Herbstferien: Keine Strafe für Schüler in Quarantäne (für Lehrer schon)

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DÜSSELDORF. Schüler, die nach den Herbstferien wegen Urlaubs in einem Corona-Risikogebiet in Quarantäne müssen, werden dafür nicht bestraft. Das hat das Bildungsministerium noch einmal in einem Schreiben an alle Schulen betont. «Das dem privaten Lebensbereich zuzurechnende Urlaubsverhalten ist durch schulrechtliche Maßnahmen (Bußgeldverfahren, Ordnungsmaßnahmen) nicht zu sanktionieren», heißt es in der Schul-Mail des Ministeriums. Für Lehrer gilt das allerdings nicht.

Die Ferien können kommen. Foto: Shutterstock

Im Gegenteil drohe Schülern, die die Quarantäne missachten, ein Hausverbot. «Unabhängig von den rechtlichen Folgen stellt ein solches Verhalten einen schweren Verstoß gegen die Pflicht zur gegenseitigen Rücksichtnahme in der Schule dar», so das Ministerium.

Wie für alle Rückreisenden aus ausländischen Risikogebieten gilt für Schüler in NRW eine zweiwöchige Quarantäne – es sei denn, sie können einen negativen Corona-Test vorweisen. Die Eltern müssen ihre Kinder wie bei einer Krankheit schriftlich entschuldigen. Hat eine Schule den Verdacht, dass jemand die Quarantäne nur vorschiebt, kann von den Eltern ein Nachweis über die Reise ins Risikogebiet verlangt werden. Notfalls seien die Schulen berechtigt, das Gesundheitsamt einzuschalten, so das Ministerium.

Lehrern droht das Ministerium mit Konsequenzen

Lehrer hingegen müssen bei einer Urlaubsreise in ein Corona-Risikogebiet die danach fällige Quarantäne bis Ende der Herbstferien abgeschlossen haben. «Private Reisen können zwar (…) nicht untersagt werden, allerdings können bei der Rückkehr aus einem Risikogebiet dienst- oder arbeitsrechtliche Konsequenzen (…) in Betracht kommen», heißt es in einem Schreiben des Ministeriums an die Bezirksregierungen, die wiederum die Schulen darüber informieren sollen. Bei unentschuldigtem Fernbleiben vom Dienst könnten auch Bezüge gestrichen werden, mahnt das Ministerium (News4teachers berichtete). News4teachers / mit Material der dpa

Der Beitrag wird auch auf der Facebook-Seite von News4teachers diskutiert.

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22 KOMMENTARE

  1. In meinen Augen gehört hier den Eltern jedoch eine Strafe (gerne Bußgeld) angehängt! Dieses ganze „ich muss aus TROTZ trotzdem in den Urlaub fahren“ Verhalten ist so oder so schon unverantwortlich und dann auch noch mit Kinder… Wie immer greift das Land an ganz falscher Stelle durch wie es halt immer ist und immer sein wird.

    • Das ist korrekt überhaupt derjenige oder diejenigen die seid März in Urlaub Trotz Reisewarnung geflogen sind die müsste auf jeden Fall die Kosten der rückholen Aktion zahlen alle die bewusst in den Urlaub sind eine Schande und diejenigen die sich an alles ordnungsgemäß gemass gehalten haben die werden für diese Menschen noch bestraft Sauerei alle

  2. Ich kann mich da nur anschließen, die Eltern sollten ebenfalls Regelungen bekommen…für die Kitas würde ich es mir ebenfalls wünschen. Ich bin eine pädagogische Fachkraft,2 Kinder aus meiner Gruppe sind in den Urlaub geflogen (Türkei). So viel trptz und Missachtung habe ich noch nie erlebt…

  3. Ich muss meinen Dienst machen.
    Ich muss meine Gesundheit aufs Spiel setzen.
    Ich darf nicht Urlaub machen wo ich möchte ( würde ich im Moment auch nicht wegen der Ansteckungsgefahr machen, logisch!), Eltern und deren Kinder schon!
    Ich habe keine Entscheidung mehr über wichtige Teile
    meines Lebens!
    Ich fühle mich als Beamtin momentan wirklich wie der Sklave meines Dienstherrn, mit dem einzigen Unterschied, dass ich für meine Arbeit bezahlt werde. Vieles angeordnet, befohlen und vieles verboten!
    Der Willkür meines KMs ausgesetzt!
    Wie konnte es so weit kommen?

      • @Osman

        „Falsch gewählt?!?“

        Hochverehrter Osman,
        sieht so eine Antwort aus, mit der Sie anderen Menschen Ihren Respekt zollen?

        Haben Sie sich hier nicht schon mehrfach geäußert zum Thema Respekt bzw. sinngemäß nachgefragt „Warum wird hier so ein menschenverachtender Post veröffentlicht“?

  4. Ich hoffe „alle Beamten“ halten sich an diese Vorgaben, nicht nur die Lehrer!!
    Auch alle KMs und bitte nicht nur in den Herbstferien! Mit den gleichen, den Lehrern angedrohten Konsequenzen !

  5. Kan man nicht mal ein Jahr zu Hause bleiben? Dann ist es doch wahrscheinlich schneller überstanden……..ich kann es nicht verstehen. Zu Hause kann man es sich auch schön machen!

  6. Lasst doch die Leute entscheiden, wie sie wollen, dann sollen sie sich doch danach testen lassen. Familien haben schon genug Solidarität in letzter Zeit gebracht. Jeder darf selber entscheiden, jeder hat seine Gründe, ob man in Urlaub fahren will/muss. Das hat doch nichts mit Trotz zu tun. Lasst uns doch das Stückchen Freiheit nehmen, die wir noch haben. Lieber Maskenpflicht überall als Lockdown. Leben muss weiter gehen.

    • @Andrea Kämmerer

      „Leben muss weiter gehen.“

      Wäre fein, was?
      Und wenn dann einfach jeder machen kann was er/sie will – ey das is dann noch geiler.

    • Was heißt denn Risikogebiet??? Das ist doch alles Politik! Ich kann bis heute nicht verstehen dass es in Ordnung sein kann nach Italien Spanien Österreich etc zu reisen, wo doch die Hölle war, dieses wird belächelt und dann rummeckern wegen der Türkei?! Bullshit
      Die Leute besuchen teilweise ihre Eltern, Großeltern…. Und ohne negativen Test darf man nicht mal in die Airlines steigen, darum ist es wohl wahrscheinlicher das der C-Virus aus den Nachbarländer mitgebracht wird.

      Eben so sehe ich das auch; das Leben geht weiter. Und wir sollten uns an den Virus gewöhnen, der lebt mit uns, und er wird nicht einfach eines morgens weg sein.

      • Die haben ja keine Ahnung, dass das Babys sogar getestet werden damit die überhaupt aus der Türkei zurück fliegen dürfen. Aber aus Italien oder Spanien kann man locker einreisen und nicht mal ein Test machen müssen. Und in Medien wird nur über aus Risikogebieten Einreisenden gesprochen, gemeckert.

  7. Jeder Mensch ist von der Geburt an Gleich zu behandeln egal welcher Religion, Aussehen, Alter, Geschlecht, dass ist ein Recht wofür die Menschheit gekämpft hat.
    Und wenn Irgendein Politiker oder Ministerium dagegen verstößt ist es eine Straftat und muss dafür Ansich selbst Konsequenzen ziehen oder Entlassungen.
    Die Eltern mit Kindern müssen auch für die Kinder genauso Haften wie jeder Einzelne Mensch, es dürfen keine Ausnahmen gemacht werden. So bald Ausnahmen gemacht werden kommt es zum Kollaps der Gesellschaft, was sich momentan durch die hohen Zahlen von Covid Ansteckungen auch widerspiegelt.
    So sieht man, dass die Menschheit nicht in der Lage ist aus der Geschichte zu lernen.

  8. Mich regt überhaupt nicht auf, dass es Konsequenzen hat, wenn Lehrer*innen jetzt in Risikogebieten reisen. Wenn ich nach den Ferien Kolleg*innen vertreten müsste, die wissentlich in einem Risikogebiet Urlaub gemacht haben, würde mich das mehr als ärgern.
    Völlig unverständlich ist die Toleranz gegenüber Familien von Schüler*innen, die in Risikogebiete fahren. Der Gedanke, dass die Kinder und Jugendlichen als „Belohnung“ auch noch ein individuelles Homeschooling absolvieren dürfen, das wir zusätzlich zum Präsenzunterricht vorbereiten müssen, ist ja wohl ein Hammer. Ich soll für anderer Leute unverantwortliches Verhalten bestraft werden?? Was geht im Kopf von Frau Gebauer vor?? Sie möge endlich beginnen, sich vor die Lehrer*innen zu stellen. Das wäre ihre Pflicht!

  9. Ganz einfach an die Vorgaben halten und das umsetzen was verlangt wird.

    Nicht immer auf die anderen gucken ,daß ist eine bescheuerte Angewohnheit.

    • Ach so, es ist also verwerflich auf andere zu schauen. na dann ist es auch klar, warum Reiserückkehrer aus Risikogebieten im Inland in NRW einen kostenlosen Test bekommen, wenn sie im Urlaub waren, nicht aber wenn sie Verwandte beucht haben.

  10. Was wäre hier wohl abgegangen, wenn die Umsetzung der Schulpflicht eingefordert würde. Ein Reiseverbot kann die Regierung nicht aussprechen, Bußgelder aussprechen oder andere disziplinarische Maßnahmen würden vermutlich nicht lange Bestand haben.
    Schüler stehen nun mal in keinem Arbeitsverhältnis zum Staat, Lehrer sehr wohl und verbeamtete Lehrer dazu noch ein spezielles.
    Und auch die Unternehmen in der Wirtschaft werden zu Ihren Mitarbeiter sicherlich nicht sagen, ja dann fahr mal schön in den Urlaub und anschließend machst du halt noch zwei Wochen Qurantäne auf meine Kosten.

    Und Hr. Drosten hat ja die Woche schon mal die Frage gestellt, was tun wenn es nicht gelingt einen wirksamen Impfstoff zu finden. Eine Garantie darauf gibt es nämlich nicht.

    Was jetzt gerade passiert, wird noch Jahre die Gesellschaft beeinflussen und die Konflikte die daraus entstehen vermutlich heftig werden. Aber das wird die Zukunft zeigen. Das Miteinander durch die Krise kann nur als Mittelweg funktionieren. Und diesen auszuloten und entsprechend zu verkaufen wird halt auch dadurch nicht einfacher, wenn jedes Bundesland anders agiert. Aber das ist ja wie mit den Eltern, die einen sind „entspannter“, die anderen sind „strenger“, und jeder ist überzeugt, das richtige zu tun. Und wundert sich dann, wenn es zu Problemen kommt.

  11. Machmal macht einfach der Ton die Musik…

    Eine freundliche, womöglich einfühlsame Bitte, lieber nicht in den Urlaub zu fahren zwecks Risikominimierung für alle, selbstverständlich an alle Beteiligten?
    Ein verbindliches Versprechen, dass nach den Ferien endlich auch in der Schule Arbeitsschutz umgesetzt würde?
    Eine nette Aufforderung an alle Beteiligten, sich doch gerne mit guten Ideen für die Umsetzung eines besseren Schutzes, mit Erfahrungsberichten, Vorschlägen einzubringen?

    Sowas würde ich von meiner Ministerin zum Ferienbeginn erwarten.
    Ganz selbstverständlich.
    Ist es aber nicht.
    Man erwartet immer nur den nächsten Holzhammer „von oben“.
    „Alles Gute kommt von …“ … ach, nee, das hat sicher nicht die Schulministerin erfunden… das war was anderes…

    Davon ab: Der Grundton in den Kollegien scheint doch schon eher von Vorsicht und Sorge denn von Freude auf einen Urlaub geprägt zu sein.
    Bei den Schülern hört man eher das Gegenteil. Da mache ich mir wenig Illusionen.
    Ob die nun in Risikogebiete fahren oder dort wohnen – viel Vorsicht und verantwortungsvolles Verhalten können wir von ihnen in ihrer Freizeit wohl eher nicht erwarten, genauso wenig wie vor dem Schultor.
    Und der Grundton in vielen Familien wiederholt sich auch in Gesprächen: Wo sollen denn die Kinder hin, wenn die Lehrer Urlaub haben? Was sollen die denn zu Hause? Man muss ja mal raus! Die können ja nicht alles verbieten! In der Schule sind sie doch auch alle zusammen! Man könnte den Eindruck gewinnen, einige Eltern hätten lieber einen Hund, den sie bequem tagsüber in einer Pension abgeben könnten…

    Wir sollten uns keiner Illusion hingeben: Nach den Ferien wird es nicht besser, schon gar nicht sicherer werden!
    Aber vielleicht verbieten die Minister dann ja den Lehrern grundsätzlich, krank zu werden.
    Sie können sich ja auf eigene Kosten Heizkissen, Thermoanzug und Skibrille mit in die Schule bringen. Letztere hält bestimmt auch Viren ab!
    Dann bleiben die Lehrer gesund und es hat den Staat nix gekostet…

  12. Ob man den Mundschutz im Urlaub trägt oder zu Hause macht keinen Unterschied.
    Flugreisen, Busreisen und Kreuzfahrtschiffe sind natürlich Blödsinn.
    Risikogebiet ist mittlerweile beinahe überall.
    Deutschland ist im Ausland auch als Risiko Gebiet eingestufft und warnt teilweise vor sich selbst.
    Bleibe ich im Risiko Gebiet zu Hause, passiert nichts.
    Fahre ich in ein anderes deklariertes Bundesland, muss ich in Quarantäne.
    Hochgradiger Schwachsinn.
    Man sollte Länder anhand der Schutzmaßnahmen beurteilen und nur vor extremen Abweichungen warnen.
    Ich bleibe zu Hause, aber hier ist es nicht besser wie woanders.
    Natürlich müssen gerade die Lehrer, die hier am meisten überfordert werden, ein Recht auf Urlaub haben.
    Die gefährlichste Reise ist die tägliche zur Schule, da gibt es keinerlei Schutz und frieren gibt es zum Nulltarif.

  13. Ich fliege, so oder so. Es ist doch eine ganz einfache Rechnung: Vor Corona gebucht, als Familie lange drauf gespart, keine Möglichkeit einer Stornierung, Zielgebiet schon lange nicht mehr über 50 (trotzdem Risikogebiet), AHA Regeln gelten überall. Hier in Deutschland macht jeder was er will.
    Wo bin ich also sicherer?
    Wird am Ende Lohn einbehalten kann ich damit leben.

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