Ministerium meldet: Schulen inzwischen weitgehend für Stoßlüften gerüstet

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HANNOVER. Die Schulen in Niedersachsen haben angesichts der Corona-Epidemie inzwischen in weitgehend allen Unterrichtsräumen die Möglichkeit zum Stoßlüften in der kälteren Jahreszeit geschaffen, teilte das Kultusministerium in Hannover am Mittwoch mit. Probleme beim Lüften würden seitens der Schulträger nicht gemeldet, allerdings äußerten Eltern die Sorge vor einer Erkältung der Kinder. 

Der Unterricht kann beginnnen. Foto: Shutterstock

Die Lüftungsstrategie von Kultusminister Grant Hendrik Tonne (SPD) – 20 Minuten Unterricht, 5 Minuten Lüften, 20 Minuten Unterricht – lasse sich «weitgehend problemlos umsetzen», sagte der Sprecher der «Neuen Osnabrücker Zeitung». Soweit erforderlich, hätten die Schulträger defekte Fenster ausgetauscht oder Kippvorrichtungen so verändert, dass sich Fenster vollständig öffnen ließen. «Können aufgrund baulicher Gegebenheiten Fenster in einem Raum dauerhaft nicht geöffnet werden, ist der Raum für den Unterricht nicht geeignet», erklärte der Sprecher der Zeitung.

Die Landesvorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW), Laura Pooth, forderte einen ausreichenden Gesundheitsschutz in sämtlichen Schulräumen. Die Aussage, dass sich die Lüftungsstrategie weitgehend umsetzen lasse, bedeute, dass es immer noch Schulen oder Räume gebe, in denen das eben nicht funktioniere. dpa

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18 KOMMENTARE

  1. Booooooooaaaaaaaaahhhhhhh!!! Das ist mal ein Kultusminister! Seit März hat er es geschafft, dass in allen Klassenräumen die Fenster zu öffnen sind!!! Tonne 4 President!!!

    *kotzender Smiley*

    • Wenn man meist gar nichts tut und die wenigen doch erledigten Tätigkeiten sich auf „Reformen“ ohne Ziel und Sinn beschränken, dann ist man halt auch auf Kleinigkeiten stolz.
      Als mein Sohn drei Jahre alt war, war er auch stolz als er zum ersten mal seine Schuhe selbst binden konnte.
      Außerdem kann er aus Sicht des Ministeriums wirklich stolz sein. Die Meldung erfüllt alle Kriterien des Ministeriums für erfolgreiches Handeln.
      – Hat nichts gekostet.
      – Das Ministerium musste keinerlei unangenehme Verantwortung übernehmen.
      – Man kommt in die Zeitung und kann sich dort selbst auf die Schulter klopfen
      – Wenn jetzt was schief geht, kann man die Schuld auf die Lehrer abwälzen. Was, Corona? Mit Lüften wär das nicht passiert. Hygieneverordnung.
      Die Meldung erscheint nur uns normalen Menschen peinlich. Wir leben halt in der realen Welt und müssen täglich raus (dorthin wo das Wetter wohnt).
      Wenn man in einem warmen Ministerium sitzt und sich die Wirklichkeit aus Traumschlössern und den Expertisen von Leuten, die selbst seit 30 Jahren keine Schule mehr von innen gesehen haben, bastelt, glaubt man irgendwann selbst man wäre ein Held weil jetzt die Fenster auf gehen.

      • Herrliche Antwort und so zutreffend!!! Besonders schön auch die schon sehnsüchtig erwartete Broschüre „Richtig Lüften“ vom hessischen Kultusministerium. Ernsthaft, die soll erstellt werden. Wenn all das nur nicht so bitter und gefährlich wäre.

    • Wahrscheinlich steckte ein „Gutes-offenes-Fenster“-Konzept dahinter, das in mehreren Sitzungen und mit vielen Kosten von Experten ausgearbeitet wurde. Erstaunlich aber, dass überhaupt was gemacht wurde. Normalerweise bekommen Lehrer nur Fortbildungen angeboten, um das Unmögliche möglich zu machen.

  2. Verstehe diese Lüftungsstrategie immer noch nicht: Aerosole sind nicht in 5 Minuten rauszulüften, direkte maskenfreie Kontakte führen trotzdem zu Infektionen. Das einzige, was diese Lüftungsart ermöglicht, ist der Austausch von CO2 und O2. Bei gruseligem Wetter lassen sich die Fenster aus anderen Gründen nicht regelmäßig voll öffnen. Wieso fällt das den Verantwortlichen in dieser Kombination eigentlich nicht auf? Dann wäre doch völlig klar, wie man zu verfahren hat.

  3. An unserer BBS im Landkreis Cuxhaven kenne ich ein Dutzend Räume, bei denen es baubedingt nicht möglich ist…aber vielleicht hat sich noch niemand von den Lehrkräften beschwert. Ah Moment Mal, habe ich ja bereits mehrfach bei meinem Vorgesetzten angemahnt.
    Ich denke die Schulträger wissen richtig gut über die Verfassung der Schulbunker bescheid!

  4. Was wollen Sie von FachministerInnen erwarten, deren höchste Kompetenzstufe mit „im Bus sitzen und aus dem fenster winken können“ beschrieben werden muss, da Negativbemerkungen auf Zeugnissen nicht verwendet werden dürfen.

    Also:
    „Jeder Kann was. Brot kann schimmeln. Und was kannst Du?“

  5. An Herrn JörgMcGurk: viele Fenster in Schulen sind nur zum Kippen. Manche Fenster müssten deshalb ausgetauscht werden… Wenn man in der Schule arbeitet weiß man, daß es tatsächlich eine herausragende Leistung ist, daß das Problem behoben wurde in dieser kurzen Zeit. Die Mühlen der Behörden mahlen langsam und die der Schulträger

  6. Es ist unglaublich, dass man so lange braucht, um einen Zustand herzustellen, der ganz unabhängig von Corona eigentlich sogar vorgeschrieben ist. Arbeitsplätze müssen hinreichend belüftet werden können (siehe ASR A 3.6). Das war scheinbar vor diesen „Maßnahmen“ nicht der Fall.

  7. Ein Klärungsversuch warum es zu solch peinlichen Meldungen kommt. Ohne Ironie.
    1. Minister sind Politiker. Sie stehen unter Druck durch Eltern die ihre Kinder in der Schule sehen wollen und der Wirtschaft, die keinen neuen Look-Down möchte. Andererseits müssen sie Erfolge melden um wieder gewählt zu werden. Da ist eben JEDER Erfolg recht um eine Zeitungsmeldung zu ergattern.
    2. Minister sind eben Politiker und daher meist keine Lehrer. Das sind Juristen, BWLer oder so im Alter von 45-60 Jahren. Die waren als zum letzten mal vor mehr als 30 Jahren als Schüler in der Schule. Also, die haben einfach keine Ahnung wie es in Schulen aussieht.
    3. Bei Besuchen in der Schule wird den Ministern, aus von mir unbegreiflichen Gründen, von den Schulleitern nur das Beste gezeigt. Top Schüler, Musterräume mit Traumausstattung. Die Problemschüler und die Schrotträume für jeden Tag sind unsichtbar. Räume kann man ja abschließen. Notfalls schluckt der Schulleiter den Schlüssel dann runter.
    4. Minister werden von Experten beraten. Die haben oft mehrere Dr. Titel und arbeiten an der Leopoldina oder anderen großen Instituten. In einer echten Schule, mit echten Lehrern waren die aber seit ihrer eigenen Schulzeit auch nicht mehr. Da führen die Kurzsichtigen also die Blinden durch ein Minenfeld.
    5. Die Presse hat massive wirtschaftliche Interessen. Die Wirtschaft will keinen Look-Down. Wer also weiter Werbung durch die Wirtschaft in seiner Zeitung oder auf seinem Sender will sollte kritische Berichterstattung vermeiden.
    Insgesamt richtet sich das ganze System also nach ganz anderen Interessen als dem Schutz von Schülern und Lehrern. Hier geht es um Lobbyarbeit für die Wirtschaft, Wählerstimmen und Werbeeinnahmen.
    So lange man all das durch Erfolgsmeldungen wie „Die Fenster gehen jetzt auf“ der breiten Öffentlichkeit verkaufen kann, hat an echten Maßnahmen außer den Lehrern und Schülern kein Mensch ein Interesse.

    • @Georg

      Lieber Georg,

      Das trifft es exakt.
      Sie haben da aber auch einen Tippfehler (denke ich) – ist aber dennoch zutreffend:

      „5. Die Presse hat massive wirtschaftliche Interessen. Die Wirtschaft will keinen Look-Down. Wer also weiter Werbung durch die Wirtschaft in seiner Zeitung oder auf seinem Sender will sollte kritische Berichterstattung vermeiden.“

      Stimmt.
      Einen „Look-Down“ will auch niemand in der Wirtschaft, in der Presselandschaft i.d.R. „weiter oben“ offensichtlich auch nicht. Wer schaut schon gerne dahin, wo es dermaßen ungemütlich ist, dass man die eigenen Nachkommen und Hoffnungsträger sowieso lieber auf Privatschulen schickt?

  8. Habe gerade den Flyer zu Gesicht bekommen, in dem – erkennbar für grenzdebiles Gemüse – der Vorgang des Lüftens erläutert wird.Schlimmer kann man die – ach so geschätzten KollegInnen in den Schulen nicht diffamieren und beleidigen. Da werden unverantwortliche Rahmenbedingungen als Alltagsszenario verkauft…und dann gehen so unfassbar dumme und dreiste Menschen, wie Fr Gebauer hin und verweisen auf die super-durchgeführten Hygienekonzepte in den Schulen, lassen sich von fragwürdigen Instituten, wie dem IZA in Bonn nachvollziehbar gefälschte Studien erstellen, auf die sie sich in der Öffentlickeit beziehen können und verdonnert dann LuL , SuS un die dazu gehörenden Angehörigen zum Ertragen ihrer nachweislich fahrlässigen Politik. MELDUNG BIELEFELD: NEUINFEKTIONEN AN SCHULEN ….KEINE CLUSTER ERKENNBAR!!! Der ausgewiesene Jahrgang war nur an einem Tag ( nach einer infektionsbedingten Quarantäne in eben diesem Jahrgang – die SuS waren nur an einem Tag vor den Ferien in der Schule) im Gebäude!!! Neuinfektionen incl. der nachfolgenden Quarantäne für Mit-SuS und entsprechende KollegInnen. Wer will hier denn noch allen Ernstes davon schwadronieren, dass Schulen kein Hotspot seien. Wie doof … u.v.a. …wie skrupellos muss man sein, um dann bei der unsinnigen Ausgangsthese zu bleiben, dass Schulen kaum Einfluss auf das Infektionsgeschehen hätten. Ich plädiere immer noch dafür, dass das ministeriale Pack um Gebauer, Richter und Co sich mal einem Feldversuch aussetzen, unter diesen Bedingungen mal ne halbe Woche in einem gut gefüllten Klassenraum verbringen (zu feige, sich den auszusetzen) und v.a. sich überlegen, was sie in ihrer nachministeriellen Zeit tun werden. Ich finde, dass fünf Menschenleben lang Scheiße-Schaufeln in der Hölle das angemessene Strafmaß erfüllt. Von der Frau Gebauer würde ich nicht mal ’nen Putzlappen an der Tür kaufen….geschweige denn ne Immobilie über die Sparkasse (warum ist sie nicht bei diesem überschaubaren Geschäft geblieben??) ….wie kann man so jemanden in einer echten Krisensituation auch nur nen Fitzel Verantwortung übertragen. (btw. Weiß zufällig aus gesicherter Quelle, dass die Staatskanzlei in Düsseldorf quasi stündlich befürchtet, dass die gute Yvonne wieder ein en raushaut, den die anderen dann wieder einfangen müssen. Es ist (fast ) wie bei Andy Scheuer: ein Langzeitexperiment bzgl. der Duldungsfähigkeit des Volkes gegenüber völlig inkompetenten Entscheidungsträgern. IM JAHRE 1791 HÄTTE MAN IN FRANKREICH SOLCHE LEUTE AUF DEN GROßEN GLEICHMACHER GESCHICKT.

  9. Wir hier in Lehrte müssen unsere Kinder ausnahmslos in mit Asbest und PCB kontaminierte Schulen schicken. Es gibt Eltern, die immer noch auf Reaktionen zu einem Asbestvorfall des Gesundheitsamtes der Region Hannover während einer Renovierungsaktion eines Klassenraumes warten (Grundschule an der Masch Lehrte).
    Die Kinder, die seit der 1. Klasse 1 Jahr in dem betreffenden Raum mit abbröckelnden Putz in Heizungsnischen saßen,, ebenfalls. Hierzu gab es eine von der Stadt organisierte Informationsveranstaltung, bei der die Eltern unter anderem von der von der Verwaltung beauftragten Schadstofffirma darüber informiert, dass gerade Heizungsnischen potentiell mit Asbest versetzt sind. Grant Tonne wurde persönlich informiert, leider ohne jegliche Reaktion.
    Nun der Flickenteppich zu Corona…..und die Handlungsfähigkeit des Kultusministeriums.
    Die Kinder müssen zur Schule, trotz der Gefahr für sich (ja ja, ich weiß, milde Verläufe und so) und andere. Hauptsächlich doch deshalb, weil unsere Politik in der Digitalisierung völlig hinterherhinkt.

    Ich hoffe, Herr Tonne bringt Geld mit anstatt welches zu erhalten.

    P. S. Ich möchte in diesen Zeiten kein Politiker sein.
    Die Versäumnisse der letzten Jahrzehnte fallen den aktuellen Verantwortlichen jetzt auf die Füße!

    – Bildungssystem, marode Schulen)
    – Gesundheitssystem
    – Pflegenotstand

    Ich hoffe, es nimmt ein gutes Ende!
    Und ich hoffe, dass unsere Politik zum Umdenken bewegt werden kann!
    Ich will keine Lackaffen, ikeine Schauschläger, ch wünsche mir Menschen mit Tatendrang die dieses Land, diese Welt in eine bessere Zukunft führen!
    Ihr könnt alles schön reden, aber die meisten haben Hirn, dass wird euch ebenso zum Verhängnis, wie die zuvor benannten Defizite

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