtbare Einteilen der Pausenzonen schlagen, aber das kommt sicher erst in der nächsten Woche, denn die Änderung des Rahmenhygieneplanes erreichte uns genau am ersten Schultag und konnte erst im Laufe der ersten Woche umgesetzt werden. Das war also doppelt schlecht.

            Dass man hier vor Ort die Vor- und Grundschüler nicht mehr mit dem Taxi transportiert, sondern ausgerechnet jetzt einen Bus einsetzt, der die kleinen SuS unterschiedlicher Schulen einsammelt und 1 Stunde durch die Gegend fährt, halte ich für schlecht,
            dass die Busse für die weiterführenden Schulen absolut überfüllt sind, wird bei einer Infektion gleich alle Schulen treffen. Das ist auch schlecht und unbedacht und könnte sicher besser gelöst werden.

            Dass man sich während der Ferien über die in der Zeit veröffentlichte Regelungen abstimmen musste und erst danach Stundenpläne und alles weitere organisieren konnte, kann man angesichts der Lage noch akzeptieren, hatte aber zur Folge, dass nach durchgearbeiteten Osterferien auch im Sommer kaum Pause möglich war. Das ist schlecht, weil den Lehrkräften die notwendigen Erholungszeiträume vorenthalten werden.

            Dass es innerhalb der ersten Schulwoche bereits mehrere Neuauflagen und Änderungen gab, ist offenbar notwendig, aber auch schlecht. Anscheinend ist niemandem klar, wie viel Aufwand die Umsetzungen in den Schulen bedeuten und dass man dies nicht mehr zeitnah schaffen kann. Neben dem Lesen von neuen Bestimmungen gibt es tatsächlich für Lehrkräfte noch die Aufgabe, Unterricht zu halten, der angesichts der Vorgaben anders ist als zuvor.
            Ein sauber formuliertes Hygienekonzept hätte man auch im Juli erstellen können, den Schnupfenplan konnte man aus SH abschreiben und benötigt auch da keine wöchentlichen Änderungen. Wichtiger wäre eine Vorgabe, dass Kinder mit eindeutigen Symptomen, die den Unterricht nicht besuchen können, erst nach negativem Test wieder in die Schulen kommen dürfen.

            Dass es an eigener und an umliegenden Schulen Verdachtsfälle gab, war zu erwarten. Unklar ist, ob den Eltern klar ist, dass ihr Kind jeden Moment nach Hause kommen und in Quarantäne gesetzt werden könnte, so wie es jetzt am Gymnasium in Leer mit den SchülerInnen der Oberstufe erfolgte. Da finde ich die Informationslage schlecht.
            Dass das örtliche Gesundheitsamt rigoros handelt, finde ich gut und verständlich, denn der Landkreis hatte ja auch den Ausbruch nach Restauranteröffnung.
            Für späte Ferienrückkehrer würde die Quarantäne übrigens noch ein paar Tage andauern, wenn sie denn ehrlich waren und zu Hause geblieben sind.

            Mit einer schnellen Umsetzung der Digitalisierung hatte wohl keiner gerechnet, da gab es in der ersten Woche kaum Fragen, es wäre aber schön gewesen, wenn…
            … und die nächste Quarantäne wird dies allen deutlich vor Augen führen. Konnten die Lehrkräfte bisher in die Schule gehen, kopieren und Päckchen packen, werden sie dann auch in Quarantäne sein und man wird noch stärker auf digitale Wege angewiesen sein.

            Fazit: Bisher bin ich angesichts der ständigen Änderungen und der mangelnden Umsetzung des Arbeitsschutzes überrascht, dass das Wenige, was möglich ist, von sehr vielen angenommen und gut getragen wird.
            Es bleibt abzuwarten, wie lange dies durch hohes Engagement und Mehrarbeit in den Schulen aufrecht erhalten werden kann.
            Dass Eltern, die schlecht informiert waren, sich mehr erhofft hatten, ist vorstellbar, und wird sich in den nächsten Wochen äußern.

    • Die Stimmung in deutschen Lehrerzimmern ist auch ohne Corona seit Jahrzehnten schlecht – und zwar zurecht ob der hundsmiserablen, erbärmlichen , ja geradezu lächerlichen Arbeitsbedingungen.

      Wer das bestreitet, ist ignorant oder Opportunist oder ein ignoranter Opportunist.

      Seitdem nun die KM gar keinen Hehl mehr daraus machen, dass ihnen sogar die Gesundheit der LuL am A… vorbei geht, brodelt es. Sogar bei den nicht für revolutionäre Tendenzen bekannten Grundschullehrern.

      Aber sonst alles ruhig im Land…

  4. Nachtrag: Nachdem 41 x Ähnliches gesagt wurde, schloss ich meine Recherchen zunächst ab. Netzt gibt ja auch nichts dazu her.

    Viel interessanter sind nämlich gerade Umfragen u.a. in den USA zu psychischen Störungen durch Schulschließungen bei Kindern und Jugendlichen.

    • Beweisen muss, wer (kruse) Thesen aufstellt. Mit so einem billigen rhetorischen Trick der umgedrehten Beweislast versuchen Sie lediglich wieder davon abzulenken, dass Sie Behauptungen ohne sachliche Grundlage in die Welt werfen.
      Hat halt nicht funktioniert. Vielleicht sollten Sie so etwas einfach lassen.

    • Mal abgesehen davon, dass es auch Eltern gibt, die aus gesundheitlichen Gründen Risikopatienten sind, ist es natürlich auch möglich, dass Eltern von Kindern und Jugendlichen vom Alter her schon Risikopatienten sind. Es werden mit Sicherheit unter den Corona-Toten Eltern von Kindern und Jugendlichen sein. Jetzt muss ich aber weiter das Trauma aufarbeiten gehen, das meine Schüler/innen dadurch erlitten haben, dass sie sechs Wochen in den Sommerferien nicht zur Schule durften.

  5. Ich finde dieses Zahlen verschönern ganz schlimm. In der Klasse meines Sohnes gibt es seit Freitag Abend einen positiven Fall. Die gesamte Kohorte hat sich mehrmals durchmischt. Schön und gut, zum Test geladen wurde nur die Klasse selbst und ein kleiner Teil der Lehrer, der Rest geht morgen wieder schön los, ebenso die Eltern und Geschwister der betroffenen Schüler, der Rest der Kohorte ebenso, obwohl noch keine Test-Ergebnisse vorhanden. Medial ist die Schule nicht erfasst, es gibt auch nichts schriftliches von der Schule, Kontakt lief nur über das Gesundheitsamt. SO sieht Corona-Management nicht aus, SO kriegen wir das nicht hin in Niedersachsen! Das Kind war übrigens nicht verreist, darauf können wir es hier auch nicht schieben…

  6. Gut, gut! Niedersachsens gefährdete Kinder dürfen ohne viel Papierkrieg zuhause bleiben.
    Daher besteht keine Gefahr für diese.

    Die bisherigen Statisten belegen klar eine Coronasterblichkeit nur rund um das 80. Lebensjahr. Blutverdünner und Krebsmittel senken dabei aktuell die Sterblichkeit enorm auf 1/4.

    In Niedersachsens Schulen sind 1% von Coronabeeinträchtigungen betroffen, Deutschlandweit nicht mehr als 2%.

    Eltern, Kinder und Lehrer könnten nicht weiter weg von Demos für Schulschließungen oder andere Beschulung sein als gerade jetzt.

    Sorry! Das Thema ist doch durch! Muss mich aber jetzt wirklich um die Aufarbeitung von Lockdown-Schäden von Schülern kümmern, denn das ist leider noch nicht durch.

  7. „NDR heute:
    Gymnasium in Quakenbrück nach Infektionen zwei Tage geschlossen
    Am Artland-Gymnasium in Quakenbrück haben sich nach Angaben des Landkreises Osnabrück vier Schülerinnen und Schüler mit dem Virus infiziert. Es wurde entschieden, den Schulbetrieb zunächst für zwei Tage – Montag und Dienstag – einzustellen.“

    Zwei Tage!!!!! Wir nähern uns folglich dem Tag, an dem gar nicht mehr geschlossen wird.

    Spätestens dann ist das Schulschließungsthema bzw. Thema Hybrid-Beschulung historisch und der „ruckelnden Regelbetrieb“ das „new normal“.

    Und bevor hier wieder die Hölle losbricht: Das Gesundheitsamt entscheidet.

    • Die Gesundheitsämter in NRW wurden aber „von oben“ auch mächtig unter Druck gesetzt, weil der Landesregierung nicht passte, dass Schulen geschlossen wurden.

    • Tja, da haben sie die Meldung und damit das Vorgehen an der Schule wohl völlig falsch verstanden. Oder wollten sie absichtlich Fake News verbreiten.
      Vorsorglich ist die ganze Schule geschlossen, da erst überprüft werden muss welche Kohorten und welche Lehrer betroffen sind. Danach wird entschieden welche Klassen/Kohorten Distanzunterricht haben und welche weiter Präsenzunterricht haben. Dies ist der normale Vorgang in NDS. Dies ist eine Vorsichtsmaßnahme und völlig korrekt.

    • @ Jonas Kruse:
      Und übrigens informieren sie sich mal bei den Schulträgern. Sie können sich auch ganz einfach über die Schulausschüsse der Städte oder Landkreise informieren. Die Tagen öffentlich auch unter Corona-Bedingungen. Oder fragen sie die Mitglieder der Ausschüsse, alles möglich!

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