Maskenpflicht und Lüften müssen reichen: Gebauer sieht sich außerstande, weitergehende RKI-Empfehlungen einzuhalten

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DÜSSELDORF. Besser Lüften und zurück zur Maskenpflicht im Unterricht der weiterführenden Schulen – das sind die Rezepte der NRW-Landesregierung auf die stark steigenden Corona-Infektionszahlen im Land. Die Schulministerin sieht sich außerstande, weitergehende Empfehlungen des Robert-Koch-Instituts einzuhalten. Die GEW nennt das „unverständlich“. Allerdings gibt es vom Land 50 Millionen Euro für Luftreinigungsanlagen in Schulen.

Probiert mal etwas Neues - aber nur im klitzekleinen Rahmen: die FDP-Schulministerin Yvonne Gebauer. Foto: Magubosc / Wikimedia Commons (CC BY-SA 4.0)
Reagiert: NRW-Schulministerin Yvonne Gebauer. Foto: Magubosc / Wikimedia Commons (CC BY-SA 4.0)

Das Robert-Koch-Institut empfiehlt ab einem Inzidenzwert von 50 Neuinfektionen innerhalb einer Woche auf 100.000 Einwohner für alle Schulen des betroffenen Gebiets bereits eine generelle Maskenpflicht im Unterricht sowie eine Verkleinerung der Lerngruppen, damit die Abstandsregel in den Klassenräumen eingehalten werden kann (News4teachers berichtet ausführlich über die Empfehlungen des RKI für den Schulbetrieb – hier geht es hin). NRW gehört laut Lagebericht des RKI zu den Bundesländern mit einer überdurchschnittlich hohen Zahl an Neuinfektionen: Die sogenannte Sieben-Tage-Inzidenz lag am Mittwoch bei 67; der Bundesdurchschnitt lag bei 51,3.

Maskenpflicht im Unterricht soll bis zu den Weihnachtsferien gelten

Das Schulministerium reagiert auf die steigenden Corona-Infektionszahlen – allerdings nicht so, wie es das RKI empfiehlt: Mit dem Ende der Herbstferien müssen nur die Schüler ab der 5. Klasse ab Montag auch im Unterricht wieder eine Mund-Nasen-Bedeckung tragen. Das kündigte Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP) am Mittwoch in Düsseldorf an. Die Wiedereinführung der Maskenpflicht im Unterricht soll zunächst bis zu den Weihnachtsferien am 22. Dezember gelten. NRW hatte bereits nach den Sommerferien ab Mitte August für etwa zweieinhalb Wochen eine damals noch von vielen heftig kritisierte Maskenpflicht auch im Unterricht.

Gebauer sieht keinen Anlass, einen landesweit verbindlichen Schwellenwert einzuführen, ab welcher Infektionslage Schulen vor Ort schließen müssen. «Die Schulen sind sichere Orte», bekräftigte sie. Es müsse alles getan werden, um den täglichen regulären Unterricht dort für alle Kinder so lange als möglich aufrecht zu erhalten. «Das ist die beste Form des Lernens.» Schule sei darüber hinaus für viele Kinder auch ein Ort, der Struktur, Halt und eine warme Mahlzeit gebe.

Die Ministerin sieht auch keine Möglichkeit, der Empfehlung des Robert Koch-Instituts zu folgen, ab 50 Neuinfektionen auf 100.000 Einwohner und sieben Tage Klassen zu verkleinern oder in Wechselschichten zu unterrichten. Solche personellen und räumlichen Reserven seien nicht vorhanden. «Dann gibt es eine Lerngruppe B, die zuhause bleiben muss», stellte die FDP-Politikerin fest. Das entspreche nicht ihrem Verständnis eines Bildungsauftrags, der allen Schülern gleiche Chancen einzuräumen habe.

Lehrerverbände: Abstandsregel im Unterricht wieder einführen!

Die GEW begrüßt zwar, dass die Landesregierung neue Vorgaben für den Unterricht nach den Ferien formuliert hat. Maskenpflicht und Landesmittel für Belüftungsanlagen seien zwingend erforderlich. Die Maßnahmen reichten jedoch nicht aus. Um vollständige Schulschließungen zu vermeiden, sollten aus Sicht der Bildungsgewerkschaft Konzepte für „rollierenden Unterricht“ bei Klassenteilungen – wie sie vom RKI bei den vorliegenden Inzidenzwerten empfohlen werden – und bessere Bedingungen für Distanzunterricht bei womöglich weiter steigenden Inzidenzwerten „nicht weiter ministeriell verteufelt“ werden.

Auch die anderen Lehrerverbände zeigten sich enttäuscht. «Maskenpflicht und Stoßlüften als einzige Antwort?», fragte der VBE. «Kleine Lerngruppen wären die beste Maßnahme, um Abstände einzuhalten.» Der Philologenverband wünscht sich klare Definitionen, wann ein Regelbetrieb nicht mehr zu verantworten sei – also die Schwellenwerte, für die Gebauer keine Notwendigkeit sieht.

Land legt Sonderprogramm für Luftfilter in Klassenräumen auf

In der kommenden Woche werde die Landesregierung ein 50 Millionen Euro umfassendes Sonderprogramm beschließen, um die Belüftung der Klassenräume zu verbessern, kündigte NRW-Bauministerin Ina Scharrenbach (CDU) an. Mit dem Geld könnten mobile Luftreinigungsanlagen angeschafft werden – allerdings nicht für alle Klassenräume: Bei Kosten von 3.000 Euro für ein Gerät, die Experten ansetzen, könnten um die 17.000 Luftfilter angeschafft werden. In Nordrhein-Westfalen gibt es rund 5.500 Schulen.

Eine Umfrage habe aber gezeigt, dass die weitaus meisten Schulgebäude und Unterrichtsräume schon jetzt gut belüftet werden könnten, so Scharrenbach. «303 Kommunen haben gemeldet, dass alles in Ordnung ist». In 39 Kommunen gebe es Probleme bei einzelnen Räumen. Einige Fenster ließen sich nicht vollständig öffnen oder die Unterrichtsräume lägen im Innenbereich. Diese Räume würden aber derzeit nicht zum Unterricht genutzt, betonte die Ministerin. 85 Städte hätten noch nicht auf die Umfrage geantwortet. Sie gehe aber davon aus, dass die 50 Millionen ausreichten, sagte Scharrenbach. Im Durchschnitt koste ein Luftreinigungsgerät etwa 3000 Euro.

Gebauer pocht darauf: „Schulen sind keine Hotspots“

«Schulen sind keine Hotspots und es gab auch kein unkontrolliertes Infektionsgeschehen», betonte Gebauer. Seit Beginn des Schuljahres hätten „dauerhaft über 98 Prozent der Schüler regulär vor Ort“ unterrichtet werden können. Zum Stichtag 7. Oktober seien nur acht und damit weniger als 0,2 Prozent der rund 6000 Schulen in NRW wegen Corona geschlossen gewesen. 2084 Lehrkräfte – 1,3 Prozent – seien in Quarantäne gewesen und über 23.000 Schüler. Das seien 1,2 Prozent. Unter den Schülern seien 853 Corona-Infektionen bestätigt worden – bei den den Lehrkräften seien es 166 gewesen.

Lüften sei eine einfache und sehr wirkungsvolle Maßnahme, um das Infektionsrisiko zu senken, bekräftigte die Schulministerin. Empfohlen wird in den Klassenräumen alle 20 Minuten Stoßlüften, «Querlüften wo immer es möglich ist» und Lüften während der gesamten Pausendauer. Und frieren müsse dann auch niemand. «Bei richtigem Stoßlüften kühlt sich die Raumtemperatur nur um zwei bis drei Grad ab», sagte Gebauer. News4teachers / mit Material der dpa

Der Beitrag wird auch auf der Facebook-Seite von News4teachers diskutiert.

Schulen in der Pandemie: Kultusminister missachten das RKI – Länder stellen sich damit gegen die Kanzlerin

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78 KOMMENTARE

  1. Die Frau ist außerstande, das Amt einer Kultusministerin adäquat zu bekleiden. Im Lexikon würde ihr Bild zum Schlagwort „Inkompetenz“ stehen.

  2. Es ist klar, warum sie keinen Schwellwert nennen will, ab dem die Schulen geschlossen werden: Egal, welche Zahl sie sagt, es wird nur noch eine Frage von Tagen sein, bis sie erreicht ist.

    Die Lüftung reicht in der angegebenen Form in keiner Weise.

    Mit 20-5-20 bekommt man BESTENFALLS drei Luftwechsel. Die Experten empfehlen aber mindestens sechs. Von daher scheitert es schon alleine daran. Zudem gibt es immer noch keine Angabe, wie viel offene Fensterfläche der Raum haben muss, damit man wenigstens auf diese drei Luftwechsel kommt.

    Nach ASR A 3.6 wären es bei 50 Quadratmeter Raumfläche und einseitigen Fenstern 5,25 Quadratmeter komplett offenes Fenster, WENN dabei die Schüler draussen sind. Mit 30 Personen im Raum bräuchte man laut ASR 10,5 Quadratmeter, die aber permanent offen bleiben müssen.

    Soweit ich das überblicken konnte, ist in der tollen Handreichung KEINE Fensterfläche angegeben. Also werden viele nur ein oder zwei Flügel öffnen und denken, dass das ausreicht.

  3. Wenn jemand die „Schulmail“ selbst lesen will… NRW stellt die alle ins Netz:

    https://www.schulministerium.nrw.de/ministerium/schulverwaltung/schulmail-archiv/archiv-2020/21102020-ergaenzende-informationen-zum

    Selbst den tollen Paragraphen, dass man Angehörige aus der Risikogruppe zu Hause schützen soll, haben sie drin gelassen.

    Vormittags trennt man die Kinder… nachmittags kippt man sie ohne Masken in der OGS zusammen. Steht auch noch drin…

  4. Schade, eine weitere Chance gründlich in den Sand gesetzt…

    Mir schien obendrein, sie wolle dem RKI unterstellen, die Schulen am liebsten alle sofort schließen zu wollen – und nur die KM wissen, was Kinder wirklich brauchen?

    Schulschließungen wünscht sich wohl nicht einmal das RKI.
    Aber genau dazu wird es kommen, fürchten viele, die im System sind.
    Viele haben es ihr auch offen gesagt/geschrieben, versucht Einblick in den Alltag der Schulen zu geben, sich bemüht Verständnis für eine den KM offenbar unbekannte Welt zu wecken.
    Es hat alles nichts genutzt.
    Nun wird es denn so kommen wie es unter diesen unveränderten Bedingungen wohl früher oder später kommen muss.

    Aber es wurde ja im Frühjahr schon in Bezug auf die damaligen Schulöffnungen öffentlich verkündet „Es wird Tote geben.“
    Dann können die KM ja den Kindern und den Angehörigen der Schüler und der Lehrer erklären, warum „Regelbetrieb“ wichtiger war als alle, die ihnen etwas bedeuteten.

    Was hilft jetzt noch?????

  5. NRW ist jetzt im Desaster Modus mit einer Lobbyisten im Bildungsministerium.
    Jan ausH. Kann mich ihnen nur anschließen.

    Alle Eltern, die es einrichten können: laßt eure Kinder zu hause.

  6. Ich höre immer, dass die Raumtemperatur quasi nicht sinkt. Wenn ich aber nun während einer 20-minütigen Pause (oder Mittagspause im Ganztag noch viel länger) querlüften soll, sagt mir mein physikalischer Verstand, dass die Temperatur sehrwohl sinkt. Oder macht es sich endlich bezahlt, dass die Heizungsanlagen noch Stand 1960 sind und fleißig dagegen an heizen? Unfassbar dieser Zirkus.

    Ich verstehe langsam nicht mehr, was das Ziel ist, das verfolgt werden soll. Geht es wohlmöglich darum, so hohe Infektionszahlen zu schaffen, dass man den Laden dicht machen muss und dann aber hinterher sagen kann, man hätte alles unternommen, um den Schulbetrieb aufrecht zu erhalten? Ich muss ja bald beginnen, an derartigen Theorien zu glauben, weil ich sonst durchdrehe bei so viel Naivität, Dummheit, Ignoranz und Vorsatz auf Seiten meiner Dienstherren.

      • Verzeihung. Gemeint war selbstverständlich WOMÖGLICH, Herr/Frau/Divers NN!

        Wichtiger Hinweis an dieser Stelle! Korrigieren Sie bitte auch die Kommata und dass/das-Fehler der anderen Kommentatoren! Vielen Dank!

    • @JörgMCGurk
      Ihr letzter Satz: Ich denke auch, dass das so ist. Organisatorisch lässt sich das ja nicht stemmen… Meine Kollegin sagt auch- Schule so lange, bis das Land komplett zu macht. Und man kennt uns Lehrkräfte ja ganz gut: Schon aufgrund unseres miesen Rufs, dem schlechten Gewissen unseren SuS und dem Kollegium gegenüber tanzen wir an bis zum letzten Tag….es möchte sich niemand etwas nachsagen lassen.

    • JörgMcGurk, 2. Absatz Ihres Kommentars:
      Genau dies ist seit Längerem meine Vermutung! So lange offenhalten, bis absolut NICHTS mehr geht, dann beteuern: „Wir haben wirklich ALLES versucht!“
      Wer will den KM da noch etwas vorwerfen wollen?

  7. In meinem Klassenraum gibt es nur 2 Fensterflügel, die sich öffnen lassen. Ich glaube einfach nicht, dass 5 Minuten für einen Luftaustausch reichen. Als Grundschullehrerin fühle ich mich zudem völlig ungeschützt, weil für Kinder im Unterricht ja gar keine Maskenpflicht mehr gilt und kein Mindestabstand. Jetzt komme ich mir wirklich vor wie Kanonenfutter. Frau Gebauer sollte bewusst sein: Wenn wir ausfallen, gibt es keinen Ersatz bei dem herrschenden Lehrermangel.

    • Siehe oben… ohne Kinder im Raum 5 Quadratmeter offenes Fenster, mit Kindern etwa das doppelte. Zwei Fensterflügel werden da eher nicht reichen, denn so gewaltig gross sind die ganz bestimmt nicht.

      Folgerung: Der Raum ist nicht für den Unterricht geeignet.

    • Die Grundschulen werden in jedem Land KOMPLETT vergessen. Der Virus weiß scheinbar, dass dort keine Masken getragen werden u ist hier nicht ansteckend. Die Werte zeigen ein anderes Bild – nur das wird von allen Landesregierungen ignoriert.

    • Vorweg genommen: Ein Klassenraum ist auch ein Arbeitsplatz und 2 (gedreht) zu öffnende Fensterflügel i.d.R. ein Unding für Klassenraum.

      „Intensives Lüften und andere lüftungstechnische Maßnahmen allein sind nicht ausreichend, sondern nur als ein Baustein zu verstehen, um die Infektionsgefahr mit SARS-CoV-2 zu verringern“ (siehe letzte Zeilen / DGUV)

      Ohne technisch/wissenschaftlich zu werden gilt die Formel bei Stoßlüftung (Grundfläche):
      0,6 m² zu öffnende Fläche je 10 m² Grundfläche des Raumes.
      Beispiel: Raumgröße 8 x 12 m = 96 m²
      Mindestfläche: 96 / 10 = 9,6 (x 0,6) = 5,76 m²
      Dann ist aber noch der Luftaustausch zu berücksichtigen, der bei Klassenräumen das 3- bis (6-) 8-fache des Raumvolumens beträgt.

      Nach den technischen Regeln für Arbeitsstätten, hier ASR A3.6, sind für die kontinuierliche Lüftung nachfolgende Flächen erforderlich. Sie sind die Summe aus Zuluft-und Abluftflächen (Türen und Tore bleiben unberücksichtigt).

      Zuluft-und Abluftflächen für Fenster bei kontinuierlicher Lüftung (Personen):
      einseitige Lüftung: 0,35 m² zu öffnende Fensterfläche je im Raum anwesende Person
      Querlüftung: 0,2 m² zu öffnende Fensterfläche je im Raum anwesende Person

      Interessante Literatur: FBVW-502: SARS-CoV-2: Empfehlungen zum Lüftungsverhalten an Innenraumarbeitsplätzen Stand: 14.09.2020 des DGUV
      Schlußsatz:
      „Neben den in diesem Fachbereich AKTUELL gegebenen Empfehlungen zum Lüftungsverhalten in Innenräumen, sind zusätzlich die bekannten Maßnahmen wie Mindestabstand von 1,5 m, ggf. Mund-Nasen-Bedeckung, wenn der Mindestabstand nicht eingehalten werden kann und Hygiene weiterhin einzuhalten.
      Intensives Lüften und andere lüftungstechnische Maßnahmen allein sind nicht ausreichend, sondern nur als ein Baustein zu verstehen, um die Infektionsgefahr mit SARS-CoV-2 zu verringern.“

  8. Wenn ich dann mal rechne, waren zu diesem Zeitpunkt 0,07% der Bevölkerung NRWs infiziert, aber 0,10% der Lehrer.
    Mensch Leute, lasst die wilden Partys sein! (Ironie off)

  9. Danke für den sehr detaillierten Gehalt an Informationen über die genauen Fallzahlen der Betroffenen, sowie der eingeleiteten Beschaffungsmaßmahmen der Ministerien.
    Man wird sehen, wie die von RKI vorgeschlagenen Maßnahmen umgesetzt werden.

  10. Niedersachsen kann das unterbieten. Da reicht sogar nur Lüften!
    Da ist noch nicht mal Maskenpflicht im Unterrichtsraum nötig. Der KM Tonne gehört nämlich zu den Maskengegner. Er verurteilt dies sogar wenn Azubis (die die ganze Woche Maske auf der Arbeit tragen müssen) dies in Absprache mit den Lehrkräften auch in der Schule machen. Für mich gehört die Tonne nur noch zu den Corona-Leugner oder zu den Überzeugungstätern für die Herdenimmunität.

    • @Matty.
      Ich warte auch auf die Pressekonferenz am heutigen Tag um 12h von Herrn Tonne. Wenn es nicht einmal eine Maskenpflicht für uns an der BBS gibt- weiß ich nicht mehr weiter. Ich finds auch spannend, dass Lüften nach der tollen Broschüre in der Mitteilung von Frau Gebauer eine EMPFEHLUNG ist und keine Anweisung. Herr Tonne wird es sicherlich nicht anders machen. Man ist sich nämlich durchaus bewusst, dass dies so nicht durchführbar ist….als dienstliche Anweisung könnte man dagegen vorgehen. So liegt letzten Endes die Verantwortung bei der Lehrkraft unter dem Motto: Wir haben es Dir doch empfohlen- für Deine Corona-Infektion trägst Du selbst die Verantwortung. Nach 20 Jahren als Vollzeit-Profi bin ich jetzt der Verzweiflung nahe…. Und fühle mich sowas von ausgeliefert…

      • @Die Elfe: Meine Befürchtung (ich kenne die Aussagen von Tonne als Lehrervertreter der BBSen schon zu gut) hat sich leider bestätigt. Die PK war sogar noch krasser als man sich dies vorstellen konnte. Führsorge gegenüber Beschäftigten, Lehrkräften sowie Schülerinnen und Schülern gleich Null.

        Man kann jetzt nur noch allen Beschäftigten empfehlen die telefonische Krankmeldung erstmal zu nutzen!

        Gerade an BBSen ist diese ganze Ignoranz von Tonne neben Gesundheitsgefährdung Dritter (u.a. Pflegeassistenzausbildung) auch eine wirtschaftliche Gefahr für viele Betriebe. Ich bin auch fassungslos über so einen Dienstherren…

    • Man kann hoffen, dass die Betriebe mit Herrn Tonne Tacheles reden. Wer bei diesen Zahlen noch zu den Maskengegnern gehört, sollte nicht in der Politik sein.

  11. Fr. Gebauer will den „regelhaften“ Präzenzunterricht trotz der Inzidenzwerte über 50 oder auch 100 auch nach den Herbstferien aufrecht erhalten, auch weil für geteilte Klassen nach den Empfehlungen des RKI „die nötigen Lehrer☆innen fehlen“. Für einen regelhaften Tagesablauf und den üblichen Stundenplan ist aber an den GS in NRW die Personaldecke weiterhin viel zu dünn. 1 Kolleg☆in in Quarantäne und 1 weitere krank, dann kommt die „lernförderliche Verknüpfung von Präzenz-und Distanzunterricht“, von der die meisten Eltern noch nichts gehört haben- nicht von ihr! Habe heute nur Beschwichtigungs-und Verharmlosungsfloskeln gehört. Die Eltern werden viel Gelegenheit haben, sich zu wundern vor der Weihnachtszeit!

  12. Die KM drehen sich es, wie sie es brauchen. Wenn ihnen die Aussagen des RKI passen, beruft man sich darauf. Wenn aber das RKI empfiehlt, ab einer Inzidenz von 50 nur noch halbe Klassen zu unterrichten, findet man ganz schnell irgendeinen Grund, das nicht zu tun (zur Not lobt man das ausgeklügelte Lüftungskonzept). Ich bin wirklich fassungslos. Hier in NRW sind inzwischen fast alle Landkreise rot und was fällt unserer Bildungsministerin ein? Maskenpflicht ab Klasse 5. Was bitte ist mit den Grundschulen? Da dürfen im Klassenraum nach wie vor die ganze Zeit die Masken abgesetzt werden. Es sind nach wie vor Lehrerkonferenzen ohne Maske erlaubt, wenn man einen Sitzplan schreibt. So ein Sitzplan schützt auch unglaublich vor einer Infektion! Und das Märchen mit der Nachverfolgbarkeit braucht auch keiner mehr zu erzählen, dafür muss man sich nur die täglichen Nachrichten von extrem überlasteten Gesundheitsämtern ansehen.

  13. Ich kann mich Jan aus H auch nur anschließen. Was für eine große Strecke Schwachsinn hier zwischen Theorie und Praxis liegt …
    Und selbst WENN man während des Unterrichts ganz genau so lüften würde, wie es die ASR sagt, dann kann ich spätestens das Querlüften in den Pausen nicht so durchführen, denn es gibt eine Vorschrift seitens des Schulträgers (die man sich auch noch unterschreiben lassen hat), dass ich die Fenster zu schließen habe, wenn ich den Raum verlasse (und die Kinder in der Pause logischerweise in ihrem Raum bleiben, weil sie es in den fünf Minuten Pause nicht auf den Hof und wieder pünktlich rein schaffen). (Dieser Kompromiss ist übrigens schon ein Fortschritt, denn ursprünglich sagte der Schulträger noch vor etwa vier Wochen, als die offiziellen Lüftungsempfehlungen kamen, dass unsere Fenster zu bleiben – das muss man sich mal vorstellen! DAS IST KEIN WITZ, SONDERN WIRKLICH SO PASSIERT!)
    Die Alternative zu „Fenster zu bei Raum verlassen“ ist, ich bleibe da und passe auf die gut belüfteten Kids auf – dann wartet die nächste Klasse eben auf mich, und der dort wegen offener Fenster auf mich wartende Lehrer, … wo fangen wir das Ringelspiel an aufzulösen?
    (Ironie an) Heisenberg wär die Lösung – kann das mal jemand dem Ministerium mitteilen? (Ironie aus)

  14. Keine kleineren Lerngruppen bei 50 Neunifektionen pro 100.000 Èinwohner, auch nicht bei über 100 Neuinfektionen (wie hier in Frankfurt), selbst konstante Lerngruppen und möglichst wenige Lehrerwechsel scheinen von den Kultusministern, selbst dort wo es möglich wäre, nicht gewollt zu sein … nehme an, das sieht Frau Gebauer genauso wie unser hessischer „Gesundheitsschützer“ Lorz …. entweder fehlt den Herrschaften jegliches Verantwortungsgefühl oder McGurks Theorie stimmt.

  15. Dann kann ja jede Schule 3 Luftfilter bekommen. Welche Klassen da wohl die priveligierten sind? Und vermutlich werden die ersten erst im Frühjahr eingebaut werden können wegen Ausschreibung, Herstellung, Montage etc. Dann können wir die Fenster ja sowieso wieder öffnen, also brauchen wir keine mehr… Ich kann nur hoffen, dass die Lehrer das einzige Mittel nutzen das sie haben, nämlich sich krank schreiben zu lassen wegen Erkältung durch dem ewigen Durchzug. Ich möchte nicht mit Euch tauschen!
    Leider sind dann die Lehrer schuld, wenn die Schulen aufgrund von Personalmangel geschlossen werden müssen.

  16. Ich habe die Pressekonferenz live verfolgt. Zusammenfassung: Alles ist super prima gelaufen, die Zahlen, die sagten, dass Fenster evtl. nicht geöffnet werden konnten, beruhten auf einer Fehlübermittlung! Wir lüften einfach, krank ist sowieso bisher fast niemand, und als Weihnachtsgeschenk dürft ihr dann in einigen Wochen in den Bestellkatalog für Lüftungsanlagen gucken, (nur gucken, nicht anfassen!). Wir nehmen das RKI durchaus ernst, aber wir haben eben andere Prioritäten.

  17. In Nrw macht man halt einfach, auf was man Lust hat. Unterricht in festen Lerngruppen gibt es ja auch nicht, da einfach alle Möglichkeiten, wo dies auftritt (Kurse,Nachmittagsbereich,AGs) als Ausnahmen ausgeklammert wurden.
    Fenster sind auch weiterhin nur genauso zu öffnen, wie vor Corona, weil es einfach niemanden interessiert, m an hat halt einfach seinen Mund zu halten und seiner Dienstpflicht nachzukommen.

    • Was hindert Sie daran, permanent zu lüften und nur noch PPP Unterricht zu machen? Das Problem liegt leider auch bei einem Teil der Lehrer, die sich wahrscheinlich auch kriechend durch das Schulgebäude bewegen würden, wenn es „von oben“ vorgegeben wäre. Meine Mitarbeiter würden mich, zu Recht, auslachen.
      Etwas mehr Selbstrespekt und Selbstschutz ist notwendig. Die strahlenden Kinderaugen und die Belobigung der Schulleitung wird nichts nützen, wenn Sie am Beatmungsgerät hängen.

      • Die für eine PPP durchgänging in den meisten Klassenräumen fehlende Infrastruktur. Ne Streichersymphonie ohne Streichinstrumente läuft auf das gleiche hinaus.

  18. Man sollte hier ganz klar lesen, das RKI gibt Empfehlungen, reine Empfehlungen. Ob die KM sie befolgen ist ihre Sache. In BW gilt seit dieser Woche eine Maskenpflicht im Unterricht, nachdem Ärzte, Eltern und Lehrer sich über Gesundheitsbeeinträchtigungen beklagen ruderte das KM schon zurück und hat jetzt in den Pausen, Klassenarbeiten usw die Pflicht gelockert. Es kam und kommt weiter massiver Protest.

    • Wenn sich das KM mit seiner Fürsorgepflicht für alle Beschäftigten mehr von hysterischen Eltern als von Warnungen der Virologen beeinflussen lässt, erfüllt es seine Aufgabe nicht. Diese Eltern mögen laut sein, aber die Fakten sprechen gegen sie. Ich wünsche mir klare politische Ansagen an diese Querdenker Eltern. Keine Anbiederei!

    • @Neu1: „Man sollte hier ganz klar lesen, das RKI gibt Empfehlungen, reine Empfehlungen. Ob die KM sie befolgen ist ihre Sache.“ – das ist grundsätzlich völlig richtig. Allerdings verfügt das RKI anerkanntermaßen über erhebliche epidemiologische Kompetenz und die Kultusminister – naja, vermutlich eher weniger. Insofern ist es auch politisch ein durchaus riskanter Zug, die Empfehlungen des RKI zu ignorieren – sollte es in der Folge nämlich zu einem signifikant höheren Infektionsgeschehen an den Schulen kommen, (was ich mir weder anmaße noch zutraue zu beurteilen oder vorherzusagen), wäre der politische Fallout – zu Recht – GROSS.

  19. Bei solchen Aussagen wächst das Unverständnis für die Politikerkaste: Jede Firma wird mit Ordnungsgeldern überzogen, Politiker, die für Kinder und Jugendliche verantwortliche sind, dürfen einfach sagen: Ist halt so.
    Heute ist es recht mild, die letzten beiden Tagen waren die Unterrichtsbeginnaußentemperaturwerte bei 3 Grad und entsprechend wurde gefroren beim Stoß- und nach dem Querlüften.
    Erbaiöich sind dann Grußworte eines Ministers, der nur im Hemd offenkundig das Lüftungsproblem nur aus akademischen Diskussionssphären kennt und Druchhhalteparolen ins Land trällert.
    OMG!

  20. Ich finde, es ist an der Zeit sich zu überlegen, welche rechtlichen Schritte unverzüglich einzuleiten sind. Und diese Schritte zu gehen.

    • Die Schulkonferenzen haben das Recht über den Schulnahmen zu bestimmen.
      Die müssen doch ihre Schulen nur in „Clemens-Tönnies-Gesamtschule“ oder Westfleich Gymnasium oder watt auch immer umbenennen und schon werden die Einrichtungen gesperrt.

  21. Auf NRW bezogen macht es Sorge, ab wann man reagieren will. Dass in Bundesländern mit niedrigen Fall Zahlen die Gruppen noch nicht geteilt werden, lässt sich ja nachvollziehen. Aber bei den Zahlen in NRW… Und in der Grundschule kein Schutz. Au weia!

  22. Ich finde es einfach nur noch erbärmlich, dass hier soziale Argumente (Warmes Mittag) gegen Gesundheitsschutz ausgespielt wird. Für viele der sozialen Argumente (wie z.B. Ein warmes Mittagessen, was in der Schule nötig ist) ist zum einen die FDP direkt mitverantwortlich – weil sie durch ihren neoliberalen Kurs dafür sorgen, dass Familienstrukturen aufgrund härter Marktwirtschaftlicher Bedingungen nicht mehr richtig funktionieren (wer 10 Stunden für kleinen Lohn arbeitet hat nunmal weniger Zeit für Kinder) und zum anderen würde sich ein Essen auf Rädern auch organisieren lassen im Notfall. Es müsste nur Geld in die Hand genommen werden und vor allem müsste der Willen dafür da sein. Ersteres ist übrigens da, es wird nur falsch verteilt. Letzteres (Willen) kann ich nicht beurteilen.

  23. Ich kann es nur wiederholen: Die sinnvollste Lösung wäre, dass man Kinder nur noch mit Begründung (Arbeit der Eltern, psychologische Gründe,…) in den Präsenzunterricht schicken darf und der Standardfall bei hohen Infektionsraten der Distanzunterricht ist. Das würde die Klassen deutlich leeren und damit Abstand erlauben, so dass alle davon profitieren.

    Aktuell zwingt man alle in die Präsenz… sowohl diejenigen, für die das „alternativlos“ ist als auch diejenigen, die das gar nicht wollen und die auch keine Probleme mit dem Distanzunterricht hätten.

  24. Es gibt Vorschriften an die sich die Bürger halten sollen und auch wollen. Es sei dahingestellt, ob man es für sich als sinnvoll erachtet oder nicht. Aus Solidarität befolgt man sie. Wenn es aber aus wirtschaftlichen oder/und politischen Gründen nicht passt werden diese Maßnahmen gekippt. Wir haben für den Tag x vorgearbeitet und haben mit den SuS geübt selbstständig zu lernen.
    Die KM beruft sich auf die vorhergegangenen 5 Monate in denen die Fallzahlen geringer waren. Aus diesen zieht sie ihre Empfehlungen für jetzt in der zweiten Welle. Mmmhhh

  25. Schaut Euch einfach den Lebenslauf von Fr. Gebauer an via Wikipedia, dann sieht man, dass sie aber auch wirklich absolut keinerlei Berufserfahrung oder gar eine Ausbildung vorweisen kann, die sie für das Amt der Bildungsministerin qualifiziert!

    • Bildungsministerin; wichtig ist doch nur der zweite Teil der Amtsbezeichnung, denn der ist maßgeblich für die B-Besoldung und die Diäten als MdL in NRW. Der erste Teil der Amtsbezeichnung muss nicht zwangsläufig vorliegen – q.e.d.

  26. FR. GEBAUER…“Sieht sich außerstande“….diese Formulierung ist doch schon generalgeltend für ihre gesamte Amtsführung. Dass die FDP immer schon ein Lobby-Wahlverein für wirtschaftliche Interessen war, ist doch, wenn wir mal ehrlich sind nicht neu. Neu ist allerdings, dass sich eine völlig inkompetente und skrupellose Person erdreistet, über das wohl und Wehe von Millionen von Menschen mitzuentscheiden, ohne einen ausreichend sachlichen, wissenschaftlich fundierten Rat der zuständigen Fachbehörden anzunehmen, Beteiligte gegen ihren Willen und gegen mehrheitliches Unwohlsein in die Schule zu zwingen, die Gesundheit 1000er zu gefährden …. nur weil sie es im Rahmen ihrer Amtsbefugnisse und Alter nationalsozialistischer Gesetze kann. Wenn Familien auf der einen Seite nachhaltig gegen Androhung von nicht unerheblichen Strafen gezwungen werden, sich an (sinnvolle) Sicherheitsvorgaben zur Infektionsvermeidung außerhalb und mittlerweile auch innerhalb der eigenen 4 Wände zu halten ABER dann im alltäglichen Schulbesuch des Kindes mit völlig unzureichenden Sicherheits- und Präventionsmaßnahmen einer Infektion ausgesetzt werden, die sie dann Mittags nach Hause tragen dürfen, dann müsste doch auch der Dümmste ( z.B. in den öffentlich rechtlichen oder auch privaten Medien merken, dass hier was faul ist. 11300 Neuinfektionen!!! …..in der Stadt meines Schulstandortes ein Inzidenzwert von deutlich über 60, breites Infektionsgeschehen über fast 10 Schulen unterschiedlichster Schulform hinweg….und dazu die schlappe Aussage: die Infektionen wurden in die Schulen hineingeraten….natürlich wurden sie das, denn das Virus bildet sich nicht an Schulen aus (zugegebenermaßen ein blödes Wortspiel) Schulen sind unmittelbarer Bestandteil des gesamtgesellschaftliche Lebens!!! Wie kann man so doof und v.a. so unfassbar dreist sein und behaupten, dass Schulen sichere Orte seien. Das Virus unterscheidet nicht zwischen Orten, ob es infektiös ist oder nicht….nur umfängliche Schutzvorkehrungen können da helfen. Kleinere Gruppen (A & B, jeweils alternierend Mo, Mi, Fr, Di, Do) so sind alle Kinder jeden 2.Tag in der Schule, die Zeiten dazwischen läuft LaD (Lernen auf Distanz) es findet ein regelmäßiger Unterricht statt mit der gewünschten Anbindung an die LuL, um Fragen zu klären….usw auf. Die Verweigerung, sich auf ein sinnvolles Alternativkonzept einzulassen, verweist lediglich auf die sturköpfige und verantwortungslose Haltung einer an erkennbarer Inkompetenz, Überforderung und dumm-dreister Sturheit kaum zu überbietenden Schulministerin Gebauer. Wer fürs Amt nicht taugt muss zum Wohle der Allgemeinheit einfach Platz für bessere Leute machen. Aber selbst dafür reicht es nicht. Es ist das Andi-Scheuer-Prinzip: „Ich bin untauglich aber ich finde den Posten u.v.a. das Gehalt so geil. Hier kriegt mich keiner ohne Weiteres wieder raus. Dazu sehe ich mich außerstande“

  27. Vielleicht sollten wir Lehrer uns auch mal gesammelt außerstande sehen, zum Unterricht zu erscheinen. Was will sie tun, wenn sich alle krank melden??

    • Das wäre beste Werbung für eine Neuauflage der Lehrerschelte: „faule Säcke“.
      Darüber hinaus wäre es vielleicht auch eine Ermunterung aller Arbeitnehmer, nicht mehr zum Dienst zu erscheinen.
      Na bravo, dann hätten wir einen selbsterzwungenen zweiten Lockdown nicht nur in Schulen, und die Politik wäre machtlos.
      „Was will sie tun, wenn sich alle krank melden??“

      • Lehrerschelte? Vielleicht sollte man sich einfach nicht dran stören, getreu dem Motto:
        „Ist der Ruf mal ruiniert, lebt sich’s völlig ungeniert.“
        Alles andere hilft sowieso nicht. Irgendwelche frustrierten Eltern, Politiker, Journalisten etc., denen Lehrer zum Draufrumhacken gerade willkommen sind, finden sich (leider) immer.

      • Lehrerschelte gibt es doch bereits mehr als ausreichend. Deshalb wären Lehrer besser mit dem Motto „Was juckt es die Eiche,…“ bedient.
        In der Corona Krise wurden Lehrer kritisiert, verspottet und aktuell werden sie verhöhnt, da man ihnen grundlegenden Schutz verwehrt.

  28. Ich arbeite an einer Grundschule in Solingen. Die OGS-Gruppe die ich betreue besteht aus 37 Kindern und zwei Erziehern. Unser Gruppenraum ist 40 m2 groß. Die Fläche der Möbel müssen noch abgezogen werden. Und das alles ohne AHA-Regeln, da das ja für die OGS nicht für nötig gehalten wird bzw. es auch aufgrund von Personalmangel garnicht umsetzbar wäre. Ich weiß nicht mehr was ich dazu noch sagen soll… Nur wundern braucht man sich nicht wenn die Infektionszahlen in die Höhe schießen.

  29. Der Historiker Eckard Michels hat in einem Forschungsartikel zur Spanischen Grippe aus dem Jahre 2010 in den Vierteljahrsheften für Zeitgeschichte akribisch den Verlauf, die Folgen und die Deutungen der Epidemie in Deutschland im Kontext des Ersten Weltkriegs untersucht. Er legt dar, dass der damalige Reichsgesundheitsrat kein allgemeines Verbot von Veranstaltungen und keine Schulschließungen aussprach. Dies stehe in keinem Verhältnis zu den wirtschaftlichen Nachteilen einer solchen Maßnahme und würde unter den derzeitigen Verhältnissen nur noch die Beunruhigung der Bevölkerung steigern, so der der Reichsgesundheitsrat. Zudem seien die Schulen oft die einzigen Speisestätten für die Kinder und würden die berufstätigen Frauen entlasten.
    Wenn Frau Gebauer meint, Schule sei der Ort, um den Kindern „Struktur, Halt und eine warme Mahlzeit“ zu geben, frage ich mich: Bekommen Kinder zu Hause keine Struktur, keinen Halt, keine warme Mahlzeit? Oder braucht die Wirtschaft nicht vielmehr wie vor über hundert Jahren die Frauen als unterbezahlte „Arbeitssklavinnen“ in „systemerelevanten“ Berufen? Und sind es nicht die Kinder dieser Frauen und Familien, die später auch aufgrund mangelnder Bildungs- und Chancengleichheit diese Berufe ergreifen müssen? Das ist eine falsch verstandene Form von „Emanzipation“ und „Gleichstellung“. Wir benötigen klügere Strategien als Lüften und Masken, um unseren Kindern Schutz, Halt, und vor allem eine Zukunft zu sichern und zugleich deren Gesundheit sowie die der Gesamtbevölkerung nicht unnötig zu gefährden.

  30. Habe die Pressekonferenz mit dieser „Dame“ gesehen. Wie war doch die Steigerungsform von
    Adjektiven?… platt-platter-am plattesten oder dumm-dümmer-am dümmsten oder peinlich-peinlicher-am peinlichsten?…Ah,…stimmt, manche Adjektive lassen sich doch irgendwie nicht steigern…lassen wir ’s trotzdem mal so stehen…
    Ich stimme vielen Vorrednern zu…
    Absolut „untauglich für ihr Amt“, ein bisschen wie im Märchen „Des Kaisers neue Kleider“…
    Man sieht die Kleider/sprich Probleme nicht und schwärmt vom wundervollen Stoff/ sprich perfektem Schulstart…Wie sich Märchen und Realität doch gleichen…

  31. wenn die gerichte die neuen vorgaben des RKI (empfehlungen) bei ihren urteilen zukünftig berücksichtigen ( klassenteilung bei einer inzidenz von >50 infizierte ) und gleichzeitig die vorgegebenen hygienemaßnahmen als farce erkennen, dann wird besagte kultusministerin nicht mehr lange ihres amtes walten. denn wenn sie sich gg urteile stellt und wider besseren wissens ihre ignoranz durchsetzt, ist ein amtsenthebungsverfahren anhängig, jede wette darauf..

  32. Ich finde es ziemlich gemein, dass Kinder (und auch die Lehrer, auch wenn die wenigstens nicht direkt daneben sitzen müssen) kein Recht auf körperliche Unversehrtheit haben. Warum müssen sie frieren umd bekommen trotzdem nicht genug frische Luft?
    Warum gibt es nur 100 % Schule oder Homeschooling? Warum gingen denn nicht kleine Gruppen von vielleicht 4 Kindern, die abwechselnd von den Eltern beaufsichtigt werden und nebenbei ist der Lehrer über Skype oder was ähnliches Life dabei und hält den Unterricht? Dann sind die Kids nicht isoliert, können sich gegenseitig helfen, man braucht nur 1/4 der Laptops und die Eltern können hoffentlich halbwegs in Ruhe Homeoffice machen. Da Lehrer und notfalls ein Mitschüler den Stoff erklären. Dann trifft es im Notfall 4 Familien und nicht 25 oder 30. Auch Eltern im Schichtdienst haben die Möglichkeit es zu organisieren und Leute im Homeoffice können produktiv arbeiten.

    • Toller Vorschlag!

      Ähnliches könnte man auch für Notbetreuung ansetzen, indem einige Familien immer gleiche Kinder aus anderen Familien für bestimmte Zeit aufnehmen.
      So haben die Kinder soziale Kontakte, können auch gemeinsam lernen
      und das Risiko wird aufgeteilt, da immer nur Personen aus 2-4 Haushalten zusammenkommen.

      Inwieweit das Distanzlernen dann über digitale Wege erfolgen kann, hängt von der regionalen und persönlichen Ausstattung ab.

  33. Gerade hatte ich Monitor/ARD eingeschaltet.
    Ein Bericht über Corona/Lüftung an Schulen.
    Ich fand ihn wirklich gut!
    Könnte man sich tatsächlich auf der Zunge zergehen lassen!!!
    Es rührt sich was in den Medien!

  34. „Es müsse alles getan werden, um den täglichen regulären Unterricht dort für alle Kinder so lange als möglich aufrecht zu erhalten. «Das ist die beste Form des Lernens.»“
    Wenn ich das lese, kräuseln sich meine Nackenhaare. Man liest immer: „nur ein geringer Prozentsatz der Schüler in Quarantäne..“ – was das aber wirklich bedeutet, haben wir ja schon vor den Ferien erlebt. Wenn, wie letztens, 40 Schüler*innen bei uns in Quarantäne gehen, hängen da 15 Lehrer*innen dran, die neben den Langzeiterkrankten für 2 Wochen ausfallen. Defakto muss in solchen Zeiten das Fehlen von rund 20% des Kollegiums von allen anderen aufgefangen werden. Das heißt für die verbleibende Belegschaft neben dem eigenen Unterricht Zusatzaufsicht in der Nachbarklasse führen – was wiederum dazu führt, dass in keiner der beiden Klassen „normaler“ Unterricht stattfindet. Jetzt mischen wir das Ganze noch mit „Lüften alle 20 Minuten für 5 Minuten“…
    Und das soll dann als „regulärer Unterricht“ verkauft werden und „beste Form des Lernens“.
    Läuft doch alles prima…

    • Für Frau Gebauer schon. Die Eltern glauben, was sie ihnen erzählt und sind froh und dankbar, dass ihr Kind in der Schule „betreut“ wird. Ich freu mich schon, wenn beim Elternsprechtag jeder nach 5 Minuten wieder geht, weil es wegen der ständigen Lüfterei nur noch 18 Grad im Raum sind (und sich wundert, dass er das so gar nicht wusste).

      • Und dazu noch der Lärm von der Umgehungsstraße, dem Grünflächenamt mit 5 Motorsägen und 2 Traktoren ( natürlich vormittags), der S-Bahn, die die Kurve vor der Schule nicht ohne dem beliebten Kreischen befahren kann, den LKW, die die Glaskontainer vor der Schule unbedingt vormittags leeren müssen….
        Jetzt kommen noch die Laubbläser dazu…..

        • … keine Rüttelplatte, keine Flex, die in der Nähe arbeiten? – Langweiig:(

          Besonders hervorhebenswert sind natürlich die Klassenräume, die mit Schallschutzfenstern ausgestattet sind. Mir ist nur noch nicht klar, ob die Wirkung dieser Schalschutzfenster am besten bei geöffneten oder geschlossenen fenstern ermiottelt werden solle. – Kann da vielleicht ‚mal ein Experte aushelfen? Ich kenn mich als Dipl.-Ing. da nicht so aus, dafür ist mein erstes Staatsexamen schon zu alt, das ist nämlich seit mehr als 30 Jahrem am verstauben dranne.

    • „„Es müsse alles getan werden, um den täglichen regulären Unterricht dort für alle Kinder so lange als möglich aufrecht zu erhalten.“

      Wenn das so geäußert wurde, sollte man erwarten (können), dass tatsächlich alles getan wird, damit der Präsenzunterricht unter Wahrung von Arbeits- und Gesundheitsschutz erfolgen kann.

      Ist das, was getan wird, wirklich „alles“?

      • Vermutlich wird auch alles getan, was denen einfällt: Ignorieren der Hinweise des RKI, Kinder in vielen Fällen nicht testen, …

        Dabei verrät ein Blick auf die Karte des RKI, dass wir nicht mehr bei einer Inzidenz von 10 sind, sondern in NRW in vielen Orten schon jenseits von 100!

        Unsere Stadt hatte im August/September über Wochen täglich so keinen bis höchstens 9 Fälle. In so einer Lage kann man solche Diskussionen führen. Heute waren es 71 Neuinfizierte (an einem Tag!) und die Inzidenz ist jetzt bei 116. Da sollte man nicht mehr darüber nachdenken, möglichst lange Präsenzunterricht zu machen, sondern eher dafür zu sorgen, dass möglichst viele LuL gesund bleiben, um nach dem Lockdown wieder Unterricht machen zu können.

  35. Zweifelsohne ist Frau Gebauer ihrer Aufgabe nicht gewachsen, verantwortlich ist am Ende aber der adlige nachkomme des Kaisers.
    Laschet heißt der Landesvater glaube ich.

  36. Diesen Gedanken habe ich bereits des öfteren angeregt („Stellt euch vor, es ist Schule und kein Lehrer geht hin…“) Leider bisher ohne Erfolg.
    Ihr LehrerInnen seid es doch, mit denen der Schulunterricht steht – oder eben (aus-) fällt!!!
    Nur über euren inkompetenten, ignoranten, unmenschlichen, unfähigen… Dienstherrn zu jammern und zu klagen, bringt uns alle (S, L, SL, E) nicht weiter.
    Remonstrieren hilft auch nichts, demonstrieren dürft ihr nicht… Also: „streikt“ doch einfach mal ALLE!!!

  37. Unterricht ab 26.10. nach Stundentafel. Nun haben wir fünfstellige Infektionszuwächse täglich und NRW hält am Präsenzuntericht nur mit etwas Lüften fest.

    SuS haben in D leider keinen Stellenwert, nur die Schulpflicht.
    Über den Arbeitsschutz müss(t)en die Pädagogen allerdings bei den vorherrschenden Arbeitsbedingungen auf die Barrikaden gehen oder Ihre Arbeit wegen fehlendem gesundheitssicheren Arbeitsplatz verweigern, was nach Arbeitsstättengesetzen und Empfehlungen DGUV -Berufsgenossenschaft-, RKI oder Unfallkasse sogarabgesichert wäre.

    Alle 20 Min. Fenster auf – bei idealen bautechnischen Bedingungen sicher Null Problemo, leider werden ja nicht einmal Brandschutzmängel in den kommunalen Immobilienbeständen zeitnah abgestellt… Egal, da der Luftaustausch nach wissenschaftlichen Berechnungen und Vorgaben ohnenhin mit 0,6 qm zu öffnende Fensterflächen je 10 qm Raumfläche beträgt kann ein Luftaustausch von 3 bis(6) 8 fachen des Raumvolumens meist ohnehin nicht geleistet werden.

    Auch die Bereitstellung eines 50 Mio. Euro Sonderprogramms für Lufthygiene an NRW-Schulen ist ein Weg in die richtige Richtung.
    Dabei wird allerdings die Praxis der Bürokratie vergessen. Mit einer Lieferung geeigneter Geräte in erforderlicher Menge wird man, so denke ich, im Frühjahr 2021 rechnen können.
    *
    –> Kein Ton wird darüber verloren wie es in der Zwischenzeit schultechnisch weitergehen soll.
    Das Prinzip Hoffnung auf ein Gerät am Tage X löst die Tröpfcheninfektion und die Aerosole in der Zwischenzeit jedenfalls nicht auf. <–
    SuS würde man höchstwahrscheinlich Naivität mit solch einer Argumentation bescheinigen.

  38. Da haben Sie recht deswegen reiche ich als Erzieherin an einer OGS morgen meine Kündigung ein. Meine Gesundheit ist mir zu wichtig, als dass ich sie für irgendeinen Arbeitgeber leichtfertig aufs Spiel setze. Man bedenke ich bin 37 Kindern (37 Haushalten) ohne Masken auf 40 m2 ausgesetzt. Bei einem Indizienwert von 197. Nein danke nicht mit mir!

  39. @Kati: In der geschilderten Lage sind sie doch nicht alleine.
    Haben Sie als Arbeitnehmer (AN) nicht auch Rechte gegenüber dem Arbeitgeber (AG)?
    Diese würde ich einfordern und erst einmal die Gefährdungsbeurteilung Ihres Arbeitsplatzes in der Pandemie beim AG einsehen und schauen was die Theorie und Praxis hergibt.
    Selbst kündigen doch nur das allerletzte Mittel.
    Der AG hat u. a. eine Fürsorgepflicht.
    „Das Arbeitsschutzgesetz und die SARS-CoV-2-Arbeitsschutzregel konkretisiert für den gemäß § 5 Infektionsschutzgesetz festgestellten Zeitraum der epidemischen Lage von nationaler Tragweite (nachfolgend Epidemie) die Anforderungen an den Arbeitsschutz in Hinblick auf SARS-CoV-2. …“
    Einfach mal im Internet suchen: „SARS-CoV-2-Arbeitsschutzregel“ (Fassung 20.8.2020) des BMAS
    Leider gibt es solche anwendbare Regelungen für SUS, in Ihrem Fall 37 Kinder, nicht. Der Ansatz sind die Beschäftigten die kommunalen Institutionen (OGS-Träger, Schulverwaltung, Land, Bund) endlich mal wachzuschubsen. Würden die Regelungen für AN einfach nur umgesetzt wären wir als AN, Eltern und SuS ein großes Stück in der schwierigen pandemischen Zeit weiter.
    Ziel dieser Regel ist es, die Gesundheit der Beschäftigten in der Zeit der SARS-CoV-2-
    Epidemie durch Maßnahmen des Arbeitsschutzes wirkungsvoll zu schützen.

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