GEW: Erzieher arbeiten weitgehend ungeschützt – Sorge vor Infektionen wächst

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BERLIN. Die Berliner GEW hat dazu aufgerufen, bei den Diskussionen über mehr Coronaschutz die Kinder- und Jugendhilfe nicht zu vergessen. Die Beschäftigten in Kindertagesstätten, im Ganztagsbetrieb der Grundschulen und in den vielen anderen sozialpädagogischen Einrichtungen in der Kinder- und Jugendhilfe und der Sozialen Arbeit vermissen laut Gewerkschaft, dass Maßnahmen zu ihrem Gesundheitsschutz umgesetzt werden.

Die Situation in vielen Kitas ist für das Personal wie für die Kinder gleichermaßen belastend. (Symbolfoto) Foto: Shutterstock

Die pädagogischen Fachkräfte wenden sich vermehrt mit ihren Ängsten und Unsicherheiten an die GEW BERLIN. „Die Kolleg*innen fühlen sich allein gelassen und an ihren Arbeitsplätzen nicht ausreichend geschützt vor möglichen Ansteckungen mit SARS-Cov-2. Bei den politisch Verantwortlichen und in der Öffentlichkeit werden die Herausforderungen für die Bildungseinrichtungen jenseits der Schule gar nicht wahrgenommen. Es geht allein darum, die Einrichtungen um jeden Preis offen zu halten“, kritisierte die GEW-Landesvorsitzende Doreen Siebernik.

„Die sonst gängigen Hygieneregeln wie Abstand wahren und Maske tragen wirken in Kitas nicht“

„Ein großer Teil der Betreuung der Kinder und Jugendlichen findet in geschlossenen Räumen ohne Abstand und in den meisten Fällen ohne Masken statt. Die sonst gängigen Hygieneregeln wie Abstand wahren und Maske tragen wirken in Kitas oft nicht“, beschrieb die Leiterin des Vorstandsbereichs Kinder-, Jugendhilfe und Sozialarbeit, Christiane Weißhoff, die Lage. Allgemeingültige Arbeitsschutzregeln, die durch das Bundesministerium für Arbeit und Soziales in der Corona-Pandemie getroffen wurden, können in pädagogischen Einrichtungen nicht umgesetzt werden. „Es gibt keine speziellen Hinweise und Regeln für Arbeitsbereiche, die mit Kindern und Jugendlichen arbeiten. Die Kolleg*innen verrichten oft unzureichend geschützt ihren Dienst“, bilanzierte Weißhoff.

Die GEW kritisiert, dass die politisch Verantwortlichen keinen Fokus auf diese Beschäftigtengruppen haben. Auch  sei nicht zu erkennen, wie Mediziner das Infektionsgeschehen in Kitas und Jugendhilfeeinrichtungen einschätzen und welche Maßnahmen aus ärztlicher Sicht notwendig seien. „Es wird billigend in Kauf genommen, dass die Beschäftigten sich bei ihrer Arbeit infizieren und erkranken. Zudem gibt es nicht ausreichend Kapazitäten für eine regelmäßige Testung auch ohne Symptome“, sagte Weißhoff. News4teachers

„Kein Ausschlussgrund“: Kinder mit Rotznase dürfen in Kitas und Schulen

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61 KOMMENTARE

  1. Genau so ist es!
    Die Ansteckung von uns Erzieherinnen wird billigend in Kauf genommen!
    Hauptsache die Kitas bleiben geöffnet- egal unter welchen Umständen!
    Das ist einfach nur unverschämt!
    Wir sind täglich Situationen und somit Gefahren ausgesetzt , in die sich kein Kultusminister und kein Ministerpräsident begeben würde!
    Und eben von diesen wird öffentlich dreist gelogen:
    Schulen und Kitas sind sicher!
    Ja klar!
    Wer das glaubt, wird zum Naivling des Jahres gekürt!

    • Ich arbeite bei einem Freien Träger in Magdeburg.
      Coronazulage?… nicht für uns vorgesehen.
      In unserer Geschäftsstelle dürfen zwei Leute nicht im Büro arbeiten, aber wir treffen uns täglich mit dreißig Haushalten und berufsbedingt ohne Maske und Mindestabstand.
      Dafür darf ich dann privat nur zwei Haushalte treffen.
      Was für eine Logik!
      Man muss sich anhusten und anniesen lassen und obendrein noch mit Eltern freundlich darüber diskutieren, wann denn endlich wieder Ausflüge gemacht werden, z.B. ins Puppentheater.
      Wie überhaupt kann es möglich sein, dass Eltern in Elternzeit sind und gleichzeitig ihre gesamte Kinderschar für 8 Stunden täglich in der Kita abladen dürfen.
      Kann es sein, dass ich den Begriff „Elternzeit“ falsch interpretiere?
      Bestimmt bedeutet er „Zeit für die Eltern“.
      Es gibt viele verantwortungsvolle Eltern, aber es gibt auch die, die tagtäglich zuhause sitzen und genauso tagtäglich ihre Kinder bis zur letzten Minute abladen.
      Rücksicht auf andere?… Fehlanzeige. Corona?… ist doch gar nicht so schlimm.
      Hauptsache, die Kitas bieten bis zum 22.12. mindestens 11 Stunden Betreuung an für alle, nicht etwa nur für arbeitende Eltern.
      Wen interessiert schon, ob Erzieher/innen Familie haben.
      Wo ist denn da der Sinn, dass die Weihnachtsferien für die Schulkinder verlängert werden, während sich die Geschwister in vollen Kitagruppen tummeln?

      • So treffend und super zusammengefasst. Ich bin als Tagesmutter mit meinen 5 Mäusen da noch besser dran aber auch mit 5 Haushalten und noch Eingewöhnungsfamilien tagtäglich konfrontiert. Es ist schon ein mulmiges Gefühl wenn alle 5 Rotznasen um die Wette laufen und der Husten zunimmt. Hoffentlich ist es nur ein Infekt aber wer weiß????
        U3 Gruppe ist natürlich ohne Maske nur möglich aber ein doofes Gefühl bleibt.

  2. Toshi,
    ich verstehe Eltern nicht, die bei Inzidenzen über 200 ihre Kinder ohne Notwendigkeit in die Kita bringen. Die Kita in unserem Bezirk hätte schlagartig 30 Prozent weniger Kinder zu betreuen. Wer es sich als Erzieher leisten kann, sollte pausieren.
    Sollte das nicht möglich sein, gute FFP Masken und Kontakt meiden. So leid es mir für die Kinder tut, aber auch Erzieher sind keine Laborratten. Nach heute ist klar, dass es weder an Kitas, noch an Schulen Schutz geben wird.

    • „Ohne Notwendigkeit“ definiert sich wie?
      Ich empfinde meine 5-Jährige als eines der größten Corona-Opfer in der Bevölkerung. Preußische Zucht und Ordnung, funktionieren, bloß nicht stören und/oder erkranken, völlig überfordert mit einfach allem und jedem, ohne das jetzt im Detail auszuführen. Und da soll ich Ihr noch eines Ihrer verbleibenden Highlights nehmen, nämlich die Flucht aus der problembeladenen Notstandswelt Erwachsener zu gleichaltrigen Freunden/Bekannten/Mitmenschen?

        • Ah, die neuen Schutzbefohlenen von Pädagogen sind nun also Opfer einer bestimmten Krankheit. Da stehen uns dann ja lustige Zeiten im Bildungssektor bevor.

      • Sorry, aber als Erzieherin in einem Schulhort kann ich Ihnen mitteilen, dass auch da momentan Gängelei herrscht. Das sind nun mal die Gegebenheiten gerade. Spielen in eiskalten Zimmern weilständig gelüftet werden muss, Maske bei jedem Verlasen des Raumes, Dauerhändewaschen, kein Sport, kein Singen und tausend Dinge mehr… Die aber trotzdem niemanden sicher schützen. Die Kids toben und spielen miteinander auf engstem Raum und so, wie das Kinder nun einmal tun. Das geht aber gerade einfach nicht!
        In unserer Einrichtung gab es heute in 3 Tagen den 4. positiven Fall und wir wissen nicht mehr, wie wir irgendwen und uns selbst noch schützen sollen.

        Die „Highlights“ sollten in dieser Zeit einfach Sie selbst ihrem Kind liefern.

  3. Wieso demonstrieren / streiken die Erzieherinnen nicht und jammern nur? Ich finde die Beschwerden berechtigt und nachvollziehbar, aber aie müssen sich sicht- und hörbar wehren.

    • Wir sind es leid, dass trotz bekannter Ansteckungsgefahren,wir für unsere Sicherheit betteln müssen. Ich habe eindeutig den falschen Beruf gewählt (obwohl ich sehr gern Erzieherin bin), hätte ich ein PC und gelegentlich Kundenkontakt, könnte ich zu Hause bleiben und Homeoffice betreiben. Also wenn ich muss…dann bitte mit erhöhten Sicherheitsvorkehrungen!!! Ohne zu betteln!!!

    • Ich arbeite in einer kirchlichen Einrichtung und wir gehören nicht der Gewerkschaft an und somit dürfen wir nicht demonstrieren…!

    • Weil Erzieher oftmals bei freien Trägern arbeiten und das Streikrecht damit nur in der betreuungsfreien Zeit liegt. Wem nützt das was? Niemanden, wenn eine normale Betreuung stattfindet.

  4. Wieso wie Erzieher und Pädagogen der Jugendhilfeeinrichtungem nicht streiken? Viele arbeiten mit befristeten Verträgen und können jederzeit ohne Begründung entlassen werden. Ihnen sirzt die Angst um dir Rxistenzsicherung im Nacken.Abgesehen davon arbeitet eine riesige Anzahl in kirchlichen Einrichtungen. Uns ist Streik untersagt (ja, sowas gibt es 2020 in Deutschland- traurig aber wahr!).

  5. Erzieher die bei einem christlichen Träger angestellt sind (also eine ganze Menge von uns) dürfen nicht streiken…
    Die Lage wird immer schlimmer, bei uns sind die Regeln zum Infektionsschutz mittlerweile so weit gelockert das sie Lauscher sind als vor der Pandemie. Husten und Schnupfen sind mittlerweile kein Grund mehr das Kinder Zuhause bleiben müssen und die Symptom Freiheit würde von 48 Stunden auf 24 herunter gesetzt. Trotzdem sind wir sobald ein Kind krank nach Hause geschickt wird dem Zorn der Eltern ausgesetzt. Der umgangston uns gegenüber ist schon einige Male auf ein nicht akzeptables Level gesunken.
    Meine Arbeit macht mir mittlerweile überhaupt keine Freude mehr, und wenn ich finanziell nicht darauf angewiesen wäre würde ich dem ganzen Zirkus einfach den Rücken kehren.

  6. An teacher, es kommt auf den Träger. Viele von uns sind soetwas ähnliches wie Angestellte im öffentlichen Dienst uns ist es untersagt zu streiken und zu demonstrieren. Deshalb gehen auch so wenige für höhere Löhne auf die Straße dürfen wir nicht.

  7. Warum wir uns nicht beschweren?
    Uns steht der Mund offen vor Entsetzen.
    Warum wir nicht auf die Straße gehen?
    Wann denn – wir kümmern uns um die Kinder der Lehrer, Pflegekräfte, …. Und wehe wir wagen es Mal später zu öffnen oder eher zu schließen weil Kräfte fehlen.

    Ich liebe meinen Beruf. Meine Intention ist in erster Linie die Bildung und das Wachsen der Kinder zu begleiten.
    Danach fragt aber zurzeit niemand. Es geht nur um Betreuung, Betreuung, Betreuung….
    Und unsere Arbeitgeber unterstützen uns NULL!

    Wir betreuen Kinder von Covidioten weil unser AG uns in den Rücken fällt.

    Wir betreuen Kinder,Beeren Eltern shoppen gehen.

    Wir betreuen Kinder, die morgens gedopt in die Kita kommen ( und um 11 in den Seilen hängen…).

    HAUPTSACHE DIE KIDS SIND WEGORGANISIERT!

    HILFE! Mehr schaffe ich nicht mehr!

    Hat eigentlich irgend ein Politiker erwähnt, dass Ferien ab dem 16. Dezember auch für Kitas sinnvoll wären.

    Armes Deutschland! Ihr habt uns vergessen!

    • Das trifft genau die Situation. Hauptsache wir funktionieren ohne wenn und aber. Corona existiert in Kitas nicht. Deshalb schickt uns ruhig eure Kinder wir sind imun.Wir sind wirklich die letzten an die gedacht wird. Kita ist einfach kein Thema in dieser Zeit! Wirklich traurig

    • Klar ein Streik würde weh tun und Unmut erzeugen.
      DAS IST DER ZWECK EIUNES STREIKS!!!!!!!
      Wenn keiner was davon merkt, dann war es sinnlos.

    • Traurig aber wahr …. weit weg von jeder Realität oder mit Absicht Blind. Leider werden wir nicht angehört. Viel Träger reden alles schön.

    • Du sprichst mir aus dem Herzen, in unserer Einrichtung ist es genauso. Ich habe auch schon mehrere Briefe und E-Mails ans Ministerium und Kirchliche Träger geschickt, ohne Erfolg. Da nur die wenigsten Streiken gehen dürfen, sollten alle Erzieher sich in ganz Deutschland gleichzeitig krank melden. Vielleicht bekommen wir ja so Ihre Aufmerksamkeit und verschaffen uns Gehör.

    • Auch die ganzen Betrieblichen Einrichtungen/ Träger das selbe Thema. Wenn nicht schlimmer….. Öffnungszeiten von 12 Std und je es wird eine Stunde früher geschlossen. Das bloß die ganze Vorstandleute ihre Kinder nicht früher abholen müssen. Das heißt keine geschlossene Gruppen möglich und das alles ohne Schutz. Hallo Corona Party.

  8. @techer Sie dürfen nicht streiken, jedenfalls nicht wenn sie in einer kirchlichen Einrichtung arbeiten. Meine Frau arbeitet dort. Leider sind dort weder Luftreiniger, noch Konzepte vorhanden wie die Mitarbeiter geschützt werden könnten.
    Nachdem dort zwei Kolleginnen positiv getestet wurden war zwei Wochen geschlossen. Danach wurden die Gruppen geteilt, ich denke das verfolgt das Ziel beim nächsten Fall nicht mehr komplett schließen zu müssen.
    Erzieherinnen haben keine Lobby, das nutzen die Arbeitgeber gnadenlos aus, ziemlich unchristlich.

  9. Ich entscheide mich jeden Tag aufs Neue die Kinder nah an mich heran zu lassen und keine Maske zu tragen und fühle mich dabei nicht gefährdet, aber das bin ich und das ist meine Entscheidung. Ich habe KollegInnen die haben Angst, die tragen dann halt die ffp2 Maske und schauen dass sie die Distanz wo es möglich ist wahren.
    Schlimmer finde ich wie es im Artikel bereits geschrieben wurde und was die Realität spiegelt, dass seit Ausbruch des Virus immer nur von den Schulen die Rede war. Meine Leitung hat Freitags vergeblich auf die Updates der Hygienemaßnahmen gewartet, weil es für Kitas keine gab. Irgendwann hieß es, dass die Maßnahmen für die Schulen auch auf die Kitas angewendet werden sollten. Aha, soso. Zeigt nur, welchen Stellenwert Kitas und Kinder in Politik und Gesellschaft haben….das Gute an der Zeit ist, dass vielen Eltern klar wurde, wie wichtig die Kita eigentlich ist, was sie daran gesehen haben wie sehr ihr Kind gelitten hatte. Also Danke für den Applaus, Danke für eure Lippenbekenntnisse, aber das ist lächerlich.

    • Chrischtel, Applaus für uns????? Wann und wo?? Wo war ich da???
      Wann wurde den an die Erzieher/innen gedacht. Von Anfang bis jetzt nicht einmal.
      Es gab kein Danke oder Applaus für die Erzieher/innen, die in den Notbetreuungsgruppen waren, um die Kinder der Systemrelevaten Berufen zu betreuen.
      Aber die Kinder der Erzieher/innen waren nicht Systemrelevat, weil es KEIN Systemrelevater Beruf war und ist. ARMES DEUTSCHLAND.

      • @Natiti
        Für mich seid ihr die Alltagshelden und habt Applaus verdient! Alle meine Kinder waren in einer Kita und im Hort und die Erzieher und Erzieherinnen haben hervorragende Arbeit geleistet. So gut, dass meine Älteste jetzt gerade mitten in der Erzieherausbildung steckt! Dadurch bekomme ich ungeschminkt mit, was bei euch abgeht. Es ist erschütternd mitansehen zu müssen, mit wie viel Verachtung eure Zunft behandelt wird. Übrigens sind für mich Parteien oder Bürgermeisterkandidaten, die kostenlose Kitas propagieren, deshalb nicht wählbar. Was „umme“ ist, wird nämlich nicht wertgeschätzt.

  10. 4 Erzieher betreuen 300 Kinder , alle anderen in Quarantäne. So sieht es in unser Schule aus. Kein Erbarnen, Früh- und Spätdienst auch noch abgedeckt. Wir sind der Preis für die offenen Kitas und Grundschulen, werden für wenig Geld geopfert. Warten bereits 1 Jahr auf fällige Überleitungsnachzahlungen und bekommen keine Coronaprämie.

    • Boah. Wie sollen denn 4 Leute 300 Kinder betreuen können!! Vor allem: für WEN macht man das und wie lange soll man das aushalten?! Holt Euch eine Krankschreibung, das dankt Euch NIEMAND und vor allem fliegt den KM ihr tolles Offenhalten um jeden Preis dann endlich um die Ohren – Entschuldigung, nicht persönlich gemeint, aber echt, haltet diesen Wahnsinn doch nicht noch länger am Laufen!

  11. @xy genau das habe ich getan. Ich habe meine Tochter zu Hause gelassen mit dem Ergebnis, dass ich den Platz kündigen soll, da es nicht zulässig ist sein Kind so lange nicht gehen zu lassen. Ich habe mit der Leitung und dem Träger gestritten, dass das doch nur vernünftig ist, ohne Erfolg. Ich habe jetzt tatsächlich gekündigt, weil ich den ganzen Wahnsinn nicht mehr mitmachen möchte. Und es ist nicht nur das: Hygienemaßnahmen werden von Einrichtungen unterschiedlich umgesetzt. So ist es z.B. so, dass viele Einrichtungen keine Eltern mehr ins Haus lassen. Kinder werden schreiend an der Haustür hineingeschoben. Eine Begrenzung oder eine gestaffelte Bringzeit halte ich durchwegs für sinnvoll und ich habe auch kein Problem damit, wenn ein Kind kein Problem damit hat an der Haustüre reinzuspazieren. Ich habe aber ein Problem damit, wenn Kinder die Leidträger von starren Hygienemaßnahmen sind, die sich auch mit etwas mehr Feingefühl und Umdenken auf die Bedürfnisse der Kinder abändert liesen. Was Kinder jetzt in den Kitas mitmachen und auch wie toll sie das alles über sich ergehen lassen, sollte auch öffentlich einmal dargestellt werden. Es geht nicht immer um Erzieher, und ich bin selber einer, oder Lehrer. Auch Kinder müssen gesehen und in ihren BEDÜRFNISSEN und NÖTEN gesehen werden.

    • Liebe(r) Zb,

      gerade WEIL wir die Kinder in ihren Nöten, Bedürfnissen und Ängsten ernst nehmen, regt uns das ja alles so auf.

      Ungetestet zur Arbeit, auch positiv getestet zur Arbeit, … Wen stecken wir denn im Zweifelsfall an? Ich selbst habe einen sehr kohortenübergreifenden Arbeitsbereich, der von Maske ja, Maske nein, drinnen nein, draußen ja, Abstand nein, nicht in 30er-Kohorten und schon gar nicht bei den Kleinen.. , geht. Auch bei uns bleiben die Eltern draußen, Besucher müssen sich telefonich anmelden und werden von uns draußen abgeholt. Aber nur während der Unterrichtszeit, denn nur so ist Kontaktvermeidung weitestgehend möglich.Damit schützen wir die Kinder.

      In vielen Grundschulen ist es so, dass die KuKs die Kinder quasi den gesamt Vormittag begleiten, sie gehen mit ihnen in den Unterricht, sie gehen mit ihnen in die Pausen und können selbst nicht auf die Toilette, denn es kann niemand anderes Aufsicht machen – Schutz.

      Sie schreiben selbst – und damit haben Sie Recht – dass die Kinder das gut wegstecken. Darauf können Sie und die sehr stolz sein. Ich gehe davon aus, dass das gerade in einer pädagogischen Einrichtung den Kindern auch mitgeteilt wird.

      Für mich bleibt gerade hier jedoch die Frage: Ist das wirklich so? Stecken so viele das wirklich gut weg? Ja, sie tragen (meistens) ihre Masken, ja, viele waschen sich die Hände, … Das mögen starre Regeln sein. Doch letztlich helfen sie uns allen.

      ABER viel schlimmer finde ich: In vielen Familien wird über das Thema Corona nur gemeckert. Maskenpflicht – Einschränkung der Persönlichkeitsrechte, Freiheitsentzug…, der Zwang, die Hände zu waschen… und was da nicht alles rumgeistert. Vielleicht sollten wir – je nach Altersgruppe – mit den Kindern reden. Und ihren Ängsten und Bedüfnissen Raum geben und sie darin ernst nehmen. Das wäre pädagogisch sinnvoll.

      Für mich ist es auch ein Greuel, wenn Kinder an der Haustür, vermutlich der Eingang, weinend abgegeben werden. Mir stellt sich die Frage, wieso die Kinder so unglücklich sind. Liegt das am Eingang, an den Hygienevorschriften – die sie ja gut wegstecken – oder hat das ganz andere Gründe?

      Ich kann Ihre Sicht auf die Bedürfnisse und Nöte der Kinder sehr gut verstehen und freue mich, dass Sie so konsequent im privaten Bereich sind und Ihre Tochter aus diesem – insgesamt gesehen wirklichem CoronaChaos – herausgeholt haben. Das ist keine Ironie oder Veralberung – das meine ich ernst.

  12. Werfen Sie einen Blick in Jugendhilfeeinrichtungen, Wohngruppe, hier arbeitet man ohne Masken in kleinen, engen Räumlichkeiten. Es gibt keine Konzepte und kaum Maßnahmen. Die Arbeitgeber fordern sogar, dass man bei Verdacht einer Ansteckung weiter zur Arbeit erscheint, es gibt keine Schnelltest, und dann auch positiv getestet zur Arbeit erscheint, nach Feierabend allerdings in Quarantäre verbringt. Eine Zumutung…in den Medien hört man davon nicht viel…oder nur positives. Hinter den Kulissen sieht es anders aus….

    • Erzieher/ innen wären Kolateralschaden, ist halt so.
      Eltern, im homeoffice, die es nie gelernt oder umgesetzt haben, ihren Kindern auch mal Grenzen zu setzen, weil sie das von der Kita erwarten, sind natürlich nach ein paar Std mit Kind zu Hause heillos überfordert…und irgendwann sind Kindersendungen auf Laptop ja auch keun Babysitter mehr.

  13. Ich arbeite im offenen Ganztag einer Schule, ohne Maskenpflicht ohne die Möglichkeit Abstand zu halten. Die Vorgabe des Landes sagt, das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes sei in der OGS nicht notwendig- what??? Wie soll ich mit Kindern zB Hausaufgaben machen? Etwa mit 1,5 m Abstand??? Jetzt ist ein Coronafall aufgetreten und ich musste mir die Frage gefallen lassen, ob ich denn sicher wäre, dass das Kind mir ohne Maske begegnet sei.

  14. Spannend und dennoch nicht neu. Wir setzen uns, genau wie in der Pflege, im Verkauf und in anderen öffentlichen Berufen, jetzt einem verstärkten Risiko aus. Die Rahmenbedingungen sind noch schlechter geworden und Träger sowie Politik finden überall Schlupflöcher. Ich würde mir wünschen, es ginge gerechter zu, tut es aber nicht. Ein komplexes Feld und eine frustrierende Angelegenheit,aber nicht erst seit der Pandemie. Kleinere Gruppen, bessere Gehälter und mehr Anreize den Beruf zu wählen, würde schon helfen. Warum wir dafür noch streiken sollten, weiß ich auch nicht. Ist doch alles nix neues und der hohe Krankenstand und die hohe Kündigungsquote (jeder Dritte verlässt nach fünf Jahren den Beruf), sollten Aufschluss genug geben. GEW bleibt dran! Und reden, reden, reden… Im Freundeskreis, vor Eltern und als Brandbriefe in die Politik. Mehr geht leider derzeit nicht.

    • Liebe ErzieheriinenHier,

      WARUM Sie streiken sollen? Ganz einfach – weil Sie es müssen. Ja, unsere Politiker lassen uns seit langem und vor allem jetzt im Stich. Nie wird die Arbeit gesehen und honoriert, die geleistet wird. Da hilft nur eines: Es einfach mal lassen! Wobei einfach nicht einfach ist, das ist mir wohbekannt.

      Sie haben das Problem sehr realistisch erkannt – nichts wird sich ändrrn, wenn wir es am Laufen halten. Mal ehrlich, welchen Grund sollte es auch geben?! Guten, billigen, motivierten, verantwortungsbewussten und idealistischen Menschen mehr zu geben, wenn’s auch so klappt? In Verkäuferseminaren lernte man schon vor mehr als 40 Jahren: Nimm nie weniger, als du kriegen kannst. Umgedreht heißt das, gib immer weniger, als du geben musst. Läuft doch!

      Erst, wenn die Not groß genug ist, wird erkannt, dass Änderung Not tut. Sei es im Privaten oder Politischen. Wir alle spielen seit Jahrzehnten ein Spiel, das längst verloren ist. Dummerweise kommt uns unser Idealismus immer in die Quere, unsere Hilfsbereitschaft, der Optimismus und die Hoffnung. Sie hören sich sehr resigniert an. Und vermutlich sind Sie völlig erschöpft, zu erschöpft, um sich zu engagieren. Nein, hiermit meine ich nicht die Arbeit, ich bin sicher, da geben Sie immer noch alles. Ich meine, zu erschöpft um zu demonstrieren, zu streiten, zu „kämpfen“. Und genau deswegen muss gestreikt und demonstriert werden.
      Insgesamt denke ich, dass Corona sehr viel verändern wird. Vielleicht resultiert ja auch etwas Gutes daraus. Das ist die Hoffnung, der Optimismus und der Idealismus.

  15. Ihr alle und auch der Artikel sprechen mir aus der Seele. Wir arbeiten an der Leistungsgrenze, ich liebe meinen beruf sehr aber im moment macht das arbeiten keine freude mehr. Wir werden nun im Team Gefährdungsanzeigen schreiben, in der Hoffnung das es etwas bringt.

  16. Ich kann mich dem, was die lieben Kollegen hier schreiben nur anschließen. Es ist unverantwortlich, dass wir riskieren MÜSSEN diese Krankheit zu bekommen, damit Eltern, die sowieso zu Hause sind „entlastet“ werden.
    Ich habe noch keinen Erzieher gehört, der fordert, dass Kitas gänzlich geschlossen werden. Aber ist es denn zu viel verlangt, dass Kinder, die min. 1 Elternteil haben, das nicht arbeitet zu Hause bleiben? Wenn 1-2 Kinder als Last empfunden werden, sobald sie nicht jeden Tag für Stunden in der Kita abgeladen werden können, hat Deutschland ein ganz anderes Problem als covid 19.
    Und nachdem sich Zweidrittel meines Kollegiums den Virus bei der Arbeit geholt hat, darf ich noch den Eltern ein Informationsschreiben vom Senat austeilen in dem steht, Kitas seien keine Infektionstreiber…
    Wow, habt ihr ne Ahnung!

    • Liebe Daniela,

      Deutschland hat in der Tat ein anderes Problem.

      Ich kann mich erinnern, dass vor etwa 14/15 Jahren bei uns schneeweißen war. Man durfte im Radio seine Meinung dazu äußern. Die einer jungen Mutter mit zwei schulpflichtigen Kindern war „kotz“. Was soll man dazu noch sagen?
      Seit Jahren nehmen wir wahr, dass wir immer mehr seelisch verstörte (ich mag den Begriif „psychisch gestörte“ nicht) Kinder in den Schulen haben. Viele werden bereits im Kleinkindalter mit digitalen Medien zu Hause ruhig gestellt, wirkt wie ein Schnuller. Leider schadet das dem Hirn dauerhaft. Aber nicht nur dem. Die soziale Komponente fehlt, Aggressionsabbau kann nicht stattfinden, die Frustrationgrenze hingegen ist kaum vorhanden, Bedürfnisorientierung total führt zu fehlender Impulskontrolle, …. und alles entlädt sich in KiTa und Schule. Wir sollen’s richten.

      Aber kann man den Eltern wirklich einen Vorwurf machen? Ist es nicht ein Zusammen“spiel“ vieler Faktoren? Auch und vor allem unsere Wirtschaft – hej, die besteht aus Menschen! – muss sich Gedanken machen. Ausbeutung von Mensch und Umwelt ist zwar prima für einige, doch gibt es sicher auch andere Möglichkeiten. Ich bin mir ganz sicher.

      Es wurde viel zu lange viel zu wenig in die unrentabelen Bereiche wie KiTa und Schulen gesteckt. Längst bekannt. Es wurde viel zu lange viel zu wenig in die pflegerischen Berufe und Einrichtungen gesteckt. Auch nicht neu. NEU ist, dass jetzt ganz langsam viele merken, dass ihre Grenzen mit Schwung übergetrampelt werden.

      Ja, Deutschland hat Probleme. Doch wie in jeder Familie werden die totgeschwiegen. Leider verlängert das nur das Leid bei allen Beteiligten, nicht natürlich bei den Nichtleidern, den Verursachern. Aber ich bin ganz sicher, es wird uns alles um die Ohren fliegen. Und dann, reset, Neustart. Alte Wege verlassen, viele führen nur zu Leid und Kummer. Ein paar Urlaubstage mehr, Entspannung für Eltern, die arbeiten, statt ständiger Arbeitsbereitschaft. Wann sollen sie denn noch Zeit und Kraft für ihre Kinder haben? Mal nicht in Urlaub fahren, Radtour machen? Zu uncool? Cooles bringt auch nicht weiter. Mehr Halbtagsjobs. Weniger Ansprüche…. Wir haben viel zu tun und noch mehr zu lassen. Damit meine ich alle, nicht allein die Eltern, Erzieher, Wirschaftsweisen, Experten, Lehrkräfte, Politiker, Landwirte, Gärtner, Verkäufer, Softwareentwickler, Krankenpfleger, Altenpfleger (kein Anspruch auf auch nur annähernde Vollständigkeit)…. In was für einem Land wollen wir wie leben?

      Sie haben Recht. Deutschland hat ein Problem. Verschweigen, ignorieren, lügen, Daumen drauf, Maulkörbe, verschleiern und schönreden … führt zu keiner Lösung.

  17. Die meisten ErzieherInnen erhalten keine Vergütung nach dem TVöD. Aber das ist die Voraussetzung um streiken zu dürfen. Soviel dazu, warum wir nicht streiken.Ich bin schon am überlegen, ob ich als Leiterin nicht das Tragen des Mund-Nasen-Schutzes für meine Mitarbeiter während der Dienstzeit einführe. Das hätte zumindestens eine Signalwirkung nach außen.

  18. Jana Erzieherin in Berlin !
    Ja ein sehr guter Beitrag von der GEW ! Und ja wir werden nur verheizt ! Es versteht wirklich kein Mensch wenn es heißt die Infektionsherde zu minimieren aber Eltern die nicht arbeiten gehen uns ihre Kinder bringen so wie die Kita aufmacht und abholen wenn die Kita schließt !
    Großer Erziehermangel der schon vor Corona war hat niemanden interessiert ist jetzt noch größer geworden ! Auch von der versprochenen Corona Prämie haben meine Kollegen und ich noch kein Cent gesehen !Ich arbeite bei einem freien Träger in Berlin in einer Kita warum hat die Politik es bis heute nicht geschafft einen flächendeckenden Tarifvertrag für all diese tausenden Erzieherinnen und Erzieher durchzusetzen ? Ja auch ich überlege wenn sich nichts ändert den Job einer Erzieherin an den Nagel zu hängen !

  19. Der Artikel spricht mir aus der Seele. Ich habe Asthma, Schlafapnoe und Psoriasis Arthritis. Alles wurde erst nach März diagnostiziert.
    Ich arbeite in der Krippe und gehe wirklich gern hin. Aber die Angst vor einer Ansteckung begleitet mich täglich.
    Auf mich macht die Politik den Eindruck, dass Erzieherinnen gefälligst zu funktionieren haben. Nein, nicht etwa, weil die Kinder so sehr leiden würden, wenn ein paar Wochen geschlossen wäre. Das interessiert die wenigsten; es geht darum, dass die Eltern dem Arbeitsmarkt uneingeschränkt zur Verfügung stehen. Das ärgert mich maßlos.

  20. Traurig, dass wir (Erzieher) zu wenig Lobby haben und uns auch ganz augenscheinlich die Vertreter der Gewerkschaft im Stich lassen, und Regierungskonform handeln, nämlich nicht für uns einstehen! Noch trauriger finde ich, dass wir gerade jetzt, wo die Situation schier unübersichtlich und unberechenbar scheint, keiner für uns einsteht. News4teachers sind die bisher einzigen , die auf unseren desolaten Zustände aufmerksam macht, sonst ist nichts in den Medien zu finden zu diesem Thema! Echt traurig!!

  21. Es schmerzt mich in vielerlei Hinsicht diese Kommentare zu lesen! Ich bin stellvertretende Leitung einer Kindertagesstätte, und Mutter zweier Kinder. Wegen der Pandemie bin ich früher aus der Elternzeit gekommen, weil ich meine Kolleginnen unterstützen wollte. Gemeinsam haben wir uns ein Hygienekonzept erarbeitet, das für alle stimmig war, immernoch ist und sich auch schon bewährt hat. Es ist umfassend, schließt die Eltern mit ein und wurde von allen (Erzieherinnen und Eltern) unterschrieben. Es war gewöhnungsbedürftig, aber machbar! Eigeninitiative und Selbstschutz. Warum sollte ich auf etwas warten, das mir wichtig ist, wenn ich es selbst in die Hand nehmen kann. Uns geht es darum den Kindern soviel von ihrem gewohnten Alltag zu geben wie wir können. Viele durften lange nicht kommen, dann waren sie in anderen Gruppen, von ihren Freunden getrennt durch die Trennung der Betreuungsformen, viele haben einige Erzieher wechsel noch in ihrer Eingewöhnung erleben müssen, da diese natürlich auch angehalten sind bei krankheitssymptomen zu Hause zu bleiben und durch die Trennung der Gruppen kann unser offenes Konzept nur eingeschränkt erlebt werden. Das hört sich für viele Erwachsene zunächst nicht sonderlich dramatisch an, aber aus Kinderaugen betrachtet ist das ein großer Teil ihrer Lebenswelt die plötzlich anders und neu ist und das kann viele ziemlich aus der Bahn werfen. Es ist wichtig für die Kinder wieder so viel gewohnten Alltag wie möglich zu erleben, es ist wichtig die Eltern mit ins Boot zu holen und in die Verantwortung mit ein zu beziehen und es ist wichtig sich an seinem Arbeitsplatz sicher zu fühlen. Dieser Einsatz der dazu notwendig ist lohnt sich über die Maßen. Jammern alleine hilft nicht!
    Nichts desto trotz wenn gestreikt wird bin ich noch immer dabei gewesen, denn unser Beruf ist einfach mehr wert!

  22. Mein Kommentar wird eh nicht veröffentlicht, weil ich dazu etwas Kritik anbringen möchte: Niemand verbietet den Erzieherinnen, sich selbst zu schützen. Warum trägt kein Erzieher und keine Erzieherin eine Maske in den benachbarten Kindergärten und sogar im Hort, wenn sie unsere Schulkinder bis 17 Uhr betreuen? Alle Grundschullehrerinnnen tragen seit März Masken, nur die Horterzieher nicht und wenn man etwas sagt, wird man schräg angeschaut. Mit dem Lüften wird es auch nicht ernst getroffen, obwohl da Kinder aus den verschiedenen Kohorten zusammentreffen. FFP2Masken schützen auch vor Ansteckung. Tragt welche, so wie viele Lehrer auch!

    • Lieber teacher,

      ich vermute, dass Erzieher und Erzieherinnen aus demselben Grund nicht streiken wie wir (Lehrer).

      Nein, ich habe nicht vergessen, dass Beamte nicht streiken dürfen. Es gibt auch KuK im
      angestellten Verhältnis. Und die streiken auch nicht.

      Ich frage mich nur, wieso der legale Weg nicht gewählt wird. Bei Kratzen im Hals zu Hause bleiben. Ich kann mich erinnern, vor Jahren unterschrieben zu haben, dass ich nicht mit ansteckenden Krankheiten zur Arbeit gehe. Wir sollten uns daran halten – eine Erkältung ist auch ansteckend und kann den einen oder anderen KuK auch erwischen.

      Die Lobby der EuE ist noch weniger vorhanden als die der Lehrkräfte. Lasst uns gemeinsam unsere Verantwortung und Fürsorge den Kindern/Schülern wie auch unseren KuKs gegenüber wahrnehmen und gesund zur Arbeit gehen. Nicht krank oder nur ein bisschen krank oder fast schon gesund.

      Erst wenn die Ressourcen (EuE, KuK, Ärzte, Krankenschwestern, Pflegedienste…) knapp werden, werden wir wichtig und wertvoll. Solange wir ein marodes System mit unserer Gesundheit – dem Wichtigsten, was wir haben – am Laufen halten, gehen die Gelder zu TUI, zur Lufthansa und sonst wohin.

      Wir alle haben uns daran gewöhnt – und es wird ja auch von allen Eltern erwartet – dass wir da sind. Die Wichtigkeit unserer (vielmals leider nur noch zur Betreuung und Aufbewahrung mutierter) Arbeit sollte unserer viel mehr als wir jammernden Wirtschaft bewusst werden. Vielleicht haben wir so – durch die Hintertür – endlich jemanden, auf den unsere Minister hören.

      Solange wir noch mit Idealismus unseren Job machen…. bleibt es, wie es ist.
      Solange wir uns krank zur Arbeit schleppen … bleibt es, wie es ist.
      Solange wir so weiter machen, bleibt es ist, oder es wird schlimmer.

      Das ist ganz einfach – die Dinger kosten richtig Geld und reichen, zumindestens meine, für manimalische neun Stunden. Und Arbeitsschutz ist Sache des – richtig: Arbeitgebers.

      Ich kann mir die Masken leisten, bin verbeamtet und arbeite Vollzeit. Meinem Arbeitgeber ist es wurscht. Und wenn die Fallzahlen niedrig sind, liegt das nicht an seiner Fürsorge, ganz bestimmt nicht.

      Erzieherinnen erhalten viel zu wenig Geld, um für jeden Tag ein bis zwei Masken zu bezahlen. Vielleicht können die Eltern mal ein paar spenden – einfach mal zur Anerkennung und als Dank für die außerordentliche Leistung.

  23. Ich arbeite täglich mit 15 Kindern und 2 Kolleginnen in einer Krippengruppe. Masken tragen wir nicht… dürfen wir nicht tragen.

    Wir sind angehalten alle 30 Minuten zu lüften und das zu protokollieren (neben vielem anderen… Ich bräuchte eigentlich eine Schreibkraft, die mir das alles abnimmt, damit ich mich noch vernünftig um die Kinder kümmern kann)

    Die Kinder sind sehr klein. 1 bis 3 Jahre alt. Sie können keinen Abstand halten und wir könnten das auch nicht umsetzen. Diese Kinder brauchen Körperkontakt. Es geht schlicht nicht anders.
    Mir wird täglich mehrmals direkt ins Gesicht gehustet und geniest. Die Kinder stecken alles in den Mund. Ich kann gar nicht so schnell desinfizieren, wie es gleich beim nächsten Kind im Mund landet. Da wird das ständige Lüften, desinfizieren und Hände waschen mit den Kindern schlicht zur Farce.
    Wir sind angehalten mit den Kindern so viel wie möglich rauszugehen. Das machen wir sowieso. Aber was mache ich, wenn es regnet? Wir haben Kinder die nichtmal laufen können. Die können nicht im Regen und bei starker Kälte im Garten herumkrabbeln.

    Ich warte auf den Tag X. Ich bin mir sicher, dass er kommen wird. Der Tag, an dem mir ein Kind mal wieder ins Gesicht hustet und es keine „einfache“ Erkältung ist.

    Aber wahrscheinlich werde dann offiziell ich das Virus von einem privaten Treffen, die ich schon lange vermeide, eingeschleppt haben, da Kinder in den seltensten Fällen auf das Virus getestet werden. Und wieder wird sich „bestätigen“ Kinder sind keine Treiber.

    Es wird immer über Schulen geredet, über Wechselunterricht, über Sicherheit. Das ist wichtig und richtig. Ich habe selber ein Schulkind, das glücklicherweise gerade im Wechselmodell unterrichtet wird. Aber bitte vergesst die KiTas nicht. Wir arbeiten ohne jeglichen Schutz. Nicht mal Masken. Kein Gegenüber dem man sagen kann: Denk bitte an den Abstand!

    Wir bekommen übrigens einen Corona-Bonus von bis zu 600 Euro. Warum? Damit wir die Füße still halten? Ich will keinen Bonus. Ich will mehr Sicherheit.

    Wo wir zum Thema Streik kommen. Die meisten Erzieher in Deutschland haben kein Streikrecht! Je nach Arbeitgeber.

    • Liebe ErzieherInnen,
      ich bin selbst betroffen und getroffen!
      Zunächst: Ich stimme euch in allen Punkten zu! Vor allem in dem, dass WIR NICHT stattfinden!
      Ja, viele von uns dürfen nicht Streiken.
      Was der Grund dafür ist, dass wir nicht gesehen werden!
      Ihr habt alle recht! Zunächst galten wir nicht einmal als Systemrelevant! Kinder kommen versorgt mit Medikamenten in die Einrichtung und inzwischen ist es auch egal ob anwesende Kinder anderen Kindern und UNS ins Gesicht husten etc., krasser noch: Kindern von Eltern die positiv sind werden nicht mal getestet und die Kita bleibt weiter geöffnet! Was WIR in dem vergangenen Jahr alles über uns ergehen lassen mussten, ist unglaublich!
      Aber wozu etwas ändern- DENN DER LADEN LÄUFT!
      Diskussionen mit Eltern über den Infektionsschutz- ICH BIN ES LEID!

      Wir haben in den allermeisten Fällen nicht das Recht zu streiken ABER wir haben das Recht unsere Meinung frei zu äußern!!!

      Tun wir dies nicht länger nur versteckt unter irgendeinem Artikel auf irgendeiner Seite die wieder keine Lobby hat oder eine Lobby die immer noch viel zu klein ist!
      Wenn jeder von euch nur einen öffentlichen Brief schreibt oder sich mit einem Brief an einen der Politiker wie Spahn und co. wendet, Notfalls auch durch Copy & Pest- eurer Kommentare, können und dürfen sie uns nicht länger ignorieren!

      Und ganz ehrlich: was wollen eure Arbeitgeber machen? Euch kündigen weil ihr eure Meinung geäußert?
      Wer macht denn dann euren Job?

      Es gibt keine ErzieherInnen mehr!

      Nicht erst seit der Pandemie ist klar, dass die Bedingungen im Sektor der Bildung, Betreuung und Erziehung einfach furchtbar sind.

      Wer setzt sich freiwillig dieser jetzigen Gefahr aus?

      Wer lässt sich gerne diese Respektlosigkeit von vielen Elternteilen gefallen?

      Die die es jetzt noch machen, lieben ihre Arbeit und sie sollten gesehen und gehört werden, bevor sie (aus)sterben!

      STEHT AUF!
      KÄMPFT für EUCH und alle ERZIEHER/INNEN!
      Werdet LAUT!
      VERSTECKT EUCH NICHT LÄNGER!

      Seid nicht länger NUR ein/e ErzieherInnen!

  24. Liebe ErzieherInnen,
    ich selbst bin betroffen und getroffen. Psychisch wie körperlich am Ar* und ich stimme euch in allen Punkten zu!
    Ja, viele von uns dürfen nicht streiken- darum finden wir auch nicht statt!!!
    ABER
    Wir dürfen dank eines Gesetzes unsere Meinung frei äußern!!!
    Wenn jeder der hier seine Meinung schreibt (versteckt auf irgendeiner Plattform) nur einen offenen Brief verfasst (notfalls auch copy & P. ) oder an die Politiker Spahn und co. schreibt, können sie uns nicht mehr weiter ignorieren!
    …und ganz ehrlich:
    Was wollen eure Arbeitgeber machen?
    Euch entlassen?
    ..und wer macht dann euren Job?
    …wo es gerade so wahnsinnig viele Erzieher gibt! Keiner will und wird den machen! Verständlicher Weise, denn es wird nur noch gefordert und an den Bedingungen ändert sich nichts! Leere Versprechungen! Es ist inzwischen unzumutbar.
    So viele Erzieher überlegen sich (obwohl sie ihren Job lieben) einen Berufsausstieg!
    Unter der Pandemie ( ..und wenn man ehrlich ist auch schon zuvor) können wir erkennen wo WIR stehen!
    Wer will sich (und seiner Familie) freiwillig dieser Gefahr aussetzen?
    Diesen Respektlosigkeiten von vielen Eltern? Diesem Kampf endlich gesehen und ernst genommen zu werden?
    STEHT AUF UND KÄMPFT! VERSCHAFFT EUCH GEHÖR! SCHREIBT AN DIE POLITIKER!
    Seht EUCH selbst, nehmt EUCH ernst, nur dann werden es auch andere tun!

    Seit nicht länger NUR ein/e Erzieher/In!!!

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